ttx. 66 Erstes ölatt
175. Jahrgang
Donnerstag, 12. Zebrvar 1925
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Lberheffen
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Der Barmatskandal.
Die Zeugenaussagen T vidsohns.
Berlin. 11. Fcbr. (ODolff.) 3m Unter- suchungsausschuß deS Preußischen Landtags für die Darmat-Kutftker-Angelegenhelt bekundete Äriminalfcmmiffar Pipo, daß, als er mit dem Ärtmlnalinfpeftor Klinghammer eine Haussuchung bei Darmat (Maatschappy) Anfang Tlo- Dcmbcr 1919 noigcnommen habe, der anweferrde Herr bei Firma mit feiner Erlaubnis telephonierte. Kurz daraus fei bei 21 bg. Heilmann gekommen und habe fich mit Klinghammer hef- t i g gc ft ritten. Heilmann habe gebeten, der Durchsuchung alb Zeuge beiwohnen zu bürsen. Ihm. Pipo, sei etwas merkwürdig vorgekommen, bah sich ein Abgeordneter für die Sache so c i n f e h t e. Die Einforderung der Akten durch den Aeichswirtfchaftsminister sei ihm etwas ungewöhnlich erschienen.
Der frühere ,.VorwärtS"-Redakteur und frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Gbg. Davids ohn verwahrt sich gegen die Zusammensetzung des Ausschusses, die nach feiner Meinung der Strafprozehordnung nicht entspreche. Im Ausschuß sitze der Aög. Suttner, der die Interessen Darmat-Kutisker vertrete und daher nicht Richter in dieser Angelegenheit fein könne. Davidfohn erklärt, er werde daher feine Aussage mit allen Konsequenzen verweigern. Der Vorsitzende erklärt darauf, die Zusammensetzung deS Ausschusses fei nach den Vorschriften der Derfaffung erfolgt. Auf die Frage, ob David- sohn 1919 die Sozialdemokratische Partei aufmerksam gemacht habe auf die Organe, die im Zusammenhang mit Darmat standen, bekundet dieser: Dicht 1919. sondern 1920 lernte ich in Holland einige Redakteure der Zeitung »Het Volk" kennen. Einer dieser Herren erwähnte den Vamen Darmat. Ich machte eine etwas despektierliche Demerkung über Darmat. da ich wußte, das)Darmat inDerlin in einem eigen- tüm l ichen 2t u f stand.
Der sozialdemokratisch« GewerlschastSange- fteilte Dernhard Darrmeister sagte mir wiederholt, t* fei offenkundig nachgewiesen, daß gewisse Prominente der Sozialdemokratischen Partei geradezu am Darmatgeschäft beteiligt feien.
Aach Derlin zurückgekehrt, teilte ich dem damaligen Leiter der Berliner .Volkszeitung". Ruschke, mit, dah seine Darlegung der Angelegenheit richtig fei und alle die Leute, die in und um den „Vorwärts" herum gegen ihn polemif erten, im Unrecht feien. Ich sagte, ich habe mich in Holland davon überzeugt, dah man Darmat in Liner gewissen Distanz hält.
In der Aachmittagssitzung verliest zunächst Abg. Soll (Äomm.) namens der kommunistischen Mitglieder des Untersuchungsausschusses eine Erklärung, in der eS heiht, Suttner habe in feiner Eigenschaft als Redakteur des ..Vorwärts" unb der „Glocke" die Interessen qon Sklarz und (Barma t wahrgenom- q e n. Er habe im Kapp-Puts' zum Schuhe der Tepublik von Sftarz rund 50 030 Mk. zur unbe- li, rankten Qkrfüqung erhalten, wodurch die Spal- King im republikanischen Führerbund cinge- re ton sei.
lebet die Vorgänge auf Schwanenwerder, dem Lohnsitz Darmats, sagt der Zeuge, daß der Uinisterverkehr in Schwanenwerder volksbekannt gewesen sei.
Dr. Scerberg fragt Davidfohn, ob ihm be- annt gewesen sei, daß Darmat bereits vor dem . Rovember 1918 Deziehungen zum keichspräsidenten unterhalten habe, und reicher Art diese Deziehungen waren. Ferner, b während des Krieges Darmat Gelder aus er Schweiz an die Sozialdemokratische Partei nb zwar an Herrn Ebert a b g e l i e f c r t abe. Davidfohn erklärt, von der Hergabe der telder nichts zu wissen. Baumeister müsse Daruf antworten, bei den Geldern aus der Schweiz lege eine Verwechslung mit der Affäre Sklarz vor. Davidfohn bemerkte weiter, dah »er verstorbene Abgeordnete Franz Krüger, «er Damalige politische Sekretär unD Dertrauens- n<tm Eberts, ihm erklärt habe, dah Ebert von Lkarz abgerückt sei. Aus seine Gegenfrage: UnD p( Darmat? habe Krüger nicht geantwortet. 2 g. Deerberg fragt, weshalb Der Zeuge aus Der L fialDemokratischen Partei ausgetreten fei. Hvidsohn gibt an, Daß für ihn im wesentlichen Deselben ©rünDc maßgebend gewesen feien, t sie gestern Herr M ü l l e r in Der Presse ver- i mtlicht habe.
!r Zeuge tzeilmann gibt zu, auf Wunsch von Darmat Empfehlungen gegeben zu haben.
>n allen Gesellschaften, in deren Aussichts - t er war, habe er keinen Pfennig etil t e h. Auf Die Frage eines Kommunisten, dem Zeugen bekannt fei, dah Darmat Steige bis zu 60 000 Mark dem Zentrum zur rrfügung gestellt habe, erklärt Heilmann, dah das für ausgeschlossen halte. Es fei aber >glich, dah (Barmat der Darteikasse j e r Lange-Hegermann cummen z u» ewiesen haben könnte. Der Ausschuß wendet h dann der (Befragung des Polizeipräsi- enten Richter zu, der erklärt, dah seine eziehungen zu Iulws Darmat rein freund- haftlicher Ratur gewesen feien und auf ine Amtstätigkeit nie einen Einfluh ausgeübt kitten. Die finanziellen Deziehungen zwi- chen (Barmat und ihm seien nichts andres gc- oesen, als sie unter Freunden üblich den. (Barmat habe gelegentlich Verpflichtungen ir ihn übernommen, genau so wie er solche für teirmat übernommen habe. Auf Befragen gibt
Schwere Schlagwetterexplosion bei Dortmund.
Das größte Unglück in der Geschichte des Ruhrgebiets. — Bisher 52 Tote geborgen. — 138 Menschen noch immer ohne Hilfe von außen.
Arn Mittwochabend ereignete sich auf bet Zeche „M inister Stein- im Luftschacht zwischen der zweiten und dritten Sohle eine Schlagwetterexplosion. Hierdurch wurden zirka 80 Mann der Mlttagsschicht adgeschnitten. Rettungsmannschaften von sechs umliegenden Zechen sind auf der AnglückSstätte eingetroffen.
Ein erster Bericht nach Einsetzen der RettungSarbriten meldet kurz nach Mitternacht-
Der Zugang zur dritten, wie zur zweiten und ersten Sohle ist durch Brüche gesperrt. Die Rettungswachen versuchen, die Brüche durchzuarbeiten, um an Die unter Den Brüchen in 2 Revieren befindlichen Leute heranzukommen. Es gelang, nur einzelne Leute lebend zu bergen.
ES wird mit einem Verlust von über 100 Bergleuten gerechnet.
Rähere Angaben können erst gemacht werden, wenn die Geretteten Auskunft erteilen tonnen.
Ein zweiter Bericht aus den frühen Morgenstunden des Donnerstags sagt:
Hm 6 Hhr morgens waren 37 Tote und neun Lebende von den in den betroffenen Revieren IX und XII eingeschlossenen 138 Bergknappen zu Tage gefördert. Die Rettungsarbeiten werden von den herbeigeeilten Rettungsmannschaften sämtlicher umliegender Zechen sowie der Städtischen Feuerwehr unter Leitung des Oberberghauptmanns vom Preu- hischen Oberbergamt Dortmund geleitet Krankenschwestern und Sanitätspersonal leisten die erste Hilfe. Zwei der Leichen togren vollständig verkohlt, während der gröhte Teil der 2ter- unglücften den Erstickungstod durch die angesammelten Gase fand.
Ein klares Bild von der Schwere der Katastrophe kann man sich bis fetzt noch nicht machen, da die Rrttungsarbeite» nur sehr langsam und unter größten Schwierigkeiten vor sich gehen können, zumal man mit neuen Wettern rechnen muß.
Am Explosionsherd herrscht ein furchtbares Durcheinander. Das Zechentor zur Schachtanlage III ist bis in die frühen Morgenstunden umlagert von Angehörigen Der Bergleute, Die Gewißheit haben wollen. Polizei und Feuerwehr sorgen für Ordnung.
An der Unglücksstälte.
Das Grubenunglück auf der Zeche „Minister Stein" in Dortmund-Eving muß als eines der größten in der Geschichte der Hnglückssällc im Ruhrgebiet bezeichnet werden. Die schlagenden Wetter hatten einen außerordentlich heftigen Charakter. Die Strecken der ersten, zweiten und dritten Sohle sind durch Brüche vollständig versperrt. Die Rettungsmannschaften werden in ihren Arbeiten, die unter den Brüchen befindlichen Bergleute zu retten, durch Gase stark behindert. Es besteht wenig Aussicht, die noch in der Grube befindlichen 138 Bergleute lebend zu bergen.
Die Ursache der Explosion ist noch nicht geklart, von Geretteten wird erzählt, bah sie durch Funken einer Maschine entstanden sei. Genaues wird jedoch erst die amtliche Vernehmung der Geretteten ergeben können.
Die UnglückSstäfte ist von einer unge- geheuren Menschenmenge, meist Angehörigen der Bergleute, umlagert. Bis heute morgen 8.50 Uhr find 5 2 Lote geborgen worden. 16 Leichen wurden allein an einer einzigen Stelle gesunden, 20 Knappen sitzen noch im Feuer. Die Stimmung unter der angesammelten Menge ist außerordentlich erregt, da, wie man hört, die Zechenleitung Anweisung gegeben hat, keinerlei Rachrichlen über daS Unglück an die Drauhenstehenden bekanntzugeben. Die Unglücks st ätte i st polizeilich abge- sperrt. Die RamenSfeststellung der Toten erschwert sich dadurch, daß sie meist b i S zur Unkenntlichkeit verkohlt sind. Bisher konnten die Aamen von 15 Bergleuten sest- gestellt werden.
Der Zeuge zu, Daß ihm (Barmat einmal 1 0 0 Stück Aktien der Dema überlassen habe.
Der Fall Hölle.
Die Geschäfte der Depositen- und Handelsbank. — Die Reichspoft sichert sich.
Berlin. 11. Febr. (TU.) Die vom Oberstaatsanwalt verfügte Verhaftung des früheren Rcichspostministcrs Dr. Anton Höfte stützt fich auf den Vorwurf der passiven Bestechung, der Annahme von persönlichen Vorteilen für pflichtwidrige Handln n- ?e n. Als konkreter Fall wird dabei besonders ie Unterlassung eines Vergehens gegen die Depositen- und Handelsbank A. G. zur Sicherstellung von Postgeldern erblickt, nachdem ein Mitglied des Aufsichtsrates dieser Dank den Minister auf die bedenklichen Zustände des Instituts aufmerksam gemacht habe und die Leistung einer Zahlung von 50 000 Mk. durch diese Dank an den Minister persönlich in unmittelbarem zeitlichem Anschluß an diesen Vorgang.
Dr. H ö f l e sitzt in einer Zelle des Moabiter Untersuchungsgefängnisses in Haft. Er ist heute vormittag dem Untersuchungsrichter zu neuer Vernehmung vorg.sührt worden. Auf Veranlassung Der Staatsanwaltschaft ist heute Die Untersuchung gegen die Depositen- unD Handelsbank AG. begonnen toorDen. Sämtliches Material unD Dücher Der Dmk finD beschlagnahmt toorDen. Man sucht mit Hilfe von Bücherrevisoren zu ermitteln, wie Die Kanten auf Den vorgefundenen Auszügen zustandegekommen sind, die Dr. Höfte besonders belasten. Die Ausgabe Der Staatsanwaltschaft wird Dadurch besen^ers sehr erschwert, daß der aftergrößte Teil der Bücher Des Bankinstitutes von Den damaligen Direktoren Wölpe unD Klik.ottla vernichtet toorDen sind.
Das Reichsvostministerium hat auf die Villa Dr. Höfles in Lichterfelde bei Berlin eine Sicherungshypothek tr>n mehreren hunderttausend Mark eintragen lassen, b daß Höfte über feine Difta, d.e den Hauptbestandteil seines Vermögens ausmacht, nicht mehr frei verfügen kann. Gegen den noch in Deutschland befindlichen verantwortlichen ehemaligen Leiter der Depositen- und Handelsbank ist ein Verfahren ein geleitet worden, um über D ie Geschäfte der Dank. namentHcb über die Goldaufkäufe für die Reichspoft und Reichsbahn Aufklärung zu schaffen. Es wird ferner versucht werden, die Auslieferung der Direktoren der Dank. Wolpe und Klikottka, die fich nach Lettland bzw. nach Holland geflüchtet haben, zu erreichen.
Neue Unregelmäßigkeiten bei ber Staatsbank.
Berlin, 11. Febr (Wolff.) Wie Die „Voll. 3tg.“ melDet, find in der Preußischen Staatsbank neue Verfehlungen von Deamten a u f g e b e d t toorDen. Der KassenDirektor Triebe! steht in dringendem Verdacht, bereits vor
längerer Zeit eine große Zahl von Industrie- Obligationen und Staatsanleihen aus Kundenkreisen Der Dank zurückgekauft, Die Werte jeDoch nicht in Die Depots Der Bank eingeliefert, fonDern für f i ch selb st oertoanDt zu haben. Triebel ist einstweilen seines Postens enthoben toorDen. Die Mitteilung ist, wie Der Amtliche Preußische PresseDienst von Der Preuß. Staatsbank erfährt, richtig. Die Untersuchung ist in vollem Gange und wirb mit aller Schärfe durchgeführt werben. Die Wertpapiere sind bis auf einen geringen Teil bereits zurückgeliefert worden.
Die Ratifizierung des deutschamerikanischen Handelsvertrags.
Fast schien es, als werde der amerikanische Senat den deutsch-amerikanischen Handelsvertrag nicht mehr ratifiz eren, so daß man schon anfing, mit einer weiteren Hinauszögerung der Regelung Der gegenseitigen Beziehungen zu rechnen. Ieht Hal der Senat den Handesver» trag angenommen. allerDings mit einem Vorbehalt, Der sich auf die Schiffahrts- be ft immun gen bezieht. Run ist bekannt, daß in Den (Bereinigten Staaten ein Gesetz besteht, nach Dem die Regierung ermächtigt ist. Vorschriften über eine bev orzugt e Behandlung Der amerika nischen Küsten- schiffahrt zu erlassen. Der deutsch-amerikanische Vertrag hebt aber Dieses G seh auf. da er auch auf dem Gebiete der gesamten Schifffahrt die gegenseitige Meistbegünstigung vorsieht. Infolgedessen liefen Die amerikanischen Schiffahrtskreise schon seit langem gegen die Schiffahrtsklausel Sturm und sie scheinen es auch Durchgefeft zu haben, dah Die Rati iz erung nur dann Gültigkeit erhält, wenn der amerikanischen Schiffahrt auch weiterhin eine bevorzugte Behandlung zugestanden wird. Es muß jetzt abgewartet werden, was die Reichsregierung hierzu zu sagen hat und ob sie gewillt ist. sich eine Bestimmung aus Dem Abkommen herauSbrechen zu lassen.
Das Ende der Opium-Konferenz.
Genf, 11. Febr. (WB.) Die Erste Internationale O p i u m k o n f e r e n z schloß heute ihre Arbeiten ab. Mit Ausnahme von China unterzeichneten alle teilnehmenden Staaten, d h. England mit Indien, Frankreich, Iapan, Holland, Portugal und Siam, die letzten beiden mit Vorbehalt, das internationale Abkommen, das in Ergänzung des Haager Abkommens von 1912 eine Reche von Bestimmungen zur Einschränkung des Rauchopiums enthält, sowie ein oon den englischen und französischen Delegierten ausgearbeitetes Protokoll. Rach diesem Protokoll verpflichten sich die unterzeichneten Staaten, den Genuß von präpariertem Opium in einer Frist von 15 Iähren herabzusetzen. Diese Frist beginnt zu laufen, sobald die Opium erzeugenden Staaten die Durchführung der Bestimmungen über die Ausfuhr von Rohopium gesichert haben und eine vom Völkerbundsrat ernannte Kommission diele Durchfüb-una fest- gestellt hat.
Die preußische Krisis. Marx plant ein Kabinett der Volks- qemctnfrfjoff.
Berlin, 11. Febr. (WTD ) Der preußisch* Ministerpräsident Dr. Mar; beabfich.igt, zu versuchen, ein DolkSgemeinfchaftökabi- nett zustande zu bringen. Er ist Der Ansicht, daß dieser Gedanke, wenn er auch im Reich gescheitert sei, doch damit nicht ohne weiteres bei der Kabinettsbildung in Preußen ausscheide. Der Ministerpräsident ließ zunächst an die Deutschnationale Partei eine Einladung zu einer Besprechung ergehen. Zu dieser Besprechung waren die Abgeordneten Graef-An- ftam, v. KrieS und W e i ß e r m e l erschienen. Sie erklärten, sie würden den Vorschlag auf Bildung eines VolkSgemeinschastSkabinettS ihrer Fraktion unterbreiten. Da die meisten Herren des Vorstandes jedoch zur Zeit nicht anwesend seien, konnte eine solche Sitzung nicht vor Donnerstagabend stattfinden
Dr. Marr halle weiter Besprechungen mit der Wirtschaftlichen Vereinigung unb mit der Deutschen Volkspartei Die Wirtschaftliche (Bereinigung vertritt in voller Einmütigkeit den Standpunkt, daß sie grundsätzlich ein Kabinett auf der Grundlage Der VolkSgc- meinschast stützen, ein solches der Weimarer Koalition jedoch ablehnen wurde, insbesondere deshalb, weil für sie Minister wie Severing und Hirtfiefer nicht annehmbar wären. Die Deutsche Volkspartei hält an ihrem Standpunkt fest, fich an einer Koalition, wie sie die frühere große Koalition dar- gebellt hat, nicht z u beteiligen. Aus die Anregung des Ministerpräsidenten, in Erwägungen einzutreten, ob die Fraktion sich an den Verhandlungen über eine Regierungsbasis von den Sozialdemokraten bis zu Den Deutsch-Rationalen beteiligen würde, wurde die Erklärung abgegeben, daß man keine unüberwindlichen Schwierigkeiten in Der Zustimmung Der Fraktion dazu sehe.
Der Tschekaprozeß.
Leipzig. 11. Febr. (211.) Im Tscheka- Prozeß wurde die Vernehmung des Angeklagten Reumann fortgesetzt. Qleumann gab an, daß Da 8 Geld für Die Waffenbeschafsung von Der russischen Botschaft in amerikanischen Dollars gegeben wurde. Unter anderem habe ein Mann mit Dem Decknamen Karl in Chemnitz 50 000 Dollar erhalten, um Waffen für Sachsen. Thüringen und Preußen zu beschaffen. Der Angeklagte nannte Dann eine Reihe weiterer Wafsenkäuser, unter anderem auch einen Grenz, der enorme Summen an Parteigelder n unterschlagen habe. Der Angeklagte hat später Den Auftrag erhalten. Diesen Mann zu erkeDigen. Quittungen für Die Waffenkäufe habe der preußische LanDtagsabgeorDnete Carpen t ier crtal‘cn. Außer Waffen seien auch Sprengstoffe und Mu- nilion angefaufl toorDen. Rach dem Eintritt Der Kommunisten in Die sächsische Regierung habe in Berlin eine Zusammenkunft stattgefunden bei Der
ber militärische OperationSplan für den betoaff« neten Aufstand
besprochen toorDen sei. Der Angeklagte sagte weiter aus, daß der bewaffnete Ausstand in Hamburg vom Reichstagsabg. Re mm ele eingeleitet toorDen sei, Der Den Auftrag dazu erhalten hätte.
Reumann habe später von SkoblewSky Den Auftrag erhalten, Den InDustriellen 0 t i n - nes z u erleDtgen. Im Februar 1923 habe ein OrganifattonSleiter in Frankfurt a. M. berichtet, Daß er längere Zeit Den toürttembergi- scheu Minister Bolz habe beobachten lassen, um ihn zu erleDigen. Rach Den Aussagen ReumannS tourDe ein Schriftstück verlesen, DaS in Der Wohnung Des ReichstaysabgeorDneten Stocker gesunden tourDe, unD in Dem Die Taktik Der Kommunistischen Partei DeutschlanDs als zu wenig aktiv kritisiert wirD. Die Partei müsse Die Massen zur Vorbereitung Des bewaffneten Auf- stanDes aufforDem unD HanDgrana'.en ausgeben. Sie Dürfe nicht nur Den Maftenterror, fonDern auch Den InDiviDualterror propagieren In einem weiteren Schriftstück WirD getagt, daß
Spitzel unb Provokateure erledigt werden müßten. Der Vorsitzende stellt fest, daß in Der Beweisaufnahme jetzt ein gewisser Abschluß erreicht sei unD nun auf Die eigentliche Tätigkeit Der Tscheka eingegangen werden könne.
In der Rachmittagsfihung wurde Der Angeklagte Reumann eingehend über die Tscheka — die Terror-Gruppe - vernommen. Er gab an. daß die Gruppenmitglieder von Der Paßstelle mit falschen Pässen und Ausweisen ausgestattet wurden Sie erhielten ferner Militärpistolen undMuniton. Die Geschosse wurden Dann zu Du m-D u m-G e f ch o s- s e n gefeilt. Auch Gifte wurden besorg' und zwar handelt eS sich um Ruhr- und Typhus-Bazillen, mit denen Versuche an einem Kaninchen gemacht tourden Auf Befragen erklärte der Angeklagte, daß er allerdings nie die Absicht gehabt habe, mit diesen Bazillen jemand zu töten. — Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vertagt.
Ein schulpolitischer Antrag im Landtag.
Darmstadt. 11. Fcbr Die Deutsche Dolkspartei beantragt zuw Heberg#vig de


