Samstag, 3. Januar 1925
Stetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 2 Puttes Blatt
CmcrlFanlftte Rote» . « . * *
Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten. Rrnntöfiftfie Noten holländische Noten ..... Italienisch? Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch Qesterr .L 100 ÄtOtifll Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweizer Noten ...... Spanische Noten Tschechoslowakische Nölen . . Ungarische Noten . • •
rru
toll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll roll voll
21,02 73 9
19,.0> 12,89 lt9,8'
17,-8 63,69 5,902 2,145 112,82 61,95 S8..0 12,34
4,192 ' 1,12 74'9
2O.o:
1 8,01 70. 8 17,78 13,4’ L,'2L 2,16 113,36
l2.0r 8 70
12,705 o,7b
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".)
Berlin, 2. 3an. Die Börse eröffnete das neue Jahr in durchaus zuversichtlicher Haltung. Dies wäre wohl in Kurscrh: Hungen noch mehr zum Ausdruck gelommen, wenn nicht
io,so
23,90
20
12,10
2,7
0,9
19
3,1
2. Januar
Revart.
3t. Dezür.
Amtlich« Wotteruni JlintU »: <on:r 11: tzseld I Brtei tvclo ■Sr-.f
'. Haier (Mai) 219 bis S Ws 221. Mais (Mai)
SBantnottn,
y,rn~ 2. Januar.
6,62
13,15
61,25
67,25
60
23
12,50
26,5
3,9
das auf hat,
33,13
«2,13 2725 28,13
10,1
21,25 2
3,26
5
2,7
3 13,50
89 76 24,25 12 40
89,<0 93,75
129 2 5
20,9
28.5
6,80
13.4
60
55,62
48 78
17,50 19,75 2
10
10,13 4C
189 8,75
13,30 12,90
17,50
2 9 75 0,325 £8.50 22,13 12,58
83 92 25 127.7, 19.25
24 6 8) 13 40 59,13
65 46,50
28,7
8.9
10,2
169
6,75
13,40 .3
17,75 r
9,50
licoict. °l.
Aber die La st der Besatzung ist darum nicht weniger drückend. I des Gespräch sührt m t Naturnotwendigkeit immer und immer wicdrr auf die Leiden, die von der Stadt und ihren Bewohnern erduldet werden. Wie hat diese Stadt gelitten! Wie war sie einstmals stolz drrauf, die Gartenstadt am Rhein zu sein, die Stadt vorbildlicher Sauberkeit und vornehmer Eleganz. Auch sie beginnt wieder aufzuleben unter der Hoffnung, daß einmal doch ein Ende dieser ihr r Leidenzeit kommen muß, -aber es ist doch so, daß Vic ein ekler Schleim von Roheit und Schmutzigkeit die Spuren sich bemerkbar machen, die von dem Dasein französischer B satzung Kunde geben. Kann man verstehen, mit w lchen Gefühlen man hier die Rachrichten liest, die von einer Verlängerung der Besatzungsfrist sprechen, die in sich die Drohung enthalten, daß der Beginn der Laufs’istcn noch nicht begonnen hibe und die zitternde Furcht erwecken, daß Frankreich zu gegebener Zeit auch sein im Londoner Palt gegebenes Versprechen nicht imrehalten werde. Silvester ist am Rhein immer einer der Tage gewesen, wo das rheinische Temperament über- schäumt, wo rheinische Lebenslust bei Wein und Liedern sich austobte und einen Vorschuß auf die Karncvalstage nahm. Man hatte sich schon
Die Zister bleibt zwar noch erhcklich hinter der Rekordziffer des letzten Dorkriegsjahrcs 1923, die die 97<5 Konkurse auswies, zurück, übersteigt diese jedoch, wenn man die rund 4000 bestehenden Geschäftsaufsichten berückfcht gt.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
werden.
Am internationalen Devisenmarkt hat die
27 6,60
84,9
24,75
28
28
11,9
22 75 27.35
12,43
13,5
65,25
2
150,5 21
26.40
6,9
13 34,80
24.4
27.7 j
19,1
12,50
12,40
20,2
64.5
76
2,78
3,80
9
6.90 14,75
1.,6
18,45
21,7^
2
10
58 12,90 32,9
23,? 5
27 27,90
20,40
12 19.88
62,90 74 7t
2,62 3,10
0,5
*i
1.75
2,6 3
12.7
Berlin. 2. Jan. Der Produktenmartt war auf die erhöhten Auslandsmeldungen wieder fester. Der Umsatz blieb gering, da die Anbieter zurückhalten und die Mühlen noch gut versorgt seien Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (mark.) 234 bis 240. Weizen (Marz) 275.5. Weizen (Mai) 2825 bis 284.5, Roggen (mark.) 230 bis 236, Roggen (Marz) 252 bis 255. Roggen (Ttai) 272 5 bis 2745, Gerste (mark.) 263 bis 285. Gerste (neue) 200 bis 214, Hafer (mark.) 175 bis 177, Hafer (pomm.) 166 bis 177. Hafer (Wat) 219 bis 219 5 Mais (La Plata) 218 bis 221. Mais (Mai) 211 Raps 400, Leinsaat 420 bis 425; für je 100* Kg.: Weizenmehl 32.50 bis 35.00, Roggen- mehl 3250 bis 35.00. Weizenlleie 15.50 bis 15.80. Roggenkleie 1450 bis 14.80. V'Loriaerbsen 29.00 bis 31.00, kleine Erbsen 21.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 19.00 bis 20.00, Wicken 16.00 bis 1750, Lupinen (blau) 11.50 bis 13.00, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.00, Serradelle (alt) 10.00 b>s 12.00, Serradelle (neu) 16.00 bis 17.00, Rapskuchen 17.70 bis 17.80, Leinluchen 26.00, Trocken- schnitzel 9.70 bis o.90, Torfmelasse 9.20 bis 9.40, Kartoffelflocken 19.40 bis 19.60.
ffeP» | vri»'
vknN.»RoN
Thristiania. Kopendagcn Stockholm . ßtlfingforS. Italien. . . London. . . Neuvork . . Paris. . . . Schweiz . . Svanicn .
Wien In D.' Cefi. abgesl Prag Budapest. • Bnen.-AireS Bulgarien Japan . .
Rio de Jan Belgrad .
Lissabon . -
zu erinnern, darunter der belebenden Wirkung der Währungsreform überall neue Hoffnung auf- spriehte, und nun kommt dieser Schlag, den man hier schwerer empfindet, als irgendwo im deutschen Vaterlande, da er wie ein Blitzschlag wirkt, \ der mit seinen Gewitterwolken den ganzen Hirn- mel wieder trüb verhängt.
Hier kennt man den Franzosen und weiß, wie skrupellos er in der Wchl seiner Mittel ist, wie er neben der Gewalt auch jedes andere Mittel benutzt, um sich festzusetzen und cinzubühen, wie eine Laus in den Pelz. Hier weih man, daß es auch Deutsche gibt, die ihren Mangel nach dem Winde drehen und sich dem Fünde zur Verfügung stellen. Hier hat man den Separatistenaufstand in seiner widerlichsten und in seiner widersinnigsten Verzerrung erlebt, hier geht von Mund zu Mund die Liste jener Vera-ater und feiler Frauen, die dem Feind zu Diensten sind, und hier liest man mit Ekel und nationaler Empörung, wie würdeloser Geschäftsgeist ftch in franzöf'scher Sprache dem Derg^walt ger anvreist. Die Liste der F.rmen. die in der Monatsschrift der französischen Handelskammer zu Düsseldorf und in anderen französischen Propagandaerzeugnissen inserieren und damit den von Franlrnch gewünschten Eindruck erwecken, als habe die Bevölkerung sich mit der Besatzung abg-funden, als sei sie sogar niit ihr zufrieden, ist nicht klein. Da scheut sogar das größte Hotel Düsseldorfs nicht davor zurück, sich anzupreisen, da liest man Ankündigungen der K.notheater und selbstverständlich auch verschiedener anderer Vergnügungsstätten. Das Palast-Hotel Breitenbacher Hof prangt sogar auf der Unschlagseite und trägt also freiwillig ein Erhebliches zu den Kosten französischer Propaganda bei. Aber auch Jndustrie- ijirmen schämen sich nicht, dem LandeSfeind diese
<•/. yontflrten.........I
6e/e Solbmtrffanet..... I
Berliner Handelsgesellschaft Commer«. und Prwat-Bant Tarmst. und Ncuionaldauk - Deutsche Bank.........
Deuische BeremSbank .... DiSconto Conunanbit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Treditbank. - Lcsnrrelchtiche Kreditanstalt Westbank............
Bochumer Satz •••••*«. Buderuü......
Caro »-Luxemburg......
trchener Bergwerk» . . harpeuer Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Weft-regela. .... Laurabütke......
Dbtrbebatf . ....... Phöuir Bergbau ...... Äbelnnabl...........
Wiehert Montan.....
TelluS Bergbau........ Homburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd.....
Lberamisch'e Werke Albi» . ■ Zementwerk Heidelberg .. Ppilivv Holzmanu......
klnglo-Loul -Guano .. «•. Badische Anilin........
Tbemilche Mayer Alavtzt . - Goldschmidt Grie« eimcr Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung . . .... viütgerSwerke Scheideanstalt ........
Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ..........
Mainkraftweiche ..... Schuckert Siemens 4 HolSke ......
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motor«. ..... Oevliflenstaedk ■ • Meguin..........
frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . wieiallgesell^a^ Frankfurt. ^chubiadrik Herz . . ... . Sichel ........
Zellstoff WalLhof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Besserung der europäischen Edelvaluten weitere Fortschritte gemacht. Das Pfund ist nicht mehr weit von der Goldparität entfernt. Gegenüber etwa 10 Prozent am Ende des Vorjahres beträgt die ülnterbewertung des Pfundes gegenüber dem Dollar jetzt nur noch etwa 4 Prozent, und die Londoner Clty rechnet damit, daß auch dieser letzte Rest bald verschwinden wird. Für Deutschland ist diese Bewegung nicht ganz ohne Interesse. Bekanntlich ist die Reichsmark hn Dollar verankert und infolge der Unterbewertung der anderen Valuten überbewertet. Jede Steigerung der anderen Valuten wirkt sich also beim deutschen Export als eine Warenverbrlligung aus und erleichtert dre deutschen Bemühungen, sich den Weltpreisen anzupassen und dadurch den
I «St
wieder einmal sich des Friedens und ferner Feste t~ rp
' ' ' ■ — - ‘ 1 * Dre Indexziffern. Die Rerchsrndex-
ziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung und Bekleidung) für den Stichtag (30. Dezember) blieb nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes mit 122 9 gegenüber der Vorwoche (122.0) nahezu unverändert. Auch für den Durchschnitt im Dezember ist gegenüber dem Monat Rovember (122,5) nur eine unwesentliche Steigerung auf 122,6 sest- zustellen. Die Indexziffer der Ernährungskosten allein beträgt im Durchschnitt im Dezember 135. Die Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes ist im Durchschnitt im Dezember gegenüber dem Durchschnitt im Rovember von 128,5 um 2,2 Prozent auf 131,3 gestiegen. Die auf den Stichtag (31. Dezember) berechnete Groh- handelsindexziffer lautet wie bereits veröffentlicht. .
' Die Zinszahlung an die Renten- b anr. Amtlich wird mitgeteilt: Für die Zahlung der zweiten Hälfte der von Industrie, Gewerbe und Handel einschließlich der Banken an die Deutsche Rentenbanr geschuldeten Halbjahres- zinsen war der 15. Januar 1925 in Aussicht genommen worden. Cs empfiehlt sich, Zahlungen zu diesem Termin vorläufig nicht zu leisten, da Verhandlungen mit der Rentenbank über anderweitige Regelung dieser Zinszahlung schweben. Weitere Bekanntmachung erfolgt.
* Konkurse im Jahre 1 924. Trotz einer leichten Senkung der Konkursziffer im Dezember mit 593 gegen 647 im Rovember ist im Jahre 1924 die Anzahl der neu eröffneten Konkurse in geradezu erschreckender Weise gestiegen. Es sind nach einer Zusammenstellung der F.nanz- Zeitschrift „®ic Dank" im ganzen abgelaufenen Jahre 5929 Konkurse zur Eröffnung gelangt, gegen 249 im Vorjahre und 935 im Jahre 1922.
moralische und materielle Hilfe zu leisten. Auch sie gehören auf die Liste, über die einmal abgerechnet werden muh und abgerechnet werden wird.
Köln hat weniger als Düsseldorf unter der Besatzung gelitten. Hier ist englische Zone und in der Handhabung der Besatzungsmacht hat der Engländer wiederholt bewiesen, wie turmhoch er in jeder Beziehung über seinem Alliierten steht. Will er sich jetzt mit ihm gemein machen dadurch, daß er gemein« (am mit ihm den Vertrag bricht und Deutschland sein Recht vorenthält? Cs steht, außer Zweifel, daß man in Köln nicht so sehr fürchtet, als daß der Engländer durch den Franzosen abgelöst werden könnte, aber darum kann man und wird man es gerade hier, wo man im allgemeinen die loyale Durchführung der Besatzung durch die englische Behörde durchaus anerlennt, nie verstehen, wenn England tatsächlich sich zum Sklaven Frankreichs macht und seinem moralischen Ansehen am Rhein selbst den schwersten Stoß verseht. In dec Donner Zone trägt man es dem Amerikaner nach und macht ihn verantwortlich dasür, daß seine vorzeitige Räumung Frankreich in den Stand setzte, die schwarzen Truppen dorthin zu werfen — die Verzögerung der Desehung und alles das. was daraus entsteht, wiid einzig und allein im Gefühl der Devölkerung auf das Schuldkonto Englands geschrieben werden und das wird man England in Köln und am ganzen Rhein nie vergessen, wie groß auch immer der Haß gegen Frankreich sein mag.
Auch im heiligen Köln kommt also Silvesterstimmung. so wie sie im Frieden war. nicht auf. Wieder geht das Rheinland mit bedrücktem Gemüt in ein neues Jahr, das anstatt Hoffnung auf endliche Defreiung nur neuen Beweis unveränderter Gewaltpolitik und pirutalen Gewaltwillens zu bringen verspricht.
Zu r Roti-: Die Berliner Wertpapierbörse notiert nvkh folgenden Grundsätzen:
1. für Aktien und Anteile, a) die noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark";
2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rotiecungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotiecungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papiermark", c) 8—15 Prozent Reichsschahanweisungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark";
3. für die festverzinslichen wertbestandioen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Goldmark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark";
4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, in Prozenten:
5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark".
Devisenmarkt Berlins-Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark au-gedrückt- Bucnoi-etTtl. London. Nell» dort. Japan. Rio bc Janeiro für eine Einbeit, Men und Budavell für 100000 Lindenen, alle« Übrige für 100 Liohettrn-t
Lelegraphische Auszahlung.
31. 2
voll voll voll voll volllvoll voll voll VOilloolI voll voll voll voll voll voll volldoll DOL voll vor voll voll voll
voll voll voll voll voll voll voll voll UOLÜDOU voll JOtf von voll ^oll voll olllvoll
die Skandalaffäre unseres jüngsten Finanzkonzerns hier und dort einige Zurückhaltung aufcrlcgt hätte. Im Gegensatz zu der Hausse am Ende des JahreS breitet sich die Bewegung immer mehr auf allen Märkten aus, wobei augenscheinlich keine Spekulationvi vorgenommen werden, durch die auch die in letzter Zeit vernachlässigten Märkte mehr in den Vordergrund geschoben werden. Dies gilt besonders für den Kaliaktienmarkt, wo sich in unnotierten Werten bereits vorbörslich ein ganz erhebliches Geschäft entwickelte. Auch am Petroleummarkt hält das Gc/chäfi weiter an. Am Monlanaktien- marft standen Phönix im Vordergründe d.s Interesses, aber auch die anderen Werte konnten ihre Kurse erhöhen, besonders DuderuS und im Zusammenhang damit Mannesmann. Der Markt der heimischen Renten lag zunächst mangels jeglicher Anregung verödet, doch wurde das Geschäft nach und nach etwas reger. Der Geld- marlt hatte nach guter ilebertoinbung des Ultimo eine Erleichterung erfahren. Man hörte tägliches Geld mit 9 bis 11 Proz. pro Jahr, Mvnatsgeld 11 bis 14 Proz. pro Jahr. Am internationalen Devisenmarkt hat das englische Pfund mit 4,74Vs einen Rekordkurs erreicht.
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*.) Frankfurt a. M., 2. Jan. An der heutigen Abendbörse entwickelte sich ein überaus starkes Geschäft, das zu neuen erheblichen Kurssteigerungen führte. Reue Kaufaufträge, die sowohl vom Auslande vorlagen, ober auch für Rechnung Berlin vorgenommen wurden, wirkten stark auf das Geschäft ein, woraus das lebhafte Tempo der Kursentwicklung zurückzuführen ist. Erneut erstreckte sich die Kauflust auf alle Märkte, wobei namentlich die kleineren, im Kurse zurückgebliebenen Werte in besondere Gunst kamen. Auch auf dem Montan-, Chemie- und Elektromarkt ging es äußerst lebhaft zu, wobei wiederum Kursavancen bis zu 3 Prozent festzustellen sind. Auch der deutsche Rentenmarkt konnte von der allgemeinen Aufwärtsbewegung etwas profitieren, und es kam auch hier zu einem belebten Geschäft bei anziehenden Kursen. Auch im weiteren Verlaufe des überaus lebhaften Geschäfts blieb die Stimmung fest, obwohl vereinzelt in den start gesteigerten Werten Gewinnsicherungen vorgenommen wurden. Die Börse schloß lebhaft und in fester Haltung. -- Deutsche Anleihen: 5proz. Kriegsanleihe 915 bis 912, 3,5proz. Reichsanleihe 1050, 3proz. do. 1275, 3,5proz. Preußische Konsols 1412, Agio schätze 630, 24er Schätze 490, 23er do. 290. Bankaktien: Commerzbank 6.87, Darmstädter Bank 14,75, Deutsche Dank 13,60, Discontogesellschaft 18,25 bis 18,12 bis 18,45, Dresdner Bank 8,75, Metallbank 21,75, Mitteldeutsche Creditbank 2, Oesterreichische Kreditaktien 10. Reichsbank 64,5. Dormer Bankverein 1,60. Monlanaltien Buderus 23,90, Harpencc 130,50, Mannesmann 68, Mansfelder 5,20, Otavi Minen 29,37, Phönix 61,25, Rheinische Braunkohlen 47, Rheinstahl 57,25, Riebeck Montan 50, Kali Aschersleben 21, Westeregeln 26,37. Ehern. Aktien: Badische Anilin 35 bis 34,90, Chemische Griesheim 28,25 bis 28, Scheideanstalt 27,3\ Elberfelder Farben 29,50, Th. Goldschmidt 24,75, Höchster Farbwerke 29,25 bis 29, Holzverkohluuc 11,87. Chemische Rhenania 7,50, Rütgerswerkc 22,75. Elektrowecte: AEG. 12,40. Licht und Kraft 9.12. Lahmeyer 14,50, Mainkraft 13,50, Reiniger. Geburt & Scholl 3,50, Schuckert 65,25. Sonstige Jnbusttieaftien: Kleyer 3, Daimler 4, Eßlinger Maschinen 10, -Aschaffenburger Zellstoff 31,25, Zement Heidelbe.g 27. Dyckerhoff & Widmann 4.75, Hoch- und Tiefbau 2,37, Holzmann 6,60, Deutsches Erdöl 57,50, Spinnerei Hammersen 22,75, Hirsch Kupfer 23,75, Mctallgesellschafk 21.25, Lechwerke 22,50, Gebrüder Jungyans 13, Rheinmetall 11,37, Julius Sichel 3,25, Karlsruher Maschinen 4,40, Krauß Maschinen 5,5, Waggon Fuchs 1,40, Pokorny 7,75, Wayse & Freytag 4, Voigt & Häffner 2,25, Peters Union 2, Frankenthalzucker 5, Heil- bronnzucker 3,80, Offsteinzucker 4, Stuttgartzucker 3,80. Ausländische Renten: 4,5proz. Ungarn 7,12,
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger" ) Frankfurt a. M.» 2. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 24,50, Roggen, inländ. 22 bis 24, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 31. Hafer, inland. 18 b.d 22.50. Mais (gelb) 21,50 bis 22 50, Weizenmehl inländ.. Spezial 0 39 bis 41,75. Roggenmehl 34 50 bis 38.50, Weizenlleie 13,75 bis 14, Roggen- , kleie 12,75 bi§ 13 Mk. Tendenz anziehend.
Berliner Produktenbörse.
Jahreswende am Rhein.
Don unserem 8-Korrespondenten.
> Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Köln, den 30. Dezember 1924.
Kehrt man als Ausgewiesener nach zwei fahren erzwungenen Fernseins wieder einmal zu den Stätten der Heimat zuruck, so ist der Blick besonders geschärft für die Eindrücke der Fahrt, sucht man mit allen Kräften die sich darbietenden Bilder zu umfassen, um Vergleiche anzustellen zwischen dem. was man nun erschaut und dem was Erinnerung ist. Das Ruhrgebiet das der v-Zug durcheilt, war. als man das letztemal diese Stätten berührte, tot und wie nledergebro- chen unter dem Druck des eingebrochrnen Feindes Die mächtigen Förderanlagen standen still, in den Werken ruhte die Arbeit und eine unsägliche Traurigkeit lastete über diesem ganzen Gebiet das seine höchste Schönheit eben von der Arbeit empfängt und das einer Ruine gleicht, wenn die geschäftige Hand erlahmt. Damals und beute! Das Leben ist toiebec er wa ch t. Ueber- a[[ lohen die Feuerbrände der Hochöfen. Gleißendes Licht sprüht aus den großen Fenstern und den toeitgeöffneten Türen der Werkanlagen und in ästigem Schritt eilt die Morgenschicht zur Ablesung. Aus den Bahnhöfen ist regstes Leben. Nicht gerade lustig, wie es ja überhaupt nicht die Art des Westfalen ist, seiner Heiterkeit lärmenden Ausdruck zu geben, aber doch ein Leben, das sich kaum von dem unterscheidet, wie man es im Frieden zu sehen gewohnt war, wo man in diesem größten Industriegebiete Deutschlands immer toic= der erstaunt eine sich behäbig und bürgerlich gebende Bevölkerung erblickte, da man doch erwartete. ausgesprochenes Proletariat zu sehen. Faßt man die mehr oder minder flüchtig auf- gefangenen Eindrücke solcher Bahnfahrt zu- fammen, so kommt man zu dem Ergebnis, daß das „Revier" mit gesammelter Kraft daran ist,
Sie ungeheuren Schädigungen, die fremde Ver- ,
gctoaltigung und Abwehrkampf nut sich brachten, ’JlUII.
tu überwinden und Schritt um Schritt das em- I 1/1
Ä Cn—nö Ä" ÄS «°-s- und «-ldmartt.
SiüÄr0" i6m 6Ur“fCn: aUf DOiU! toron=C Äena ®nten t™”™ 3elufl
" 2luf dem Bahnhof in Düsseldorf sieht man die Räumung der Kölner Zone verursacht die erften Franzosen. Gewiß, auch im be- leichter überwunden, als umfänglich voauszu- sehten Ruhrgebiet sind sie noch vorhanden, auch sehen war. Die Deiuichtungen^bie dort stolzieren sie noch über die Straßen und sind aus der Zuspitzung der pvliUschen Sage Die immer noch nur zu drei und drei zu sehen, da sie I Konsequenzen ziehen und zumBZiederverkauf der sich allein zu gehen fürchten. Aber das ist ganz in letzter Zeit m erheblichem Maße ^rKnomrne- unzweifelhaft, sie sind weniger geworden, sie nen Kaufe schreiten wurde, haben öränaen sich nicht mehr so in die Öffentlichkeit trieben erwiesen. Man sieht Augenscheinlich un und t^et^ nicht mehr so als die Machthaber Ausland die Lage weniger Pessimistisch an und auf wie sie das mit Tanks und militärischer glaubt, daß sich in der Frage der Räumung Ausmachung jeder Art zur Zeit des passiven doch schließlich eine Verständigung Unden lassen Widerstandes taten. Selbst in Düsseldorf, wo das werde Die Abslauung der Borst: ist also^un Generalkommando liegt, sagt man erleichtert und wesentlichen auf die hiesige Spekulation guruck ohne die Stimme zu dänwsen: „Ach, was sind zuführen. Del Beurteilung der Dottenlage muh fte klein geworden, diese Franzosen!" Auch hier man berücksichtige^ daß sich m den letz.en Wo^en scheinen sie es mehr und mehr üenncibcn zu bereits em S^mlich erh^lrches pmvat.s Te^rn wollen im Stadtbild aufzufallen. Posten, die aeschaft herausgebildet hat, und die per Ultimo überreichlich vor jeder Riederlassung irgendeiner Januar und auch per Ultimo Sebruar gekauften französischen Stelle standen, sind zurückgezogen. Posten Montanwerte werden bei der Entwick- Kaum mehr sieht man Ablösungen mit ihren lung der Börse im Januar sicherlich eine Rolle charakteristischen kurzen Schritten durch die spielen und eventuell auf die Tendenz einen Straßen ziehen und der eigentliche Kern der Stadt Druck ausuben. Die Geschäftslage, namentlich scheint wie auf Befehl, auch von den dienstfreien in der Schwerindustrie, hat sich m den letzten WÜ möglich'» 5u °--den. | ÄnÄÄ w-s —-^.nchr
als in einer Hebung der Preise. Immerhin wird diese Tendenz auch der Börse im kommenden Jahre Rückhalt bieten, wobei allerdings die Pariser Verhandlungen, die bekanntlich in erster Linie den Zweck haben sollen, am internationalen Markte einen Ausgleich der Preise zu schaffen und die deutsche Industrie vor Derlustpreisen bei der Ausfuhr zu schützen, eine Rolle spielen
itranfhirti. DI
Berlin
Schluß, fiurs
'Schlußk. Abend» börfc
Schluß, fuir»
5»lu6k Wittag» bSrs«
'1. 1?.
2. .
31.1 .
2 1.
»h DroNcvr ‘RcläjSanlttoe
<e/0 Lemfchc RrichSan'.eth«
0.8 9
0,912
o,s>
0,83
0,995
1,0
0.98
1.06
3*/,•/. Dcutside Nricd?anleth« 3% Denr(che NetchSanletb« . Deutsche «vvarpramienauiethi
0,97
1,05
1,27;
1,39
0,55
1.39 0,6
ie/o Preußische LoasoU . .
•*
1.24
1,33
_
—_
1 31
1,39
1,3»
1 2
1,3
Demske Vettb. Dollar-Snl.
—
—
94.75
94.73
oto Doll.-Schad-Üulretlua
—
—
89,6
—
1b9,7d
70.21
170,,9
I7d,41
20,.4
i1,0U
21,04
21,10
63,17
63, i
13,32
63.4
14,01
14,19
14,11
14,29
113,08
1k ^4
113,06
1)3,34
10,145
10,585
19,5'
1U, 9
7.73
17,77
17,70
17,74
19,81
19,88
49,01
iS 98
4,195
4,20i
4,115
4,20
22,71
42,77
£2,34
42,90
61, 7
61,7/
81,79
61,9
k8,33
»8,52
18,68
18,82
1,8'2
7,912
f,9C2
£322
11.67
li,71
12.67
12,71
t, 73
1,7«:
£,775
6,79
1,67
1.174
1,6 9
1.683
£,045
8,0 5
8,045
2,155
1,613
1,614
1,618
1,022
0,489
1,4 6
1,48)
<,49
i.26
6,57
e,s?5
6.5 6
19,43
19,46
19.43
19,47


