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Nr. 204t Drittes Blatt

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Die Börse wurde in der abgelaufenen Woche ,ium größten Teil beeinflußt von der bevorstehen - den Entscheidung im Reichstag. Das Ratens An­nahme oder Ablehnung, fehle sich während der ganzen Woche fort, und im allgemeinen hegte die Dorfe einen recht starken Optimismus. Wie weit diese berechtigt ift, kann zur tunix: kaum gesagt werden. Unzweifelhaft jedoch bleibt es, daß mit Ablehnung des Eisenbahngesetzes und Herausschiebunq der Wahlen eine Senkung des Kursniveaus erfolgen würde, die alle Gewinne der letzten Woche totebcrum illusorisch machen würde Was auch immer gegen den Londoner Pakt zu sagen ist, so handelt es sich vom wirt­schaftlichen Standpunkte aus nur darum, zu ent­scheiden, ob unsere Lage sich durch Ablehnung oder Annahm«,' günstiger gestalten wird. Daß nur die Annahme des Der träges einen endgül­tigen Wiederaufbäu der deutschen Wirtschaft, ein Hereinströmen der Kn.-dite, kurz eine Atempause gewährt, beweisen die vielen Zuschriften und Entschließungen des Handels und der Industrie. Einen dementsprechenden Standpunkt nimmt auch die Börse ein. "Neuwahlen würden, wie die Ber° l linste llegen, nur eine "Verzögerung der Dvr- teilc des Der träges bedeuten

Ein anderer wichtiger Faktor für den Effekten­markt der Dcrgangenen Woche war die Hmstel- ftrng der Berliner HandelSgesellscha ft gemäß dem Gvldmark-Dilanzgesetz. Diese Um­stellung, die eine RÄnizierung des Friedens kapi- tals, das seit 1908 nicht mehr erhöht worden ist. im Verhältnis 5:1 Vorsicht, hat an der Börse große Enttäuschung hervorgerufen. Vorbei ist die Zeit, wo man den Traum von den sogenorrnten goldwertigen Aktien mit sogenanntem Friedens­kapital träumen konnte. Die Berliner Handels­gesellschaft ist in ihrer Bilanzg^arung schon von jeher für ähnliche ü ntcrnet>nrungen Vorbild ich gewesen, und so dürfte die Börse nicht Hnrechi haben, wenn sie annimmt, daß auch andere Un­ternehmungen diesem Beispiele folgen werden. Der Erlaß, wonach die Gvldmarkbilanz-Aufstel­lung bei Nnnen, deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, noch weiter hinaus- gescl-oben toctiben kann, trägt nur i^rf) dazu bei, die Ungewißheit zu vergrößern und die reservierte Haltung maßgebender Fincrnzkrvite zu verstärken.

Am Devisenmarkt machten ftch infolge Hllimorealisatwmm größere Verkäufe bemerkbar, zumal in den letzten Tagen die Aotierungen für einzelne Hauptdevisen etwas in die Höhe gegangen waren. Der Bedarf an blltftnogeldern fühle auch in der vergangenen Woche zu einer leichten Ver­steifung des Geldmarktes, die den Sah für täg­liches Geld ton Va auf 3/< Pro Mille erhöhte.

Der Reichswtrtschaft s m in t ft er über die Erhöhung der englischen Repa ratio nSa bgabe. Dem Hansa-Dund wurde auf seine Anfrage vom Reichs Wirtschafts- minifter das Rachstehende nritgeteiU: Die bis­herigen Pressenachrichten über die Heraifsetzing der nach dem englischen Reparation Ree>vereh act zulebt in Höhe von 5 v. H. erhobenen 2ll>- gäbe auf die frühere Höhe von 26 v. H. sind meist mißverständlich gewesen. Die eng­lische Regierung hat allerdörgs der deutschen Regierung ihre Absicht, eine solche Erhöhung vor? irheßnren, bekanntgegeben. Die deutscherseits gegen diesen Plan erhobenen Vorstellungen haben zunächst eine Hinausschiebung deS Zeitpunktes der Wiederhinaufsetzung der Abgabe zur Folge gehabt, und es werden auch Verhandlungen über eine etwaige Abänderung der Erhebungsart an- gestrebt. Für die zur Zeit laufenden Geschäfte liegt jedenfalls ein Grund zu besonderer Dean- rußigang nicht vor. Sollte es demnächst zu der Wiedereinführung der Abgabe von 26 v. H. kommen, so wird die Erstattung so geregelt wer­den, daß den deutschen Ausfahrhändlern die tpeitere Lieferung nach England Möglich bleibt

* Amerikanische Kreditverhand­lungen der Stadt Essen. Die Verhand­lungen des Industrieverbandes und der Stadt­verwaltung Essen-Oberhausen mit amerikanischen Finanzkreisen über Gewährung eines Darlehens über 1 Million Goldmark, stehen unmittelbar vor deitz Abschluß. Das Darlehen soll an hiesige Werke verteilt werden und wird gegen ent­sprechende Sicherheitsleistung für zwei Jahre ge­währt. Bei einer Verzinsung von 13 Prozent im ersten Iahre und 1 Prozent im zweiten Iahre. Die städtische Sparkasse hat die Ausgabe eines Treuhänders übernommen.

* Mexikanische Anleihen. Die dem Rcvrganisationspkcme beigetretenen Stücke der mexikanischen Anleihen werden jetzt nach Ab­stempelung seitens der Depotstellen an die Ein­reicher zurückgegeben. Den Stücken getrennt bei- gefügt sind die Receipts ftfr die rückständigen Zinsen 1914/22. Ferner sind den Stücken ange= heftet die Cash Warrants gegebenenfalls mit (Serif) receipts für 23/27, die von den Mänteln abweichende Rummem tragen. Aus diesem Grunde ist besonders darauf zu achten, daß Män­tel und Bogen nicht txmeinanber getrennt werden, da die Verwechslung die Lieferbarkeit in Frage stellen würde.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 29. Aug. Tendenz: er­hält. Die Vertagung der Abstimmung hn Reichs­tag hat der Börse ihren Optimismus zurückge- gogeben, indem man an der Börse daraus einen günstigen Abschluß der heutigen Verhandlungen glauben erhoffen zu dürfen. Dadurch hat das Ge­schäft eine gewisse Anregung erhallen und bei Eröffnung der Börse war eine ziemlich zuver­sichtliche Haltung zu erkennen. Das Geschäft ge­sichtete sich lebhafter, als an den letzten Tagen. Groß war wieder das Geschäft am heimischen Rentenmarkt. Dagegen war heute das In­teresse für Stadtanleihen äußerst gering. Aus­ländische Renten waren wenig verändert. Am Aktienmarkt war eine gewisse Z"rückhaltung noch unverkennbar, die Hmsätze bewegten sich hier in bescheidenen Grenzen. Immerhin konnten bie_ gestern erlittenen Verluste auf den meisten Märkten heute wieder auf geholt werden. Am Geldmarkt zeigte sich wie immer gegen den Ultimo eine stärkere Versteifung. Tägliches Geld 6/i6 Pro Mille, Monatsgeld P/16 bis ls/8 Pro­zent. Das Geschäft am Devisenmarkt ist bei der uchichereu Lage- sehr genug. Der Pariser

Gießener Anzeiger (TeimadAnzetger für Gderheffev)

Samstag, 30. August 1924

Frank hielt sich auf 82,60 bis 8230 in Pfund- Parität unb auf 18,40 bis 18,45 in Dollarpari­tät. Das englische Pfund hielt sich aus 4,483/1 Dollar, die Mark auf 4,166 Billionen für den Dollar. Der Freiverkehr war geschäftslos. Becker-Stahl 1,7, Decker-Kohle 5Vs, Benz 3V«, Ufa 73/8. Im weiteren Qkrlauf blieb die freund­liche Haltung bestehen.

11,93

12,70

0,3 o

17

18

12,7

Börfenknrse.

(Ohne Gewähr.)

59

7,25

27

6,75

11,6 18,?0

11,65 16

1,2

2 3,75 MO

3,25

12,25 4/0

11,90 48,65

29,13

8,25

9,75

11,40

14,W

35 43,75

2,3

2,9

1L3

9,SO 15,40

37/

45,50

2.5

2.9

12 1",25 47,5 60.25 62,1 14,25 19,5

6,9 12.25 34,9

29 37,50

1,9

27 6,55

2,30 2,75

2,6 11,6

0,521 12,'ri r

3.25 4,70

5 <^6 3 SO

5

12,75

19,25

14,13

16,75

16

11,40

46.9

27,25

6

9,13

10,65

123

13 13,12

49 62,60 67,25 16,5

20 7,eo 12,75 37,25 31,75 38,76

1,9 28,30

7,2 2,8 12,6

4,9

29 6,35 9,25 11,4" 0,350

13 13,25

1,91 0,4

0,35

1,90 0,375

0,5 48,50 11,50

12,6

47 50,25

68,1

14 18,75

6,3 12, 0 34,75 29,13 36,?ü

18.<0 12^5 16,26 15,13

6,4 17,75 16,2 9,60

15 7.9

38

1,9 0.37 0,45

50,75 13

13,60 49,50 53,60 67,25 16,90 20,13

7,75 13

37,90 32 38

1,25

1,9

S 4,25 9,50

3,25

19,13

',2 13.75 18,75 15.90 6,95 17,9

15,26 9,75

1» 7,5

37 4R

2,40 2,90

2,6 12,5

0,525 1.1

13,1

2,25 4,78 9,40 4,25

3,38

11,50 |

47 | 27,25 5,80

9 10,76 0,350 12,60 12,75

</» Zolltürken 6°/« Sofomertfanet . . . .

Berliner Handelsgesellschaft. Toonnerj. und Prtvat-Bank Tarmsl. und WatioaalbaiU . Deutsche Bank.........

Ternsche VeretnSbank . . . . DiSconto Eommandtt .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Tredttbank . . Oesterreichische E re ditan statt. Weltbank............

Bochumer (Satz .....

BndernS.......

Karo..............

Deuisch-Lnxembnrg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Kaliwerke ÄscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....

Laurohütte...........

Oberbedarf Phönir Bergbau.......

Rheinitabl Wiehert Montan..... ..

TelluS Bergbau.....

Hamburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....

Eheramische Werke «lbto . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmanu Anglo Cont -Kuano Badische Anilin Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt........ . .

GricS> etmer Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . . öiütgerStoerke ......... Echeideanftalt.........

«Na- Elektrizilätr-Sesellschaft Bergmann...........

Maiulraftwerke .......

Schlickert.........

Siemens Sc Halske......

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligcnstaedt.......

Meguin......... ..

ff ran ff artet «rmatnren Konservenfabrik Bremn . .

Schnhiabrik Her;

Sichel. . . . , . Zellstoff Wakväof....... Zuckersckbrtk fftantartf)e( . . Zuckerfabrik Wogbäulel - . .

*) Dom Rückzicchsungswert.

Devisenmarkt DerllaFrankfurt a. W.

sstn Billionen «ark anAjebrfltft. Buenos.Aires. London, Rta» York, Japan. Mo tx yaneiro für eine Einheit. Wien nutz Budapest für 100000 tinbdttn. alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.

___________(Ohne Gewähr.)

Dn HIDtonen Prozent

Frankfurt a. M.

Berlin

Sd)luf$- fiure

5d)(nb-l SchUitz- f.urs 1 flure

Datum

28. 8.

2.8.

8. a.

29. 8.

Drllklcyr 9teid)8tmlefbe . <% Tkutsche ReichSiuilety« . 3 '/,/-> DcuischeRk tchScmlrth« 3*4 Deutsche Rrtchsanletde . Deutsche Soarpramtenanlethe 4°/o Preußische «onsoU . . .

0,760 1,10 1,10

1,6 0.495 1,375

13

J

0,8'5

1.20

1,150

1,70

0,5

1,490

1.4

1,5

1,2

4.2

85,75

0,749 1,15 1,09 1,56

«M 1,3*5

1,5

1,35 4,2

85

1,833

1,73

1,21

1,850

0,5

1,475

1,5

1,38

4,7 85,75

3«,' Hrnen

Deutsche Wertb. Dollar-ilnl. bto. Doll -Schatz-Anwetlng.')

28. Aug.

29. Aug.

Repart. °.

Amtliche Geld

Jfotierum Brief

Amtliche Notierag,

Geld

«rief

98.

29.

PImft.»Stott

162,39

163,21

162,34

163,16

voll

voll

Brss.-Antw

21,00

21,10

21,00

21,10

voll

voll

Gbriftlania.

57,71

57,99

67,71

67,99

voll

voll

Kopenhagen

67,63

68,17

68,33

66,67

voll

ooll.

Stockholm .

111,32

111,98

111,32

111,68

voll

voll

HelsingforS-

10,49

10,51

10,47

10,54

voll

voll

Italien . . .

18,55

18,65

18,905

18,55

18,65

voll

ooll

London. . .

18,815

18,815

18,905

voll

voll

Neuyork . .

4,19

4,21

4,1)

4,21

voll

ooll

Porig. . . .

22,97

22,79

22,69

22,61

voll

ooll

Schwell .

78,35

79,25

78,35

56.36

79,25

voll

voll

Spanien . .

65,36

65.64

56.64

voll

voll

Wien in D-» Qest.abgest

5,92

12,686

5,94

5,91

5,93 12,646

doll

Poll

Prag . . . .

12,640

12,583

voll

voll

Budapest. .

5,48

5,50

5,48

6,50 1,425 3,09

1,715

voll

ooll

Buen.-Aires

1,405

1,415

1,415

voll

voll

Bulgarien

8,07

3,09

3,07

voll

voll

Japan . . .

1,705

1/15

1,705 0,41

voll

voll

Nio de Jan.

0,41

0,42

0,42

voll

voll

Belgrad . .

5,29

5,31

6,34

6,36

voll

voll

Lissabon . -

11,97

12,03

11,97

12.03

voll

voll

Banknoten.

Berlin, 29. Aug.

Geld | Briet

20,96 68,33 18,80 22,69

162,19 18,70 67,61

6,91

2,04

111,17 78,80 55,21 12,^7

6,39

voll Voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll

21,00 68,67 18.90

22,81

163,01

18,80 57,89

6,9') 2,06

111,73

79,20 55,49 12,63

5,41

Revan.

Amerikanische Noten . . . .. Belgische Noten ........ Dänische Noten ....... Englische Noten ....... fframöfiftbe Note« ..... Holländische Noten...... fftalienischc Noten ..... Norwegische Noten......

Deutsch Qefterr- 100 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten Schweizer Noten......

Cvanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . .

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeiger.") Berlin, 29. Aug. Bis zur endgültigen Entscheidung im Reichstag liegen nur nvch we­nige Stunden dazwischen und es ist natürlich, daß die Stimmung an der Börse reichlich nervös erscheint. Man schenkt den unglaublichsten Ge­rüchten nach dieser oder jener Seite hin Glauben. Das Publikum ist wenig beteiligt, auch drs Aus­land formte zu Beginn der Börse nicht als Käufer festgestellt werden. Für den Fall der Ablehnung rechnet man, wie schon von einigen Banken an» gekündigt wurde, mit gewaltigen Krediteinschrän­kungen, die die Lage der Industrie und des Han­dels recht ungünstig gestalten würden. So seht die Börse zu Begiim recht schwankend ein, konnte sich aber im Verlauf des Verkehrs wieder be­festigen, da man von den andauernden Verhand­lungen zwischen den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei ein günstiges Resultat er­fahren haben will. Auch die gegen 11 Hhc von dem Reichskanzler gehaltene Rede, die für die Deutschnationalen eine Kvmpromihformel offen läßt, wirkt recht günstig und belebt die Hoffnung aufs neue. Am An lei hema r kt war das Ge­schäft belebt. Der Devifenmarkt ist unver­ändert und auch die Sätze am Geldmarkt haben feine wesentlichen Aevderunge» erfahren. 3m

weiteren Versaus tmrtöe die Gewißheit, daß eine Annahme des fraglichen Estendahngesetzes be­stimmt zu erwarten sei, immer größer und dem­ent sprechend formten sich die Kurse auch weiter nach oben entwickeln.

Märkte.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 29 Aug Es wurden notiert: Weiterauer Weizen 22.50 bis 23, Roggen, inlänb. 18 bis 18,50, Braugerste 22 50 dis 23,50, Hafer, inlänö. 20 bis 20 50. Mais, gelb 18,25 bis 18,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 33 bis 34, Rvggenmehl 26,75 bis 27,25, Weizen- und Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz: Fest.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 29 Aug. Der Produktenmarkt lag weiter sehr still. Ostpreußen scheint wegen seiner Ausfälle hier Roggen zu kaufen. Die 'Verkäufer hielten mit Material zurück, solange die Zoll- ftage und andere Faktoren noch unerledigt sind. Einzelne Berliner Mühlen müssen mangels Roh­ware den Betrieb bereits unterbrechen. Die Ro- ticrungcn werden wahrscheinlich weiter ft eigen. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt) 207 bis 212, Koggen (märt) 168173, Gerste (märt) 205 bis 217, Gerste (neue) 182-187, Hafer (märt) 159168, Raps 315-325, Leinsaat 415-425; pro Doppelzentner: Weizenmehl 2931,50, Rrgzcnmehl 2426,75. Wciz msteie 12,50 Koggen» fleie 11,3011,50, Viktoriaerbsen 3033, kleine Erbsen 1921, Futtererbsen 1516, Peluschken 1415, Ackerbohnen 1517, Wicken 14,5016,50, Lupinen (blau) 10,5011, Seradella (alt) 11 bis 11,50, Seradella (neu) 12,8013,60, Kapskuchen 12, Leinkuchen 2223, Torfmelasse 8,208,40, Kartoffelflocken 20.

Turnen, Sport und Spiel.

Die Technik beim Fußballspiel!

Don Paul Dusch- Dresden.

Iede Fußballkritik verlangt eine Zweiteilung: Sie untersucht die technischen Fertigkei­ten und die taktischen Fähigkeiten der Spieler. Fertigkeit weist darauf hin, daß die Technik eine Sache des Körpers an sich, eine Angelegenheit der Muskeln ist; Fähigkeit zeigt, daß die Taktik ganz auf dem Gebiet des Ver­standes liegt.

Die Technik beim Fußballspiel umfaßt d e Lehre vom Stoppen, Dribbeln, Paffen und Schießen.

Erste Voraussetzung eines erfolgreichen. Spiel- les ist das Stoppen oder Anhalten des BalleS; denn nur wer es versteht, die rollende Bewegung des Leders zu hemmen, wird in feinen Besitz kommen und kann es dann mit großer Genauig­keit an den Partner weitergeben. Der Ball darf behandelt werden mit dem ganzen Körper, mit Llusnahme der Hände und Arme. Soll das flach ankommende Leder stillstehen am Fuß, dann darf es niemals das fest auf den Boden gesetzte Bein treffen, sonst springt es von diesem wieder ab. Der Ball muß weich gestoppt werden, d. h. das Bein soll in dem Augenblick, da es nrit dem Leder in Berührung kommt, leicht nachgeben, da-- mit die Bewegung zunächst stark gehemmt und dann erst durch das Aufsehen der Sohle auf die Kugel ganz unterbunden wird. Halbhohe Bälle stoppt der ganze Körper, der weit nach Dom gebeugt sein muß, damit das Leder an ihm herunterläuft, dadurch seine Bewegung im­mer mehr verlangsamt und zuletzt vom Fuß still auf den Boden gezwungen werden farm. Das Anhalten hoher Schüsse mit dem Kopf ge­schieht durch die Stim. genau wie das der Fuß tut, wenn die Kugel flach auf ihn zukommt.

Als typische Eigenschaft des elementaren Spieles gilt das Dribbeln ober Laufen mit dem Ball. Ieder, der anfängt, das volkstümlichste aller Spiele zu treiben, hat feine Freude daran, mit dem Leder nach dem gegnerischen Tor zu rennen, denn, ist ihm ein Erfolg vergönnt, dann war das ganz feine Arbeit, haft keiner seiner Mitspieler dazu. Die große Schwierigkeit des Dribbelns besteht darin, immer den Ball zu be­halten und dabei nichts an Schnelligkeit einzu­büßen. Wird die Kugel weit nach Dom gegeben, barm kann große Geschwindigkeit entwickelt wer­den, mit Sicherheit aber geht sie an den Gegner verloren. Bei zu kurzen Vorlagen kommt der Spieler nicht recht Dom Fleck, weil ihn das immer vor ihm herrollende Geber an der Entfaltung hoher Geschwindigkeit hindert. Den goldenen Mit­telweg gefunden $u haben, das ist die Kunst, die guten Dribblern eignet. Erfolgreiche Außenstür­mer beherrschen sie meist DoHtommen.

Den besseren Fußball kennzeichnet die Kombi­nation, die auf dem Passen oder Abgehrn zum Nebenmann beruht. Hier wird das Spiel ganz zu dem, was es sein soll: die Leistung einer Mannschaft. Wir unterscheiden hohes und flaches Zugspiel. Der moderne Fußball bevorzugt das letzte, weil bei geringerem Krafteverbrauch der gleiche Kaumgetoinn erzielt wird und bei kürzerer Flugbahn belfere Gewähr für genaue Abgabe gegeben ift. Das Zuspielen soll nie mit der Spitze des Fußes erfolgen. In diesem Falle wird der Ball nur an einem ganz kleinen Teil seiner Fläche getroffen, und es gehört große .Meisterschaft dazu, den richtigen Punkt heraus­zufinden. Eine geringe Ungenauigfeit gibt dem Leder eine völlig veränderte Kichtung, und der Gegner kommt bann in feinen Besitz. Der ein­wandfreie Paß erfolgt mit der Innen- oder Außenseite des Fußes. Da wird die Flugbahn des Balles bestimmt von einer viel größeren An­griffsfläche, und ein Fehler kann sich niemals so verhängnisvoll auswirken wie bei einem Spitzenstoß.

Beim Fußball zählen die Tore. Die wenig­sten Mannschaften sind technisch so gut durchge- bitbet, daß sie bis in den Torraum fom&tnieren können uni) dann nur das Geiler über die Ginie zu schieben brauchen. Ein sehr richtiges Spiel­prinzip verlangt deshalb, daß von ber Strafraum­grenze an geschossen werden muß. Maßgebend for den Erfolg des Stoßes sind seine Kichtung und seine Schärfe. Für das erste gilt dasselbe, was schon bei der Abgabe des Balles geschrieben wurde: der Anfänger arbeitet mit ber Fußspitze. Dabei nimmt die Kugel in den merften Fällen eine völlig verkehrte Kichtung. Dazu kommt noch, daß ber Schuß oft weit über das Tor geht, weil der Ball zu tief über dem Boden getroffen und da­durch ausgehoben wird. Der geübte Spieler schießt mit der Innen- ober Außenseite Dann fliegt das Leder meist in halber Höhe auf das Ziel zu, und,

während der Torwächter wählt, ob er Hand ober Fuß zur Abwehr verwenden soll, schlägt es hin­ter ihm an die Drahrmaschen. Einen Fehler fret- lich besitzt der Swß mit der Fußseite: die Prä­zision geht aus Kosten der öcßarfc. Deshalb ift cs Beweis höchster Meisterschaft im Fußball, ein­wandfrei mit der Spitze schießen zu formen.

Übet, Weltrekord für Klein­motorfahrzeuge.

Gersfeld, 30. Aug. (WTD.) Bei bent Rhönsegelflugwettbeverb überbot der ehemalige deutsche Kampfflieger Übet mit 4 Stunden 39 Minuten den bisher von dem Franzosen Farman mit 4 Stunden 17 Minuten gehaltenen Rekord für Kleinmotorflugzeuge.

Homburger Tennisturnier.

Das Homburger Tennisturnier, das bisher vorzügliche Leistungen gebracht hat, leider aber durch Kegen unliebsam oft gestört worden ist, steht jetzt vor dem Ende. Das Herrendoppelsptel gewan­nen Froitzheim-Kreuzer gegen Klein- schrvth-Dernasius. Das Herren Einzelspiel fiel kampflos an Froitzheim, da Kahe, ber sich bis zur Schlußrunbe durchgekämpft hatte, zum Länderkampf DeutschlandHolland adsahren mußte. Das Dameneinzelspiel ist Frau Dr. Friedleben nicht zu nehmen, und auch im ge­mischten Doppel dürste sie mit Kreuzer zusam­men den Sieger stellen.

Gietzen als Gartenstadt.

In früheren Jahrzehnten, als das Schlagwort ,.Gartenstadt" noch ."nicht crfuifocn war, Hai Gießen Anstalten gemacht, eine solche zu werden. Ein Kranz kleiner aber wohlgepslcgter Anlagen umschloß die innere Stadt, schatten spendende Daumreihen wurden durch ba^ Häusergcwirr ge­zogen, Straßen mit Vorgärten angelegt und eine Polizeiverordaung erlasien, welche es jedem De- siher unter Strafandrohung ans Herz legte, nicht Gemüse und Hnfratü in den Vorgärten zu Pflegen, sondern Blumen. Es war einmal.

Wie es gegenwärtig bei uns aussieht, das zu beurteilen ist offenbar der Einheimische nicht mehr imstande, well fein Auge an den Anblick bereits so gewöhnt ist, daß auch das Haarsträu­bende mchi mehr auftällt. Hm so bestürzter ist ober der Fremde. Schon der Dahnhvfsplatz mti seinem verschüchtert abseits stehenden Kofen&ect» chen als einzigen Blumenschmuck läßt nicht viel Gutes ahnen. Lenkt er aber auf dem Wege zur Stadt, dem Hauptvertehr folgend, in die Liebig- [fräße ein, so bietet sich ihm ein unvergleich­licher Anblick: Von verwildertem Gebüsch scham­haft halb verhüllt sieht er an der Straßenfront einen Bau, dessen verstaubte, von Spinnweben verzierte Fenster und dessen umgebende Hnfraub- Vegetation aus wildem Hans und Deschreikraut einen Lagerschuppen des benachbarten Zollamtes vermuten ließe, wenn nicht, wie zum Hohn in protzigen Lettern die Lieberschrift stände: Den- Andenken LiebigS.

Gleich daneben weitet sich der Kaum zu einem freien Kafenptaß, durch besten Mitte täglich ungezählte Menschen zum Arbeitsnachweis und Finanzamt schrecken. Aber auch hier sucht sein Auge vergeblich nach einem, die unerfreuliche Wirklichkeit versohneiDen Blumenschmuck. Heber- ständiger, auf Stelzbeinen stehender DuchSbaum, die Heberreffe einer ehemaligen Einfassung um­säumen den Weg des Leidens. Das etwas be­ruhigende Gefühl, daß der den ganzen Sommer ungepflegt daliegende Platz nun endlich gemäht worden ist, wird leider wieder in ein Lächefo des Mitleides verwandeck, sobald der Blick beim Weitergehen die am Eisengitter ber Einfriedi­gung eines gegenüberliegenden Vorgartens sich emporrankenden Kartoffelstrünke wahrncknmt. Soll man noch schildern, wie es in den Vorgärten an der belebten Frankfurter Straße, auf dein Wege zu den Kliniken, wie es in den anderen, auch den vornehmsten Teilen der Stadt ausstehl, wo tote Koniferen im Verein mit Franzosenkraut. Kohlstrünken, Melden und anderem Hnkraut sich zu einem Bilde vereinen, das dem Schönheits­sinn unserer Bürgerschaft ein Zeugnis ausstellt. das alles andere eher beim schmeichelhaft ist.

Hnwillkürlich fragt der Fremde: Wo bleibt die Stadt mit ihrem Apparat von Beamten unb Stadträten mit einem erfreulichen Vorbilde? Wo bleibt die Hniversität und wo bleiben die ®arten» bcru-Vereine? Was unternimmt der Verkehrs­verein gegen diese Symptome äußeren Verfalls, die nur $u oft ein Zeichen des inneren sind? Wir möchten uns diesen Fragen anschließen.

2,

Kirchliche Nachrichten-

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Sonntag, 31. August. 11. Sonntag n.Tria. Iugendsonntag. Sladtkirche. 8: Pft. Becker. 9*/,: Pfarrass. Hertel. 11: Kinderkirche f. d. Matthäus- gem. Pft. Mahr. Iohanneskirche. 8: Zugleich Christen!, für die Keufonf. aus b. Lukasgem. Pft. Bechtolsheimer. 91/,: Pft. Ausfeld. 11: Kinderkirche f.d.Iohannesgem. Pft. Ausfelb. Kirchberg. 10: Iugendgottesdienst f. b. fonf. männliche u. weibliche Jugend. Kollekte f. d. Iugendarbeit. Staufenberg: 1'/,. Wieseck. 81/,: Christenlehre (männliche Abteilung. 97,.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 30. August. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 31. Aug. 12. Sonntag n. Pfingsten. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. d. Iüngl., 8 Kom., 9 Hochamt m.Pr., 11 Messe m. Pr., 27, Andacht, 37, Versamm­lung der Iünglingskongregation. Aufnahme neuer Mitgl., 8 Iünglingsabend. - Grünberg, Sonntag 97, Messe m. Pred.

Schulkinder

sind durch den Verkehr mit Schul- und Spiel­kameraden der Übertragung von Haarkrankheiten besondere ausgesetzt. Um diese zu verhüten und die Kopfhaut von Staub, Fett und allen Unreinlich­keiten zu befreien, sind regelmäßig wiederholte Waschungen mitSAaumpon unerlaß- lieh. Sie erhalten die Kopfhaut gesund, bewirken gründliche Reinigung der Haare TB und beeinflussen in günstigster Weise den Haarwuchs. Man verlange ausdrücklich Schaumpon Marke Schwarzkopf

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Schwarzer Kopf und weise Nachahmungen zurück