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Aettag, 3i>. Mai 1924

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheßen)

Ur. 12b Zweiter Blatt

Es genügt aber nicht, daß nur unsere

An den Reichstag

nug vvrberaten ist, muh endlich zur Tat wer­den, und in ihm sind die Lander zur Einfüh- rung der täglichen Turnstunde verpflichtet.

Wir verlangen, daß das Spielplatz- g e s e tz endlich aus dem Staub der Akten her- vvrgeholt wird, in dem es nun nachgerade lange genug liegt. Unsere Jugend gehört hin­aus in Luft und Licht, sie muh die Möglich­keit haben, sich auf Spielplätzen Gesundheit, Kraft und Lebensfreude in Sport und Spiel zu erwerben.

Für die akademische Jugend verlangen wir die körperliche Leistungsprü­fung. Aus ihr gehen ja die Aerzte und Leh­rer, Richter, Geistliche, Verwaltungsbeamte hervor, die durch ihren Beruf in die innigste Berührung mit allen Schichten der Bevöl­kerung kommen und dadurch naturgemäh am meisten auf sie einwirken können. Diese aka­demische Jugend muh dazu hingeführt werden, dah sie, selbst gesund an Leib und Seele, auch lernt, anderen den Weg dazu zu weisen.

Und was von der akademischen Jugend im besonderen gilt, das gilt im allgemeinen von unserer gesamten Lehrerschaft. Ohr ist die Erziehung unserer Jugend anvertraut. Die Schule soll die ihr anvertrauten Knaben und Mädchen zu ganzen Menschen heranbil­den. Drum muh auch die Ausbildung un­serer Lehrer allseitig sein, muh sie Körper und Geist gleichmähig bilden.

auch im Interesse der städtischen Finanzen, wenn die Arbeit des Verkehrsvereins pekuniäre Hilfe von der Stadt bekommt. Der Verschönerungs­verein, der die würdige Herrichtung und Unter­haltung öffentlicher Anlagen zum Gegenstand seiner Arbeit gemacht hat, dient damit nicht nur der Bürgerschaft, sondern ebenfalls in gleichem Mähe dem Fremdenverkehr. Dah das Tätigkeits­feld dieses Vereins bisher mancherlei Rot gelitten i hat, ist bekannt, und dah er von sich aus das Geld nicht aufbringen kann, das zur Umgestaltung und Unterhaltung von Ruheplätzen in der Stadt und ihrer Umgebung notwendig ist, weih man auch zur Genüge. Wir möchten bei dieser Gelegenheit auch an eine Bitte des V. H. C. erinnern, der vor etwa Jahresfrist um eine damals leider nicht mögliche Beihilfe zur Erneuerung der Wegemar­kierungen im Stadtwald und den angrenzenden Wäldern ersuchte; vielleicht könnte jetzt auch auf diesem Gebiete etwas getan tverden.

Der Wohnungsfrage wird natürlich auch im neuen Voranschlag die gebührende Ausmerk- I samkeit geschenkt. Zur Errichtung von weiteren Wohnungen sind 200 000 Mk. vorgesehen. An dem Wohnungsbedürfnis gemessen, ist dieser Betrag selbstverständlich ganz ungenügend. Das weih natürlich auch die Stadtverwaltung ganz genau, und sie ist sich ebenso selbstredend auch bewußt, dah die volle Befriedigung des Wohnungsbedarfs eigentlich gar nicht zu dem Aufgabenbereich einer Kommunalverwaltung gehört. Vor dem Kriege ha­ben sich ja auch die Städte nur regulierend aus diesem Gebiet betätigt, die Befriedigung des Be­darfs aber in erster Linie der privaten Bautätt^ keit überlassen. Diesem Zustand muh jetzt endlich wieder zugestrebt tverden, nicht nur im Interesse der Wohnungsuchenden, die bei der Wohnungs­zwangswirtschaft stets die Leidtragenden sein wer­den, sondern auch zum Ruhen der städtischen Fi­nanzen, die endlich mal wieder von diesem Blei­gewicht bereit werden müssen. Ratürlich sind wir für die Bewilligung der vorgesehenen 200 000 Mk. Wir halten es aber auch für wünschenswert, dah die Vertreter der Bürgerschaft und die Stadt­verwaltung in einer gemeinsamen Entschliehung an die Reichs- und Landeszentralbehörden zum Ausdruck bringen, dah die Wohnungszwangswrrt- schaft, weil produktionshemmend, jetzt überlebt ist und eine durchgreifende, dauernde Besserung der Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt, an der die Stadt aus finanziellen und sozialen Gesichtspunk­ten in hohem Mähe interessiert ist, nur erreicht werden kann, wenn nach einer gewissen Karenz­zeit etwa ein oder zwei Jahre die freie Wohnungswirtschaft wiederhergestellt und damit auch die private Bautätigkeit in den Wohnungs- Produktionsprozeß wieder eingeschaltet wird.

unter dem Dacoesbericht inzwischen Fortschritte zu verzeichnen gehabt haben. Die Pläne für die Zukunft sind indessen viel weitgehender. Hiesige Danikreise sind nämlich der Ansicht, dah setzl.' viel bedeutendere Summen nötig fein roerden, um die deutsche Industrie wieder in Gang zu bringen, und der wahrscheinliche Kurs, der dabei befolgt werden wird, ist der Ankauf deutscher Industrie-Vorzugsaktien, die Gewinnbeteiligung, aber keine Kontrollbetei­ligung. bieten. Sobald der Dawesplan unter Dach und Fach ist und eine deutsche Regierungs­anleihe auf dem Programm steht, erwartet man, dah viele deutsche Jndustriewerte am hiesi­gen Markt gehandelt werden.

Wirtschaft.

Die Großhandelsindexziffer.

Die auf den Stichtag des 2 7. M a i berechnete Grvhhandelsindexziffer des Statisti­schen Reichsamtes ergibt gegenüber dem Staiwe vom 20. Mai (122,2) eine weitere Abschwä­chung um 1.6 Proz. auf 120,2, die insbesondere durch den Rückgang der Butter- und Fleischpreise berbeigeführt wird. Von den Hauptgruppen san­ken in der gleichen Zeit Lebensmittel von 106.3 auf 103.4 oder um 2,7 Proz.. davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 89.7 auf 89,5 oder tum 0,2 Proz.. Industriestoffe von 152,0 auf 151,6 oder um 0.3 Proz.. davon die Gruppe Kohle und Inlandwaren von 122.7 auf 109,8 oder um 1,7 Proz. Einfuhrwaren von 175,8 auf 172,0 oder um 1,7 Prozent.

Wollen wir noch ein wenig für uns bleiben?" fragte der Tessiner und blickte zur offenen Tür in die verdunkelle Landschaft hinaus, die mit grohen Schattenkronen und leisem Rauschen zu ihnen hereindrängte.

Als Lorenz nicht sofort antwortete, fragte er scheinbar absichtslos, mit einem leichten Anflug von Befangenhell: . .

Habe ich Sie nicht mit Fraulein Agnes auf der Terrasse gesehen, Herr Bantiger?"

Lenz verdroh die Frage, noch mehr die bei­nahe vertraulich klingende Bezeichnung ferner Schwester, obwohl alle Welt in Eggstetten Ens mit dem Vornamen nannte.

Meine Schwester hat sich zurückgezogen," ant­wortete er steif.

Ah!" In Pvmettas Ausruf war Bedauern mit Ungeduld gemischt. Er machte unwillkürlich eine Bewegung nach der Treppe hin, auf der so­eben der Schritt des Baumeisters verklang.

Da legte Lenz die Hand auf seinen Arm. Auch das geschah unwillkürlich und sah aus wie Versuch ihn zurückzuhalten.

Einen Augenblick standen sie Auge in Auge, dann traten sie mit einem kurzen Grub vonein­ander weg. p

Gute Rächt, Herr Kollege!' sagte Lorenz ruhig, aber mit belegter Stimme.

Ich wünsche gute Ruh', Herr Bantiger", erwiderte Pometta mit gezwungenem Lächeln.

Der Tessiner blieb noch im Flur stehen, bll auch der Schritt des Sohnes im Stiegenhius ver­hallte Dann schnippte er in unnachahmlicher Weise mit den Fingern, als wollte er feiner selbst spotten, und verlieb hastig das Schloß (Fortsetzung folgt.)

dah 'ihre Lippen sich geöffnet hatten und sie die Luft in tiefen Atemzügen schlurfte.

Sie sitzen noch zusammen", fuhr Lenz nach einer Weile fort.

Ja!" stieh sie noch leiser hervor, und nun blickten beide zu dem Turmzimmer hinüber, wo der Baumeister seine Arbeitsstätte aufgeschlagen hatte Sie sahen feine hohe Gestalt an dem Soller- fenster erscheinen. Als eine zweite, kleinere, kna­benhaft schlanke in den Lichtschein trat, zuckte Ens zusammen.

Da legte der Bruder die Hand auf ihren Arm.

Ens, was ist dir?"

Sie antwortete nicht. Drüben kam Bewegung in die Schatten und das Licht erlosch.

Ens stand auf. . . ..

Es ist kühl und Vvonne ist allein .sagte sie mit "gutgespielter Ruhe und ging ins Haus.

Lorenz Danttger folgte ihr nicht- Er riet auf Eifersucht und wollte sie mit Vvonne allein lassen, um sich in den groben Dorsaal zu begeben, wo abends oft die Ingenieure zusammensaben.

Er traf im Flur auf den Vater, der mit Pometta die Kreppe des Seitenbaues herunter- iim Da empfand auch er zu feiner eigenen Ver­wunderung einen Stich Eifersucht. Er neidete dem Fremden das Beisammensein mit dem Vater und lfen Einflub auf dessen gute Laune. So hatte Jörg auf den Vater gewirkt, als er noch nicht auS bcr Bahn gebrochen war, die ihm der Bau­meister gewiesen hatte.

Pometta nahm Abschied von bem Bau­meister und trat heiter^lnd auf Lorenz zu. Der Baumeister nickte dem Sohn einen Grub zu und stieg dann langsam die Treppe d->s Mittel­baues hinauf.

Der amerikanische Vorschuß an die Deutsche Golddiskontbank überzeichnet.

Aus Reuhork wird demLokal-Anzeiger" ge­schrieben: Die Unterbringung des 5000000-Dol- lar-Kredits für die am 21. April in Deutschland eröffnete Goldbank in hiesigen Banken hat den Beweis geliefert, dab es der hiesigen Bankwelt ernst ist mit der Sanierung der deutschen F i n a n z e n, und dab auch die Regierung diesen Bemü hungen durchaus fördernd gegen übersteht. Der nachgesuchlte W e ch s e l k r e d i t wurde tat­sächlich um 100 Prozent überzeichn e t, und die Dundes-Reservebank hat sich bereit erklärt, diese Wechsel in der üblichen Weise zu diskontieren, was wohl schwerlich ohne eine stillschweigende, wenn nicht offene Billigung der höchsten Stelle in Washington hätte geschehen können. Sobald die von je zwei gutstehenden deutschen Firmen unter­zeichneten Wechsel W eintreffen, was nächste Woche der Fall sein sollte, werden fee durch die International Acceptance Bank" unter die Banken welche das Syndikat gebildet haben, v^- teilt. Sie laufen drei Monate aber aller Wahr- scheinlichckeit nach werden bis dahin schon grö­bere Kredite untergebracht werden können, insbesondere, wenn die Verhandlungen

hevausschreien muhte, um die Ramme zu über- tOnC®er Baumeister wollte fahren, seine Backenmuskeln spannten sich, ine Jornaber schwoll. abEC er hielt an sich surrte Wecke den büvfenden Schatten nach, die von den elektrischen L^^ntiefer in den Stollen getrieben wurden, und sagte dann:

Es ist gut. Wir tragen sie alle zusammen.

Lorenz Bantiger hatte die Worte deutlich verstanden, denn der Rammbl^ stieg gercche in die Höhe als der Vater sprach Und er blictte verändert, beinahe angstvoll zu dem- Eigenrn^ fegen auf, der Plötzlich Bürden teilte, die er bisher allein ^getragen^ha^. nicht ^raut ®r stapfte tiefer in den Berg hinein, und der Sohn ^^Am^AbeEerzählte Lenz seiner Schwester den Vorgang.

Er lieh mir den Dell, der mir zukommt. Vielleicht nur vor den Leuten, aber er lieh ihn mir. Verstehst du das, Ens?"

Sie saben auf der Terrasse des Kranken­saales, in dem jetzt gerechnet und zeichnet wurde. Der herbe Duft der Kastanienbluten strich um

^Er betrachtet Pometta nicht als Frenzen", antwortete sie leise. Lenz horche auf.

Cs war etwas im Ton ihrer Stimme gewesen, das ihn eigentümlich berührte. Etwas Scheues, Verhaltenes, Sehnsüchtiges. Und er suchte ihre Züge zu erkennen, aber er sah nur ihr reines Profil dunkel vor dem helleren Hintergrund oes Abendhimmels stehen und es fiel ihm nicht auf,

Die Bantiger.

Roman von Hermann Stegemann.

15 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Lenz hatte Pometta rasch schätzen gelernt. Kein anderer besah den Sinn des Tessiners für da« Innere des Berges, keiner kam ihm gkich in der Menschenbehondlung. Die welschn Mr- neure gingen mit ihm durch, klatschnasses Geschehe und hockten wie angeschmiedet vor ihren Bohrern im Urgestein, wenn er in sprach- und mit ihren Gebärden zu ihnen redete Aber als Lenz ietfe aus den Worten des Baumeisters em et, baß Pometta die Bohrungen nicht u-llerbrechen wollte, bis dje neu I;ei\ingefetaffeea ®met T- Träaer einaerammt und die Bohlen feitg».teilt toaten, um den Seitendruck des Erdrrnchs Startern Widerstand zu leisten, regte sich in tjjm ner Widerspruch Er erwiderte mit einem halben, um Verzeihung bittenden Lächeln:

Ja, so gehfs im Märchen vom Schlarasfei^ land, aber wir wollen einen standfesten Tunnel bauen, und da ist's besser, wir halten unß n Bücken frei, statt uns rücksichtslos hindurchzu fressen. Chi va piano va sano!"

Pometta lachte. Er wurde nie heftig, wenn es sich um technische Dinge handelte. Der Bau meister aber rief gereizt in das Stampfen des Elektromotors, der dicht hinter ihnen zu rammen begann:Das eine tun, heisst: nicht das andere lassen. Du verkaufst die Courage, Lenz'.

Rein. Vater, das tu ich nicht, aber ich trage bie Verantwortung," versetzte der Sohn rufrig. Ss war nicht feine Schuld, dah er tue Worte

* Deutsches Kapital in Lettland. In Lettland besteht seit längerer Zeit der Plan, an Yen Stromschnellen der Düna oberhalb Rigas ein grobes Wasserkraftwerk anzulegen, das die Stadt Riga mit Elektrizität versorgen soll. Im Prinzip ist bereits beschlossen worden, den Bau dieses Kraftwerkes in Angriff zu nehmen. Wie die lettischen Blätter nunmehr berichten, ist von der deutschen Allgemeinen Elektri­zität s g e s e l l s cha st, die sich an dem Kraft- w \ finanziell beteiligen und den Ausbau über­nehmen will, ein diesbezügliches Angebot ein­gelaufen, das gegenwärtig von den zuständigen Behörden geprüft wird. Ein Teil der lettischen Blätter macht mit aller Energie dagegen Stim­mung, dab einer deutschen Gesellschaft auf ein sv wichtiges Unternehmen, wie es das Düna­kraftwerk zu werden verspricht, finanzieller Ein- fluh eingeräumt werden soll.

Gläubigerschutz und Geschäfts- a u f s i ch t. Die am 27. Mai im Reichswirtschafts- Ministerium unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Trendelenburg versammelten Vertreter der Spihenverbände von Industrie, Banken, Handel und Handwerk haben der Regierung gegenüber die gemeinsame Erklärung abgegeben, dab die ! Verordnung über die Geschäftsaufsicht sofort einer Veränderung unterzogen werden muh, die chie Rechte der Gläubiger in entscheidendem Mabe sicherstellt und einen Mihbrauch durch unredliche und die Wirtschaft schädigende Ele­mente ausschlieht. Die Fortdauer des gegen­wärtigen Zustandes würde eine schwere unerträg­liche Gefahr für die Wirtschaft bedeuten.

* Schwierigkeiten in der Ver - I kaufsmöglichkeit englischer Kohle. Wie derBerliner Lvkalanzeiger" aus bestimm­ter Quelle erfährt, ist im englischen Kohlengebiet infolge der kürzlich erfolgten Erhöhung der Koh­lenpreise im Anschluß an die Lohnaufbesserungen der Bergwerksarbeiter ein plötzlicher R ü ck - schlag eingetreten, der sich durch das völlige Fernbleiben LerInlandabnehmer kennzeich­net. Es besteht beispielsweise im Kohlengebiet von Rew Castle ein so grober Mangel an Auf­trägen, dab man mit größter Mühe den Gang der Betriebe aufrechterhalten kann. Um dieser Situation ein Ende zu machen, steht eine erheb­liche Herabsetzung der Kohlenpreife bevor.

* Deutsche Handelsbank A. - G., Frankfurt a. M. Die ao. G.-V. der Gesell­schaft nahm eine Erhöhung des bisher 600 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals auf 925 Millionen Mark vor. Es werden 300 Mil­lionen Mark Stammaktien in Stücken von je 10 000 Papiermark mit Dividendenberechtigung ab 1. Juni 1925 zu einem Kurse von 5 Milliarden Mark ausgegeben. Die neuen Aktien werden den bisherigen Aktionären zu 50 Goldpfennigen Pro 1000 Mk. Aktie innerhalb 14 Tagen im Ver­hältnis von 1 zu 2 alten Aktien zum Bezüge an­geboten. Ferner wird in gleicher Weise das bis­herige Dorzugsallienkapital um 25 Millionen Mark vermehrt. Die 45 Goldpfennige, die jede der neuen Aktien erbringen sollen, werden in ihrem Gesamterträge dem Reservefonds der Ge­sellschaft zugeführt werden.

' Dresdn er Dank. Dresden. Inder Generalversammlung gab der Vorsitzende die Er­klärung ab, dab dem Aufsichtsrat für das ver­gangene Geschäftsjahr eine feste Vergütung von insgesamt 120 000 Goldmark gewährt werden soll. Im übrigen wird der erzielte Reingewinn, wie bei allen anderen groben Gesellschaften, im Hin­blick auf die bald aufzumachende Goldmarkbilanz vvrgetragen und eine Dividende nicht zur Verteilung gebracht. Die Kapital- und Kredit­not, unter der die ganze deutsche Wirtschaft leidet, hemmt den Geschäftsgang. Die Einlagen zeigen zwar langsam steigende Tendenz, aber die Dil- dung neuen Sparkapitals vollzieht sich ganz all­mählich, und die Banken sind um so mehr zur Zurückhaltung gezwungen, als die Restriktionen der Reichsbank besondere Vorsicht in den Dispo­sitionen erforderlich machen. Das Effektengeschäft ist sehr still. Die Emissionstätigkeit liegt brach.

, der Devisenarbitrage werden auf solider | Grundlage noch Gewinne erziell. Die Regularien

Schuljugend Leibesübungen treibt, und dann

Der neugewählte Deutsche Reichstag ist I schulentlassen ohne Führung und Erziehung zusammengetreten. Das deutsche Volk erwartet bleibt. Nachdem unser Vvlksheer, diese beste von ihm. dah er diejenigen Maßnahmen be- Schule der Leibeserziehung, durch das wvhl- schlieht, die geeignet sind, Staat und Volk wie- berechnete Diktat von Versailles zerschlagen der aufzubauen und unserem Vaterland die- worden ist, muh an seine Stelle die Turn- jenige Geltung unter den Völkern wieder zu und Sport pflicht für alle Deut­erringen, die ihm gebührt. Es ist jedem Ein- schen, männliche wie weibliche, bis zum sichtigen klar, dah ein solcher Wiederaufbau Mündigkeitsalter eingeführt werden.

nur erfolgen kann auf der Grundlage einer :Unb zum Schluß noch eins: Es muß bald inneren Erneuerung des gesamten ein Ende haben damit, daß Turnen und Sport Volkes. Wie soll diese innere Erneuerung aber durch alle möglichen Steuern auf Geräte, beschaffen sein? Gar viele Vorschläge dazu Hallen, Plätze usw. in ihrer Entwicklung be­find gemacht worden, ob sie aber den richtigen hindert werden. Das Geld, das aus solchen Weg zeigen, muß solange dahingestellt blei- Steuern kommt, ist Raub an der Gesundheit ben, als sie von der einmütigen Ueberzeugung unseres Volkes. Wohlauf denn, ihr Volks- aller Führer und Vertteter unseres Volkes ge- Vertreter im neuen Reichstag, tut eure tragen werden. Pflicht! Der Weg ist gewiesen.

Die Deutsche Tagung für Körperer- -------

giehunghat das Ergebnis ihrer neuerlichen tlCUC (BiCftCttCt

Beratungen in Leitsätzen zusammengefaht, die

einstimmig angenommen worden sind. Wer die A(lU5l)Cutö5 UOr<Xn|U)lug. Männer kennt, die zusammengekommen waren, n

um den Weg zu finden, wie dem deutschen Haushalt des Wohlfahrtsamtes,

Volk geholfen werden kann, dah es seine dfeStadt nach den jetzigen Etatansahen

s u N d h e i t wieder erhält, dah seine Ar- einen Zuschuß von 333 250 OHL au leisten hat, ist bestraft gestärkt sein WiIle gestählt, ihm aber auch die Lebensfreude wieder- Dies muß umsomehr anerkannt

gegeben wird, der soll sich mit der Deutschen derben, als das Reich sich jetzt in erheblichemAus- Tagung für Körpererziehung recht eingehend, maß von feinen De'chM^ recht gewissenhaft, beschäftigen. Das gilt in meiner

erster Linie für die neuen Volksvertreter im ^keitsaeb^ete zug?wiesen hat, bereu Auswirkung Reichstag. Leider ist es nicht gelungen, dah A finanziellem Gebiet heute noch gar nicht zu die Verbände, welche für die Ertüchtigung des übersehen ist. Einige Titel geben aberauch bet deutschen Volkes durch Leibesübungen uner-

müdlich tätig sind, auch nur einen ihrer nam- L D l k s k ü ch e. Es ist bekannt, daß diese haften Vertreter als Wortführer ihrer Sache egensreiche Einrichtung, die von allen Klem- und im neuen Reichsparlament haben. Ihre Da- Sozialrentnern als außerordMtliche^ terlandslicbe war zwar bekannt, anscheinend bi»6« nui

aber nicht durch irgendwelche Parteizuge- Obferfreabigteit au8

Hörigkeit abgestempelt. Es ist den Millionen, rfreifen durchgehalten toerben fronte. Das

die turnen, laufen, schwimmen, Fußball spie- Wohlfahrtsamt selbst.hat vor ei^S^Zeit in u - len, wandern usw. schließlich auch nebensäch- seren Spaltro mi^etml^ß $efe lich, wer ihre Sache führt. Nur daß sie ge- A^ermroctten D?ese Feststellung und deren An- führt wird, ftei von politischer Rücksichtnahme, fübrung in diesem Zusammenhang soll keineswegs das ist die Hauptsache. den bisherigen Spendern ein. schaus-

Vöir verlange q . » | p^uck daß die getDattigen7©^ und Wirtschafts-

tägliche Turnstunde. Sie muh das Ziel L^^ketten. heute auf Handel, Gewerbe­sein, i dem die AnterrichtSverwaltungen aller Industrie lasten, jetzt auch auf dem Gebiete Länder durch aufbauende Maßnahmen plan- der privaten ÄSdfS

mäßig und tatkräftig den Weg zu bereiten ha- im^

ben. Das Reichsschulgesetz, das nun lange ge- | Ä viel größer werden dürfte, so

muß u. E. von der Stadt selbst tBorforge ge­troffen werden, daß die Volkskuck^n-Emrichtang nicht zum Erliegen kommt. Zwar haben, sich die Verhältnisse auf dem ®ebnete der Wohlfahrts­fürsorge auch etwas erleichtert, a^r die alten Leute, die doch zumeist feslicherArbeitskrcht uni) -Möglichkeit entblößt fenb, haben an leichterung in allerletzter Lime, oder gar feferen Anteil. Auch der Betrag für die ^in t er hilf« für Minderbemittelte (Tttel 29), der vorsorglich auf 2000 Mk. angesetztifewi^ u E. den Erfordernissen nicht gerecht.werden kon nen. Der Reservefonds, i>er mit 1611 ÄL ausgewiesen wird, ist so gering, daß er ag befne. digmcher Rückhalt nicht angesprochen werden ta Wir möchten empfehlen dem Wohlsahrtsamt ichon jetzt bei der Festsetzung des Haushaltsplans n o ch mehr Mittel zuzuweisen, damit es ten d^mgen» ben Bedürfnissen der Volksküche und der Minder Lemittelten-Fürsorge im kommenden Winter besser ^r9Ätr^e£Teinnü6i9, V-r. eine sieht der Voranschlag im Titel 22 einen Be­trag von 5000 Mk. vor, dessen Verwendung an die jedesmalige Zustimmung des Hn.anzausschusfes gebunden sein soll. Wir möchten bei der Betrach­tung dieses Kapitels insbesondere den Ver­kehrsverein und den Der schon erungs- verein ^ur Berücksichtigung Epfehl^, denn beide können nur dann m wettgehen^ Ausmaß sich betätigen, wenn sie die volfe Untersttchung der Stadt genießen. Der Derkehrs^rem will jeßt in verstärkter Tätigkeit auf die Belebung des Fremdenverkehrs in unserer Stadt hmwirken, von bem das heimische Geschäftsleben mancherlei Ruhro haben kann, der dann wieder m der Steuerkraft der Geschäftswelt auch zum Urteil der Stadt zum Ausdruck kommen wird. Es liegt also letzten Endes