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Nr. 281 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

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Dienstag, L Dezember 1925

Börsenkurse.

Die Entwicklung der deutschen sondern^in^'das Sbcn stellt, braucht Klarheit und

Devisenmarkt BerlinFrankfurt

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

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: sich vor dem Menschen- erschienen die Vertreter der Ausnahme des der unbemerkt

Letzte Nachrichten.

Die Verträge unterzeichnet.

London, 1. Dez. (TU. Funkspruch.) Wie der amtliche englische Funkspruch meldet, sind die Verträge von Locarno und die übrigen Ab­kommen, die am 16. Oktober paraphiert wurden, heute mittag im Foreign Office unterzeichnet worden.

Die Ausfahrt der Delegationen.

London, 1. Dez. (TA. Funkspruch.) Die Unterzeichnung der Locarno-Berträge begann heute kurz nach 12 Ahr mittags M._Z. Bei der

Auffahrt der Delegationen hatte Konferenzgebäude eine große menge angesammelt. Als erste Italiener, dann folgten die englischen Regierung mit Premierministers Baldwin, i

durch eine Seitentüre eingetreten war. Als dritte erschienen die Franzosen, an ihrer Spitze Ministerpräsident B r i a n d, gleich darauf der belgische Außenminister Bänder- velde mit der belgischen Delegation. Die deutsche Delegation wurde bei der An­kunft mit lebhaften Beifallskundgebungen der Zu­schauer begrüßt. Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann dank­ten, indem sie den Hut lüfteten und freundlich lächelten.

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a. M.

Aufträge des Reiches und der Behörden in Ländern und Städten haben, liegt daher vor allem auch darin, daß sie Beispiele aktiver Kunstpslege aufstellen. Daher mag es kommen, daß der amtlichen Kunftpflege gegenwärtig eine solche Beiwutung beigemessen wird. Aus dem gleichen Grund ist die kirchliche Kunstpflege erneut in den Vordergrund getreten. Bei dieser Lage der Dinge, die uns in einer Zeit des Wandels findet, wird es von entscheidender Bedeutung sein, daß möglichst wenig Dinge die abgelebten Formen des Gestern weiterzuschleppen suchen. Was wir auf dem Gebiete der Kunstpflege tun, soll vielmehr planmäßige Weg- bereilung für die Zukunft sein. Denn über alle prak­tischen Bedeutung, die die Durchdringung des Lebens mit künstlerischen Werten hat, steht die Tatsache, daß der schöpferische Künstler, auch wenn er fern vom Leben ringt, prophetisch die Zukunft voraus­ahnt. Wo daher ein Volk ehrlich nach neuem Ans­tieg strebt, ist es eine seiner entscheidenden Lebens­fragen, daß es die Vorzeichen d e r Z u k u n f t versteht, wie sie im Schaffen des Künstlers er­kennbar sind.

bis 4 Proz. erreichten. Starkes Interesse konzen­trierte sich auf den Schiffahrtsmarkt, für dessen Werte starke Begehr bestand, wie überhaupt die feg. amerikanischen Freigabewcrte sich großer I Kauflust erfreuten. Als günstiges Moment ist auch die I Besserung des französischen 'Frankenkurses zu be-

Düchertisch.

Das schönste Rind. Anleitung zur Be­urteilung der Körperbeschaffenheit des Rindviehs. Vierte Auflage, neubearbeitet von Prof. Dr. Kraemec, Direktor des Tierzucht­instituts der Universität Gießen. Verlag von P. Parey, Berlin. Preis 13 Rm. Das von Prof. Dr. K r a e m e r - Gießen neubearbeitete, treffliche Werk bringt in klarer, leicht verständlicher Darstel­lung, die durch gute Abbildungen aufs beste unter­stützt wird, einen Uederblick über alle Punkte, die für die Beurteilung des Rindes maßgebend sind. Der Titel des BuchesDas schönste Rind" könnte den Eindruck erwecken, als ob das Hauptaugenmerk bei der Beurteilung auf die Formen des Tieres zu richten fei. Eine Durchsicht des Buches ergibt aber, daß dies nicht der Fall ist; vielmehr wird besonders betont, daß neben dem Begriff der Schönheit steis der Begriff der Zweckmäßigkeit im Bau des Tieres zu stehen hat, daß Schönheit des Tieres mit guten Leistungen verbunden fein soll. Daß auf diesen Gesichtspunkt, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, größter Wert gelegt ist, macht dasselbe in der heutigen Zeit, in der die Zucht auf Leistung immer mehr in den Vor­dergrund treten muß, besonders wertvoll. Jedem Züchter und Landwirt, der sich in der Beurteilungs­lehre des Rindes gute Kenntnisse erwerben will, wird das Buch die besten Dienste leisten: seine Anschaffung kann deshalb aufs wärmste empfohlen werden. (791) Schlicht.

Wirtschaft.

* R o r d d c u t s ch e r Lloyd. Bremen. Bon den 32 Millionen Rm. neuen Aktien, zu deren Ausgabe die Berwaltung des Rorddeut- schen Lloyd von der am 17. Dezember 1924 ab- gehaltenen Generalversammlung ermächtigt wor­den ist, ist bekanntlich Anfang ds. Is. ein Betrag von 8 Mill. Rm. begeben worden. Dieses Aktien­paket befindet sich im DrUhe des Bankenkonsor­tiums des Rorddentschen Lloyd, das diese 8 Mill. Reichsmark jungen Aktien in den nächsten Tagen zur Zeichnung auflegen wird. Bezüglich der zur Durchführung der Fusion mit der Rolandlinie. der Hamburg-Brcmer-Afrikalinie und der Ree­derei Horn notwendigen Begebung weiterer zwölf Millionen Rm. Aktien auf Grund der Ermächti­gung vom 17. Dezember 1924, die zur Durchfüh­rung des Aktienumtausches gebraucht werden sollen, wird, wie mitgeteilt, eine Generalver­sammlung des Rorddeutschen Lloyd am 31. De­zember ds. Is. beschließen. Die Kosten den Durchführung der Fusion werden auf etwa 4?0 000 Reichsmark geschätzt.

* Phönix A. G. für Bergbau und j) ü 11 e n b e t rl e b e, DüsZeldors. Wie der DHD. von Verwaltungsseite erfährt, wird das vor-, übergehend stillgelegte Grobblechwalzwerk in Lie- renfeld wieder in Betrieb genommen werden, da es der Gesellschaft gelungen ist, einige größere Auf­träge für Grobblech zu erhalten. Die Bemühungen um Aufträge, welche die Wiederinbetriebnahme des Lierenfelder Röhrenwalzwerke zum Ziel haben, wer­den fortgesetzt, so daß man hofft, in absehbarer Zeit hier wenigstens seine Röhrenstraße in Betrieb neh­men zu können.

Berliner Börse.

Berlin, 1. Dez. Stärkere Beachtung als die Bewegung am Effektenmärkte fanden bei Beginn der Börse die großen Schwankun­gen am Devisenmärkte. Zunächst setzte sich der Verfall der polnischen Wäh­rung rap.ide fort. Warschau war gegen Mittag gegen Dollar bis auf 10 ge­sunken. Die Baissebewegung wurde stark angeregt durch d i e Flucht von der polnischen Währung. 3m Gegen­satz hierzu zog Paris im Laufe des Vormittags bis auf 119,87 gegen London an, stellte sich aber gegen mittag bei Eröffnung des offiziellen Ver­kehrs wieder auf 122,25 gegen London. Für die Aktienmärkte resultierte aus der günsti­gen Bewegung des Franken k u r s es eine bedeutende Anregung. Außerordentlich leb­haft waren die Amsähe am Schiffahrts- markte, der gegenwärtig durch verschiedene Anlässe die Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

Auch die sog. amerikanischen Frei­gabewerte blieben weiter stark gefragt. Fer­ner bestand für ausländische Renten un­ter Führung von Türken starkes Interesse. Das Gesamtbild der Börse bot somit ein freundliches Aussehen. Die ungünstigen Lageberichte aus dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat und die schlechten Meldungen über die Roheisenmarktlage wirften sich nicht aus. Günstig wirkte die E n t - spannung am Geldmärkte, wo tägliches Geld zu 8 Prozent leicht zu haben war. Anders war dagegen die Lage für Monatsgeld, da diese Ausleihungen mit dem Iahresschluß zusammen­fallen und Die Geldgeber daher außerordentlich vorsichtig sind. Im Devis en verkehr waren außer den schon erwähnten Schwankungen der polnischen und französischen Währung keine we­sentlichen Veränderungen zu verzeichnen. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,35, Amsterdam 59,20.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, ). Dez. Tendenz sehr fest. Nach dem gestrigen unsicheren und schwankenden Verlaufe fern an der heutigen Börse wieder eine zuversicht­lichere Stimmung zum Durchbruch, wobei sich eine gesteigerte Unternehmungslust zeigte. Durch den glatten Verlauf der Ultimo-Abwickelungen und des nunmehr tatsächlich erfolgten Beginns der Räu­mung der Kölner Zone angeregt, nahm die Spe­kulation zumeist Deckungen und Rückkäufe vor, was zu Kursbesserungen führte, die vereinzelt 3

Zielsicherheit in der Kunstpslege. Wenn wir zugeben, heute der Künstler nicht mehr außen stehen soll, andern daß er ins Leben gehört, so folgt daraus, daß eracinzend zu der lediglich auf Sammeln ein­zelner Werke gestellten passiven Kunstpflege eine aktive treten muß, die mit bewußtem Willen die Arbeit des Künstlers verlangt und ihn vor Auf­gaben stellt, die ihn mit dem Leben des Tages verbinden. Der Wert, den die künstlerischen

als etwas gebessert anzusehen, da weitere Meldun­gen über Schwierigkeiten bis jetzt nicht eingegangen sind. Aus allen diesen Erwägungen war die Ten­denz bei lebhaften Umsätzen ziemlich fest, Die Mon­tanwerte wiesen gute Besserungen auf. Schiffahrts­werte lagen sehr fest und konnten ansehnliche Ge­winne verbuchen. Elektrowerte waren gesteigert. Chemieaktien schlossen sich dagegen der Aufwärtsbe­wegung nur zögernd an, die Kursgewinne nahmen hier kein größeres Ausmaß an. Bankaktien waren wenig verändert. Der Kaffamarkt der Jnduftrie- papiere lag überwiegend schwächer. Motoren- und Maschinenaktien waren zumeist gehalten. Von Zuckeraktien erzielten Frankentaler eine Besserung von 2 Prozent. Deutsche Anleihen blieben vernach­lässigt. Der Freiverkeyr lag ruhig. Api 0,4, Becker­kohle 39 Proz., Benz 27 Proz., Growag 38 Proz., Brown-Boveri 52 Proz., Krügershall 72 Proz., Ufa 48,5 Proz., Unterfranken 49,5 Proz. Der weitere Verlauf brachte zeitweise Stockungen in das leb-' hafte Geschäft, auch die Tendenz kam ins Schwan­ken, und vereinzelt zeigten sich auf Gewinnsiche- rungen hin leichte Rückgänge. Die Grundstimmung blieb aber fest. Am Geldmarkt bestand etwas stär­kere Nachfrage. Tagesgeld stellte sich auf 9j P Monatsgeld ist unverändert bei 10 bis 11 Proz.. ,

nach Adresse. Bankdiskonte 7 Proz. Jndustrieakzepte 9 Proz. 3m Deoisenverkchr ist, wie bereits ange­deutet, eine starke Erholung des französischen Fran­ken eingetreten. Paris stellte sich gegen London auf 120,25. Die übrigen Valuten sind unverändert.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 1. Dez. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 25,25 bis 25,50, Rog­gen, inländ. 18,25, Sommergerste für Brau- ztoeeke 22,50 bis 25. Hafer, inländ. IS,50 bis 21,25, Mais, gelb 20,50, Weizenmehl inländ., Spezial 0 40,75 bis 41,25, Roggeumchl 26,75, Weizenkteie 10,75, Roggenkleie 10,75 bis 11. Ten­denz befestigt.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 30. Rov. Die neuerlichen schwachen Liverpooler Anfangskurse bctoirltcn an der amt­lichen Berliner Produktenbörse für Brotgetreide allgemein merklich niedrigere Kurse. Das Inland- angcbot für Weizen und Roggen bleibt an­dauernd klein. Demgegenüber steht wesentlich vor­sichtige und recht geringe Kaufneigung. Am Loko­markt hörte man bei Beginn bis zu 4 Mark er­mäßigte Rotierungen. Im Zeithandel gingen die Abschläge wesentlich darüber hinaus, und zwar für Roggen stärker als.für Weizen. Don letzterem verlor Dezember 4 Mk., März und Mai sogar 5 bzw. 6 Mark pro Tonne Roggenlieferung für nahe Sicht ging auf 4 Mark unter den Schluß des Samstagniveaus zurück. März büßte sogar 6 Mark ein, Maitermin auf vereinzelte Reali­sationen 8,50 Mark. Gerste ruhig und ziemlich behauptet. In Hafer erhält sich das Angebot, doch führten auch die durchschnittlich ermäßigten Offer­ten zu wenig Geschäft. Mehl schwächer, Futter- artikel ruhiger. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märk. 245 bis 248, do. Dez. 258,50 bis 257,50, do. März 268,50 bis 266,50, do. Mai 270 bis 269, Roggen, märk. 154 bis 158, do. Dez. 167,50 bis 169 bis 168, do. 2Närz 183 bis 185 bis 184, do. Mai 188,50 bis 190 bis 189,50, Gerste, märk. 189 bis 213, Futtergerste 153 bis 166, Hafer, märk. 169 bis 179, do. Dez. 170 bis 172, do. März 186, Mais (loko Berlin) 198 bis 202: für 100 Kilo: Weizenmehl 31 bis 36, Roggenmehl 23 bis 25,25, Weizen kleie 11,40 bis 11,50, Roggen­kleie 9,70 bis 9,80, Diktoriaerbsen 25 bis 32, kleine Speiserbsen 23 bis 24, Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 bis 18, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 20 bis 22, Lupinen, blau 11,75 bis 12,25, do. gelb 13 bis 14, Serradelle 19 bis 21, Rapskuchen 15 bis 15,40, Leinkuchen 23,20 bis 23,40, Trockenschnihel 8 bis 8,50, Torfmelasse 7,80 bis 8, Kartoffelflocken 15,20 bis 15,60, Soya- schrot 21,40 bis 21,60.

'" Rahma biuterylemi

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3°/, Deutsche Ncichsanleibe 4% Deutsche Ncichsanleibe . 87,% Deutsche Neichsanlcide 3% Deutsche NeichSanlcche - Deutsche Cvarpramienanleche 4°,» Preußische KonsolS . 4% Hesse«...........

3%% Hessen 3% Hessen........- - -

Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Loll.-Schav-Anweiing.')

4% Volltürken 5% Goldmcrikaner > - . - Berliner Handelsgesellschaft (Sommers« und Privat-Bank L armsl. und Nationalvank - Deutsche Bank.........

Deutsche BcrcinSbank .... Tisconto (Lommandit ...

Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. . Lesterreichifche Kreditanstalt Westbank ..........

Lochumer Guß

Buden.S . .... Caro ........

Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......

Ztaltwerke Aschersleben.... -raliwerk Westeregeln..... Laurahütte Oberbcdarf

Phönix Bergbau .....

Rhcinstahl Pie bell Montan ...... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Thcramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Conl.-Guano .... Badische Anilin Chemische Mauer Alapin . . Goldschmidt Gries1 cimer Electron .... Höchster Farbwerke volzverkovlnng ...... RütgerSwerke ......... Echeideanstalt ........

Allg. ElektrtzilätS-Gescllschast Bergmann .........

Mamkraslwerke Schultert.....

Siemens L Halske .....

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligensiacdt Meguin. ...........

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Mctallgcsell chaft Frmrkfurt. Pet. Union 5a.«®.

Schuhiabrik Herz......

Sichel ...... .

Zellstoff Waldhof.......

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

besondere auch die bahnbrechende Arbeit der deut­schen Bühnenkunst und der reproduzierenden musi­kalischen Kunst eine neue Einsicht oorbereiten hilft. Meiner Auffassung nach ist bereits einnur" als Gelegenheitsgedicht im Auftrag entstandenes Werk wie Fritz von UnruhsHeinrich aus Andernach", das der Jahrtausendfeier eine für alle verständliche Form zu geben vermochte, ein Symptom dafür, daß die Brücke geschlagen ist. Und überlegt man sich, wie im Gegensatz zur Inflationszeit das Lesebedürfnis des deutschen Volkes, das für das Zeitalter des Kino schon als gänzlich überwundener Standpunkt galt, sich neu belebt hat, so wird man erkennen, daß der innerste Wert des Volkstzims nach einer leben-- feigen Kunst verlangt. Di? Hoffnung auf eine solche I Besserung

Kunft nach dem Kriege.

Gegenwärtig findet in London eine große Internationale Kunstausstellung statt, auf der auch deutsche Kunst ver­treten ist. Aus diesem Anlaß bat unser Berliner Vertreter den R e i ch s k u n st - wart Dr. Edwin Redslob um eine Unterredung über die Lage der deutschen Kunst nach dem Kriege sowie über seine Beobachtungen und Erfahrungen auf diesem Gebiete. Dabei erklärte DrIRedslob:

Die geistige und wirtschaftliche Krise der Zeit hat die Grundbedingungen des künstlerischen Lebens in Deutschland entscheidend verändert. Die Zeit vor feem Kriege ließ den Künstler wohl als erfreuliche Neben­erscheinung gelten, wobei man sich seiner Arbeit im Sinne des Luxus freute. Ein inneres Bedürfnis nach der Realisation künstlerischer Arbeit und Auffassung im wirkenden Leben war jedoch nid)t vorhanden. Eine Beibehaltung der Kunst lediglich als einer luxuriösen Nebenerscheinung kann sich die heutige Zeit nicht mehr leisten. Unerbittlich müssen wir Musterung halten und nur das, was feine Berech­tigung täglich erweist, für die Zukunst gelten lassen. Das bedeutet nicht Absage an die Kunst, das bedeutet vielmehr erst recht Bejahung der Kunst, die freilich nicht mehr wie früher außerhalb stehen, sondern das Leben wirkend durchdringen soll. Will man sich das Ziel dieser Wandlung klarmacheu, so muß man sich zunächst überlegen, daß wir bisher für unsere Künstler gleichsam nur das Dachgeschoß des Hauses zur Verfügung hatten: Der Dichter träumte im Dachstübchen, wie ihn Meister Spitzweg gemalt hat, feer Komponist war sein Leidensgefährte, und der Maler verbannte sich freiwillig vier Stockwerke hoch in sein Atelier. Es ist nicht nur die Not, sondern es ist auch das Verlangen nach Verbindung mit dem Leben selbst, was heute die Künstler, wieder im Gleichnis gesprochen, ins Erdgeschoß der Häuser holt. Für den Dichter und Musiker ist es dabei freilich häufig noch sehr schlecht bestellt in Deutschland, und meist bedeutet die Verbindung mit der Wirklichkeit lediglich den Ruf zum Film, zum Radio oder zum Grammophon. Am ersten hat der bildende Künstler in Deutschland den Weg gefunden, und zwar, indem er zu den Werkstätten der Industrie und des Hand­werks wie auch ins Kontor des Kaufmanns ging. Unter solchen Gesichtspunkten gewinnt der Sieges­zug der Gebrauchsgraphik, den wir während der letzten Zeit in Deutschland beobachten konnten, ge­steigerte Bedeutung. Unter den führenden deutschen Persönlichkeiten, die Entscheidendes vollbrachten, sind u. a. besonders der verstorbene Karl Ernst O st - haus, der mitten im westlichen Industriegebiet eine Verbindung von Künstler und Kaufmann be­trieb, ober Peter Behrens und Bruno Paul gewesen, die sich nicht begnügten, im abgeschlossenen Atelier zu arbeiten, sondern den Stil der Zeit in der Arbeit für die Industrie und das gesamte reale Leben erkennen und erfüllen wollten. So ist vom deutschen Architekten und Gebrauchsgraphiker der Stil unserer Zeit tatsächlich entscheidend beeinflußt worden. Einen Gesundungsprozeß stellt auch die neue Hinwendung der Kunst zum Handwerk dar, das von einigen Leuten bereits totgesagt worden war. Die Entwicklung der letzten Jahre hat aber gerade den Wert der handwerklichen Arbeit als Gegengewicht gegen den Drang nach Typisierung gezeigt. Das hat viele künstlerische Kräfte zur hand­werklichen Arbeit gebracht. Man denke an die Ent­wicklung der deutschen Bildhauerei, wie an die Hin­neigung der Maler zu monumentalen Arbeiten und an die einzigartige Belebung der deutschen Graphik lind der graphischen Techniker.

Ueberdenkt man diesen sachlich Har erkennbaren Gesundungsprozeß, so muß man sich wundern, wenn immer wieder von einem Rückgang der Kunst in Deutschland gesprochen wird. Allerdings sind die entscheidenden Werte der Kunst nicht mehr so sehr an den Stellen zu sehen, an denen man sie früher suchte. Heute darf sich derjenige, der sich in Deutsch­land über die Kunst der Zeit orientieren will, nicht mit einem Besuch der Kunstausstellungen und Sammlungen begnügen. Er findet das Schaffen der Künstler vielmehr auf Straßen, in Maschinenhallen, Bahnhöfen, Bühnenbauten, ja, m den Packungen und geschäftlichen Anpreisungen der Waren mehr uub mehr wieder auch in der Kirche, im Stil der Bühnenkunst und der Form der Feste. Sv hat tue einstige Trennung zwischen Künstler und Publikum einer neuen Verbundenheit von Kunst und Leben Platz gemacht. Und wenn sich das Interesse des deutschen Volkes zunächst noch einseitig verhält, so ist doch auch hier eine Wandlung gegen die Vor­kriegszeit zu spüren. Auf der einen Seite will man die Nutzbarmachung der Kunst für die Arbeit des Alltags, auf der andern Seite aber ruft eine neue geistige Einstellung nach dem Künstler als nach dem inneren Offenbarer der Zeit. Daher das Verlangen nach' Erstauführungen zeitgenössischer Dichter und Musiker. Daher auch die Möglichkeit, in der Re­präsentation von Reich. Ländern und Gemeinden den zeitgenössischen Künstler ganz anders zu Wort kommen zu lassen als früher. Die Künstler verstehen nur nicht immer dieses Verlangen des Volkes nach einem Zusammengehen und einer alle angehenden . Kunst. Auf diese Sehnsucht antworten sie vielfach, indem sie sich ins Artistische zurückziehen. Diese Ent­wicklung liegt schädigend auf dem Thcaterleben wie auch auf der Musikpslege in Deutschland. Es ist aber zu hoffen, daß die bahnbrechende Arbeit der dem modernen Leben verbundenen Künstler und ins-

Frankfun a.M.

Berlin

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Brss.-Antw-

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19 00

19,04

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Kopenhagen

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Stockholm .

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Italien. .

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London. .

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Weutjorf . .

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Schwei; . .

80,86

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Spanien. .

54,48

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Japan . . .

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Belgrad . .

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Budapst . .

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Bulgarien .

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Lissabon .

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21,275

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Danzig. . .

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Konstantin.

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Berlin, 30. Novbr

Geld

Brief

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Belgische Noten........

Dänische Noten ......

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104,11

19,01

104,63

Englische Noten........

20,285

20,38»

Französische Noten ......

16,30

16 38

Holländische Noten......

168,25

169.09

Italienische Noten......

16,92

16,08

Norwegische Noten......

85,11

85 63

Deutsch-Ocstcrr-, aioo Kronen

68.99

59,29

Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

111,97

112,53

Schweizer Noten.......

80,63

81,01

Spanische Noten..... .

59 45

Tschechoslowakische Noten . .

12.386

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Ungarische Noten.......

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zeichnen, auch die wirtschaftliche Lage beginnt man