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llr.56 Awetter Blatt

Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

handelt und weder

Aufstand in Kurdistan.

Den unserem türkischen Korrespondenten.

Konstantinopel. Ende Februar 1925.

in der Armenierfrage gespielt haben, dürfte noch allgemein erinnerlich sein.

Die Kultur steht hier auf erstaunlich niedri- oer Stufe. Trotz der eigenen Sprache wird man selbst nach den bescheidensten Anfängen einer eigenen nationalen Literatur vergebens suchen.

Zwar hat der Kurde von jeher dem Ver­bände deS türkischen Staates angehört, aber sich doch in gewissem Sinne völlige Selbstständigkeit bewahrt. Noch beute herrscht hier der Scheich alS unumschränkter Herr über seinen Stamm und die nie abreibenden Fäden der Blutrache und sonstigen Streitigkeiten bilden willlomrnene Gelegenheit au kleineren Kriegs-ügen der wil­den Bergvölker untereinander. Auch zu Raub­zügen ist man gerne bereit und der armenische Dauer berechnete schon in Boraus. was ihm von den Feldfrüchten abgenommen wurde und war das auch nicht anders gewohnt. 3m übrigen treibt der Kurde vorwiegend Viehzucht und ohne eigentlicher Nomade zu sein im Winter haust er in festen Dörfern zwingt schon die Rau­heit der wilden Gebirgsnatur des öfteren die DeDegründe zu verlegen. So arm der Hirt oder Dauer selbst ist, über so gröberen Reich­tum verfügt der Scheich selbst, zu dem jener in völligem Hörigkeitsverhältnis steht. Auch die kirchliche Macht, bei dem Mohammedaner von ausschlaggebender Bedeutung liegt in den Hän­den des Scheichs, der zumeist, ob mit Recht oder Unrecht sei dahingestellt, alS Rachkomme deS Propheten gilt. Wegen des an die Regie­rung zu entrichteten Tributes ist des öfteren zu Aufständen gekommen mit nachfolgender Straf- expedilion. An einer solchen Bezwingung einer kurdischen Bergfeste nahm im Jahre 1838 unser Moltke. damals Hauptmann in türkischen Diensten, teil. 3n seinen Briefen gibt er uns in meisterlicher Sprache ein Bild von jenem wilden Lande: .die ganze Gegend wurde immer wilder und die Berge glichen in ihrer Form den Wogen eines stürmischen MeereS, kein Dusch, kein GraS, kein Moos bekleidete die Abhänge, so wild, so ohne Spur von Anbau... und die Berge so wegelos, dah man sie sich als daS Ende der Welt vorstellen könnte".

Dieses Gebiet ist neuerdings der Herd der Aufstandsbewegung gegen die türkische Regie­rung. Es dürften hoch gerechnet 810 (XX) Mann sein, über die der Scheich Said jetzt verfügt, nachdem er aus der Gegend von G e n d s ch in der Rähe von Musch und D i t l i s los­brach. Dci der geringen Anzahl von türkischen Soldaten und Gendarmen vermochte sich der Aufruhr rasch auszubreiten und hat sich bis fast nach Malatia und Diarbekir ausgedehnt, so dah bereits vier Wilajets zum Teil in seiner Hand sind.

Mag sein, dah die Regierung in diese ab­gelegene Gegend völlig ungeeignete Deamte ge­schickt halte und auch wohl in falscher Weise die Reuerungen der heutigen modernen Staatsver­waltung bei diesen Halbnomaden anwandte, die zu großer Unzufriedenheit führten. Der Haupt­grund jedoch für diese überraschenden anfäng­lichen Erfolge ist darin zu suchen, dah der Scheich Said seiner Dewegung einen religiös-reak­tionären Anstrich gab und so leicht vermochte, gerade hier auf die Masse des gewöhnlichen Volkes einen groben Einfluh auszuüben. Natür­lich ist er selbst ein ..Nachkomme des Propheten", und in seinem Manifest gibt er an, dah er von Gott gesandt ist, um gegen die jetzige türkische Staatsform zu kämpfen, die das Kalifat ab­geschafft habe, die den Geist des Atheismus in den Schulen verbreite und den Frauen erlaube, nackt (d. h. unverschleiert!) herumzulaufen. Es wird sogar für den Sohn des letzten Sultans die Thronfolge gefordert.

Mit solchen Manifesten wird man vielleicht in dieser abgelegenen Gegend einige Anhänger finden, eine gröhere Volksbewegung wird man damit in der Türkei durchaus nicht Hervor­rufen können. Die 3dee der Neuen Türkei liegt zu tief im Herzen aller verankert, die ja gerade gegen den Sultan, der zu einem schmählichen Pakt mit den Todfeinden bereit war, in un­sagbar hartem Kampfe sich die Freiheit erringen muhten und auch der gewöhnliche Mann weih heute nur zu gut, dah ein Rückgreifen auf den alten illamischen Religionsstaat auf theokrati- scher Grundlage die alte Lethargie wieder herbei­führen würde.

Nun hat gerade der Kurde noch niemals im Rufe eines besonders fanatischen Mollims ge­standen. und es wird ihm auch wohl wenig daran liegen, einen Religionskrieg nach der eigent­lichen Türkei vorzutragcn. in erster 2nie schwebt dem rebellischen Scheich der Gedanke eines selbständigen Kurdistan vor Augen. Lind damit kommen wir auf bekannteres politi­sches Gebiet.

Die Kurdenfrage tauchte zuerst im Ver­trage von S ö v r e s aut. England, das ja stets in historisch selbstloser Weise danach ausschaut, dah auch nicht das kleinste Völkchen ohne Selb­ständigkeit (deutsche freilich ausgenommen» ohne Selbständigkeit bleibt, natürlich unter englischer Leitung, stand an der Wiege des neuen Staates. Doch schon in ßaufanne wurde das Kind zu Grabe getragen, und nur die in geschickter Weise

Die in den östlichen Wilajets seit Mitte Februar offen zutage tretende kurdische Auf- standsbcwcgung hält hier alle Gemüter in größter Erregung gefangen. Da es sich um eine der ab- gelegensten Provinzen, das Kurdistan, »hin­ten weit in der Türkei" handelt und weder Eisenbahn noch brauchbare Wege dorthinsühren. war eS bei den zerstörten telegraphischen Ver­bindungen recht schwierig, sich anfänglich ein ge­naues Bild von den Vorgängen zu machen.

Die Kurden bewohnen das Gebiet des öst­lichen TauruS bis zum W a n f c e nahe der per­sischen Grenze und bilden ein muselmanisches Hirten- und Bauernvolk indogermanischer Ab­stammung. Vor allem in der kriegerischen Herren­schicht hat sich durch strenge Kastenabsonderung der Typus des blonden Rordlings gut erhalten. Dieser robuste Herrenmensch mit kaltblickenden otau-blauem Auge und oft abschreckend wilden GfeslchtSzüaen hat in der türkischen inneren Poli­tik von jeyer eine gewisse Rolle als Kondottieri zu spielen gewußt. Sein Heldentum läht jedoch stets jede ritterliche Seite vermissen und außert sich zumeist nur in tückischem ilcberfall und Kampf nur bei feststehender eigener Ueberzahl. Die verhängnisvolle Rolle, die kurd sche Stämme

offen gelassene Mossulsrage barg noch den Keim I der Hoffnung auf Erfüllung dieses Lieblings- | traumeS englischer Orientpolitik in sich, und das ist wohl der Hauptgrund des zähen Festhaltens der Engländer an dreier Provinz. Das dort vor­kommende Petroleum, dessen Ergiebigkeit durchaus nicht einmal sicher festgestellt ist, hätte man sich leicht ebenso wie in Persien durch Verträge sichern können. Aber man möchte hier wenigstens, wenn alles andere nicht zum Ziele führen sollte, in Mossul ein Zentrum für eine künftige Kurden­propaganda schaffen. Denn der große Wert, für England hier alS Anwalt ernes kurdischen Nationalstaates auftreten zu tonnen, liegt offen zutage, und eS würde lich so eine Vor­machtstellung in Dorderasien schaffen, die bei jeder Gelegenheit leicht auszunutzen wäre. Zuerst hatte man hier den armenischen Staat geplant, der die Türken von den lebenswichtigen Verbindungen nach dem Osten abriegeln sollte, aber nachdem man in langen Jahren da- armenische Volk zu Todeprotegiert" hatte, konnte nichts mehr daraus werden. Da nun in dieser Gegend kaum Armenier mehr vorhanden sind, die man von den bösen Türken und wilden Kurden befreien könnte, so versucht man jetzt eben den Kurden von dem Türken zu befreien, und es soll hier mit aller Gewalt durch ein künstliches Staatengebilde ein Keil eingetrieben werden, der den kleinasiatischen Stamm Der Türkenvölker von dem großen asiati­schen abtrennen soll. Der Plan ist, wie immer, großzügig angelegt, und selbst bis weit nach Persien hinein beziehen manche Kurdenführer, so der bekannte Ismail Agha Simko, regelmäßige englische Subvention. England besitzt ja darin eine große Routine, hier im Orient ehrgeizige Führer durch Gold fcu erlaufen, und aus Dem Weltkriege ist manchem Deutschen, der im fernen Oriente kämpfte, der .Scheich", der mit der Waffe in der Hand und dem Pfunde Sterling in der Tasche rebellierte, eine nur allzugewohnte Erscheinung und hat dem Deutschen, wie auch dem Türken selbst viel zu schaffen gemacht. Auch bei dem jetzigen Auf stände sind bei den gefangenen Rebellen fremde Waffen und sogar Uniform stücke gefunden worden. Auch das gesamte Propaganda- material ist im Auslande gedruckt worden.

Der Kurde selbst denkt gar nicht so sehr an eine eigene Staatenbildung und hat bisher mit dem Türken Immer in gutem Einvernehmen ge­lebt und will auch gar nicht anders. Aus die­sem Grunde ist dem Aufstande als Volksbe­wegung keine große Bedeutung beizulegen, da es sich lediglich um den Aufruhr bestochener Führer handelt. Der Zeitpunkt ist allerdings in- sofern sehr günstig gewählt, denn zur Entschei­dung in der Mossulfrage weilt gerade die Stu- Dientommilfion des Völkerbundes in Bagdad und der soll jetzt bei dieser Gelegenheit die Un­zufriedenheit der Kurden, die ja auch den Haupt­teil der Bevölkerung Mossuls ausmachen, mit der türkischen Herrschaft ad oculos demonstriert werden.

Bei den oben angebeuteten schwierigen land­schaftlichen Verhältnissen zumal zu dieser Jahres­zeit in einem Gebirge bis zu 3500 Meter Höhe wird biS zur völligen Unterwerfung des Auf­standes einige Zeit vergehen. Eine größere Truppenmacht hat den AusstandSherd bereits er­reicht und abgedämmt. Die kurdische Bevölkerung der Städte hat die wahren Absichten deS Scheichs, der nur auf Plünderung und Raub au »ging, bald erkannt, und vor allem in E l - A s i S wur­den seine Anhänger nach hartem Kampfe auS der Stadt geworfen.

Leider wird auch dieser Kampf dem jungen türkischen Staate einiges Geld und wertvolles Blut kosten, nach Den langen Kriegsjahren ist beides nicht gerade im Ueberfluß vorhanden.

Durch den Devölkerungsaustausch mit Griechenland hat sich die Türkei von poli­tisch überaus gefährlichen osmanischen Griechen glücllich befreit und wird lange brauchen, ehe sie sich von den dadurch verursachten wirtschaft­lichen Erschütterungen völlig erholt hat. Auch die Armenierfrage ist gelöst. Bleibt also nur noch übrig, mit den muselmanischen kurdischen Brüdern Tn ein gutes Verhältnis zu kommen. Denn die Kurdenfrage als Werkzeug einer ziel­bewußten türkenfeindlichen Orientpolitik irgend­einer fremden Macht würde den mit aller Gewalt erstrebten Aufstieg Der neuen Türkei immer wie­der aufs neue untergraben, ja, könnte ihr sogar das Grab bereiten.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 6. März. In der jüngsten außerordentlichen Sitzung des Ge­meinderats ergriff vor Eintritt in die Tagesordnung Bürgermeister S ch o m b e r das Wort, um in ehrenden Worten des so plötzlich verst orbenen Reichspräsidenten Ebert zu gedenken. In tiefembfunbenen Worten feierte der Redner die großen Verdienste des Verstor­benen um das deutsche Doll, und gedachte der hohen Achtung, die der allzufrüh von uns Ge­schiedene wohl in der ganzen Welt genoß. Der Redner schloß seine AuSuhruncien mit dem Ge­löbnis, im Geiste Friedrich Eberts weiterzuar­beiten, auf diese Weise können wir sein Gedächt­nis am besten ehren. Stehend hörte der Ge­meinderat diese Worte, die einen tiefen Eindruck hinterließen, an. Die im Anschluß hieran vorgenommcne Vergebung der Arbeiten zum Innenausbau des von der Gemeinde er­richteten Doppelwohnhauses hate folgen­des Ergebnis: Die Schreinerarbeiten erhielt Schreinerm'ister Döring- Gößen zum Betrage von 4 101 Mk.. die nächsthöheren Angebote waren 4 694 . 4 902 . 4 975. 5 316 und 6 771 Mk.. die Weißbinderarbeiten (einschließlich der Tapezier­arbeiten) erhielt Ludwig Dech-Wieseck zum Betrage von 2 742 Mk. Dies war das zweit­niedrigste Angebot, der Unterschied war aber so gering, daß dem Einheimischen der Vorzug gegeben wurde Weitere Angebote: 2 705. 2992, 4016, 4096 und 4099 Mk. Der Zuschlag für die Glaserarbeiten wurde Karl Kreiling und Gen. zum Betrage von 1036 Mk. erteilt. Hier galten Die gleichen Voraussetzungen, wie bei den Weitz- binderarbeiten. Die weiteren Angebote laute'en auf 925. 1015. 1078, 1037. 1102, 1114 und 1158 Mark. Die Schlosserarbeiten erhielt KarlSche - rer-Wiefeck zum Angebot von 388 Mk.. wei­tere Angebote: 411, 552 und 837 Mk. Die Ar- beiten für die elektrische Lichtanlage erhielt eben- * falls Scher er-Wieseck. Angebot 127 Mk.. I außerdem lagen vor: 128. 144, 208, 216 und 244 I Mk, Auch die Installations-arbeiten wurden

Scherer- Wieseck zugeschlagen, das Angebot lautete auf 313 Mk., die weiteren auf 320. 422 und 898 Mk. Bemerkt sei hierbei, daß die rechnerische Nachprüfung der Offerten seitens des Kreisbauamts einige veränderte Zahlen brachte. So erhöhte sich z. D. das niedrigste Angebot der Schreinerarbeiten um 1100 Mk.. allerdings keinHeiner Rechenfehler. Die Beratung dieses Gegenstandes war unbedingt erforderlich, von der Behandlung weiterer gegenstände sah man In Anbetracht deS Ernstes der Stunde ab und wurde die Sitzung hieraus geschlossen. Die Zahl der Erwerbslosen hält sich mm schon seit längerer Zeit auf unveränderter Höhe. Diese Zahl ist für die Größe unserer Gemeinde unver­hältnismäßig hoch und läßt sich in gleicher Höhe zurück bis zum Oktober v. 3. verfolgen. Zunächst rechnete man damit, dah Der Winter mit seinem gewöhnlich stärkeren Deschäsiigungsgrad eine Ab­nahme der Unterstützungsberechliglen brächte: diese Hoffnung schlug fehl. Möglich, daß die aller Voraussicht nach in diesem 3ahr stärker einsetzende Bautätigkeit eine größere Nachfrage nach Arbeitskräften bringt. 3m Laufe des Mo­nats mußten unterstützt werden: am 6. Fe­bruar 36 männliche, 4 weibliche und 58 Zu- schlags-mpfänger. am 15. Februar 31 männliche, 5 weibliche und 45 Zuschlagsempfänger, am 22. Februar 35 männliche, 5 weibliche und 44 Zufchlagsempsänger. am 28. Februar 35 männ­liche 5 weibliche und 45 Zusch'cr rSemvsänger. Zu Notstandsarbeiten waren 22 bzw. 24 männliche Personen herangezogen. Die Zahl der auS der Sozialfürsorge Unterstützten blieb mit 57 Sozial­rentnern und 18 Kleinrentnern unverändert.

Mainzlar, 6. März. Die H o l z s u b Mission unserer Gemeinde ergab folgende Preisgebote: Eichenstämme 2. Kl. 95 Mk.. 3. Kl. 76 Mk., 4. Kl. 54 Mk., 5. Kl. 39 Mk., Kiefern­stämme 3. Kl. 37 Mk.. 4. Kl. 30.50 Mk.. Fichten­stämme 3. Kl. 27,50 Mk.. 4. Kl 25 Mk. 5a-Kl. 23,50 Mk^ 5b-Kl. 21,90 Mk-, Fichtenderbstangen 24 Mk. je Fstm.

Beuern, 6. März. Bei Der Hostzsub ° mission hiesiger Gemeinde wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Fichtenstammholz 1. Kl. 36 Mk.. 2. Kl. 35 Mk., 3. Kl. 34 Mk., 4. Kl. 30 Mk., 5a-Kl. 29 Mk., Kiefernstammholz 4. Kl. 28 Mk.. 5. Kl. 26 Mk. je Fstm., Erlen-Nutzknüppel 8 Mk. je Rm.

Dg. Großen-Buseck. 5 März In dem mit Reichsfahnen würdig ausgestatteten Saale des Gastwirts Brück fand eine Trauerkund­gebung für den verstorbenen Reichspräsi­denten statt, bei der Landtagsabgeordneter Mann aus Gießen ein Lebensbild des ersten Präsidenten entwarf.

Großen-Buseck. 6. März. Bei der Holzsubmission unserer Bürgermeisterei lagen folgende Höchstgebote vor: Fichtenstämme 2. Kl. 29,45 Mk.. 3. Kl. 30.15 Mk.. 4. Kl. 27,75 Mark, 5a-Kl. 26.52 Mk, 5d-Kl. 23.52 Mk., Kie­fernstämme 3. Kl. 21 Mk.. 4. Kl. 20 Mk.. 5. Kl. 17,90 Mk. je Fstm. Die Nutzholzverstei- gerung ergab nachstehende Durchschnittspreise: Fichtenstangen 1. und 2. Kl. 27 Mk., lÄchenstämme 30 Mk., Buchenstämme 32 Mk., Dirtenstämme 15 Mk.. Lärchenstämme 17 Mk.. Kiefernstämme 32 Mk.. Fichtenstämme 1. Kl. 35 Mk. je Fstm., Cichennuhscheiter 30 Mk., Eichenknüppel (Rund- schrtter) 20 Mk. je Raummeter.

Reiskirchen, 6. März. Bei der heuti­gen Holzsubmissivn unserer Gemeinde wur­den geboten: für Kiefernstämme 3., 4. und 5. Kl. 28 biS 35 Mk., Kieferngrubenholz 20 Mk.. Kie­fernderbstangen 8 Mk. je Fstm. Die Dieter (zwei) sind von hier.

Grünberg. 6. März. Wegen Vornahme von Wasserleitungsarbeiten in Lauter wird die Kreisst ratze GrünbergLauter von Samstag. 7. März, bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über die Strahe GrünbergRöth­gesLauter geleitet.

Weickartshain, 6. März. Landwirt­schafts-Assessor Dr. Selzer von Grünberg hält am nächsten Sonntag hier einen Vortrag über Feldbereinigung".

al. Allen darf (Lahn). 5. März. Gestern abend fand im Saale der WirtschaftZur Linde" ein Vortrag über die Fremdenlegi o n statt, in dem ein ehemaliger Fremdenlegionär namens Friedrich Specht aus Darmstadt seine Erlebnisse schilderte. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Redner schlotz seine mit großer Spannung verfolgten Ausführungen mit einer ernsten Mahnung an die Jugend, sich nicht zum Eintritt in Die Fremdenlegion verleiten zu lassen.

Muschenheim. 6. März. Die H o l z - Versteigerung in den Waldungen Der Ge­meinde und Mark Muschenheim brachte folgende Durchschnittspreise: Eichenstämme 3. Kl. 97.15 Mark. 4. Kl. 45.83 Mark, 5. Kl. 27,65 Mark, 6. Kl. 38,32 Mark, Fichtenstämme 3 Kl. 29,10 Mark. 4., 5a- und 5b-Klasse 35 Mark je Fstm. Bei der Holzsubmission waren folgende Höchstgebote zu verzeichnen: Eichenstämme l.Kl. 120.50 Mark. 2. Kl. 90 Mark. 3. Kl. 60 Mark. 4. Kl. 46.05 Ttarf. 5. Kl. 38 Mark. 6. Kl. 29.05 Mark. Fichtenstämme 3. Kl. 37,05 Mark. 4. Kl. 35,10 Mark, 5a-Klasse 33,05 Mark je Fstm.

* Steinheim, 6. März. Kommenden Sonntag wird hier ein Vortrag überAn- Wendung und Wirkung Der künst­lichen Düngemittel" gehalten. Den Vor­trag hält der Direktor des Landwirtschaftsamtes in Lich. Landwirtschaftsrat Dr. Lehr.

* Dilli ngen . 7. März. Morgen, Sonn­tag, findet hier im RathauSsaal ein Vortrag überFeldbereinigung" statt. Redner ist Landwirtschaftsrat Dr. Koenig von Lich.

Kreis Friedberg.

vw. Butzbach, 6. März. Vor dem Welt­kriege waren in Butzbach zwei Märkte von Be­deutung: Der im November stattfindende Ka­tharinenmarkt und der Frühjahrs- f af elmarf L Ersterer war in früherer Zeit in Der ganzen OegenD berühmt. Die Landleute aus Der Umgegend deckten damals ihren Bedarf an Flachs, Spinnrädern und Schuhen. Abends fanden im ..Löwen" undHessischen Hof" Bälle statt. Wit dem Schwinden der Spinnräder, dem Aufhören des Spinnens im Hause und Dem Auftauchen Der Konsumvereine auf dem Lande, verlor der Katharinenmarkt an Bedeutung, wenn er auch noch fortbeftanD und bis auf den heu­tigen Tag abgehalten wird. Dagegen erfreute sich Der anfangs März ftattfinDenDe Faselmarkt immer größerer Beliebtheit, zumal er mit einer Tierschau, Prämiierung und Verlosung verbun­den war. Heuer soll er mm wieder in früherer

Samstag, 1. Blärj 1925

Ausdehnung in die Erscheinung treten. Die Ver­losung bildet auch jetzt wieder einen Anziehungs­punkt. Die Nachfrage nach den Losen war eine so rege, daß rasch alle abgesetzt waren und 4000 weitere mit dementsprechender Vermehrung der Preise aufgelegt werden mutzten. Als Ge­winne kommen Rinder. Schweine, Hühner und landwirtschaftliche Geräte in Betracht. Am Samstagabend wird imDeutschen Haus" ein Lichtbildervortrag des Oberstleutnants v. Hagen über die Abwehrschlacht am Naroksch- see abgehalten, zu welchem Der Kriegerverein Butzbach Die Einladungen ergehen lieh. Die Fe st Wanderung des Gesamtlaunus- Hubs findet am 17. Mai 1.2. mit dem Ziel Butzbach statt. Unser Zweigverein trifft be­reits Vorbereitungen, um den Gästen ein paar schöne Stunden bereiten zu können

Kreis Büdingen.

? Nidda. 6. März Das 4. Wer- tungssingen des Niddatalsänger- b und es findet am 3 Mai im Saale des GambrinuS hier statt. Jeder Dundesveretn singt dabei zwei Dahlchöre, von denen der eine cir Volkslied fein muß. AlS Massenchvr wurdeDaS Deutsche Lied" von Kalliwoda gewählt. Dieser gelangt, von etwa 600 Sängern gelungen, au* dem Marktplatz unseres Städtchens zum Vortrag. Die Abstimmung unter den einzelnen Bundes- vereinen ergab keine -,z Mehrheit für Den sofortigen Anschluß an den Hessischen, bzw. Deutschen Sängerbund. Vielfach waren finanzielle Bedenken ausschlaggebend. Man wird aber auch weiterhin innerhalb des Bundes Den Anschluß^edanken lebendig erhalten, um zu gegebener Zett die Frage deS Beitritts erneut erörtern zu können und Dann hoffentlich mit gutem Erfolge.

Kreis Alsfeld.

>4 A l s f c ID , 6 März. Nachdem endltch im vorigen Herbst die Zuteilung im Feld- berein ig ungSverfahren Der G e- marfung AlSfeld erfolgt ist, sind Die Ar- beiten für die Umgestaltung der neuen Grundstücke gegenwärtig eifrig im Gange Ueberall werden die Gewannwege mit den er­forderlichen Abfahrten hergestelll und planiert, in den zur Feldbereimgung zugezogenen Gärte» im Stadlbering werden entsprecheno Den neuer Grenzen Die Einfriedigungen versetzt und Die Gartengrundstücke neu angelegt. Hier zeigt sich so recht, wie jetzt Luft und Licht in viele seither nur schwer und umständlich zugänglich gewesene Gärten kommt. Dadurch, daß ferner durch dir Feldbereinigung verschiedene neue Straßen die im Ortsbauplan vorgesehen waren, jetzt auf- gemacht werden, ist die Möglichkeit, geeignetes Baugelände zu bekommen, geschaffen wor­den, was im Interesse der Allgemeinheit zu begrüßen ist, da hierdurch eine Hebung der Bau­tätigkeit erhofft wird, die bei Der sehr großen Wohnungsnot dringend notwendig wäre. Durch die Feldbereinigungsarbeiten, die bei der gc linden Witterung den ganzen Winter über fort geführt werden konnten, war es möglich, einer großen Anzahl von Personen zeitweilig wur­den bis zu 60 Personen beschäftigt Ar­beitsgelegenheit zu verschaffen, so daß im vergangenen Winter f a ft keine Er­werbslosen in der Stadt Alsfeld zu ver­zeichnen waren.

Starkenburg und Nbcinheffen.

fpd. Mainz. 6. März. Im nahen Buden- heim wurde heute früh die Inhaberin des Cafös Rheinblick", die 54jährige Frau Braun mit ihrer erwachsenen Tochter erschossen auf­gefunden. Die Tat ist. dem Befunde nach, bereits vor mehreren Tagen geschehen. In dem Brief» kästen fand man einen Zettel vor. auf dem Der Bräutigam der Tochter Ottilie sich als Täter bezichtigt und zugleich mitteilt, daß er sich gleich­falls das Leben genommen habe. Es handelt sich um einen Ingenieur auS Darmstadt. Die Ge­richtsbehörden find aber der Ansicht, dcch (Der Mörder sich noch am Leben befindet und sich in£ Ausland geflüchtet hat. Der Tapezierer- meister Hoffmann erdrosselte seine Frau und verübte dann mit seiner G eliebten. einer Kellnerin, in seiner Wohnung, Forster st raße 20, Selbstmord durch Leuchtgasver giftung.

Kreis Wetzlar.

Garbenheim. 6. März. Die Jagd nutzung des gemeinschaftlichen IagdbezirtL Garbenheim.wurde an Den bisherigen Päch­ter Bankier Kellner-Wetzlar auf weitere 9 Jahre verpachtet. Pachtpreis, ausschl. Steuer, jährlich 950 Mk. Der Jagdbezirk ist ca. 451 Hektar groß. Darunter zirka 62 Hektar Wald, und hat guten Wildbestand, namentlich Rehwild.

Hesfen-Nassau.

Frankenbach, 6. März Bei der Holz» Versteigerung unserer Gemeinde wurden fol­gende Durchschnittspreise gezahlt: Kiefern 4. Kl. 15 bis 16 Mk.. Kiesem-Schnittstämme 3. Kl. 22 bis 24 Mk. je Fstm.. Fichten 8 bis 9 Ml. je Rm.. Fichtenstangen 1. Kl 1,98 Mk., 2. Kl. 1,30 bis 1,40 Mk , 4. Kl. 1,20 Mk. je Stück.

fpd. Frankfurt a. W.. 6. März. Im F c « b r u a r sind in Frankfurt a. M. insgesamt 17 61 Fälle krimineller Vergehen oder Verbrechen zur Anzeige gekommen bzw. be­arbeitet worden. 2n je einem Fall handelte eS sich um Mord, Totschlag und Totschlagsversuch in zwei Fällen um Raub, in elf Fällen um ein­fachen und in 114 Fällen um Einbruchsdiebstahl. Kleinere Eigentumsveraehen kamen 223, Betrüge­reien 193 und Unterschlagungen 130 zur Kenntnis der Behörde. Wegen Münzvergehen und -ver­brechen mußte 33mal eingeschritten werden. Sitt- lichkeitsverbrechen und -vergehen waren 150 unt kleinere Sittlichkeitsübertretungen 330 zu ver­zeichnen. Mit Wucher muhte sich die Behördc 140mal und mit Nahrungsmittelfälschungen 30mal beschäftigen. An Selbstmorden sind im Monat Februar 15 gezählt worden. Insgesamt sind wegen Vergehen oder Verbrechen im abgelaufe­nen Monat 578 Pertonen feftgenommen worden, Darunter 34 steckbrieflich verfolgte. Sistiert, D. h vorläufig feftgenommen und nach Klärung des Tatbestandes wieder entlassen, wurden 51 Män­ner und 9 Frauen.

bl. Dillenburg, 6. März. Mit dem Aus­tritt der letzten Klasse aus dem hiesigen Semi­nar im kommenden Herbst wird Die Anstall geschloffen. Wie bislang festgelegt tourte, soll ein Teil Der in Dillenburg ansässigen Be­hörden in Dem umfangreichen Gebäude unter-