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Die rote Kaschgar.

Xotnon von Feder von Zvbeltih

06 -ertsetzung Nachdruck verboten.)

.^xiftere, datz er sich den Deubel um die Ansichten der geehrten Nachbarn schiert. Wenn <4 ihm besser patzt." erwiderte Gert.UcbrigcnS hätte ich die Freyc gar zu gern noch einmal getonnten Vielleicht** _

Er sah ein rasches Nervenzucken un Gesicht Alexei Hellmut unterbrach ihn, der mU dem Dessertmefser an sein Glas Hintie.

..Wein lieber Gert." begann er ..da» ,st heute der Abschiedsabend und da» LlbfchicdSellen. Dir ziehen au», und du ziehst wieder aus dem väterlichen Ttammfiy ein. und in wenigen Wochen wird Lepe dir folgen. Latz dir noch einmal sagen, wie glücklich wir sind, daß du von den Toten auserstanden bist. 2s war eine herzensbange Zett, die wir hier durchlebten, als Woche um Woche und Monat um Monat und schließlich ;3o6c für Jahr verging, ohne datz Nachricht von dir eintoas. und alS wir endgültig zu der Ueber- zeugung kommen mutzten, datz du in den 6t6- feltern Pamirs verunglückt seist. Ich habe in­zwischen dein Erbe hüten können und freue mich, datz ich es dir in dem Dewutztsein übergeben durste, meine Pflicht getan zu haben. Ich möchte dir gemeinsam mit Theda aber auch noch Dank sagen, datz du in der Deränderuna der Berhält- nisse. die dein Derschollensein mit sich brachte, gcwisserrnatzen eine höhere Fügung sahst, feine yewaltsamc rrschütterung: datz du unsre Ehe fantilonlcitcft. StWaS oanz Menschliches er­leichterte dir diese Menschlichkeit: Deine Liebe zu Biere. Und datz meine Schwester nun deine Frau Wird, scheint mit der Endschlutz der Fügung. Wc vollendete Harmonie. Aus gute 71 ,chlar- ,schäft, Gert, aus treue Derwandtschastlichleit latz uns zusammenhalten!"

8t Kietz mit Gert an. Theda wischte sich ein Tränchen der Nührung auS dem Augenwinkel und folgte.

.Heilho," sagte Biere und drückte ihm die Hand. ®r zog ihre Hand an seine Lippen und lehnte sich in den Stuhl zurück. Der Nachtisch .War gereicht, die Diener hatten daS Zimmer

verlassen Gert füllte Wieder sein Sektglas und nahm einen Schluck.

..3a." sagte er langsam, ..du magst schon recht haben. Hellmut. es ist gewissermatzen eine höhere Fügung, die ein Zufall lenkte Der Zu­fall war der verloreneBrief. Wäre er recht- Zeitig eingetrossen, so hätte er in die Freude Darüber, datz ich noch am Leben, doch auch einen Mihklang getragen: er hätte eure Ehe verhindert, zum mindesten aufgeschoben, er hätte Dishar­monie gebracht. Und nun trat auch noch eine Duplizität der Srcigniffe ein der gle-chzeitig an Freye abgesandte Brief erreichte ebensowenig fein Ziel. Warum ich grade an Fr-eye schrieb lieber Gott, da- war ein Sinfall des Augen­blicks. Irgendetwas erinnerte mich an unsre Kurdersreundschast und ich kann nur wieder­holen. ich hätte ihr gern noch Lebewohl gesagt, denn es ist fraglich, ob wir uns je Wiedersehen Werben. Aber wenn sie keinen Besuch mehr annimmt . . *

Er war jetzt mit allen Sinnen Beobachtet, und er sah eine flackernde Unruhe- in den Zügen AlereS.

.Ich Will dir einen Vorschlag machen. Gert". Warf sie ein. .Ich Werde mich nach dem Zeit­punkt ihrer Abreise erkundigen, das kann ich ohne weiteres erfahren, und dann reiten wir nach dem Bahnhof und sagen ihr noch am Zuge Addis. 3a V

.Warum nicht? Können wir machen . . .* 6r nitzpie Wieder an seinem Glase und schaute wie träumend in den quirlenden Schaum . . . .Weiht du. Hellmut", fuhr er fort. _wa$ mir eigentlich leid tut? Datz du nun auch die beiden philalelistischen NarifNma nicht erhalten hast, die ich meinem Briefe an dich beilegte. Die beiden roten Kaschgar-Marken, die nur für ein paar Stunden im Handel waren. Ich hatte mir schon au-gemalt, wie du die Kartons vornebmen und die Marken sorgfältig auflleben Würdest, ich kenne ja die Art. Wie du deine Sammlung behan-- helft und pflegst immer mit einer gewissen Feierlichkeit ich sah dich im Geiste über den Marken sitzen, ganz verzückt, und mit der Spitz- seder in zierlicher Handschrift die nötigeBemer­kung notieren: ,2 Rubel Kalchgar. höchste Selten­heit. gleich nach Erscheinen wieder zurückgezogen'

oder so . . Die Marken hatten sicher einen hohen Wert . .

Et sprach so ganz beiläufig, wie aus dem Erinnern heraus. Aber alle Nerven In ihm lagen in höchster Spannung. 8tne jähe Bläffe, em Iagen deS ErichreckenS flog über das Gesicht HellmulS. Und bei Gott, auch über die Züge Aleres War es Täuschung? nein ging ein raschesVerbleichen Da durchzuckte es Gert. Er wollte sein Glas nehmen und es Hellmut in das Antlitz werfen. Er wollte Biere an den Handgelenken packen und ihr ein vchmähwott zuschleudern. Er wollte auffabren und ganz laut schreien: .Betrüger! Ich zerschneide daS Tisch­tuch zwischen euch und mir!

Es kam zu keinem dramatischen Höhepunkt. Hellmut sprach schon wieder. Lachend ent­gegnete er:

.3a natürlich die Marken sind ganz un- schätzbar, sind vielleicht Unikal Aber, lieber Himmel. Was hilft s. ich mutz mich schon trösten über den Berluft!"

.Dafür hast du die Theda bekommen", sagte Biere heiter.

Nun lachte auch Theda. .Bin ich dir nicht mehr wert alS die allerfeltenste Briefmarke?" fragte sie und gab ihm einen Kutz.

.Iawohl, mein Kind", erwiderte er. .und schon deshalb bebaute ich den verlorenen Brief keinen Augenblick. ES mutzte und sollte so kommen."

.Mahlzeit", sagte Gert und hob die Tafel auf.

®r ritt bald zurück nach dem Forsthause. Er War still geworden und Nagte über eine leichte Migräne. Auch Biere gedachte sich xu verab­schieden. Theda hatte der Zofe noch einen Auf­trag zu geben. Weil man am nächsten Morgen schon frühzeitig nach Schwichelde Wollte, und da standen die Geschwister sich für eine Minute allein gegenüber.

Sie schauten sich fragend an.

.fiere, sagte Hellmut.wa8 war das mit Gert? 3st er mitztrauisch geworben T

ES schien mir so."

.Warum?"

..Ich ahne nicht. Du hast doch nie den Brief aus Kasckgar bekommen?"

.Ich habe nie einen Briet au» Katchgar bekommen Und Frede?"

-Freye bat auch keinen Brief von ihm auS Kafchgar in Händen

Wieder schauten sie sich an und verstand«, sich.

.Gr kann Frehe ausfoagen". sagte er.

.Ich erzählte ihm. datz sie keinen Besuch annimmt. DaS hörte ich in ber Tat von dem Grafen Buftlen. Bber ich verschwieg, datz man schon übermorgen atnreUen will. Wir werden uns allo daS Lebewohl auf dem Bahnhof schen­ken müllen . . Und noch leiser fügte sie hinzu: .Frehe Würbe auch keinen Selbst verrat üben."

Er bitz sich aut die Lippen, weil ganz plötz­lich die volle Erkenntnis kam. ES regle sich auch ein Rest von Schamgefühl, es verklang ein Letztes in feiner Seele.

.Vielleicht täuschen wir uns", sagte er. .Aber ich werde erst ruhig sein, wenn du seine Frau bist."

..Ich auch. Und biS dahin Vorsicht. Hast du die Marken auS Käscher noch?"

Er neigte den Kopf ES war eine Zustim­mung

»Diese törichte Leidenschaft", klagte sie. .Kann er sie gesehen haben?"

»Undenkbar. Ich habe die Sammlung selbst verpackt."

.Derorenne die Dinger Wie ich den Brief an Frehe verbrannte."

»Gab sie ihn dir?"

»Frage nicht ctft; er ist vernichtet."

Einen Augenblick schwieg er und sagte bann: .Wir sind schlecht geworden. Lepe."

»Nein. Hellmut", antwortete sie. und durch ihr Auge blitzte die ganze nervöse Kraft ihres Wesens, .wir waren nur keine Schwächlinge, wir Hetzen Wille auf Wille wirken, wir folgten dem Imperativ unsrer Naturen Wir waren selbst­süchtig im besten Sinne. Waren wir schlecht, fr hätten Wir unser Glück aus dem Unglück bew andern geholt. DaS Wollten Wir nicht und taten Wir nicht. Wir haben im MuSkellpiel unsrer Moral auch Gert zu einem neuen Glück oct- Holsens .

(Fortsetzung folgt )

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*

1

Die Holzversteigerung vom Heutigen ist genehmigt. Abgabe der Abfuhrscheine bei den Hebstellen oom 19. Februar an. Ueberweisung und Be­ginn der Abfuhr Freitag, den 20. Fe­bruar. vormittags 8 Uhr. 1530D

Giesten, den 12. Februar 1925.

_______Hessisches Forstamt Diesten

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Ober-Seiberten ob.

Am 10. und 11. Mai 1925 findet in Ober-Seibertenrod ein Radfahrfest verbunden mit Bannerweihe statt. Besitzer von Karussells. Schießbuden, Schaubuden, Zuckerttänden und der­gleichen wollen zwecks Vergebung der Plätze ihre Angebote a-i den Vorstand des Radfahrvereins Wanderlu' Ober- Seibertenrod einreichen. Die Zuschlags» erleilunq erfolgt am 20. März 1S34D

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Montag, den 23. Februar 1925, mittags 12 Uhr, soll die der Mark BellerSheim zustehende Waldjagd (zirka 125 ha Wald) auf dem Rathause zu BellerSheim öffentlich, meistbietend auf 6 Fahre verpachtet werden. Das Iagd- gebiet ist in einer ' , Stunde vom Bahn­hof Obbornho'en-Bellershelm (Hungen- Friedberg) oder vom Bahnhof TreiS- Münzenberg (ButzbachSich) zu erreichen. Bellersheim (Kr. Giesten), 10.3ebruarl925. _____Der Markmcister: Hahn. 15010 WteMWMKlllMrf

Montag, den 23. d. Mts., vormittags 12 Uhr, werden in unserem Amtszimmer 2 Marder-, 25 Fuchsbälge und 7 Dachs- schwaten aus dem Winter 1924,25 öffent­lich versteigert. Besichtigung vorher von 11 Uhr an. 15370

Romrod (Oberhessen), 12. Februar 1925.

Hessisches Forstamt Romrod.

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Nur 3 Tage (Freitag, Samstag und Sonntag).

Ab beute:

Die Flucht aus dem Heere der Heimatlosen Leben und Leiden zweier FremdenleiHonflre in einem Vorspiel and 4 Akten. Mil Gesang.

Persönliche* Auf reten eine* ehemaligen unter Todo*gefa r geflüchteten Legloniir* In der franröi»i*cheii Legloneun Horm.

Der Film ein Ma inwert an Dentichandi Söhne muß -on jedermann gp-ehen werden. Es muß unsere Jugend von den Qn ilen der Legion bi-raten werden, d-nn Tausende deutscher Volksgenossen werden durch Versprechungen und arglistige Täuschung der Leeton jährlich zugefuhrt und dort eiendlich zu Grunde gerichtet Der Film bringt die Leiden und Strapazen der Legionäre in spannenden Bildern. Der einzig existierende Aufkillrungsfilm gegen die Fremdenlegion.

Wegen anderweitigen Auftretens des Fremden­legionärs ist eine Verlängerung über den Sonntag ausgeschlossen.

Vorher das wundervolle Programm:

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Der Oberbürgermeister. 3- B.: Dr. Frey.

wachung der Betriebe.

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in AadiofUnk Ist ein passiert Uom Cngel, der den Mond poliert Tlr Afa- Sendung besten Dank. Jetzt putzt et sich noch mal so blank!..

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Die Angebote sind verschlossen,ach Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Montag, den IG Februar, nachm. 2l/e Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei ein­zureichen, woselbst in Anwesenheit der er. «chienen Dieter di« Eröffnung erfolgt.

Angebote mit zusammcngezogenenKlas- len oder mit Vermerk, versehene haben keine Gültigkeit. Die Derkaufsbedingunaen werden vor der Eröffnung bekanntgegeoen und können auch an demselben Tage vor­her eingesehen werden.

Nähere Auskunft erteilt Förster Wallenfels.

Geilshausen, den 10. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen.

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