Nr. 184 Zweiter Blatt
samrtag. 8. August 1925
Wietzener Anzeiger ttdenera.-Anz^ger sur u)verye„ei./
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I aufnehmen. Nur die Trains dürfen über die Brücke, 1 nnm nllpin die Trains, ohne Begleitmannschaft.
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in England . .
„ Deutschland „ Rußland . . „ Frankreich . . „ Italien . . .
London . . . Berlin . . Poris . . . Moskau . . Wien . . . Konstantinopel Hamburg . Budapest . . Birmingham Brüssel . . Warschau . . Glasgow . . Liverpool . . Manchester Neapel . . . Madrid . . Amsterdam Kopenhagen . Köln . . . München . Odessa . . Barcelona . . Kiew . . . Leizig . . Mailand . . Marseille . . Rom . . . Dresden . Breslau Lyon . . . Rotterdam Petersburg .
auf England......
„ Deutschland.....
„ Rußland......
„ Frankreich . . . . . „ Italien ......
„ die übrigen Lander . .
Großstädte, das sind Städte mit über 100 000
Einwohnern, gibt es in Europa 203; davon kommen
der (tzcsamtbevölkerung wohnen nämlich in Großstädten:
Danzi,', 51,5 Proz. (und zwar in Danzig
hat zahlreiche Städte unter 100 000).
in Norwegen und Spanien je 10 Proz.
stadt haben Danzig, Bulgarien, Dänemark. Estland, Finnland, Litauen, Norwegen und die Türkei.
Bon den 450 Millionen Einwohnern Europas wohnen 65,5 Millionen (14,5 Proz.) in Großstädten. Davon entfallen auf die Großstädte der oben her- vorgehobenen fünf Länder allein nahezu 49 Millionen (13,4 Proz.). Bon diesen 49 Millionen wohnen:
Italien rücken.
Bon
Deutschland, Rußland, Frankreich und Italien. Ein Viertel aller Großstädte in Europa findet sich in England (genau 24,6 Proz.), ein weiteres Viertel in Deutschland (genau 22,7 Proz.), in Rußland 11,3 Proz.; in Frankreich 8,9 Proz. und in Italien 6,9 Proz. Diese Länder zusammen haben demnach rund drei Viertel aller europäischen Großstädte (genau 73,6 Proz.). Die restlichen 26,4 Proz. der europäischen Großstädte verteilen sich auf die folgenden Länder (die Anzahl der Städte ist in Klammern gesetzt):
Spanien (8), Polen (7), Belgien (5), Holland und die Schweiz (je 4), Schweden (3), Griechenland, Lettland, Deutschösterreich, Ungarn, die Tschechoslowakei,' Portugal Rumänien (je 2). Nur eine Groß
mit 7,0 Mill. Einw.
„ 3,9 „
„ 2,9 „
.. 2,0 „
„ 2,0 „
„ 1,0 „
der Türkei 50 Proz. (Konstantinopel», England 42 Pro;
Demsch-Oeflereich 31 Pro;. (Wien und Graz),
Holland und Belgien 24 Proz., Deutschland 23 Pro;.
Lettland 19 Proz. (Riga und Dünaburg),
Dänemark 16,5 Pro;., der Schweiz 16 Pro - .
Frankreich 14,5 Pro;, Schweden 12,5 Pro;.
Ungarn 12 Pro;., Portugal 11,5 Proz.
Rußland und Italien je 11 Proz. (Italien
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840 000 „
820 000 „
790 000 „
680 000 „
655 000 „
650 000 „
640 000 „
635 000 „
630 000 „
630 000 „
620000 ..
60.5 000 „
600 000 „
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Bei einer relativen Betrachtung verschiebt sich dieses Bild jedoch vollständig; d. h., wenn man die Beoölkerungszisfer der Großstädte in Beziehung setzt zur Gesamtbeoölkerung der betreffenden Länder, so ergibt sich, daß England erst an dritte Stelle, Deutschland an sechste Stelle, Rußland und
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zusammen 150 meisten Großstädte haben also England,
ganz allein die Trains, ohne l^gleitmannschaft.
„Herrgott," dachte sich Egon Erwin Kisch, k. u. k.
'Korporal, J.-R. 14, „Herrgott, wenn General Po- tierrf, der verrückte Armeekommandant, das Un-
Die Volksnahrung
Kann noch so eintaco sein, aber sie muss die zur Lebensführung wichtigen Nährstoffe enthalten. Selbst im einfachsten Haushalte können Sie nicht ohne das blütenweisse Mondamin auskommen, weil es die für den Körper so unentbehrlichen Kohlehydrate enthält Deshalb ist Mondamin nicht nur ein Nährmittel für Kinder und Greise, für Kranke, sondern auch für den gesündesten Körper. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwendet die denkende Hausfrau deshalb
In den folgenden Ländern wohnen die w e n i g- fi c n Einwohner in Großstädten: Polen (8 Proz^), Ostland (7,5 Proz.). Griechenland (5.7 Proz.), Finn- land (5,5 Proz.), Rumänien (3 Proz.) und in der Tschechoslowakei (2,5 Proz.).
Man sieht daraus, daß die Bilduny von Groß- städtcn und die Industrialisierung eines Landes nicht Hand in f)anb miteinander gehen müssen (z. B. Deutschösterreich, Holland, Lettland).
Andererseit zeigt diese Betrachtung: In England ist beinahe jeder 2. Einwohner ein Großstädter. in Oesterreich jeder 3„ in Holland, Belgien, Deutschland jeder 4., in der Schweiz jeder 6., in Frankreich jeder 7., in Schweden jeder 8., in Rußland und Italien jeder 9., unp in der Tschechoslowakei nur jeder 40.
Welches sind nun die größten der Grossstädte?
i.o ,. 880 000 Einw.
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Außenpolitische Umschau.
Bon Professor Dr. Otto H o e h s ch. M. d R.
2bn 11 Jahrestag des Kriegsbeginnes tfl da- Ruhrgebiet geräumt toorden. Endlich werden unsere Dolksgenoslen die fürchterlichen Lasten, unter denen sie 30 Monate geseufzt habe r. loS! Das in London gegebene Versprechen ist non der anderen Seite emgehalten wordrn, aber das war nur Erfüllung einer Zusage, deren Voraussetzungen von unterer Seite längst glatt erfüllt waren, und noch fehlen die Sanktionsstädte, noch fehlt Köln.
5>tr Meinungsaustausch zwischen London und Paris, der. um das auf zwei Punkte zafammcnzudrängen. sich dreht um das ^Sanktionsrechi' und die deutschen Bedingungen zum Art. 16. rückt nicht von der Stelle- Der erste Versuch, Sicherheit und Schuldenfrage mit ein
zahlen England will das nicht, weil es damit den Entschlüssen Amerikas vorgreift.
So rückt die Sache nicht vorn Fleck und, waS man aus Amerika hört, geht in derselben Richtung. Man weih, daß die A b r ü st u n g s - frage der Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik ist. der Gedanke, mit dem allein Aord- amerika sich tiefer in die europäischen Angelegenheiten einlassen würde, als ihm sonst passen würde. Aber Toolidge ist der Ansicht, daß Europa heute noch nicht reif sei für eine Initiative Arnerllas zu Gunsten einer neuen Abrüstungskonferenz. Klar ist ja die Lage: Amerikas Steilung zur Schuldenfrage hängt durchaus ab von Frankreichs Stellung zur Abrüstungsfrage. und in der SicherheUssrage verlangt Amerika von Frankreich Klarheit, bevor die Schuldenregelung, für Frankreich lebenänotteenbig, möglich ist. Das ist theoretisch unzweideutig, aber aus dem Wege dazu liegen noch reichlich viele Steine. Daher meint man in TDashingion. daß über diesen Erörterungen daS nächste Frühjahr herankommen werde, und hält in jedem Falle zurück.
Ohne Amerikas aktive Teilnahme — daran ist nun gar fein Zweifel — kommt weder die Sicherh^itSfrage noch die Schuldensrage zum wirklichen Abschluß, die so voneinander abhängen und bald einander bedingen. Die Hoffnung Englands, daß sehr bald eine internationale Konferenz stattfindet, schwindet immer mehr. Es sieht auch nicht danach aus, als wenn in Gens wirklich etwas zustande gebracht werden würde. Uns scheint daher auch die Idee, daß der deutsche Außenminister zu einer Ministerzusammenkunst nach Genf gehen soll. undiSkutabel. Menn Deutschland nicht imDölker- bund ist. hat eS im September in Genf nichts zu suchen. Und wenn die beiden anderen, England und Frankreich, über Deutschlands entscheidende Vorbehalte nicht einig sind, so ist nicht zu sehen, wie eine Ministerkonserenz die Sache fördern könnte. Deutschland hat das Seine getan, wir warten in Ruhe und Reserve ab. Deutschlands Schuld wird es nicht fein, wenn die Sache langsam vorangeht oder gar scheitert.
Inzwischen rechnet man in Frankreich, daß die weltpolitische Belastung durch die M a - < r o k k o - Angelegenheit abnähme. Man hat in Madrid mit Spanien einen Abschluß erreicht, in dem man sich verpflichtet nur gemeinsam mit Ubd el Krim Frieden zu schließen, und in dem gewisse Grundlinien der Zusammenarbeit gegen Marokko ausgearbeitet worden sind. Offiziell werden die Zriedensversuche bestritten, tatsächlich aber gehen Friedensfühler zu Abd el Krim hin, und Painleve hat seiner Kammer versichert, daß inan im Oktober über den Berg sein werde. Dafür nächst die weltpolitische Belastung Englands. Der Spiuch der M o s s u l kommifsion, der die .wischen England und der Türkei strittigen Srenzen feststellen sollte, begegnet weder in England noch in der Türkei der Zustimmung. In
ander zu verknüpfen, ist gescheitert Das französische Angebot in London war zu niedrig. Außerdem kam Frankreich wieder mit dem Vorschlag. einen Teil mit seinen aus dem Dawes- Plan zu transserierenden Anteilsummen zu be
glück noch zu bessern hofft — ich mit meiner Erfahrung an der Kolubara bin anderer Ansicht. Eine Schwarmlinie formen aus einem flüchtigen Heer? Und damit den Balkan halten wollen? Die Serben werden einfach die Brücke zusammenschießen und uns gefangen nehmen . . . Wenn der Hauptmann an der Brücke nicht wäre, würde ich für meine Person sofort Konsequenzen aus meiner Beurteilung der strategischen Lage ziehen."
Unterdessen hatten sich noch vier Mann von Infanterie Elf (Standort: Piesek, Böhmen) angefunden. Sie teilten Kiscbs pessimistische Auffassung — und so weit sie nach so schrecklicher Niederlage Vertrauen zu einem Führer überhaupt noch hatten, schenkten sie es ihrem lieben Kisch. Im Gefühl, verantwortlich zu sein für so vieler Kameraden Leben, spannte Kisch seine Erfindungsgabe aufs äußerste an. Wie kommt man heim, in Sicherheit?
Daß die fünf den Hauptmann an der Brücke nicht werden bewegen können, sie für Trainwagen passieren zu lassen, ist leider mehr als gewiß, dazu ist der Mann zu eigensinig. Ein anderer Weg aber aus Serbien? Es gibt nur eine Brücke überm Strom. Während Kisch so dasteht — noch ohne erlösenden Einfall, und die vier anderen blicken ihn erwartend an, da knarrt gemütlich ein Sauern- Wägelchen daher und trägt die Tafel: I.-R. 11.
Kisch guckt hin — gleichgültig zuerst — dann schärfer — erregt — endlich jubelnd. Denn was liegt da schwereisern im Bauernkarern, allein im Trubel allgemeinen Rückzugs und verlassen? Die Regi- mentskasie I.-R. 11.
„Brüder!" ruft Kisch. „Krieger! Dieses heilige kaiserliche Gut zu retten ist unsere Ehrenpflicht.
Faßt an! Runter vom Wagen!" Der Kutscher meinte: Die Herren Soldaten sollen sich doch nicht unnnötig anstrengen — er werde schon langsam damit weiterhotteln ....
Die Braven hörten's gar nicht; eine Minute später standen sie, keuchend unter ihrer Last, an der Brückerschroelle.
„Wer seid ihr und was wollt ihr?" — fragte der strenge Hauptmann— als er aber die Regimentskasse erkannte, gab er sofort Raum. Und die fünf, eingekeilt zwischen Trains, stampften dahin; Hurra, nach Oesterreich.
Auf dem andern, dem sicheren Ufer saß schon eine Kommission, Stab und Intendanten, auf der Lauer. Ein Fuhrwerk um das andere wurde genau abgefragt, aufgeschrieben, eingeteilt und abgeschickt nach Marschlinie, Ziel und Heereskörper. „Regi- mentskasie von Infanterie Elf?" fragten die Herren. „Wer hat sie übernommen, und wer sind die Träger? Korporal Egon Erwin Kisch? Regiment? Kompagnie? Jahrgang? Daß Sie das Ding ja heil nach Surtschin bringen — dem Retablierungsort der I. T. D. — oder Sie kommen vor das Kriegsgericht!"
Keine Bange, meine Herren: Kisch wird es schon schaffen. — In Surtschin bei der Truppendivision fragten sie wiederum ganz genau und schrieben alles auf: Rang, Namen, Unterabteilung, Assentjahr des Führers und von jedem Trager einzeln; denn eine Regimentskasie ist kein Pappenstiel. Endlich in Ruma, meilenfern vom Feind, konnten die armen geplagten Leute den Schatz abliefern, gegen Quittung, und atmeten erleichtert auf und spürten ihre Knochen nicht.
Allmählich sammelten sich, in drei Tagen, die Reste des zersprengten Regiments. Der Divisionär, Generalmajor Daniel, fragte den Obersten Wokaun:
„Wieviel Feuergewehre hat dein Regiment?" „122."
„Maschinengewehre?"
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„Keine."
„Schrecklich." — wandte sich ab, um sein (int- setzen zu verbergen — wandte sich wieder zu und fragte:
„Die Fahne?"
„Bei uns."
„Na also!" Viertausend Mann sind hin, aber wenigstens ein Trost: wir haben die Fahne.
---In der Scheune, worin fleh die letzten des Piseker Regiments „erholen", erscheint nächsten •Sonntag der Feldwebel und ruft aus:
„Korporal Kisch und seine vier Mann!"
„Hier! Was los?"
„Zum Rapport!"
Oberst Wokaun steht mit einem Aktenbogen da und liest vor:
„Dioisionskornrnandobefehl. Dem ftorporol Kisch, den Infanteristen A, B, E und D wird für die Rettung der Regimentskasse J.-R. 11, und zwar dem erstgenannten die Große Silberne, den übrigen die kleine Silberne Tapferkeitsmedaille verliehen." Der Oberst lieft es, läßt den Bogen sinken und hebt die Reitgerte.
,Lhr Helden!" spricht er. „Ich bin beauftragt, euch die Auszeichnung anzuheften." (Schmißt mit der Gerte in die Luft und setzt fort: ,Lch bin bereit, es zu tun. Nicht eine — fünfundzwanzig Auszeichnungen würde ich jedem von euch gern anhesten, ihr Helden — ihr verdient es vollauf."
---Sonderbares Benehmen eines Obersten — einem Mann gegenüber, der immerhin fünf Mann von 122 aus Feindeshand gerettet hat — und die Regimentskasie dazu.
Doch des Obersten zweideutiges Verhalten wird euch vielleicht in milderem Licht erscheinen, wenn ihr erfahrt, daß die gerettete Kasse, beim Regiment geöffnet und in voller Ordnung befunden, nebst den Regimentsbüchern einen Barbestand von wenig über 70 österreichischen Kronen aufwies.
Ehina sind die Schwierigieiten Englands so groß, daß Frankreich mit dem bekannten .Kuh- handel" fonunt Man sagt England daß Eng- land am Rhein und an der Deichtet das bezahlen müßte was Frankreich für England in Ehina täte. Man verknüpft allo die beiten Dinge in einer Mette. die wir längst kennen und die darauf hinausgeht, aus Deuttch'ands Rücken die Sache zu bereinigen
England - Schwierigkeiten wachsen noch mehr; c= wird in seiner Handlungsfreiheit noch stärker beeinträchtigt durch die Vorgänge im In- n e r n , seine -Wirtschaftskrise. Die drohende Gefahr eines Riejenkohlenarbeiterstreiks. dem sich dann die Eisenbahnarbeiter und die Maschinen- bauer anschließen sollten, ist nur ein Teilabichnitt aus dieser großen Krise, die über der englischen Wirtschaft lagert. Man sucht umständlich nach den Gründen Die Unternehmer behaupten, die zu hohen Lohne feiyi daran Schuld, die Arbeiter wehren sich dagegen und behaupten, die Syndizierung sei daran Schuld, die zu viele schwache Betriebe mit- fchleppt. Der Staat hat eingegriffen, um die un- peheure Störung des wirtschaftlichen Lebens zu verhindern und stellt eine Subvention bis zum nächsten Frühjahr zur Verfügung, mit der den Arbeitern die Lohne weiter bezahlt werden können und das Gewerbe rentabel bleiben soll. Durch diese Subvention wird der englische 'Bergbau in die Lage versetzt fein, mit seinen Preisen auf dem Weltmarkt herunter zu gehen und die die Vorräte auf den Halden, die sich auf viele Mil- Honen Tonnen beziffern, .z u einem Schien- b e r p r e i 5 auf den Weltmarkt zu wer- f e n. Die Gefahr für die französische, belgische, namentlich die deutsche Kohle liegt damit auf der Hand — bei der Beratung des deutsch-englischen Handelsvertrages, der jetzt vorliegt, muß das sehr ernst geprüft werden.
Allgemeine und besondere Gründe liegen dieser Krisis zugrunde. Die K o h 1 e n k r i s e ist international. Als besondere Gründe für sie gelten überall, daß die Absatzfähigkeit der Steinkohle überhaupt gelitten hat; das Del und die Elektrizität und die Braunkohle machen eine zunehmend gefähr- liche Konkurrenz. Die besonderen Gründe für Eng- land sind weiter, daß der große Vorteil für den englischen Kohlenexport, der in der Ruhrbesetzung lag, aufgehört hat, und daß heute die französische, belgische und deutsche Kohle unter dem Preis der
Unter diesen 32 größten Großstädten sind also sieben deutsche. Während die größte Großstadt Europas in England liegt (London), liegt die kleinste in Deutschland. Es ist dies Ludwigs- h a f e n a. Rh. Die fünf kleinsten Großstädte Deutschlands sind: Mainz, Wiesbaden, Mün- fter i. W., Oberhausen und Ludwigshafen. Sie haben zusammen so viele Einwohner wie Breslau oder Dresden.
Wie ift nun die Entwicklung dieser Großstädte?
Dafür noch einige Zahlen. Frankreich hatte 1880 10 Großstädte, 1890 '2 und heute 17. Italien, da vor 45 Jahren 6 Großstädte hatte, zählt heute deren 14. In England wohnte um das Jahr 1880 ein Viertel (25 Proz.) der Bevölkerung in Großstädten, heute zwei Fünftel (42 Proz.). Und Deutschland? Deutschland hatte
Die Rettung,
Von Roda Roda.
Einer Mutter den Sohn retten, ist immer cm Verdienst, in Krieg und Frieden — und der Prager Dichter Egon Erwin Kisch hat es vollbracht.
Die Mutter, der er den Sohn wieder schenkte, oar seine Mutter, das gerettete Kind war er selbst.
Die Sache begab sich im Winter 1914 in cerbien . . .
„Roda!! Eine Kriegsgeschichte??"
Können wir den Krieg lokschweigen, abreagieren? Jlls wäre er nicht das größte Erlebnis unserer Zeit gewesen. Wo er doch heut noch Schlagschatten auf iUes Leben wirft.
Im Frühwinter 1914 also — und in Serbien, der österreichische Angriff hatte in einen Sumpf geführt von Dreck und Blut. Als die Generale an van» Josefs Festtag, 2. Dezember, „Belgrad Seiner Majestät zu Füßen legten", da war das 8. Korps chon zerrüttet und verschüttet, und während die Atappe in der serbischen Hauptstadt auf diesen Sieg und fernere Siege anstieb, humpelte draußen das irmc Heer verloren und erfroren aus der Front.
Gut habsburgische Offiziere — Tränen rannen über braune Backen — mit ausgebreiteten Armen Dvllten Oberste, Majore ihre schreckocrzweifelien Soldaten aufpaltcn — beschworen — drohten mit Pistolen, es nutzte nichts; die Armee lief.
Da stellte sich vor der Rriegsbrürfe, die aus Serbien nach Oesterreich-Ungarn sühtte, ein Haupt- mann vom Generalstab sest — mit 15 treuen Leuten, Gewehre geloben und fertig — und sagte ruhig aber laut:
„oolbaten, wer seinen Fuß auf 2>ic Brücke setzt, un sich felg aus Serbien zu drücken, der kommt nicht weit."
sondern von Belgrad wesllich sollten sich die Truppen sammeln und den Kampf noch einmal
englischen konkurrieren kann. Die allgemeinen Grunde aber für diese Krise die sich ja im Streik der Saarbergarbeiter, im französischen °nt)len- cinfuhroerbot. in der Krise der polniichen Kohlen- mbuhrie unb vor allem auch in unserer Ruhr- Industrie ebenso äußert, sind überall die- selben, liebere!! bas Zuviel an Probuk - tlonskosten r n b n n Probuklion, bas Zuwenig an Absatz unb Kaufkraft, die aufnehmen konnte! Unb bann ist man bei ber englischen Knie roieber in bem alten, bis zur Erichöp- fung wieberholten unb heruntergeleiertcn Zusammenhang. daß ber Wieberaufbau Europas nur möglich ist. mit grunbleaenbcr Beseitigung der Reparationslaft, verständiger Handelspolitik und Streichung ber interalliierten Schulden, wenn wir einmal nur bas Finanzielle ins Auge fassen. Auf ber anberen Seite muß von den Industrien die Folgerung aus der ganzen Situation gezogen werben, von ben Unternehmern so- wohl wie von ben Arbeitern. Eine ft raffe re Rationalisierung unb Umstellung ber Betriebe nach ben oeränberten Verhältnissen ist fast überall nötig, unb — ber zweite noch viel tiefer greifenbe Satz, der eine Selbstverständlichkeit ift, aber als solche nicht über- all aufgefaßt wird — daß man nach einer derartigen Krise, nach derartigen Zerstörungen und E rschütterungen nicht weniger arbeiten und mehr ausgeben kann als vor bem Krieg.
Diese Zusammenhänge, zu denen noch der Kampf um bas Budget unb das Flottenbauprogramm kommt, tragen nicht dazu bei, die Elastizität der englischen «toatsmanner in Sachen der Sicher- heitsfra^c zu beflügeln. Das ift ihre Sache. Das ist die eadje der Franzosen in ben Verhandlungen mit den Englänbern. Wir wieberholen, baß Deutichlanb bas Seine getan, unb in ber Sicher- heitsfrage heute von sich aus nicht zu tun hat, als zu warten, ob unb wie bie anberc Seite seine Dor- behalte unb Bebingungen annimmt. Es hat mit ber inneren Arbeit alle Hänbe voll zu tun* unb von den außenpolitischen Aufgaben ist es bas Verhältnis zu Polen, bas burch die Polen so unerhört verschärft worden ift und bem sich jetzt die deutsche Politik, das deutsche Parlament unb bie beutfche Öffentlichkeit -nach langer Vernachlässigung einmal roieber nachbrücklichst unb energisch zuwenden sollten!
ing-
;entnern W m Preise herab- Oasiverkshof.
[$ 1.10 RM.
Die Großstädte Europas.
Welche Länder haben die meisten Grohstädte? — Wieviel Europäer wohnen in Groststädten? — In Deutschland jeder vierte Einwohner ein Grobstädter.


