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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mit Flettners Windkraftschiff auf der Ostsee.

Don Elise v. Hopffgarten.

Doch klingt die 5reube über die glückliche Heimkehr unsere- tapferen ZepcelinführerS Dr. Eckener in un8 nach, als schon ein neuer froher Tagerster Ordnung" angesagt w rd. Es gilt mit F'ciincrs Windkraftschi f von Kiel aus einen Abstecher in die Ostsee zu machen Wir sollen den Mann kennen lernen, dem es gelungen ist. 'än seit 1000 Jahren unergründet gebliebenes Problem zu lösen den Mann, der der Mensch­heit die Windkraft in einer Weise dienstbar ge­mach! hat. daß die Segestch.f fahrt dadurch trci: ins Hintertreffen gerät, und in Zukunft vielleicht ganz andere Dahnen einfchlagen must Don nah >ind fern eilt die deutsche und ausländische Preise, einheimische und fremde Reeder und Maschinen­bauer herbei, um der ersten praktischen Vorfüh- rung einer vollständig anders ausgelverteien Daturkrast beizutoohn-.n Schon der Vorabend ist ein Erlebnis. Das seit der Auflösung unserer Kriegsmarine ganz verschlafene Kiel, das erst neuerdings zu einem Handelshafen aufgepäppelt wird, reibt sich die Augen, als es das Heran­strömen der t> Jen Gäste mitten im Winter sieht. War es Zufall, daß gerade die Germaniawerst in Kiel ben Umbau des schweren Segelschoners in ein Rotorschifs üb.'rnahm, damit auch Kiel sich wieder einmal als Hafen zrigen konnte? Wie dem auch sei, alle Hotels find überfallt. Da das Wetter sehr d.e'ig ist. sieht man besorgte Ge­sichter unter den Gästen. Wird uns Anton Flettner bei dieser völligen Windstille sein Werk auch zeigen können?

So bricht der Morgen des 3. Dezember, der Ehrentag Anton Flettners an. Dec Er­finder ist ein Selsmade-Mann Einst, als er ein geborener Frankfurter noch die Schulbank scines Gymnaslums drückte, als halbMÜchsiger Bursche, machte er auf einem Segelschiff eine Reise nach Australien. Dast es keine lachte Sache ist, sich als Schiffsjunge die Welt anzusehen, hat er wohl auf dicf.m Abstecher ersah en, denn er kehrte bald zurück und wurde später, nach beendeter Aus­bildung, Dorsschulmcister in einen ll.inen Ort im Taunils. Auf b efer Reise aber hat er die ersten Prak ijchen Erfahrungen im Umgang mit Will) und Wellen gemacht Sie kamen ihn zi-g:te, als er bann sein Luftruber erfand bas während des Weltkrieges an etwa 600 Flugzeugen eingebaut wurde. Das Flettnerruder, das neuerdings auch als Ruder zur See auf groben Oz^anschiffen. wie dem Hapagdampfer2llbert Bail n",Deutsch­land" und anderen Verwendung f nbrt, beruht auf dem Prinzip der Steuerung einer grosten Fläche durch eine tleine Dom F.ettnerruder. bei den^die große Ruberfläche selbst w eher durch ein kleines Ruder in der Strömung versdJlt und bxinflustt wird, gelangte Flettner zu seinen Plänen und Versuchen tn Der Götiinger Aerodynamischen Ver­suchsanstalt. Wie er dort die Slofflogel zuerst durch starre Aluminiumsegel und Windnrühlen- flügel zur besseren Ausnutzung der Windkoaft und zur Derm.nberung d:r widersbr benden Luft- sch cht, der sogenannten Grenzschicht, zu ersehen suchte unb schl.estlich zu der Entdeckung kam, dast dies Ergebnis nur durch rotte erde Zylinder er­reicht werden könne, ist inzwischen genügend be­kannt. Ein kleines Boot im Wannsee, das mit einem Papierzhlinder versehen war, dea ein Uh--- werk in Rotation versetzte, war vielen Seglern in diesem Sommer wohl gelegentlich becejnel. Diemand ahnte, dast sich hier eine groste ^Erfin­dung vorbereitete.

Es ist 11 Uhr morgens. Gott Pluvius schüttet das liebe Himmelswos ef h?rab. dast es nur so eine Art hat. Aber die Leute vom Flcttnerkonzern, soweit sie noch an Land sind, läch.ln nir An on Flettner sJbst ist schon auf seinerBuckau" mit fernem St_be vorausgefahrm, und wir eilen an Bord der uns aus dem Seebäderd.enst dec Hapag wohlbekanntenBabbmdey", die als Beqleit- dampfer h nausfähct, damit das Rotorschifs sich frei den Gästen zeigen kann. Kapitän Blanert begrüßt die zustromendea Passagiere ei em freudigen Blick in den Augen: auch sein Dubben- dey hat heute einen festlichen Tag Es sinv an 1000 Personen an D)rd. Man erblickt d c Di­rektion des Germanischen und des Britischen Lloyd, der Germania- und der Dallanwerft, der

Hamburg-Sübameritanifchen Damvffchiffahrts- ges^ll'chast Der Dordbeutsche Lloyd hat Kap.tän König gesandt, der während des äHttttrieaes mit feinem U-Bvot-HanbJSdampser oie kühne Fahrt nach Reuyork wagte. Das Museum für Cchstsahrtskunde in Rotterdam, die Reederei Vinnen, die die größten Segelschiffe der Welt besitzt, die CtinneSreberei, der Kieiec Dichrklub, kurz, alle find sie vertreten. DieDabbendey ' läßt ihre sonore Stimme ertönen, wir machen los und dampfen vorwärts.

Dos Wetter Hal sich etwas gelichtet, so dast wir Kiel mit feinen fpitzen Türmen, die ei er e Dvgrmb üde über den Katfer-Wil elm-Kanal unb die Ebllahrt zur Holtenauer Schleuse noch gerade erkennen können. An Bord entwickelt sich bald ein reges Leben Eine kräftige, echt feemänni ch zubereitete Erbsensuppe mit Sped erwärmt bie Gäste, halb aber wir haben eben bie an ber Tür des ersten Offiziers angeschlagene Zeichmn-g der neuartigen 6ig lalbällc und -breiedc studiert, durch b.e dieBuckau' sich mit ber Mitwelt verständigen will er ont ber Fernruf:Tudau liegt ein Strich nach Bord voraus." Al.eZ eilt nach vorn. Weih erglänzen bie 15 Meter frohen und etwa 3 Meter stark n Witibtürme vor uns. Wir sehen beutlich, wie sie sich brefren, unb ohne Zuhilfenahme ber kleinen schwachen Hil Smotoien eilt bieBuckau" auf uns zu, unb zieht am Steuerbord vor uns vorbei. Aus der 5'api?än- brüde erblicken wir Anton Flettners frohe, schlanke Gestatt. Mit einem lauten langnaachallenben Hurrah wird er von den Passagieren les Bue« öenbey begrüßt. Leicht und sicher drehen ffch die Rotoren, und wir können deutlich beobachten, wie das Schiss sich durch Hmftetten ber eiben dreht, achtern an uns vorbeisteuert unb nu t gegen den Wind segelt. Vor dem älm'.xiu derBuckau" wog ifr.e schwere Takelage 35 000 Kilo unb erforderte eine Bedienung von etwa 100 Mann. I.tzt be­trägt das Gewicht der ganzen Anlage ein chl.rh- lich des Antreibmotors nur 7000 Ädo, die Ro­toren ol.ein wiegen 2000 Kitt), und ein einzi er Mann kann das Schift regieren. Der durch das Rotieren der Zylinder erzeug e ilrrterbrud tre b. das Schiff vorwärts, und gerade im S.urrne soll es sich im Gegensatz zum Segelschiff gefahrlos forttetoegen können. Aber schon der schwane Wind genügte, um zu zeigen, wie leicht unb sicher Anton Flettner mit s inem Windkraftschiff manövericren konnte. Roch ei anal glitt die Buckau" an uns vorbei, bann eilte sie mit eigner Kraft dem Kieler Hafen zu, wo sie schon längst angelegt hatte, als wir am Quai festmachten. Run würbe bas Schiff gezeigt, was aber des großen Ansturms halber nur gruppenweise ge­schehen konnte. Wir sah n bie bechen sich brehen- den Türme nun ganz in ber Rcihe. Sie bestehen aus innen versteiftem, 1 M.llimeter dickem Stahl­blech und sinb auf einem im Schi fsmuern fest- veranlerten Pirot auf zwei Gleitlagern gelagert. Man zeigte uns auch die beiden EtLk.rom-tto.ei, die nur über eine Höchstleistung von 11 Kil w tt verfügen, unb über ein Dieselaggregat gespeist werben. Die sinb im Innern des Pirots angeoib» net und haben nur die Ausgabe, die Winb.ürme zu drehen. An den Anöl.ck des eigenartigen Schifies hatte man sich bald gewöhnt Vie.e er­innerten sich ja noch ber Zeit, als ber er'le Pferd - lose Wagen vor dem erstaunten Blick r-orbri- fteuerte. Alls sieht auf derBuckau' so sch.icht und so einfach und so selbstverstänblich aus, daß man die feste älebrrzcugung g-ewinnt. hier ei c Erfindung gcs hen zu hab n, der man mit Recht eine große Zudr ist v. r ussag n kana: mig cj fr ber geni 4? Geist Anton Fle tners iwch diese und jene Veränderung n u b Derbe eru gci vo.ne - men. Roch Lange mußte b r iüi) e Ers.nber den Ansturm seiner Gäste an Bord S a.ib halten, die ihm immer wieder die Hand drück e.i und ch n beglückwünschen wollten. E. <b r, ter tricht gern viel Worte macht, antwortete nur:Ich freue mich, baß ich ein Deutscher bin."

Hochbesriedigt eilte in der Ab nddämmerung jeder fettem Hotel zu. unb bald hat der O-Zug nach Hamburg und Berl n die vielköpfige Zahl ter Gäste entführt. Ki l <.ber träum: von seinem Befreier, der es bald aus seinem Dornroschen- schlaf zu neuem Leben erwecken w.rd.

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Die Schlacht bei den Falklandinseln.

Don Kapitän S. cl D. v. Waldehe r- Hartz.

Am gestrigen 8. Dezember waren zehn Jahre vergangen, seit Graf Spee mit dem mhmreichen Kreuzerg?schwader nach schwerem Kampf das Ende eines ganzen Mannes, den Tod eines Helden gefunden hat. Die Gefechts­stärken der beiden Geschwader, die sich bei den Falklandinseln gegenüberstanden, waren der­art unterschiedlich, daß der tragische Aus­gang für die deutschen Kreuzer von vornherein sicher stand. An Wasserverdrängung zählten die Briten insgesamt 71 000 Tonnen, wir nur 33 500. Das Geschohgewicht einer Breitseite der Briten betrug 7552 Kilogramm, bei und 2032, so daß also im Artillerickampf eine 3,7- fache rleberlegenheit bestand. Hinzu kam fer­ner, daß die britischen Großkampsschifse eine um drei Seemellen höhere Geschwindigkeit, wesenllich stärkeren Panzerschuy und als schwerstes Kaliber das 30,5-Zenttmeter-Ge- schüy aufwiesen, dem aufScharnhorst" und Gneisencm" nur das 21-Zentimeter°Geschütz entsprach. Angesichts dieser mehr als ungün­stigen Derhältniste muß es als ein Wunder, oder vielmehr als ein leuchtendes Beispiel deutscher Tüchtigkeit bezeichnet werden, daß die britischen Schiffe nahezu fünf Stunden brauchten, um ihren billigen Sieg zu errin­gen. Bei Eorvnel, wo das Stärkeverhältnis der deutschen und der britischen Linie nach dem Geschoßgewicht der Breitseiten gemessen wie 1,5:1 bestand, hatte es nur 52 Minuten ge­währt, bis die englischen Schiffe völlig nie» dergekämpst waren. Das sind Zahlen, die eine einwandfreie Sprache sprechen. Sie be­weisen nicht nur, daß unsere Schießausbildung erheblich überlegen war, sondern daß vor allem auch das deutsche Schiff eine wesent­lich festere und gründlichere Durchkonstruktion aufwieS. ES ist hundert gegen eins zu wet­ten, daßScharnhorst" undGneisenau", mit 28-Zentimetcr-Kanonen bestückt, ihre Geg­nerInvincible" undInflexible" bei den FaMandinseln ebenso schnell erledigt haben würden, wie sie am 1. Rovember bei Co­ronelGood Hope" undMvnmvuth" zur Strecke brachten. Als Beweis hierfür möge die Tatsache dienen, daß dieInvincible" bei der Falklandschlacht nicht weniger als 25 Treffer erhalten hat, darunter zwei in der Wasserlinie. Die Geschoßwirkung des deutschen 21-Zenttrneter-Geschützes reichte aber nicht im Entferntesten aus, um bei den schwergepan­zerten Gegnern, die im Gegensatz zuScharn­horst" undGneisenau" Großkampfschiffe dar­stellten, eine tödliche Verletzung hervoczurufen. Rechnet man ferner noch hinzu, daß die Briten es bqjit ihrer überlegenen Geschwindigkeit im­mer wieder verstanden, derart große Gefechts- entfermmgen zu halten, daß die deutschen Ge­schosse überhaupt nicht trugen, so wird eS an» schaulich, daß unsere Riederlage lediglich einer technischen, nicht auszugleichenden Unterlegen­heit zuzuschreiben war. Wie mangelhaft die Briten schossen, geht aus der Tatsache hervor, daß sie, selbst noch nicht beschossen, annähernd 50 Minuten brauchten, um den ersten Treffer bei unS zu erzielen, obwohl sie ungestört wie bei einer Schießübung feuern konnten. In­teressant sind ferner auch Angaben über den Munitionsverbrauch.Inflexible" soll im gan­zen 720 Schuß ihrer schweren Munition ver­braucht haben, was dem Verschleiß nahezu der gesamten Ausrüstung entsprechen würde. Dem­gegenüber ist festzustellen, daßScharnhorst" undGneisenau" zu Beginn der Schlacht Coronel mir voraufgegangen überhaupt nur noch über 445 21 -Zentimeter-Geschosse ver­fügten, so daß sich also auch hier eine starke Unterlegenheit fühlbar machte.

Bei der sehr großen Vorsicht, mit der die britischen Kreuzer bei den FaMandinseln gegen die deutsche Schiffe vorgingen, ist un- zweideuttg die hohe Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Gegners zum Ausdruck gekommen, wie sie auf Seiten des Briten von Kriegsbeginn ab allgemein war und in ganz besonderem Maße seit der Coronal-Schlacht Platz gegriffen hatte. Die Vorsicht ging so­weit, daß das takttsche Verhalten des Fein­des kaum Lob verdient. Man würde der Wahrheit einen schlechten Dienst erweisen, wenn man den Erfolg der Engländer als eine Ruhmestat ihrer Flotte buchen wollte. Es ist dies um so weniger möglich, als der un­gleiche Kamps von den Briten bedauerlicher­weise nicht bis zum Ende in ritterlicher Form durchgekämpft worden ist. Durch nichts in der Welt wird der Vorwurf entkräftet werden können, daß von englischer Seite jeder Ver­such, dieScharnhorsf-Besatzung nach dem Untergang des Flaggschiffes zu retten, unter­blieben ist, obwohl eine solche Rettung durch­aus möglich gewesen wäre. In gleidjer Weise ermangelte das Verhalten des Kommandanten des britischen KreuzersGlasgow", Kapitän Luce, der dem Kampf Schiff gegen Schiff mit den deutschen Kleinen Kreuzern geflissent­lich auswich, der Ritterlichkeit. Er ließ die wehrloseLeipzig"-Desatzung auf nahe Ent­fernung mit Artillerie zusammenschießen, ob­wohl er deullich erkannte, daß ein Wider­standleisten nicht mehr in Frage kam. Erst durch die offene Weigerung seiner Besatzung, das Gemetzel fortzuseyen, wurde er auf das Unmenschliche seiner Handlungsweise aufmerk­sam. Auch der Kommandant desKent", Ka­pitän Allen, handelte nicht viel anders, als er kurz nach 7 Uhr abends nochmals das Feuer auf die als völliges Wrack treibende .Nürnberg eröffnen ließ.

Den Briten schlug dann auch ihr Ge­wissen, und den vom Untergang ge­retteten deutschen Seeoffizieren gegenüber faselten sie von neuen Gebräuchen, die wir beachtet hätten. Wir hätten den Fehler be­gangen, die Flagge nicht zu streichen, um da­durch unseren Verzicht auf Fortsetzung des Kampfes darzutun. Demgegenüber sei festge­stellt, daß dieser Gebrauch auf See bisher durchaus nicht üblich war, auch nicht in der Geschichte Englands. Im übrigen, hätten wir es getan, wäre von uns die Flagge nieder­geholt worden, dann hätte Albion uns sicher­lich darüber kann kein Zweifel bestehen in der ganzen Welt verächtlich gemacht.

Rach allem verdienen Führung und Ge° fechtSleistung unserer Schiffe in der Falkland­schlacht höchste Anerkennung. Heber all herrschte der gleiche Geist. Troy der klaren Erkenntnis, daß Untergang und Tod bevor- standen, haben die Besatzungen bis zum letz­ten Atemzuge freudig und in stiller Selbst­verständlichkeit ihre Pflicht getan. In ihnen lebte der Geist des Kaiserlichen Deutschlands. Ihn Wiedererstehen lassen, heißt echte, vater­ländische Arbeit betreiben.

Umsatzfteuersenkunq und Vertrags a Schlüsse.

Dorn Finanzamt Gießen wirb uns mitoetdlt: Lurch bie -wette Dervrdnung des Reichs- präsibertten über wirtschattllch nvtwm^ige Steuer­milberungen vom 10. Rovember 1924 ist mit Wirkung vom 1. Januar 1925 ber Say ber allgemeinen Umfohfieuer von zwei vom Hundert auf einundeinhalb vom Hunbert, ber Satz der erhöhten Umsatz­steuer von 15 auf 10 vom Hunbert herab­gesetzt worden. In den Durchführungsbestimmun-

wirb in entsprechender Weise wie bei der äßigung ber Umsatzsteuer zum 1. Oktober 1924 ein z i v i l r e ch t l i ch e r Anspruch auf Preisnachlaß in Hohe von einbalb vom Hunbert ober fünf vom Hundert für Leistungen aus solchen 03ertragen gewährt wmden. die vor dem Erlaß ber Verordnung des Reichspräsidenten abgeschloflen worden sind, ober erst nach dem 31. Dezember 1 92 4 ausaeführt wer­den. Die Grschästsw tt w rd jedoch schon jetzt b r- aur bingewiesen, daß dieser Arsvruch selbstver­ständlich nicht für Leistungen aus Verträgen ein­geräumt werben kann, die zu einer Zeit ab-ie- schlffsen worben sind, zu der den Dertraasschl'.e- ßenben bei der Preis Vereinbarung die Senkung der Steuersätze bdannt gewesen sein muß.

Gleichzeitig wird darauf hingewie^en, baß in Abweichung von ber Desttrnmung des § 201 Abi 2 Ausiührungsbestimmung zum Umsatz steuergefth die neu beantragten Wetterveräußerungs- unb BeMlAsb fcheinigungen ausnahm s we i se erst mtt Wirkuirg vom 1. April 1925 ab ausgestellt werden.

Hochschulnachrichten.

Don der LandeSuniversttät.

2.11. Prof ssor Dr. Emil Gotschtich, Direktor des Hygienischen Instituts unserer Lan^erun D?rf t t frit tnn d r Sta tv rw tu g von Alexandrien (2g pt n> (inen Ru' cn die Stätte leüvr dortigen früherer Ijngiäbrgcn Wnlsamkeit erh lt:n. Prof. Gotschlich Hit d csen Ruf unter den ihm dort gebotenen Bedingungen abgelehnt.

Aus dem Stmtsverkündigungsblatt.

Das Arntsverkündigungsblatt Rr. 85 cnthätt: Reichs- und Landt casw hl 1921. Maßnahmen gegen ständ'g; Seuche-g fahr. Diehmartt in Hungen. E.HUtung der Kpeaer- gräber aus dem Wettkrieg. Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen. Straßensperre.

Dienstag, y.vezemder^2l

Aus der Provinz.

Landkreis Gictzcn.

£ Wiescck. 9. Dez. Sin Bafrnbcamter von hier, ber vor einiger Zeä wegen Diebstählen bei der Ellenbahn von dort enllaffen unb zu längerer FreihcltSstrafe hcrurt ilt wurde, ist erneut in Hast genommen worden. Sic D eb- stähle wurden damals In ber Weise auSgesührt, daß der betreffende Bafrnbeamte die wertvoll erscheinenden Bahnsendungen an bestimmten Stellen aus dem fahrende.i Zuge warf, wo sie von Komplizen dann weiterv.rwer et" wurden. DieSmal steht der ungetreue Beamte im Verdacht, dca Helfershelfer bei E senbahnd ebstählen ge­spielt zu haben, bie in genau ber gleichen Wei e. nur mit anders besetzten Rollen, durchgeführt wurden.

T Allendorf a. b. Lba., 7 Dez Die A u s- stellung von ledenbem Geflügel, bie der hiesige Geslugelzuchtverein gestern unb freute in RenflS ©aal veranstaltet la.e, war eine bet schönsten und bestbcschidt sten von allen Aus­stellungen. die wir hier schon gehabt haben. Rafre- au cOO Tiere, Hühn rf Gänse. Enten. Puteu unb Tauben waren zur Präm.i.rung üoib irben. denen ber Preisrichter M e n g c l Marburg viele 1., 2. und 3. Preise zu.rkennen tonnte. Mit der Ausstellung war eine Verlosung von Gänsen, Entcn, Hahnen. Hüfrn rn. $ tuben unb allerlei Hausgerätschatten verbunden.

t Grünberg, 8. D.z Der Wahlkampf wurde auch in unserer Stadt mit großer Schärfe geführt. In der Rächt zum Wahltag wurden von den Parteien ständig Plalate angeklebt, die von den Gegnern dann in der kürzesten Zeit immer wieder abgerissen wurden. Am Sorrn- tag waren überall Wahlbureaus eingerichtet in denen die Teilnahme an der Wahl fchars kon­trolliert wurde. Rund 71 Prozent der Wahl- berechtigten haben von ihrem Stimmrecht Ge­brauch gemacht.

' Lang-GonS, 9. Dez. Die Deutsch national' Volkspartet erzielte frier bei der Reichstagswafrl nicht 2td, sondern 293 Stimmen. Dahingeh nd ist die gefir ge Wahl- tabelle desGieß. Anz." zu bcriajtijM.

ri. L i ch. 8. Dez. Zur Wohltätigkeit»- verlosung des fr.ciqcn, unter der Leitung der Fürstin ste'e^den Alicefrauenvereins waren banfenetoertertoe fe von d'r E.nwohner- schäft Gewinne in so großer Anzahl und reich- halt ger Auswahl gestiftet Word n. daß fast keine Unkosten entstanden und ein Reinertrag von f a st 5 5 0 M k. erzielt wurde, obwohl ein Los nur 25 Pf. kostete. Die Lose fanden so reißenden Ab­satz, daß viele zu ihrem Bedauern keine mehr er­halten konnten. Der Reinertrag kam zum großen Telle sofort D.dürft gm zugute, ein kleiner Rest soll im Laufe des Winters zu demselben Zweck seine Verwendung finden.

1. H u n g e n. 8. Dez. Der freut ge S chwei n e- markt war im Vergleich zu früheren Märkten mäßig besucht. Im ganzen waren au|g trieben 101 F'rkel und Springer. Es kosteten biS zr 7 Wochen alte F rkel 15 bis 20 Mk.. 7 bis 8 Wochen alte 21 bi« 25 Mk., 9 bis 10 Wochen alte 26 bis 30 Mk. 10 bis 13 Wochen alte 31 bis 36 Mk., Springer je nach Atter und Qualität 37 bis 45 Mk.

KreiS Büdingen.

# AuS ber QDettetau, 8. Dez. Di» Befürchtungen der Lanbwirte. daß durch daS langanfraltcnbe R genwetter die Herbstbe­stellung bis zum Eintritt des Wi tt.rS nut teilweise erfolgen könne, sind durch die seitherige günstige Witterung > rfreulicherto.'ise frinfällig ge­worden. Die Bcstellung mit Wi;tcrg treise konnte bislang restlos erfolgen. Auch bas Ilm« pff gen der großt.nteil« noch auf ben Stoppcttt liegenben Siedern nimmt s im en ungefrmmten Fortgang. Die Wielen in den Tälern d.r Hir- loff, Ribda unb Ridd r haben barch die m frr- fach langanhaltende U^becschwemmang s.'fr. ge­litten; es werden im kommenden Jahre saure Gräser und Schilf tn Mer.ge die Grasnarbe bilden,

Ärcie Schotten.

b. Sch oüen , 6. Dez. Rach der D ers o- nenstandsaufnahme ergaben sich für unsre Stadt 2460 Einwohner, darunter 81 Israeliten unb 64 Katholiken. Seit der letzten Aufnahme hat Schotten um etwa 170 Personen zugenommen. Die Zahl der Geburten betrug in diesem Jahr bisher 50, die der Sterbefälle 11. Ehen wurden 13 ge'chloffen.

)-( Ruppertsburg, 6 Dez Infolge ber ungünstigen Witterung hatte sich bie Herbst­bestellung ber Felber sehr verzögert. Da­durch konnte auch bie Holzhauerei erst spät beginnen, denn ber größere Teil der Hobhaaer sind Heinere Landwirte, bie sich nach D.e.ioigung ihrer gelbarbeitcn im Walde noch ein schönes Stüd Geld verdienen. Es sind in diesem Winter 7 Rotten mit nahezu 50 Arbeitern in den hiesigen Waldungen beschlltigt. unb zwar 3 Ro: en in km gräflich Lauhachschen und 4 Rotten in dem Gc- rncindewald. Sie stehen unter der Führung allerer, e.fahrener Rottmeister BewundecnSwert ist der Frohmut ber Holzhauer, die doch gewiß bei Wrnd und Wetter, in steter Gefahr, ihren Lohn sauer verdie.ien. Schon f.mh bei Tag-sgra:en verlaffen fle ihr Heim, unb erst in dunkler Rocht kommen sie wieder zurüd, Hft durchnäßt dis auf die Hgut Unb dennoch froher Sinn! Lied unb Scherz lasten die UnaTrr.ehmlichkeiten und D.schwecd^i ve-ge'len. Kcrmeralfchaf l ches Zusammenstehen und Festhal- ten cm bestimmten Sitten und Gebräuchen machen das Holzhace.leben interessant unb bewunders- wert Jüngere Störenfriede werden von den älte­ren Arbeitern zur Ordnung grwi sen. Wie ver­lautet. soll auch frier, um den Sparsinn der Jugend zu fördern, die Pfennigspar­kasse, bie ein Opfer ber Inflat on geworren war, toieber erstehst, unb zwar in Form von Schul- s p a r ka s s e n nach dem System Rrinickens-Essen

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 7. Dez (Eigener Dcricht.) Vor einigen Monaten war in Pfungstadt bti Darmstadt ter Bautechniker Wacker auf b m Hof ter Wohnung feiner filtern von ei er W twe namens Olzem überfallen und m.mchlings er­stochen worden Wader batte in Beziehunaen zu ter Witwe geftnb n, di le aber abge^rowen und sich mit einem jungen Mädch m rerlobt D e Wttwe Olzem ist auf ihren G.i tes urstan) unter­sucht und gerichtsärztlich für zurechnungs­fähig erklärt w.rden Die V runter'u ung in dieser Angelegenheit ist jetzt abgeschlosten. Der