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Die rote Kafchgar.

Roman von Febvr von Zvbsltitz.

5. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.)

Der C-Hinc>reisen!«e toi so, als fei er «r der Verbotenen Stabt so gut wie zu H-aru.se. Er er­zählte viel von Peking, es fei ein riesiges Sctzloeinenest, aber im öxffonbtfdyaftSvier tel lebe es sich ganz famos, u«d wenn man einmal bum­meln wolle, sei es auch in der Satareniffabt nicht so übel. Ünb seine Stimme wurde wrspernder, als er von zwei Änetjx-n berichtete, demSchwe­benden Garten jenseitti der Drücke" unb dem Weihen Lnntpenlicht" aha und oho, bre konn­ten schon die verbotenen Dlumenschiffe auf dem Peiho ersehen! . . .

Es wurde Gert nücht ganz leicht, sich von der vergnügten Dus.-lrunde freizumachen. 3n der Entreerür traf er auf noch einen Dekanaten, einen Gutsnachbar, den Sohn .des dicken Barons Kemp­ten auf Vonnendrch!icht»n. Der junge Kempten, der in Berlin studierte, strahlte über das ganze mit Darben und Hiebstrichen bedeckte Rundgei icht, pm den Mund flog eir.r Lächeln. bosh.ift und klatsch luftig, er breitete die Arme weit aus und hielt Gern auf.

Hrergeblleben," rief -er.Liebster Graf, das ist ein glücklicher Zufall! Das kostet eine Lage Schampus. Gestatten 6i*L dah ich lohnen die biedere Rechte drücke. Dacybarlichste Glückwünsche zu Ohrer Te -lcburg!"

Ein rascher Schatten strich über die Züge GertsWas soll der Unfar.no? fragte er ärgerlich

Ra, hören Sie mal," kvähte Herr von Kemp­ten,der ganze Kreis ist doch schon voll von der Geschichte I Sündhaft interessant. Eine Tye von Gegenwert. So waS war s-bft der VblkerwÄnde­rung nicht dal"

Gert wurde sehr ernst.Wovon reden Sie eigentlich, Kempten?" fragte er wieder. Er steckte die rechte Hand in die Hosentasche. Die Sjanb

Stab -T

Hnb da können Sie sich doch denken, wie das die geehrten Gemüter erregt! Sie sind ja sowieso dec Mittelpunkt der Lllustik im Harz. Keimen Sie Ohren Spitznamen? DenWirbel­sturm" nennt man Sie. Trifft auch Hora, ich beneide Sie. Och mochte auch so durchs Leben wirbeln wie Sie."

Genieren Sie sich nicht. Wirbeln Sie los. Aber jetzt lassen Sie mich durch."

Wollen Sie wirklich schon fort?

Och muh. Für heute nach HauS und näch­ster Tage nach China."

Herrjeh," rief Herr von Kempten, nach wohin? nach China? Och denke. Sie heiraten!"

Gert schob ihn on der Tür zur Seite.Ein letztes Wort, liehrr.Kempten," sagie er.Sie sind guter Laune. Da rann man manches verzeihm. Aber es gibt Grenzlinien auch für einen gut­mütigen IMF. Bespötteln last ich mich nicht. Dann werde ich rabiat. Adjis."

Er schritt an ihm vorüber.Richts für un­gut," rief Kempten ihm nach Om Klub geriet er in eine gehobene Sektstimmung hinein. Da hatte man schon, auf die Versetzung Homs eine Kalt­schale geleert. Unb nun dämmerte ein sachtes Degmifen in dem Dickchädel Kemptens auf. Der Kstrt'ch führt eine müh l e Sprache D.n einem Herren hause zum a^i^ern war dah-im die Mär von der bevvrst chm en Verlobung Ete h->rts m t der armen kleinen Thern geflogen. Klüge re Lcu e lösten leicht die verbindenden Fäden Man hatte auch schon gehört: zu einer richtig gehenden Ehe sollte und konnte es vorläufig nicht fommen dazu war Theda Geisbach zu leidend. Man liest sich trauen, und dann sagte man sich adieu, und Gert reifte rrach China. Bloh biS nach China, ölnd solo. Hol's der Deubel, das gab der Ein­bildungskraft Raum! Was da nicht inzwischen alles passieren konnte!

Bei dem Gelage überschlug sich die Stim­mung Kemptens. Die ganze Dtfante Angele e heit wurde noch einmal durchgehochelt. VLan fand neue Zusammenhänge, und da man die Tragik unbeachtet liest und nur die komische Absonder­lichkeit der Sache in qulrfenbert Worten auf die Spitze dec Zunge trieb, so blieb die Aimvsphä'te voll gestäubter Laune. Der SpitznameWirbel-

starm- für Gerl war etn Tprmt*r Damenscherz, war man bissiger urcd taufte ihn inGraf eman izm und fand das prachtvoll. . .

. . . Gerhart hatte indessen seine Wohnung erreicht. Er f<urd Clemence artig tote gewöhnlich am Tische sitzend, mit einem englischen Roman in der Hand, in den sie sichtlich vertieft war.

^Tag, Kleinchen," sagte er, flucht g mit den Lippen ihr Haar berührend.Hab' ich dich lange warten lassen?"

Richt länger als sonst, Gert."

Warum hast du nicht tetephvrrtert?"

Der Apparat ist in andere Zimmer verlegt worden. Es btxmcht nicht jeder im Haute meine Verbindung mit dir zu kennen. Deshalb schrieb ich einen Brief."

Auf dem Papier der Gesandtschaft. Du bist doch unvorsichtig."

Ah bah!" . . . Sie legte daS Buch auf den Tisch zurück und liest ihren Blick langsam über seine Gestalt gleiten, als wolle sie sich ein Be­sitz recht sichern . . .Gert, mein Lieb," fuhr fie weich fort,nicht lange mehr und wir müssen uns trennen."

Teixel," tief er,das weiht du schon?"

3a natürlich man spricht bei uns ganz offen davon, es soll ja auch kein Geheimnis sein."

Gr lieh nch aus den Schrerbtischstuhl nieder, doch so, dah er ihr zugewandt blieb.

Kein Geheimnis ein," toiedecholte er.Och versteh' das nicht'recht. Von Geheimnis ist feine Rede Aber die Versetzung war doch bis heute nicht sicher. Oder ist man auf eurer Gesandtschaft besser informiert als auf dem Amt?"

Ohre Schultern zuckten.Och habe keine Ahnung, inwieweit man auf dem Auswärtigen über die japanischen Verhältnisse Bescheid weih. Jedenfalls steht es fest, dah an Stelle des Vi­comte Kodcrma der bisherige Gesandte in Wa­shington tritt, ich glaube, er heitzt Dikuchi."

Gerhart wurde aufmerk am.ilnb Kodama," fragte er.wohin kommt der?"

Rach Peking," erwiderte Clemenoe,und ich muh natürlich mit.

Gr zuckte unwillkürlich zusammen bei der ebenso unerwarteten wie »mwillkommenen Nach­richt. Ader er verbarg seine Ptthstrmmuug unter einem Hellen Auflachen.

»*5XeB ist ja BfSMb," rief er.Sfeeemee, VW können ton unsere Tränen trocken halten! Das Adieu wird unS nicht schwer falten, wir dürfen uns bald wieder Guten Tag sagen. Mir steht nämlich auch ein Kommando nach Peking in Aussicht.

Sie stieh einen leisen kleinen Schrei aetS, und iKmn fiel sie ihm um den Hals. Die "Freud« war echt, aber sie strömte geteilt aus Herz uni Hirn.Herrlich, herrlich" rief fie,da bleiben wir also zusammen! And es wird eine interessante Zeit werden, du. Hast du auch schon davon ge­hört, dah in Chiau die fremdenfemdliche Be­wegung gewaltig zunimmt?

Gott ja, man redet alles mögliche darüber."

Oapan ist Chinas Rachbar. wir sind viel­leicht orientierter. Es haben sich Milizen gebildet Mr Unterstützung der Kaiserlichen Truppen, um die Fremden zu vertreiben."

Die Pflaumenblüten-Fäuste alte Geschich­ten. Boxer sagen die Engländer. Aber die iln- rr hev find nicht gefährlich. Das kommt, da drü­ben alle Augenblicke vor. Clemenoe. was mir tausendmal wichtiger ist als der Fremdenhah tr China: der Zufall will zwar, dast wir uns in Ostasien wiedertreffen, aber wir werden doch unser gegenseitiges Verhältnis regeln müssen."

Das heiht?" fragte sie

Liebes Kind," e.toiderte er fit leichter Der* legenheit,Peking ist feine Stadt wie Berlin, London, Paris, Rom. Die Europäer leben da gedrängter zusammen, die getarnten Missionen liegen in ein und demselben St vaste also, die Schultern berühren und die Augen treffen sich alle Tage. Wic werden unS natürlich begrüben können, warum nicht aber Besuche tobe her sind auögeschlosten. Das muh ich dir schon sagen, ölnd noch etwas: ich heirate."

Was?" rief sie und lachte.Erzähl' mir doch keine Märchen, Gert!"

Mein Wort darauf. Freilich bleibt mein« Frau in Deutschland."

Run also," sagte fie kurz.

Ach ©ott, Clemence," fiel er ärgerlich ein, komm' mir doch nicht mit Gemeinplätzen! Och versichere dir, ich habe alle Ursache. das Leben von nun ab ein bissel seriöser aufzufassen."

(Fortsetzung folgt.)

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zuckte.

Kempten schien schwn von einer tfiftigen Sit­zung zu kommen. Gr lachte .toertaut und schlug Gert fröhlich auf die Schult«^.

Wovon?" rief er.Von Ohcer Heirat mit Theda Geisbach natürlichI"

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