Mittwoch, b. August 192^
174. Jahrgang
Erstes Blatt
des
hegen feine übertriebenen Hoffnungen aber sind der Ansicht, baß bei aller durch den
Tiefer englische Auftakt -um dritten Akt hat in Paris nach den vorliegenden Meldungen eine Verstimmung hervorgerufen, die heute nach der älnberstteichung der Macdonaldschen Ausführungen durch Lloyd George sich noch vermehren dürfte. Um so wirkungsvoller dürfte die,e Haltung für den Verlauf der Konferenz fein. Wir T J ---------
wir sind der Ansicht, baß bei aller durch den von Macbonalb betonten „Druck" hervorgerrfe- neu Schwierigkeit der Lage diese doch die Kriegsgegner in einer so wesentlich verbesserten Atmosphäre zusammenführt, baß zum minbeften von einem Beginn von Friedensverhandlungen gesprochen werden kann. Ter Geschicklichkeit der Herren Marx und Stresemann wird es Vorbehalten bleiben, diesen Anfang auf der Grundlage der deutschen Rechtsansprüche so wirksam zu gestalten, bah auch der schlechteste Wille der französischen Poincaristen sich in Zukrnft dre Köpfe einrennen must. Ter bald 51 erwartende Ausgang des dritten Aktes wird zeigen, ob diese Erwartungen erfüllt wurden.
Marx und Herriot bei Macdonald
Französische Kombinationen.
Paris, 6. Aug. Der Sonderberichterstatter „Mattn" will erfahren haben, dast Mac-
llr. 183
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Die Sikrrng dauerte wenig über eine halbe Stunde. Alle Reden wurden ins Deutsche, Französische und Englische überseht. Der Reichskanzler gab seine Erklärungen in deutscher Sprache ab. Man rechnet mit der Möglichkeit, dast morgen wieder eine Vollsitzung anberaumt wird. Rach der Sitzung fand noch eine Zusammenkunft des Rates der Sieben statt.
Allgemeine Zufriedenheit.
Paris, 5. Aug. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur in London stellt fest, dast allgemein in alliierten diplomatischen Kreisen die Haltung der deutschen Delegation einen günstigen Eindruck gemacht habe. Die Delegatton habe ebenfalls ihrer Befriedigung über den ihr zuteil gewordenen Empfang zum Ausdruck gebracht.
Die ÜnLerhausdedatte über die Konferenz
Anfragen und Feststellungen Lloyd Georges.
Die erste Sitzung mit den Deutschen
Ansprachen Macdonalds und des Reichskanzlers.
London, 5. Aug. Bei der Erörterung der Reparationsfrage erklärte
Lloyd George,
er beabsichtige, einige Fragen an den Premierministerzurichten über die sehr wichtige Erklärung, die er im Unterhause über die interalliierte Konferenz abgegeben hat. Macdonald habe gestern offen angegeben, dast er nicht in der Lage gewesen sei, seine eigene n Gedanken v 0 llständig durchzuführen. Er habe offen erklärt, dast die Regelung einen Han - d e l darstelle. Der erste Eindruck nach der gestrigen Erilärung des Premierministers sei der gewesen, daß er
einer sehr verwickelten Vereinbarung zugestimmt habe. Diese komplizierte Regelung würde in ihrem Wirken sehr schwierig sein. Der Premierminister habe keinerlei Bezug darauf genommen, was für eine Vereinbarung betreffend die Räumung des Ruhrgebiets erzielt worden sei. Dies sei eine Frage von erstklassiger Bedeutung und eine Frage, d ie Deutschland mehr bewege als irgend etwas anderes. Der Premierminister vertrete die Ansicht, die seiner Meinung nach von jedermann im Hause geteilt werde,
dah die Invasion des Ruhrgebiets ein ungesetzlicher Akt und ein Verbrechen an den nationalen Rechten gewesen sei.
Er habe in der Presse gelesen,'dah die Franzosen und Belgier beabsichtigen, zwei Jahre lang im Ruhrgebiet zu bleiben, nicht nur, bis ein Uebereinkommen uitterzeichnet sei, sondern bis sie vollständige Beweise der Aufrichtigkeit der deutschen Regierung hätten. Das sei eine sehr er n st e Sache. Lloyd George drang auf Informationen bezüglich der Räumungsfrage. Er sagte, das sei ein sehr wichtiger Punkt, weil er die Garantte für die britische Aufrichtigkeit in der Durchführung des Versailler Vertrages sei. Man könne zu Deutschland nicht sagen, dah auf jeder ihm nach dem Versailler Vertrag auferlegten Verpflichtung bestanden werben müsse, dah aber, aoenn irgendetwas für Deutschland in der Frage günstig sei, man dies nicht annehmen könne.
Die Erklärung, dah die fünf Jahre noch nicht zu laufen begonnen hätten, fei nichts anderes als ein Versuch, sich dieser Dertragsverpflichtung in einer nicht strikt ehrenhaften Weise zu entziehen.
Semei Ansicht nach müsse das Haus wissen, wie die Lage sei, und zwar nicht nur, ob man Köln räumen werde, sondern ob auch eme Macht ihre Truppen dorthin senden werde, da, wenn sie dies täte, die Lage Wetter schlimmer würde, da ein sehr freundliches Verhältnis zwischen der britischen und der Zivilbevölkerung in Köln bestehe. Wenn andere Truppen das Gebiet besetzten, wie dies bei der amerikanischen Besetzung geschehen sei, würde das nicht nur eine Verwicklung Hervorrufen, sondern auch em unangenehmes Element einfügen, was seiner Ansicht nach das gesamte vom Premierminister vollendete Werk umfloßen könne. Eine aridere Frage, die er zu stellen wünsche, betreffe
den Verzug und den vorsätzlichen Verzug.
d 0 n a l d "gestern abend den französischen Ministerpräsidenten und den deutschen Reichskanzler eingeladen hatte. Es sei natürlich, dah Herriot diese Gelegenheit ergriffen habe, um mit bem deutschen Reichskanzler zu verhandeln, und Macdonald, der sich ja immer darüber beklagt habe, dah Frankreich und Deutschland sich nicht aussprechen wollten, werde ohne Zweifel es nicht übel finden, wenn wir auch anderweitig zusammenkommen, um über die fran-ösisch-deutschen Beziehungen m den kommenden Tagen zu verhandeln.
Durch einen sonderbaren Zufall seien gestern die englisch-russischen Verhanblnngen ergebnislos zu Ende gegangen. Wäre es nicht auch begreiflich, wenn Herriot mit R a k 0 w s k r in Meinungsaustausch über die Beziehungen zwischen den beiden Ländern eintrete? Derartige Unterhandlungen
Das Wort Verzug werde im Bericht der Kommissionen gebraucht. Er wolle die Aufmerksamkeit des Premierministers auf die Tatsache lenken, dah dies ein anderer Ausdruck sei, als der im Versailler Vertrag gebrauchte. Im Versailler Vertrag laute der Ausdruck „vorsätzlicher Verzug". Das Komitee, das errichtet weiden solle, hätte nur über den Verzug zu enycheiden. Tas sei sehr leicht zu entscheiden. Es könnte vortreten und berichten, dah Deutschland nicht gezahlt habe, was zweifellos einen Verzug darstellen würde. Aber er, Lloyd George, wolle wissen, weshalb von dem im Versailler Vertrag gebrauchten Ausdruck „vorsätzlicher Verzugs abgewichen worden sei. Lloyd George sagte, er würde gern wissen, ob die Komitees, die erneut ernannt werden sollten, über die Frage des Verzuges beschließen würden, oder ob sie über einen vorsäh 1 i chen Verzug entscheiden sollten. Wenn es die Reparationskommission sei, die die Frage des vorsätzlichen Verzuges entscheiden werde, werde dann der amerikanische Vertreter der Kommission zu diesem Zwecke beigefügt werden? Dies sei ein sehr wichtiger Punkt, weil er ein neues Element beifüge, an dem der gesamte Erfolg des Dawesberichts hänge. Die Anwesenheit eines Amerikaners als volles Mitglied der Reparationskommission würde einen entschiedenen älnterschied bedeuten, und zwar nicht nur insofern, als der Ameristrner eine Stimme habe, sondern auch insofern, als Frankreich, Belgien und Italien wissen, dah, wenn sie eine starke Aktion unternehmen, sie die beiden größten Mächte der Welt gegen s i ch haben würden. Deshalb sei es sehr wichtig, dah ein Amerikaner in der Kommission sitze. Was
die separaten Aktionen Frankreichs
betreffe, so sei es von dem Premierminister nicht klar gemacht worden, ob Frankreich weiterhin das Recht zu separaten Aktionen beanspruche. Wenn dies der Fall sei, so sei es von entscheiden- der Bedeutung, dah es aufgeklärt werde, da der größte Teil der kürzlich hervorgetretenen Schwierigkeiten aus der von der französischen Regierung unternommenen Separataktion entstanden sei. Es sei daher von vitalerDedeutung, dah es klar verstanden werde, dah keine Macht separate Attionen unternehmen könne Keine einzelne Macht dürfe in der Lage sein, von sich heraus Krieg zu erklären. Lloyd George drückte die Hoffnung aus, daß Macdonald in klaren Worten vereinbaren werde, dah die Alliierten zusammen handeln müßten und dah, wenn irgendeine Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen bestehe, enttoeber das HaagerSchieds- gericht oder der Völkerbund oder eine andere Autorität angerufen würde, um die Frage zu entscheiden.
Lloyd George schloß, er freue sich, dah der Premierminister Deutschland zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen hätte. In Versailles sei dies unmöglich gewesen. Zweifellos werde man es die Deutschen empfinden lassen, daß dies eine wirkliche Konferenz sei und nicht nur ein Versuch, ihnen Bedingungen zu diktieren. Alles hänge vom guten Willen und 'davon ab, dah die Deutschen dies willig übernehmen.
Der dritte Akt.
* Ter Sachverständigen bericht sollte gewiß nach der Ansicht und dem Wunsche seiner älrheber und Verfasser eher ein friedliches Epos denn ein aufregendes, gegensahreiches Schauspiel sein, älnd wenn so viele Geschehnisse seit der ersten Szene zwischen den Hauptdarstellern Herriot und Macdonald das friedliche Dawessche Lied von Leistungen und Erfüllungen mit so starkem dramatischen Leben erfüllt haben, dah wir an dieser Stelle schon beim Beginn der Londoner Konferenz von einem Schauspiel sprechen konnten, das sich auf der Weltbühne abwickelt, liegen heute die damals nur vermuteten Gründe auf der Hand. Denn seit der scharfen Opposition der angelsächsischen Finanz gegen die von Herriot so laut geforderte Poincarssche „Handlungsfreiheit" cvissen wir, dah der Rückzug des Herrn Macdonald vor den Pariser „Lautsprechern" nicht die Einleitung zu einem harmlos friedlichen Heldengedicht axrr, als das Amerikaner ihren neuen „kaufmännischen" Friedensvertrag an sahen, sondern dah in Paris sich der erste Akt eines weltgeschichtlichen Dramas abspielte, dessen zweiten Aufzug die Dankierkrise barflcllt und dessen Titel noch nicht feststeht. Entweder wird er „das Ende der Politik Poin- cares" oder „die Komödie der Verständigungspolitik" lauten. Denn dies ist gewiß, dah mit dem gestrigen Sage, an dem die Besprechungen mit den Vertretern des beutschen Volkes angefangen haben, der dritte Akt des Macdvnaldschen Stückes beginnt, der endlich über seinen noch unklaren Charakter und über das Schicksal des so gar nicht dramatisch gedachten Dawesberichts entscheiden soll. Es erscheint ntüßig, sich in Kombinationen über den wahrscheinlichen Verlauf dieser Besprechungen zu verlieren, älm so mehr, als der wichtigste und ernsteste Teil sich hinter den Kulissen und auherhalb der Bühne abspielen wird, auf der nun die Großen „Sieben" der Entente durch die drei deutschen Gegenspieler Marx, Stresemann und Luther ergänzt werden. Aber es ist nicht uninteressant, die Vorbereitungen zu beobachten, die in London und Paris für den entscheidenden Teil des Reparationsdramas getroffen wurden. In den maßgebenden und als solche sich geberdenden französischen Kreisen ist man sichtbar etwas nervös geworden. Man fürchtet, dah die aus Konklusionen, verschleierten Konzessionen und dehnbaren sonstigen Paragraphen aufgeführten Gebäude der drei Unterausschüsse der Revision der deutschen Baumeister nicht standhalten könnten. Daß ihnen die auf dem Flugsand französischer Sanktto-nsforderungen aufgeführten ©runbinauern des Dawes-Hauses nicht stark genug scheinen, daß ihnen die Zahl der franko- belgischen Bewohner zu hoch erscheinen und der ganze Mietskontrakt zu spitzfindig, zu pvincaristtsch, zu versaillesmäßig Vorkommen könnte. Denn die Pariser Herrschaften kennen die Rezepte, nach denen seit 1648 solche „ Friedensverträge" verfaßt werden, die man auslegen kann, wie es die Gelegenheit erfordert. Und sie mahnen, ja sie drohen dähalb den deutschen älnterhändlern, um Gvttes- toitlen nicht durch Betonung der längst erwiesenen Richttchuld am Kriege oder durch ähnliche Attacken gegen die Lügenburg von Versallles den mühsam neben dieser Burg auf geführten Rohbau des Dawesplanes zu gefährden.
Anders die Engländer. Macdonald, der Oberregisseur der Londoner Weltbühne, begibt sich ins Unterhaus und macht aus seinem Herzen ferne Mördergrube. Er hat sich die Entwicklung des Tawesschen Friedens-Epos anders gedacht. Es sollte eine nüchterne, rein kaufmännisch eingeteilte Vers folge fein. Allenfalls verklärt durch einige Schlaglichter aus der"pazifistischen Sphäre. Doch der gallische Geist, der noch immer nicht von der Kriegspsychose und dem Anfall t»m Sieger wahn geheilt ist, häufte Szefte auf Szene. Und die Geldgeber hatten keine Luit, dem ebenso unehrlichen und unzuverlässigen wie an krankhafter Machtgier leidenden Franzmann zuliebe sich übers Ohr hauen zu lassen. Der gut gemeinte, aber in seinen Wirkungen katastrophale Umfall des englischen Premiers zeigte ihnen zur Genüge, wohin der Weg gehen sollte.
Damm hat Macdonald im englischen Unterhaus den Stier bei den Hörnern gepackt und mit der englisch-amerikanischen Ansicht über die Politik der Repavationskommission und die ebenso willkürliche wie rechtswidrige Auslegung des § 18 durch die sankttonswüttgen Franzosen nicht hinter tem Berge gehalten.
London, 5. Aug. (WTD.) Amtlicher Bericht. Die Londoner Konferenz ist heute mittag 12 älhr im Auswärtigen Amt unter de m Vorsitz Macdonalds zusammengetreten. Die deutsche Regiemng war vertreten durch Reichskanzler Marx, Reichsauhenminister Stresemann, Reichsfinanzminister Luther, Ministe- rialdvreftor v. Schubert, Staatssekretär Ficher Staatssekretär v. Trendelenburg, Staatssekretär Weis mann, Staatsrat Schmelzle und Ministerialdirektor ©bieder.
Die Sitzung wurde von
Macdonald
mit folgender Ansprache eröffnet:
Ich entbiete den Vertretern der deutschen Regierung, die hierher gekommen find, um mit uns zu besprechen, wie der Bericht der Sachverstän» >igen in Wirksamkeit gesetzt werden kann, Willkommen und Gruß. Es liegt uns allen sehr am Herzen, dah die Verantwortlichkeiten, welche dieser Bericht uns auferlegt, übernommen werden, nicht, weil sie übernommen werden müssen, andern weil der gemeint ame Wunsch beseht, eine ernsthafte und ehrliche Anstrengung zu machen, die Verpflichtungen zu erfüllen, unter die die älnterschristen gesetzt werden ollen nach einer Diskussion, in der jede Partei in fairer Weise gehört würde. Solche Abmachungen schließen sowohl moralische wie rechtliche Verpflichtungen in sich. Die verbündeten Regierungen haben miteinander beraten und sind . zu gewissen Vereinbarungen gekommen, die sie der deutschen Regierung mitteilen und mit ihr diskutieren möchten, soweit dieselben die Zustimmung der deutschen Regierung erfordern. Die Konferenz hat die ausschließliche Aufgabe, sich mit den aus der Anwendung des Sachverständigen berichts ergebenden Angelegenheiten zu befassen. Aus diese Puntte maß ich als Dorsrtzender der Konferenz ihren Ausgaben- kreis beschränken. Ich hoffe, daß wir in der Ausübung des Willens zur gemeinsamen Arbett und tm Geiste der Kooperation schnell zu einer Einigung über die uns gestellte Ausgabe gelangen werden und es so möglich machen, daß die Londoner Konferenz von 1924 einen erfolgreichen Versuch darstellt, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Regierungen Europas möglich zu machen. ,
Reichskanzler Marx
erwiderte folgendes:
Ich danke dem Präsidenten namens der deutschen Delegation für die freundlichen Worte, mit denen er uns begrüßte. Mir liegt daran, diese erste Gelegenheit, wo wir die Ehre haben, den Chefs und Vertretern der alliierten und assoziierten Regierungen gegenüberzutreten, zu benutzen, um mit kurzen Worten die Grundgedanken klarzulegen, von denen sich die deutsche Delegation aus dieser Konferenz leiten lassen wird. Wir find durchdrungen von der Ueberzeugung, daß von dem Gelingen dieser Aufgabe das Schicksal Deutschlands und das Schicksal Europas ab hängt. Wir sind ebenso durchdrungen von der äleberzeugung, daß diese Aufgabe nur gelöst werden kann im Geiste eines f riedlrchen Verständigung s w i 1 le n s und ernster Aufrich- tigt'eit. In diesem Gerste wird die deutsche Delegation handeln. Die deutsche Regierung erklärte ebenso wie die alliierten Regierungen bereits bei einer früheren Gelegenheit, daß sie den Plan der Sachverständigen als eine geeignete Grundlage für die Lösung der Reparattonsfrage ansieht. Ich bestätige diese Erklärung und füge noch weiter hinzu, daß die deutsche Regierung in der Annahme einer Einigung der Konferenz auf Grund des Gutachtens den in den Or- ganisationskcmitees ausgearbciteten Geehentwür- fen z u st i m m t und daß sie nach bem Abschluß der Konferenz den deutschen gesetzgebenden Körperschaften dieselben mit größter Deschleu- nigung zur Verabschiedung vorlegen wird. Wir nehmen an, daß auch die sonstgen beiderseitigen Maßnahmen, die der Plan der Sachverständigen vorsieht, zur Durchführung g I ncea. W r sehen hierin einen Weg. der dazu führen wird und führen muß, unserem Volke Freiheit und Frieden und zugleich die Möglichkeit zu g bm. sich mit den anderen Völkern durch gernttns amen Wiederaufbau Eurovas zusammenzu chli hen Die Wiederherstellung .gegenseitigen Vertrauens ist die erste Voraussetzung für ein gedeihliches Zusammen- arbeiten der Völker. Geling' es de. K n- ferena, was wir zuversichtlich erhoffen, für die Erreichung dieses hohen Zieles den Grund zu legen, so wird das gesamte deutsche Volll, nachdem die Lebensgrundlagen für feine freie to.r.- schaftliche Betätigung wieder hergestellt find, feine ganze Kraft dafür einsehen, den ungeheuren Ln- i"lungen gerecht zu werden, die der Plan der Sach- verständigert von ihnen erwartet.
Rach der Antwort des ReichskMizlers übergab Macd 0 naldals Präsident der Konferenz den deutschen Delegierten die von der Konferenz vorbereiteten Schriftstücke zur Kenntnisnahme^ Er drückte die Hoffnung aus, daß es bald möglich sein werde. eineneueVollsihung einzuberufen.
Der Reichskanzler erklärte, dahin wirken zu wollen und die Arbeiten nach Möglichkeit zu fördern.
konnten nicht nur von Wichtigkeit für die französische Politik sein, sondern auch günstige Wirkungen für die Beziehungen zwischen England und Rußland haben, mit einem Worte, niemand könne daran Anstoß nehmen, wenn der französische Ministerpräsident eine Konferenz, die den Trieben Europas wiederherstellen wolle, dazu benutze, um im Rainen Frankreichs mit den berufenen Vertretern über jene Probleme zu verhandeln, bte auf Europa schwer lasteten, wie bas russische und bas beutsche Problem.
Drei Wochen lang habe bie Londoner Konferenz mühsame Versuche gemacht, die Einheitsfront der Alliierten wieder herzustellen und bie Bebingungen, die im Versailler Friedensvertrag unb im Dawesbericht niedergelegt seien, zu beraten. Man sei zu Protokollen von übermäßiger Kompliziertheit gelangt. Vielleicht sei her Augenblick gekommen, um von der Politik der juristischen Schikane zurPolitikde s positiven Aut- baues über zu gehen.
Die militärische Räumung.
(Eigener Informattonsbienst.)
Berlin, 6. Aug. Wie wir aus dem Auswärtigen Amt erfahren, werden am Mittwochabend die direkten Verhandlungen über die Frage der militärischen Räumung der Ruhr mit der deutschen Delegation beginnen. Die französische Delegation bemühe sich nach den in Berlin eingetroffenen Rachrichten bie Erörterung dieser Frage bis zuletzt zurückzu st eilen. Dieser Versuch scheint aber mißlungen zu sein, da, einem aus London cingetroffenen diplomatischen Bericht zufolge nunmehr das Problem der Räumung des Ruhrgebietes so ziemlich ar e r ft e r Stelle zur Sprache gebracht werden wirb Diese Wendung ist offenbar darauf zurückzufüh- ren, bah sowohl von englischer als auch von amerikanischer Seite darauf gedrungen wurde, diese ernste Streitfrage auf bem schnellsten Wege zu regeln.
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