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Worth amüsierte sich ifruen
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Schultern. Man jetzte ihn schon lange mit jungen Mädchen zusammen, weil etwas im Ton vergriff.
„Solche Menschen beneide ich",
ihren feinen weihen Händen und sehr hübschen, ruhigen, geschickten Bewegungen den Hummer mit einem silbernen Messer zerteilte.
„Das müssen eigentlich alle Instrumente"
„Mehr oder weniger," sagte sie „aber wer so von Herzen froh sein kann, wie leicht ist es da, das Leben zu begreifen."
„Ist Ihnen denn das Leber, so unbegreiflich?" sagte er.
„Das Leben und die Menschen und alles", antwortete sie. „Es macht alles den Eindruck der äußeren Leichtigkeit. Diese Gesichter, die Sie ringsum sehen, alle, die jetzt sprechen, lachen, essen und fröhlich um sich schauen, sie wollen alle vergessen, darum jinö sie hier."
„Wie schwer Sie das alles nehmen bei Ihrer Jugend."
„Es ist der Charakterzug der Deutschen", sagte sie einfach und nahm von dem Hummer eine lange Schale. Er sah ihr zu, wie sie mit
„Wissen Sie, was ich eben dachte?" sagte „Ich glaube, Sie würden eine vorzügliche
geordneten, wohlhabenden Derhältnissen groß geworden. Durch ihre hohe Stirn, welche durch die straff zurückgekämmten blonden Haare noch höher erlchien, erhielt sie das Aussehen einer Rokokodame, verstärkt durch das Milteslen rs- Taftkleid mit dem kleinen viereckigen Ausschnitt. Mutter und Tochter trugen mit Vorliebe etwas zu kleine Ausschnitte, blumendurckwirkte Stoffe und Changeantfarben. „Changeant vastt zu allem". sagte der boshafte innere Worth, der neben Hasse abseits im Salon stand. „Ich höre sie ordentlich, meine verehrte Tante. Changeant steht eigentlich niemand und paßt zu nichts, weil es zu allem passen soll, aber nur kein Wohlgefallen erregen bei den QKärmernl Rur immer zurückhaltend! Diese Predigten haben das arme Kind in Grund und Seele verstockt. Run wächst so eine arme Pflanze ohne eigentliches Licht im Halbdunkeln auf. Achtung, da ist sie!"
Elisabeth wurde den Damen vorgestellt. Sie ging über den berühmten weihen persischen Teppich und verneigte sich mit einem tiefen Hofknicks vor den Damen, an der Hand der Mutter, welche einen Kopf kleiner war als ihre Mutter, und jedesmal, wenn sich ihre schlanke Gestalt xum Hofknicks neigte, rauschte die leichte Seide des rosageblümten Kleides. Dann traten die älteren und zuletzt die jüngeren Damen heran. Worth zog Hasse am Arm herbei. „Sieh dir den genau an", sagte er. „Das ist ein zukünftiger Olympier." Das junge Mädchen sah Hasse mit großen, strahlenden, reinen blauen Augen an. Ihr Gesicht war überhaupt von einem leichten Rot. Diese Augen waren so jung, so hell, so rein, so klar, daß sie ihm vorkamen wie die Fläche eines Spiegels.
Cs umgab sie eine Atmosphäre von Jungfräulichkeit, das Knospenhaste ihrer Formen, die noch etwas mageren Arme, das feine Platinkettchen, an dem eine große schillernde Perle hing, war rührend, so rein, ihre Toilette so einfach, fast bescheiden, in dem hochgekämmten blonden Haar schimmerte das Licht und umgab das junge Gesicht mit einer feinen Gloriole.
Clis.beth war das einzige junge Mädchen heute abend. Ihre lichte, liebreizende Erscheinung gab dem Bild etwas Frohes, Festliches. Selbst Worth schien davon überstrahlt, er fühlte, daß
Sornl
Ifiabti totium ist h König ha Wettsbiidu! Madrider 1 totium einst ben werde, nung der keilte ihm n ligen Hü' die Linset gierung s sofort mit vnd wurde empfangen. Königin-
Elisabeth streifte die Handschuhe von den feinen, langen Händen, die sie von der Mutter, welche Aristokratin war, geerbt hatte. Sie trug keinen Ring, ihre feinen bläulichen Rägel waren gewölbt uni) spitz. Diese schönen, edelgeformten Mädchenhände waren die Hände
sabeth, die beiden betrachtend. „Sie . .
keine fünf Minuten zusammen, als sie schon den richtigen Ton getroffen haben, wie zwei Geigen, die nicht gestimmt zu werden brauchen."
Worth amüsierte sich ihnen gegenüber mit einer rassigen brünetten jungen Frau in tief ausgeschnittenem giftgrünen Ballkleid und schönen * * "'■ ....... ' nicht mehr
Krankenschwester . .
Sie hob den Hummer aus der Schale.
„Das ist auch wahrscheinlich meine Zukunft", sagte sie. „Ich warte nur auf meine Mündigkeit. Wäre ich ein Mann, ich wäre Arzt geworden, ich beneide jeden Mann, der studieren kann. Meine Brüder, was für eine Welt lernen sie kennen, wir bleiben ewig hinter der Mauer . . .“
„Warum studieren Sie nicht?"
„Es ist zu spät dazu. Ich müßte erst ein Gymnasium besuchen, mein Abitur nachholrn, mit zwanzig Jahren."
„Wenn Sie zu irgendeinem Beruf Lust haben," sagte Hasse, „werden Sie auch etwas darin leisten."
„Wenn Papa so dächte, säße ich morgen wieder auf der Schulbank', sagte Elisabeth. „Aber er hält nichts von weiblichen Aerzten. . .“
Ihr Vater hatte keine Zeit,"sich ihr zu widmen und ihre glühende Begierde, in die medizinische Welt einzudringen, zu befriedigen. Von Hasses Wissen, seiner leichten Art, alles anzupacken, dieser Selbstverständlichkeit, bet der alles einfach und klar schien, hatte sie bereits gehört. „So lesen sich auch Ihre medizinischen Arbeiten", sagte sie.
„Kennen Sie denn die?" fragte er überrascht.
„Ich lese alle medizinischen Fachzeitschriften", sagte sie. „Ich greife immer zuerst nach ihnen. Diese Welt interessiert mich Alle neuen Versuche und was aus ihnen wird. Ich habe dann immer Lust, die Versuche weiter zu verfolgen, die als geheilt Entlassenen nach Jahren wiederzusehen, . zu froren, wie sich die Operationen bewährt haben."
Währerrd er ihr zuhörte, staunend, daß es Frauen gab, die so vernünftig und klug waren und dabei so schön, fiel ihm ein altes Wort ein: „Wie viele gehen vorüber, ohne eine Spur zu hinterlassen, wie wenige setzen Frucht an, und wie wenige dieser Früchte werden reif."
(Sortierung folgt.)
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er Furore ge.nacyc batte mit der Ausführung dieser Tochter, und die Damen im Salon sagten, Frau Worth viel Angenehmes, das eine Mutter gern frört. Elisabeth schien unberührt von dem Eindruck, den sie frervorgerufeit.
Hasse führte Elisabeth zu Tisch. Er war es gewohnt, daß man ihn in dieser Weise aus- Slchnete, doch empfand er diesmal eine leichte erlegenfreit, er fühlte, daß er es frier mit keiner der Durchschnittsdamen zu tun hatte, bei denen er sich fragte, welches Register soll ich nun aufziehen ?
Franziska.
। _ Roman von Lies bet Dill.
10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Zweiter Teil.
In der Woche vor Weihnachten fand bet dem Chirurgen Worth ein Mittagessen um sieben .llfrr statt, zu welchem auch die Assistenten gebeten waren. Sie prächtig und geschmackvoll eingerichteten Raume — er war Sammler von Perserteppichen — präsentierten sich bei Abendlicht wahrhaft fürstlich und dem Renting wurde stets der berühmte weiße Perser, der den Spiegelsaal bedeckte, gezeigt, der ein Vermögen gekostet haben sollte. Worths Einnahmen waren ungewöhnlich groß, ebenso aber auch der Verbrauch in diesem üppig geführten Haushalt. „Run, der Z. künftige Elisabeths kann sich immerhin an die Teppiche halten", meinte der innere Worth.
Große oder vielbeschäftigte Männer hoben Frauen nötig, welche es sich zur Lebensaufgabe machen, ihre Bedürfnisse zu erforschen und ihren Reizungen Rechnung au tragen. Worth hatte die reefrte Frau gefunden. Ihre lichte, blonde, schlanke Erscheinung verblich neben dem robusten, untersetzten Worth mit denz Stiernacken und den großen, plumpen Händen, und da er rau fr und fte zarl und fein, er rücksichtslos und sie gewohnt war, sich zu beherrschen, war ihr Verhältnis das, was man eine glückliche Ehe nennt.
Hasse war wieder in die Gesellschaft zurückgekehrt, die er jahrelang unter dem Vorwand, zu stark beschäftigt zu fein, gemieden hatte. Er nahm wieder Einladungen an ünd trug auf seinem Frack einen neuen Orden, den er der geschickten Operation eines Fürsten verdankte.
Sie Mittagessen bei Worth zeichneten sich vor denen der anderen Kollegen durch Ueppigleit und reine Weine aus, denn Worth war, wie die meisten Chirurgen, ein Gourmet. Seine einzige Tochter sollte diesen Winter zum erstenmal ausgeführt werden. Sie war erst vor kurzem aus einem Genfer Pensionat freimgefommen. Sie war eines jener ernsthaften jungen Mädchen, die eigentlich keine Jugend gehabt haben, die etwas spät geborene Tochter vortrefflicher Eltern, in
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B e t r.: Vergnügungssteuer.
Es liegt Veranlassung vor, auf dir Einhaltung des 8 4 der Ortssatzung über die Erhebung der Vergnügungssteuer vom 18. Januar 1924 hinzu weisen, wonach jede steuerpflichtige Veranstaltung wie Tanz, Konzerte, Vorträge, Theater- Vorstellungen usw. mindestens ein bis zwei Tage vor derVeranstaltuug bei der Vergnügungssteuerstelle (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13} anzumelden ist. Zu dieser Anmeldung ist neben dem veraustalteitden Verein usw. auch der Inhaber des Lokals verpflichtet. Letztererdarferstdann dieAb- Haltung einer steuerpflichtigen Veranstaltung zulassen, nachdem ihm die von der Steuerstelle ausgestellte An - meldebescheinigung vorgelegt worden ist, auch hastet er neben dem Veranstalter für den Eingang der Steuer. Für versäumte Anmeldungen wird nach § 14 der er wähnten Ortssatzung ein Zuschlag von 25 Prozent erhoben, für Steuerhinter' ziehungen werde ich die nach § 25 ange- Drohte Geldstrafe anwenden. 1140ÖB
Gießen, den 28. November 1925. Der Oberbürgermeister: Keller.
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Auf dem Submissionswege ,oll ein fetter Vogelsberger Dullen verkauft werden.
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Wieseck, den 1. Dezember 19.25. Hessische Bürgermeisterei Wieseck.
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