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Snlchri i lur Drahtnoch- chi.n »NjeigerS ie^e».
I «tlae-tenio: rntint L. U.. 1168*.
174. Zahrgang
Montag, 28. Januar 1924
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
VrvS »Rö Verla-: VrLhl'sche Uniaersstäir vvch. und Steinöradcrei R. tanqe in Gießen. Zchristleitvng und -eschLftrftele: SchnlRraße 7.
lm)n- lt)t )te tle»U lagt »mummte »S gum Iat)niug ootger el)nt|ebt JerD.njlid)«eU
Preis ir l ■« >? ,r fir Sttgeigtn »on 27 mrn Srrite je lid)8,au»eart» lOiBolbpfenntg; für He» klame.lnieigeno.7ü n a Breie: 3 > ißoibp|enmg. pla ,ojri4)n|izj ,4Ul* schlag. - deraiujjnu* tue UjltuhiL ^tuiHtion: Dr.Stiebr. !BiH).Can j«; für Ota jungen laC dtnlt dlum d)ein; Jibcn Lnzeigcneeü jus dex l4md. 4 n at.« a
Frankensturz und Rheinland.
Dir auffallende Sturz des Flanken hat In Franklekt ähnliche Wirkungen hervvraerusen tok tn Tmrtd)[ant> der Verfall der Reichsmark. HeLr ittili i r lüg lcher Wech'el der Ber- laufS preise, dir Ctoflb nach fremden De- Vifen. DeckaufSablchluNe In fremder Währung. beginnende Kapitalflucht in- Ausland. Lohnkämpfe und Unzufriedenheit der hielten Volksschichten ulw Sine besonder« und für di« deutschen WirtschaftSinleressen nachteilige Wirkung übt der F.ankensturz In den bes ehten Gebieten au« Unterstützt durch eine auher- Srdentliche Wirtschaft-Propaganda und brutale -ollpoltlik der französischen Regierung imRhrin- imd konnten die französischen Waren rasch ihren Deg in daS besetzte Gebiet sinden und sich bort «in beträchtliche« Absatzgebiet sichern. F ra n- zöstsche Geschäfte schossen tn ben r Heini- schon Städten wie Pilze au) der Erde. Die Ian je Furückhal ung der rh-irischen Bevölkerung gegen die sranzöslschcm Geschäftsleute wurde nid) der swtwendig gewordenen Emführuna der Gold- markpreile durch die deut che Wi -ttchrft gemeinsam mit dem Rückgang der Kaufkraft der Kon- kamenten geringer und geringer. Heule finden die billigen französischen Waren groben Zu- pruch Rach ein?r kürzlich durch die Presse ge- qanaenen statistischen Rlitteilung konnte die sran- Aftsdxt Automvbslindustrie in kurzem Zeitraums un besetzten Gebiet über 1000 Fahrzeuge verkaufen, während nur 4 deutsche Kraftfahrzeug« dort tn der gleichen Zeitspanne Absatz finden konnten.
Aehnllch« Verhältnisse sinden wir aus zahl» seichen anderen gewerb ichen Gebieten 3m L e - benSmittelhandel machen sich die sranzöst- ichen .Tooperative" immer mehr bemerkbar, und d r fran ösische Hausierer macht >m deutschen gröhte Konkurrenz. Sine gewohnte Zrschcinung ist der mit Kurzwaren handelnde: kolonlalsnanzösische StrahenHändler geworden.
Haben die französisch« Wirt'chastS Propaganda und die entsprechenben Zoll- und WirlschaftSmah- nahmen der Rheinlandkommission seit Jahren oorgearbritet, um da» Rheinland wirtschaftlich nnglld>fi restlo« von Deutfchland abzutrennen, ‘e kommt ibr ans bi^k-m Wege der Frarckcnsturz gerobe recht: Da S Rheinland w i rd mit französischen Waren geradezu über- - chw « mmt. ., _
Auf der anderen Seite sehen wir die Rot- läge der deuts chen Fran k en e m Pf S n ger. 3ine der Hauptaufgaben der französischen Propaganda im Rheinland war feit Beginn der Besetzung die Propagierung d-S Franken, und, nachdem sie im Saargebiet ihr Ziel erreicht batte, schien in den Zeiten d-r schwersten WährungS- erschütterung in Deutschland auch im besehteni Gebiet die Zeit nicht mehr allzu sern. da der französische Franken im Begriffe stand, die deutsch« Mark zu verdrängen. Damals sahen die Franken- pe. di en er mit Mitleid auf derjenigen. der mit her schlechten Mark zu kaufen genötigt war. Für wenige Franken konnte er ja Dinge erstehen, die für den Volksgenossen. der Mark verdiente, unerschwinglich waren. Das war zu Zeiten de« sä-limmsten Ausverkauf- im Rheinland, als da« Land vom Westen, her buchstäblich auSgesaugt wurde. Die französische Leutnantsfrau war die auffallendste Erscheinung in den Warenhäusern und aus den Märkten. Als nach Beendigung des passiven Widerstande« die Regie- vediensteten in Franken entlohnt und die Sisen- hahnsahrrreise tn Franken entrichtet werden muh.en. schien der SiegeSzug de« Franken unaufhaltsam
Der französische Währungssturz hat dem j französischen Traum ein jähe« Snde bereitet Der Markverdienev ist Tdelvalu tarier geworden und trostlo« ist die Lage der Eisenbah Angestellten, deren Spitzenlohn täglich faum 2 Goldmark beträgt. Der Traum von der obligatorischen Einführung de« Franken imRhein- land hat sich bitter g rächt. DaS besetzte Gebiet tourbc zu einem blühenden Markt für Frankenspekulation, und an der .schwarzen Börse" wird dort in der letzten Zeit die französische Valuta immer schlechter bewertet Wer glücklicher Besitzer von Rentenmark ist, kann bon für 10 bi« 12 Goldafennig- den einst so stolzen viel- öegehrten Franken erstehen. Kein Me.isch wünscht sich mehr Frankenlohn, dagegen eriehnt da« Rheinland die Einführung der Renten- sta r t
Richt« kennzeichnet den Umschwung der Verhältnisse besser alS z. D. da« Berbot der Do- I fatzungSbehörde in C41cn an die Zeitungen, über den Fran ken stu rz zu berichten oder die nachbörsl-chen Kurse mitzuteilen S« ist noch gar nicht solange her, taf> die B-safunaSbebörde von ten Zeitu. g n verlangte, dah die Franknvrierung regelmäßig und auffällig vervssentlicht ! wurde.
Seitdem e« sich gezeigt hat, daß Deutschland au« tiefstem Währung-elend sich tatsächlich auf den sicheren Bod-n der Rentenmark gerettet hat. ist auch bas Verlangen nach Schaffung einer rheinischen E m m i s s tonS ban k geringer Und geringer geworden.
Heute kann die Schaffung einer eigenen rch-i- w<chen Wäb ung nur noch mehr Schaden al< Ruhen bring n Die Gefahr einer Zerroisuing ivr deutschen WährungZeinbeit muh gebannt werden durch die Einführung der Rentenma rk b-,w de-- .'rmmenden brutschen Doldnpte. D e- rc? Zugeständnis muh d e Reichsregierunz vom der Rheiular. tr -Mission erzwingen.
Zeigen ftd L durch den Franken stürz einer- feit« gtDi< «Seiabrv für die deutsche Wirtschaft
und in ihrer D-d.u.ung gar nicht schwer genug einzuschätzenden Mittel zur Französisie- rung derRheinlande Das deutsche Publikum kdnn lich vor diesen Bennsluslun^Ten ichüyrri. wenn c« sich vor 2 stritt e n?r Rstl- tnÄ besetzt Gebiet b i den deutschen, auf Bahnhö'e-n de« unbesetzten Gdirte« «i ageoch «-m Dert'4eb«stel!e^ mit deurfchm 3ri:ungen und Büchern e n^edt. E« bat die Pflicht, so zu tun. um den feindlichen Bestrebungen vrm sich au« die Spitze abzubrechen
Die Destattunq Lenins.
Moskau. 27. Jan. sWolff) SstaS:ag nach- nrittag zwei Uhr. zur Zeit der Bestattung Crnn« wurden gleich>ei ia auf dem ganzen Term orium der Srwseparion Gewehrsalven a6gc ch ssei. Alle Fabriken und betriebe salu^ en Sirenen die Eisenbahnen ftanben fünf Mr- nuten still ebenso der Telegraph dte Ra dlost a l i o n e n unterbrachen die Arbe.t fü»' Minu- ten und gaben über al lhin die Worte wieder: .Lenin ist tot, aber sein Werk wtrd ewig leben". Da« drahtlose Telephon spielte den Trauer-
marsch Die Zahl derer, die an dem Sarge vor- überzog m. be'.rig Über eine Million. Der deutsche Botschafter, Graf Brockdorff-Ranhau hatte nmnend der bei dec Sowjetregierung beglaubig'em Regierungen einen Kranz auf dem Sarg niedergelegt.
3n Berlin fand unter starker Beteiligung im grohen Sctausri lbau« und zwei Fest ä:«n bie Trauerfeier für Centn statt. Die Feiern verliefen ebne Zwifc^ enfall Dor dem grcCen Schauspielhaus« hatte sich aber eine grobe Masse meist jugenblider Perl onen angesammelt. die m Rufe .Rieder mit ber Schupo!" .Rieder mit dem KarftalismuS!" auSbrachen. Den wiederholten A nforderungen der Polizei, die Strahc freizuge e'. leisteten die Demonstrantmi leine Folge Die Lage wurde kri i?3) so dab die Polizei zur Säuberung ber Ölrabe schreiten mub e. Sie war schlieblich genötigt, die Meng« unter Anwendung r n Gummiknüppel" u-b auf- ge s'a"z m §ei en ew h: au«ei"anderzu- treiben. D^ei Prrs.men. die Beamte engrijen, wurden fest genommen
Die englifch-franzofische Entente.
Macdonalds außenpolitisches Programm: Gegen die französischen Rüstungen.— Die Reparations- und Schuldenfrage. — Gegen Poincarös Rheinpolitik. — Der Völkerbund.
Parts, 27. Zan. (Wrlff) Der Direktor d«S .QuolibtoT hatte eine iln errebung mit Mac- donald. Der englische Premierminister sag c. Man wirkt Frankreich die Ruhrbeseyung vor. die nach unserer Ansicht die Hauptursache der wirtschaftlichenRotlageist die heut« auf Eng'and lastet. Man wrrit Franlr ich vor. dab c« nicht genügend Rücksicht auf bie höheren Inter- essen Europa« g-mommen bibe und dab eS gar keine Rücksicht a if d e besonne.en Inteie sen England« nc!;me. A-be.dem wird nach der allgemeinen Ansicht die moralische und s ninzielle Unterstützung. die Fran'reich den kleine nR atlonen für ihre Bewaff nu ng angedcihen läbt, einen neuen Krieg unvermeidlich machen.
Frankreich entnervt unser Volk, daS sich in aller Aufrichtigkeit fragt, ob e« sich nicht in die Notwendigkeit verfrtzt sieht, seinerseits mi* l.tärische Dorbereilungeu zu tressen und neue
Allianzen zu suchen.
Gr wolle nicht von der Beunruhigung sprechen, tic die Geschäftsleute und die Arbrilrr ang lichtS gewisser gröfjerer industrieller Kombinationen hätten, de en Bestehen man ankündigt und die g gen England gerichtet zu sein scheinen Er wolle t uch nicht von der Beunruh ging für ihre eigene Si..>nh.'it sprechen, die von den Engländern an- g sichiS der ungeheuren Lustrüstungen Frankreichs empsunden werde; aber er müsse sagen, daf) die besten Geister beunruhigt und m.b- liauisch seien Q4 fei die Aufgrde der jetzigen Regierung, die Gefahren ab/aschatzon, die ber von ihm — Macdonald — gekenirzeichnete Zustand .betbeifübren ßnnte.
Seine persönliche ^leberzeugung aber sei. dab im ®runi< genommen da« englische und da« s-anzösische Volk Freundschaf t für einander empfänden und dab die gesäb'-liche Wolke, die heute aufsteige, von dem gc;c if.ntigcn Mistveiste- hm der wirklichen Wünsche herrühre. DeSfxtlb müsse nun sich offen auSfpr« chen. wvh^:rch man. wie er glaube, alle Mistperständniste ueiei- tigen könne.
Gr glaube nicht, daß bie Sachverstandigenau«. schüffe in dem engen Rahmen, den man ihrer Aktion gegeben habe, eine befriedigende Lösung schaff.n könnten.
Auf die Frag?, ob die englische Regierung Vorschlägen werde, den Ausschüssen einen gröberen Spielraum zu gewähren, antwortete Macdonald: Wir werden abwarten, biS die Ausschüsse diese« selbst verlangen. Wenn sie die« tun, werden wir wahrscheinlich diese Forderungen unterstützen. Wenn sich Meinung«ver- schiedcnheiten mit der französischen Regierung ergäben, würde man mit ihr verhandeln. Rach feiner innersten äleberzeugung würden auch die stärksten Rüstungen Frankreich« niemals genügen, die Sicherheit ber französischen Gebiete zu ge- gewährleisten. Er wünsche, dab Frankreich aus- hört, fein Vertrauen einzig und allein auf die militärische Macht au grüiiden. und dab eS begreife, wie viel gröberen Schutz e« tm Völkerbund finden könne. Auf eine weitere Frage erwiderte Macdonald:
Wir sind der Ansicht, daß die Frage der ftan* zösischen Schulden gegenüber England nicht angeschnitten werden kann, ohne daß zu gleicher Zelt die gesamte europäische Lage er
st Irrt wird.
Ich werde niemals zulafsen. dab diese beiden Fragen vvnei-'ander g -trennt werten. Macdonald sprach sich olSdann über den Völkerbund au« und erJdrte. der Eintritt Deutsch- sand« in b.n Völkerbund würde für Frankreich tm Osten ti beste Sicherheil« aarant ie fein. Aus di- Bemerkung, dab auch Po.ncarö in Frankreich Degt^er feiner Poli.ik habe dab diese aber glauben, di- Räumung de« Ruhr- gebiete« sei wcht möglich, bevor andere Ga- rantien geichrffwi f.i.m, antoortete Mcrcdv- nald: DaS weih ich Die iranzö IfdxTUibrbdciyung bringt Fd^cn Borte l, weder Frankr ich noch England nvch irgend jemand, aber ste b rgt w sich die Keime für alle mögl chm Kalamitäten.
spricht von Siche rheiten, aber wwm r-er
durch Verringerung de« Absätze«, so darf andererseits doch mit Senug.mung ge'agt toerben, txxb die Stabilisierung der deutschen Wahrung und der Riedergrng der französischen dem Deutschtum im besetzten Rheinland m a a>^t tge Waffen im Kampfe gegen die französischen WirtschaftSpläne gegeben hat.
augenblickliche Zustand andauere, w rd man, wenn zwanzig Zähre vergangen find, s.hen. welche Ari von Slch-rhriten die Ruhrbe'.etzung Frankreich gegeben hat Wir müssen an di- Zukunft, an bie Erhaltung des Weltfrieden« denken.
ES wäre ein grober Irrtum, anrunehmen, daß man auf länger* Zeit ungestraft eine Dation in ihren Int reffen schädigen oder in ihrem
Stolz erniedrigen kann.
Aus die Frag-, ob Macdonald der Ansicht sei. dab die deutschen Demokraten aufrichtige Pan- fisten und aufrich ig geneigt feien. Reparationen zu zahlen, antwortete er. er sei dessen sicher. Wir Arbeiter haben die Absicht fahr er fort, eine Politik zu treiben, die es. soweit eS in unserer Macht liegt, der deutsche i Demokratie erleich e t. den Ausstieg vvr-un-s>men. W.mn man aber beharrlich d :e Poli i' betr.-ibe, wvd rch nvin den de ttsch-n Reaktionären in die Hand sptrie. dann wäre daS eine Tocheit. die allen teuer zu stehen käme, den Franzosen, d-n Sng ändern und ganz Europa. Aus die Frag- nach dec Meinung Macdonalds über die separatistische Bewegu n g Im Rheinland und in der Psalz antwortete dieser, seine Antwort sei sehr einfach: sie sei die von ganz England: Wenn eine feparatistifche Bewegung spontan auf'teigt. dann geht ui« daS gar nicht« an. Aber wenn diese Bewegung durchelneauSwärtigeMacht In Szene gesetzt wird, sind wir der Ansicht, dab der Frle- denöverirag von Versailles verletzt ist und wir werden und hier sormell weigern, diese separatistische Regierung anzuerkennen, die mit diesen Mitteln eingesetzt worden ist.
Pariser Ministerkonferenz.
Pari«, 27. Jan. CDTB.) Minlsterprüsl- dem Pi, inca^« hat heute nachmittag von 3 bl« 5 älhr mit dem belgischen Aubenminister Jaspar verhandelt, der um 1 Uhr mittag« in Pari« angekommen Ist. Heute abend fand bei Poincar6 ein Essen statt, an dem sowohl Iaspar als auch der tschechoslowakische Aubenminister Benesch tellnahmen. Der Untcrrcbung haben keine Mitarbeiter von beiden Minisdern bei» gewohnt. Rach Beendigung ber älnlcrrebung ist der Presse leine Mitteilung zugegangen. Der diplomatische Redakteur der Hava« - Ag-nt ar glaubt versichern zu tö men, dab die Verhandlungen sich hauptsächlich auf da« Reparationsproblem bezogen haben, besonder« auf die Frage der Verwaltung de« Ruhrgebiet«. Der Ertrag der Pfänder sei im einzelnen geprüft worden. Die Lage fei günstig. Gin Reltoerlrag von einer Milliarde Franken tm Jahre könne schon jetzt al« wahrscheinlich angenommen werden. Im übrigen wird ein offizielles fSommunlquS bald veröffentlicht werden. Die beiden Minister hätten auch die französisch-belgischen Beziehungen erörtert, wie sie sich nach der Bildung ber englischen Arbeiterregierung gestalten. D« scheine nicht, dab bn Augenblick eine Neuorientierung ber britischen Aussenpolitik zu erwarten sei. Minister Iaspar wolle, wie in der Vergangenheit. so auch jetzt alle« versuchen, um eine
Ueberbiüdung der englisch-franzöfischen Gegensätze
herdeizusühren Die Verhandlungen hätten sich auf die Tätigkeit ber Sachverständigen- au « schüsse und auf da« Studium der belgi- fdxn technischen Pläne bez^gm Schliesslich sei die Lage in ber Pfalz besprochen worden ($6 scheine dab man in Paris nicht mehr darauf bestehe, die Terorbnu g-n ber Severatistenregie- lu 'g anerkennen zu wollen, dagegen werde man sich weigern, die auSgewiesenen (Beamte n. die sich feindselig gegen die Besatzungsmächte rerhalten bitten. tD:c>ec zuzulassc« 3m Laute der Derhandiungen sei kern endgültiger Entschluß .qvfabt worden. Man wisse nur. dab man französischerseitS bie An icht teile, die der Vertreter de.' k>elgtfchen Regierung heute nachmittag entwickelt habe.
Regie und Kulturkampf.
Berlin. 28 Ian. (Priv.-Tel., Der Dahn- hvfSbuchhandelindem ge'amtei Gedaet der franzö>ifch-bcl ifchen Reg bahnen ist an Die Pariser Firma Hachelte verpachte: und damit den deutschen J.-inngen jegl cher B^.rieo der deutschen Zeitungen und ber deutschen Bucher auf den Bahnhöfen diee« Gebt tes U7nno Ich gemach'. werden. Das r-i ende Publi/um foll c.xm gcsTungcn werden, sich mit französischer Reiselektüre zu versehen und aus trauw- sifchen Qu 4 en etwa dem famosen .Echo duR oder der Pari er Boul rarbore se ‘^S'V
durst nach politischen Rachrichten zu
I diese unerhörte Mahnahme ist eät« ber vieren
Minister Iaspar hat heute abend mit dem belg schen Sachverständigen tn den beiden Ausschüssen verhandelt. Er wird die Rückreise nach Druftel Rkontag vormittag an ieten.
Die ohne vorheri-- Antt.ndigung erfolgte Reise IasparS nach Pari- hat
in Brüssel lebhafte Aufmerksamkeit erregt. Wie d>r .Etvile Beige" In die'em Zusammenhänge mitteilt. hatte Macdonald gestern nachmittag mit dem belgischen Botschafter in London eine ziemlich lange Unter- rchung. Diese Unt-rrebung habe, wie es sche ne, die englische Pol tlk gegenüber den Alliierten, InSbe'v:.d re g.genüb.r Bel t m zum Geg nstand gehabt Gestern am spä'en Ab-nd sei der Beri cht über diese Unt rredung in Brüssel eingetrvf'en und er sei zeitl ch mit dem Beschlub de« Minister« Iaspar zusammengefallen, sichnachPa - rt« zu begeben.
England und die französisch-tschechische Allianz.
Pari«. 27. Jan (Wolff.) Der Au'enpoli- tifer bc« .Petit Journal" sucht eine Derbin>tng zwischen dem französisch-tschechischen Allianzver- tiag und ber sranzösisch-engltschen Entente herzu stellen Gr schreibt: Wie man onnehmen kann, hcbe sich Benesch nicht obn? Fühlung«nähme mit den maßgebenden Stellen bemt ht, drneuen Regieru ng tn England klarzurnach-n. daß England ohne Beunruhigung und ohne Protest« da« neue Abkommen bn icbmcn könne Es werde erst dann zu i<nem FrledenSinstrument, wenn e- ber Wiederannäherung Frankreich« und England« bicite und zur
Wiederaufrichtung der wahrhaften Entente Cordtale
führe. Die neue Regierung, die tn England zur Macht gelangte, habe sicher den Wunsch, sich mit Frankreich zu verständigen. Wenn sie ba Grfolg erziele, wo die Regierungen anderer Parteien Schiffbruch erlitten, werbe sie dem englischen Volke einen so großen Dienst leisten, dab sie mit einem Schlag daS Höchsttnab an Bestand und Ansehen gewi m-n werte Denn aber Im Gegenteil im Lause d-r nächsten Woche off nbar werde, dab die Arbeiterpartei unfähig sei, mit Frankreich ?u verhandeln, oder bah Fran'reich unfähig sei, sich mit ihr zu verständigen, bt.nn werbe
ein enbgültsger Bruch unvermeidlich.
Dann würb-n in drei pokitisch-n Partel-n England« bie misstrauischen un) feindseligen Elemente einen Block gegen Frankreich bilden Wenn diese ungünstige Stunde schlagen sollte dann hätte ter beuts che Ra t i on'a l i « rn u « fein Ziel etreicht Weim aber ein französifch-eng- lifche« Abkommen möglich fei. bann werde ganz t u mpa. wie e« au« dem Versailler Te trage k^r- vv gegangen sei. gcfeiiigt un> befrlebet werden Die einzige Kontinentalpolitik fei di-, welche England wieder auf ben Kontinent zu- rücksühre. Diefe Politik wolle Benefch betreiben. und. weil Frankreich sich mit seinem Lande verbunden habe, müsse diese Politik auch die Politik Frankreich« fein.
Poincaräs erster Kammerfleg.
Pari«. 27 Ian. (WTB.) Der gestrigen Rede Poin:ar6«. durch die e« möglich gework^n, etwa dreibig für die Generaldebatte angemeliex-n Rednern da« Wort abzufchnelden. wird sowohl von ber Preise deS nationalen Blocks al« auch von der llnksstehenben Preffe infofem grobe Bedeutung beigelegt, al» darin eine Annäherung deS Ministerpräsidenten an den nationalen Block erblickt wird. Zwar gibt man zu. dah noch eine zweite grobe Schlacht von Potncar^ dadurch gewonnen werden muh. dab er unzählige Gegenanträge gegen feine Steuervläne ab(d>laflen mub. aber immerhin ist von Bedeutung, dab da« führende Organ d-S Linksblock«. .L'Oeuvr-". erklärt: .Poincarö gab fich keine grobe Mühe, seine neuen Steuern zu rechtfertigen, er übernahm der Mehrheit d-r Kammer gegenüber bie formelle Verpflichtung. Ile wieder wählen zu lassen. DaS war ber eigentliche Inhalt feiner gestrigen Rede.


