£jeißt\
Nr. 3wette§ Slatt
Eletzerm Anzeiger (Senerai-Anzelaer für Gverheffen)
ftranffurtn. M.
Berlin
In Timorten Prozent
Datum
Banknoten.
Schlutz. Kurs
7,12
43
49
6,25 9,75
8,37
23
19,125
1,40
18,25
3,85
1,5
8,125
2,40
4.2
79,1
7,25
11
9
10 8,75 5,5 9,75 11,25
6
11
6,2 27,2 39,25
1,10
1,75
2
7,25
0,5 0,6 9,65 U 2,1
2,95 7,75 2,90 2,25
0,323 0,535 0,430
1
0,190 0,400
20,5 3,40
6,25 7,37 0,35
7,80
11
2,25 0,350 0,290
Company in Papua, Bob, der über eins 25« jährige Erfahrung tn amerikanischen Pelr^iram- gebieten verfügt, erklärte, er glaube nicht daß Amerika über ähnliche Zukunfts Möglichkeiten verfüge. Es sei zweifellos, daß sich tn größerer Liese ungeheure Reichtümer an Petroleum zeigen mü&- ten. Der Bohrplah befindet sich 54 Meilen von Aitape.
* Die F orderungen der ost-ober- schlesischen Montanindustrie. Wie dem „Deutschen Handelsdienst" gemeldet wird, Hal fick den Forderungen der ost-oberschlesischen Montanindustrie zwecks Behebung resp. Milderung der Wirtschaftskrise in Polntsch--Oberschlesien jetzt auch die Polnisch-französische Grubengesellschaft angeschlosscn, die in erster Reihe die Einführung des Zehnstundentages dringend verlangt. Die Ber- mittlungsattron der polnischen Regierung mit der Berg- und Hüttenindustrie wird fortgesetzt.
P Börsen kirrse.
5% Deutsche Reichsanleihe . 4°/» Deutsche Retchsanlcihe . ö'/,"/» Deutsche Rctchsanleihe A-> Deutsche Rctchsanleihe . Deutsche Sparprämtenanlethe 4°/o Preußische Konsols . . . 4% Hessen...........
3W7o Hessen..........
3°/o Hessen...........
Dcuüche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Anwetsng.') <°/o BontflrTen. ........ 6°/o Goldmcxtkaner......
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank. Tarmst. und Naitonalbauk . Deutsche Bank.........
Deutsche BereinSbank .... Disconto Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichische Credttanstalt. Westbank............
Bochumer Guß BuderuS.......
Caro............ .
»-Luxemburg......
irchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln.....
Laurahütte...........
Oberbedarf «... Phönix Bergbau . .....
Rhetnslabl.....
Riebeck Montan.......
Tellus Bergbau........
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont-Guano Badische Anilin........
Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt..........
Gries! eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung.....
Rütgerswerke......
Wirtschaft.
Die Kohlenproduktion in Hessen.
Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaats Hessen weist für den Monat Juni 1924 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen, wurden gefördert 43 285 Tonnen, verkauft wurden davon 11 785 Sonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiterverarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 3200 Tonnen Braunkohlenbriketts, 1958 Tonnen Rahprehsteine. Linker Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschlutz absatzfähig: 18 937 Tonnen Rohkohlen, 3419 Tonnen Briketts, 4128 Tonnen Raßpreß steine, zusammen 26 484 Tonnen Braunkohlen unb Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 210 823 Goldmark.
*
• Wirts chaf ts schwierig keit en hessischer Betriebe. Die Ganden berg ersche Maschinenfabrik tn Darmstadt hat etwa 200 Abdeckern gekündigt. Man bringt diese Entlassungen in Zusammenhang mit einem gvohrn Patentprvzetz, den die Firma verloren hat. — Eine große Darmstädter Firma, deren Inhaber zu den größten Steuerzahlern Darmstadts gehört, soll, wie verlautet, unmittelbar vor Zahlungsschwierigkeiten stehen. — Die Firma Opel in Rüsselsheim hat 1000 Arbeitern gekündigt.
* Der Stickstoffmarkt im Juni. Der inländische Stickstosfmarkt war, nach Mitteilung des Stickstoffsyndikats, im Monat Ium, der Hahreszett entsprechend, still. Die heremgekom- menen Aufträge wurden prompt ausgeführt. Die Erzeugung war normal. Eine Preisänderung trat im Juni nicht ein. Die Stickstoffpreise für den Sommerbezug werden im Juli fortgesetzt werden. Im Aus lande war, der Jahreszeit entsprechend, der Martt für Stickstofsdüngemittel ruhig und nur Chilesalpeter wurde zeitweise noch in nennenswerten Mengen abgenommen. Der Markt für dieses Produkt war fest. Für schwefelsaures Ammoniak blieb die Stimmung gut infolge des vorteckhaften Preises, und es sind daher schon zahlreiche Dertaufsabschlüsse für das nächste Frühjahr gemacht.
• Deutsche H o lzverwert ung 21.=©., Frankfurt. Die erste G.-B. genehmigte wider - nlos nach Erledigung der übrigen Forma-
: Papiermarkbilanz, sowie die Gewinn- und Derlustrechnung für das erste am 31. Dezember 1923 ablaufende Geschäftsjahr und beschloß, den ausgeworfenen Reingewinn von 74,8 Billionen Mark auf neue Rechnung vorzutragen.
* Daimler Motorengesellschaft. Das Geschäftsjahr 1923 erbrachte einen Reingewinn von 45 191 Bill. Mark, der zum Ausgleich von Substanzverlusten benutzt werden soll.
* Preußische Pfandbrief-Dank, Berlin. Die o. G.-D. genehmigte den Geschäftsbericht für das Jahr 1923, die Dckanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung und erteilte 2luftichtsrat und Vorstand Entlastung. Eine Dividende wird nicht verteilt, sondern der Reingewinn auf neue Rechnung vorgetragen. Lieber die Geschäftslage äußerte sich der Vorstand dahin, daß, obgleich das neue Geschäftsjahr zur Hälfte bereits verflossen sei, es doch nicht möglich sei, über den weiteren Verlauf der Geschäfte ckgendwelchen Ausblick zu geben. Die eigentlichen Arbeiten der Firma haben erst vor ca. i/< Hahr begonnen. Eine Pfandbriefemission, die anfangs recht guten 2lbsah sand, geriet bald ins Stocken, da die Geldverhältnisse die Zurückhaltung wertester Kreise bedingten. Runmehr habe die Dank eine Emission lOprozentiger Pfandbriefe mit Erlaubnis der Behörde herausgeaeben und es habe den Anschein, als ob der Erfolg nicht ausbleibrn Werde. Im allgemeinen könne gesagt werden, daß, obgleich das erste Halbjahr nicht eigentlich produktiv gewesen, es doch gelungen sei, wenigstens die Linkosten wieder zu erhalten.
* Geschäftsverbindung Jun kers- Ford? Zwischen der Dessauer Flugzeugfirma Junkers und dem amerikanischen Automobilrn» dustriellen Ford hat nach einer Meldung der „Evening Post" eine Besprechung in Ltetrort stattgefunden, die die Massenherstellung von Metallflugzeugen in Amerika auf Grund der Iunker- schen Erfindungen zum Gegenstand hatte.
* Aussichtsreiche Petroleum- bohrungen im ehemaligen Deutsch- Reuguinea. In Teutsch-Reuguinea hat man an den Stellen, an denen bereits 1913 der deutsche Geologe Dr. Schlenzia Dohrversuche nach Petroleum unternommen hatte, in einer Tiefe von 70 Fuß Petroleum gefunden. Die Man- dated Development Company setzt außerordentlich große Hoffnungen, auf die Ergiebigkeit der OLlfelder, und der Leiter der Angla-Persian
Berliner Börse.
Berlin, 10. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Zum ersten Male seit längerer Zeit ließ man sich an der heutige nDörse wieder auf politische Erörterungen ein. Die englisch-französische Erklärung hat zunächst etwas enttäuscht, da man unter dem wiedevhergestelltem Einfluß der Reparationskommission an eine gedeihliche Durchführung des Dawesplanes kaum glauben kann. Die Deutschland-Reise des amerikanischen Staatssekretärs Hughes wird dagegen mit gewisser Befriedigung ausgenommen. Die Börse wird daher zur neuen Zurückhaltung veranlaßt. Be- fonders besorgt ist man im Hinblick auf die Haltung Amerikas, da man befürchtet, daß dieses evtl, offiziell sich an der Londoner Konferenz nicht beteiligen könnte. Das Geschäft beschränkte sich auch heute wieder hauptsächlich auf den Anleihemarkt und auf einzelne ausländische Werte. Besonders lebhaft ging es wieder am Markt der Kriegsanleihen zu, die bereits einen Kurs von 350- erreichten. Im wetteren Verlauf wurden diese Kurse jedoch gedrückt. Regeres Geschäft setzte ein in Türken- und in Russischen Anleihen. Der De- vis en martt liegt unverändert.
Märkte.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 10. Juli. Getreide war auf die Schuhzollvvrlage fest, obwohl die ausländische Konkurrenz im Augenblick wenig oder gar nicht ins Gewicht fällt. Auch Mehl etwas höher. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 141 bis 146, Roggen, märt 129 bis 137, Gerste, märk. 141 bis 150, neue J30 bis 138, Hafer, märk. 126 bis 137, Raps 230, Leinsaat 280 bis 290; für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,25 bis 24, Roggenmehl 14 bis 21,75, Weizenkleie 8,70 bis 8,90, Roggen-
tierung lautete auf 324. Bemerkenswert ist, daß neuerdings auch Stadtanleihen stärker in den Vordergrund traten und auch in diesen Werten rege Llmsähe erfolgten. Der Aktienmarkt konnte im allgemeinen von der vom Anleihemarkt ausgehenden günstigen Strömung nur im geringen ilm- fange profitieren, obwohl die politische Lage als bedeutend gebessert bezeichnet wird, nachdem die Pariser Konferenz befriedigend verlaufen ist. Am Geldmarkt waren die Zinssätze die gleichen. Monatsgetder l3/< Proz., Tagesgeld y4 pro Mille. 21m Devisenmarkt sind die Kurse Baum vrändert. Der französische Fcxrnk wurde mit 85,15 in Pfund- purität, und mit 19,65 in Dollarparität im Früh- verkehr gehandelt. Der Foeiverkehr lag völlig geschäftslos. Llmsätze wurden kaum getätigt. Man 'hörte Api 2,25, Decker-Stahl 1,37, Rastatter Waggon 1,87, Lisa 4,5, Drown Boveri 0,85, Growag 0,125, Krügershall 2,5. Im weiteren Verlauf schrumpfte der Verkehr stark zusammen, und eine Anzahl führender Werte wurden mangels jeglichen Interesses überhaupt nicht notiert. Der Verkehr in fremden und heimischen Renten flaut gleichfalls ab. Doch wurden hierin immer noch Llmsätze erzielt.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark au-gedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« York, Japan, Riode Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapett für 100000 Ein beiten, alle« übrige für 100 Einheiten.)
T elegraphif che Auszahlu ng.
•) Dom RuüzahlunLS'.r rrt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 10. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz: In- und ausländische Anleihen fest, Aktien behauptet. — Die gesamte Börsen läge zeichnete sich heule durch eine freundlichere Haltung aus, und lebhafteres Geschäft entwickelte sich auf beinahe allen Gebieten. Lin- verändert stehen in- und ausländische Renten im Mittelpunkt deS Verkehrs, die bei andauernd lebhafter Rachfrage neue, sprunghafte Steigerungen aufzuweisen haben. Die Kauflust, besonders für türkische Werte, nimmt zeitweise wieder stürmischen Charakter an. Bevorzugt waren Zvll- türten, Bagdad, Anatolier und Russenwerte, während Ungarn etwas in den Hintergrund gerieten. In gleicher Weise wandte sich die berufsmäßige Spekulation dem Kriegsanleihe markt zu, aus dem sich ebenfalls heute das Geschäft konzentrierte. Daneben waren auch die anderen deutschen Renten und'Bundesstaatsanleihen stärker brachtet und wurden im Kurs wesentlich Häher. Kriegsanleihe notierte anfänglich mit 350, die erste amtliche Ro-
Scheideanstalt......
Allg. ElektrizttätS-Gesells Bergmann........
Mainkrastwerke.....
Schuckert.........
Siemens & HalSke . . .
Adlerwerke Kleher ... Daimler Motoren. ... Heyltgenstaedt.....
Meguin..........
Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun MetallgefellnLaft Frankfurt Pct. Unton A.-G.....
Schuhfabrik Herz . . . Sichel...........
Zellstoss Waldhof.... Zuckerfabrik Frankenthal Zuckerfabrik Waghäusel
Berlin, 10. Juli
Amerikanische Noten . . . .. Belgische Noten........ Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oestcrr., 4100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten .
Schweizer Noten Spanische Noten .
Tschechoflowakische Noten . . Ungarische Noten
Sd)lu[ji Kurs
Schluß Kur,
Schluß Kur,
10.7.
9. 7.
10. 7.
0,310
C.315
0,310
0,565
0,550
0,555
0,430
0,415
0,450
1
1,05
1
0,190
0,180
0,200
0,430
0,420
0,440
-
0,650
—
—
0,530
0,540
—
0,560
0,510
4,2
4,2
4,2
—
79,1
79,8
7,3
7,4
7,25
—
33,25
35
20,6
20,13
21,5
3,45
3,5
3,50
6,25
6,6
6,50
7,45
7,70
7,50
0,3
7,8
8,1
8,2
10,5
—
—
2,25
2,20
2,25
0, 25
Ö,3
0,3
0,250
0,3
0,4
•
41,5
39,25
6,87
6,80
6.50
s
8.5
7,t>5
47,5
43,25
41,37
42,25
44
42,50
50
47,5
6,97
5,8
6,87
9,75
9,30
10
4
3,65
3,CO
7,5
8,25
7,75
22,62
23,625
21,9
18,5
18,75
17,5
29,5
30,5
32
1,3
—
—
18,12
18,30
18,40
3,80
3,8
3,9
1,5
—
8
—
2,25
2,50
2,40
—
7,60
7,40
10,90
11
11,13
—
—•
9,13
8,50
8,5
10,6
9,65
10,5
8,5
8,80
3,60
5,40
—
—
9,75
9,625
9,65
10,6
—
—
6
6
6
10,25
10,60
10,5
6,5
—■
■■
27
27,6
37
27,5
1,1
1,10
1,10
1,80
1,80
1,80
1,85
—
—
7,4
7,75
8,5
0,41
—
_
0,65
0,625
1,05
1
1
2,1
2,1
2,1
2,85
3
2,4
7,5
7,60
7,6
2,9
2,25
2,3
2,13
9. Juli
10 Juli
Repart.
Amtliche Notierung
Amtliche Notier r t \ Geld | Briet
Geld
Briet
9.
10.
Amsi.-Rott.
158,20
159,00
158,20
159,00
voll
voll
Brss.-Nntw
18,85
18,95
18,90
19,30
voll
voll
Christiania.
55,71
55,99
55.66
65,84
voll
voll
Kopenhagen
66,71
67,07
66,83
67,17
voll
voll
Stockholm .
111,22
111,78
111,22
111,78
voll
voll
Hclsingfors. Italien. . .
10,45
17,98
10,51
17,94
10,47
17,91
10,53
17,99
voll voll
voll voll
London. . .
18,165
18,255
18,195
4,19
18,285
voll
voll
Neuyork . .
4,19 21,375
4,21
4,21
voll
voll
Paris. . . .
21,475
21,12
21,52
voll
voll
Schweiz . .
74,96
65,46
75,94
75,635
76,015
voll
voll
Svanicn . . Wien in D-- Oest.'abgest
55,74
65,31
65,59
voll
voll
5,915
8,935
5,915
5,935
voll
voll
Prag . . . .
Budapest. .
12,275
12,325
12,31
12,37
voll
5,015
5,035
5,015
6,035
voll
voll
Buen.-Aires Bulgarien
1,335
3,02
1,345 3,04
1,335
3,02
1,345 3,04
voll voll
voll
Japan . . .
1,75
1,76
1,75
1.76
voll
Rio de Jan.
0,42
0,4'
0,42
0,43
voll
Belgrad . .
Lissabon . .
4,91 11,47
4,93
11,53
4,925 11,47
4,945
11,53
voll voll
voll voll
Geld
I Briet
Repart. °/a
4,19
4,21
voll
18,70
18,80
voll
66,63
66,97
voll
18,15
18.25
voll
21,38
21 18
voll
157,70
158,80
voll
17,83
17,94
voll
55,46
55,47
voll
5,99
6,02
voll
1,71
1.73
voll
111,02
111,63
voll
76,63
76,01
voll
65,16
55,44
voll
12,31
12,37
voll
4,91
4,96
voll
_____ Mtag, ft. Juli 1924
a&KMr HW, uaw—mw
flete 8.60, Viktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 12 bis 13, Wicken 12 bis 13, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 13,50 bis 14,50, Rapskuchen 9,80 bis 10, Leinkuchen 18 bis 19, Trockenschnitzeln 7,60 bis 7,80, Kartoffelslocken 19 bis 20 Mk.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. 2H., 10. Juli. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Es wurden notiert Weizen, Wetterau er, 17—17,25, Roggen, inländ., 15,75—16,25, Sommergerste für Brauzwecke 16,50 bis 17, Hafer, inländ. 16—16,75, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 28,50—29,25. Roggenmrhl 23 bis 23,75, Weizen- und Roggenkleie 8,75—9. Tendenz: fest
Frankfurter SchlaÄtviehmarkt.
Frankfurt a. M, 10 Juli (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Austrieb: Rinder 23 S:ück, darunter Ochsen 12, Färsen und Kühe 11; Kälber 865. Schafe 250, Schweine 1026. Cs wurden gezahlt für 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 50—58, mittlere Mast- und beste Saugkälber 40—48, geringe Mast- und gute Saugkälber 30—38; Schafe: Mastlämmer und Mast Hammel 30—35, geringere Mast Hammel und Schafe 25—30; Schweine: vollfl. Schwäne von 80 bis 100 Kilo 55—58, vollfl. Schweine unter 80 Kilo 48—55, vollfl. von 100 bis 120 Kilo 55—56, vollfl. von 120 bis 150 Kilo 55—56. Marktverkauf: bei langsamen Handel geräumt
Kirche und Schule-
Pädagogischer Kongreß München.
Unter dem Protektorate eines örtlichen Ehren» ausschusses findet vom 28—30. August 1924 in München ein pädagogischer Kongreß statt. 11. a. stehen zur Diskussion: Sinn und Ergebnisse der Reichsschulkonferenz. — Die Entwicklung der Schul- gesehgebung in den deutschen Ländern seit 1918. - Bolkserziehung durch die Schule. — Versuchsschulen und Schulversuche in den deutschen Ländern. — Höhere Schule — Aufbauschule. — Die derzeitige Lage der Mädchenbildung. — Die jrei< Volksbildungsarbeit. — Die Hauptreferate übernehmen die älniv.-Professoren Dr. Gg.Ke r scheu- ft ein er, Dr. Litt, Dr. Al. Fischer; ferner du Oberstudiendirektoren Dr. I. Bauerschmidt, Dr F. Karsen, sowie Dr. H. Gähner, Landesschub Inspektor Wien, und Frl. Dr. Gertrud Bäumer, Ministerialrat u. R.-A., Berlin. Auskunft erteilt Dr. Mann, Rosental 7.
7 Biicherlischt
— Adelheid Weber, „A n der Grenze (Engelhorns Romanbibliothek 37. Reihe, Band 17/18). Droschürt 1,50 Gm., in Ganzleinen geb. 2,50 Gm. — Adelheid Weber hat sich schon durch ihre in Engelhorns Romanbibliothek erschienenen Romane „Äber den Tälern" und „Die dumme Ruth" einen großen Leserkreis erworben. Ihr neues Buch schildert in meisterlicher Weise den Kampf einer edlen Frau zwischen aufflammender Leidenschaft und treuer Pflichterfüllung. Lebenswahr treten uns die Persönlichkeiten entgegen auf den Gütern Ostpreußens wie in Berliner Künstlerkreisen, fein beobachtet und scharf gezecch-- net Ein sehr empfehlenswertes Buch.
— Ricarda Huchs 6 0. Geburtstag Am 18. Juli ds. Is. feiert Ricarda Huch ihren 60. Geburtstag. Daß eine Frau eine derartige Stelle im geistigen Leben eines Volkes inne hat, wie.Ricarda Huch, ist ehre große Seltenheit, und an dem Llngewohnten dieser Situation liegt es auch wohl, daß die wahre Bedeutung dieser Frai erst einem kleinen Kreise auf gegangen ist. Mar kennt sie wohl als Lyrikerin und Erzählerin, aber die geistige Bedeutung ihres Gesamtwertes ist noch längst nicht nach Gebühr in das Bewußtsein des Volles gedrungen. Es ist daher eine sehr be» grühenswerte Tat der „Schönen Literatur", bei von Will Vesper herausgegebenen kritischen Monatsschrift, daß sie in ihrer Iuninummer eine groß- angelegte Auseinandersetzung mit dem Werke Ricarda Huchs bringt.
Kirchliche Nachrichten.
Ise. Religionsgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 12. Juli. Vorabd. 7.45, morg. 8.30, abds. 8.50 u. 9.30.
Isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 12. Juli. Freitag abd. 7.50, Samstag Dorrn. 8.00, nachm 4.30. Sabbatausgang 9.30. — Wochengottesdienst: Morg. 6.15, abds. 7.15.
Der Alte aus Topper.
Roman von Hanns von Zobelüh.
13. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Llm elf LIHr ist man mit dem Gefühl der Sicherheit in den Wällen von Spandau. Ihre Majestät haben befohlen, daß ein kurzer Aufenthalt genommen wird. Der biedere Herr von Kottwih soll Kaffee bereit halten lassen. Vorzüglichen Kaffee.
Darm soll es weiter gehen. Gen Rathenow.
Aber als man wieder einfteigen will, gibt's eine Mordskonfusion. Die Equipagen sind durcheinander gekommen. Riemand findet beim unsicheren Schein der Windlichter seinen Platz.
Mancher will ihn vielleicht auch nicht finden. Lvttchen Lasow trippelt in ihren hohen Stöckelschuhen auf dem schlechten Pflaster an der langen Wagenreihe entlang. Llm des Himmels willen, nur nicht wieder mit dem langweiligen Lehndorff und der süßen Tettau zusammen I Irgendein anderes Plätzchen muß sich doch finden. Hier guckt sie und dorten in die geöffneten Schläge. Alles ist überfüllt. Hier und dort winkt man ihr. Rein — Reim Schon hat sich die große Galakutsche der Königin in Bewegung gesetzt, die Wagenreihe beginnt sich zu lichten. Die Lakaien löschen die Windlichter aus, schwingen sich neben die Kutscher, sitzen hinten auf. Eine abominable Dunkelheit. Rur ein paar Soldaten leuchten noch mit ihren, qualmenden Fackeln.
Da — endlich — eine Halbchaise. Und es beugt sich jemand heraus: „Mademoiselle. . - Mademoiselle de Lasow I" Oh, wie komisch er den Warnen radebrecht.
Sie zögert doch, rümpft das feine Rüschen. „Marquis, eine halboffene Chaise. Es wird kalt in der Rächt."
Er lacht. „Wir haben gute Couvertüren." „Es darf nicht sein, Marquis —"
„Ich beschwöre Sie, Mademoiselle! 'Linker meilwm Schutz! Parole dHonneur! Lind die Rächt ist dunkel. Auf der nächsten Station tauschen Sie den Platz."
Sie sieht sich um. Wirklich, sie hat keine Wahl. Llngeduldig scharren die Gäule. Die Halbchaise ist fast die letzte im Zuge, dahinter folgen nur noch Gepäckwagen.
Mit einem plötzlichen Entschluß rafft sie zierlich den Rock, seht das Füßchen auf den -Schlag. Er faßt sie um die Wespentaille, hebt sie wie eine Feder neben sich, legt ihr seinen Seidenmantel fast zärtlich um die Schultern. Mon Dien — es fröstelt wirklich, das süße Ding, fast wie Mama Camas vorhin fröstelte. So fahren sie in die du alle Rächt hinaus. Auf Rathenow zu.
,Peut-on etre aupres du rosier
Sans en pouvoir cueillir la rose? Cueillissez-la si vous voulez, Car c'est pour vous qu'elle est Meiose.'
* * *
Drei Tage war's nach der Llnglücksschlacht bei Kunersdorf, da zuckelte im langsamsten Schritt ein Leiterwagen auf dem Sandweg nach Topper. Born saß neben dem allen Leichholzer Kutscher, der sonst nur die Herrschaftspferde fuhr, ein Musketier in arg mitgenommener Montierung, anstatt des Hutes eine blaue Zipfelmütze auf dem Schädel. 3m Wagen aber lag langausgestreckt auf Stroh und ein paar Bettstücken der Stabs
kapitän Zabeltitz vom Regiment Zastrow. Dann und wann drehte sich der Soldat um, obschon ihn jede Bewegung zu schmerzen schien. Wußte doch nach seinem Ofsizier sehen. Schlimm genug stand's. Schlimmer, als es zuerst den Anschein gehabt hatte, am Morgen noch der Schlacht. Da hatte zwar der .Herr Cvthenius, Leidmedikus Seiner Majestät, auch den Kopf geschüttelt; dann aber doch eftimiert, daß der Herr Stabskapitän vorsichtig transportiert- werden dürste. Wohl zum dritten Mal mußte der Marzanke das dem alten Oeichholzer Herrenkutscher erzählen: wie sie abseits der großen Straße, der verflixten Russen wegen, erst nach Matschdorf gefahren, den nächsten Dag nach Groß-Gandern, darauf nach Leich- holz. Ein Glück noch, daß er, der Marzanke, all die versteckten Waldwege so gut gekannt hatte und daß sie überall treue Seelen getroffen, die weiterhalfen. In Leichholz natürlich, bei der gnädigen Herrschaft, da war's am besten. Wär' vielleicht a;n allerbesten gewesen, so der Herr Stabskapitän dorten in guter Pflege geblieben. Aber der hatte immer, immer nach Topper verlangt. Ja, und seit gestern war nun das Fieber dazugekommen. Kein Wunder freilich, wo der Verband schon den dritten Tag lag . . .
Der alte Kruse schüttelte den Kopf dazu. Das waren Zeitläufte, Gott soll sich erbarmen. 3n Leichholz hatten die Russen auch gehaust wie die Heiden. Die Kos-cken oder Kalmücken oder wie §as Volk hieß. Die gnädige Herrschaft freilich, die wäre noch so mit ’nem blauen Äug' davongekommen. Das machte nämlich, weil der gnädige Herr doch ehedem österreichischer — östreich- feber, sprach'S der Kruse aus — Rittmeister gewesen, in jungen Jahren. Hatte sich die alte .Uni
form angezogen. Lind die Oestreichschen zogen doch mit den Reußen einen Strang. Mords klug von dem gnädigen Herrn — das —. Lind überhaupt, wer könnt' es wissen, am Ende wurden teil’ alle noch österreichisch oder gar reuhisch Denn mit dem König — nach der Schlacht — nämlich —. Lind er spuckte kunstreich aus, grade zwischen den beiden Pferdeschwänzen hindurch.
Darauf begehrte der Marzanke auf. Solch dummes Zeug verbitt' er sich. Oesterreichisch odei reutzisch! Da müßte denn doch noch viel Wassei die Oder herunterlaufen; soviel Wasser, wies überhaupt nicht gibt. Lind nach der Schlacht?! Ter Fritz habe schon andere 'Bataillen verloren, fei immer wiederum obenauf gekommen. Das wär' nun mal nicht anders: mal siege der und mal der, wer aber zuletzt siege, darauf käme es an. Lind das ist unser König So wahr ein Gott im Himmel. Ins Halseisen stecken oder krumm schließen vüfte man jeden Hundss'tt, der daran zweifle. „Lind siehst du, Kruse, als wir von Reitwein abkutschte ten, da hatte Vater Fritz schon wieder eine ganze Armee um sich. Soll mid> der Deubel bei lebendigem Leibe holen: ein paar Wochen, und die Reußen and die Oester- reicher haben feste Dresche gefriegt —"
Dann sah er sich wieder nach seinem Offizier um. Wälzte sich in den Kissen, der Herr Stabskapitän, die Hände im Stroh verhallt, baß Ge- sich dunkelrot, die Augen groß offen. Aber fte starrten und glitzerten, als ob gar kein Verstand mehr dahinter. Heut morgen hatte der Kapitän ihn, den Marzanke, noch erkannt, jetzo war bad auch vorbei.
(Fortsetzung folgt. 1


