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(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Donnerstag, (7. Januar (924
Ur. |4 Zweites Blatt
Reichsgericht und Reichsfinanzministerium.
Der Präsident des Hetfichen OixclonTe^je- rchchtF Dr De li D.-nni: 12H gibt der OeHcnt- lichten ein Schreiben des Richterverein« beimRcichsgerichk belannt. da», das Reichs- ftnammhiihe:iu n vor d.r Au'rechtcrl al-
tung des verfafsungSwi: rigen Auftoert ingsver- bot» warn! 2£ir e nehmen dem Schreiben folgende Ausführungen
Aach Zeitung Nachrichten erwägt die Reichs- teglrrunfl eine 2.'la’ n >me. durch Die eine 2Lri- rertung von Hnpcsthrien iund wohl auch anderer Oeldanspruche oerboten wer en fall. Der unterzeichnete Dorstand des Richterverein» des RetchSgencht» toürX* glauben, »ejen fern: Pflicht zu verstehen, wenn er untcrliebe. seine warnende Stimme t>'-gegen zu er!/ b.m
Rlemand wird bem Reich Ig. richt den Dor- wurt machen, das, er vorschnell rn > unüberlegt d e Gleichung Mark gleich Mark aufgegeden habe Langsam und vorsichtig du cs zunachit auf einzelne« Rechrtg Ihetcn die Rotwendigkeit einer Aufwertung anerkan it. Aber immer entschlossener und allgemeiner hat sich die neue Austastung leirchgeset : Don bekni- rcr Drdc.i- tung ijt die Ent schlang deS 5. Zivilsenats vorn 28. Rovern der 1923. i u im Gegensatz tem Schuldner die Delugnis abspricht eine bt besserem Geld begründete Schuld in entwerteter Papiermarkabzutragen und l t? Löschung der 5^- pvthek zu fordern Die zurückhaltende Art, wle diZes Urteil b.-grünbet ist, ist ein Zeugnis davon, wie sechr sich ler Senat iciner Deran.wcrtung an- «-s»chis der Tragweite der Entscheidung beim bl gewesen ift
Wenn der höchste GerKhtShvs des Reiches nach forgfältiger Erwägung des Für und Wider Mi einer solchen ®r
ist, so glaubt er vor der Reichs re giertmg er* •»arten zu dürfen, dast die von ihm tr:rtrctene Anpassung nicht durch einen Machtspruch des
Eesetz.ebe r s uw gestoßen w'r d.
Gestützt ift die Entscheidung aus den groben fcebmfen von Treu und Glauben, der unser Rechtsieben beb rrscht, gestutzt aus die 3r- lenntniS, dah ein fcm:i ■» Ze teilten an ter Darstellung. Mark sei gleich Mark, zu einem h chsten Mabe des Unrecht» führen würde, unerträg- ktch in ei' .m
(en war aber zugleich Uc Aufsas u ig dos Gerichts über das Mas; ter gebotenen Aus wert unz getragen wonach die Folgen der Geldentwertung angemcflen auf Gläud g t und Schalk-ner zu verteilen sind, dem Gläubiger also toenl.ift.ii6 für die Regel feine volle Umwertung auf dem Goldsukle zukommt.
Diestr Gedanke von Treu und ®Iaub*n steht anterbilb des einzelnen T-csches. auhrrhalb einer einzelnen positiv-rechtlichen Bestimmung. Keine Rechtsordnung, die diesen Ehrennamen verdient, flann ohne jenen (Grundsatz bestehen.
Darum darf der Gesetzgeber nicht ein Ergeb* nü, das Trou und Dauben -rbirtarisch for* bent, durch fein Machtwort vereiteln.
Das ist der Dednnkengang, der für das weite Gebiet der DeBentwcrtung-srage beim Reichsgericht immer al (gemeiner Eingang gesunden hat. Darum ist die Kunde von der geplanten geietz- geberischen Maimahme in den Streifen les Reichsgerichts mit Des remden auf genommen worden
Auch in der Tages- und Fachpresse ift scharfer Widerspruch erhoben worden. zu:n Teil gestützt auf die Behauptung, starke Einflüsse eigensüchtiger Art seien die treibenden Kräfte. E» ist dem unterzeichneten Vorstand eine ernste Sorge, die Rcichevegietung möchte, solch n Einflüssen nachgebend, eine Rechtslage oerbet- füh en, die gegen Treu und Glauben ver- stiehe.
6rne gesetzgeberische Matznahme. die die "Betroffenen schad gi kann sich vom Standpunkte des <T«ar.«en n^a,t,-gltch als unzweckmüstrg heraas- ftd.e.i. Der (?; uhr solcher Mi'gnsie kann kein Gr'e ged.-» entgehn. Ader ein lchwcrvr Stotz, nicht nue tur tei Ärschen der Reg erung. son.e.n für but Rechtög st h. im Tolk und für den Glauben an das Recht wäre es. wenn es dazu Lxnmea mätzte, das, emand, der sich im Rechtsstreit auf die mut g:«.tzllche Derlchii-t beriefe, damit vor den Gerichten mit der B.grüntu.-.g abgewiefen tourte, s.tne Derufung auf die DoZcheift verstotze gegen Treu und Giaub.n.
Schon ift in ter Oef1enilid>Ioit mehrfach und etndring.ich tie Frage etötlert worden.
ob nicht der geplrake Gmgriff selbst alS ein Derstotz regen Treu und Glauben, als unfitl* lich ferner unsittlichen Jol'.en weg.u, alS eine verfassun swidrigr Gnseigurmq, oder als ein?, dem Vetfa'sun7smätz:q geträtzrlristl'a Grund* satz der A.l ^rmemtzert dar Besteuerung ^>ahu* sprechende 6:euer, richlsunwirkf nn Ware.
Die crnfle GZahe einer solchen o! er ähnlichrn richterlichen Bruricilung der geplanten Dahnähme — audurch »a» höchste Gericht - besteht, und sie besteh' auch dann, wenn d e Regierung, unter dem Tnid ie au'g-teetenei Wider,tönde die ur- spiüng.ich geplante Schroffheit mtlbeiiO, die im Recht begründete Austoertung nur zum Teil verbieten sollte.
Der unter>eichnete Dvrstand bittet, dieses Bild vcn .ter Stimmung beim Reich-gericht so ernst, wie es g^-schildert ist, zu toärbiycn.
Aus Stadt und Land.
Sieben, den 17. Mannar 1924.
Molkercibctrieb inib Milchpreis.
Die jüngste Srhöhung des Klein Verkaufs Preises sü r Milch auf 32 Pf. für dar Liter, die infolge der Her lulseyun; der Molkereispanne von 23 auf 25 Prozent eingetreten ist, hat in den weitesten "Bürger- (teilen anseier Stadt Erstaunen und Mioer- spruch auSgelöst. In der Zeit der Preisabbaues and der erhrbiich gesrnklen Lahne und Grhälter wurde hier ein PreiSausbau vor- genommen, der für viele kleine K nder und alle schwäet'.iche Leute von den schw.rwiegendst-m Rachleilen gclDl.jt s.m Dis LandeS- DerNiflungeamt taS bt fer fünf razerti^m Erhöhung b'r Molk.reispaime zustimmle Ixil e> bis jetzt ebensowenig wie tir Molkereien für nötig g^halt'n, der OsfentlichLei! eine Aus- kl'irung über d i e Grunde des PreiS- aufbaueS zu geben. Diele» Schweig n tft geeignet, die M inang der Verbraucher aj bekräftigen. die dahin gebt, ditz die M alter eien in ihrer PreiSk i.kalalian wohl manhm Poften haben, der da» Licht der Oeffcnt nUX vertrage. Datz solche Uritile nibl gan; unbegründet sind, ersehen wir heute an3 der Zuschrift eine» unfercr Mllarb iter im Kreise Dietzen, in der unS mllgcteilt wird, datz In dem Dorfe des Derichlerftallers der Aufkauf und die Bezahlung der Milch durch zwei verschiedene Leute geschieht, von denen natürlich jeder feine Pro i an Wifitcc Unser Mitarberter betont mit Recht, dah durch d'.esrn doppelten Deschäslsgang die Belriebsunkosten der Molkereien ganz unnötig verteuert würden und datz der Aufkäufer der Milch diese doch sogleich auch bezahlen könne, wodurch man eine Verbilligung erziele. Gs ist unS natürlich nicht bekan tt. ob der Lmdes- reesorgnngZfl.l e vor ihrer b sremdlichen Snl- schliduna di: hier berichtete Geschäftsgepflogenheit im Mvlkereice re»b? gc enttnLtig wae. Sollte das nicht der Fall gewesen fein, so möge diese Mitteilung sie veranlassen, alsba d ein* Aende- rung ihrer milchvert u rnlien Enlschli tzunz vv'- zunehmen und den Molk.reien nahezu'.egen. durch
rationellere Gestaltung ihres Geschütz s- betrirdes tne Unkosten herabzumiadem <5# geht wirklich nicht an, datz eine gewiife Grsch ut^- zoiflgkeir bet einem Io üoeraus wichtigen Rah- rungsmittet wie dre Milch eins ach auf He Verbraucher aasgcfchlagen wird
Der Kleinbandclspre,» für Milch ist nach einer ergänzenden Tk-ri-biunj des Ministeriums für Xbeit und Dintchaft. die tn der heutigen .Darmstüdter Zeitung veew tentlicht wird, auf den Höchstpreis von 2 8 GoldPfennigen testge ert worden. Städte und Gemeinden können mit Genehmigung der Ministerialabteil ing für Omäbrung und Landwirtschaft aus betonbcicn Gründen einen höheren PmS betoilli^ri Bei unmittelbarer Abgabe von Vollmilch an den Verbraucher darf von dem Sr-eagcr der Preis 23 Goldpfennige nicht über steifen.
Die Aöch st preise für Land- und Mvlkereibulter sind aafgehoden.
•• D i e Staatsbeamten L R ulw werden da.auf aufmerffam gemach'., datz die Bezüge für bte 2. Ianuarhälsle Ipäteften» bis 19 Januar bei der Lande^-Est>bvIh^k-tbank ab- gehoben stein müssen 2lach di^em Tage sind einzige Rü^stände bei her Hauptsta-atskaNe zu erheben.
Landkreis dienen.
'Lich. 16 Jan 3m Jahre 1910 hatte sich hier aut Anregung des fürstlichen ForltratS Dr Dieffenbach ein Verein für Volksbildung gegründet, der dann der Rot der Zeil zum Opfer fiel. Der Verein hat vor dem Kriege eine rege und segensreiche Tätigkeit entfaltet Besonder» sei die reichdaltige Viblivthek ecwahnt, die ein Merk de» ehemaligen Vorsitzenden des Vereins ist 3n dankbarer An- cJcnnnna seiner Verdienste um den cbemalt.pn Vc.ein hat der jetzt ncugegrünbete Verein beschlossen. Zotstral Dr Dieffenbach zum Ghren Vorsitzenden zu ernennen Per neu- gegründete Verein für Volksbildung zählt bi» jetzt 130 Mitglieder au» allen Ständen der Bevölkerung 3m Lause dr» Minters werden einige Vollsunlerhal ungfabenbe stalistnden. G» find ein Hans-Tbvma-Abend, em Schubert- Abend. ein chans-Sachs-Aoend und ein Lacht- bilbert-ortiag über Entstehung und Entwicklung des Weltall» vorgesehen. Der Dorirage.rde ist der Studienral Dr. Z l ö r ck e aus Dietzen.
Giehener Strafkammer.
Diesten, 11. 3an 3n einer für den 22. August 1923 in Vilbel vom dortigen @c- Werkschaf tska r lell etrdrrufen n Veisamm- lung war einstimmig beschlossen worden, in dcn sogenannten
Schulstreik
zu treten, d. h die Dllern auszusordem. ihre Ä.nt'er nicht mehr in die Schule zu schicken, bl» d e Schulbehörde die Verfügung, durchweiche ein den po'itisch link» ftcfr.mtKn Kreisen nicht genehmer Lehrer zum RekUr ter Vilb.ner Vollsschale er- nar.ni worden war. rückgängig mache und eine den Manschen dieser Kreise cnlsprcch.-nder Lehr r zum Rektor ernenne. Der Mitangeklagte Arb.i ersekre- tär 3. R batte als Vorsitzender des Dewerk- sckxastskarlell» und Leiter der Versammlung, in der der Mitangeklagte 3- Ä. und andere als Redner erklärt hatte, alle übrigen Mittel seien erschöpft. eS Weibe eventuell nur der Streik, die Anregung, in den Streik ein’utreten, zur Abstimmung gelt acht. Am folgenden Tage wurde dieser Beschlust durch Anschläge zur Äemtni» der Einwohnerschaft geb acht. Troy einer noch am gleichen Tage bei der Bürgermeisterei elngetroffencn Verfügung de» Kreisamte» Friedberg, die am 24. Aug ist vo mittags bekannt gemacht wurde, hat der mil- ar g;flagtc Arbeiter F. S„ der bereits am 23. August den Streikbeschlust in den ©traben Vilbels bcLanntgemacht hatte, während die Bekannt-
machung der krciSeunt'.teben Verfügung noch im Gang war. in B.g.citl n *. lei mitangcliagten VX P . Lcr Trcmtxte 1 g id'.c gab, I t in.itge.na4M. ta‘ ter Streik ur ? .< !t.j uli Ve»b?'S ve^ch^r't tocikifcuur; Arn le l er Tage lamef fie an Ler Schule vor.er. wrd. :en b)i: vor Be- ginn de» Unierrichte oerfamme. e ib.lking*- fch. lcr auf. nach S'yau’e *.i g he Streik M unt trar.g.n toraui in te i Lchri faast in dem er» k\b er Ferih.ldungZunterr.ch: t cl1.. ein.
ib en tu» Eintreten in 2*-i Schalfaal nicht ae- flauet toi ttei nxir E. forderte tn der Älalfc VW Schüler nrchmal» auf. nach 5>aufe ru gehen und alt- Prvletaric.kinder nicht th.en Eltern in den Rücken u kille i Die vie An ^.klagten tnateii der An f. rd.rung »um Ung d am gejen OVetw und Anordnungen von chk-harden. E und Pf . u’-eilem les g m,t schasttich b ging.m.m ^.t»- friebensbruchs ang.-fitgt Aa> Q'r.m?' bet Betvets- aufnabme wurde t ö unb Pf nxg.n Art,sorde- ru:*g zur Begehung einer sttaflxaren Handlung g gen lai VolkSichulge'ev zu V e l d 't r a \ c n von zweimal je einer Goldmark bzw einer T c 1 d m a r k und w ge t ein'ach.-n chausfrre^enS- b.uchi zu zwei Vövchen bzw einer Doche Gefängni » verurteilt K und X wurden freigefp rochen mangel» etuireich-rnden Be- trei'e» und genügender <>e tltellung. ball Ite sich 1 j i*:r von toten In der Ikriammlung entfalteten Tä'.iglest kewustt waren, dadurch zu einer ftraf- l-Jten Handlung aufzuscrdem
Zu einer sch au»g -.biten Verbandiung. die rach einer »westägig n U iterorechung eilt am Ticnsiag. dc.i 15 3stnuar zu Ende g.fah.: werket tu. nie. g.stta tcte sich d Vcrhtirdlung gegen i en Cpliki Z Sch. tvn Schuhmacher K 2L and dessen Vater Th R. au« Schotten wegen qualifizierten 5orfltoibrrflanbei und gewerbsmäßigen Wildern s.
Sic waren am 22. 3ull 1923 nach der Feststellung ter Strafkammer in Demeinschaft M £b F von Schotten in ben Kirchl'crgZuxrld gcfkiugen, um toct »u wildem Mindesten» ein Gewehr und eine Pistole sich teu sie mit sich Aus ihrem Purschaang siiest ter Dräsl. Laubachlchc Förster M auf sie. forderte sie zweimal auf. die Hande hoch zu Helen. woraus die drei A tg klagten Deckung nahmen. wäh end F. mit fertigjema&em sichen blieb. Der Förster, bei b f.irchtcn muhte, von 5. über den .Kaufen ^sch-»Uc t *u werden. <1 b <uf 5 (inm Schu ab e bi I ti t tld) verwundete. Darauf fehlt ein ShneUkeucr auf den Zörfter ein, und zwar au» mehreren Was e.r und rcrfd»kbenen Richtung.n Wähle td Schl zugibl, aus einem später im Walde au ge u idenen Kara- l iner und einer Pistole etwa 10 Sch isse auf den Förster cbg geben ,u biben. um ibn zu vcrscheu- den. Leftteilen die bcit.it R.. überhaupt eine Hkiffe g h röt und geschossen zu hibin Zhic An- g'bcn ko nten insoweit auch durch tas Gutachten eines Sck).c'stachverständ g-.n nicht mit erlegt inerten. Dagegen wurden sie ebenfalls toi: Schi, der X.lt.rcl für schuldig befunden, da sie. wie feft- o.stellt toui'.e, am fraglichen Tage aus Rehwild gepürscht hatten. Bei Schl, und H. wurde die C’ctoerbemäb.lgteÜ ter unbeocchtig.en 3agbaj»- übung auf Grund der Beweisaufnahme bejaht. ed)L, ter ebenso wie K 21. mehrsach vorbestraft ist, tourte wegen Fvrstwiberstand» and g.-werbs» mähigen Miltern» zu cin:r ® e I a m t (t< a f c von t cei 3 abren DefängniS. K. R. wegen g?toerb»mäbigon Wildem« zu ein 3«hr Defa n g n i» und Th 21. wegen schweren 3agb» frevel» zu vier Monaten Gefängnis Der- urteilt. 2km der Anklage deS Forstwidersiande« wurden K. 2t. und Th Ä. frei gesprochen.
Kirchliche Nachrichten.
3fr. Religionsgemeinde. Gotiesb. I. Demeinbeh. Lonystr 4 SamStaa. den 19 Januar. Vorabd. 4 45. morg. 9 00, abd». 5.10 und 5 50. — 3fr. Religion»- gesellfckaft. Sabbatseier den 19. Januar. Freitag abd. 4 35. SamStag vorm. 8.30, nach m. 3 30, Sabbat- au«g.5 50. Wochcngottcsd - Morg. 7.00, abb«. 4.30.
Zwei Freunde.
Roman von Wilhelm Hegeier.
TI. Fortsetzung (Rachdruck a.rboten.)
Sie trollte ihm sagen, bah sie Schwester geworden sei, al» (i: von Liner Verwundung gehört hatte. 2lber es kam ihr so glrtchzültig vor und auch so . . . schamlos
.Woran ist ss: o gentlich gestorben?"
.An Schaäch: Sie hatte sich .den aufgrzchrt."
.Sie hat sich auigrzehrt. 3® äcknd wo liegt fie begraben?^
.Auf dem 3obanni»frtebbof. 2Bcnn du ihr Grab sehen willst, ich will dich g:m b.'gldien.**
.Wenn du mir nur den Wsz zrtzen to llst. Da» muh doch da brauhen fein, da hinter —"
.Du .Ifljmft eine Glektrilch? nehmen."
.Was, dnt Elektrische fährt dorthin? Seit toann?"
.6ic ift troH im Krieg fertig geworden "
,3m Krieg . . Ich war auch mal beim Bahn bau beschaliig:. In Rußland E» ist eine ziemlich schwere Arbe't."
.Da» glaube ich. Ich denle mir ta« furchtbar "
.Gott, mit man'» nimmt. 2Dcim» einem äuhertid) tchiecht geht, dann v.-tirirrt man in fern Inneres Dann träumt man sehr stark... von .. ."
Gr brach in ein zerfledertes Lachen au8, unter dem sich sein e genes Herz zusammenkrampf c. Ach. fände er doch ein ei iz ges gute» Wort! Sr streitze sie m't ei-em dürste id ä .gstllchen Blick: Hoffnu-g n, Wünsche, die unsinnig' t i Di ree fti • gen m ihm auf, zugleich mit der Furcht, sich pre-is- zugeben. 'ich zu verli rrn. Und fuhr dan.i fort:
.Man findet sich m t der niedrigsten Arb:it ab. Anfangs war ich gänzlich talentlos. 2ll»er mit der Zeil gebärt? ich immerhin zu den Mittelguten. SckLichlich bekam ich so eine Art Stolz. Rein, die forpeitid;' Arbeit ist noch nicht das Sckckimmste. Rur die 2!5chte in den 23aracken, toller Ungeziefer, an imib er gedreht . . . Man kann'» einfach nicht bescher b n."
Und ba-n uü.(!c er doch wieder in diesen Srinne.ungen. Sie hörte voll Wltertvillen zu Warum ewällte ec dies alles? 2Dollte er sie quälen? Ober war c3 wirklich so, dah seiner körperlichen auch ine innerliche 2k.än?c ung entsprach? Datz er abaestumvft war und alle feineren Empfindungen verloren bat.? Komte das f.ii?
Der Weg. den die b.iTen gingen, war mit Tflttcm aller Art bedeck!, fahlgelbe, uab dunkel- b aunen, die an den Rändern dicht gebiuft lagri, mittwe^S aber in e ne breiig? 2ttofie verwanbclt und mit dem Srdchaden schon halb eins waren. Ein Utter würz ger Geruch stieg von ichwn auf. Es regnete niet mehr, aber an den schwarzen Aesten hingen noch lange Reihen von Tropfen. An den Lträuchern zur S.nt: des Weges faulte:, einige weihe Beeren und zittcrlen fri: c ib silbrig graue Samrnla seln. Sonst waven alle Farben tu c n:m br u Nche, S.n r ei zu amme g flo 'e,, über dem schaler, fast berstend von Feuchtigkeit, der schaxtr7graue Himmel hing.
Gr sprach von de, ireth- t 2lächten in S Lürren. tro man manchmal in den Keller kroch, um nur eine halbe Stunde Schlaf zu ft.tbm. S e erwiderte, datz eS auch dun l: sch a, o e Rächte gäbe. Aber die ei jenen Worte raschelten ihr bün-, im Ohr.
Da fiel ihr Dl d auf einen freundlichen Schimmer. In ein'ger Srti.rnunz leucht tendic
sck.üanken Ruten eines HartrtegelstraucheZ rot, faf.ig und förmlich von F.ühli^sdult umooben. Hub im sclben 2lug<r.ib'li begann ihr verlorenes Herz sich lriederzufinden, und währerch e» schneller schlug, verlang'arnte sie tjre Schritte.
Umrahmt von diesem W.idengebüsch stand eine 23anl. An einem Herbstabend heimkehrcnd. hatten sie sich her niedergelassen, um di-e 2Doae feLn1ü<ttiger Zärtlich.ieit, die plötzlich über sie gc.ommen war. auSzukosten. Eng umschlui^en, 2Runb gegen 2Hunb gegreht, hatten sie dort gesessen wie ein Liebespaar au« dem 23vlk, und die leise Scham vor den n.ti-;i .rge.t Blicken batte die brenr.enbe Suhr ihrer Küsse nur noch getrürjt
2luch an den schwärzesten Tagrn kv mte Annle an dieser Bank „ich' vorübergehen, oh.re bah bte (Srinnevung eine Life liebkose-nbe 2DelIe an ihr öde» Herz warf.
Immer mehr verlanglamten sich ihre Schritte, gespannteste Erwartung li.h sie zögern, al» träte (ic gleich aus bem Grauen in etwas Au her- irdische», wo Düste und Blüten auf fie nieber- regncten . . und touhte, bah, trenn er jetzt sie nahm, sie kühle und sagte: Komm mit . . bah sie alles verlassen würbe . . . und stand tric g.lähnrt und glaubte zu fühlen, wie im nächsten Augenblick fein Ann sie umschlang.
Er hatte Ung'amer gesprochen, bann verwundert grttfcxteg.-n. Iah auf einmal bte 25anL erkannte sie wieder, an b c er sich so oft, an Ne er (ich gestern noch erinnert hatte . . glaubte, Annie träte von ungefähr, gedankenlos hier stehen geblieben, und dach'.e mit fuech hirer Bitter- feit, eS gäbe doch nich^ Grausameres al« das Vergehen einer Frau.
.Wollen wir umkehr n?** fragte er und batte sich auch schon umgetoanbt, In der Erwartung, bah fie ihm folgte.
Sie ging neben ihm her. immer noch mit kleinen Schritten, b ckle auf ihre Führt und ihre Führ hatten Mitlrib mit ihr. 21 un hatte ffce nicht» mehr. . .
Aber bann raffte fk fich doch noch einmal auf und sagte mit halb gebrochener Stimme:
.Du muht nicht denken, Hans, ich hätte dich vergessen . .
-Aber wer denkt denn da«? Ich doch nicht!" unterb.ach er fir, und seine Worte llangen. al» wollte er einen unvermuteten 21,griff obreren. Unb fuhr dann hastig fort: ..Wie kommst du nur darauf? Die Sache liegt ja ganz anbet». Ich kam gestern zu dir Ich wollte hören, wie'« bir gebt Ich war fe3>r aufgeregt. Ich hatte ja eben die Todesnachricht mc ner Mutter bekommen. Hoffentlich hast bu meine 2tufr?gung nicht mttz- verstanden. Ich hörte, e» ginge dir gut Du wärst verheiratet. Ich war rinen 2Romcnt über- ratcht, bah r» gerade Klaus war 2venn ich mich recht entftzure, konntest bu ihn früher nicht befonber» ( iben. 2lber M? Gefühl ändern sich. Auch ich habe mich verändert Vier Jahre — Krieg, Rot. 2lbent'u:r. brutalster Lebenskampf, ein schreckliches Leben aber ich läge bir. c3 springen da ander- G fühle heran#. als ich früher gekannt bahrt Vi-rklricht bri ich ixrrrobt. 2lber — ich kann da» nicht mehr emt>finben, was ich früher empfunden habe — Ach. verdammtd'
Er war bei ken let-trn Worten mit bem Arm durch die Lust gefahren, und der Stock war feiner Hand entglitten unb in ben Schmutz geflogen.
Fortsetzung folgt)
QUA UTA TSMARKEN
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