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D. 49 Sroettes Blatt

Mittwoch, 27. Februar 1924

Siehener Änzeiger lSeneral-Anzeigrr für Dberhesten)

Erwerbslojenfursorge und Arbeitsdienstpflicht.

Zu de« Grm»dsä-en der *3mxrbalrkn- Mriotge sollte da» Prinzip gehören, ein« Un- IttffcftMttna nur zu gewähren im Anschluß an eine für fre Ututrflüming gdeiftttr Arbeit SrtetHfotefuinierltü&una ohne Arbeit-lei- £na sollte infolge ihrer demoralisierenden Utunfl eigentlich nur für AuSnahmefäUe ge- Mden Derben. Die bisherigen IMhmmungcn forderten die Beachtung dieses Grundsatzes mdot auch, sie standen jedoch meistens nur auf Jem Papier, In der Praxis wurden sie kaum beachtet Durch eine Verordnung vom 15. Cf- tobet 1923 ist grundsätzltch nochmals mit aller Schärfe betont worden, daß es P f I i ch t der Arbeitslosen ist, gemeinnützige Arbeit hum Ausgleich für bie gewährten Unterftui- Aungen w leisten Diese Verordnung hat sich da, wo sie durchgesühn worden ist. gut bt- Dähet. Vielfach ist ihre Durchsuhruna jedoch nicht unternommen worden, insbesondere da, wo «S an der Initiative der Gemeinden und an der Kontrolle durch die paritätischen Der- waltungSauefchüsse der Arbeitsnachweise ge- fehlt hat Am 17. Rvvemder 1923 erlassene Bestimmungen des AetchsarbeitSministers Ha­den ebenfalls die Arbeitspflicht der Erwerbs- Losen scharf betont, insofern, als nach der mafr- «ebenden Ziffer 9 dieser Bestimmungen die Beschäftigung des Rotstandsarbeiters drin Arbeitsverhälmis, sondern eine Abart der TrwerbSlosenfürsorge ist

Die in dieser Bestimmung zum Ausdruck Lammende Verquickung zwischen Erwerbs- Losenfürsvrge und ArbcitSdtenstpfticht ist ge­eignet, dem Gedanken der Arbeitsdienst- pflicht als solcher weitere Verbreitung zu -erschaffen. Kür ihn spricht insbesondere der Vergleich mit den Vorteilen, btt sich zweifels­ohne aus der militärischen Dienswfticht früher für die VolkSgesamtheit ergeben haben. Vor- Mthmlich bestat.den diese in der Erweckung deS uns jetzt völlig verloren gegangenen Gefühls des engen Verbunden seins der einzelnen Glie­der der Volksgemeinschaft miteinander und mit dem Staat. Außerdem tonnit es sicher nicht schaden, wenn auf dem UmtD?g über die Ar- beitSdienswflicht wieder Disztplin. Ar­beitswille. Verantwortungsge­fühl und Anerkennung von Autorität in das politische und wirtschaftliche Leben ihren Einzug halten würben, und wenn durch etwas strengeres Anziehen der Zügel unsere immer mehr bertrabrlofcnbe Jugend aller Stünde und beider Geschlechter wieder besseren »mp- ffnbungrn zu gängig gemacht werden tonnt«. Buch Wirtschaftliche Erwägungen lassen den Gedanken der ArbeitSdienstpsucht ver­lockend erscheinen Die Zahl der Personen, bie für die ArbeitSdienswflicht in Betracht kom­men, wird auf eine Million geschützt. Die Ar­beitsleistung kann bei Zugrundelegung des lv-StundentageS auf 3000 Millionen Arbeits­stunden veranschlagt werden. Diese Leistung tonnte den besonders notleidenden Gewerbe- «weigen der deutschen Wirtschaft (Bergbau, Landwirtschaft, Verkehrswesen usw.) zugute kommen. Auch solche Arbeiten tonnten mit ihrer Hilfe durchgesührt werden, deren ?nan- ariffnahme zu den wirtschaftlichen Rotwen- digkeiten der Zukunft gehört. wie z. B. ElühnungSdau. Kanalbauten usw.

Auf der anderen Seite stehen doch der Ar- beitSdienstpslicht einige nicht unerhebliche B« - denken gegenüber. Das schwerwiegendste von ihnen ist. daß die Arbeitsdienstpslicht nie­mals auf solche Personen ausgedehnt werden darf, die bereits irgendwie produktiv tätig sind Ferner ist zu bedenken, daß unter einem Zwang, wie >hn die Arbeitsdienst- pflicht tatsächlich Darftellt. die Arbeitsleistung ' erfahrungsgemäß nicht uunerheblich leidet. Schließlich birgt auch die Durchführung der Arbeitödtenstpflicht die Gefahr der Ausbil­dung eines neuen riesigen Bureau kra- renapparates in sich, dsn groß zu zückten wir keine Veranlassung haben. D.e Durchfüh­rung der Arbeitsdienstpflicht ist also nicht lo einfach, wie eS auf den ersten Blick td*tnt. Sie kann nur dann von Erfolg sein, wenn die geistige E i n st e l l u n g der Bevölkerung um Itegrlff der Arbeit an sich eine ander« als die bisherige wird

Virtuosen des Winterschlafs.

Er schläft wie «in Murmeltier". sagt man in ber Sieben»a:: unb will damit txe Meisterschaft diekeS TietvS anfrjfr-n bte eS bei Winter- <d*i* trigt E» gibt aber andere :VM»öPe. bte ba» Murrnel'ier : i Tie11* und Cänat bc« C6.VeS nod) weit üdeni.'7N JHc^tcr fr Winterfchiate« ttnb hauptlächl'ch einige Vertreter der Sarmhen der Nagetier und ^nc'tenfnr^er Am ttefften WMäft nicht da» Akurmeiner, 'oräter-i webt der Siebenschläfer, den ia frir Voltsmund nach Pieter 'Btrtuplität getaah frit- Diete T»erchen la > Won der altrf-idtot Dichter Tldrtial tapen: .Minter dich fch'.a'cn wir durch, and anr 'trot»en von blühendem .rette ?->'» in den TJcnben. tno un» Nichte als der Schlummer ernährt e<r Siebenschläfer frißt hd) im Herbst jjaiu bid und mach: 'ich dann in liefen Erdiöchern. Xi^cn und CMlten. in helfen und altem Gemäßer, wobt auch in BaumHöhlungen etn Rest ^0" Astern Movie zurech:. dann rsllt er sich gewohnllch m Gemeinlcha" mit mehreren Kimmen

und fällt schon lang?, ebe der /lMnncnrmrraiy dem Rullpu ll: hebt, in einen tieten. ticten Lchla' Man kann ihn ruhig au» feinem ikiger nehmen und weatragen er bleibt kalt und bewegungSlo« Auch dtc Haselmaus ift eine Meisterin bn Schlafen Ahn Mitte Oktober zichr sie 'ich in ihr Qlcft zurück, bereitet ktch auS Sc.krn, Laub. MooS und DraS eine tugdtge Hülle, in bk fie sich gänzlich einwickelt Man kann tie in die Aand nehmen und betumlugdri. ohne bah sk «in

Aus Stadt und Land.

»letzen. t*n ZZ S>beuar 1824.

Vollgültige Zahlungsmittel.

Aach der B-tanntrnacheMg deS H«"Uchen AN- nißertume de: Henanz«« oetn 15 Hedruai 1924 «tnb bk et ü de |u i4. *i. 1. 2 und 5 Dollar der nom V 4 .** « « tteiqegebene* V»l -

larfchatzanweifunge« und der Hefti- ich en Dollaranleih« mit auSdrückllcher »e- ebmigung bS Relch»k»an^nvü'«rS auch ir-ettv bin als vollwerttgeS ZablungSmittel, «4e u>T*fr ftä rfr.gr» Aoioeid. vmldu*4 öt*a

Die Äd ! n der 3et ch» nnamher^ni tung. $i- nany imb kxlMtlen, f>wie btt »uje^rUefl ört­lichen Htl^ta 'cn Unterer bebllelUn) ndenen M< oorbezetchenten Werte eben!) xvtt <eilb«T bei der Gablung h«flll ch« r Steuern und »«fälle »<Hi auch bei der OandMuna von Aetchsßenern und AeichSabgaben in 3abfvng

Die gmaxmten 'Serie find ferner bn unbe­lebten Bezirk her Obeipofibtrrtrtxi Darmstadt für den gesamten ZahlungS verkehr bei allen Potzkafsen sMykxI'en Aur zu »iw- »at*urgtr. die twri-rfrxing*gmnjß in 'Xenteirmarf *u leihen lind, nämlich bei dbuabtunaen auf ^vstscheckkvnw auf Aentenmark-Po'tanweie luDg« 3eiung*ybubcwn frw bk hesfi- Ichen A-ii-iheftücke, c4n«1o w*e dnS übrige An­geld. nicht verwendet tnerbet

Die Dbertofifr-nrttv'n .yianfhai a M ift eriucht kür dk ihr unterf teil len PostftiNen Me ObetroftMrefrtDnen XarliruI* und staifei für bk «oltanftahcn Uxvr B^irk an der hei suchen ßtu> beegnm*- t* gk-.che Xwrbnunu zu treffen

Die bei den A«ch»drhei' angetionoenen 2b»- leihrstück werden mdglichit weitgebend zu allen AuSza hl u ngen pcrlbnildKi und fachlicher Art uMcfr-rocnrrnbel werden

3n der Berlügung d«S ReichSlmanzmlnilreiS txxn 27 De^-mver 1923 ift ausdrücklich darauf biigctt*1«r. daß wertbeßändiM Zahlungsmittel von Pnr>.:tr»er1m<n auf »rund der Verordnung d«S Inhabers der voüzkbenden Gewalt t»m 12 Aovember 1923 in Zahlung genommen werden muffen

Wirhrner Wochenmarktpreise

(Händlerprrisei am 26 Jebruar 1924 94 kosteten Butter 1.70. Käse 0,60 biS 0,65, Gier 0,14 bk 0.15. Wirsing 035. aDctfjfrxwt 0.25. Itottrout 0.35. gelbe Ruben 025. rote Hüben 030. Blumenkobl 130 biS 3.00, »nbioten 1.00. Oberkohltabi 0.06. Aofenkohl 130. Tomaten 2.O). 3n>iebel 0,25 Lauch 0.10 bi« 035. Meerrettich 1,00. Sellerie 0.60 bi« 1.00. Aeoftl 0.10 bi« 035. Dirnen 0.15. junge Hahnen LOO Mk

ADD Der neue Fahrplan be« Oft- prtubenbienfte«. Seit dem 14 d Mt« ver­kehren zwischen Strnnemünde und Pillau (Kö­nigsberg > wieder M« Dampfer de« Oftpreußen- dienfteS. und zwar Mrm'agS und DonnerSlag« ab Swenemunbe lHasen) 7 00 nm an Aeusahrwakser ( Danzig) DienS.ogS und Freitag« 11.15 tmt, an Pillau 4 00 nm ; ab Plllau Mil iwochS und Sonn­abend« 11 00 pul, an Aeufahrwafkr 3 00 nm., an Swmemünde (Hafen) Donna-S ag« und Sonntag« 8 30 om. Fahrpreise VwinemündePlllau 15 00 Mark SwinemündeAeusahrwasser 15.00 Mark, DeufahrwafserPlllau 7.50 Mark. 3m Anschluß Äunb Don den Dampfern verkehren Don Berlin lzüge (2. bo» 3 Klass«) Montag« und Donners­tag« ab Stettiner Bahnhof 1.55 nm , an Swine- munbe (Hafen) 5 56 nm . abSwinemünde 12 21 nm . an Berlin Stettiner Bahnhof 4.50 ran.

Der »Dang. A rbeltervereln veranstaltete am Sonntag In der Turnhalle einen Volksunterhaltungsabend (vaterländ. Abend) zum Besten der Winternothilfe. Mit Rücksicht auf den guten Zweck Der Veranstal­tung hatte sich eine Reihe bewährter Ära ft« In uneigennütziger Weife zur Verfügung ge­stellt. Den muflkallfchen Dell bestritt da« we­sentlich verstärkte Orchester der ..Vereinigung jugendl. Musikfreunde-, da« unter Leitung von Han« Sonntag außerordentlich gute Lei­stungen bot; der lebhafte Beifall nötigte den trefflichen Musikern Zugaben ab. Der von Arl. Sommerfeld, Mitglied deS Stadt- theaters, gesprochene PrologHeilig Vater­land-, sowie die Rezitationen au« Körner« Werken verfehlten ihr« Wirkung nicht. Außer­ordentlichen Beifall fanden auch die Dardie- tungen de« Gesangverein«Heiterkeit-, der besonder« bei dem LiedAm grünen Rhein' von Hansen helle Begeisterung entflammte. Den Schluß der Deranftnltung bildete die Auf­führung eine« dreiaktigen Volksstücks aus den Leidenstagen der Ruhrbefeyung:Dir wol­len sein ein einig Volk--!, unter der

Lebenszeichen von sich gibt. Z« ^chber Mi De oder Strenge de« Dimer« durchkchlält ftt 6 bi« 7 Monatr. fast ununterbrochen, bi« fie barm btt warme FrühlmgSionne zu neuem Leben wach­ruft. "Vi» Murmeltier rüftet sich etwa« «pater (ein Dmteriager! e« verstopft den engen 3uqan.' zu feiner Höhle bi« aut eine Crnedt von 1 bi« 2 Meier Dort innen au« rmt »roe unö Steinen, zwischen die Lehm. ®ra« und Heu «n- ac'choben werben. Durch Ne<e Bermauerung wird bi äußere Luft abgel chloren Da« Tierchen Wb ft bi mt sich al« Ofen, inbtm e« eme Körperwärme au«fhrb(t, bie etwa 8 bt« 9S 2L beträgt. Wägend bc4 VKnterschtas« ist bte Leben-t ^.gke». beim Murm -liier wie bei fernen Berwandten aus« äußerste berabflffrimmt Die Tiere !fegen reflunq«- lo* mb falt m todesähnlicher Erstarrung bie Bluiw rme ist auf die Därme der Höhienllckt bcrabi; chrnkn die 2 emzüge erfolgen mir 15mal in der Stunde Jm rrübsahr «scheint darin da« tm Htchst so feit« Murmeltier ganz abgemager, vor der Qe^nuna feiner Drnterwohnung und ball sehnsüchtig nach etwa« Eßbarem Llmschru. Zunächst -.»ß e# «ich «ch von dem »na« er­nähren. tatet nr n feine Höhle gebracht hat. Richt fo fest wie bei birten DznierfchLäfern ist d« Schlummer bt* Gartenschläfer« d« auch .Große Haselmau«- heißt. Er zeigt während be« bewußtlolen Zustande« ErnpstTidrichkeit gegen äußere Reize und gibt bte« durch schwache 3udun- gen lowie dumpfe Laute pi erkennen. D« Garten- 'ch'äfer wird sogar tm Dinier, wenn mildere Witterung eiet ritt, ganz wach, zehrt Dem den

epieUetiuag von Heinz Bechfteln. berauch die Haupttolle spielte, von Mllgliebern de« Verein« flott datgestellt wurde. Da« Publi­kum wurde von dem Inhalt de« Stücke« und der guten Darstellung so mitaerissen. daß e« bet dem am Schluß von den Darst.-llern vor- getragenen 3. Der« de« Deutschlandliedes sich erhob und begeistert mitsana. Dem IWretn ge­bührt für den prächtigen Abend volle An­erkennung.

Ärci* tfrichbcrg.

Butzbach 26 3ebr Der Gemeinde­rat beschloß in lernet geitngen Sitzung, wegen bt* Almbaue« br« Spm»gogengelchofle« tm Ral- bau« der israelttischen Getnembe einen Bauplatz *ur den Aeudau einer vynaaoae amu- bieten Die enbgüUige Beichlußlai'u ig wurde auf später neriagt Der »igenbetmbau- gefellf chaf t will nun Gelände zu Bau- zwecken geben, wenn fte sich verpütchret. im Halle de« Ikrfaule« der Häuser an bie In­dustrie Gelände tn gleicher Größe der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Srlebbetg, 26 Zehr Hier wurden der Schlosser TB U beim Markwitz au« Oberbau len und der Otehrvatmlcut Wlldelm Dbiet Ä b n i g « au« Aachen festgenommen. Bei fr' bauen nacht« tn Bo>Aau Herrn einen Einbruch«- M t b ft a bl auägefubti. wobei ihnen rin Zahrrad. Wäsche uftp in bte Hande fielen Da« -estsdienr Gur hxxrtfc den Eigentümern lrneder üu«gebdnb*gt werden

Schwalbei m. 25 Hebe Bri der geirrt- gen Bürgermeister-Stichwabl zwi'chen de« bürgerlichen Aanbibatcn Ä a r l Dietz III und dem ÄommunUkit Pb ' lipb Heimann, wurde der erstere mit großer Mehr bei! q e bl i Dien erhielt 291. sein konrmanstilcher Gegner 179 Stimmen Au« dem Ariullat geht benot, daß die bei der B?rwahl abgegebenen sotztal dem kra11s chen Srimmwium größ­ten lA-ile brrt bürgerlichen Kandidaten zu- gyte kamen

Aieder-Erkenbach. 25 9ebr Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl trvrbe der Äcmfribat de« Hrif,Ichen Bauembzmde«. Phi­lipp Mutz II.. mit 284 Stimmen gewählt. Sein fotz aldem^ttaiischer Gegner Kreutz brachte e« auf 218 Stimmen

Maffenheim bei Bildet. 25. Febr Die gestrige Bürgermeisterwabl brachte den bürgerlichen Parteien den ö leg. 3br Äanbibdl, der Landwirt Georg See. wurde mit 143 Stimmen zum Bürgermeister gewählt Sein sozialdemokratischer Gegner erhielt 109 Stimmen

Mret# Lauterbach.

Lauterbach, 26. Jebr. Die etwa 900 Hektar große Feldjagd der Gemeinde Lan­genhain wurde Aum HahreSpachtpreiS von 6700 Goldm ark auf 6 Jahre an die Frei- Herren Riedesel zu Sisenbach und Fabrikant Vollmann au« Hagen verpachtet.

Gießener Ltrafka»mer.

Gießen. 26 Febr Der landwlrlschädliche Arbeiter rhevdvr Schmidt dou Eichri«borl flanb beule wegen Totschlag« unb XDtfdjijgfDtr- such« dot Gericht Am 2 Dezember v 3 batte er mit mehreren Burschen von EichekSdors Streit bekommen, in dessen Verlaus er tn einen Shaussee- graben geworfen wurde Während diejenigen, die ihn bedrängten, forlliefen, erhob sich Schmidt, lief hinter ihnen her, traf fte tn einer bemichbarten Straße und stach blindling« mit seinem Taschen­messer auf sie etn Dabei huf er einen acwilsen Hermann Möser mitten in« Herz, so daß er tot zulammenbrach Einem anderen versetzte er eben­falls einen Stich in bte Herzgegend, dieser prallte aber am Brustbein ab und verursachte lediglich eine Verwundung Rach dem Gutachtnr der Sach­verständigen ist c« ein Wunder zu nennen, daß nicht auch dieser Stich tödlich war Dem An­geklagten wird kein guter Leumund ausgestellt, er ist händelsüchtig, da« Messer sitzt ihm locker, er hat früher schon einmal einen Kameraden grund­los gestochen Alle« bte« trug dazu bet daß ihm da« Gericht milbembe Umstände versagte Da« Urteil lautete auf 6 Zähre 9 Monate Zu ch t ha u «

Schöstengerkchr.

Gießen. 25. Febr An einem Sonntag im November wurden zwei Hüttenarbeiter unb ein Taglödner au« Launsoach von zwei Gen- darmerie-Wachtmeiftern dabei erwischt, tote sie in ber Räbe der Lahn zuerst aus pveußllchem und dann auf hessischem Gelände anscheinend eine kleine Treibjagd veranstalteten. Zwei von ihnen behaupteten, ste hätten Weiden schneiden wollen, nährend der dritte von ihnen angab. er hätte nach seinem dort liegenden Acker sehen wollen Ta letzterer aber ein zerlegte« Modert und Patronen bei sich führte, konnte seine Angabe leicht träber-

Vorrätm, die er t> mit in« Rest ge­

nommen. unb veriöllk erst bei erneut einlehenber Äölte wieder tn Schal. Unter den Insekten­fressern ist der Igel der größte Schläfer. .Di« Fühllosi^kett diese« Ziert«, bte schon, wenn es sich am regsten bewegt, bedeutend ist, steigert sich lern In merkwürdiger Weife." Rur wettn man ihm sehr arg mitsvielt, erwacht e«. wankt em wenig hin unb her und fällt bann augenblicklich wieder tn Schlummer. Der Winterschlaf be« Igel« währt gewöhnlich bU in den März

e

Geschichte» nl dem zaristischen Rußland

Die .Erinnerungen- be« russischen General« Suchomlinow geben ein sesselnde« Bild de« russischen Leben«, ber Zustänbe im russischen Reich und russischen Heer, ckrne Fülle echt russischer Typen unb Szenen zieht an an« vorüber Chne solche Tbbf war ber berühmte Heerführer Ge­neral Dragomirow, besten Stabschef Suchom- ltnow etne Zeitlang war. .Dragomirow.- erzählt ber Veriaster, .war der Vertreter der rinerltchen Rornantik tm Heevr Von ihm wurde bjmal« berichtet unb er hat e« mir einmal unwillig brummend bestätigt, er habe sich vor eint Dchetbe gestellt und einem guten Schützen befohlen, so pi schießen, daß alle Schüfe in einem grw'cn Abstand um leine Zrgur herum lägen. Tai per­sönliche Beispiel sollte den erzteherstchen Wert haben den Schützen an Ruhe w getDObneir und zugleich einen Weg »a zeigen, wie Furchllostg- kett anz«erziehen leL Dragomirow, der beim

leg: werden 9t erhtei: durch Sti<stbriehl etn. ®efängnt«htalc Dee 3 Woche«, bte cx schon verhüt t (xii Pie haben anbertei katw gegen bte gegen Ite erlaßenen Strafbetehle wn- spruch ein. '.< wurden , ebeniall« weg« Wilderei verurteil: 5\- frnbe noch unbestraft irb '»ch eine« gu Xuie« erfreue« und an- ich.mend lediglich ^inberdtenste geietste: hab« wurden sie ar Stelle fr uckpit«nglich gegvn sie e.funntcn Gefängnttzstrasen von 10 unb Pagen ui Geld st rasen von 4 0 und 20 Gold mark verurteilt

»tn Schreinerte hi iing von hier wurde im Oflxbcr habet Ivtir'ien. ^te e. au* nnrm «eiltet HauSherrin gehörigen Sack Ä a r 11 11 e I n bk dicksten herauSiao und krtinig. Seine Behaup­tung. die stanriteln hätten auf dem Boden ge- legen, n habe |te. weil et mit einem Handstirnen au« dem Hoie da fr fahren wollen, vor bee variablen Ucr.en n-oilen sand strikten Glauben Wegen AadrunaSmittelent Wendung erhält er eine Gelbstrase von 5 Gvldmark

Kirche unb Schule.

Dortki rchenvorfte herstog.

es Ulf* 26 .Svbr De von ber Berrinl- gurte der Frcnndtz de. Doesllrche seit tzwri CV*rmi alljährlich nnl aroßem »<t>lg frTantulte* Dorf- kirchenvorftehertag in bet diesmal am 3 Mär, hier statt Pfarrer Seim-Grüsen spricht über .Tte Pflege unb 5*rbening be« rdigiöfen und kirchlichen Heberte tm Gewände der frimrtelichen Sitte eine wichtige undegen*- rriche Auigrbe hu bte stiichrnvorftehtzr- Dtt Tagung U'irb durch einen GotteSbtenst etngriebte. In dem Pfarrei Georgi- Erm«tr?b PubiaL Ter Prälat der driMchen Landeskirche. D Df. Diehl bat fein Erscheinen zugriogt und rtnr Anlpr<Bche tn bem um 10» Lhr bcgtnntnften GotfrSdt nft ubennmmen Die »i6ödttigen Teil­nehmer sind Gäste bercienobnrr

Turnen, Sport unb SpteL

Die Leichtachlettk im »teßener v. E von 1900.

Am Donnerstag abend machte bte Leicht- athletik-Abtellung de S Gießener Sport- Llub« von 1900 rinr breitere 0e,sent!ichkril mit ber TDbtterarbeit de« Leicht- al bieten, dem Hallern raining. befannt. Prof Dr Huntemüller schickte bri Borlubnmgen einige Worte über den Wert der iteibe«ubimg<m twrau« Der Redner verstand e«. rächt nur vom ärztlichen Standpunkt aat«. sondern z B auch tn erziehe­rischer Hinsicht den Werl, ja bte Rottvendigkrir der bete Übungen barzulegen Dte zur Doc fuh-

rung gebrachten Hebungen zerfteten in zwei Grup­pen: 1 Tie von A WallenjelS getesteten, von farblichen und Aktiven getrennt au!ge­führt en gymnastischen Hebungen st an fr-, au* Tdx»- und Streckst bunaen mit Armen. Rumpf unb Brinrm. Kraft-, Widerstanb«. <*b Bodenübungen Ihr Endzweck ist, ben gan^n Körper durch)uarbrit<n, ihn locker unb gefchmrtbte mj machen. 2 Die Borütxmg niv richtigen ueb erivlgrrichen 3u«fübrung ber VribeSübung. b* auch nach ben Wörtern von Prof HanteMestllee ber Vortritt tnr jeder anbecei Lckbeöübmng «- dührt. nämlich dem Lauf. A Fischer, der hier tn feinem Element ist, bewte«. bah er e« tm* standen hat. feine VerrtnSkumwaden von »netb auf mit jedem Stadium be« LaufstllS und alten Etntzrihciten ber Laustechrük vertraut zu modXÄ mti ben gezeigten LeckUmgen konnte man nach jeder Richtung htar zufrieden sein.

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Walli ober Lhampaq rei und beim Kartenfptel nicht weniger seinen Mann stand al« Im Aride, war wegen feiner Grobheit unb Originalität be- Sanni. Sinern allen Anilterie-General, der bei der Besichtigung schlecht abfchnitt. sagte er: .Ste, Erzellen-, find auch nur fähig, einmal am Tage einen Kanonenschuß abzugebenHeber f-chlog- fertige Antworten freute er sich So stellte er einmal einem Kompagniechei bie <5rage .Wa« tun Sie, wenn Sie von allen Seiten angegriffen werden, wenn Granaten und Schrapnell« von überall auf Sie ein hageln? Welche« Kom­mando?" .Helm ab zum Gebell" Lautete bte prompte Antwort, mit ber lich Dragomirow schmunzelnd zu rieben gab. Als er sein Ende berannaben fühlte, sagte er zu Suchomlinow: .Ich gehe in eine bessere Well, und dich. Bruder, be­neide ich n chr baru-n daß du noch weiter beid Dasein auf Meter Erde fristen darfst Ter Lchwein- bunb hat den Vortritt keine beneiken«werte Ge­sellschaft." Der Groß'urti Dimitri Äonftan- tinowitsch. fr r Äcnunanbeut de« L'eibgatbe» Grenadier-Regiment- zu P'erde. sah sich einmal die für fein Regiment bestimmten Mannschaften an. unb al« er za einem Rekruten Um, der sehr verhungert au-lah. sagte er fu ihm .Die gute Soldatenkoft wirb dich schon rund machen.- Der Rekrut, ber nicht tourte, mit wem er sprach betrachtete bie hohe trigere ^igur de« Großfürsten unb erwiberte .Soviel ich dir an'ehe, hast du dich bei ber Svlbalenkest noch nicht lehr rauS- gemacht.-