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Nr. 292

Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Donnerstag, Dezemnrr (924

Srage, die bcn Qlttronären 'Beranla a fl* leben hat. gegen die Veneralversamult -0»

chlüsse zu protestieren, ist die Umstellung

Tabelle hat folgendes Aus

verzeichnen die

durch Tüchtigkeit zu erarbeiten.

hg

cr Gerneindeverbänden un­

mittelbar ausgenommen oder mittelbar für diese

(Nachdruck verboten.)

15. Fortsetzung

gessen konnten.

(Fortsetzung folgt.)

Nennen HO 498 1108 1341

Boote 293

1836 4419

5432

1883/87 i. D.

1913

1923

1924

Eine starke

Ruderer 1173

8910

22091

27574 Achterren-

linien gelten für Au; dem, Gemeinden ob

Verordnung zur Folge haben werden. Diese Richt- icltcn für AuslanDSkredite, die von Län-

Die rote Kaschgar

Roman von Fedvr von Zobel tih

Aber Fretze gefiel sich nicht. Sie fand ihr Gesicht reizlos und ihre zierliche Figur zu fd)lant. Sie verstand Gerhart, daß er sie hatte schieden lassen, um eine Vernunftehe einzugehen. Doch da sie so sann, nahm sie ihn auch schon moral sch in Schutz. Wer konnte sagen, ob sie nicht selbst es gewesen war, die chn zu dieser Ehe getrieben hatte? Denn sie hatte ihn abgetoieien der Mutter zuliebe. . .

Eie muhte sich sehen, ein Herzzucken kam. Wer steht höher in der Lehre von den Pflichten: die Mutter ob.r der (Seli.bte? Sie war da­mals dem Gefühl einer sittlichen Notw.ndigieit gefolgt. Irrsinn umlauerte die Mutter, und er wäre ganz sicher zum Ausbruch g.kommen, hat e die Tochter darauf bestanden, den .Sohn des Mörders" zu heiraten. Es galt der letzten Lebens­möglichkeit der Frau, deren Schoß sie geboren hatte Es gab fein: andere Wahi.

Unb nun kam eine n:ue pathologische Wen­dung. Heber Rächt änderte die Mutier ihre verworrene Ansicht. Der Vater war ihr Im Traume erschienen und hatte zu ihr gcsprpch n. Mystisches drängte zur Wirklichkeit Aber die Wirklichkeit und die grob: Greifbarkeit d s Le­bens war inzwischen w iterge'chr.tten. D s Ver­löbnis Gerts mit Theda (Sei3bad) war bereis veröffentlicht, das verwunderliche Hvchzeies st stand vor der Tür, auch die Stoff.r für die Reife nach dem fernen Osten waren gepackt: es war zu spät.

Jedes Zuspät tragt Bitternis in sich Freye spürte die Bitterkeit, sie schwoll in ihrem H:rzm und legte einen faden Geschmack auf ihre Zunge. Gibt es eine Gerechtigkeit des Schicksals? Ist es wahr, daß eine göttliche Ordnung über d r Menschheit waltet? Die Mutter hatte ihr Glück gewollt und es doch grausam zerstört.

Es mutzte get" gen werden. In der .kleinen Sentimentalen" lebte eine ©roße: ein starker Frauenmut. Sie konnte emrfindangsweich fein und war zartnervig, doch sie verirr ich nie in der Schwermut. Sie trat imabä Verliehen Tat­sachen mit kräftigem Weltsinn entgegen.

Ihre Tränen waren getrocknet. Sie nahm die Lärermappe mit ihren Lehrbüch nm unter dm Arm und schritt rüstig durch das Dorf. Hm diese Zeit begegnete sie immer nur wen gen Menschen. Die Feldarbeiter hatten auf dem Aderland der Gemeinde zu tun, die Werkstätten der Schuster,

Turnen, Sport und Spiel.

Deutsche Fechtmeifterschaften.

In der Stadthalle zu Hannover wurden zum sechsten Mal^ die Meisterschaften des Deutschen Zechterbundes im Mann­schaftsfechten ausgetragen. Durch die Teil-

O Reue Richtlinien über die Auf» nähme von Auslandskrediten. Wie wir jüngst mitteilten, ha! das Reichsfinanzmint- steriurn Richtlinien über die Ausnahme von Aus­landskrediten durch Länder. Gemeinden und Ge­meindeverbände ausgearbeitet, die, wie wir jetzt hören, die demnächstige Aufhebung der vom Reichspräsidenten unterm 1. November erlassenen

nen. 1923 waren es 768, 1924 dagegen 973. Die Vierer ohne Steuermann lind um 22, die Einer um 59, die Vierer und Doppelzweier um je 10 und die Zweier ohne Steuermann um 18 gc-. stiegen. Das Verhältnis der Rennen in Gigs zu denen in Rennbooten ist von 1:21 vor Dem Krieg auf 1:6 zurückgegangen.

Wie die Schweiz Turnen und Sport fördert.

Di« Schweizer Bundesversammlung hat zur Förderung von Turnen und Sport beträchtliche Summen vorgesehen, die sich auf die einzelnen Verbände und für sonstige Zwecke wie folgt ver­teilen: Eidgenöfs. Turnkommisfion 18 000 Franken, zur Schaffung einer Turnschule 7000, Schweizer. Turnlehrerverein 90 000, Kantonale Lehrkurse und Lehrerturnvereine 32 000, Cidgen. Turnver­ein 180 000, Schweizer. Turn- und Arbeitersport­verband 20 000, Schweizer, kathol. Turnverband 5000, Schweizer. Futzball- und Athletikverband 40 000, Schweizerischer Landesverband für Leibes­übungen 2000. Insgesamt sollen für Zwecke der Leibespflege rund 400 000 Franken zur Vertei­lung gelangen. Außerdem will man einen sport­ärztlichen Dienst ein führen, für den ein besonderer Betrag ausgeworfen wird. Im übrigen werden die Bestrebungen zur Ertüchtigung und Hebung der Dolkskraft so gut wie gar nicht durch Steu­ern direkter oder indirekter Natur beeinträchtigt und gehemmt.

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Zunahme

Wirtschaft.

Zur Z^rage der Kapitalnmftellungen.

Während es in der Vorkriegszeit stets Auf­sehen in der Handelspresse erregte, wenn in Der Generalversammlung einer Ak tien- gesellschaft Prvtest zu Protokoll gegeben wurde, ist dieser Vorgang leider in der letzten Zeit zu den alltäglichen geworden. Wenn wir den Gründen hierfür nachgehen, so kommen wir sicherlich nicht zu dem Ergebnis, daß etwa Der einzelne Aktionär schärfer als früher der Ver­waltung auf die Finger sieht und mehr Bedacht auf die Wahrung seiner Interessen nimmt, als dies früher der Fall war, sondern das Ergebnis mutz Die Feststellung fein, daß die Verwaltungen es in der Inflationszeit verstanden haben, durch die verschiedenen Mittel, die ihnen zu Gebote standen, die Mach! in noch höherem Matze als bisher an sich zu reihen und rücksichtslos zu ge­brauchen.

Es sind zwei Fragen, die bei den Protesten immer wieder erscheinen. Die eine ist die Frage der Vorzugsaktien mit mehrfachem Stimmrecht, Die, geschaffen aus Der tat­sächlichen oder vermeintlichen Gefahr Der Heber- fremDung, jetzt dazu dienen soll, die Macht, Die sie ihren Inhabern verliehen haben, und zwar meist vermittels nur ganz geringfügiger finan­zieller Opfer, zu verankern. Hier bietet Die GolDbilanzierungSvervrdnung Den Stammaktionären noch einmal Die Gelegenheit, ihre Rechte zu wahren. Da bei der Abstimmung Über Die Hmfteflung Das mehrfache Stimmrecht ruht. Datz trotzdem mehrfach Der Versuch gemacht worden ist, durch die leider zu weiten Maschen, Die die Verordnung bietet, hindurchzuschlüpfen, lehrt Die jüngste Vergangenheit. Die anDerg

SchneiDer, Gerber unD Seifensieder lagen meist in Den Chvrhäusem nach Dem Hose hinaus. Ach Bäcker, Fleischer unD Krämer hatten keine offenen Läden, es gab keine Schaufenster, die Dos Auge lockten es herrschte in Diesem holländi'ch sau­beren genossenschaftlichen Heimwelen ein eintö­niges Leben unD bei aller ameisenhaften Geschäf­tigkeit Doch auch ein stiller Feiertagsglanz.

Ein tief unD höflich grüßender Bruder, einer aus Der Pjlanzschule der Missionare. Die jäh lich eine Anz hl begeisterungsfreudiger Männer zur Heidenbckehrung in alle Zonen sandte, glitt an 8rit)e vorüber. Hnd unwillkürlich wandten dabei ihre Gedanken jenem anderen Bruder sich zu, Der in so ritterlicher Weise ihr seine 3uneigung ge- standen hatte.

Wer barg sich hinter Dem Namen Dorotheas Fiedler? Das Aufs.hrrkollegium oder der Dceirat der Aeltesten mochte cs wissen, aber Der Mund Dieser Leute blieb verschlossen. Sonst webte nur der Klatsch um ihn. Der selbst hier nicht gänzlich verstummte. Es kam vor, dah Wel.flüchtlwge, Die vor Dem eigenen Gewissen nach Ruhe suchten, sich zuweilen m Den Kolonien der Herrnhuter aufnehmen liehen. Auch Otmar von Elstern, Dem Hrgrohvater Frey es, sagte man nach. Dah er ein­mal ein wilder Herr gewesen sei, ehe er seinen Frieden in Gott finden konnte. Mancher büßte unter Der S elenzucht ein D:rbrechen der Seele, mancher vielleicht noch Schwereres.

Aber in Den Augen Des Bruders Dorotheus lieh nichts Böses sich lesen. Freye fielen wieder die Schilderungen ein, die er am Morgen im Bethause von feinen Abenteuern im Kaffem- lande gegeben hatte. Auch auf Die schlichten Ge­müter Der Kolonisten unD ü>r einfaches Auffas­sungsvermögen wirkten sie aufrührend. weil un= willkürlich zwischen die Darstellung feiner Mi - fiondtätigtet! sich Dramatische Reize Drängt n und Die Sprache dann zu dichterischem Schwung sich hob.

Zweifellos, Dieser Mann war eine Perfön- lichke t Die aus sich heraus eine suggestive An­ziehungskraft aus übte. Hnd er liebte sie. Freye lockte aus ihrem Herzen wägende ©eDanten und Fragen. Was zog den Mann zu ihr, Der sicher- in ganz anderen Lebens an sch auungen aufgewcch- sen war als sie, der aus unbekannten Gründen eine gefahrvolle Missionstätigkeit übernommen hatte, bei der viÄleicht gerade Die Gefahren ihn

nähme der stärksten Mannschaften Deutschlands waren von vornherein scharfe Stämpfe und knappe Entscheidungen zu erwarten. Am meist:n war man gespannt auf Das Zusammentreffen zwilchen Dem Off enbacher Fechtclub von 1 8 ö 3 und dem Fechtklub Germania aus Frankfurt a. M., dessen Mannschaft der mehrfache deutsche Meister asrn » r führte. Zwi­schen ihnen mutzte Die Entscheidung lugen. S.lbst so bedeutende Fechlvereine, wie die von Hamburg, Dr 6jcn, Berlin, Köln St-.ttgart unD Hannover, waren nicht in Der Lage. Mannschaften gegen diese beiden Clubs zu stellen Das Ergebnis gab dem auch recht. 3m Florettfechten errarg wieder Germania Frankfurt a. M. die Meisterwürde. Die Mannschaft des S ge s bestand aus Casmir. Jack, M00S, Mil­ler und Schön. Die meisten Siege erfocht Easmir, Der deutfche Florettmeister leibst Im Säbelfechten verteidigte Fechlklub Offen­bach leinen Titel mit Erfolg. Seine Mannsch ft bestand aus: Lichtensels, Halberstadt, H. Thomson. Tahlmann, G - zzer 0 jun. Auch hier wieder errang Casmir d.e meisten Siege.

Neue deutsche Rekorde beim Münchener Schwimmfest.

Der deutsche Kurzstreckenmeister Herbert Heinrich (Leipzig) erzielte beim Schwimmfest in München über die kurze Strecke von 100 m in der Zeit von 1 Min. 2L Sek. und über die 200 m im Freistilschwimmen in der Zeit von 2 Min. 26 Sek. zwei neue deutsche Re­korde. Fräulein Reborn (Bochum) konnte im 100-m-Damen- Freistilschwimmen in der Zeit von 1 Min. 20 Sek. ihren eigenen Rekord er­reichen.

Ein weiterer deutscher Mersterschwimmer ausgespcrrt. Der deutsche Meister im Rückenschwimmen, Dahle in-Vreslau, ist vom Deutschen Schwimm- verband bis zum 31. Mai 1925 disqualifi­ziert worden, Da er gelegentlich einer Sieges­feier dem Alkohol nicht entsagen konnte.

Ein Jugendschwimmcrhcim an der Werra.

Das auS Mitteln des Deutschen Schwimm­verbandes erstehende Jugendheim wird sei­nen Platz an der Werra bei A 11 end 0 rf, bei dem Bahnknotenpunkt Eichenberg gelegen, finden und noch im Frühjahr 1925 eröffnet werden.

Wasserball-Länderspiel Ccfterrcirfj- Süddeutschland.

Zwischen dem Verband österreichischer Schwimmer unD Dem Kreis V des Deutschen Schwimmverbandes sind nach vielen Zwischenfäl­len die Verhandlungen zu dem Wasserball-Län- derkampf abgeschlossen worden. Die süddeutsche Mannschaft zeigt eine Zusammenstellung, die sich aus die Vereine aus München, Nürnberg, Hei­delberg und Darmstadt stützt. Ihr Dürfte Das Schicksal Der deutschen Auswahlmannschaft blü­hen, wenn nicht Der Mannschaft zu verschiedenen Spielen Gelegenheit geboten wird. Da sich die, österreichische Waslerballmannschaft nur aus Wie­nern zusammensetzt, wird jede deutsche Auswahl­mannschaft. Die sich nicht auf eingespielte Leute stützen kann, das Nachsehen hoben. Die süd- Deutsche Vertretung lautet: Blank (Nürnberg). Müller (Heidelberg) unD Stangl (München), Berges (Darmstadt), Tarnbosi (München), Meier (Nürnberg) und Bierhalter (Karlsruhe).

Internationales Wasserballtnrnier in Luxemburg.

Nachdem Die beteiligten Landesverbände ihre Genehmigung erteilt haben, wird die Wasserball­mannschaft des Kölner Schwimmvereins Rhenus" von 1897 am 20. und 21. Dezember d. I. in Luxemburg an einem internationalen Wasserballturnier teilnehmen. Außer dem ver­anstaltenden Schwimmklub Luxemburg beteiligen sich noch zwei französische und ein belgischer Klub. Gegen welche MannschaftenR h e n u « antritt, steht noch nicht fest, auch nicht, ob Die Deutschen

reizten, unD Der trotz fein?« tolstoischc-n Herab- steigens in eine (I n.re unD unbegrenztere Well keinen Aug.nblick fein G blut ve l ugnen lonnie? Aber hatte Denn auch Gert sie nicht cinmil seht lieb gehabt, der so grunDverschieDen von ihr wai wie Flamme unD Woss r, Der wie ein Sturm- toinD Durch Das Leben fuhr. Das sie in umschattete Ecken Drängte? Lag eine tiefere Wahrheit ir Der Anziehungskraft Der Geg nsätze? Ach Gott, was sollte Das Grübeln! Abschied nahmen ja beide nur daß der eine sich selbst gehörte und in Der F .ei heil ihr, und daß den an2>em seine Heirat band. . .

Das junge Mädchen bog von der ßanDftraßc ab in Den w.g ürzenden WicfenpfD Die W esen lagen noch in frischem Grün, die leiste M hd war vorüber, auf Der Grasstrppel spannen ein paar Geiler ihren Hanf zu Stricken und schnatterte ein Chorus Gänse. Aus Dem bunten Laubgehänge Des Anstaltsparks stieg der Mittelbau Des In­stituts mit dem Hhrturm klar in die sonnige Herbstluft. Auch Die Erziehungsanstalt gehörte Den Herrnhutern und wurde nach ih.en Grund­sätzen geleitet, unterstand jedoch nicht dem Ge- meinöerat, sondern einem besonderen Lehrkörper Der auf seine Hnabhangigkell hielt Freye war glücklich, dah sie hier e-nea Hnterschlupf gesunden hatte, Der in Die Gleichförmigkeit ihres Lebens eine geistige Abwechselung brachte Das Hau« war gewöhnlich bis auf die letzte Stelle beseht. Adel unD Bürgertum, auch der wohlhabenden Bauernstand schickte seine Töchter hierher, und dazu kamen zahlreiche junge Mädchen aus oft weiter Fremde aus den Missionen im Ausland, von der sibirischen Grenze, aus Wcstindicn, aus SXanaDa, Java und von Den hawaifchen Inseln Neben der blonden Norddeutsch n satz eine Kcev- lin, neben einer Dunklen Schönheit aus spanischen Geblüt ein mattbronz-färbencs Mädelchen aus Honolulu, neben einem westfälischen Rotkopf ein kleines, g kbes Mischgeschöpf aus Zentralamerika. Frche unterrichtete nur in Den Sprachen, blieb aber ost noch freiwillig in den Nachmittagsstun- Den in Der Anstalt unD las Den MäDchen klassische Liter aturstücke vor, während sie sich m:t Hand­arbeiten beschäftigten. Sie war der Liebling aller Die meisten Briefe, Die in ihre Einfamkei flogen, rüh ten Denn auch von ehern öligen Scht'Lo rinnen her, Die Die Schwester Freye nicht vev

Berliner Funkausstellung

'Bon Ing. O. Kappelmayer.

Im riesenhaften Neubau des Berliner Mefle- vmts unD Der Rudloindustrie wurde am F.eiiag in Anwesenheit d.s Reichspräfi Deuten unD Oberbürgermeisters Botz sowie der Spitzen Der Reichspostverwaltung unD Fachindustrie und Funlbastler- und Hörerverbänd. die grobe deutsche Funkausstellung eröffnet. In vier Mo­naten ist Der interessante, maurisch anmutende Bau aus Dem Laubenkolonicg lande am West- ende Eharlottenburgs unter Le tung von Prrs. Stranmer auS Dem Richt« fertig g worden: Eine deutsche Rekordleistung in amentan schein Stil. S«in Wahrzeichen ist Der 83 QILter höh' schlanke Maglrus-Eisenmast. Der Die schräg nach unten verein gtl_"-Antcnne trägt, den Stroh.er DeS neuen 5-Kw.-Rundfunksend rs, Der mit De- tekiorapparat und Derstärkec üb r ganz Deutsch­land zu hören sein wird Eitsprechende Ma­schinen-, Desprechungs- unD Appir.t räume sind vorhanden, wenn auch Die Besp echung Der neuen Grotzstation für Streudienst meist vom Doxhaus auS über Telephonleitungen gesch.hen w rD. F r Vorträge und Versammlungen ist em Audit 0 - riuin maximum als theaterartiger Rundbau mit aussteigenden Sitzreihen und einer Art Buhne vorgesehen, wo auch Die Einweihung statlfand. Aber alle« dies verschwindet vor Dem Eindruck Der Ausstellungshalle, Die ein noch monumentaleres Bild bietet als Das H ius Der Elektrotechnik in Lechz g Hier s nd rund 403 Aus­steller, an über 430 Ständen, Kojen und Tischen berteilt: unsere junge .Funk.ndu trie. Interessant ist besonders, Dah zu jedem Doppelstand eine schalldichte Koje gehört, ein buenos reliros, in da« sich Käufer und Vorführer aurückziehen Enn en. wenn sie einen Apparat von Dem jeweils dorgesehenen, säst aanz aperiodischen Antennen­gebilde von 150 Zentimeter Kapazität prüfen wollen.

Der Gesamteindruck war imposant. Wohl nie­mand hätte vor kurzem geglaubt, datz unsere Funkindustrie al« einjährig S Baby einen solchen Umfang besitzt und eine Fachausstellung zu­sammenbringt, Die Die größte Der Welt ist und Deren Ausstellerzahl jene Der September­schau in Neuyork toeit übertrifft. Qualitativ dominierte Der Eindruck eines ganz autzergcwöhn- lichen Fortschrittes gegenüber Der letzten Leip­ziger Herbstmesse unD einer mehr künstlerischen DurchDringung Der äußeren $orm. Die Pr ise scheinen sich endlich zum StanDarD durchzur i<g n und Der Schleuderet entsagen zu wollen: Das ist gut, denn Die enorme Billigkeit Der letzten Mo­nate in dieser Branche konnte ja nur auf Kosten Der Qualität gehen. Heute sieht man auf Der großen Radioausstellung neben vielfach sehr guten Einzelteilen auch recht hübsch ausgeführte und elektrisch wohldurchdachte Apparate von ein bis acht Röhren. Jedermann, auch Der Gegner Des Funkgcdankens, findet auf dieser Industrieschau Interessantes und Sehenswertes. Ich denke nur an die sehr geschickt arrangierte große histo­rische Ausstellung Der ReichStele - graphenverwaltung. Die sowohl Die Ent­wicklung Des Senderwesens von Knallfunken bis zur Hochfrequenzmaschine für kurze Wellen, als .uich Der Empfangseinrichtungen. D.4 Telephons, Des Stationsbaues unD der neuesten Verkehrs­mittel. RaDiozugtelephonie. Telephonverkeha mit fahrenden Dampfern. Funkeinrichtung der Lust- schifle unD Flugzeuge, drahtlosen Pe.ldienst. Fern- lenkbovtswesen. Hochftequenzvielfachtelephon e, RunDfunt längs Starkstromnetzen usw. GZ gibt soviel zu sehen unD auch Ricsen-Laulsprecher auf 1 Kilometer Entfernung zu Horen. Daß jeder Deutsche diese Ausstellung besuch-n solle. Deren vorbildliche Gliederung und Vollständigkeit einen vollen Erfolg verspricht.

noch weitere Wettkämpfe bestreiten. Seit zehn Jahren ist es das erstemal, daß deutsche Schwim­mer wieder mit ftanzöfischen und belgischen ihre Kräfte messen.

Die deutschen Verbaudsrcgattcu 1924.

Der Deutsche Ruderverband veröffentlicht jetzt eine Zusammenstellung über Die Entwick­lung des Regattabetriebs in Deutschland. Aus ihr ergibt sich deutlich Der starke Aufschwung, Den das Rennrudern bei uns

e l b st. Es bat sich herauSgestellt daß bei vielen Verwaltungen die Tend<mz vorliegt. Die Äapitalumftellung weit über ihren eigentlichen Zweck hinaus zu einer gründlichen Sanierung zu benutzen, und neben berechtigten werden viel­fach Scheingründe für eine schaZc Zusammen­legung hevangezogen. Sin großer Fehler scheint es zu sein, Daß die Verwaltungen bei ihre» Maßnahmen auf Den VörsenkurS ihrer Aktien schielen unD glauben, sie müßten Die Hmftellung so vornehmen. i\»ß Der Kurs ihrer Aktien, wenn nicht den P<»riwert übersteigt, so doch Ihn er­reicht. Die Erfahrung hat gelehrt. Daß diese Kalkulation falsch ist. Denn die Attionäre be> antworten Die scharfen Zusammenlegungen Damit daß sie sich von ihren Aktien trennen, und Die Folge ist eine schnelle Regulierung DeS Äurfä nach unten

Berechtigt sicherlich bis zu einem gctotfTen Grade ist Die Rücksicht auf die Rentabilitätsmöip. lichkeit. Hierbei wirD aber vielfach überleben. Daß die derzeitigen Geldsäye eine vorübergehende Cricheinung sind, und Dah wir in abiehbarer Zeit wieder zu Geldsäyen kommen müssen. Die von Denjenigen der Vorkriegszeit nicht wesentlich ab­weichen. Stellt man Den Gedanken Der Renta­bilität zu fthr in Den Vordergrund, so wird Die Zukunft ein schiefes BUD von her Prosperität der Deutschen Wirtschaft bring m. In der Vor'.rie^.A- zeit war es Der Stolz einer Verwaltung, trenn sic in ihren Bilanzen ihre Anlagen voll abg schri» ben hatte, und eS geht Darum die Tendenz Der Verwaltungen dahin, dieses Ziel bei D-n Hm» Teilungen ebenfalls zu erreichen wobei überleben wird, daß damals Die Abschreibungen t tsächiich verdient und somit die Mittel für Neuam fcßaffungen vorhanden waren, wenn sie auch km Betriebe mitarbeiteten Heute liegen die V-rhäli- nisse ganz anders: große Abschreibungen gehen auf Kosten Der Substanz, sie machen in der Zukunft normale Abschreibungen unmöglich, und wenn Die NotwenDigkeit der örn-uer .nt der 2Üi- lagen vorklegl, sind Die Mittel nicht vorhanden, Da sie als DividenDe ausgesch'üttet sind. Tatsäch­lich werden also in solchen Fällen Die Dem­nächst igen Dividenden aus Der Sub­stanz gezahlt und infolgcDcHen auch bei Dn zu erwartenden hohenEinkommenfteuern Diese von Der Substarz genommen.

In ben übertti.be -en Kapit .lermäßigungen liegt also eine gewaltige Schä digung der Derzeitigen Aktionäre. Diese ljaben etn Anrecht Darauf, Daß ihr Aktienanteil auf Der Nennwert gestellt wird. Der Dem tatiächlichen Be- standsanteil entspricht, irnD es lieg' heute mehr Denn je Der Verwaltung Die Pflicht ob, ihre Aktionäre, die vielfach unter großen Opfern die Inflationszeit mit D'.irchg Hilt n h (en, zu schützen. Bei Demnächstigen Kapllalcrhöhungen werden die Aktionäre nur zum geringen Teile von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen können, sie müssen ihr Vezugsrecht will g verkaufen und Die Käufer erhalten beim Bezüge Der neuen Aktien einen tocs-mlich groß r n Anteil an ben Unternehmen, als ihnrni g vührt.

Schließlich wird die Neigung, Das Kapital über Gebühr umz istellen, vielfach auch noch Durch ein außerordentlich egoistisches Motiv genährt. Je größer nämlich dec ausgewiesene Reingewinn ist, desto höher fallen die Tantiemen der Ver- Wallung aus Es ist ja auch wesentlich bequemer, Den Reingewinn Durch rin künstlich herunterge­schraubtes Kapital zu erh h.-n, als ihn- vor allem

Ser Kopf Der alten Frau sank vornüber, -ie geistige Anspannung wich rascher Erschlaflu- g. Katharin. kam. Sie war ein kräftiges Mädchen und geübt in Der Behandlung derFrau Mut­ter". Sie griff mit muskelstarken Arme, zu, um­faßte mit rundend.r Bewegung die Hag re Ge­stalt und trug fie nebenan in Da« SchU.fgernach.

Freye folgte ihr. Die Mutter hatte schon die Augen g schlossen, sie war nun willenlos Katharine legte sie auf Das Bett. Aber noch einmal bewegte sie Die Lippen.

Lieb KinDchen," flüsterte sie matt,Kathi soll mich in Schlaf lesen. Aus Wietschel« Morgen­andacht. Das Gebet von der ewigen Liebe, es ist das fünfte."

Ja, Machen."

Die Mutter lag nun still auf ihrem Lager. Freye nahm das Andachtsbuch vom Nachttisch, schlug es auf und gab es d.m Mädchen. Katharine letzte sich neben das Bett und b g nn sofort mit der Vorlesung mit eintönig buchstabierender Stimme, leiernd wie bei dem gemeinsamen Auf­lagen in Der Schule.

4.

Freye ging in ihr Stübchen, sich umzuklciDen. Das tat sie immer, bevor sie die Erziehungsanstalt aufluchte wo sie Den Mädchen englischen und französischen Hnterricht criellte. Sie rertaufdgt ihr schwarz's Kleid mit einem ebenfalls dunkel­farbigen, aber moderner zugeschnittenen. Nur das niedliche'weiße Kopfhäubchen mit den roten Bän­dern behielt sie auf. weil sie wußte. Daß ihr das hübsch stand. Etwas von der Eva regte sich auch in ihr. __

Dor dem Spiegec musterte sie aufmerflamer ihr Gesicht, als es sonst ihre Art war. E.n schmales Oval, anmutig in Den Linien und (ein­tönig in der Hautsärbung. Die Augur über- sonnten es Die Augen derSentimentalen", blau wie ein heller Märzhimmel, mit einem zarten Ausdruck von leicht nachgebender Empfindsam­keit. Das bet Tageslicht fast silbrig wirkende .Blondhaar deckte vorn das Häubchen und wer auf dem Hmteckops zu einem dicken Knoten geschürzt.

genommen hat. Die sehen:

Regatten