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m. 210 Drittes Blatt

Das französische Presse- Panama.

Sin Beitrag zur Kriegsschuldfrage. Don Dr. Edzard Friese.

Dvr längerer Zeit hatte dieHumairite" Ur­kunden über die Bestechlichkeit der französischen Prrtte vor dem Welttricge veröffentlicht. Darauf­hin hat derMatin" gegen dieHumanitä" einen Prozeh angestrengt. Aus seinem Verlauf und den Ärkunden hat sich wertvolles neues Material zur Kriegsschuldfrage ergeben. ES beweist auch wieder, dah Iswolski, Poincare und Kl)h die eigentlichen Kriegshetzer waren und zeigt zugleich welcher Mittel diese sich bedienten, um ihre Ziele zu erreichen.

Das französische Volk muhte anfangs für die Entente mit Ruhland und dann später für Len Weltkrieg gewonnen werden. Dazu bedurs!e LS der Bearbeitung durch die Presse. Wenn diese aber im Sinne der Kriegshetzer wirken sollte, muhte sie durch Geld für die Ziele dieser ge­wonnen werden. Dieses Geld muhte Ruhland liefern. Die Pressebestechungen begannen schon 1904 mit Ausbruch des russisch-japanischen Krie­ges und endigten erst 1917 mit dem Ausbruch der Sowjetrcvolution. Mtt ihnen wurden poli­tische Ziele verfolgt.

Auf russischer Seite waren Agenten uich Lei­ter der Bestechungsmethoden Arthur Raffalo- witsch, Ritter der Ehrenlegion inü> Mitglied des Institut de France, auf französischer Seite ein gewisser Lenoir: die Haupttteiber waren auf rus­sischer Seite Iswolski, der Botschafter in Paris, auf französischer Seite Poincare, sowohl als Mi­nisterpräsident wie alS Präsident der Republik, der Finanzminister Klotz und der Botschafter in Petersburg Past«logue: die Rolle der Geldgeber spielten der russische Ministerpräsident Sassonow und Tein Finanzminister Kokowzow.

Die ersten Bestechungen ftanten im Zusam­menhang mit der Marokkokrise unb der ^Unter­stützung Frankreichs durch Ruhland. Damals schei­nen die hohen Forderungen von französischer Seite auf Russischer Seite verstimmt zu haben, wie aus einem Schreiben Kokowzows an den Präsidenten ter Börsenmakler-Kammer in Paris, de Derneuil. hervorgeht, in dem es heiht:Während der gan­zen Anleiheverhandlungen war die Haltung der Presse günstig, da sie fürchtete, keine Subventionen zu cc halt en. Sobald sie diese jedoch im Besitz hatte, begannen die ölten Angriffe. Die immer­währenden Fvrderurrgen, diele Käuflichkeit und Bestechlichkeit können uns zu einer Wiederholung nicht ermutigen. Alsdann die Subventionen ein­gestellt wurden, wies Raffalvwitsch in einem Schreiben den russischen Finanzmi irisier darauf hin. dah seiner Meinung nach ein bewaffneter Konflikt zwischen Oesterreich und Serbien bevor­stände, bcr zum Ausbruch eines allgemeinen euro­päischen Krieges führen werde, und dah für diesen Fall Ruhland sich zwar auf die. französische Re­gierung, die sich ihrer Bundespflichten voll be- wuht sei, verlassen tönne, dah aber das fran­zösische Volk von einer Störung deS Friedens durch Serbien scheinbar nichts wissen wolle. In einem zweiten Schreiben wiederhole Raffalvwitsch diesen Hinweis noch dringender. Er sagt darin u. a.;Die ficutzösische Regierung ist sich der Verpflichtungen vewuht, die sie uns gegenüber hat, und sie Wird, wenn einmal Ruhlamds Ehre in der serbischen Frage gegen Oesterreich enga­giert ist tun, was sie versprochen hat. Aber wird daS Bott Frankreichs damit etnberftanten fein, dah wegen Serbien ein Krieg entsteht, aus dem ein Krieg mit Deutschland folgen muh? Ich habe heute wenig Hoffnung auf einen guten Aus­gang."

Als dann 1912 aus dem Wetterwinkel auf dem Dallan neues Unheil drohte, und die Stimmung in einem Teil der französischen Presse uni> deS französischen Volkes sich gegen eine Einmischung in einen aus Orient streitigketten und besonders aus Konfliktsrnöglichkeiten zwischen Serbien undOester- reich entstehenden Krieg wandte, ja im Gegen­teil eine beunruhigende Hi.meigung zu der Donau­monarchie und zur Türkei zeigte, traten Iswolski und Poincare auf den Plan. Iswolski schrieb an Sassonow, dah es notwendig sei, bei den auher- gewöhnlichen internationalen Verhältnissen russi-

Hurra die Rebhühner.

Don Dr. Heinrich Oe Her 8, Aachen.

Run ziehen sie hinaus, die Grünröcke, vom flaumbärtigen Iagddilettanten angefangen, bis zu dem im edeln 'Deidwerk ergrauten, langbär­tigen Jägersmann. Vollgepfropft ist die Patro­nentasche bis oben hinaus, nicht minder vollge­pfropft aber auch der Rucksack. Bei den meisten Anfängern in Dianas Äunft kann man getrost auf ein Dutzend Patronen, oft sogar auf zwei Dutzend, ein einziges Huhn rechnen. Aber Späh macht's ihnen doch, uiti) war's nur der güten Selbstbeköstigung wegen, die ja drauhen in dec gesunden Feldluft vortrefflich mundet.

Rebhühner gibt's in diesem Jahre trotz­dem die meisten Jagdreviere sich anscheinend noch nicht ganz von den »Rachwehen der Wilddiebe­reien während des Weltkrieges erholt haben im allgemeinen wohl mehr, als man erwartet hatte. Starke Regen-, hauptsächlich Gewittergüsse sind die größten Feinde der brütenden Rebhüh­ner. Ein alljährlich regclmätzig wteteriehrender Feind der Rebhuhngelege ist die Sense bzw. die Mähmaschine des Landm.mnes. Zum mindesten ein Drittel der Gelege wird alljährlich durch die Sense des Landwirts vernichtet. In einer von

Metzen« Anzeiger sSeneral-Anzeiger sSr Tberh essen)

Samstag, o. September 1924

scherseits einen gewissen finanziellen Druck auf die französische Presse auszuüben. Derselben Meinung sei auch Poincare, der ihm gegenüber den Wunsch geäußert habe, dah in dieser Richtung von rufft- scher Seite nichts unternommen werden möchte, ohne ihn (Poincar^) zu informieren, und dah die Verteilung der Summen an die verschiedenen fran­zösischen Presseorgane unter Mithilfe der fran­zösischen Regierung und durch Vermittelung einer von ihm genannten Persönlichkeit (es war dies Lenoir) vorgenommen werden sollte. Iswolski for­derte 300 000 Franken und für sich 30 000, um von sich auch wichtige Redakteure verschiedenster Kate­gorien von Paris direkt zu belohnen, deren gute Dienste er im Laufe der testen Monate empfangen habe und noch empfangen werde und durch deren Vermittelung es ihm gelungen sei, Informationen und Rachrichten in die Zeitungen zu bringen, die in einem für Ruhlaich günstigen Qid>te gehalten seien. Rach einigem Widerstreben von feiten Saf- sonows und Kokowzows wurde schließlich das ver­langte Geld zur Verfügung gestellt, und Raffalo- witsch konnte bald schon von den mit Bestechungs­geldern erzielten Erfolgen berichten.

Wiederum trat eine* Verstimmung auf raJTi- scher Seite ein als man dort erfuhr, dah das zur Verfügung gestellte Geld in Frankreich von Pola­co r 6 und Klotz auch für innerpolitische Zwecke, so für die Präsidentenwahl und für das dreijährige Militärdienstgesetz ausgegeben Wirde. 2tber Poincarö wusste die russischen Staatsmänner zu beschwichtigen, indem er darauf hinwies, dah die Durchdrückung des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit ganz tm Rahmen der beiderseitigen Vorbereitungen auf dieProvozrer rngen der fjeil- samen Krise, welche die europäische Politik an ihren Brennpunkt bringen soll", erfolge. Dah Poincarss Beschwichtigungsversuch Erfolg ver­sprach, beweist folgendes Telegramm SassonowS an Kokowzow:Rach dem Avis des Hofrates Iswolski erscheint die Ditte des Herrn Klotz als annehmbar unter der Bedingung, dah die ats dem genannten Fonds subventionierte Presse m

erster Linie unsere Interessen, z. B rn den Ballansragen, unterstützt und darüber hiaa iS der Politik des ftanzösischen Kabinetts und der Realisterung des französischen Gesetzes über den dreijährigen Militärdienst zu Hilfe kommt. Wenn unsere Bedingungen erngehalten würden, würde ich es memerseits für möglich halten, jetzt, gemäß den Wünschen des Herrn Klotz, 100 000 Franken für die französische Presse zu be­willigen. Diese Bewilligung erfolgte bald darauf.

Die Dokumente, aus denen im obigen eine Auswahl mit geteilt wurde, beweisen,dah in dieser Zett (vor dem Ausbruch des Weltkrieges) Iswolski, Poincare und Klotz die gesamte crnflufr* reiche französische Presse dauernd bestochen haben, um für eine Einmischung, eine Teilnahme Frank­reichs an dem drohenden Kriege zwischen Rutz- lanv-Serbien und Oesterreich-Ungarn Stimmung zu machen: Dlutgelder, um mit eisiger Berechnung den Weltkrieg herbeizuführen." ilnb dabei wagt derselbe Poincare noch bis heute von der Allein- schuld Deutschlands am Weltkriege zu reden ani> damit seine imperialistische Gewaltpolitik zu recht­fertigen.

Es braucht nicht wunderz u nehmen, dah von beteiligter Sette sofort die Rachricht Der- breitet wurde, dah die von derHumantte" ver- öffenttichten Urkunden unecht seren und dah der inzwischen verstorbene Raftalowitsch gelogen habe. Ader diese Rachricht ist durch die Aussage des in Paris lebenden, ehemaligen russischen Finanz- minislers und Ministerpräsidenten Grafen Ko­kowzow in dem ProzehMatin" contraHuma­nste" endgültig als falsch zurückgewiesen worden. Kokowzow sagte in dem Protest aus:Ich habe die Artikel in derHumanste" gelesen und muh erklären, dah die veröffentlichten Urfunten von unwiderleglicher Echtheit sind. Ich kann nur alle Achtimg vor meinem früheren Vertreter in Paris (^ffawwttsch) und mein volles Vertrauen zu ihm

Was nun, Herr Poincare? Hat Deutschland auch jetzt noch die Alleinschuld am Weltkriege?

Landwirtschaft und Gartenbau.

gwischenfruchtbau.

Unter Zwischenfruchtbau versteht man den Anbau von Pflanzen zwischen zwei Hauptfrüchten, um sie entweder als Futter oder als Grün­düngung zu nutzen. Im ersteren Falle wird der Wasserhaushalt des Bodens sehr angestrengt, so dah nur bessere Böden in Betracht kommen sollten. Beim Zwischenfruchtbau zu Gründüngungszwecken muh man wieder unterscheiden, ob danach Somme­rung oder Winterpflanzen folgen sollen. In erstem Falle hat man von Ende Juli bis zum Eintritt des Frostes Zeit und wird daher den Anbau der Lupine oder Serradella vorziehen. Diese Schmetterlingsblütler keinem zwar schwer und haben eine langsame Iugendeutwicklung. Wenn man sie aber mit viel Kali und ein wenig Stick­stoff umgibt, dann wachsen sie schneller und siche­rer, überwachsen das Unfraut und bringen bann bis zum Herbst eine grobe Masse von HumuS und Stickstoff hervor, wonach gerade alle Sandboden ewig hungrig sind, fieiter geht nun man soll diese ®rünbüngung erst im Frühjahr unterpflügen über Winter dreiviertel des gesammelten Sttck- stoffes wieder verloren, ihn dies zu vermeiden, hat ein Guterdioektor empfohlen, in die 40 bis 50 Kilogramm Lupinen oder 10 Kilogramm Ser­radella Je y< Hektar noch je 1 bis 2 Kttogramm Raps aber Rübsen zu mischen. Im Frühjahr erwacht die Oelfrucht auS dem Winterschlaf, zieht den ans der toten Lupine entweichenden Stickstoff an sich und gibt ihn an die nachfolgende Kartoffel ab, ist also ein Stickstvfferhalter.

Muh man jedoch nach Roggen wiederum Roggen folgen lassen, dann hat man nur acht Wochen Zwischenpause und kann mit Legumi­nosen nichts anfangen, muh also auf Stickstoff­sammlung verzichten. Aber zwecks Anreicherung mit Humus, Erhaltung ter Gare und Vermei­dung ter direkten Dasserverdunstung sollte man folgendes Gemisch einsäen, das (mit Hilfe von etwas Sttckstoff) binnen acht Wochen einen dichten Pslan^enteppich mit allen seinen Vorteilen bildet: auf 1,4 Hektar 2 Kilogramm Senf, 3 Kilogramm

Spörgel und 4 Kilogramm Buchweizen. Da Duch- unb Sens ganz schöne Tiefwurzler finb, auch das Dotenleben günstig beeinflußt. Wenn behauptet wirb, Spörgel ziehe den Boden aus, so kann das doch nur zutreffen, wenn man ihn zwecks Verfütterung mit ter Wurzel ausrauft, was bei Orünbüngung ja nicht in Frage kommt.

Man soll also dem ßanbtnirt nicht nur einen Abscheu vor der nicht umgebrochenen Stoppel einimpfen, sondern ihn auch überzeugen, dah er zu seinem und des Volkes Vorteil zur nachfolgen­den Sommerung Lupinen oder Serradella mit Raps einsät, zur Winterung jedoch obengenanntes Gemenge aus Senf, Buchweizen und Spörgel. Auf diese Weise erhalten alle armen Sand­boden, auch als Stoppelfruchtbau, ein segens­reiches System:Immergrün". Li.

Schrebergärtners Arbeiten im September.

Die Obsternte schreitet weiter fort Im Sep­tember reifen auch schon die mittelfrühen Sorten. Bei ter Ernte ist fefrr sorgfältig zu verfahren. Won schone den Damnach Möglichkeit. bannt er nicht ntufctem er uns seinen Tribut gegeben hat, auch noch anS taufend Wunden blutet, wo­durch die nächste Ernte sehr geschädigt würde. Besonders achte man beim Abnehmen ter Früchte darauf teh kein Fruchtholz abgestvhen wird. Genickte Zweige fmb durch einen glatten Schratt zu entfernen. Alles Obst, welches gelagert wer­den soll, ist sorgfältig zu pflücken, bannt keine Druck- und Stotzstellen entstehen, wodurch die Haltbarkeit ter Früchte sehr gemindert wird. Gutes Sortieren, öfteres Durchsehen und ent­sprechende Lagerung ist für jede Aufbewahrung unerläßlich. Die Ernte darf mcht früher er­folgen, als bis die Früchte baumreif geworden find. Bei feuchter Wttterung reinige man jetzt schon die Stärmne von Moos, Flechten und alter Rinde. Kranke Stellen sind bt8 auf das gesunde Holz auszuschneiden und nut Baumwachs ober TeerVtt auszustreichen. Für tee Herbstpflanzung

find die Baumlöcher auSfc.m>erfen. Die Beeren- sträucher sind jetzt zu düngen mit Thvnva-mehl und Kainil bzw. 40prvzentt em Kali Reue Erd­beerbeete können noch angek jt werten. Hängende Triebe des Weinstocks fmb anzuheften.

3m Gemüsegarten sind abgeerntete Beete schnellstens wieder zu bestellen. Dazu sind noch die Aussaaten von Spinat, Karotten, Wrnter- salat, Rapünzchen geeignet Braun- und Grün­kohl kann noch angepslanzt werden, ebenso gegen Ente des Monats Wintersalat. Die letzten Zwie­beln sind zu ernten. Die Samengurken and Kür­bisse werten abgenommen. Der Same wird aus­gewaschen, getrocknet und luftig auf beamtet. Sellerie verlangt eine häuftge Düngung mit flüssi­gem Dünger, sowie öfteres Durchbacken und Be­häufeln. Dem Rosenkohl nehme man die Spitze, welches sehr zur Ausbildung und besseren Ent­wicklung ter Sprossen beiträgt. Tomaten sind auch zu enifpitzen und tciLtoetfe zu entblättern, damit die Früchte möglichst ausreifen können. Spargelbeete sind zu hacken, wobei auf die Larve des schädlichen Spargelkäfers zu achten ist Für den Wintergebrauch säe man Petersilie tn Kästen: gleichfalls Pflanze man Schnittlauch in Töpfe: beides aber lasse man bis zum Eintritt von Frostwetter- im Freien. th

(Ernte und Aufbewahrung der Speisezwiebel.

Speisezwiebeln zieht man entweder durch Aussaat, oder aus Steckzwiebeln in nahrhaften, nicht frisch gehängtem Boden. Man erntet sie, wenn die Blätter beginnen abzuwellen, was bei Steckzwiebeln im Juli, bet Saatzwiebeln Ente August oder Anfang September ter Fall ist. Sie werden dabei oberflächlich gereinigt und kom­men dann auf den Speicher, wo fie zum Trocknen flach ausgebreitet bis zum Eintritt stärkerer Fröste verbleiben können. Ein leichter Frost schadet nichts, nur dürfen sie in gefrorenem Zustande nicht be­rührt werten. Alsdann werten sie von allen vertrockneten Blättern und Wurzeln sowie losen Schalen gesäubert, wobei jede verletzte und nicht ganz harte Zwiebel ausgeschiederr und die klein­sten als Steckzwiebeln besonders Sortiert werten. Die letzteren bewahrt man in Beuteln trocken und warm, die größeren zum Küchengebrauch ent­weder auf Hürden geschichtet, oder gebündelt tn einem kühlen, trockenem Keller auf. Hier werten sie von Zeit zu Zeit nachgesehen. Iedekranke, weich sich anfühlende Zwiebel muh dabei entfernt werden. Es ist dies die beste Art zur Bekämpfung der Lagerkrankheiten, die sich nach nassen Sommern und noch Stick- stvffdüngung bisweilen cinftellen und die Vorräte vernichten binnen, wenn man nicht rechtzeitig ein- greift. R.

Fragebasten.

Frage 45: Sind unreife Tomaten giftig oder kann man sie irgendwie verwerten?

A n t wor t: Die ausgewachsenen, noch grü­nen Tomaten reifen nach, wenn man sie in einem warmen Raum, z. D. tn ter Küche, «rusgebreitet, einige Zett lagert. Die unausgebildeten, noch Demen Früchte geben, in Zucker eingekocht, ein wohllchmeckentes Kompott, das un5ctenflid) ohne jeden gesundheitlichen Rachteil genossen toeroen Sann, da dcrs Solanin, ein Gift vieler Rocht- fchattengewächse, in den Früchten ter Tomate nicht voriommi.

Frage 46: Was versteht man unter tem Hamen Sommerhhazinthe? Hält die Pflanze bei unS über Winter im Freien aus?

Antwort: AlS Sommerhhazinthe bezeichnet man allgemein die etwa Nieter hohe HyacrnthuS oder Galtonia candicanS, ein Zwiebelgewächs aus S-üdafxikt mit großen, rein weihen Dlütenglocksn an festen, aufrechten Stengeln. Unter tem Schutz einer dichten Laub- und Reisig decke tarnt man sie über Winter im Boten belassen. Sie blüht alsdann bereits im Juli. Rimmt morn fie vor­sichtshalber im Herbst heraus und setzt die tm Keller frost frei durchwinterten weihen Zwiebeln im Frühjahr, fo hat man die Blüte erst im August und September zu erwarten. Die Sommer- Hyazinthe sollte man alle drei bis vier Iah« durch Aussaat erneuern, weil jüngere Zwteteb» besser blühen.

mir viele Jahre lang betagten Jagd des Jülicher Landes wurden vor Jahren auf einer Fläche von knapp vier Morgen nicht weniger als drei Ge­lege mit zusammen 38 Eiern an einem einzigen Tage ausgemäht. Die Knechte eines mir bekann­ten Gutsbesitzers mähten auf einer Fläche von fünfzehn Morgen über 100 Eier aus Diese Zah­len reden eine traurige Sprache! Unb trotz alle­dem: ist die Witterung im allgemeinen günstig, so gibt's jedes Jahr doch noch immer eine gute Hühnerjagd.

Wie im Oktober die Jagd auf Hasen ein Schnitt ins eigene Fleisch ist, so auch das grobe Massenabfchiehen gleich tn den ersten Sagen nach Eröffnung ter Hühnerjagd. Man wird eintomten: im September halten die scheuen Völkchen nicht mehr, sie haben Pulver gerochen. Gewiß, von Jahr zu Jahr mehren sich allerdings die Klagen über das schlechte Halten ter Hühner, was indes meistens auf das Konto ter Grünröcke selbst zu sehen ist. Es heiht eben zur richtigen Zett ten pulverriechenten Hahn, ten Leiter ter ganzen Familie, beiseite schaffen. Verwechselt man ihn einmal mit ter Henne, dann ist's so schlimm noch nicht. Uebrigen-8: ter schlaue Jäger findet den Hahn schon aus ter Kette heraus, denn er ist immer ter erste, teraufftelyt und dieKette* führt. Beide Alten aus ter Kette fortschietzen, ist bekanntlich nicht ratsam, wenigstens nicht, be­

vor die jungen Hühner soweit sind, dah sie selbst ten ihnen drohenden Gefahren gewachsen finb. Das Massenabschietzen gleich zu (Beginn ter Reb­huhnjagd ist darum zu verwerfen, weil zu viele junge Kücken, ost erst halbflügge Tierchen, ge­schossen werten. Der weidgerechte Jäger kann sich nur ärgern, wenn er an ten Galgen ter Rucksäcke junger Rimrote die erst haldausgewach- fenen Hühnerkücken sieht. Wie anders wirken die mit schönen, ausgewachsenen Hühnern gezierten Galgen eines das Weidwerk vernünftig betrei­benden Jägers! Die Embryonen sollte man doch den Chinesen überlassen, die solche als höchste Delikatesse schätzen. Im September, wenn auf der Brust des jungen Hahns schon stolz das braune Schild prangt und die eidottergelben Stän­der sch)n ein wenig ins Grau übergegangen sind, dann ist's für ten richtigen Weidmann an ter Zeit, sich volle Galgen und Schlingen zu holen. Freilich: so leicht wie im August ist tem schlauen Hühnervolk dann nicht mehr beizukommen. Zur richtigen Zett heitzt es dann jagen: mittags, wenn die beite Sonne die Scheu und Aufmerksamkeit ter Hühner beeinträchtigt und diese den Schützen fast immeraushalten"!

Einige Winke für unsere Küchenfeen: Die alten Hühner, die sog.Schwiegermütterhähne", sind bekanntlich fein besonderer Leckerbissen. In Wirklichkeit ist's so schlimm doch nicht damit be­

stellt: es kommt auf die Zubereitung an. Ein reichlich mit Kognak gettänktes Stück trockener Semmel, tem Huhn in ten Leib gesteckt, bevor es in die Pfanne kommt, macht ten zähesten Alt­hahn sanft und weich Die jungen Hiihner sind äußerlich an den gelben Ständern (Beinen) kennt­lich. Im September, wenn auch beim jungen Huhn die Ständer bereits mehr oder weniger grau geworden sind, ist dieses nur noch daran zu erkennen, bah die untere Seite ter Zehe nach wie vor geldlich ist. ilebrigenS hat ein Poet, sicherlich ein Feinschmecker, für unsere Hausfrauen Richtlinien ausgestellt, die ihnen für die bevor­stehende Rebhuhnzeit willkommen sein dürsten:

Ist gelb das Bein des Huhns, gleich ter Zitrone, Sv ist's von diesem Jahre, zweifelsohne: Doch rechne davon zwei auf einen Kopf, Sie weiten dir gar sehr gering im Sot>f. Das Huhn mit Deinen, gelb wie Apfelsine, Dor allem dir zum faffgen Braten diene. Bei hellen, grauen Beinen Iah dir raten, Ein halbes Stündchen länger es zu braten.

Scheint dunkel schon des HühnerbeineS Grau, So kocht's vor'm Braten erst die kluge Frau. Blaugraue Beine, Schnabel Weitz, Rings um die Augen ein hellroter Kreis Latz ab! Umfonft sind Speck und Butter, Die Hühner schenk' der Schwiegermutter.

MÄWEU AKT.GES-MAiNZER V/ElNBRENNEQEluUKÖRFABRlK MAINZ* BERLIN SW.68 UN DEN SIEL 3 TEL. DÖNHOFF

Vertretung: Gebrüder Schmück, Büdingen (Hessen). Telephon Nr. 23.

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