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Ör wünsche, datz Fraickrrtch sich endgültig mtt England verständige und dabei auch nicht die wirtschaftlichen rSagen auf)er Acht lasse. Aach seiner Ansicht forme man sich mit der englischen Arbeiterpartei, deren Führer Macdvnald ein aufrichtiger und kluger Idealist sei, ebenfo leicht verständigen tote mtt den Konservativen Das tragische und verbrecherische Mihverständnis, das gegenwärtig Frankreich und England trenne, müsse endlich beseitigt werden. Wenn man den Plan Rechbergs annehine, der daraus aus­gehe, die deutschen Industriellen durch die fron- zösischen Industriellen schützen zu lassen, werde man sich mit England veruneinigen, ja, man gehe einem neuen Kriege entgegen, da die deutschen Industriellen sicher nichts anderes zu tun hätten, als sich der Vormundschaft der fran­zösischen Industriellen zu entziehen. Herriot spracht über LoolsonS Vorschläge von einer grohen i n ternattvnalen Anleihe. Poincarö ent­gegnet. Eoolson fetie aber eine Herabsetzung der deutschen Schuld alS Kompensation für die inter­alliierten Schulden voraus. Alle Bemühungen nach dieser Richtung seien jedoch zwecklos ge­wesen. Zur Frage der Sachverständigenausschüsse bemerkte Herriot schließlich. sollten diese erfolg­reich rabeiten können, so mühten sie mit un­gebundenen Händen arbeiten können. Das sei keine Gefahr für Frankreich, da ihm der Ver­sailler Vertrag und die Repko alle Garantien gäben.

Einzelhandel und neue Steuern.

Derlin, 11. Han. (Priv.-Tel.) Der Haupt- auSschtah des deutschen Einzelhandels, der ein­zigen Spihenvrganisation des gesamten Berufs- standeS, nahm zu den wichtigsten Tagesfragen Stellung. Nne lebhafte DiSkassivn riefen die neuen Steueiwerordnungen hervor, darunter be­sonders die Bestimmungen über die Voraus­zahlungen zur Einkommensteuer. Trotz Anerkennung der Rotwendigkeit des Ausb'ingens des Steuerbedarfs des Revchs und der Bereit­willigkeit. nach Kräften zur Sanierung der Staatsfinanzen beizutragen. wurden die s ch e m a- tischc Relation zum Umsatz, die die be­sonderen Verhältnisse der einzelnen DirtschaftS- gruppen unberücksichtigt läht, und die Höhe Les Satzes, der in keinem angemessenen Ver­hältnis zur Derdienstspanne sieht, einmütig von -der Versammlung als

für den Einzelhandel untragbar befunden. Die Durchführung dieser bisher er­folgten generellen Regelung tourt» aufjertxm einen wesentlichen Anreiz zur Steuerhinter­ziehung bieten and die in erheblichem Um­fange gegenüber der auf 2l/s Proz. erhöhten Um- sahsteuer bestehende von der Steuer ni-cht zu kontrollierende Versorgung unter Ausschal­tung deS legalen Einzelhandels be- trächllich vermehren. Die neue Verordnung gegen denMitzbrauch wirtschaft lrcher Machtstellung wurde auf das lebhafteste be­grübt. zumal in ihr sinngemäh ein bedeutsames Mittel zur Verbilligung der Preise, ton ran der Einzelhandel das gröstte Interesse hat, gesehen wird. Die persönliche Vorstellung beim DeichstoirtschaftSminister gab den De­legierten Veranlassung, ihre besonderen Wünsche darzulegen, die unter den augenblicklichen Ver­hältnissen der Einzelhandel alS im wirtschaftlichen Interesse liegend zu fordern sich für berechtigt erachtet.

Der rheinische Metallarbeiter- streiN.

Köln, 11. Hin. (WTB.) Hebet den Kamps kn der Metallindustrie wird der .Köln. Zta" au8 dem Ruhrgebiet u. a. geschrieben: Die endgültige Entscheidung liegt nunnrhr in den Einzel­betrieben. Der Christliche Metallaicheiter» verband wolle an dem Kämpf: teil nehmen. Stic Konferenz des Ortsausschusses des Allgemeinen Deutsch.m Gewertschastsbundes mit baren b:r frettn Gewerkschaft der Metallarbeiter wurde nrch Elberfeld dnbtrufcn. Tag und Stunde der Ver­handlungen seien noch unbekannt.

In München-Gladbach wird in sechs Betrieben der Metallindustrie mit 450 Arbeite n und in 14 Betrieben der Textilindustrie geftrei't. Die städtischen Strahenbahner haben sich dem Streik- angeschlossen, während in den übrigen städtischen Betrieben nur einzelne Leute von der Arbeit fortblieben.

Die öffentliche Ruhe und Ordnung wurde bis­her nicht gestört.

Ein von der freien Gewerkschaft im Lause deS Rachmittags herausg^gedTnes F.agblatt forderte zum Gesamtausstand auf, ohne dah der Aufforderung bis jetzt irgendwie nennenswerte Folge geleistet wurde. Der belgische StreiSbefc- gierte verbot alle Dersamm ungm auf denen die Besprechung der Frage der Arbeitszeit er­folgen könnte.

Im Düsseldorfer Bezirk einigten sich die Kampfleitungen d-S sozialdemokratischen

Zwei Freunde.

Roman von Wilhelm Hegeler.

67 Fortsetzung (Rachdruck verboten.)

Aber nun bestand Hans darauf, auszubrechrn. Hnb alle Vorstellungen, alles Beleidigtspielen von Klaus vermochten ihn nicht umzustimmen. Aber als dieser schon verstummte, da war Annie es. da war es der to?id>.' Aufblick ihrer Augen mehr als ihre kurze Bitte, die ihn plötzlich fühlen lieh, bah dieses widerst.rn ge, quälende und demüti­gende Beisammensein dennoch ein Glück in sich beschloh. ein unentrinnbares, wehes und sühes Glück, die letzte linde Gabe des LebenS vor der grohon Gebe des Rimmerwtedersehcns.

Aber kaum Hatton die drei das Speisezimmer betreten, als seine Rachgiebigkeit ihn reute. Der strahlend erhellte Raum, der weih gedeckte Tisch mit den dreierlei Gläsern, dem blitzenden Silber, der feierlich bi der einem Stuhl harrende Diener. Klaus selbst, mit äuherster Eleganz geödbet und ihm mit der Handbewegung des Hausherrn den Platz anweisend das alles entfacht- seine Wut.

Zuerst gab eS eine scharf gewürzte Mokturtle- Suppe, darnach Hummer mit Watzonnaisensaucr. Hnb Hans, ganz dem Gedanken verfallen, bah es tr'tz allem emc Gemeinheit sei. eine freche Scham­losigkeit, dah dieser Mann, bet einmal fern Freund gowesen. ihm hier gegenüber sah, statt sich in Scham und Schani« zu verkrisch'n Hans, aus diesem ©ebanfcn auftauchend, merkte plötzlich, bah er statt deS Fischbestecks mit gewöhnlichem Messer und Gabel seinen Hummer verzehrte, und einen Augenblick ungetoih. ob er tauschen sollte, sah er. wie von der weihen Sauce etwas in fernen Bart

Metallardefterverbandes unb bic komm cuftstr scheu Betriebsräte. Die örtliche Kampftottung würbe durch 6 Mitglieder des Aktionsausschusses ver­stärkt unter der Voraussetzung, dah b efer seine Tätigkeit in jeder Form einstellt Im Bezirk Benrath-AeiSholz und in Denrath selbst ist der Aus standallgemein. Auch in Hil­den liegen alle industriellen Betriebe mit Aus­nahme eines TeMlwerkes still.

Der Beamtenabban in Prentzcn.

Berlin. 11. Han. (WTB.) Der Unteraus« schuh des preußischen Landtags (Beamtenabbau) erledigte den Abschnitt über die Ve r sehung in den einstweiligen Ruhestand. Die Vorlage wurde mit der Abweichung angenommen, dah bei Berücksichtigung der Famrlienverhäl.n sie in erster Linie die verheirateten weib­lichen Beamten in Betracht kommen fallen. Das bei der Versetzung in den einstweiligen Ruhe­stand zu gewährende W a r t e g e l b soll solange ruhen, als die wirtschaftliche Versorgung ge­sichert ist. Zur Sicherung einer möglichst gerechten Durchführung des Personalabbaus soll nach An­trag der Koalitronsparteien. welchem auch die Deutschnativnalen zustimmten, in jeder Provinz ein Schiedsgericht mit einem unabhängigen Richter an ber Spitze gebildet werden. Daneben soll noch bezüglich ter allgemeinen Durchführung des Abbaues eine Art Heberwachungsaus- schuh des Landtages gebildet werden Bei der Verminderung deS Personals sind die Arbeit­nehmer vor den Beamten bann auszu­scheiden. wenn sie im wesentlichen gleichartige Aufgaben erfüllen.

Kleine politische Nachrichten.

Reuter meldet, daß die in Scapa Flow ver­senkte deutsche Kriegsflotte demnächst gehoben werden soll. Die Kontrakte feien zwi­schen der Admiralität unb einer Bergungsaesell- schaft unterzeichnet worden. Es handelt sich um 68 Schiffe, von denen eine grobe Anzahl zum Abbruch verkauft und eine kleinere Anzahl für Hebungszwecke als Ziele Verwendung finden dürsten

Wie mehrere Blätter melden, ist im Reichs­ministerium des Innern ber Entwurf einer ReichSdienststrafordnung ausgearbertet worden, über den in nächster Zeit mit den Be­amtenvertretern Besprechungen geführt werben sollen.

In ber Berli ner S tad tvervrd- netenberfammlung legte ber gestern ge­wühlte Vorsteher Dr. Caspari fein Amt nie­der, weit die Deutschnationalen und Demokraten es abgelehnt hatten, an der Wahl des Vorstandes teilzunebmen. Die Sitzung, die sehr unruhig ver- Üef, mutzte vorzeitig geschlossen werden. Die Wahl deS Vorstehers wurde verschoben.

*

Rach dem .Vorwärts" wird Landtagsabg. M ü l l e r - Leipzig, Redakteur der .Leftrziger Volkszeitung", am Montag zum sächsischen Wirtschaf t S mini ft er ernannt werden

Aus Stabt und Land.

Sieben, bat 12. Januar 1924.

Die Elektrizitätspreise.

Die Direktion deS städtischen ElektrizitätS- werkes bittet unS um den Abdruck der nach- flebenben Mitteilung:

Angesichts des auf einigen Gebieten wenn auch noch geringfügig eingetretenen Abbaues ber Goldpreise wird auch oft die Forderung nach Abbau der Goldpreise für elektrische Energie erhoben. Hierbei ist in Betracht zu ziehen, dah der bisher erfolgte Abbau der Preise Wohl lediglich in dem Herabsetzen der infolge ber Papiermarkenttoertung oft bis auf mehrere hun­dert Prozent gesteigerten Risikozuschläge bei dem Verlauf elektrischer Energie nie emkalkuliert waren, entfällt also zunächst der Anlah zum Preisabbau durch Herabsetzung derartiger Zu­schläge bei den Strompreisen. Dab derartige Zu­schläge in den Strompreisen tatsächlich nicht ent­halten finb, geht auch daraus hervor, dah die Steigerung des Licht st rompreises bei­spielsweise von 45 Pf. vor dem Kriege auf z. Z. 55 Pf. wesentlich unter der allgemem eingetre­tenen durchschnittlichen Erhöhung ber Goldpreise gegenüber dem Stand von 1914 liegt. Bei den Kraftstrompreisen ist die Steigerung gegenüber den VorkriegSfätzen etwas erheblicher. Hier wird es auch jedenfalls möglich fein, unter Annahme des Fortbestehens der derzeitigen Wirt- schaftlichen Verhältnisse, noch in diesem Monat an eine Herabfetzung der Preise zu denken.

Da gerade in ber letzten Zeit einige kleinere Krastabnehmer dazu übergegangen sind, ihren Bedarf an elektrischer (Energie durch die Auf­stellung einer eigenen Kraftanlage selbst zu er­

zeugen, let Darauf hingewiefen, dah auf bte Dauer für kleine Anlagen die Erzeugung elektrischer Energie nie so wirtschaftlich und daher fo billig erfolgen kann, wie der Bezug der Energie von gröberen Werken zu stehen kommt Insbesondere muh als hauptsächlichster Mihstand bei kleineren ßigenanlagcii beachtet werden, dah die erzeugen­den Kraftmaschinen, sofern es sich nicht um Tur­binen handelt, du.ch die selbstverständliche erheb­liche Abnutzung ihrer htn- und hergehenden Teile weit bedeutenderen und kostspieligeren Repa­raturen ausgesetzt sind, als elektrische Motore mit lediglich umlaufenden Teilen. Hierzu tritt als weiterer Rachteil der Eigenanlage die stete Mög­lichleit. bei Störungen doch auf den Bcgug der Energie angewiesen zu sein, sofern nicht eine gänzlich unwirtschaftliche Reserve gehalten wird. Werter sind auch noch die Beschaffung der Be­triebsstoffe und die wesentlich schwierigere War­tung solcher Anlagen gegenüber den rein elek­trischen Derbrauchsanlagen zu berücksichtigen. Hnter diesen Hmftänben ist wohl anzunehmen, dah die derzeitige Aufstellung eigener kleiner Krasterzeugungsanlagen über kurz ober lang das­selbe Schicksal erleiden wird, das um bic Mitte des ersten Jahrzehnts unseres Jahrhunderts die damals mit groben Hoffnungen und in groher Anzahl aufgestellten Gasmaschinen getroffen hat, über die der Elektromotor in seiner einfachen Handhabung und hohen Betriebssicherheit einen restlosen Sieg davongetragen hat.

" Aus dem Staatsdienste entlas­sen wurde am 2. Januar ber ordentliche Pro­fessor in der juristischen Fakultät der Landes- Universität Giehen Dr. Leo Rosenberg auf fern Rachsuchen mit Wirkung vorn 1. April 1924 an. (Prof. Dr. Rosenberg, geboren am 7. Jan. 1879 zu Fraustadt t Posen, studierte Rechts­wissenschaft in Freiburg, München und B-eslau. Er promovierte am 7. Dezember 1900 bei der juristischen Fakultät der Universität Breslau und legte die grohe juristische Staatsprüfung am 19. März 1904 in Berlin ab. Am 22 Januar 1906 habilitierte er sich an der Universität Göt­tingen für bürgerliches, römisches unb Zioil- prozehrecht. Dort erhielt er ab 1. April 1911 einen Lehrauftrag für soziales Recht, insbesondere Arbeiterversicherungsrecht. Am 23. März 1912 kam er als auherordentlicher Professor für Zivil­prozehrecht. römisches und bürgerllches Recht an unsere Landesuniversität. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor erfolgte am 1. Oft. 1916.)

" Der Tag der Reichsgründung. Das 15. Inf.-Regt. schreibt uns: Am 18. Januar. 10 Hhr Dorrn., wird zur Erinnerung an den Tag der Reichsgründung für die im Standort befindlichen Teile des 15. Infanterie-Regiments (Regts.-Stab. Maschinengewehr-Kompagnis und Sicherheitskommando) ein Appell auf dem Hvw ber Zeughauskaferne stattfinden. Hierzu sind die Vertreter ber Behörden, sowie alle vaterländisch Denkenden, ganz gleichgültig, welcher Partei sie angehören, als Zuschauer eingelaben.

" Zum Preisabbau in Dietzen. Man schreibt uns: »Das Verlangen nach einem weiteren Abbau der Fleisch- unö Wurstpreise hat zu Verhandlungen geführt, die am 10. Jan. beim Städtischen OebensmiLtelamt ftattfanben. Auf der einen Seite standen die Verbraucher, vertreten durch die Führer der Berufsorganisationen ber Beamten und Angestellten, sowie ber Gewerk­schaften, auf ber anderen bte Vertreter ber Metz­gerinnung. Zwar hatten die Metzger schon am Tage vorher die Fleischpreise etwa» herabgesetzt, doch bestand auf der Gegenseite die Ansicht, dah dieser Abbau dem Sintern der Löhne und Gehälter auch im entferntesten nicht entspräche. Obwohl die Innung sich bereit erklärte, auch die Wurst­preise zu senken, unb obwohl man sich der schwie­rigen Lage deS Handwerks zwischen viel for­dernden Erzntgern unb Händlern unb wenig kauf­kräftigen Verbrauchern fei.te&regS verschätz, kam man zu ber einmütigen Ansicht, dah trotz alledem Wurst und Fleisch noch viel billiger werden müssen, wenn für die Gesamtheit auch nur einiger­maßen erträgliche Verhältnisse geschaffen werben sollen. Rur burch Erhöhung de? Angebot» scheint zunächst eine Preissenkung möallch Die Metzger versprachen tatkräftige Mitarbeit. Es soll zu­nächst einmal wieder hochwertiges Geftierfletsch herbeigeschafft werden. Die Verbraucherschaft muh aber bann mit dem Vorurteil gegen b eseZ Nah­rungsmittel In ihrem ureigensten Interesse brechen, denn nur dadurch, dah sich der Verbraucher an Gefrierfl üsch hält und damit die Rachfrage nach frischem Fleisch verringert, kann eine Preissenkung zustande kommen."

< Der Persvnenzugverkehr auf ber Strecke Frankfurt Darmstadt. Auf der Strecke Frankfurt a. M.Darmstadt verkehren nunmehr auch Personenzüge, die auf den Hnterwegsstativnen Reu-Is nburg Sprendlingen- Buchschlag. Langen (Hessen), Egelsbach, Erz­hausen, Wixhausen und Arheilgen anhallen. Pah- und Zollkontrolle findet in Reu- Isenburg unb Arheilgen statt. Diese Züge dürfen nur von solchen Reisenden benutzt werden, bic

träufelte, und ihm fiel ein, wie 2bmk' einstmals über diese Gerrnavenbärte, diese Speisclammem für Suppen- und Saucereste gescherzt halte. Ge­quält ah er weiter. Sein Kopf war von dem genossenen schweren Wein ganz dumpf.

Da Klaus sich wieder einmal nach feinqi KriegSabenteuern ertunbigte, erzählte er, wie fein Kamerad und ec. als sie beide vor Hunger schcur beinahe dcckirierten, auf dem Feld ein vers-cdete» und bereits ziemlich aufgett ebenes Rind entdeckt unb nach Verjagung der Krähen unb Hunde auS dessen bleckendem Maul die hartgefrorene Zunge herauSgemeihelt und in etwm Dlechtopf gekocht hätten. Sie hatte fo herrlich geschmeckt, dah sie, trotz allen Besürchtungen. davon krank zu werden, nach und nach die ganze Zunge vers<Uungen hatten Hnb war ganz verwundert, als KlauS sich mit blassem Gesicht zurücklehnte unb aufhörte zu essen. ES war mit seine schönste Erinnerung aus dem ganzen Kriege.

Aber dann versank er wieder in sein ver­stocktes Schweigen und träumte von weihen Schneefcldern, fo öde, Tod aus strahlend . ber warme Atem gefror sofort, indes doch in der Brust die Hoffnung wie ein prasselndes Feuer lustig fortglühte, von sommerlichen Landstrahen, diesen breiten schwarzen Strömen zermahlener Erde, über die vier, fünf Wagengdeise neben­einander liefen, von Kornozeaven, auf bic ber Himmel sein Amer und Licht h'munterströmte. von Svnnenu.ntergangSbrändcn. beten blaue tiefe Stille folgte, und in brr Brust das über Schmerz und Lust erhobene Gefühl, eins zu sein mit Staub und Gras unb Himmel im all mütterlicher Schoh.

Doch Arrnies Stimme störte ibn. ES war daS erstemal, wie ihm jetzt auffiet, dah sie mit ihrem

Marrn direkt sprach SS handelte sich um die Vriefe und Telegramme, die KlauS infolge seiner Rachforschungen nach dem Dermihten von den verschiedenen Behörden bekommen hatte. Er sagte, Hans müsse sie unbedingt lesen. Aber Wrnie er­widerte: warum eigenllich? Hans würde auch ohnedies überzeugt sein, dah er sich korrekt be­nommen hätte.

.Von korrekt ist nicht die Rede.-

.Wohl von Freundschaft?!^

Hnb tote Annie jetzt Klaus ansah. daS war ganz der höhnisch», erbarmungslos bemüttgende Blick, mit dem einst die kleine Annie den kleinen KlauS gekränkt hatte. . . nur dah sie jetzt seine Frau und er ihr Mann war.

Rach dem Essen ging Klaus dann doch hinauf, um daS Material zu holen. Die beiden waren wieder allein in dem grünen Zimmer. Hans ging unruhig auf und ab.

.Willst du wirklich fort?*

.Ja. Das soll ich hier?"

Annie lieh mutlos den Kopf sinken. Immer mehr war das Fremdartige und Abswhende von ihm abgefallen. Aber in demfelb-n Mah stieg in ihr eine Flut von Tränen auf. bic fie doch nicht weinen konnte und bte vielleicht nichts waren alS der Schmerz über ihre verlorene Liebe. Wäh­rend sie noch trostlos vor sich hinblickte, sagte sie:

.Hans, ich mutz dich noch einmal sprechen. Willst du?«

.Ratürlich trenn du wünschst «

.Sei morgen im Park an der groben Fontäne."

.Wann?«

tm Betttze des vvrgefchriebenen Paffe» sind, auch wenn sie die ganze Strecke Frankfurt a. Äl.Darmstadt ober umgekehrt durchfahren wollen. Rur die ohne Anhalten auf H.UertocgS- ftatrenen wischen Frank.urt a. M. unb Sanniiabt verkehrenden Züge können von Reisenden ohne Pah benutzt werden.

-Die Eröffnung der Palast-Licht­spiele unter der neuen Leitung brachte gestern ein ganz vortrefftiches Programm vor die Be­sucher. Kein Kinokctsch. sondern sehr gediegene Arbeit der Filmkunst ist es, vor der man da na­mentlich bei dem Film »Das alle Rest« steht Diesem amerikanllHen Film, der von einem über­aus eindrucksvollen Kapitel, vcn der nie enden­den mütterlichen Liebe, crzähll und mit seinen Feinheiten einer starken Schauspielkunst wunder bar ergreift, ist man alle Hochachtung schuldig: er gehört mit zu dem Besten, was uns seit langen' vor die Augen gekommen ist. Siner solchen Kino- kost möchten wir die allertoeitefle Verbreitung wünschen.

Bornottzen.

TageSkalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahn os ratze: .Der Ju'tizmoc-d von Venedig". Palast-Lichtsp'ele:3aS alte Vest". Astoria-Lichtspiele: .3m Kampf mi den Bergen".

Lageskalender für m n t a v Stadttheater: 3 Hhr .Die Heine Sünderin" unb 7 Hhr .Der Sprung in die Ehe". Lirtügshöhc 4 bis 7 Hhr Konzert. Lichtspielhäuser baSfette Programm wie am SamStag.

Landkreis Gjefte«.

* Lich, 12. Jan Die Betriebsleitung der Butzbach Llcher Eisenbahn hat ihren sämtlichen Beamten gekündigt. Die Hr- sache der Kündigung ist bann zu suchen, dah bk Vertretung der Beamten sich weigerte, dem neuen Tarifvertrag, den die betriebsleitende Firma L.nz & Co. durchsetzen wollte, zuzustimmen. Reber Aenderungen, übet die man sich einigen tonnte, sieht der neue Tarifvertrag aber auch solche vor. in denen die Beamten eine sehr empfindliche Verkürzung ihrer Rechte erblicken zu müssen glauben. So soll es der Betriebsleiterin zustehen, jedem Beamten zu jedem Monatsersten zu Hin­digen, während früher Beamte, die 10 Jahve tm Dienste der Firma standen, unkündbar bzw. nur aus wichtigen Gründen kündbar waren. Das Vorgehen. daS die Firma in anderer Beziehung öfters an den Tag legte, läht da für die Bahn, beamten keine guten Aussichten erwarten. Be­kanntlich ist die Reichsbesoldung jetzt schon sehr knapp. Während die Beamten der Bahn früher 90 Prvz. der Reichsbesoldung erhielten, sollen jetzt ihre Bezüge auf 75 Proz. derselben gekürzt werden. ES ist leicht einzusehen, dah in vieler Fällen eine solche Bezahlung für die Lebens­haltung direkt bedrohlich wird. Wenn man danr noch dazu nimmt, datz die Betriebsleiterin jeder Beamten um eine Gruppe in der Besoldung^- vrdnung zurücksehen kann, wird man die Erregung unter der Beamtenschaft der Duhbach-Lichei Eisenbahn verstehen. Das sind die Hauptpunkte, die zu den Beschwerden der Beamtenschaft Anlat gegeben haben. ES ist zu erwarten, datz in ber Angelegenheit noch nicht das letzte Wort ge sprvchen ist Da der Bahnbetrieb z. Zt. einen Heberschutz abwirft, können auch Grüride bei H nrentabllitä t für die harten Matznahmev nicht vorgebracht werden.

I Gt t ingshau sen, 11. Jan. Heute er schien endlich ber neue Fahrplan der Butz- bachL icher Eisenbahn, der den bringens- fiert Wünschen der Demeind«i entgegentommt. Auf der Strecke LichGrünberg verkehrt vom 15. ds Mts. ab wieder der Morgenzug, der 7.07 in Grün- berg eintrifft und von dort aus tmeber 8 33 Ltch erreicht. So sind die wichtigsten Anschlüsse an die Staatsbahn für unsere Gegend sichergefiellt Der früher 12J0 mittags in Grünberg abgehen e Züg wurde auf 1.25 verlegt. So wird der Anschsiitz an den 12.35 von Giehen abgehenden Zug, ber 1.18 tn Grimberg cintrlfft, abgewartet.

eu. Beuern, 11. Jan. Seit einem Jahre werden ab und zu Personen beS 5 ff entliefen Lebens in unserem Orte durch beleidigend c- Verse, die nachts angeschlagen toerben. an gegriffen. Run ist dieser Tage wieder em solche Gedicht angeheftet worden, das sich mit G e meinderatSmitgliedern befahl und diese mit den gemeinsten Ausdrücken angreift. Man hat nunmehr die Angelegenheit dem Gericht uir Verfolgung übergeben

Hessen-Nassau.

fpd. «Stenberg. 11. Jan. Man hat schon mancherlei Diebstähle in der RachkrregSzeit er­lebt und wundert sich eigenttich über nichts mehr Aber dah man hier eine Feuerspritze auS dem Verlieh hylt, sie wegfährt unb regelrecht nach allen Bräuchen der DiebeSzunf t stiehlt, den Ruhm darf unsere Stadt für sich in Anspruch neh­men. Die Polizei ist eisig hinter den Spritzen- Spitzbuben her, vermochte aber noch nicht, die ge ringste Spur zu entdecken.

^Hm zwölf." "

»Gut. Hm zwölf."

Er sichte sich Klaus kam mit einer grohen Aktenmappe. Hans mutzte daS ganze dick? Kon- bohlt durchfliegen und dachte nur: ja, er hat sich Sanz korrekt benommen. Auch den Trumpf hat er noch in der Hand. Womöglich soll ich mich noch für seine Mühe bedanken.

2I1S er geenöigt hatte, stand er auf unb sagte, er mühte nun gehen. Seine Miene war so finster und bestimmt, dah Klaus nur schwach? Einwände machte, während Aimie gänzlich ichwieg

*

2lls HanS die Reine Wirtschaft, tn ber er während der Ferien manchmal cingefebrt war betrat, erhob sein Freund sich von dem Tisch' am Fenster.

-Chicen Abend." sagte HansRun, tote war's?"

-2lch HanS," erwiderte Mt leite, und fern im ersten Augenblick bekümmertes Del ich: strahlte auf. .Ich bin ja ein Schuft fo trxiS zu denken. Ein so braveS Weibk"

.Das freut mich."

»Aber du. Ich habe schon gehört, bebte - das Fräulein Dewerth hat ja Deinen Freund geheiratet."

-Ja, gerade den. Mriietwegen," erwidert, er dem hinzugetretenen Kellner. WaS Si? wollen."

Er setzte sich dem Freund gegenüber, fo datz er den anderen Tischen, an denen ältere 5terrm Karten spielten, den Rücken drehte.

^Fortsetzung lolgL)