5\irc?4rnyvm?inCe Gießen ihre 2ti (foröerung — urro ihren Etat - in eftvem mäfri^im Rahmen ge- Ijtiltcn f;at (nicht überall ist btu# geschehen). Die Methode der ^.raniagung bringt es aber mit sich, das) eine Anzahl. Steuer pilichtiger, deren Bilanz Anfangs unO Mite 1922 ausgestellt ist. außerordentlich begünstigt ist.
5. Wenn nun die Kirchensmeinde Gießen bei dem Finanzministerium b.aLi.ro<gt, daß die '.Veranlagung, ,'ift eine vernunft.g emäße und gerechte Mrsis gestellt wird, so nti.rb sie dadurch ohne Zweifel in Stand gesetzt v> erden, von den bisher steuerlich Begünstigten etrH*. Nachsteuer zu erheben, die es ihr erleichtern wirp^ in das nächste Steuerjahr hinüb.-rzuk.mmen. Die 11 nebenbei.en, dir bei der diesjährigen Steuervcnanlagu g vor- <!?tommen sind, können nur mit eim-r le.ch!fertigen GZetzesmachorei, nicht mit wirtschaftlichen Schwan- i'unqen des Jahres 1922, dir heu.se ja doch nicht i’xbr in Frage kommen können, entschuldigt werden. Ich gebe zu, daß hieran wicht die Kirche schuld ist, ich bin aber der Aufsagung, daß die > irche dazu berufen ist, wenn in »hrem Bereich sich Unzuträglichkeiten ereignen, die beseitigt werden können, die zuständige Behörde anzugehen.
Pfarrer Bechtolsheiimer,
: ':.x wir diese Ausführungen zur Stellungnahme üb v.mittelten, bemerkt dazu folgenDes:
Die vorstehenden Bemerkungen, des Herrn '^.egrerilngsrates a. D. und Rechtsaavwaltes Luley .yruqen von großer Sachkenntnis ui'.b sind sehr c^n'enswert, ich werde nicht verfehlen, sie als ' e.'aterial dem Landeslirchenamte vor zulegen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, toarusu man bei
Festsetzung der Kirchensteuer nicht den Weg b schritten hat, den der Herr Einsendei' vorfchlägt. Die von der Hessischen Handwerkskaimner herauf» ..t^uLene Zeitschrift ^Hessisches Handwerk und Oa-Werbe" schreibt in ihrer 3animimm< r: „Wegen S-Hebung der Kirchensteuer wurden bae Berhvnü- lnngen mit dem hessischen Finanzministzerium, dem Landesfinanzamt und den Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche bereits fim Februar ds. 3s. geführt. Es ist feinerzeit angrrregt worben, die Kirchensteuer als Zuschläge zu den Cin- tmnmenstsuervorauszahlungen zu erheben, was indessen insofern Schwierigkeiten ergab, als solche Vorauszahlungen nur von den Gewerbetreibenden und nicht von den Lohn» und Gehaltsempfängern geleistet werden, für letztere also ein besonderes E: hebungsverfahren hätte eingeführt' werden n; affen. Die Einkommensteuervoraui'^ahlungen waren überdies wie alle durch die zweite Steuer- '.wtverordnung erlassenen Steuern im besetzten Gebiete nicht zugelassen. Das Lcmdesstmanzamt erklärte weiterhin, eine Erhebung der Kirchen« s!>mer zugleich mit der Einkommensteuer Wegen der eigenen Ueberlastung ablehnen zu müssen, so daß die Erhebung selbständig seitens der Kiochr hätte etfolgen müssen. So blieb als einzige Möglichkeit ein Rückgriff auf die zuletzt vevanbante Einkommensteuer übrig, d. h. auf die Eftttommen- steuer für 1922. Es mußte unter diesen Umständen mit in Kauf genommen werden, daß dieser Rückgriff eine Fülle von ungerechten Struersest- setzungen mit sich bringen werde. Deshalb ist von vornherein vorgesehen unb durch Aufdruck cur den Anforderungszetteln und Bekanntmachung in den Zeitungen zuan Ausdruck gebrach,t, daß ui allen Fällen, in denen der Pflichtige fitd> beschwert fichlt, Abhilfe geschaffen wird durch» Nach- lässe oder Stundungen."
Wein in Rr. 250 des „Gieß. Ar»." abgeh-ouckter Artikel sollte keine Entgegnung auf die Beijöffent- üchung des Herrn Regierungsrates a. D und Rechtsanwaltes Luley sein, sondern war als Ergänzung seiner Ausführungen gedacht. Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, doch die tzrchlichen Instanzen die Art der diesjährigen Besteuerung nicht vorgeschlagen haben irrta* daß die Kirche dadurch in eine schwierige Situation geraten ist. Insbesondere ist auch zu berücksichtigen, daß die Vorsitzenden der städtischen Kiz-chen- vorstände durch die große Zahl der Reklainativ» nen in einer Weise mit Arbeit belastet werden, die nicht zu tragen wäre, wenn sich Iahe für Jahr der gleiche Ansturm einstellen sollte.
Wil dem Abdruck dieser beiden Erklärungen schließen wir die öffentliche Aussprache über diese Angelegenheit. D. Red.
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
m. Hausen, 29. Oft. Nachdem am 19. d.. W. die feierliche Einholung unserer neuen, von Sinder in Sinn gegossenen Glücke unter M itwirkung unserer beiden Gesangvereine stattgefam- den hatte, wurde sie am Sonntag einge we i sht. Der Gottesdienst, in dem ber Ortsgeistliiche, Pfarrer Dittmar, über die auf der Glocke stehende Mahnung Jesu „Habt Glauben an Gotp!" (Mark. 11, 22) predigte, wurde durch zwei Ge- sänge der Schulkinder unter Geigenbegleitung, sowie durch ein Geigensolo verschönt. In der C©eib> rede wurde der verschiedenen Spender gedacht, durch deren Hilfe es uns gelungen ist, wieder ein volles Geläute zu besitzen, sowie all der fdit Verlust der Glocken verstorbenen Gemeindeglieder, besonders unserer 22 Kriegsopfer. Als dann zipn ersten Male wieder drei Glocken zusammen ea>= tonten, ging eine starke Bewegung durch die zahk- reich versammelte Gemeinde, und manchem ber Qinen traten die Tränen in die Augen. Erst m8 dem gewohnten Glockenklang fühlt man sich dxij> in der Heimat wirklich zu Hause. Die Gemütswerte sind nun einmal für uns Deutsche die hirchi- sten, trotz allen Materialismus.
,l. Hu ngen, 30. Ott. Aus der jüngsten ©<>” m e i n deratssihungist zu berichten: Die von verschiedenen Seiten eingereichten Gesuche um M e 5 e rlaffung von Bauplätzen wurden genehmigt. Der Preis wurde auf 2 Mark pro Quadratmeter festgesetzt. — Infolge verschiedener Beschwerden wegen nächt l icher Ruhest ö -
Eine Mliche Entdeckung.
Meine Freundin wollte mit ihrem Manne eine längere Reise machen und bat mich, da Diebstähle in der Reisezeit jetzt an der Tagesordnung sind, in ihrer Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Natürlich war ich riesig froh, auf diese Weise für längere Zeit nach Berlin zu kommen und sagte mit Freuden zu.
Als ich meine Freundin vor ihrer Abreise in Berlin sah, staunte ich, wie frisch und blühend sie aussah. Sie erschien mir gar nicht so erholungs- und reisebedürftig. Früher, als sie noch in meiner Heimat wohnte, war ihr Gesicht lange nicht
rung sollen die Nachtwächter angewiesen werden, die .Urheber von solchen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. — Das Gefallenendenkmal soll aus dem Platz vor der Kirche errichtet werden. Mit Bezug auf die Ausführung entschied man sich für den Entwurf, der einen niedergebrochenen Krieger darslellt, der aber die Kraft und den Willen zur Ausrichtung erkennen läßt. — Im Lause dieses Jahres wurden dahier vierneue Wohnhäuser erb au t. Für das nächste Jahr stehen bereits drei weitere Neubauten in Aussicht, was für eine Behebung des Wohnungsmangels sehr zu begrüßen ist.
Kreis Schotten.
<> Schotten, 30. Oft. Gestern fand im Dergwrrtshaus in Gedern eine Bürger- meisterverfammlung des Kreises Schotten unter dem Vorsttz des Geh. Rats Boeckmann statt. Es nahmen noch teil die Direktoren der Dezirkssparkaifen Schocken, Oau- bach und Ortenberg, sowie K. eisschulrat Kinkel. Der Vorsitzende und die Di.ektoren führten u a. aus: Die dringendste Not ist die Kredit not; es fehlt an Geld und Betriebskapital. Die Bezirkssparkassen bedürfen großer Einlagen und Kontobeträge, um dem Kreditbedarf nis zu genügen. Die Bevölkerung ist noch bestimmt über den Verlust srühner Spareinlagen usw. und hat sich noch nicht wieder an den bargeldlosen Ueber- weisungsverkehr gewöhnt. Es ist jedoch Pflicht aller behördlichen Stellen und jedes Einzelnen, hier wieder Wandel zu schaffen. Die Spa kas en waren an der Entwertung nicht schuld. Es sollen auch wieder die Pfennigsparkaissen und Schulsparkaffen eingerichtet werden. Dr. H e l f e r t, Direktor des Landwirtschaftsamts Schotten, sprach über die Bedeutung und Aufg übender Landwirtschaftsämter und ersuch.te die Bürgermeister um Un ersti tzung der Arbeiten, die auf die Hebung der landwirt--- schaftlichen Produktion abzielen. Alsdann tourte nach reger Aussprache über die Anforderungen der Finanzämter an die Bürgermeistereien wegen Hilfe betr. steuerpflichtiger Umsätze beschlossen, daß Vorstellungen bei dem Landessinanzamt erhoben werden sollen, da die Anforderungen über den § 191 des Reichsabgabengesehes hinausgetzen. Rsgierungsrat Weber referierte eing hend über die Drandhilfe und das dabei cinzuhaltende Verfahren seitens des Bürgermeisters und des Fcuerwehrkommandanten. Weiter wurde verhandelt über die Tagegelderfrage. Die 11 n» terbrtngung mittelloser Wände rer führt zu £tner regen Aussprache. In einigen Orten wird seit einigen Wochen eine starke Zunahme dieser Wanderer beobachtet. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Versammlung einverstanden. Gegen den Vorschlag, bem Antrag der Franksur.er Versicherungsgesellschaft auf Vorauszahlung der Prämien zur Haftpflichtvers icherung der Gemeinden aus 10 Jahre gegen Gewährung von 2Vr Freijahre zu entsprechen, wurden keine Einwendungen erhoben. Anschließend an die Verhandlungen sand ein einfaches Mittagessen im Aergwirtshaus statt. Alsdann wurden die Sehenswürdigkeiten von Gedern unter Führung des Bürgermeisters Müller besichtigt. Die nächste ^rgermeisterversannnlung soll in Ulrichstein stattfinden.
Kreis Lauterbach.
hml. Lauterbach, 30. Oft. Gin weit über die Grenzen des Kreises Lauterbach, ja Wohl tn den meisten Gemeinden Oberhefsens, bekannter Mann, der Kolporteur Konrad Oech- ler aus Ilbeshausen, ist aus diesem Leben abgerufen worden. Jahrzehntelang stand der Verstorbene im Dienste des früheren nassauischen Kolportagevereins zu Herborn. Wirklich gute Bücher und Schriften von bleibendem sittlichen und religiösen Werte in die Häuser zu bringen, hatte er stets als feine Ausgabe betrachtet. So zog er viele Jahre oft bei Wind und Wetter mit feinem schweren Dücherranzen von Gemeinde zu Gemeinde und von Haus zu Haus. Ein langes, schweres Leiden hatte ihn aufs Krankenlager gelegt. Viele, denen er in feiner Weise gedient hatte, werden in Trauer seiner gedenken.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 30. Oft. (Gig. Bericht.) Der in Speiersdorf bei Neustadt a. d. H. wohnhafte Jak. 'Hartmann, der auf der Darmstädter Straße bei Groß-Gerau eine Dampfwalze führte, sah einen Bekannten und nickte ihm zu. In demselben Augenblick verlor er das Gleichgewicht und geriet unter die Walze. Dom Verunglückten wurde der Brustkorb eingedrückt: man brachte ihn ins Darmstädter Krankenhaus, wo er bald nach seiner Einlieferung gestorben ist.
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M„ 30. Oft. Auf dem Wege nach dem alten Sachsenhäuser Friedhof stieß heute früh gegen 1 Uhr ein aus der Richtung der Mörfelder Landstraße kommender Lastkraftwagen der Gerberei May an der Ecke Textvr- straße und Druchstrahe mit einem Strahen- ba hnzuge der Linie 19 zusammen. Der An- prall war derart stark, daß der Straßenbahn- Wagenaus den Gleisen gerissen wurde. Bei dem Zusammenstoß trug der Strahenbahn- führer eine Gehirnerschütterung davon und mußte dem Heiliggeist-Hospital zugeführt werden. Die Fahrgäste kämen, außer einem Herrn, der anscheinend verletzt wurde, mit dem Schrecken davon. Der Sttaßenbahnwagen wurde sehr schwer beschädigt, das Auto blieb betriebsfähig. — In der Niddastraße kam es in der vergangenen Nacht infolge zu reichlichen Alkoholgemisses zwi- schvn mehreren Personen zu einer Rauferei, die schließlich in eine Messerstecherei ausartete. Hierbei wurde der Schneider Karl Becker durch zahlreiche Stiche derart verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustande dem städtischen
so jugendlich reizvoll wie jetzt. Ich konnte es nicht begreifen, wie sie in den Jahren, wo ich sie nicht gesehen hatte, jünger geworden sein könnte. Ich fragte, ob sie etwa ein Schönheitsmittel anwende? Sie verneinte!
Als meine Freundin und ihr Mann abgereift tonten und ich in allen Zimmern Ordnung schaffte, interessierte ich mich natürlich besonders für ihr Toilettezimmer. Was fand ich da? Ein Töpflein Marylan-Creme! Also doch!
Ich suchte weiter und sand ein dazugehöten- des Büchlein über neue Schönheitspflege. Dieses r ich und nun wurde mir mit einem
jUlalc klar, wo meine Freundin ihre Frische und tzhr verjüngtes Aussehen her hatte. Was ich in Öem Büchlein las, waren mir neue Dinge, zumal
Kranken hause zugeführt werden mußte. Mn Schlosser Franz Rupp kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon, mußte aber ins Krankenhaus verbracht werden. — Bei einem Villeneinbruch ui der Myliusstraße fielen den Dieben viele Altertümer in die Hände, besonders Teppiche. Die Täter sind bts jetzt nicht ermittelt.
Gerichtssaal.
* Da rmstadt, 30. Oft. (Eigener Bericht.) Das Schwurgericht verurteilte den am 17. August 1900 in §amm in Rheinhessen geborenen, in Darmstadt wohnhaften, Jakob Dörr wegen Anstiftung zum Meineid zu 2 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 2 Jahren. Im Zusammenhang mit dieser Verhandlung wurde die Margarete Stephan aus Darmstadr zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Die strafbare Handlung kam in einem Ehescheidungsprozeß zur Sprache. Die Schwurgerichtsverhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.
Der Ministersohn als Dieb.
München, 30. Oft. Der Sohn des bayerischen Sozialministers Oswald ist wegen Diebstahls von Aktien und Pfandbriefen, den er als Angestellter der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank im Dezember vorigen Jahres begangen hatte, zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt worden. Der junge Mann hatte schon einmal vom Schöffengericht Freising eine Strafe wegen Diebstahls erhalten. Auch gegen die Tochter des Ministers schwebt ein Verfahren, weil sie im Verdacht steht, aus einem Damensalon eine Reihe von Waren entwendet zu haben.
Wirtschaft.
Sünden wider die Produktion.
Von Dr. W. M. Fr hr. von Biss in g.
Die deutsche Anleihe ist glücklich überzeichnet und Gegenstand einer starken Nachfrage in den kapitalstaiken Ländern geworden. Auch die private Kreditgewährung des Auslandes für die deutsche Industrie beginnt langsam in Fluß zu kommen. Man spricht davon, daß von dieser Seite der deutschen Wirtschaft e'.wa 2 Milliarden Goldmark darlehnsweise zur Verfügung gestellt worden seien. Diese Kredite können zweifellos vorübergehend zur Belebung der Wirtschaft beitragen, aber bei alledem bleibt doch die Hauptsache, daß die deutsche Produktion mit lohnenden Aufträgen versehen wird, damit der bisherige Leerlauf aushören und damit während der durch das Dawes-Ablommen gewährten Schonzeit die deutsche Kapitalbildung allmählich so in Fluh kommen kann, daß auch eine Vermehrung des deutschen Realkapitals ftattfinbet.
Hierzu ist unbedingt erforderlich, daß man endlich damit aufhört, wider die Produktion zu sündigen. Die erste Sünde wider eine rentierende Produktion ist das deutsche Steuersystem. Der Ertrag der industriellen Unternehmen wird zum größten Teil durch die übermäßig hohe Besteuerung aufgefogen. Als zweite Sünde treten dis gegenüber dem Frieden vermehrten sozialen Lasten hinzu. Dabei leidet das Herz unseren Irdiistrieerzeugung, das Ruhrrevrer, unter den Schulden, die nach Abbruch des passiven Widerstandes aufgenommen wurden, um den Verpflichtungen aus den MieumverträgeN entsprechen zu können. Sv muß auch der Rührbergbau einen erheblichen Teil der V/2 Millionen Dollar, die ihm als Kredit von amerikanischer Seite zur Verfügung gestellt worden sind, zur Abtragung dieser Schulden benutzen. Produktionshemmend müssen schließlich die hohen Frachten wirken, die weit über der entsprechenden Sätzen des Auslandes stehen, so daß die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie, sowie die Hereinnahme lohnender Auf- träge ernstlich gefährdet wird. Die überspannten Gütertarife sind somit die dritte Sünde wider die Produktion.
Bei der Landwirtschaft sieht die Lage ebenso trostlos aus: denn zu den hohen Lasten, welche die Industrie zu tragen hat, kommen noch die Kapitalverluste hinzu, welche durch Auswinterung und Mißernte verursacht worden sind. Da bereits während der Depressionszeit tm Sommer die Landwirtschaft einen erheblichen Teil der Ernte auf dem Halm verpfänden muhte, hat sie von der gegenwärtigen Preissteigerung der Agrarprodukte kaum Vorteil. Dieser dürfte vielmehr restlos dem Handel in den Schoß fallen und der Landwirt selbst hat sicher vielerorts von deo Preissteigerung den Nachteil, daß er fein Saatgut zu außerordentlich hohen Preisen beschaffen muß, die ihm beim Absatz der Produktion im nächsten Jahre kaum ersetzt werden dürsten.
Man sieht, unsere gesamte Prvduktton bedarf der pfleglichsten Fürsorge. In Regierungskreisen wird man sich daher jetzt bereits damit zu beschäftigen haben, wie die Steuergesetzgebung im neuen Haushaltsjahr, also ab 1. 2Q>riI 1925, ausgestaltet werden soll. Wenn man sich in der bisherigen Art der Besteuerung bewußt gegen die Produktion versündigt hat, um Währung und Haushalt nicht wieder in uferlose Tiefen stürzen zu lassen, so wird man das Version körnen und der Regierung darin beipflichten müssen Aber die Ausweise des Reichsfinanzmini- sterrums über die Entwicklung der Reichsfinan.;en ergeben ein wider Erwarten derart erfreuliches Bild, daß das Reich das neue Gtatsjahr wahrscheinlich mit einem äleberschuß beginnen kann. Man wird daher die Steuerlast der Wirtschaft zum mindesten vorübergehend erleichtern können und vor allen Dingen bei Abfassung der Steuer- gesohe das Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit und der steuerlichen Gleich-
ich bisher allen angepriesenen Schönheitsmitteln zweifelnd gegenüberstand.
Ich mühte keine Cvas-Tochter sein, wenn ich die Wirkung der Marylan-Creme nicht sofort an mir erprobt hätte. Ich war nicht wenig erstaunt über die sanfte Wirkung dieser wundervollen Creme. Tag für Tag freute ich mich vor dem Spiegel, wie meine unreine Haut sich glättete und verschönte, wie meine Runzeln und scharfen Züge zusehends verschwanden.
Als meine Freundin von ihrer Reise zurück- kam, waren ihre ersten Worte: ,,Emrny, wie bist du schön geworden!" ftnd ihr Mann sagte: „Tatsache, fällt mir direkt auf!“ Ich lächelte und sagte gar nichts. Aber meine Freundin schien mir von Stunöe an so etwas wie Eifersucht zu empfindci.
Mäßigkeit toteoer in ven aroroergnmo rucren müssen. Es dürste höchste Zett sein, mit der Bearbeitung der entsprechenden Gesetze bereits jetzt zu beginnen, damit die Durchpeitschung der RegeerurgsvorlagLN im Parlament und in dessen Ausschüssen endl.ch aufhört, und die produzierenden Wrrtschaftskceise in der Lage sind, zu den Vorschlägen der Regierung kritisch Stellung zu nehmen. Cs wird durchaus nichts schaden, a>en,r man sich der gesetzgeberischen Praxis der Vorkriegszeit in dieser Beziehung wieder nähert.
Während eine Erleichterung der steuerlichen Lasten im Interesse von 'Währung und Reichs- Haushalt erst nach Abschluß des Etatsjahres möglich sein wird, kann dagegen eine Einschränkung der sozialen Lasten schon jetzt in Angriff genommen werden. Dieses ist sogar erforbeckich, denn der Reichsetat wird durch die Ausgaben für Erwerbslosenfürsorge mit 500 Millionen Mark belastet. Das ist für ein verarmtes Volk, wie wir es nun einmal unter den Auswirkungen des Friedensvertrages geworden sind, viel zu viel. Cs nird vielleicht sogar zu erwägen fein, ob nicht die Frage der ErwerbslofenuritSrstütz.ing grundsätzlich anders dahin zu regeln ist, daß man die Füriorge den Gewerkschaften überträgt, denen dann auch Gelegenheit zu positiver Arbeit gegeben wäre. Es gilt jetzt jedenfalls, mit dem Prinzip endgültig zu brechen, daß die Prodal- tion mit Lasten beschwert wird, die unprodal- tiben Zwecken dienen. Wenn man die dafür erhobenen Summen der Produktion beließe, würde wahrscheinlich das erstrebte sozialpolitische Ziel besser erreicht werden. Gleichfalls kann die Reichsregierung jetzt bereits ihren Einfluß auf die neue Reichsbahngesollschast dahin geltend machen daß diese im Interesse der Entwicklung der dea:- scheu Wirtschaft an die Ermäßigung ihrer Tarif« herangeht.
Verfehlt wäre es dagegen, wollte man der Industrie dadurch helfen, daß man die Lebenshaltungskosten durch staatliche Eingriffe in die Preisbildung der Agrarprodukte verbillig e. Auch dies wäre eine Sunde wider die Produktion, wenn man jetzt gegen die Landwirtschaft mit Kieditrestriktionen und mit Aufhebung der gewährten Steuerstundungen Vorgehen würde. Derartige Maßnahmen würden, wie bereits einmal angebeutet, nur älnschuldige treffen und die Sen fung der Getreidepreise eher hinauszögern, als beschleunigen da dem Landwirt dadurch das fü den Ausdrufch der Ernte notwendige Bettiebs kapital genommen werden müßte. Die Regierunc: darf die Getreidepreise nur dadurch beeinflussen daß sie auch hier wieder bestrebt ist, die über mäßig hohen Frachten zu erniedrigen. Ein Ein griff in die Preisbildung selbst wurde die sozial- ökonomiiche, regulierende Funktion des Preises unmöglich machen. Hohe Preise sind in bei Knappheit der betreffenden Ware begründet und tragen dafür Sorge, daß der Verbrauch sich entsprechend einschränkt. Wenn die Preise künstlich niedrig gehalten werden, wird nicht mehr Ware geschaffLn, sondern höchstens den Viel zu Vielen, die sich als Zwischenhändler zwischen Produzenten und Konsumenten drangen, das Leben erleichtert und ihnen die Möglichkeit gegeben, auf dem Rücken von Konsumenten und Produzenten aus der angespannten Marktlage Vorteil zu ziehen. Die Geschichte der Kriegswirtschaft! bietet dafür warnende Beispiele zur Genüge. Nicht durch Zwang, sondern nur durch Freiheit kann eine Wiederbelebung der Produktion erfolgen.
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Die scheinbare Ermäßigung der Gütertarife.
Die Hefs. Landwirtschaftskam- mer hat ein Ersuchen an das Reichser- nährungsministerium gerichtet, in dem es heißt: „Mit Wirkung vom 18. September sind die Frachten im allgemeinen um 10 Prozent herabgesetzt worden. Bei den N o 11 a r i f e n ist dagegen eine Kürzung der seitherigen Ermäßigung von 20 auf 10 Prozent erfolgt, ebenso sind die Kürzungsbeträge bei den Ausnahmetarifen für Kalk, Düngemit- t e l usw. geändert werden. Diese Herabsetzung der Frachtsätze haben die 10 Prozent Frachtermäßigung wieder aufgehoben. Durch die in allen Zeitungen durch die Regierung erfolgte Bekanntgabe der Herabsetzung der Frachten ist in den Verbraucherkreisen die Hoffnung erweckt worden, daß nunmehr die Preise der landwirtschaftlichen Produkte sich ebenfalls senken werden. Dies ist natürlich auf Grund der Auswirkung der neuen Tarifbestimmungen vollständig ausgeschlossen. Wir bitten daher ergebenft, die zuständigen Stellen auf diese Widersprüche hinzuweisen und erwirken zu wollen, daß die seitherigen Frachtermäßigungen für die Nottarife bestehen bleiben. Die Geltungsdauer der Ausnahmetarife ist bis zum 30. November 1924 verlängert worden. Wir bitten, sich für eine weitere Verlängerung einzusehen."
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* Deutsche Vereinsbank, Fra nk- furt a. M. Die Deutsche Dereinsbank in Frankfurt a. M. schließt mit Ende dieses Monats ihre Filiale in Gießen und die Depositenkasse in Lauterbach. Das Gießener Geschäft wird ab 1. November von der früheren Dankiiimia Jos. Herz unter der Firma HerzLCo. wieder übernommen und in unveränderter Weise fortgeführt.
’ Konkurs. Heber das Vermögen deo offenen Handelsgesellschaft Lut terma nn & Edinger in Darmstadt sowie deren beide Inhaber Karl Luttermann, Kaufmann, und Karl Edinger, Kaufmann, beide in Darmstadt, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Forderungen sind bis zum 1. Dezember beim Amtsgericht I tn Darmstadt anzumelden.
* Hirsch, Kupfer- und Messing, werke A. G., Berlin. Der Aufsichtsratsfit- zung lag die Goldmaickbilanz vor. Es wurde beschlossen, den äleberschuh der Aktiva über die Passiva in Höhe von 16 Millionen Goldmark derartig zu verwenden, daß davon 12 Mill. Gm. das
Wie froh und zufrieden bin ich, durch diese glückliche Entdeckung „Marylan-Creme" kennen- gelernt zu haben. Jetzt möchte ich sie um keinen Preis mehr entbehren, nicht um alles in der Welt.
Da ich aber keineswegs so engherzig bin wie meine liebe Freundin, teile ich allen Damen (auch der Herrenwelt, die ein hübsches, jugendfrisches Aussehen haben möchte) meine Entdeckung mit, und wünsche, daß jeder dies einzigartige Mittel kostenlos probiert.
Schreibt alle an den Marylan-Vertrieb, Ber« lin 248, Friedrichstr. 18. Sogleich bekommt ihr eine Probe Marylan-Creme nebst hochinteressantem Büchlein über Schönheitspflege, beides kostenkoS und portofrei. Ich weiß, daß ihr mir im stillen danken werdet. 8485D


