Harungen für den augenblicklichen günstigen Stand, die indirekt auch manchen Ausblick auf die künftige Lage zulafsen. Zunächst ist zu erwähnen der günstige Einfluß der Saisongewerbe. Die Personalanforderungen der Landwirtschaft waren in diesem Jahre besonders stark; im 'Bau5 gewerbe hat sich der Prozentsatz der Beschäfti- gungslosek von rund 25 Proz. im Januar auf rund 5 Proz. im Mai verringert. Weiter kommt in Betracht, daß in vielen Gewerben immer noch mit kürzerer als der Friedensarbeitszeit gearbeitet wird; die in diesem Umftanb liegende verschleierte Erwerbslosigkeit wird leider zu wenig beachtet. Schließlich sei noch erwähnt, . daß die Beschäftigung gerade in Verbraucher- industrien, also in den volkswirtschaftlich ungesunden Gewerbezweigen, besonders stark ist. 3m ersten Halbjahr 1925 betrug die Arbeitslosigkeit in den Produktionsmittelindustrien 6,3 Prozent, in den Verbrauchsmittelindustrien dagegen nur 4,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in den Verbraucherindust nen des Tertilgewerbes, der Kon- sellion, des Genuhmitteigewerbes usw. liegt weit umer dem normalen Durchschnitt.
Wenn auf die künftige Gestaltung des Arbeitsmarktes geschlossen werden soll, so sind folgende Punkte zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, daß es sich bei der jetzigen Beschäftigung um die Erledigung von früher erteilten Aufträgen handelt. Run ist seit einiger Zeit in fast allen Gewerben ein erheblicher Rückgang der Aufträge zu verzeichnen, ein Umftanb, der in bezug auf die künftige Arbeitsmarktlage pessimistisch stimmen muß. Weiter ist zu bedenken, daß viele Aufträge erteilt worden find auf Grund der günstigeren Kapitalverhältnisse der Vergangenheit. Die Lage auf dem Kapitalmarkt wird aber immer schwieriger. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Firmen, die Aufträge teilen können, immer mehr ab.
Mit der Verringerung des Zustroms des Auslandkapitals nach Deutschland muh sich die daraus sich bietende Beschäftigungsmöglichkeit verringern. Alles in allem ist zu sagen, das) vermutlich der jetzige Umfang der günstigen Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr lange andauern wird.
Die konstitniercnde Sitzung der Nentcnbankkreditanstalt.
Berlin, 5. Aug. (TA.) 3n den Räumen des Reichswirtschaftsrates fand heute die Konstituierung der neuen Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt statt. Präsident Lenhe teilte einleitend mit, daß der Rentenbankkreditanstalt seitens der Rentenbank als Kapital ein Betrag von 170 Millionen Mark überwiesen werde und außerdem jährlich aus eingehenden Grund» schulden Beträge bis zu 25 Millionen Mark, weil toortoM 60 Millionen Mark zur Tilgung der Rentenbanklchrine verwendet würden. Außerdem wären noch 870 Millionen Mark zu tilgen, und zwar am 1. Dezember jedes Jahres 290 Millionen Mark seitens der Rentenbank. Auch in dieser Versammlung wurde noch einmal seitens der Landwirtschaft dem Protest gegen das Gesetz über die Rentenbankkreditanstalt Ausdruck gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß im Interesse der Landwirtschaft später Modifizierungen vorgenommen werden könnten.
Die Arbeitstage im rheinisch- westfälischen Steinkohlenbergbau.
Essen, 6. Aug. (WB) Wie die Abteilung Bergbau des Landesarbeitsamts Westfalen- Lippe, die gemeinsame Fachabteilung für Den gesamten rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau, mitteilt, beträgt die Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen des Ruhrbezirks am 15. 7. 9119 Mann. Gegenüber der letzten Stichtagmeldung vom •15. 6. 1925, wo die Zahl der arbeitsuchenden Bergarbeiter 6312 betrug, ist eine Zunahme von t 2807 Mann zu verzeichnen, d. h. 44 Prozent. r. Rechnet man zu dieser letzten Stichtagmeldung * vom 15. 7. die an diesem Tag zur Entlassung % Gekommenen, die darin noch nicht enthalten sind, sowie die bis zum 31. 7. einschließlich zur Entlassung gekommenen Bergarbeiter hinzu, so dürfte die Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter Ansang August unter Abzug der inzwischen anderweitig in Arbeit Gekommenen schätzungsweise rund 15 000 Mann betragen. 3m Laufe des August muß mit einer weiteren wesentlichen Verschlechterung der Arberts- Marktlage gerechnet werden, da bisher schon MnnwnrTinir 'm wi i^i wrmf iii ibWiiiWMMM—»
Fräulein Fob.
Roman von Anders Eje.
39. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Fob bekam Angst. Es war etwas Unheil- verheißendes in dieser übertriebenen Liebenswürdigkeit.
„Hast du nicht gut geschlafen?" fragte sie.
„O doch, die kurze Zeit, die ich schlafe, tue ich dies ausgezeichnet. Aber ich muh ja beinahe immer wach fein. 3ch habe so viel zu überwachen, daß ich kaum ein Auge zudrücken darf."
Fob fühlte, daß in den letzten Worten die Einleitung zu dem lag, was ihr jetzt bevorstand. FeNips konnte es doch nicht unterlassen, angesichts ihrer Eleganz, die ihn reizte, einen kleinen, giftigen Pfeil abzuschießen.
„Der glückliche Willtorp, — er kann Wunder wirken."
3eht erwachte in Fob etwas von ihrem alten Trotz.
„Ich verbiete dir, zu mir in diesem Ton zu sprechen," sagte sie scharf.
„Ach was, — ich glaube, wir können bezüglich unserer gegenseitigen Unternehmungen ganz aufrichtig fein. Meinst du nicht? Auf jeden Fall würde ich wünschen, daß du deiner lieben Freundin einen guten Rat gibst. Sie ist etwas kühl gegen den Gutsherrn von Warminge. Das mag ihr ja nicht übel stehen, aber auf die Dauer wird es langweilig."
„Hast du mich deswegen zu einer wichtigen Unterredung gebeten, um mir solche Unverschämtheiten zu lagen?“
„Hein, du hast recht. 3ch wollte dir nur so nebenbei einen kleinen Wink geben. Es handelt sich natürlich um etwas ganz anderes. Ich habe dich hierher gebeten, um dich über einige kleine interessante Verhältnisse auszufragen, die sich in der letzten Zeit hier angesponnen haben. Du bist wohl nicht im Zweifel darüber, was ich meine?“
„3ch habe keine Ahnung, was du mit dem Wort Verhältnisse meinst!"
„Run, das wird ja in verschiedenem Sinn angewendet, und ich meinte nicht jenen, den du angenommen zu haben scheinst!"
Banknoten.
Entlassungen bis zum 15. 8. in einem Ausmaße von rund 13 000 Mann angekündigt worden sind.
Kursen an der gestrigen Rachbörse konnte sich das heutige Eröffnungsniveau nicht behaupten. Trotzdem hielten sich die ersten Dotierungen über *t>en offiziellen Schlußkursen des Vortages. Die Stimmung war allgemein zunächst freundlicher, wenn auch die Kurse im Vergleich zu den vorheigegangenen Einbußen hiervon nur wenig profitierten. Durchgreifende Besserung dürfte aber zur Zeit nicht zu erwarten sein, da die Banken es als unzutreffend bezeichnet haben, neue planmäßige Interventionen zu beabsichtigen und weil andererseits die Lage des Geldmarktes sehr angespannt bleibt. Dies kommt auch in dem
’ D i e amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag, den 5. August, berechnete Grohhandelsindexzisier des Statistischen Reichsamtes ist bei einer im einzelnen verschieden gerichteten Preisbewegung mit 133,8 (Vorwoche 133,9) nahezu unverändert. Für den Durchschnitt im Juli ergibt sich eine Steigerung der Grohhandelsindexziffer von 133,8 im Durchschnitt Juni auf 134,8 im Juli oder um 0,7 °/0.
• Stundung der landwirtschaftlichen Kredite. Der Rachrichtendienst der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt teilt mit: Di: bisher von der Treuhand» stelle für die Deutsche Rentenbank bis zum 1. Ro- vember ausgeliehenen Kredite in Höhe von 160 Millionen Mark sind nach den für die Treuhandstelle maßgebenden Bedingungen auf die Rentenbank-Kreditanstalt übergegangen. Es wurde beschlossen, schon jetzt diese bis zum 1. Rovember ausgeliehenen Gelder der Treuhandstelle bis zum 1. März 1926 unter den sonst gleichen Bedingungen und Voraussetzungen zu prolongieren, um der deutschen Landwirtschaft. die unter größter Kreditnot leidet, die Erfüllung ihrer sonstigen Verpflichtungen zu erleichtern.
* Konkursnachrichten, lieber das Vermögen der Firma Willy Fuchs, Wurftfabrik in Darmstadt, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderimgen find bis zum 1. Oktober beim Amtsgericht I in Darmstadt anzumelden. — lieber das Vermögen des Kaufmanns Otto Michel in Eppelsheim (Rheinhessen) wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 7. Sept, beim Amtsgericht Alzey anzumelden.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-SireS, London, Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einhetteu.- Telegraphische Auszahlung.
5 August
6 August
Amtliche Noti-rung
Amtliche Notierung
Geld
Briet
Geld
Brief
eunft.-'Jion.
1U8.W
189,11
168,64
169,06
Lum.-AtreS
1.692
1.696
1.692
1,695
Brss.-Antw.
19 02
19,05
18,79
19.31
Zbrhlianta.
77,60
77,80
77,35
77,55
.stoprnhageu
95,93
96,17
95,63
95,87
siocfbolm ■
112,74
113,02
112,70
113.06
helst'ngfors.
10.575
10,615
10,577
10,617
Italien. .
15,28
15.32
15.24
15,28
London. -
20,374
20.496
20,375
20,498
Ncuyork . ■
4.195
4.205
4.195
4,205
Paris. . . •
19,76
81 47
19.80
19,68
19,72
Schwei, . .
81,67
81,47
81,67
Spanien.
60.61
60,77
60.47
60,63
Japan .. .
1.733
1.752
1.733
1,737
>H to de Jan. Wien in D.«
') 494
1.496
0.490
0.492
Ceff. abgrst.
59.1V
69,21
09,05
59,19
Prag ....
Belgrad . .
12.427
12,467
12,42
12,46
7.55
7.57
7.52
7,54
Budapest. .
3.895
3,915
5.895
5,915
Bulgarien
3.03
3.04
3.03
3,04
Lissabon
20 775
.0.825
20,775
20,825
Danzig. . ■ Kouftantt»
80 85
'•1.05
80,75
80,95
2,405
2,416
2,40
2,41
Alben- .
6 69
6.71
6.M
6.56
Berlin, 6. August.
Geld
Brief
Amerikanische Note» . .,,, Belgische Noten........
Dänische Noten ....... Englische Noten. ....... Französische Note» ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr.,L 100 Kron« Rumänische Noten . .
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Not« . . Ungarische Noten . . ...
Berliner
Berlin, ,6. Aug. C
4.178 18,70 95,36
20,34 19,74
168,28
15,26
77.28
59,155
112,44
81,65
60.25
12.395 5,83
Börse. Gegenüber :
4.198
18,86 .5,84
20,44
19,84
169,12
15,44
77,66
59,455
118,00
82,05
60-55
12,455
5,87
>en festeren
Herr Fellips lächelte zynisch.
„Ich bitte, dich deutlicher auszudrücken!“
„Ich deutete Dir schon zu Beginn unseres Gespräches an, daß ich äußerst wenig schlafe. Ich höre und sehe sehr gut, und auch mein geistiges Auffassungsvermögen ist nicht schlecht. Glaubst du, es sei mir entgangen, daß hiev irgendetwas im Werke ist?“
„Lieber Harry, du muht mir wirklich verzeihen, aber ich bin aus dem, was du jetzt sagst, nicht klüger geworden. Was soll im Werke fein?“
„Es ist ja nicht nötig, daß ich alle die Einzelheiten von dem verrate, was ich gehört und was ich mir habe erzählen lassen. Ich habe sehr gute Kundschafter, und ich glaube kaum, daß mir von dem Komplott viel unbekannt ist."
Hier täuschte sich Herr Fellips sehr stark. Trotz seiner guten Kundschafter war er hauptsächlich noch immer auf Hypothesen von sehr mangelhafter Art angewiesen. Er dachte jetzt, es mit der gleichen Methode zu versuchen, wie manche Leute, die den Verlust eines Gegenstandes in den Zeitungen annoncieren: „Achtung! Der Dieb ist bekannt.“ Er stellte sich, als ob er vom ganzen Angrifssplan gegen ihn Kenntnis habe, und glaubte dadurch Fob so zu erschrecken, daß sie ihn betraten werde. Vielleicht gelang es, — wenn sie selbst ihn kannte. Aber zum Unglück für Fellips und zum Glück für Fob war sie an all dem so unschuldig, wie sie sich gab.
„Welches Komplott?“ fragte sie mit einem Erstaunen, das Herr Fellips vorläufig als viel zu gut gespielt ansah.
„Stell dich nicht so. Ich meine dein und deiner netten Freunde Komplott gegen mich. Was nützt es zu leugnen, da ja, wie du hörst, schon alles . aufgedeckt ist!"
„Du magst mir glauben oder nicht, aber bei meiner Seligkeit, — ich habe nicht die geringste Ahnung von dem, was du andeutest. Ist wirklich irgendein Komplott im Zuge, so schwöre ich dir, daß ich damit gar nichts zu tun hibe."
Fellips wurde nachdenklich. Das klang ganz echt.
„Run, ich will dir glauben, bis auf weiteres !“ fuhr er fort. „Aber ich will dir nun das eine sagen: solltest du dich verlocken lassen, irgendwas zu tun, von dem ich nichts weiß,
heute betanntgegebenen Ausweis der Reichsbank zum Ausdrucr Für tägliches Geld werden 10 bis IP/t Proz. gefordert. Monatsgeld nominell 10V2 bis IP/2 Proz. D'.e voraussichtliche Räumung der westdeutschen Sanktionsstädte blieb dem gegenüber ohne Einfluß. S Väter verstimmten besonders die neuen Lohnforderungen der Eisenbahner. Am internationalen Devisenmarkt hörte man Brüssel gegen London 108,05. Die Reichsmark notierte in London 20,41, Paris 5,06' 2, Amsterdam 59,21
Dorf enkurse.__
Frankfurt a.M.
Berlin
5d)lUb-- stur»
StWufih. Slbtii')» bBric
Schluß. Kur»
Schluß Mittag bitri»
Datum:
5. 8.
6 8.
5.8.
6 8
% Deutsche Relcheanleidr 4% Deutsche Reichsanleihe
0 2025
0.2025
0 195
0.2110
0,275
—
0,2725
0,275
37»% Deutsche NcnhSanlethr
0,235
0,25
0 24
0.235
?/., Deutsche ReichSanleibe Deutsche Svarprämienanletln
0.37
0 125
0,38 0,115
0,39
0.13
0.40 0,12
4°/o Preußische KonsolS
0.205
0,215
9,2125
0.225
4% Hessen .....- -
0,23
—
0 255
0,26
3'/.°/n fcefTen.......
0,25
0,25
89.75
_
0,20 „
0.20
0,22
91,75
0.225
89,75
0.21
91.75
Deutsche Wrrtb Dollar-Snl. dto- Doll -Schav-Anweisug.'l
94,5
94,6
94.75
94,6
i.5
'>.20
6,4
6,13
5% Goldmexikauer ....
31.75
32 5
36,5
Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- und Pnvat-Bank
127
127,50
125
126,13
93.75
93.75
94
94
Lärmst, und Naiioualbank •
111
112
111
112
113,5
113
114
114
Deutsche BereiuSbank - - - -
DiSconto Lounnandit • •
102, Oil
103.25
103,25
103
76.5
93
7.25
75,75
_
Mitteldeutsche Lrcdttbank . Oesterreichische Treditanstall-
93
7.40
93
7,25
92,75
7.4
0,07
58
0.065
___
Lochumer Saß ........
56,9
60,5
BuderuS ..........
36.25
42
37,10
M.5
36.5
37
38
38
55.6
47,80
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
55,5
47
57.5, 48.5
54
45,75
Haroener Bergbau .....
89,5
91.50
117
87
9)
Kaliwerke Aschersleben....
116
115
118
Kaliwerk Westeregeln.....
121
128
18.62
19.2
Laurahülte .......
32
33.25
33,5
33,25
Oberbedarf...........
36
40.5
36
Phönix Bergbau .......
65,25
68
R3.75
66,1
Äheinstahl . .......
49,5
52
46.6
49,5
68,6
8hcbc(t Montan........
66
68 5
67
TelloS Bergbau.......
44
45
Hamburg-Amerika Pak«. . .
Norddeutscher Llovd . . . . .
46.5
44
48
46,75
44.5
45,13
47,75 47,30
Lheramtsche Werke Albi« ..
—
. —
—
Zementwerk Heidelberg . . . Dbilipp Holzmann ......
67
55
68
55,13
55
54,5
88.1
Anglo-Tour.-Guau» .....
87
Badische Anilin........
117.90
120
115,75
118,50
Chemische Maver Sklavin ..
0.4
0,4
Goldschmidt ......
69
71.50
69,5 108.25
.1,11
Gries beimer Electron ...»
108
113.5
112.25
Höchster Farbwerke......
110.13
114
108,3
112,25
Holzverkohlung........
4.8
5
Nütgcrswerke ......
64
67,25
>3,25
65,75
Echetdeanstali ........
93
95,5
«llg. Elektrizitätt-Gesellschaft
93,-5
93,75
91,50
92,62
Bergmann ..........
T"rauittafttoette ........
65,5
70
67,9
71
N2
82
Schustert . . .........
Siemens <fc Halske .....
50.25
54
50.62
52,50
69,5
70
68,5
69,7j
Adlerwerke Kleyer ......
48,5
51
60
51
Daimler Motoren. ......
40
40.2
39
40,5
Heyligeustaedt.........
Meauin.............
30
35
—
44
42
40
40
Motorenwerke Mannheim .
60
Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselll^aft Franks«.
0,45 0,75
0,45 0,75
—r
0,75
96,25
67,75
95,75
67,5
32 5
33
67,25
Schuhsabrik Herz......
32
70
Sichel..............
20,6
21
20
20
Zellstoff Waldhof......
8.65
8,75
8,4
9,1
Zuckerfabrik Frankenthal .«
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
57,5
66
60
58,5
57^5
57
Frankfurter Mendbörse
Frankfurt a. M., 6. Aug. Rach Ueber- windung des in der heutigen Rachbörse durch Gewinnrealisationen hervorgetretenen leichten Druckes, setzte an der Abendbörse wieder eine feste Haltung ein. Das Geschäft bewegte sich aber in engen Grenzen, da die Unternehmungslust wieder zurückhaltender geworden ist. Größtenteils konnten sich die Hauptwerte am Aktienmarkt noch weiter befestigen. Etwas reger gestaltete sich der Verkehr am Montanmarkt, der fest lag. Chemische Werte waren zumeist nur gehalten. Am Elektromarkt gaben AEG. leicht nach. Von Vankwerten wurden Berliner Handelsgesellschaft um 2,25, Darmstädter um 1 höher, während Deutsche Bank 0,7 Prozent niedriger wurden. Auch Maschinenaktien konnten sich um etwa 1 Prozent bessern. Der deutsche Rentenmarkt lag unverändert. Auch Pfandbriefe bewegten sich auf dem Riveau der heutigen Mittagsbörse. Die Börse schloß bei ruhigem Geschäft zu leicht ermäßigten Kursen. Deutsche Anleihen: bprozen- tige Reichsanleihe 0,202'/2, Schutzgebietsanleihe
so wird dich augenblicklich eine Strafe treffen, die dich vollständig zerschmettern wird. Du weiht, daß ich das Mittel in der Hand habe."
Fob antwortete nicht. Sie starrte auf den Teppich und biß die Zähne zusammen, um nichts Uebereiltes zu sagen. Fellips steckte sich eine neue Zigarette an und ging im Zimmer auf und ab. Plötzlich blieb er stehen und sagte drohend und scharf:
„Denk' daran, daß es dir verboten ist, unter irgendeinem Vorwand Warminge zu verlassen!"
Wieder ein paar Schritte im Zimmer, und dann kam abermals eine Drohung:
„Damit du dich keinen Illusionen hingibst, teile ich dir mit, daß' alle deine Bewegungen überwacht sind, vorn Morgen bis zum Abend, und vom Abend bis zum Morgen. — Und nun einen angenehmen Morgenspaziergang vor dem Frühstück, meine Gnädige!“
Während Herr Fellips seinem Unmut über gewisse, von ihm vermutete feindliche Absichten und Vorbereitungen zu einem Angriff Ausdruck gab, waren diese viel weiter gediehen, als der Banldirektor ahnte.
Gabby stand in voller Wirksamkeit, zu einer noch früheren Stunde als ihr energischer Gegner. Ihre erste Aufgabe war an diesem Tage gewesen, zu einer Stunde, da noch das ganze Haus schlief, — mit Ausnahme des Hausherrn, der sich weit draußen auf den Feldern erging, — an ihrem Fenster ein Signal in der Ferne abzuwarten. Sie war mit Milltorp über dies Zeichen übereingelommen: wurde zur festgesetzten Stunde am Dachfirst seines Hauses eine amerikanische Flagge gehißt, so bedeutete dies, daß er sie erwartete und eine wichtige Mitteilung für sie hatte. Gabby war zehn Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt auf ihrem Posten. Mit amerikanischer Pünktlichkeit flog Schlag sieben Uhr das amerikanische Sternenbanner in die Höhe. In der durchsichtigen, glasklaren Septemberluft war es auch auf meilenweite Entfernung deutlich erkennbar, und Gabby brauchte kein Fernglas, um es zu sehen.
Befriedigt über diesen guten Beginn eines wahrscheinlich sehr anstrengenden und fbannen»
2,900, 3'/zprozentige Preußische Konsols 0,25 3prozentige Preußische Konsols 0,24. Ausländisch« Renten: öprozentige Goldmerikaner 32,5, 5Pro- genüge bulgarische Tabak (Talons) 20,5. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 127,50, (Som* merzbanl 93,75, Darmstädier Bank 112, Deutsche Bank 113, Discontogefellschaft 103,25, Dresdner Bank 100, Metallbank 75,75, Mitteldeutsche Sre* ditbank 93, Reichsbank 120,20, Oesterreichische Creditaktien 7,37. Montanaktien: Buderus 42, Harper- 91,50, Ilse Bergbau 84, Mannesmann 62,50, Mansselder 54,50, Oberenro 37, Phönix 68, Rheinische Braunkohlen 112, Rheinstahl 52, Kali Aschersleben 117, Kali Westeregeln 128. Chemische Altien: Elberfelder Farben 114,95, Th. Goldschmidt 71,50, Höchster Farben 114, Holzverkohlung 5. Industrieaktien: Adlerwerke Kiener 51, AEG. 93,75, Bingwerke 52,75, Daimler 40,20, Dyckerhoff 31,50, Licht und Kraft 88, Eßlinger Maschinen 42, ®cbr. 3ung» hqns 67, Krauß Lokomoüv 34, Rheinmetall 27,50, Schlickert 54, Julius Sichel 21, Wayß & Freh- tag 70,50, Zellstoff Waldhof 8,75, Badischer Zucker 58,50, Frankenthalzucker 60, Hamburg- Amerika Paket 48.
. Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 6. Aug. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neuer Ernte) 26 bis 27, Roggen (inländischer, neuer Ernte) 21,50 bis 22, Hafer (inländischer) 20,50 23,50,
Mais (gelb) 22 bis 22,25, Weizenmehl, Spezial 0 39 bis 40, Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleio 11,75 bis 12, Roggenkleie 12,50 bis 12,75.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankf urt a. M., 6. Aug. Auftrieb: 1 Kuh, 1036 Kälher, 258 Schafe, 498 Schweine. Es kosteten 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 80 bis 88, mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 79, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 69; Schafe, Weide- mastschafe: Mastlämmer und Masthämmel 48 bis 52, geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 47, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 29 bis 38; Schweine: vollster- schige von 80 bis 100 Kilo 88 bis 90, vollfleischige unter 80 Kilo 82 bis 87, vollfleischige von 100 bis 120 und 120 bis 150 Kilo 88 bis 90, unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 82. Markt- Verlauf: Marckt bei flottem Handel geräumt.
Vernarr Produllvnbörse.
Berlin, £ Aug. Der Produktenmarkt war weiter überwiegend fest, besonders für Weizen und Roggen. Hafer ist in greifbarer Ware bei höheren Preisen wenig angeboten. In Gerste blieb das Geschäft ruhig. Für Mehl bestand Rachfrage, aber die hohen Forderungen sind nicht immer durchzusetzen. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 253 bis 256, do. Sept. 263 bis 264, do. Oft. 266 bis 268, Roggen, mark. 191 bis 197, do. Sept. 205,50 .bis 207, do. Oft. 210,50 bis 211,50, do. Westpreußen 182 bis 185, neue Wintergerste 190 bis 198, Hafer, märt 228 bis 235, do. Sept. 194, do. Oft. 200, Mais, loko Berlin 216 bis 218, Raps 355 bis 360; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,25 bis 35,50, Roggenmehl 27,50 bis 29,25, Weizenkleie 14, Roggenkleie 13,75 bis 13,80, Viktoviaevbsen 27 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen, blau 11,75 bis 13,25, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,60 biS 24, Trockenschnitzel 12 bis 12,30, Torfmelasse 10, Kartoffelstöcken 26 btS 26,30, Zucker 22,40 biS 22,60 Mk.
MechNche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Isr. ReligionSgemeinde. GotteSd. t. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 8. August. Vorabd. 7.30, morg. 8.30, abds. 8.10 u. 8.50.
Eine Fliege in der Milch
kann zu grobem Unheil führen. Die Fliegen sind Träger zahlreicher Krankhettskeime und ein einziger Keim kann in wenigen Stunden viele Millionen solcher Keime bilden; diese Gefahr ist bet der Frischmilch sehr groß. Sie können diese Keime unschädlich machen, indem Sie die Milch sterilisieren, aber das Kind wird die sterilisierte Milch nur schwer vertragen. Wenn Sie eS nicht selbst stillen können, so geben Sie ihm die einzig sichere Nahrung, daS altbewährte Nestle's Kindermehl. Es ist überall erhältlich. Probedose und illustrierte Broschüre über Säuglingspflege kostenlos und unverbindlich durch „Ltnda"-Gesellschaft m. b. H., Berlin W 57, Bülowstraße 56. 6946sl
den Tages konnte sich nun Gabby mit einigen anderen kleinen Dingen befassen ..... sie muhte
einen Brief und einige Telegramme erledigen. Das Ausbleiben aller Briefe der Exzellenz war sehr verdächtig und forderte genaue Anfragen nach verschiedenen Seiten.
Bevor sie zu Milltorp ging, wollte sie einige Worte mit Fob sprechen. Es war an der Zeit, sie in den Reiseplan einzuweihen, den die Alliierten für sie ausgearbeitet hatten. Man mußte damit rechnen, daß die Bedenken und Proteste, die Fob gegen einen so entscheidenden Schritt ins Treffen führen würde, alle Ueber- redungskunst auf Seiten Gabbhs jn Anspruch nehmen würden. Gabby hoffte, vor dem Frühstück einige Minuten mit ihr allein sein zu können. Darin irrte sie sich aber, denn als sie in den Speisesaal fjinunterfam, war schon die ganze Tischgesellschaft versammelt. Das Gesicht des Banldireltors zeigte nicht, daß irgendetwas vorgefallen sei. Aber Fob, die so leicht die Balance verlor, verriet sich sofort. Bevor noch ein Wort gesprochen wurde, wußte Gabby, daß sich etwas Unangenehmes zugetragen hatte. Jobs in den letzten Tagen fast fröhliches Aussehen war wieder dem alten nervösen und unglücklichen Ausdruck gewichen. Während des ganzen Früh- 'stücks sagte sie kaum ein Wort und nahm so gut wie nichts zu sich. Gabb) durchschaute unschwer den Zusammenhang. der. Bankdirektoe hatte rechtzeitig einen Gegenzug unternommen. Um allen Möglichkeiten zuvorzukommen, hatte er ihre verwundbarste Stelle getroffen und seine alte Waffe gegen Fob benützt. Und es schien ihm — vorläufig — gelungen zu fein. Die Furcht vor ihm war ihr zutiefst in Blut gegangen .....
Das ausgesprochene Gegenstück zu Fob saß am anderen Ende des Tisches. Das war Herr Kehler, der in fröhlicher und aufgeräumter Stimmung war. Er wetteiferte mit Herrn Fellips in der leichten und amüsanten Konversation, die im Gange war.
Sofort nach bem Frühstück erhielt Gabby die Bestätigung ihrer Vermutung bezüglich ZobS Verstimmung und auch die Austlärung über Kehlers so glänzende Laune.
(Fortsetzung folgt)


