Mittwoch, 23. April 1924
174. Jahrgang-
Erstes Blatt
Ar. 95
Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFomiliendlätter Monatr-krzvospreir:
2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüste: für die Schriftleitung 112; für Derlaa und Geschäftsstelle 51.
Anschrift für Drahtnach- richten Anzeig<rSiehe». pakifchecktonto:
Zrantfurt a. M. 11686.
ft> eine Metaphysik mir dadurch zur Grundlage einer für die Menschheit geltenden Leoensan- fchauung zu werden vermochte.
Der preußische Minister für Wissenschaft, Knnst und Volksbildung Dr. Doelitz entwarf anschließend ein Bild Kants als Erzieher zu preußischer Art und preußtschem D.rst und feierte die Bedeutung Kants für Preußen. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an dre Aeuordnung des preußischen Schuldest ns. Die preußische Schulreform fei ein Är^v, den Preußen am Grade fernes großen Sehers niedergelecst habe.
Aach einer Frühstückspause sprach 6tottd= sekretär Prof. Dr. Decker unter dem Thema Kant und die D.ldungskrise der Gegenwart" über die K a n t s r e m d h e i t, die sich in den heutt* aen Dildungsschichten bemerkbar mache. D^e moderne W llensphllosophie mit ihrer Derkundung der Einheit von Seins-Welt und Wert-Welt Haie mittelbare Berührung mit der Epoche der Aufklärung. die seinerzeit Kant mit ihren eigenen Waffen überwunden habe. Der große soziologische, ökonomische und politische Lebenskomplex habe bann den Rationalismus zu einer Weltmacht toa» Öen lassen, so daß die von Kant herkommende Fachphilosophie die nationale Seite des. großen Philosophen einseitig entwickelte und so reue gewaltige Reaktion berbeifuhren hals die ihren ersten Ausbruch in der Romantik und spctter in Netzsche. Dilthey und Brrgson erlebte. Wichtig feü daß wir dank Kant den heutigen ehrftirch- tiaen Wcltanschauungsbewrgungen g-genuber den richtigen kritischen Standpunkt ernzunehmui ae- tekrtt haben und dadurch die Sympathie für öi- unaeheure. aus der Tiefe unserer Zettseele stammende elementare Weltanschauunosb^xgung r^r- Kn Kritik und Ehrfurcht, w schloß der R^ner. sind die beiden Pole der Kantschen Philo- fOt>6!an diese Rede schlossen sich verschiedene Ansprachen in» und ausländischer Gäste an.
tte Völker Europas so heiß ersehnen. Sie allein kann uns auch dem „ewigen Frieden naher bringen, den Kant als Maxime für das Zusammenleben der Dölker so glänzend begründete Für diesen ewigen Frieden t|t unerläßlich das Selbstbestimmungsrecht der Vol er nach Innen und außen, nicht im Sinne lenes Zerrbildes, das unsere Kriegsgegner davon geschaffen, hab^i. sondern im Geiste Kants, der die demokratische Ee bstbestimmung im Innern und die auf Vernunft und Recht gestützte Verständigung der Bol- fec untereinander und ihren schließlichen Zusammenschluß in einem wahren Völkerbund ate sittliches Gesetz so glänzend stipu- liert h't Mit dem Vortrag der fünften Sinfonie von Beethoven fand der Begrüßungsabend seinen Ausklang.
Am Dienstag vormittag begann im Stadttheater
der Festakt der AlbertuSunidersttat.
Die Düste Kants blickte von der Dühne ernst auf das Parkett von mehreren Hundert Gelehrten des Zn- und Auslandes herab. 3m Hintergrund der Bühne hatten sich die Fahnenabordnungen der Königsberger Studentensckaft grupturt 3m Vordergrund hatten im Halb!.eis der 2d e k t o r der Universität mit Minister Dr. Boelih, Staatssekretär Dr. Decker, die Spitzen der stad- lischen Behörden, der gesamte Lehrkörper und die Professorenschast Platz genommen. Rachdcm die Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" verklungen war, ergriff der Rektor der Universität Prof, wickeley das Wort zu einer Begrüßungsansprache.
Hieraus Helt ixr hiesige P.Dfessor der Philosophie D-r. Soedeche-Meher et e Fcst.e e, in der er die tiefe und nachh lltig? Wirkung der Arbeit des grvße-.i PH Hs. p.>ei v l uchte e De Svekrjex unterstrich besonders, daß ci» Ph.losophe Kants nicht d^en Charakter einer spe ulat.ven S - kenntnis. sondern den eines movalifchen funDie.iei Dernunftgloubens besitzt und hob hervor, daß
Starts, 23. April. (WTD.) Das „Echo de Paris" glaubt mitteilen zu können, daß zwischen den Regierungen inParis, London, Brüssel, Rom und Washington bereits eine Diskussion eingeleitet worden sei, und zwar Über drei große Fragen, die offenbar die französische Reg'.erung durch ihren diplomatischen Vertreter anschneiden wM:
1. über die verschiedenen Etappen, nach denen daS augenblicklich im Ruhrgebiet anfgerichtete wirtschaftliche System in dem allgemeineren System, daS die Sachverständigen vorseßen, aufgehen soll. ES könne nach der französifchrn These feine Fusion stattfmden, ehe nicht das Gelingen des vorgesehenen allgemeineren Systems festgestellt sei;
2. über die Frage der Sanktionen;
3. über die Frage der interalliier- Schulden.
Das französische Verlangen gehe darauf hinaus, daß man die 27 Milliarden, die es England und Amerika schulde, erläßt und ihm von Deutschland eine Minimumzahlun g von 26 Milliarden Eollnnark garantiert Wenn man bei dieser Frage offen spreche, bann setze man sich der Gefahr aus, alle Zahlen, die den Sachverständigen als Grundlage gedient hätten, in Frage zu stellen. Man müsse aber die gestern von Präsident E o o l i d g e ausgesprochenen Worte genau studieren: Amerika sei in die Präsidentenwahl-Kampagne ein» getreten und diese Schlacht dauere bis zum Herbst. Der Bericht der Sachverständigen habe den Konflikt der alliierten und assoziierten Mächte leicht verschoben, aber hauptsäch» lich habe er sich nicht gewandelt.
Frankreichs Antwort.
P a r i s, 22. April. (WTB.) Ministerpräsident P o i n c a r 6 verhandelte heute mit dem französischen Delegierten in der Reparations- kommisston, Louis Bart Hou. Dieser Unter- tebung wohnten bei der bekannte Sachverständige in Wir schaftsangelegenheiten Sehdoux, der zweite Delegierte Frankrcüchs in der Reparations- kommis.ion Mauclaire und der politische Direktor im Ministerium des Auswärtigen Per- retti della Rocca. Die Havasaaentur be- j richtet, die Unterredung habe sich auf die 3n- struktionen erstreckt, die der Ministerpräsident dem französischen Delegierten in der Reparationskommis sion übermittell habe. Es sei Im Laufe ter Unterredung daS „vollkommene Einverständnis" über die bei der Ausarbeitung der Pläne der Sachverständigen zu befolgende Prozedur festgestellt worden. Der „Temps ' schreibt: Wie man vorauesehen konnte, sind die Entscheidungen der Reparationskommission und die Haltung der französischen Regierung von dem gleichen Gedanken eingegeben, zu einer
rasche« Lösung
I zu gelangen, deren praktische Grundlage der Bericht der Sachverständigen llefert. Der franzö-
Rachmittags begann im Stadtth^ater der feierliche GratulationSakt der in- und ausländischen Delegierten: es sprachen u a Prof Schenk für den Verband deutscher Hochschulen. Geheimrat Prof. Weber namens sämtlicher deutschen Universitäten und Hochschulen; Exzellenz H a r n a ck für die deutsche t Akademien, denen Kant angeh orte: Geheimrat Wilkau für die Rotgemeinschaft der deutschen Wilsenschaft: Prof Menzer für die Kantgetellschaft und der Vertreter des Dörsenvereins ter Deutschen Buchhändler. Sodann folgten die Gratulationen der ausländischen Gäste. Rach Beendigung des Gratulationsattes teilte Prof Ucke eY mit, daß. die Albertus-Universität Fabrtkbeslter S. Winter und Oberregierungsrat A g r i c o l a zu ihren Ehrenmitgliedern ernannt habe, sodann wurden von den Dekanen der einzelnen Fakultäten folgende Ehrenpromotionen bekanntgegeben: Zum Dr. kheal. Univerfttats- Professor Rudolf Unger-Königsberg: Preußi- scher Staatssekretär Prof. Decker-Berlin und Elsa Drandstroem-Schweden: zum Dr. tur. mtDf Rickert- Freiburg, Geheimrat Dlttar Ehrenberg- Leipzig und Ober bürge .-meister Dr L o h m e h e r; zu Dr. med. Prof. Hans V a t - hinter- Halle. Prof. Willi Wi en-Wnnchea und Prof. Richard Zeigmendhaus Döttingen: zu Dr. Phil- Prof. A l m g r ee n - Upsala, <3cL 2l Riegel-Königsberg. Oberbaurat Tem^d) Schmidt, der Wiederhersteller der Marie.bu g, und der Kantsvrscher LandgerichtSrat Wanda- Königsberg. c
Heute abend vereinigten sich die Teilnehmer an der Kantgedenkseier auf Einladung der Gesellschaft der Freunde Kants zu dem historischen Doh nenmahl, das seit dem 22. April 1805 regelmäßig veranstaltet wird. Der bisherige Doh- nenlönig Pros. Unger und der neue Dohnen- Innig Pros Dickel hielten Ansprachen. Rach der 'Beendigung des MahleS begaben fu& Ne Teilnehmer zu einer Festaufführung vo» Beethovens „Fidelio" in daS Stadtcheaier.
Frankreich und das Reparationsproblem.
Der Plan einer interalliierten Konferenz. — Barthous Instruktionen. — Die Frage der interalliierten Schulden.
Die
Kantfeier in Königsberg.
Königsberg. 2t. April. (TSoIff.) 21m Vorabend des Geburtstages 3mmanuel Kants fand sich abends in der Stadthalle eine große Festve.sammlung ein. D:r Abend wurde eingeleitet durch die vom Stadttheaterorchester unter £e tung von Generalmusikdirektor Kunwald vo gefhrtc Sgmont-Ouvertüre. Alsdann hielt Obe rbürgermeliter Dr. Lohmeyer eine An- I fp adie, in der er namens der Stadt Königsberg al e die am heutigen Kanttaae gekommen sind, he z ichst wll kommen hieß, insbesondere die Ver- 'reter ter Reichs- und Staatsregierung, an ihrer S ihe den in D.'Hinderung des Reichspräsidenten erschienenen Vizekanzler D r. Jarres, den preußischen Ministerpräsidenten Braun und den Minister fürWiifrn- schaft, Kunst und Volksbildung Dr. Bölitz.
Rach dem Oberbürgermeister ergriff
ReichSminister IarreS
das Wort. Gr überbrachte die Grüße der Reichs- ixgliTung und fa'b-te folgendes aus: Kant gehört nicht nur der Wissenschaft, nicht nur der keine Dölke-grenzen kennenden Forschung, er gehört auch der Ration seines preußischen Stammes, des deutschen Volkes. Deshalb ist die heutige Gedenkfeier zugleich eia Ehr e n tag de s deutsch e n G e i st e s. 3n den Tagen der Rot und Schmach haben wir ein besonderes Recht, uns stoli auf die in unserem Volke ruhende Kraft au Minnen. Auch Kant war ein Teil dieser Kraft, war und bleibt einer der wettest leuchtenden Exponenten des deutschen Volkes, dieses Volkes, von dem einst Treitschke sagte, daß e8 so oft der Well den größten Mann des 3ahr- Hunderts geschentt hat, der in Kämpfen uiw Zweiseln das erweck-nde, erlösende Wort sprach. Kant gehört zu diesen größten.
Was ich hier als Vertreter des Reiches'be- i tonen möchte, das ist der ungeheure Einfluß den die Lehre dieses Einsamen auf die Auffassung vom . Staate ausgeübt hat und zwar in einer Zett, wo durch lleberspannung und Verfall des alten de- mokrat schen Regiments einerseits verschwommene Vorstellungen vom kosmopolitischen Glück, andererseits Der Sinn für daS eigene Volk und feinen Staat ins Wanken geriet Mit Recht wurde gesagt, daß Kant der erste große deutsche Philosoph gewesen sei,
dessen LebenSanschaumtg nationale» Gepräge trug.
Mit Recht hat man Darauf hingewtesen. wie Kant durch seinen kategorischen Imperativ seinem Volke Eisen in sein Blut gegeben habe. Ohne es zu wollen, ist Kant einer der stärksten Reorganisatoren eines zertretenen und zerfallenen Volkes geworden. 3hm Dafür an diesem Erinnerungstage zu danken, ist heilige Pflicht, um so mehr als wir dieses Geist heute mehr denn je nötig haben. „Wahre Politik kann keinen Schritt tun. ohne vorher der M o r al gehuldigt zu haben," sagt einmal Kant. Dieser Wahrspruch sollte die Richtschnur eines jeden Politikers sein, zunächst In unserem eigenen Inneren Kampf. Handeln wir danach, so I wird aus den entstellten Zügen unseres Parteienstreites der häßlichste Zug schwinden, denn die einfachste Moral gebietet uns, die Rot der Zeit einig und uns gegenseitig stärkend zu tragen und nur das gemeinsame Ziel vor I Augenzu haben.
Aber namentlich die den Deutschen noch feindlich gesinnte Welt möge aus dieser tiefen politischen Weisheit des großen Königsberger Denkers lernen. Die Politik, so schloß der Vizekanzler, die nach dem Friedensschluß gegen uns betrieben wurde, hat wahrlich der Moral nicht gehuldigt. Aber langsam regt sich auch hier das Weltgewifscn. Wieder stehen wir vor einem e.tt- scheidenden Kreuzpunkte der politischen Wege. Der Wegweiser zeigt zwei Arme nach entgegengesetzten Richtungen: Hier Befriedigung der Welt, dort Unheil und Selbstzerfleischung. Klar und warnend zeigt der Finger der kantischen Moral. Möge der | Geist Kants diejenigen leiten, die über die nächste Zukunft Europas und der Welt zu entscheiden haben."
Darauf dankte der preußische Ministerpräsident Braun
Dem Oberbürgermeister zugleich für das preußische Staatsml isterium für Die Einladung zum Kant- fest und sprach seine Freude Darüber aus. als Königsberger Kind daran teilnehmen zu können. Er führte Dann weiter aus: Der Friede, der wie eine. Persiflage des „ewigen Friede n 6* wirtt. Der Dem Weisen von Königsberg
1 als Ideal vorschwebte, hat schlimmste geistige und wirtschaftliche Rot über das deutsche Volk geb-aM Diese schafft den Rährboden für jene j 3c*xi L'nfrit urS Selbstze flcischung. durch die unser schwer notleidendes Volk jetzt ferne so stark gefchtr-al'tea Kr. fte erlchepft. Besonders die geistige Crttwick.ung eines Teils unserer QugenD gibt zu Den schwersten Besorgnissen Anlaß. Richt durch den Appell an die rohen Kräfte der Gewalt, sondern nur durch den Appell an Die Vernunft und das Recht und durchdrungen von dem Eatc- avrischen Imperativ unseres großen Immanuel Kant können wir in herber, von Furcht und Hols- nu g u: beeinflußter P.lichtcrsüllung und zäher A.btti tie geistige und materielle Rot des deutschen Volkes allmählich bannen und ihm den Weg zur Befreiung öffnen. Denn nur die so e kämpf c Befreiung gJbt die Gewähr für dauernde Befriedung, einer Befriedung, wie fte sticht nur das deutsche Doll, sondern mit ihn auch
fische Delegierte ist also vollkommen einig mit Dem französischen Ministerpräsidenten. Erst morgen wird Die Reparationskommission Kenntnis von der Antwort der französischen Regierung und von den Antworten der anderen interalliierten Regierungen auf die Entscheidung der Reparationskommission vom letzten Donnerstag nehmen. Dis dahin sei es nicht angängig, die französische Antwort zu veröffentlichen, auch könne man die Instruktionen nicht veröffentlichen, die Louis Darthou im Hinblick auf die kommende Diskussion erhalten habe.
Der „Onatln“ hat das Bedürfnis, feine gefolgert Mitteilungen über den. Inhalt der französischen Rote an die Reparationskvmmiffion und ihre Bedeutung abzufchwächen. Das Blatt schreibt über die Konferenz zwischen Poincare und Bar- thou: Der Brief, den Poincare an den französischen Delegierten geschrieben hat und der ihm am Samstag zugegangen sei. sei wegen der Feiertage gestern noch nicht Im Besitz des franozsifchen Delegierten gewesen. Poincarä habe ihm davon Kenntnis gegeben.
Nunmehr wilsr dir Deparattonskounuission genau, daß Frankreich keineswegs geneigt sei, auf feine Sanktionen zu verzichten, ohne etwas Gleichwertiges als Ersatz zu erlangen, und daß eS hinsichtlich der Konzessionen nicht unter den Betrag hinuutergehen werde, der ihm für die
Reparationen unerläßlich sei.
Heber die Methode hatten Poincar6 und Darthou ihre volle ileberelnftimmung feftgefleßL Wenn Die Reparationskommission die deutsche Regierung aufgefordert habe, die notwendigen Gesetze zur Ausführung des Sachverständigenplanes vorzubereiten ehe sie diese Pläne in ein Programm um- gewandell habe, so habe sie dem Geiste der Sachverständigenberichte entsprechend gehandelt. Die Sachve'-standigen hätten nämlich hauptsächlich vorgesehen. daß Deutschland der Reparationskom- Mission die Gesetzentwürfe übermitteln müsse, ehe fte dem Reichstag vorgelegt würden. Es sei also ganz normal, daß für die Gesetze, die sehr schwierig festzustellen seien,
Deutschland die Verantwortung deS Vorschlages trage und die Reparatious-Kommis-
, sion die Aufgabe der Kritik übernehme.
Was Die Empfehlungen an die alliierten Regierungen anbetreffe, so entsprächen sie Der allgemeinen Ansicht innerhalb der Reparations- kommission. Diese Ansicht fei: man muffe praktischen Konsequenzen aus Der Arbeit Der ©a$- verständigen ziehen ohne ^tt zu verlievAi. Die Einstimmigkeit. Die Darchau als Vorsitzender er- »ielt habe, sei übrigens einiger formalenKonzes s i o n e n wert und die Frage der Kompetenzen Der Regierungen w-rde erst zu gegebener Zeit präzisiert werden. D« Reparatwnskommif- fion werde übrigens die Sorge der Dervoll- funmnung Der SachverstanDigenbeiichte Spezialisten anvertrauen. Rachdem sie dir Gesetzes- Vorschläge Der deutschen Regierung erhalten habe und nachdem die Entscheidung der alfuetien Regierungen über die Sanktionen getroffen sei,
könnte sie den endgültigen Reparationsplan fest» sehen, mit der Sicherl'ett. daß er in einem ein* mütlgen HcbcreinfDmme.i ausg.führt ist.
Die britische Auffassung.
London, 22. April. (Reuter.) Die brttisch« Regierung wird wahrscheinlich Der ReporatwnS- kommission innerhalb der nächsten 2 ober 3 Tage antworten. Man ist der Ansicht, daß Die britische Regierung den Standpuntt einnehmen werde, daß Der Der ich t unteilbar ist und als Ganzes angenommen werden muh. Die gesamte Lage erscheint weiterhin ziemlich anfiar. Es ist nicht ganz deullich, wie sich die Dinge weiter abfDielen werden. Man ist in verantwortlichen Kreisen in London Der Ansicht, das Hauptziel müsse sein, daß Der Dericht angenommen unD
so rafch wie möglich in Wirksamkeit gesetzt werde. Wenn dies erst einmal geschehen fei, könnten alle anderen Fragen von den Alliierten ausgenommen werden. Der Sachverständigenbericht setzte keinen Gesamtbetrag für die Reparationen fest, daher bestehe im gegenwärtiger» Zeitpunkt keine Rotwendigkeit, Die Frage der interalliiertenSchaldzu erörtern. Diese Frage, ebenso wie Die Frage derS i ch e r h e i t e n könne später ausgenommen werden. In London ist bisher nichts über eine interalliierte Konferenz und eine Zusammenkunft der Premierin.nister bekannt. Sollte sich eine derartige Zusammenkunft als notwendig erweisen, so würde sie wahrscheinlich nicht vor den französischen llAahlen im nächsten Monat stattfinden.
Amerika
und das europäische Problem«
Ren York. 22. Apr il. lWD.) Präsident Evolidge teUte in einer Ansprache an Die .Associated Presse" von Amerika auf ih.em heutigen Wahres frühstück mit, daß er, nachdem eine endgültige Regelung der deutschen.Reparationen cin- getreten fei, Die ® i n b e r u f u .i g c t n e r n e u c n Weltkonferenz zur Erwägung von weiteren Defchränkungen Der Rüstungen und zu Kodifizierung des Völkerrechtes tcgünftigen teerte. Der Präsident erklärte, er fei nicht in der Lage, eine Formel zu vertun ten, Die Den Wellftteten garantieren würde: er aaB jeDoch Der Ansicht Ausdruck, daß gewisse Dinge getan werden könnten, um Der Well einen großen Teil Der Last militärischer Rüstungen abzu teh nen. D.e Washingtoner Konferenz habe vieles g tun, cm Eintrag und Wohlwollen unter Den Rationen wieder herzustellen: aber die Frage der U-'Boote unD der Luft- und Landstrettkiäfte sei teetterhin ungelöst. Präsident Evolidge nannte Den
DawrSberlcht
unübertroffen an Bedeutung seit Der llnter-eich- nung des Waffenstillstandes und ertavte, er vertraue daraus, daß sich der Bericht allen toter- elf letten europäischen Regierungen empfehlen werde als eine Mech-ode, durch die sie mtttels qegenfeltigen Zugeständnisses zu einer stabilen Regelung Der verwickelten und beschv>:rl-chen Reparationsproblems g<Un en könnten und daß ein derartiges Ergebnis Vorsorge treffen werde für die Wiederherstellung Deutschlands und für die größtmögliche Zahlung an an-
SietzemrAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Vrvck vitd Verlag: vrühl'lche UniverktS1§-vuch- uttö SteinDruderet H. Lange in Gießen. 5chriftleltung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7.
Annahme von Anzeiarn für die Tagesnnmmerlbl* zum Nochmütag vorher ohne jedeDerdindlirhkeltt Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtiidjS, aufwärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorfchrift 20"/,, Aufschlag. - Derantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Gange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für de» Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen


