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ikr.57 Swettes Blatt

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

* Daubringen. 7. Mörz. Der der Holz* f u bm i f f i on auf unserer Bürgermeisterei tra­ten folgenoe Gebote zutage, Kiefcrnstämme 1. SU. .35,65 Mk. 2. Ä(. 31.05 Mk. 3. ÄL 28,65 QHt, 4. Sti. 24 Mk.. 5. Kl. 18.10 Mk . Fichtenstamme 3. Kl. 32.65 Mk.. t Kl. 26.16 Mk.. 5a. Kl. 26.2a Mk . 5b. Kl. 20.55 Mk.. Srlenstämme 4. 5. und 6. Kl. 22,40 Mk. je Festmeter. Kresernnuyscherter 16L0 Mk. je Raummeter.

* Alten-Bus eck. 7. Vlarj. _ ®ie Ruh- Holzversteigerung unserer Dürgermetsteret brachte folgende Durchschnittsprerse: E'chen- stamme 2. Kl. 54 Mk.. 3. Kl. Mk.. 4. Kl. 40 Mk.. 5. Kl. 38 Mk.. 6. Kl. 35 QHL Buchen­stämme 50 Mk.. Fichtenstämme 5a. Kl. 25 Mk.. 5b. ZV 22 Mk.. Derbstangen 1. Kl 2d Mk.. 2. Kl. 22 Mk. je Festmeter. Sichennuhscheiter

15 Mk. je Raummeter.

Londorf. 7. Mörz. Dre heutige Holz- subMission unserer Gemeinde ergab folgende Höchstgebote: Sichen-Schnittholz 1 Kl. 102L0MI.. 2. Kl 96 Mk.. Sichenstammholz 2. Kl. 81,50 Mk.. 3. SU. 7150 Mk.. 4. Kl. 49.50 Mk.. 5. Kl. 39 Mk. Fichtenstammholz (LoS 2) 1. Kl. 37.55 Mk 2. Kl. 34.50 Mk . 3. Kl 30,10 Mk., 4. Kl. 27.45 Mk.. 5a. Kl. 30.15 Mk. 5h. Kl. 23 Mk.. Fichtenstammholz (Los 3) 3. Kl. 28.65 Mk.. 4. Kl. 27 Mk.. 5a. Kl. 24,15 Ml . 5b. Kl. 23,15 Mk.

je Fstm.

t Grünberg, 8. März Dio Diehver- sicherung Sanstalt der Stadt Grün­berg hielt ihre Generalversammlung unter der Leitung deS Dir^tors C. Schäfer I. In der Wirtschaft von Repp ab. Der Rechner A. Frank legte zunächst die Rechnung vor. Die Einnahmen im Jahre 1924 betrugen 671,05 Mark, die Ausgaben 670.02 Mark, demnach bleibt ein Kassenbestand von 1.03 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Hierauf beschäftigte man sich mit der Tarierung deS zu ver­sichernden Bi ehe s Die Versicherungshöhe für Großvieh betrug bis jetzt höchstens 300 Mk.. für Kälber von 3 Wochen auswärts 40 Mk.! diese Beträge sind von jetzt ab aus 400 bzw. 60 Mk. festgesetzt worden. Rach Vereinbarung ist der Vorstand für 1924 auch für daS Jahr 1925 im Amt geblieben.

Kreis Friedberg.

Sf. F r i e d b e r g, 7. März. ,.W a S Fried­berg nottut T. so lautete der Titel einer Rundfrage, den eine hiesige Tageszeitung an ihren Leserkreis erlies und der von verschie­denen im öffentlichen Leben unsrer Stadt ste­henden Persönlichkeiten in verschiedenem Sinne beantwortet wurde. Den gleichen Titel hatte sich der Vorsitzende des V. d A (Verein der Ausländsdeutschen) Studienrat Weckerling zu einem bunten Abend er­wählt. den er gestern im Saale von Groh- Friedberg einem zahlreichen Publikum vorführte. Den Glanzpunkt dos Abends blldete ohne Zweifel das reizende Singspiel des jugendlichen Mozart, Dastien und Bastienne, welches in vortrefflicher Darstellung mit Orchesterbeglei tung einen vollen Erfolg erzielte. Eine ebenfalls sehr dankbar« Aufnahme fand daS drastisch-komische Lustspiel von Kotzebue .Das Haus an der Landstraße. 3m übrigen bot der Abend eine reiche Reihe von Gesängen .Tänzen und Vorträgen, in welcher die städtischen, studentischen und künstlerischen Fragen der Stadt von den verschiedensten Stand­punkten aus beleuchtet wurden, daß es dabei an satirischen Einfällen der verschiedensten Art und immer neuen Ueberraschungen nicht fehlte, ist wohl erklärlich. Jedenfalls kann man wohl sagen, dah das Publikum auf seine Kosten kam, und es ist zu hoffen, dah auch der Verein, trotz der jedenfalls sehr bedeutenden Unkosten, bei dem ausverkauften Hause einen hübschen Uebet- schuh für seinen edlen Zweck buchen kann.

Kreis Büdingen.

/V Ridda. 7. März. Heute früh gegen 8 Uhr wurden die hiesigen Einwohner durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. Es brannte die S ä g e h a l l e des Zimmermeisters Pfaff, in der Rähe des Karlshofs, voll­ständig nieder. Das Feuer fand an den

Die Oberwalder.

Roman von A l f r e d B o ck.

16. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Der KrämerSkarl schaute voll Bewunderung zu dem Bauunternehmer hinauf, der mit Glücks- gütern gesegnet war. für den als kühlen Rechner große Summen wenig oder gar nichts bedeuteten. Die Kasse konnte sich s zur Ehre anrechnen, mit solch einem Mann Geschäfte zu machen.

.Lassen Sie mir die ilrfunbe da." bat er, Sonntag kommen wir sowieso zusammen. Ich glaub, dah die Sache keinen Anstand hat."

Disping übergab ihm daS Dokument und Tagte:Paßt's den Herren, isfs gut, paßt'S nicht, sclxidet s auch nichts. Ich wiederhole: tch kann daS Geld überall bekommen."

Er sah nach der Ubr.

Ich muh machen, dah ich nach Hause komme. Meine grau fühlt sich wieder sehr elend."

Sie hat wohl mehrstentells mit den Verben zu tun T fragte der KrämerSkarl.

Disping hob die Schultern.

Gott weih, was es ist. Wir waren drei Zähre verheiratet. Meine Frau war munter wie ein Maikätzchen. Sie kennen denFreden- baum bet Dortmund. Da sahen wir eines TageS mit Dekanaten zusammen. Aus einmal kriegt meine Frau eine Ohnmacht. Sie erholte sich rasch. Aber seil der Zeit klagt sie über Schwindel und Druck auf den Kops Ich hab schon ein Ver­mögen für Aerzte ausgegeben, 's kann ihr keiner Helsen."

Meinem Rachbar Moll seine Frau," erzählte der KrämerSkarl.bat ganz schrecklich an Kopf­weh gelitten. Der Doktor stand wie der Ochs am Berg. Run ist da ein Mann in Drauerschwend Der schreibt sich Geißler. Der kam und drückt der Mollin dreimal kreuzweiS den Kops. Unb macht ein Spruch herunter. Im Augenblick war der Schmerz weg."

Meine Frau hal s in Dortmund schon mit einem Magnetiseur versucht." Tagte Disring. »Das schlicht nicht aus. dah ich ihr den Mann auS Drauerschwend einmal schicke. Vot sucht Rat,"

Montag, y. März 1925

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyessen)

ab»

zuknntt-treudigem Wägen und Planen ist er berufen worden und c-.? ist verircrndlich. wie,

tieferfchütiernd. sein Hinscheiden in allen Kreisen unserer Stadt Ergriffenheit und Teilnahme wecken konnte.

Am 28. Wai 1914 einstimmig von der Stadt­verordnetenversammlung zum besoldeten Beige­ordneten unserer Stadt erwählt, war ihm zu­nächst nur eine kurze Amtstätigkeit bcschieden. Die Verteidigung des Vaterlandes rief ihn so­gleich bei Kriegsbeginn zu den Fahnen, ein Ruf, dem er in freudiger Begeisterung gefolgt ist. Als schwere Kriegsverletzung ihm weitere Tätigkeit im Felde versagte, übernahm er im April 1918 wieder seine Amtsgeschäfte. Dah die Folgen des verlorenen Krieges, wie alle Städte, so auch unsere Stadt cyutz allen Gebieten zu äuherster Einschränkung nötigten, war ein Um­stand, den der Entschlafene innerhalb seines amt­lichen Wirkungskreises naturgemäß besonders schwer empfinden muhte. Betraut mit der Ver­waltung der technischen Angelegenheiten muhte er sich Beschränkung auferlegen oei Verwirklichung der Pläne, die er hegte und für die ihn feint vielseitige Ausbildung und seine berufliche Eig­nung befähigt haben.Kunst und Technik der Entwicklung der Stadt nutzbar zu machen", das waren die Ziele, die er in seiner Antrittsrede als Beigeordneter sich gesteckt hat.

Eine besonders her-liche Freude ist es dem Entschlafenen gewesen, als ich kurz vor seinem Tode die zukünftige städtebauliche Entwicklung unserer Stadt mit ihm erörterte und ihn Der» anlahte, seine Pläne hierüber festzulegen. Wie lebhaft war das Interesse, wie groß die Zu­versicht. dah ein gütiges Geschick gestatten möchte, seine Pläne der Verwirklichung entgegenreifen zu lassen. Um so tragischer, dah der Tod so unerwartet früh die Hand auf den Mann gelegt hat, dessen Ausgabe es gewesen wäre, hierbei an erster Stelle mitzuwirken.

Wir alle, die wir in jahrelangem Zusammen­wirken dem Entschlafenen näher treten durften, wissen, was uns entrissen worden ist. Wir wissen, dah von uns genommen ist ein überaus lieber Kollege, der durch vorbildllche Pflichttreue, durch männliche Charakterstärke, durch die Freundlich­keit und Offenheit feines Wesens uns allen anS Herz gewachsen ist. Die Beamten- und Arbeiter­schaft beklagt den gerechten, wohlwollenden, für­sorglichen Vorgesetzten, die gesamte Bevölkerung unserer Stadt trauert um den hochgeschätzten Mitbürger von herzlicher Liebenswürdigkeit und steter Hilfsbereitschaft.

In der Stadtverwaltung, der Stadtverord­netenversammlung und der ganzen Bürgerschaft wird das Andenken an Bürgermeister Krenzien dankbar, treu und freundlich lebendig bleibenl Meine Damen und Herren! Die haben sich zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert und des verstorbenen Bürgermeisters Krenzien von Ihren Sitzen erhoben. Ich stelle dies fest und danke Ahnen. >

Rach dieser Rede unterbrach das Haus die Sitzung auf 10 Minuten, um dann in eine kurze Geschäftsfitzung einzutreten, über die wir an anderer ©teile dieses Blattes berichten.

Trauerfeier im Stadtparlament.

Gießen, den 7. März 1925.

Eine Trauerfeier für den Reichspräsidenten Ebert und den Bürgermeister Krenzien ver­einigte heute vormittag die städtischen Körper­schaften, die Amtsvorstände der städtischen Ver­waltung und den städtischen Deamtenausschuh im Stadtverordneten-Sihungssaal. Mit dem Ober­bürgermeister Keller waren die Beigeordneten Dr. Seid, Dr- Frey, Iustizcat Dr. Rosen­berg und Kommerzienrat K l i n g s p o r erschie­nen. vom Stadtparlament waren 28 Mitglieder zugegen, einige fehlten entschuldigt wegen Krank­heit bzw. Reisen. Der Sitzungssaal war mit Blattpflanzen zu beiden Seiten des Magistrats­tisches und dieser mit umflortem Kranzgewinde in würdiger Weise Hergerichtei. Die Lehne des Sessels des verewigten Bürgermeisters Ären« zien umgab ein umflorter Kranz, davor stand auf dem Arbeitstisch ein Strauß von weißen (Helfen und weißem Flieder. Rach Eröffnung der Sitzung hielt Oberbürgermeister Kel- l e r vor Der stehenden Trauerversammlung die nachfolgende Gedächtnisrede:

Meine Damen und Herren! Seit unserer letzten Versammlung sind zwei Ereignisse einge­treten, die uns mit frischem, tiefem Schmerz er­füllen.

Am 28. Februar verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit der Reichspräsident Friedrich Ebert.

Einfachen Verhältnissen entstammend, haben ihn treffliche Gaben des Geistes und des Cha­rakters rasch von unten in die Höhe geführt bis zur höchsten Stelle des Reiches, dem Amte des Reichspräsidenten, das die Rationalversammlung ihm vor 6 Iahren anvertraut hat.

In Deutschlands allerschwerster Zeit ans Steuer berufen, hat er mit klarem Blick und sicherer Hand das Reichsschiff durch wogende Brandung und durch größte Gefahren hindurch- gesteuert.

Das starke Verantwortungsgefühl, die hin­gebende Treue, der unbeugsame Gerechtigkeits­sinn, die politische Klugheit, die echt deutsche Gesinnung und die warme Liebe zu Volk und Vaterland, die seine Amtssührung kennzeichnen^ haben vermocht, dah das deutsche Volk in ihm einen zuverlässigen Führer erblicken durfte auf dem schweren Weg, den ein hartes Schicksal uns gewiesen hat.

Die wertvollen menschlichen Eigenschaften, die ihm gegeben waren: Bescheidenheit und Lauter­keit, Versöhnllchkeit. Taktgefühl und Wohlwollen haben chm weithin Vertrauen. Wertschätzung und Verehrung erweckt und ihn menschlich auch denen nahe gebracht, die Polltisch anderen Sinnes sind wie der erste Präsident der deutschen Republik.

Tiefbewegt über den frühen Heimgang des deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert wird das deutsche Volk sein Andenken in Treue und Dankbarkeit allezeit bewahren.

Aus dem engeren Gebiet unseres Gemein­wesens ist der Stadtvertretung ein schmerzlicher Verlust entstanden durch den Heimgang des Bürgermeisters Krenzien.

Plötzlich und unerwartet, in der Vollkraft der Mannesjahre, aus schaffendem Leben, aus

Holzvorräten reiche Rahrung und war sehr weit sichtbar. Zum Glück war die hiesige Feuerwehr bald zur Stelle und beschränkte das Feuer auf seinen Herd. Es sollen 2 Motore mit Säge- einrichtung und ca. 25 Festmeter Holz von den Flammen zerstört worden sein. Da in der Rähe der Brandstätte zahlreiche Holzplätze von Sm- wohnern Riddas liegen, hätte der Schaden noch viel größer werden können, Heber die Ent­stehung deS Brandes ist bis jetzt nichts be­kannt,

KrciS Schotten«

Freienseen, 7. März. Der G e- m einberat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Dau einer Turnhalle be­schlossen. Mit diesem Beschluß ist man all­gemein einverstanden, denn er trägt einem drin­genden Bedürfnis Rechnung.

Er verabschi^ete sich. Der KrämerSkarl be­gleitete ihn biS an die Ladentür und kehrte dann zu feiner Arbeit zurück. Er nahm das Kontobuch für Darlehn vor, begann etwas einzutragen, legte aber die Feder wieder beiseite und simu­lierte vor sich hin.

Wie wunderlich ging's in der Welt doch zu! Der Disping sah an der vollen Schüssel und wurde seines Lebens nicht froh. Ewig die kränkliche, lamentierende Frau. DaS mußte den Geduldigsten zwatzelich machen. Dah der Mann sein Streue schwerer nahm, als es in Wirllichkeit war. danach sah er nicht auS. Ganz gegen Westsälingerart war er zutraulich und mitteilsam. Darum konnte er, der Krämerskarl, ihn beneiden. Ihm war's nicht gegeben, sich aufzudecken. Was ihn zu tiefst quälte, verschloß er in sich. Auf demFreden- bäum bei Dortmund, wo die Dispings eingekehrt traten, hatte er seine Frau kennen gelernt. Selbig» mal war draußen Konzert. Die Düsseldorfer Füsi­liere spiellen. Der Garten war schwarz von Menschen. Er hatte mit vieler Mühe einen Platz gefunden. Es war nur ein kleiner Tisch An dem sahen ein Postbeamter und zwei Mädchen. Die eine war die Klara Pottgießer aus Desecke. die andere ihre Freundin, die Hermine Kuhlmann aus Iserlohn. Deide dienten in der Stadt. Die Her­mine guckte ihn an, und er kam ins Gespräch mit ihr. Ihre Herrschaft.toohnte in der Diktoriastrahe. Alle vierzehn Tage hatte sie ihren Ausgang. Letzt war sie mit ihrer Freundin in Königsborn gewesen. Da hatte es ihr gut gefallen. Der Rauch tn Dortmund und der Schmutz, das war ihr gräßlich. In ihrer Heimat, in Iserlohn, war's schöner. Da ging man Sonntags auf die Berge und konnte Luft schnappen nach Herzenslust. Pfingsten war sie bei ihrer Tante in Werdohl ge­wesen. Die hatte in der Lotterie gewonnen. Unb hatte Wäsche wie eine Baronin! Unb lieh bei einer Schneiderin in Hagen arbeiten, Unb führte ein Leben wie unser Herrgott in Frankreich. Das sprudelte sie heraus. Hab noch Diel mehr. Ihre Stimme Hang tote eine Glocke. Er hätte ihr stundenlang zuhören tonnen. Am andern Tag traf er sie auf dem Westenhellweg und ging mit ihr. Ihre Herrschaft, erzählte sie, wühlte nur so im Geld. Aber es toar kein rechtes Glück habet Die Frau war eiskalt und behandelte ihren Mann

Startcnbura und Rheinhessen.

0 Darmstadt, 8. März. Wie toir hören, soll der große Saal im alten Palais instand gesetzt werden, um ihn bei besonderen Veranstaltungen der Staatsverwal­tung und des Landtages benutzen zu können. Die für die baulichen Instandsehungs- arbeiten erforderlichen Mittel werden im neuen Staatsvoranschlag angefordert werden.

Kreis Wetzlar.

± Dutenhofen, 8. LMrz. Wie allerorts, so ist auch in unserer Gemeinde die Wohnung S- n o t groh. Die in den RachkriegSjahren ein­setzende Bautätigkeit, die sich besonder- im ver­gangenen Iahre sehr rege entfaltete, hat dem übergroßen Wohnungsmangel wohl einigen Ab­bruch getan, ihn aber nicht ganz zu beseitigen vermocht. Run scheint in diesem Frühjahr die

schlecht. Es hieß, er habe einmal unsaubere Ge­schäfte gemacht Das war schon lange her. In die Gesellschaften kamen die feinsten Leute. Unb immer gab's Champagner. Deulich bei einem Abendessen von achtzehn Personen hatte der Diener nur fünf Flaschen eingeschenkt Wahrscheinlich auf höheren Befehl. Wo so viel Reichtum herrschte, kam einem die Sparsamkeit lächerlich vor. Ihm war's, als spüre et den seinen Duft des Weins. Oder war's das Mädchen? Er war wie benommen. Vor dem prachtvollen Hause in bet Viktoriasttahe schwätzte er noch eine Weile mit ihr. Dah Geld den Meister spiele in der Welt .gestand er ihr, daS wisse er auch. Er habe selbst einen guten Verdienst und habe ein hübsches Sümmchen zurückgelegt. Das hörte sie gern, ja man merkte es ihr an, sie hatte Respekt vot ihm. Run sahen sie sich öfter. Er brannte lichterloh. Einmal begegnete ihm die Klara Pottgießer aus Belecke auf dem Markte unb Tagte, ihre Freundin, die Hermine, habe Verehrer und Begehret in Menge. Wenn er's ernst mit ihr meine, solle er sich beeilen. Er er­schrak, dah ihm die Deine zitterten. Das Mädchen hätte er keinem andern gegönnt. Unb er hielt um sie an. Zwei Monate später waten sie Mann und Frau. Staat konnten sie mit ihren zwei Stübchen in der Enfchedet Straße nicht machen. Aber gemütlich war's. Und daS Kochen verstand die Hermine aus dem ff. Zuweilen empfing sie ihn mittags ritit ihrem Platt:Hüt kriegste wat Gauls tau freien! Dann durfte er immer auf ein Lecketefsen rechnen. Die Sache hatte nur einen Haken: das Geld glitt ihr aus den Händen, sie wußte nicht wie. Sie putzte sich auch gern_ und stand viel vor dem Spiegel. Er war so Demättert in sie, dah er nichts abschlagen mochte. Wie sein Deutel nun leerer und leerer wurde, kam der Krach. Das Schlaraffenleben hatte ein Ende. Im geheimen raffte sie ihre Habe zusammen und entwich. Er lief herum wie vom Blitz getroffen. Sein Kollege, der lange Brüggemann. hatte noch feinen Uz mit ihm und sagte:Wenn die hübschen Weiber fort sind, steigen die alten im Preise. Die Kampmannsche brühen nimmt dich gleich." Er hätte dem Kerl ins Gesicht spucken mögen. Er hatte an der Hermine unbändig gehangen und sah kein Frauenzimmer mehr an. In den oben Stübchen packte ihn ein Grausen. Wollte er nicht

Zahl der Daulustigen wieder größeren Umfang anzunehmen doch fehlt manchem, der sich gerne ein Einzellxnm errichten möchte, der Bauplatz. Da nun die Gemeinde vor kurzem ihr letzte- Baugelände an die Interessenten abgegeben hat und Bauland von Privaten kaum erworben werdet» kann, ist mancher geringe Mann, der keinen eige­nen Grund und Boden har vor eine sehr heikle Frage geftellt, wenn nicht die Gemeinde wieder für Bauland sorgt. Diesem Uebelstand könnte abgeholsen werden, wenn von selten der Ge- memde, evtl, mit Hilfe des Gnteignungsgesetzes vielleicht ein Teil des übergroßen Pfarrgarten-, der von seinem Besitzer doch nicht vollständig au6- genutjt wird, ausgetauscht würde, wie dies in anderen Gemeinden auch schon geschehen ist. Au! diese Weise könnte wieder Baugelände für min­destens 78 Wohnhäuser erworben und dadurch den Wünschen vieler Baulustiger Rechnung ge­tragen werden

r. Wetzlar. 8. März. Daß unser Sta­dion einer der schönsten Sportplätze der nähe­ren und weiteren Umgebung ist, dürste allgemein bekannt fein. Au, luftiger Höhe kann sich hier die sportlustige Iugend nach HerzenSlust auS- tummeln und sich messen in ehrlichem Wett­kampfe mit Gegnern aus andern Orten. Die austoärttgen Vereine, die vergangenes Iahr hier ihre Wettspiele audgetragen haben, werden trotz der herrlichen Anlage des Stadions einen beson­ders erhöhten Platz für daS Preisrichterkollegium vermißt haben. Ietzt ist eine große lange Empore für die Preisrichter. Musikkapellen und Zuschauer an der Südostseite deS Stadions aus Beton errichtet worden und kann bald in Gebrauch genommen werden. Rach dem Stadion zu ist das Gebäude offen. Eine größere Menge Zuschauer Tann hier Platz finden und bequem den ganzen Spielplatz überschauen. Wer heule einen Gang nach dem oberen Teil unserer Stadt, nach der S p i l b u r g , unternimmt, wird er­staunt sein über die großen, wunderschönen, neuen F r i e d h o s S a n la g en , die im Aw schluh an Öen alten Friedhof hier erstanden sind. Iedem Menschen, der nur etwa- Kunstverständ­nis in sich birgt, werden sie Freude machen. Ganze Hügel sind hier abgetragen und da hin- gebracht worden, wo es an Erde fehlte. Stufen­weise steigen die neuen Anlagen denGalgen- berg" hinan Dieser alte Rame ist fast voll­ständig aus dem Vollsmunbe verschwunden und mit dem Ramen Spilburg eingetauscht worden. Es war interessant, zu schauen, wie von vielen Arbeitern die Erdbewegungen in Feldbahnen, mit Wagen und Schiebkarren vorgenommen wur­den. Die Wohnung mit Stallung des Landwirte- Frech ist. hier abgerissen worden und wird eben auf bet Höhe gegenüber der Franzenburg" neu aufgebaut. An demselben Platz, wo die' Gebäude von Frech standen, wird der stattliche Dau des Krematoriums erstehen, dessen Fundamente bereits fertiggestellt sind.

Braunfels, 8. März. Die Brenn- Holzversteigerungen tn den fürstlichen Waldungen ergaben folgende Durchschnitts erlöse: Revier Greisenstein: Buchenscheiter 14,17 Mk., Buchenknüppel 11,21 Mk.. Buchenreisertnüppet 3,43 Mk., Buchenreisig 0,79 Mk.: Revier Heister­berg: Buchenscheiter 13,01 Mk., Buchenknüppel 9,93 Mk., Buchenreiserknüppel 4,91 Mk., Buchen- reisig 1,53 Mk.: Revier Altenberg: Buchenscheiter 15,45 Mk., Duckenknüppel 13,36 Mk., Buchen­reiserknüppel 4,43 Mk., Duchenreislg 1,44 Mk

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 7. Vtära. Der Kreis be­absichtigt, mit Beginn des Frühjahrs im hiesiges Kurhaus Handarbeitskurse für jung« Mädchen und Frauen zu veranstalten. Rach den von den Gemeinden eingeholten Gutachten steht zu erwarten, dah ein reger Besuch ein* setzen wird.

bL Haiger, 7. März. In erfreulichem Vtafa kann man in der letzten Zeit eine Wiederbe­lebung der Bautätigkeit in unsere, Stadt beobachten. Stellte man schon im ver­gangenen' Iahre eine Anzahl Bauten bezugsfertig her, so ist man jetzt in noch stärkerem Maße aw diesem Gebiete tätig.

fpd. Frankfurt a. M., 8. März. Einer hiesigen Bank kamen 40 000 Mark Höchster Farbwerksaktien, 40 000 Mk. Aktien der

dem Wahtrsinn verfallen, mußte er sein Bündel schnüren. Sein Prinzial, der Herr Schulte, gab ihm die besten Worte, er solle bleiben. ES litt ihn nicht länger in der Stadt.

Ec stand auf. Die Erinnerung übermannt« ihn. Um seine Lippen lief ein schmerzliches Zucken. Die Zeit, so sagte man, heilt alle Wunden. Die ihm geschlagen war, würde kein Trost beträufeln. Unb doch! Seit ein paar Tagen war eine Hoff­nung in ihm, stärker denn je, daß ihm die Ver­lorene wiedergegeben werde. Dem RühlSadam fein Cnkelfohn .der Thomas, war aus Amerika angenommen. Der hatte in Buffalo als Weiß­binder gearbeitet und erzählte, drüben sähe es traurig aus. AuS allen Ecken und Enden der Vereinigten Staaten kämen die Rachrichten von Bankrotten. Eine große Eisenbahngesellschaft hätte ihre Zahlungen eingestellt. Auf dem Schiff, das den Thomas nach Bremen brachte, waren Heffen und Württemberger und Westfälinger. Ihm. dem Karl, lag's auf der Zunge, daß er den Weißbinder fragte:Hast du nicht mein Druschel- chen, die Hermine, gefehen?" Torenfpiel! Der ThomaS kannte sie ja nicht. Richtsdestoweniaer formte sie dabei gewesen fein. Sie konnte mo gen. die andre Woche kommen. Unb er hatte noch nichts getan, sie gebührlich zu empfangen. Gleich wollte er an den Löb nach Dirlammen schreiben. Der sollte ihm eine Rähmaschine besorgen. Das Eckstübchen droben war noch kahl und leer. Die Kasse verschlang halt all seine Gedanken. Run, in ein paar Tagen ließ sich viel schassen.

Die Hände auf dem Rücken, das schmale Gesicht tote im Fieber gerötet, tief er in der Stube auf und ab. Wonach er brünstig begehrte, das spiegelte ihm seine Phantasterei als Wirk- lichkett vor. Da hielt ein Wagen vor demRitter". Reugierig stand der Schorsch an der Tür. Eine Frau flieg ab. Richt mehr jung, aber auch noch nicht alt. Und hübsch tote nur eine. Die fragte: Wo wohnt der KrämerSkarl?Aus demKirch- toeg," gab ihr der Schorsch Bescheid. Und red» sprüchig, wie er war. setzte er hinzu:Der Krämers kart is etz auch Rendant. Das Geld regnet ihm nur so zum Dach herein. Man spricht schon, er wird Gemeinderat. Und soll auch in den Kreisausschuß kommen."

(Fortsetzung folgt.)