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geführt.

Rasensport.

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(Nachdruck verboten.)

3. Fortsetzung.

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Seine ganze Menschenscheu war aus den scharf gesprochenen Worten hervorgebrochen. Mit einem Ruck warf er die Kräuterbüchse auf den Rücken und wandte sich Aum Gehen.

Rasch vertrat ihm Ingold den Weg.

Lind Ruth, Herr Doktor?" fragte er kurz, mit einem leidenschaftlichen Klang in der Stimme.

Ruth, meine Tochter? Was kümmert Sie das Mädel?" _ x .

Wahren Sie auch zu Ihrer Tochter das Pathos der Distanz, Herr Doktor?"

Wit einem hastigen Griff seiner fünf Singer warf Engechardt das graue Haar aus der Stirn. Ein unsicherer Blick schoß unter den buschigen, von schmerzlichen Lebenserfahrungen nieder­gedrückten Brauen hervor.

Meine Tochter ist kein Mensch wie andere . versetzte er leise nach einem Schweigen, das von Bienensummen. Bogelzwitschern und dem Rau­schen der Rheinschnellen angefullt war.

Wollen Sie Ruth von mir grüßen?' fragte Hanns noch leiser, und ein weiches Lächeln schmolz die straffen, harten Limen seines ge­bräunten Gesichtes.

Da brauste Engelhardt aufs neue aus.

Bestellen Sie Ihre Grütze selbst. Sie Mann Sie, der Sie kein Herr sein wollen!"

Flugs fing Hanns seine abwehrende Hand.

Rein, kein Herr, aber ein Mann. Doktor Engelhardt. Ich habe Ihre Erlaubnis und komme, Ruth, Fräulein Ruth Engelhardt heute noch begrüßen.

Hin und her schwenkte er un schmerzhaften Druck den Arm des Arztes, dann ging, lief er den weihen, von blühenden Kirschbäumen beschat­teten Weg dem Städtchen zu, und em Jubel sah in seiner Brust, als hätte der ganze Frühlings- Himmel mit seinen Legionen musizierender Engel darin Einkehr gehalten.

Er betrat die steile Gasse, die m siebenund- achtzig Stufen zur Kirche hinunterführte.

Doch da erschreckte, bedrückte ihn plötzlich öte leblose Stille Ein Weiblein auf der Türbank,

preis (100 Klm.» kommt in Elberfeld zum Austrag, während Erfurt den Großen Dreis der Stadt Erfurt über 100 Klm. zur Ausführung bring!. Eine Radfernfahrt über 214 Klm. kommt auf der Strecke BremenHannover Bremen zur Erledigung. Weitere Fernfahr­ten sind: Berlin Zürich Berlin (1065 Klm.). der Grotze Strahenpreis des Saargebietes 280 Klm.. Quer durch Anhalt (150 Klm.) und QRund um die Sächsische Schweiz 95 Klm.

Der süddeutsche Fußballmeister in Frankreich.

unt Vli We und Sch fcrif voll

Leichtathletik, im .Qroitiport, -turnen, crtjicßcn, Radfahren und im Fünfkomps ist Berlin.

Internationale Leichtathletik bringt Düssel­dorf. Der Düsseldorfer S. C. 99 hat eine groß­zügige Beranstaltung aufgezogen, zu der der Illi­nois Athletikclub Chieago, erste deutsche Klosse, viel­leicht auch Holländer und einige andere am Start erscheinen. Ein Leichtathletik - Lönderkarnpf SchwedenFinnland ist in Helsingfors ungesagt.

Iugendsport gibt es in Jena, die Iugend- kämpfe des D. M. B. V. Eine Beteiligung von über 1600 Jugendlichen weist das Berliner Iugend- sportfest des Vereins Brandenburg auf, eine Melde­ziffer von 2600 ist wohl bisher bei derartigen Der- anstaltungen nie erreicht worden. In F o r st in der Lausitz wird der Ostdeutsche Jugendtag 1925 durch-

Aus der Provinz.

Lanvkrcis Gi ^en.

' Oppenrod. 4. Sept. Bei der hiesigen Beigevrdnetenwahl wurde der Zimmer- meister und Landwirt Wilhelm Drü ck einstimmig auf die Dauer von 6 Iahren gewählt. Die Verpflichtung des neuen Beigeordneten fand heute auf dem Kreisamt in Giehen statt.

7 ® rünberg. 2. Sept. Das über deir Ankauf einer Dreschmaschine unter Bel­tershain geschriebene gilt für Grünberg. Die Anmeldungen zu dem diesjährigen Gallus- mar k t sind auffallend groß. Richt allein, daß besonders viele Ansprüche auf den Iuxplatz ge­stellt werden, es werden auch in großer Zahl be­deutende Derlaufsstände angcmelöet. Leider kann die Abhaltung des Viehmarktes durch die anderweitig herrschende Klauenseuche noch nicht endgültig entschieden werden. Degen Geldmangels muß her Bau des H o ch b e l - ters bis zum nächsten Iahre zurückgestellt werden. Die Bauzeit ist auf ein Vierteljahr berechnet. Das am Sonntag und Montag abgehaltene Schützenfest war außerordentlich stark von hiesigen und auswärtigen Schützen be­sucht. Die Beteiligung am Schießen war außer­ordentlich groß.

t Beltershain. 3. Sept. Endlich ist der Bau der Straße in unserem Orte zur Verbindung der Reinhardshainer und Göbeln- röder Straße bzw. Unter* und Oberdorf be­schlossen. Wegen der hohen Kosten, deren Deckung noch zur Beratung steht, war das Projekt schon seit langer Zeit eine Streitfrage, obwohl die Straße den hiesigen Bewohnern zum Vorteil dient. _

# Sich, 3. Sept. Unsere Feuerwehr rüstet sich, im Juli nächsten Iahres den Tag der 5 0. Wiederkehr ihrer Gründung zu begehen. Am 20. September d. Is. wird in unseren Mauern der Herbstverbandslag sämtlicher f reito illigen Feuerweh­ren des Kreises Gießen gehallen, wo­bei unsere Wehr zusammen mit der hiesigen Sanitätskolonne vor sachverständigen Augen eine schwierige Aufgabe, verbunden mit einem Rettungswerk zu lösen versuchen wird. Ieht schon ist man mit den Vorarbeiten eifrig beschäftigt, um ein gutes Gelingen der Veran­staltung zu verbürgen. Unter der umsichtigen Leitung des Feuerwehrhauptmanns F i n d t und seiner Mitarbeiter häll die Wehr fleißig Hebun­gen ab. damit sie auch für etwa vorkommende Wirllichkeitsfälle gerüstet ist. So fand dieser Tage wieder ein größerer Brandangriff statt. Der Fürstliche Marstall war als gefährdetes Objekt gedacht, und mit mehreren Schlauchleitun­gen, die aus dem Schloßgartenteich mit Leichtig­keit gespeist wurden, rückte man dem angenom­menen verheerenden Element zu Leibe. In kurzer Zeit konnte Dank dem rechtzeitigen Ein­greifen und dem tatkräftigen Zufassen der Brand als gelöscht gelten. Wertvoll bei diesen Hebungen ist vor allem, daß die Wehr sich nicht darauf beschränkt, leicht und bequem er­reichbare Gebäude als Versuchsobjekte zu wäh­len, sondern daß sie auch in schwer zugängliche Stadtteile eindringt und io der Praxis vor­arbeitet. Wünschenswert wäre es, wenn noch mehr als bishe. gerade die Begüterten mit' arbeitende Mitglieder der Freiw. Feuerwehr würden, steht doch gerade bei ihnen mehr auf dem Spiel als bei dem sogenannten kleinen Manne, der sich im Falle der Rot allerdings

Der gefesselte Strom

Roman von Hermann Stegemann.

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Stimme und erschrak.

In einem Anlauf nahm er die

das Haus.

Eine Katze, die er nicht kannte, stach mit grünen Augen aus dem Treppenwinkel.

Auf einmal erwachte in dem stillen Hause, das von dem Rauschen des Rheins erfüllt war. eine rauhe, erstickt flingenbe Stimme und fragte: Hermann, bist du's?"

Der Fußball bringt regsten Betrieb. Ist doch der Sonntag der Termin für die Bundespokal- Dorrunde. In Stettin treffen Brandenburg und der Baltenverband zusammen. Das zweite Spiel zwischen Norddeutschland und Mitteldeutsch­land geht in Kiel vonstatten. Der Norden wird hier nicht mit seiner besten Mannschaft antreten, immerhin sollte es aber zu einem Siege reichen. Don besonderem Jntereste ist die Borrunde in Fürth zwischen den beiden stärksten Verbänden Süddeutschland und Westdeutschland. Die süddeut­sche Elf setzt sich lediglich aus Spielern des 1. F. C. Nürnberg und der S p i e l v e r e i n i g u n g Fürth zusammen, dürfte also durchschlagkräftig genug fein, um dem Westen den Weg in die Zwi­schenrunde zu verlegen.

Im Handball umrahmen den Deutschen Ma­rathonlauf zwei Städtespiele, eine am Startplatz in Halle zwischen Berlin und Halle, eins in Leipzig, dem Ziel zwischen Leipzig und Dresden.

Der Tennissport bringt ein interessantes Turnier von Blauweiß-Berlin, das Verbands­turnier des Schlesischen Tennisverbandes in Bres­lau, die Austragung der Riesengebirgsmeisterschaft in den beiden Einzelspielen in Traut en au, ein Bäderturnier in Baden-Baden.

Wassersport.

Bei den Ruderern herrscht reger Herbst­betrieb. Der Sonntag bringt nicht weniger als 12 Ruberveranstaltungen. Regatten von etwas größerer Bedeutung in Regensburg, Frank- f u r t a. M. Breslau, bann in Zett an ber Mosel, Danzig. Flatow, Frankfurt a. b. O., Ebers­walde. Iugenbregatten in Berlin, Hameln, in Berlin auch ein Dauerrubern. Die Kanu- fobrer veranstalten eine Verbanbs-Segelwettfahrt DüsseldorfDuisburg, im Dahemkreis eine <5ta» fettenfaßrt auf bem Starnberger See, im Rieber­elbekreis eine Oberalster-Wanberwettfahrt. im Oberelbekreis eine Langstreckenwettfahrt Schan- bau-Dresben und in Görlitz die Lausitzer Falt­bootregatta.

Schwimmen.

Das Hauptinteresse im Schwimmsport richtet sich auf ben Stäbtekampf. ber in Bu dapest zwischen Magbeburg unb Budapest an drei Tagen seine Austragung finbet. Im Anschluß hieran wirb bann die Magdeburger Mannschaft nach Erlau Weiterreisen, um auch bork einen Schwimmwettkampf auszunechten. Dort treffen sie auf ben Hngarn Davanh. ben zur Zeit schnellsten 100-Meter-Sprinter Europas. Im Reich kommt in Stuttgart ein verbandsoffenes Schwimm­fest zur Abwicklung, dessen Veranstalter der Schwimmerbund Schwaben ist.

Motorsport.

Zahlreich sind die Wettbewerbe im Rtotor- sport, die am kommenden Sonntag ihre Erle­digung finden sollen. Der Hessische RE. bringt das Kr äh en b e r g r e nne n mit einer vorangehenden Strahlenfahrt zum Austrag. Der ' Motorsportclub Berchtesgaden trägt die Salz- bergfahrt aus. Weitere Bergprüfungen sind die des Essener A. C. (Autoturnier in Bad Harz- bürg). Zuverlässigkeitsfahrten schreiben aus der W.E. Riedersachsen-Hannover über 320 Klm. durch den Harz, ber M. C. Ruppin. und der K. C. Luckenwalde. Weißensee sieht auf per Wotra ein Bahnrennen, Dresden ein Turnier. Die Opelbahnrennen des Frankfurter R. C. sind auf den 11.Oktober verschoben Rund um Os­nabrück ist eine weitere Zuverlässigkeitsfahrt.

Radsport.

Bahnrennen finden statt in Breslau, Grüneiche um ben Iubiläumspreis, einem Dauer­rennen über 100 Klm. Der Große Industrie-

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Der D. f. R. Mannhemi, der süddeutsche Mei­ster, wirb gegen Ende dieser Woche eine Gast­spielreise durch Rordsrankreich übernehmen, in deren Verlauf er bereits am Samstag gegen

Pariser kombinierte Mannschaft antritt.

Wasserweite des Mississippi mit ihren meilen­fernen Horizonten und ben Riesenwerken, an denen er gebaut hafte!

Langsam wandte er sich wieder um und senkte den Blick auf das Haus des Christian Ingold. Herrgott, im Gärtlein der Mutter blüh­ten die rahmgelben Primeln! Ihre leuchtende Rabatte glänzte hell zu 'chm herauf.

Er loste die Hände vom Geländer. Dunrpf klangen seine eiligen Schritte auf den Dielen bet hölzernen Brücke. Die Schwalben schossen zu den Fensterausschnitten herein unb mauerten an ben Restern unter dem geschwärzten Brückendach.

Aks Ingold im Fischerwinkel ankam. waren die Kirchenglocken verstummt.

Der Rhein brauste, es roch nach feuchtem Retzwerk, und die Worgensonne tauchte ihre ersten Strahlen in die Enge, daß der Strom von grünem Gold funkelte unb die blaugefärbten Türbalken des schweren fteincrcn Hauses hell erglänzten.

Bruder Lorenz, der Maler, hatte das Haus angemalt. Die Tür rollte langsam in ben An­geln. Kühl dämmerte der Flur.

Da stockte Hanns Ingolds Schritt. Er stand allein, unbeobachtet im niedrigen Gang neben der großen Fischwage. Wie ausgestorben lag

Stufen. a

Hier trat Christian Ingold fernem ältesten Sohne entgegen, packte seine Hand unb raunte.

. Komm herein, sie will uns verlassen.

''.Ruhig. Bub? Mach s chr nicht schwer!"

Der Vater rief nach dem jüngsten Sohn.

Ich bin's, ber Hanns", erwiderte er mit schlagendem Herzen unb stieg langsam die aus­getretene Stiege hinauf.

Mutter, ber Hanns!" horte er

eine Katze am Randstein und bas klägliche Wei­nen eines Säuglings hinter roten Gardinen, sonst fein Leben. Die abfteigenben schmalen Hauser erschienen ihm baufälliger als je. und er hatte keinen Blick mehr für ihre zierlichen alten Erker, die schöngeschwungenen Giebel und die ehrwürdigen Iahreszahlen, die über den Türen eingehauen waren.

Ein fröstelndes Hnbefjogen riefelte ihm den Racken hinab.

Auf dem Kirchplatz stand er eine Weile still. Die (Seilbuben tarnen das Pfarrgäßlein herauf, um die Glocken zu läuten. Als er sie in die Sakristei schlüpfen sah und die Glocken anschlugen, kam das sehnsüchtige Heimatgefühl wieder zu chm zurück.

Langsam, jeden Schrllt kostend, ging er über den Platz, an der Apotheke zum Einhorn vor­über und an dem schonen Treppenaufgang des Amtshauses vorbei, bog in die Römergafse unb zur gedeckten Brücke.

mitten auf ber Drücke blieb er stehen. Run lag Rheinau über ihm, an ben felsigen Hang geklebt. Der Strom -aber fraß sich unter den Pfeilern der Drücke durch die drangvolle Enge, bildete schäumende Strudel und glasklare Stürze, sprang über abgeschliffene Klippen, wühlte in kreisenden Steintrichtern und schoß dann wie der Pfeil vom Dogen in gestrecktem Lauf an ben grünen Auen vorüber in waldige Ferne.

Der Wafserstaub stieg in siebenfarbigen Dün­sten aus dem schattigen Flußbett und kühlte ihm die Stim. Er tat sich Zwang an, blickte noch nicht hinunter, wo nur ,bannenbreit über dem Hochwasserstand das Haus des Fischmeisters in den Klippen stand, sah nur die Landschaft, die Rehe, die auSgebreitet an den Schwebebalken hingen, die langen kiellosen Rachen, die ihre bunten Flanken auf ben Klippen trockneten, toanbte sich um unb schaute den Rhein hinaus, erkannte jeden Hferstrauch, die Heine Insel, wo das Wasser sich in Lauf setzte, um ben Schnellen zuzustürzen. und sah einen Reiher feine silber- grauen Schwingen über dem glitzernden Fluß wiegen.

Versunken, vergessen der donnernde Fall des Riagara, an dem er von Schauern gepackt gestanden, ausgelöscht die Erinnerung an die

nicht lässig finden laffen wird, das Eigentum seines wohlhabenderen Mitbürgers nach Kräften schützen zu helfen, getreu dem Wahlspruch: Gott zur Ehr. dem Rächsten zur Wehr!

Kreis Frievberg.

Z Aus der Wetterau, 2. Sept. Der Land- mann zeigt in diesem Jahre nur selten kein frohes Gesicht. Wenn ihn die Arbeit auch kaum zur Ruhe kommen läßt, so ist er doch heiteren Sinnes und voll dankbarer Zufriedenheit, weil bas Wetter in diesem Jahre wie selten in den Vorjahren wunsch­gemäß verlaufen ist und in so ziemlich allen Zwei­gen des landwirtschaftlichen Betriebes eine gute Ernte bedingt hat. Als man Ursache hatte, von der lang anhaltenden Trockenheit eine Not zu be­fürchtens da kam der Regen noch zur rechten Zeit und hat, ohne die Getreideernte viel aufzuhalten und zu schädigen, dafür gesorgt, daß die Hackfrüchte und Kartoffeln zu einer reichen Ernte heranreifen. Und nun scheint die Sone wieder und ermöglicht es, daß das Grummet, das in Dualität und Quan­tität noch trefflich ausgefallen, gut geborgen werden kann und das Obst zu einer vollwertigeren Reife als im Vorjahr kommt. In der Dilbeler Gegend hatte man vor dem Regen das Getreide nicht mehr all unter Dach und Fach gebracht, und erst in diesen Tagen konnten die letzten Garben zur Dresch­maschine oder in die Scheune gefahren werden, schon nicht mehr so vollwertig als in den ersten Wochen der Ernte. Die Nidda, das Sorgenkind der Landwirte im Süden Oberhefsens, schickte sich bereits an, über die Ufer zu treten, und hier und da hatten die Uferlandschaften schon unter empfind­licher Feuchtigkeit zu leiden. Die Landwirte befürch­teten für die Grummet- und Kartoffelernte ähnliche Verhältnisse wie im Vorjahre,- wo bekannllich im Niddatal auf weite Strecken hin das Grummet förmlich ersoften ist unb bie Kartoffeln aus einem wahren Morast geholt werben mußten ober über­haupt nicht ausgemacht werben konnten. Bei aller Dankbarkeit für das gute Erntejahr hat der Land- mann jetzt gerade aber auch einen ganz besonderen Wunsch, den man täglich aus seinem Munde hören kann: So müsse das Wetter nur noch drei bis vier Wochen bleiben! Zu gönnen wäre es unseren Land­wirten, damit sie nicht wieder die Obst- und Kar­toffelernte unter ben roibrigen, zeitraubenden Um­ständen des vorjährigen Herbstes einzubringen brauchen. Bis jetzt ist die Landwirtschaft mit ihren Arbeiten weit voraus gegenüber den Vorjahren. Bald kann man schon nicht mehr sagen:Der Wind geht durch die Stoppeln": denn in vielen Gemar­kungen sieht man kaum noch ein Stoppelfeld liegen. Der Pflug ist schon über die meisten Aecker ge­gangen, vielfach schon zweimal, eine Arbeit, die sonst zumeist dem Spätherbst zufallen mußte. Mehr als es in den Iahren vorher möglich war, konnte man die umgeackerten Stoppeläcker mit Erbsen bestellen, die als natürlicher Stickstoffsammler zwecks Gründüngung vor dem Winter untergeackert wer­den. Das Wetter dieser Tage ist für die Kartoffeln von besonderem Vorteil, denn die gewitterschwüle, seuchtwarme Witterung der Vorwochen hat bas Faulen der Kartoffeln sehr begünstigt. Bei den Frühkartoffeln machten sich bereits Fäulniserschei- nungen bemerkbar, weniger bei ben Spätkartoffeln, für ihre Reife ist klares, sonniges Wetter, wie es bie letzten Tage brachten, am vorteilhaftesten.

Kreis Büdingen.

Düdingen. 3. Sept. Dieser Tage hatte der Historische Verein für Hessen in Darmstadt unser altertümliches Städtchen, so­wie die benachbarte Darbarossastadt Geln­hausen zum Ziel eines Ausfluges gewählt, an dem sich etwa 30 Damen und Herren be­teiligten. Oberstudiendirektor Dr. Keller ent­bot den Gästen den Willkommengruß im Ramen des hiesigen Geschichtsvereins und feines am Er­scheinen verhinderten Vorsitzenden, des Geh. Schulrats Dr. Mohr, sowie im Auftrage der Stadt. Studienrat Dr. Lade zeigte im Licht­bilde die Schönheiten Düdingens in Architektur. Plastik und Malerei. Es war ein Hochgenuß, seinen von feinem Kunstverständnis zeugenden Ausführungen zu lauschen. Prof. Dr. Decker aus Darmstadt brachte in herzlichen und be­redten Worten den Dank der Gäste zum Aus­druck und versprach in ihrem Ramen den Ruhm Düdingens hinaus in die hessischen Lande tragen zu wollen. Die Zeit, die man für Düdingen vorgesehen, war zu kurz. Der Schönheiten sind hier so viele, daß man sie nicht in wenigen Stunden genießen kann. Diese Erkenntnis näh­men unsere scheidenden Gäste mit, und sic Per*

Einen Augenblick lehnte Hanns schweratmend am Geländer.

Im frischgeweißten Gänglein stand glanzlose Helle und kantete den grauen eckigen Schädel des Fischermeisters von Rheinau, blitzte in seinen goldenen Ohrringen und brannte auf den Tränensäcken, die schwer unter seinen "blauen Augen lagen.

Laß sie nicht warten", mahnte er kurz.

Hab Hanns Ingold riß sich auf und trat in die Schlafstube der Eltern.

In den kleinen Fensterscheiben schillerte bet grüngoldene Sturz des Rheins.

..Mutter!"

Ein Weiblein lag im Doppelbett, abgezehrt, mit eingesunkenen Augen, das rostrote Haar von weißen Fäden durchzogen, fremd und häßlich ge­worden, aber in den Augen stand fcligc Him­melsbläue, und um den zitternden Mund flackerte ein rührendes Lächeln.

Mit kalten, kaum noch fühlenden Händen fing sie das Haupt des Hanns der neben chr in die Knie gebrochen war und fein braunes Ge- sicht in ihre Kiffen wühlte.

Ci, du Hebe Seel', ei, gottlob, es ist wahr­lich der Hanns!" .

Da flüsterte und schnürfelte ftc beinahe un- hörbar vor sich und strich chm mit den rissigen, vom Retzflicken und Fischpuhen zerarbeiteten Hän­den immer wieder übet das Haar.

Mutter, liebe Mutter!" murmelte der Sohn und hielt sie krampchaft umfaßt, denn auf ein­mal war ihm, als schwankte alles um sie her. als wären sie auf dem angerannten Schift, daS steuerlos im Kanal schlingerte, von grauen Re­beln umschlichen, und draußen nahte plätschernd der Tod.

Die Haustür schlug, eilfertige Schritte stürm­ten die Treppe.

Der Doktor iornmt auf den Abend. IM hab' die Medizin."

Hanns hob den Kopf.

Ein aufgeschossener Knabe mit kupfer braunem Haar, das wild in die blasse Stirn fiel, stand im Zimmer und starrte ihn aus blauen Augen fragend an.

(Fortsetzung folgt.)

sicherten, schon in einem der nächsten Iaht« wieder zu kommen, um dann in längerem Aufent­halt das Versäumte nachzuholen.

Kreis Schotten.

$ Vom hohen Doge ls berg. 3. Sept. Die Getreideernte verzögert sich bei dem Regenwetter, das in den höheren Lagen die bekannten Wolkennebel mit sich bringt, mehr und mehr. Weizen, Hafer und Gerste stehen vielfach noch, entweder bereits auf Haufen oder noch auf dem Halm. Sollte das ungünstige Wetter länger andauern, dann ist Anlaß zu den schlimmsten Desürchtungen, da das Getreide bereits wieder auszuwachsen beginnt.

Kreis Alsfeld.

Lehrbach, 3. Sept. Rach langwierigen Verhandlungen ist cs nun so weit gekommen, daß auch wir eine Verkehrsverbesse­rung in unserer Abgeschlossenheit bekommen haben. Es war in ber in Alsfeld am 12. Ianuar stattgefundenen, für die Autopost-Verbindungen entscheidenden Sitzung dem Vertreter unserer Ge­meinde. Pfarrer Rheinfurth, trotz energi­schen Eintretens für eine Autopostlinie Kirchhain Lehrbach Kirtorf Alsfeld nicht möglich, eine solche zu erreichen, obwohl ihm noch in dankenswerter Weise die Vertreter von Groß-Felda zu Hilfe kamen und auch ihrerseits für eine direkte Verbindung mit der Main-Weser-Dahn eintraten, die eben auf dem kürzesten Weg über Kirtorf Lehrbach nach Kirchhain führte. Es ist nun in erster Lime den Bemühungen des Landrats v. G i I f a in Kirch­hain, sowie des Bürgermeisters Grün und deS Magistrates und Verkehrsvereins von Kirchhain zu danken, daß wir nach der Riederlage in Alsfeld die Angelegenheit nicht auf sich beruhen ließen und doch noch zum Ziel gelangten. Dieser Tage sand eine P r obe- fahrt statt. Am Ortseingang von Lehrbach bil­deten die Schulkinder Spalier, jedes mit einem Fähnchen in ben Lanbessarben in der Hand. Unter Anleitung von Lehrer S t o 11 und Frau hatten die Schulkinder eine mächtige Girlande und Kränze aus Eichenlaub unb Erika gewun­den, bie die prachtvollen geräumigen unb be­quemen Wagen samt ihren nahezu 70 Insassen, die an der Probefahrt teilnahmen, herzlich will­kommen hießen. Zur Begrüßung hatten sich ein* gesunden Bürgermeister Kuhl, ber Beigeord­nete Heinrich Stroh, bie Gemeinderatsmitglie­der Lehrer Stoll unb Friedrich Liehr, sowie der Ortsgeistliche Pfarrer Rheinfurth und viele Einwohner. Die Fahrt ging zunächst zur Endstation Kirtorf, wo ben Teilnehmern bet Probefahrt im GasthausZur Krone" von Karl Stumpf Kaffee und Kuchen gereicht wurde, den in anerkennenswerter Weise die Stadt Kirtorf gestiftet hatte, da sie, nicht einseittg orientiert, die große wirtschaftliche Bedeutung einer Ver­kehrslinie auch an die Main-Weser-Bahn er­kannt hatte. Auf der Rückfahrt wurde nochmals in Lehrbach Station gemacht: während sich die Teilnehmer an einem von der Gemeinde gestif­teten Glas Wein und belegten Broten stärkten, durften die Schullinder in einem Auto eine Extratour nach Erbenhausen und Appenrod unternehmen. Den Abschluß deS bedeutungsvollen Tages bildete das Festmahl, das die Stadt Kirchhain bereitet hatte. Gegen 11 Hhr brachten die Autos die auswärtigen Teilnehmer an der sehr schön verlaufenen Probe­fahrt wieder an Ort und Stelle. Run ver- kechrt das Auto, regelmäßig und gün- ftig gelegt, zweimal am Tag zwi­schen Kirtorf und Kirchhain und Wit­telsberg. Es muß eine Ehrenpflicht ber betei­ligten Gemeinden fein, von ber ihnen z. T. unter großen Opfern angebotenen und berei­teten Verkehrserleichterung reichlich Gebrauch zu machen.

Kreis Lauterbach.

& Lauterbach, 3. Sept. Aus der jüng. sten Stadtvorstandssitzung ist zu be­richten: Vor Eintritt in die Tagesordnung be­grüßt der Vorsitzende, Bürgermeister Walz, den neugewähtten Beigeordneten Mover, verweist ihn auf die in Betvacht kommenden Bestimmungen der Landgemeindeordnung und verpflichtet ihn sodann durch Handschlag. Gleich- zettig spricht der Bürgermeister dem infolge seines hohen bzw. vorgerückten Alters aus* geschiedenen Beigeordneten Schiebelhuth für seine 24jährige Tätigkeit und Mitarbeit in der

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