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nahmen für die Einberufung der Hilfspolrzei ge- trosfen. Tie deutschen Behörden hätten alles getan, um den Bestand und die Tätigkeit der patriotischen Vereine zu unter­halten. 3m Verlaufe eines nicht angekündigten Besuches im Sennelager am 11. Dezember habe die Kommission die Anwesenheit von Mitgliedern der Vereinigung Iungbeutscher Orden entdeckt, die einer militärischen Instruktion beigewohnt hätten.

Das spende Kapitel beschäftigt sich mit bzn

Festungen.

Seit 1922 hätten die Küstenbefestigungen ge­wisse Veränderungen erfahren: Reue Betonkon­struktionen, neue unterirdische elektrische Kabel sowie militärische Servituden seien errichtet worden. Es wäre jedoch unmöglich gewesen, an­gesichts der Obstruktion der deutschen Behörden den Umfang der Veränderungen festzustellen.

Da? Gesetz vom 22. August 1924 sehe die Schleifung einer gewissen Anzahl von Festun­gen vor, aber man besitze keine näheren An­gaben über den Zeitpunkt der Vernichtung der militärischen Servituden und es seien reine ver­waltungstechnischen Maßnahmen h'ersür getroffen worden. Die Kommission habe deshalb die Durch­führung des Gesetzes als unbefriedigend erachtet.

Was endlich die ungesetzliche

Herstellung von Kriegsmaterial.

und den Handel mit Kriegsmaterial betreffe, so sei seit Dezember 1922 kein Fortschritt fest­zustellen. Die Budgetkredite für den Ersatz und die Erhaltung der Waffen ständen in keinem Verhältnis zu den offiziellen Ausrüstungen. Bei­spielsweise sei für jedes Maschinengewehr ein Anterhaltungs- und Grsahkredit von ungefähr 2000 Mark eingesetzt und für Minenwerfer 100 000 Marl je Kompagnie. Die mili­tärische Ausbildung der Jugend und die illegalen Einstellungen in die Reichswehr, die Vorbereitung von Reserveladres, die Instruk­tion innerhalb der Infanterieregimenter über die Bedienung von Insanteriegefchühen, die Ein­richtung von mit schweren Maschinengewehren ausgerüsteten Abteilungen bei den Kavallerie­regimentern, die Instruktion der Kavallerie in der Handhabung von leichten Maschinengewehren, die Ausbildung der Trainsoldaten bei der Ar­tillerie, die aufgenommene Unterhaltung fast aller ehemaligen Magazine im unbesetzten Deutschland, die Steigerung der Effektivbestände des Ver- waltungspcrsonals, die abnorm umfangreiche Her­stellung von militärischen Dekleidungsgegenstän- den in Ostpreußen, die überzähligen 30 000Männ bei der Schutzpolizei sowie die Einkleidung von Hilfspolizei. Ausgeführte Reubauten sowie Um­bauten der Befestigungen in Ostpreußen.

Der Bericht kommt zu folgenden Schlüssen: Hinsichtlich Bewaffnung und son­stigem Kriegsmaterial scheine die militärische Stärke Deutschlands seit 1922 ungefähr die gleiche geblieben zu sein. Keine der zu jener Zeit festgestellten Verfehlungen sei beseitigt wor­den. Die Punkte, in denen die militärische Macht , Deutschlands eine ausgesprochene Ver­stärkung erkennen lasse, läge auf dem Gebiet der Effektivbestände, der Rekrutie­rung und der militärischen Ausbil­dung, sowie bei gewissen Ausrüstungen und Befestigungen. Der Bericht der Militärkontroll- - kommission schließt mit einer Erklärung, * in der es heißt, daß die Kom- tz Mission aus eigener Initiative und ihrer An­sicht nach nicht erklären könne, daß die mili­tärischen Klauseln des Friedensvertrages von Versailles von Deutschland erfüllt worden seien, sondern daß die Beseitigung von Verfeh­lungen, deren Rotwendigkeit die Generalinspek­tion bewiesen habe, noch ziemlich große Fortschritte machen müsse.

DieFinanzen des Völkerbundes.

Genf, 8. Juni. (WTB.) Ein heute vormittag vom Rat genehmigter Bericht bezeichnet die Fi­nanzlage des Völkerbundes als zu« frieden stellend. Infolge pünktlicher Zahlung der Beiträge und des nachträglichen Eingangs gro­ßer Rückstände verfugte der Völkerbund Ende 1924 über einen Ueberfchuß von 9 Millionen Gold» franken. Die Beitragsleistungen, die bereits für das laufende Jahr herabgesetzt worden sind, sollen für 1926 noch weiter herabgesetzt werden. Dor Ge­nehmigung des Voranschlags für 1926 beanstandete Chamberlain die Höhe des für die Hygiene-Kom­mission geforderten Betrages von einer Million, der bei einem Gesamtbudget des Völkerbundes von 12 Millionen übermäßig hoch sei.

Zu der Frage, ob internationale Verträge, die zwischen Mitgliedsstaaten des Völkerbundes und den Mandatsmächten geschlossen werden, auch für die Mandatsgebiete b und C, also für die ehemaligen deutschen Kolonien gültig sein sollen, hat der Rat beschlossen, die bei den Man­datsmächten eingeholten GutachtM an die ständige Mandatskommission weiterzuleiten, die im Herbst 1923 die Prüfung dieser Frage angeregt hatte. Die Mandatskommission wurde gleichzeitig er­sucht, zu untersuchen, ob sie an Hand dieser Gut­achten ihre damals ausgesprochenen Empfehlungen zugunsten der Anwendbarkeit dieser zwischrnstaat- lichen Verträge auf die genannten Mandatsgebiete in einzelnen Punkten abandern will.

Das Finanzkomitee hat beschlossen, Oesterreich 88 Millionen Goldkronen aus dem Rest der Sanierungsanleihe des Völkerbundes zum Zwecke der Elektrisierung der Strecke Salzburg Innsbruck mit allen Rebenbahnen zur Verfügung zu stellen. Die Summe ist auf drei Jahre verteilt. Mit dem Dau kann sofort begonnen werden. Die einzige gestellte Bedingung geht dabin, daß das österreichische Budget während dieser Zeit dauernd im Gleich­gewicht gehalten wird.

Das belgische Kabinett.

Brüssel, 9. Juni. CSU.) Poullet begab sich gestern nachmittag zum König und teilte ihm offiziell die Bildung deS Kabinetts mit. Das Kabinett seht sich wie folgt zusammen:

Ministetpräsidentschaft und Wirtschaft: Poullet (Katholik). Dizepräsidentschaft und Auswärtiges: Vandervelde (Soz ). Finan e : Janssen, Direitor der Rationalbant. xolonten: Till aut (Katholik). La-dwirtschafi: Liede kerke (Katholik). Justiz: Tschofsen (Ka­tholik). Unterricht: Camille Hoysmans (Soz.).

Inneres: L a b o u l l e t (ständiger Abgeordneter von Lüttich). Industrie und Arbeit: Vauters (Soz.). Eisenbahn: Angeles (Soz,).

Das Kriegsministerium ist noch nicht end­gültig beseht, doch hofft Poullet, daß General Constence es übernehmen wird. Das neue Ka­binett tritt am Dienstag, dem 16. Juni vor die Kammer.

Französische Niederlage in Marokko.

Bibane von den Rislenten besetzt.

Heber die Lage in Marokko veröffentlicht dasJournal" ein längeres Telegramm seines Kriegsberichterstatters, in dem fcsigeslellt wird, daß sich die Lage dec Rifleute in den letzten 48 Stunden infolge eines Offensioangrifses der bis­her neutralen Dschebnllahs ganz außerordent­lich verstärkt habe.

Ein besonders heftiger Angriff wurde gegen die Front der Franzosen in der Gegend von Alzzan durch die Dscheballahs gerichtet. Die französischen Stellungen bei Alzzan sind von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten, die Front bei der Aergha und im Westen und Osten ist stark bedrückt. Rach den letzten Meldungen desJournals" ist die Bibane nach heftigen Kämpfen in die Hände der Rifleule gefallen. Weiter östlich wurde das Eintreffen von neuen Verstärkungen beobachtet. Die einzige rückwärtige Verbindung nach Ainaifcha liegt unter schwerem Feuer.

Zwei deutsche Schaluppen in marokkanischen Gewässern beschlagnahmt.

Nach einer Havasmeldung haben spanische Kriegsschiffe die beiden SchaluppenL e i p z i g" undDortmund" In den Negierungsgewiissern von Algeciras beschlagnahmt. Das Torpedo­boot Bambara hat die beiden Schaluppen nach Me- giord gebracht, wo sie überwacht werden.

Ernste Lage in China.

Eine Schlacht bei Kanton.

Kanton, 8. Juni. (WTV.) Reuter. Die Zunnanleule haben Barrikaden errichtet und stehen vor den Barrikaden der Kantonleute in ho- nam. Der Kampf hat gestern nachmittag b e - gönnen. Alle Kanonenboote der Kantonleute sind flußaufwärts gedampft in die Gegend der auslän­dischen Konzessionen in Schameen. Später sind sie wieder an Schameen vorbeigefahren, haben jedoch die Niederlassungen der ausländischen Konzessionen nicht beschossen. Beiderseits des Flusses ist mit schoss en worden. Alle Dampfer aus hong- Mafchinengewehren und Gewehren g e - kong sind während des Gefechtes in See gegan­gen. Auf beiden Ufern des Flusses dauert das seit 40 Stunden unausgesetzt knatternde G e w e h r f e u e r an, die Verluste find indes nur gering. 3n Kanton sind zwei japanische Zerstörer eingelrossen. Ebenso ist das amerikanische Kriegs­schiffPaul Jones" gestern abend in Tschin- kiang eingetroffen.

Die Gärung nimmt zu.

Paris, 8, Juni. (WTB.) Nach einer Havas- meldung aus Schanghai gewinnen die von den Studenten in Kai-Feng organisierten fremden­feindlicher Streiks an Ausdehnung. Die Streiklage ist unverändert. In Tschingkiang, Tsingtau und Hankow herrscht jetzt Ruhe. In Schanghai gestaltet sich die fremdenfeindliche Stimmung der Lage im­mer ernster.

Nach Ansicht derTimes" ist die Lage der Ausländer in Edina außerordentlich ernst. Die gegenwärtige Krise wäre das Ergebnis viel' jähriger Gärung und Unzufrieden' h e i t mit der Mißregierung und des allgemeinen politischen Chaos. Dis Ankunft der Regierungskom­missare in Schanghai hat eine weitere Beunruhi- ung bewirkt.

Der japanische Außenminister Schidehara hat demTimes"°Berichterstatter mitgeteilt, daß Japan bezüglich Chinas an der Politik des strikten inter­nationalen Zusammenwirkens festhalte.

Wiederzusammentritt des Hessischen Landtags.

VonunsererDarmstädterRedaktton.

Als eine Rachwirkung der Regierungskrise zu Beginn dieses Jahres ist die verspätete Fertigstellung des Hess. Staatsvor­anschlags aufzufassen. Sie hatte zur Folge, daß der Finanzausschuß lange Zeit nicht zu­sammentreten konnte, um den Voranschlag zu beraten; auch mußte ein Rotgeseh vom Land­tag verabschiedet werden, das die Geltungs­dauer des Voranschlags für 1924 auf weitere sechs Monate erstreckte. Kurz vor Pfingsten hat der Finanzausschuß seine Arbeiten beendet und so konnte denn der Landtag auf den 9. Juni einberufen werden. Das im Dezember neuge­wählte hessische Parlament wird damit vor seine erste größere Aufgabe, die Beratung des Voranschlags, gestellt. Es wird einer wochenlangen Tagung bedürfen, in der es wahr­scheinlich zu lebhaften Auseinandersetzungen kom­men wird. Die Verhandlungen im Finanzaus­schuß, die zuweilen sehr erregt verliefen, find anscheinend nur ein Vorspiel dessen gewesen, was erst das Plenum in noch ausgedehnterer Form bringen wird.

Die letzten politischen Kämpse, Öte Reichs­präsidentenwahl, haben die Parteien der Opposition, die Deutschnationale Dolkspartei, die Deutsche Dolkspartei und den Bauernbund einander näher gebracht und in den kommenden Verhandlungen wird sich diese Ge­meinsamkeit in vielen Zielen erweisen. Gemein­sam ist den Parteien die Grundanschauung, daß im Hess. Staatshaushalt Ersparnisse zu ma­chen sind, daß ganze Aemter, ja ganze Abtei- «^v.gen in den Ministerien aufgehoben werden

können: im einzelnen sind jedoch, wie die Abstimmungen über Crsparungsanträge im Fi­nanzausschuß gezeigt haben, die Meinungen ge­teilt. Arn weitesten gehen die Anträge des Hess. Bauernbundes: ihr Vater ist in den meisten Fällen der Abgeordnete Dc. Leucht­gens, der früher schon in einer Broschüre die Vereinfachung der Hess. Staatsverwaltung ge­fordert hat, und seitdem er in den Landtag ge­wählt ist, seinen Ideen dort Geltung zu verschaf­fen sucht. In letzter Linie gehen alle seine Er­sparungsanträge, so verschieden sie auch sein mö­gen, von der Grundanschauung aus, daß der Seamti'rahjjarat und der Kostenaufwand für die Aemter nicht größer fein dürfe a l s in der Vorkriegszeit. Die Anträge be­zwecken bafjev, den Dorkriegszustand herbeizu- sühren. Wie schon gesagt, gehen die Meinungen bei den Oppositionsparteien über verschiedene der Anträge auseinander: es ist aber bei ihnen das redliche Bemühen vorhanden, den Gedanken­gängen der Anträge zu folgen und ihre Trag­weite zu ermessen, auf der Gegenseite, bei den Regierungsparteien, stoßen sie schon von vorn­herein auf Ablehnung. Die Anträge der Oppo­sitionsparteien enthalten in ihrer Mehrzahl keine neuen Forderungen, sondern sie sind schon früher gestellt, aber immer abgelehnt worden. Es ist merkwürdig, wie sich die Regierungsvertreter und die Regierungsparteien gleich sehr nervös zeigen, wenn Grsparnisvorschläge gemacht werden, ob­wohl das Gesamtministerium selbst in einem Aus- fchreiben vom 21. Dezember 1923 Einsparungen forderte.

In den Blättern der Regierungsparteien konnte man des öfteren in den Berichten über die Sitzungen des Finanzausschusses Bemerkungen lesen, daß die Anträge der Opposition undurch­führbar seien: als Beweis wurde dann auf die Ausführungen verwiesen, die von den Re­gierungsvertretern gemacht wurden. Man darf demgegenüber feststellen, daß diese in den meisten Fällen nur im eigenen Lager Beifall gefunden haben. Daß bei manchen Ausgabeposten gespart werden kann, zeigt die Prüfung von Kap. 7: Landestheater, das etwas gründlicher, und zwar durch einen Anterausschuh, geprüft worden ist. Hier ist die ursprüngliche Zuschußsumme von 696 000 Mark auf 650 000 Mark festgesetzt wor­den. Bei vielen Kapiteln des Voranschlags wird wohl erst die Aussprache im Plenum des Land­tags die erwünschte Klarheit bringen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist daher eine Erklärung der Deutschen Dolkspartei aufzufassen, wonach sie sich ihre endgiltige Stellungnahme zu den Er­sparungsanträgen in den Tagungen des Plenums Vorbehalten hat.

Der Finanzausschuß ist nach einem Beschluß des Landtags zu Beginn dieses Jahres um einige Mitglieder des Hauses verstärkt wor­den: dies hat Veranlassung gegeben, an dieser Maßnahme Kritik zu üben, weil diesmal dir Beratungen des Voranschlags länger gedauert und sich nicht so reibungslos vollzogen haben. Aus diesen Tatsachen nun aber dm Schluß zu ziehen, der Ausschuß wäre zu groß, ist doch etwas voreilig: aus dem einmaligen Verlauf der Beratungen in dieser Weise lassen sich keine bestimmten Schlüsse ziehen. Wohl aber darf die alte Forderung '6er Oppositionspar­teien wieder gestellt werden, die Zahl der Landtagsab geordneten zu verrin­gern, denn nach einer gründlichen Durchbe­ratung des Voranschlags sind die langen Aus­sprachen im Plenum kaum noch vonnöten.

Der Quartalsabschluß der Reichsbahn.

Dem Reichstag ist der Bericht über die Lage der Reichsbahn im ersten Viertel­jahr 1925 zugegangen. Rach ausführlichen Dar­legungen über die Betriebsverhältnifse und Ver­kehrsleistungen gibt der Bericht einen pleberblick über die bisherigen Geschästsergebnisse der neuen Gefellschast. Danach wurde für die Zeit bis Ende Februar 1925 an Betriebseinnahmen 1668 Mil­lionen, und Betriebsausgaben 1449 Millionen sestgestellt. Dazu kommen die außerordentlichen Ausgaben in Höhe von 116 Millionen und der Reparationsdienst in Höhe von 100 Millionen Mark. Bis zum 1. März 1925 ist diese Summe fristgemäß an den Reparationsagenten abgeliefert worden.

Um die Aufwertung von Pfandbriefen.

Berlin, 8. Juni. (TU.) 3m Aufwertungs­ausschuß des Reichstages wurde die Beratung des Aufwertungsgesetzes fortgesetzt und die neue Fassung des § 6 der Aufwertung von An­sprüchen aus Pfandbriefen behandelt, be­schlossen. Rach der neuen Fassung wird bei Pfand­briefen zwischen Altbesitz und Reubesitz fein älnterschied gemacht.

Aus aller Wett.

Ein Motordefekt desLoS Angeles".

Bei seinem Flug nach St. Paul im Staate Minnesota setzten über der Stadt Cleveland zwei Motoren des LuftschiffesLos Angeles" aus, so daß das Luftschiff gezwungen wurde, nach Lake- hurst zurückzufliegen.

Raubmord.

3m Kreise Zerbst fanden-Spaziergänger im Walde die Leiche der 79jährigen Witwe L e n ft aus Coswig. Die Stau war völlig entkleidet. Am Hals und am Kopf hatte sie starte Schnitt­wunden. Wie es heißt, trug die Frau ihre gesamte wenige Barschaft immer bei sich. Diese ist ihr geraubt worden.

Der Koburger Massenmörder.

Der Massenmörder Büchner wat ein durch­aus normaler Mensch, der sich am Vereinsleben rege beteiligte. Rach dem Morde hatte der Mörder einen Zettel folgenden Inhalts auf den Tisch gelegt:Rache dafür, daß mein Schwa­ger Hugo beim letzten Schlachtfest mit seiner Schwester Blutschande getrieben hat." Die Frau des Mörders lebte getrennt von ihrem Mann. Der Mörder scheint zunächst die älteren wider­standsfähigen Personen im Schlafe ermordet und bann bie Kinder umgebracht zu haben. Hieraus erhängte er sich in der Wohnstube.

Roch immer zuviel Aerzlenachwuchs.

lieber die Zunahme des ärzlichen und zahnärzt­lichen Studiums werden in einem Wohlfahrtsvlatt 1 vergleichende Zahlen von 19131914 und 1918

1921 veröffentlicht. Danach unterzogen sich P/rü­sten 19131914 der ärztlichen Prüfung 904 Kan­didaten gegenüber 1674 Kandidaten im Jahre 1- 23- - i9?4, der zahnärzlichen Prüfung 19131914 75 Kandidaten aegnüber 388 Kandidaten im Jahre 19231924. Zur pharmazeutischen Prüfung melde­ten sich 177 Kandidaten gegenüber 351 Kandidaten im Jahre 19231924. Wenngleich die Höchstzahi der Prüflinge gleich nach dem Kriege 19191922 er­reicht war, so ist immerhin gegenüber dem Friedens­angebot von Aerzten im letzten Jahre eine weit über den Bedarf ymausgehende Steigerung.zu be­obachten.

Wettervoraussage.

Fortbestand des herrschenden Wetters. 3n Mittel- und Westeuropa ist die Lage fast un­verändert. Der Kern der kräftigen Antizyklone lieg« noch in der mittleren Rord2.ee. Lediglich an seiner Ostflanke wird das Hochdruckgebiet wenig zurückgebrängt. Durch die starke Wärme­ausstrahlung der letzten Tage bedingt, verstärkt sich etwas die Möglichkeit lokaler Störungen, so daß mit schwacher Gewitterneigung zu rech­nen ist.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. Juni 1925. I

' Die vorläufige staatliche Ge­werbesteuer für 19 2 5. Dom Finanzamt wird uns geschrieben: In den nächsten Tagen erfolgt eine Bekanntmachung üaer Ermäßigung bet seither für die Vorauszahlungen der staatlichen Gewerbesteuer gültig gewesenen Prozentsätze. Es kann ober schon mitgeteilt werden, bah die Prozentsätze folgende fein werden: 1. Für die Vorauszahlung am 10. Juni 1925 40 Prozent der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer-Dor- auszahlung zwei Drittel des im Mai gültigen Prozentsatzes. 2. Allgemein für die Vor­auszahlung am 10. Juli 20 Prozent der Ein­kommen bzw. Körperfchaftssteuervorauszahlung. 3. Ab August ist eine weitere Aenderung vor­gesehen.

** Personalien. Versetzt wurden: Re- gierungrat Dr. Bernbeck vom Finanzamt Gießen an das Finanzamt Offenbach-Stadt, Re­gierungsrat Dr. Gretschmann vom Finanz­amt Lauterbach an das Finanzamt Gießen, Re­gierungsrat Kemmerer vom FinanzamtÖffen- bach-Stadt an das Finanzamt Lauterbach. Ernannt wurden: Der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein, Hermann Rehart, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ober- Ingelheim; der Oberlandmesser Friedrich Döll zu Reichelsheim i. O. zum Oberlandmesser beim Vermessungsamt Büdingen.

** Zur Richtigstellung. In dem gestrigen Berichte über die Sitzung des Kreis- aus schuss es Gießen ist im Abschnitt Bürgermeisterwahl zu Grünberg" ein erheblicher Satzfehler unterlaufen. Im vor­letzten Sah muß es nicht heißen, daßder Stimmenunterschied bei der Rachwahl nur etwa 40 Prozent betragen hat", sondern richtig ist zu lesen, daß der Unterschied sich nur auf 40 Stimmen bezifferte.

* Sänger und Kreisturnfest. Sie Gießener Sänger haben sich in anerkennenswer­ter Weise bereit erklärt, das große Mittel- rheinische Kreisturnfest durch den Vortrag von Massenchören zu verschönen. Die Chöre sind bisher in den Vereinen einstudiert worden, nun­mehr soll es aber an die Gesamtproben gehen. Dazu wird im heutigen Anzeigenteil eingeladen, und zwar die Bässe für den 11., die Teno re für den 15. ds. Mts. Beide Proben finden im Saalbau Sauer statt. Man beachte die Anzeige.

" Postsendungen mit ungenügen­der und unleserlicher Angabe der B e st i m m u n g s p o st a n st a l i sind meist Fehl­leitungen und damit Verzögerungen ausgesetzt. Hm dies zu vermeiden, ist es nötig, den Orts­namen groß und deutlich und genau der post- amtlichen Bezeichnung entsprechend mit den ihm zur Unterscheidung von anderen Orten beigelegten Zusatz, der aus den Ausgabestempeln ersichtlich ist, ohne Abkürzung anzugeben und tm Kops der Briefbogen, Briesumschläge. Rechnungen usw. den Postort in derselben Weise und außerdem die Wohnung niederzuschreiben oder vordrucken zu lassen. Bei Sendungen nach großen Städten mit mehreren Zustellpostanstalten ist außerdem hinter der Ortsbezeichnung die Rümmer der Zustell- Postanstalt und bei Berlin auch der Postbezirk (W, N, NO usw.) anzugeben.

" Die Zuleitungen zu Zernsprech- a n s ch l ü s s e n. Die Deutsche Rcichspost beab­sichtigt, die Zuleitungen zu Fernsprechanschlüssen in Gebäuden mit einer größeren Anzahl Sprech­stellen (Hotels, Sanatorien, größere Kauf-oder Geschäftshäuser. Derwaltungsaebäude von .Be­hörden und Privaten und ähnliche Baulichkeiten) tünftig in tunlichst weitem Umfange unter Putz in besonderen Rohren zu führen. Durch diese Führungsweise soll eine Verringerung des Bau- stoffverfchleises, eine Vereinfachung der Erweite­rungsarbeiten, Einschränkung der Instand- haltungskvsten und eine erweiterte Sicherstellung des Betriebs erreicht werden. Auf bestehende Ge­bäude und vorhandene Fernsprecheinrichtungen wird die neue Bauart nur da anwendbar fein, wo sie gelegentlich von Hm- oder Erweiterungs­bauten von den Hausbesitzern gewünscht wird. Dagegen werden bei gröberer Reubauten der ge­nannten Art die für die Unterbringung der Jernfprechzusührungs- und Vcrleilungsleltungen erforderlichen baulichen Maßnahmen von vorn­herein in ähnlicher Weise vorzusehen sein, wie dies für Wasser-, Gas- und Starkstromanlagen schon jetzt der Fall ist. Es empfiehlt sich des­halb, die zuständigen Dienststellen der Deutschen Reichspost von Bauvorhaben dieser Art bis spätestens bei Planung der Inneneinrichtung zu verständigen, damit diese in der Lage sind, die bauausführenden Organe über Hie zu beachtenden Einzelheiten zu unterrichten, Anträge vermitteln die Ortspostanstalten (in Darmstadt, Gießen und Mainz die Telegraphenbauämter). Die bei der Anbringung der Rohre unter Putz entstehenden Mehrkosten fallen dem Grundstückseigentümer zur Last, der auch für die Ausführung der besonderen bautechnischen Arbeiten, wie Aussparen und Verputzen der Wände zu sorgen hat. Innerhalb von Wohn- oder Geschäftsräumen und in Ge­bäuden oder abgeschlossenen Gebäudeteilen, die ausschließlich von einem Teilnehmer benutzt werden, hat der Teilnehmer die Kosten deS über oder unter Putz verlegten Rohrnetzes ein­schließlich der Kabel zu tragen. Liegt bad Rohr­netz außerhalb geschlossener Wohn- und Ge-