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Samstag, 5. Hprfl W

Gletzemr Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)

Drittes Blatt

1856

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Kommunistische Partei.

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3n ehren der Kreise ist daS Koeuz ebn|u- sehen, mit dem die Stimmabgabe für die b» treffende Partei gefeim^dd>iret wird. Die 6ttnm- zettel werden bei der kommenden Wahl nicht mehr auf ter Strafe ufa>. Der teilt, featbem liegen lediglich im Wahlraum auf.

2.

Deutsche DolkSpartei.

5.

Verein, fog.-dem. Partei Deutschlands.

1.

Deutsche demokratische Partei.

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Verlangt die guten

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Hanfa-Gummiabfatze

3.

Deutschnationale DolkSpartei.

spielen keine Rolle. Das Gefühl der fportliehen Dollwertigfeit eint. Man ist Kamerad. Turner» bruber, tuq, man ist sozial. Das tut uns ®eirt scheu not Ich Weitz kein anderes Gebiet, das ge­eignet märe, ja weitreichend deutsche Jugend alle« Klassen unter einer Fahne zu versammeln, al« den Sport. Daran ändern die tleinen Reibungen, tote der Streit der Turnerschaft mit den Sport verbän­den, die Besonderheit Lvnfessiomckler und sozialisti­scher Turnvereine nichts. In dieser Sportarmee wird es eben verschiedene Regimenter geben. Aber sie alle fühlen sich doch bewuyt oder unbetoufe als Träger eines einzigen groben deutschen Gedan­kens. Kein politisches, kein künstlerisches, fein re­ligiöses Ziel vermag dies zur Zeit. 'Darum sei dir Förderung der LeibeSübung allen Freunden des Volkes dringend anS Herz gelegt. Mit ihnen wer­den wir wieder zu höherer Weltgeltung uns em­porarbeiten.

Bähe vor:

.Wenn Deutschland morgen von der Srbc vertilgt wird, fo gibt es übermorgen feinen Engländer auf der Welt der nicht reicher wäre Völker haben lange (Zahre um eine Stadt gekämpft weshalb sollten wir nicht um einen jährlichen Handel von zweihundert Millionen Psund Sterling Krieg führen? Wir können nt Ruhland und Frankreich sagen: Haltet eich schadlos tote ihr wollt, nehmt von Deutsch­land was euch gefaßt, ihr könnt es haben!"

Vorturnern waren, wir ständen anders da aus der I Welt und würden trotzdem geistig In nichts zurück- flefen müssen. Vielleicht ist eS gestattet, darauf hiiczuweisen, dah der englische Gentleman fein An- ! sehen auf der ganzen Welt auch seiner trainierten Körperlichkeit verdankt und dah der Sport für England eine gute, reklamestarke, ertragreiche Ex­portware gewesen ist. ileberall noch mehr als bei uns hat man einen Wertbegriff für körperliche Leistung, und auch die sportlichen Ergebnisse eines Volles dienen zu dessen allgemeiner Beurteilung. Gestehen wir es, dah die Sympathie, die ine Schweden auf der ganzen Welt genieben, mit auf die Rechnung ihrer Gestalt mit der gym­nastik-geschulten HaUung zu setzen ist. Run darf man sich darüber nicht Im Zweifel fein, bab eine Besserung der Volksgesundheit und des körper­lichen Auftretens durch Leibesübungen zu errei­chen ist, wenn der Sport eine LebenSgewohnheit des ganzen Volke« wird, so etwa wie eS in Schwe­den, Rordamerika und England ist. Davon sind wir in Deutschland trotz der machtvollen Sntwicke- lang der Deutschen Turnerschaft und des auf­blühenden Sports noch weit entfernt. Kaum zwei vom Hundert des Dolles betätigt sich nach zuver­lässiger Berechnung regelmähig auf Cem Ge­biete der Leibesübungen Rur Mitglied eine« Sportvereins zu fein und zuzusehrn, i die an­deren sich mühen, damit ist eS nämlich nicht getan. Gerade die Gebildeten des Volkes stehen abfeit«; keiner wird zwar laut den Rutzen bestreiten, aber bis zum Sich-selbst-Betätigen und Selbst-mit-Hel- fen, kommt es nicht. Man hat nämlich . . .feine Zeit. Zum Krank-sein und ©leif-fein mutz sich dann nachher leider die Zeit finden. Bi« die Turn- und Sportsache einen ausreichenden Prozentsatz des Volkes zur Selbstbetätigung mitreibt, das wird ohne staatliche Ginriffe noch sehr lange dauern, länger jedenfalls, als das Vordringen der Ent­artung, wie es die moderne Lebensweise ohne Ge­gengewicht einer straffen Jugenderziehung natur- notwendig mit sich bringen muh. Es ist daher dringendste Pflicht den Schulunterricht ohne Ver­zug auf die tägliche Turn stun de zu Der- mehren und den Spielnachmittag und Wandertag wirklich im Sommer und Winter durchzuführen Dann muh an allen Hochschulen die körperliche Schulung eine Verbindlichkeit darstellen, wie es in Amerika zum Segen des Volkes Der Fall ist. Natürlich gehören dazu UniversitätS-Sportplahe und Turnhallen im Rahmen der ilnlDerfliät«- Gebäude, nicht etwa weit braufen irgendwo. Fer­ner dürfen wir die von der Volksschule ins Leben tretende Jugend in ihren enttoicklungswichttgen Hahren höchster Wachstumsenergie nicht sich selbst überlasten; es sollte da wir in Frankreich, Belgien, Rubland, Ungarn eine Turn- und Sport­pflicht eing.führt werden, die In freiester Form abgeleitet werden kann. Dann wird aus dieser Pflicht ein Recht und eine Freude der Jugend werden.

Die Richtlinien der körperlichen Ausbildung sind in der Verschmelzung turnerischer und sport­licher ErztehungSgedanlen schon gefunden. Welche Sportverbände der Welt können wie die deutschen auf eine aus ihren privaten Kräften entstandene Bildungsanslalt mit Hochschulcharakter Hinweisen! Wo gibt es ein aus privaten Mitteln erbautes Stadion von Umfang und Vielseitigkeit des deut­schen Grünewald bei Berlin! Der deutsche Ver- einSgeist hat hier Unübertroffenes geleistet und es wäre nur noch Aufgabe der Behörden, diese Arbeit tatkräftig »u fördern.

AuS einer Verallgemeinerung der LeibeS­übung versprechen wir uns auch soziale Verstän­digung. Wäre ein Fortschritt auf diesem Wege rein wirtschaftlich betrachtet nicht alle aufgewen­deten Mittel wert! Der sportlich Tätige wird sich immer erdnäher fühlen als der rein theoretische Schwärmer. So wie der Bauer sich nicht leicht eine rem gedanklich erfabte Weisheit aufschwatzen labt, so hat auch der Sportsmann einen natürlichen In­stinkt, der ifm vor Verstiegenheiten bewahrt. Kör­perliche Hebung beruhigt. 3m Wettkampf tritt der Mensch dem Menschen gegenüber, Stand und Geld

lltärcrkademle wett hinter denen seiner Kameraden zurüdftanfen. Ter grobe Gegner des KorsM der Herzog von We11ington, zierte in der Scfele die letzte Bank, und von dem anderen UebenvinDec Napoleons, von Blücher, wissen wir, dah er es nie so weit gebracht hat, einen ovthograpHuchen Brief zu schreiben. Andere bedeutende Hrersuhrer, so die beiden Oberbefehlsfeber der febabhd^n Armee im amerikanischen Bürgerkrieg, General Grand und Stonewall Jackson, atttoldeüen sich als Knaben überaus langsam und kamen auf der Schule nicht fort. Tas gleiche gilt von dem groben Raturforscher Isaak R e toto n, ber auf der Schule schlecht wetterkcrm und die letzte Bank geradezu als den für ihn reservierte Platz be­trachtete. Earlyle erzählt, dab in derselben Klasse des Edinburger Gymnasium« zwei Jungens sahen, von denen der eine die Zierde der Schule war und stets als Erster verseht wurde, der andere aber immer sitzen blieb und die Derzwriflung feiner Lehrer bildete. Der Musferschüler wurde ein einfacher Mr. John Hunter, vo-n dem die Geschichte nichts weiter zu berichten Weib; aus dem Dummkopf und Faulpelz wurde der grobe Dichter Walter Scott. Carlyle fügt ine Be­merkung hinzu, dab ja auch unter ollen Pflanzen am raschesten und besten sich der Kohl ent­wickelt. Don Darwin sagte sein Vater:Der Dengel hat nichts anderes Im Kopf al« Schieben, Hunde und Ratten fangen. Gr wird noch einmal dfe Schande der ganzen Familie bilden," und dieserungeratene Sohn" wurde nicht nur zu einem der größten Gelehrten, fcxibecn auch zu

Der Stimmzettel zur Reichs- tugswuhl.

Bei der Reichstags Wahl am 4. Mai wird Mim ersten Male mit amtlichen Ein­heit« st immzetteln gewählt. Diese Art der Wahl ist u. a. in Amerika üblich und hat sich überall, schon au« Grimden der Sparsamkeit, sehr bewährt. Die Stimmzettel werden amt­lich hergestellt und enthalten alle Wahlvor- schläge unter Angabe der Partei und Hinzu­fügung der Ramon je der ersten vier Bewerber. DieStimmabgabe erfolgt derart, dah der Wähler durch ein auf denStimm- zettel gefetzte« Kreuz oder auf andere Weise kenn tlich macht, welchem Kreis- wahlvorschlag er seine Stimme geben Dill. Sonstige Vermerke machen den Stimmzettel ungültig.

Der Stimmzettel hätte, wenn 6 KreiSwahl- vvrschläge eingereicht werden, folgendes Aussehen: (Rachstehend alphabetisch geordnet, in Wirklich- feit aber nach dem zeitlichen Gingang der Kreis- wahlvorschläge bei dem Kreiswahlleiter geordnet.,

Don einer irischen Reise schreibt er Im Mai __.J:Man merkt hier, bab die sogenannte Frei­heit der englischen Bürger auf Uiitctbiüdung der Kolonien beruht. Man kann Irland als bic erste englische Kolonie ansehen. Die Mahrege- lung ist m allen Ecken und Enden sichtbar In feinem Lande habe ich soviel Gendarmen gesehen, und der preußische Gendarmenausdruck hat sich In dieser mit Karabiner, Bajonett und Hand­schellen bewaffneten Konstablerhorde zur höchsten

Die starknationale" Veranlagung der eng­lischen Gewerkschafter, deren nüchterne Gehirne weder durch Einbildungskraft der deutschen So­zialdemokraten noch durch den Flügelsch'.ag grob» mittiger Gedanken gehemmt werden, war den deutschen Arbeitern schon vor dem Krieg bekannt. Dab aus den internattonalen sozialdemokratischen Kongressen der allgemeine Pulsschlag langsamer «nd die Blutwärme geringer wurde, wenn eng­lische Delegierte auf das Rednerpult traten, das Weib jeder der schon solchen Behandlungen der Vertreter de« internationalen Proletariats bei- gewchnt hat. Der geschichtliche Weg der Ratton hat den einzelnen Engländer, mag er Lord ober Pferdeknecht Kaufmann. Bergarbeiter, Gelehrter jeder Leichenschauer sein, zu einem persönlichen Selbstgefühl geführt, da« die Wurzeln der guten tote auch die letzten Wurzelfasern der schlechten, für jedes europäische Doll lebcnsgefährllchen Eigenschaften der englischen Ration birgt.

3n Der angesehenen ZeitschriftSaturdah Mevtew" hat am 11. September 1897 ein Aus- fat) unter der äleberschrift:England und Deutsch- l.Ianb" gestanden. Darin tarnen die unsterblichen

fcaite der Herd Kes Kttegsseuer«. 11 nb dieses Kabinett hat auch em gutes Parlament, eine­willige Volksvertretung, die bisher weniger am Kriege selbst und mehr an den Mängeln der Kriegführung Kttttk geübt hat."

Aus Manchester schrieb Friedrich Engels fünfer dem 7. Oktober 1858 seinemlieben Mohr", tote er Marx gern an redete, über eine Ge- werkschastsbewegung zünftlerischen Charakters wie sie auch heute noch unter der englischen Arbeiter­aristokratie besteht, und setzte hinzu,dah, das Englische Proletariat immer mehr Decbürgert. so t>ab diese bürgerlichste aller Rationen es schlieh- lich dahin bringen zu wollen scheint, eine bürger- Hcfe Aristokratie und ein bürgerliches Proleta­riat neben der Bourgeoisie zu besitzen." Und er schliefe sarkastisch:Bei einer Ration, die Die naiue Welt ausbeutet, ist das allerdings gerecht­fertigt." __________________________________

Deutschland daS bücherreichste Land.

DieInternationale Stattsttk der Geistes­arbeit hn Jahre 1922" bringt eine llebersicht über die Büchererzeugung von 1922 im Vergleich zu der von 1921 tn den wichtigsten Kulturländern. Im allgemeinen zeigt das Hahr 1922 dieselben Merkmale tote 1921," hecht es da.Die Geistes­arbeiter schaffen unentwegt trotz der Umftänbe, Die Druck und Verkauf ihrer Werfe hemmen. Ramentlich bn Deutschland und der französische Schweiz ist die Rot der Schriftsteller grob, wäh­rend es in Frankreich, Grobbritannien und den Vereinigten Staaten noch möglich ist, vom Er­trag seiner Feder zu leben." In den meisten Ländern ist eine Zunahme der Dücher- produktion 1922 gegen 1921 festzustellen. In Deutschland betrug sie 1607 Bücher, in Frankreich sogar 1749. Die Erzeugung in Großbritannien hat um 184 Einheiten abgenommen. Wie seit vielen Jahren, so steht auch 1922 Deutschland mit 35 859 Reuerscheinungen, weitaus an der Spitze; es folgen (Srobbritanntcn mit 10 842, Frankreich mit 9432, die Vereinigten Staaten mit 8638, Italien mit 6336, die Tschechoslowakei mtt 4563, die Rie­derlande mit 4003, Ungarn mit 3857, ©ärwanarf mit 3419. Auch wenn man annimmt, dab in Deutschland besonders genau gezählt wird, und berücksichtigt, bab die deutschen Zahlen den ge­samten deutschen Sprachbereich und auch sämtliche Zeitschriften umfassen, so mub doch festgestellt werden, babDeutschland wahrscheinlich seit lan­gen Jahren bas Land ist, das die meisten literari­schen Werfe beroarbttogt.

einem vorbildlich edlen Menschm. der sein Ehren- grab In der Westminster Abtei wie wenige andere verdient hat. Tab Dichter sehr schlechte Schüler waren, ist auch ebne häufige Tatsache. Es sei nur an Heinrich von Kleist erinnert und an Gottfried Keller, der von bet Schule gejagt wurde und die Tragödie seiner Schulzeit im Grünem Heinrich" so wundervoll dargestellt hat. Die Verzweiflung aller feiner Lehrer bildete auch Oliver G o l d s m i t h, der Schöpfer des unsterb­lichenVikars von Wakefield". In dem Sohn des edlen Geistlichen, dem kleinen Mose«, der lauter Dummheiten macht, hat sich der Dichter selbst geschildert. Der berühmte englisch? Maler W P. Frith erzählt in seiner Selbstbiograplsie. als er ein halbwüchsiger Junge war und in der Schule garnichl forttommen wollte, habe sein Vater einige seiner Zeichnungen einem bekannten Maler gezeigt, und dieser habe geraten, den Knaben Maler werden zu lassen. Viele Jahre später, als Frith schon berühmt war, begegnete er diesem Künstler und erinnerte ihn daran, dab er ihm eigentlich fein Glück verdanke. Der andere bat, ihm die Zeichnungen doch noch einmal zu zeigen. Er sah sie lange an und meinte dannWollen Sie mir wirklich einreden, bab ich diese Sachen schm einmal gesehen habe?"Ja, gewih. -Und dab ich darauf riet, den Verfertiger dieser Zeich nungen Maler werden zu lassen?"Ja, das taten Ste" Dann," sagte der alte Meister,mub ich mich vor mtr selbst schämen, dah ich so dumm war.

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Deutsche Arbeiter, hört!

Don Anton Fendrich.

Dor einigen Jahren hat mir eine Verwandte Den Friedrich Engels erzählt, wie ber Dre° bannte, wenn es ihn drüben auf der Insel nicht mehr litt, manchmal In Rächt und liebel her- Übergeh mmen sei, um im Hause des Bruders tn aller Heimlichkeit ein paar Tage verborgenen Heimatlebens zu genießen; und immer srr er ausgebrochen in Verwünschungen über die Dumm­heit der damaligen Regierung, die ihm nicht die Betätigung einer Gesinnung erlauote, deren un­nötige Verbitterung durch die liberale Haltung Englands nur gefordert wurde. England hat sich diese Weitherzig kett gegen Marx, Engels Bern­stein und Motteier, den Fürsten Kropotkin und die Tolstoraner leisten können, tocil alle Ar° beiter und alles Wirten der staatstreuen cme der revolutionärenforeigners der Fremdlinge! an der Geschlossenheit des natvonal-englischen De- w-ufeseins da« den englischen Gewerkschafter eben­so beseelt'tote den britischen Lord, machtlos zer°

6.

Zentrumspartei

Vollkommen beit entwickelt."

Karl Marx schrieb an den Freund bei dec Erwähnung eines Artrtels über Indien, er habe darin dieVernichtung der heimischen Industrie Indiens durch England als revolutionär bar» gestellt Das wird ihnen (den Engländern) sehr peinlich sein Uebrigärs war die Gesamtwirtschaft der Briten in Indien säuisch und ist es bis auf den heutigen Tag".

Sehr schmerzhaft für den heimischen Bewun­derer ber englischen Verfassung wird die Stelle von Marx und Engels fein:Alle die Esel, während sie für Republik, und Kinkel sogar gelegentlich für rote Republik ächzten, krochen der englischen Konstitution servilsten« in dm Hintern ein Widerspruch, worauf sie sogar das unschuldigeMorning Ehronicle" als Mangel an Logik aufmerksam zu machen ger/hte."

Unb bann der kostbare Sah von Friedrich Engel« au« qznem Brief ohne Monats- und Jahresangabe der aber geradezu für unsere Tage geschrieben scheint: -Diese Engländer sind inner­halb der demokrattschen Formen viel gewissen­loser als wir redlichen, timiben Deutschen"

Leibesübung und deutsche Zukunft.

Don Staatssekretär z. D. Dr. Theodor Lewald, Präsident deS Deutschen RcichsauSschusseS für Leibesübungen.

Die Letzten werden die Ersten..

Es hat einmal In einer hessischen Schule eine berühmteletzte Cßanf' g^ebsn, dieschteHte Schüler drückten, die nachher sämtlich hochberuhmte Männer wurden. Darunter waren der grofe Ehemiker Justus von Liebig und kter bekannte Raturwisse^chastker- Karl Bogt. Tast die guten Schüler nicht immer die tüchtigen Menschen im Leben sind und bab sich auch hier das Bibelwort bewahrheitet, dah die Letzten die Ersten werdm, ist ja allgemein bekannt. Gar viele grotze Männer sind in ihrer Jugend Taugenichtse oder Traumer die sich für die Anforderungen d^ am wenigsten eignen; erst allmaferch ersaht ihre Begabung das für sie passende Gebiet unb ent­faltet sich dann zu ungeahntem Höhenflug. ^n einer englischen Zeitschrift werben eine 9rt>f}- Anzahl von Beispielen solcher schlechter Schufer angeführt, die dann im Leben ihre so viel tuch- tigeren Schulkameraden wett hinter ^tch .zuxück" lassen Der Begründer des englischen Reiches in Indien Robert E1 ive bllbete die Verzweiflung feiner Lehrer. Jede Anstalt, die er besuchte. - und er versuchte auf vier Schulen sein Gluck Wies ihn wegen seiner schlechten Leistungen fort. Schltetzlich schickte ihn sein Vater, well er mit dem .Dummkopf" nichts annulangen mutzte, nach In- &ten. und in diesem Milieu entfaltete nun der hinge Mann rasch sein Genie. Auch Relson, der Abgott der englischen Geschichte, galt auf der Schule für höchst unbegabt, und von R ap ol eo n tolrb berichtet, datz seine Leistungen auf der Mi-

Zn all dem Ringen um die deutsche Zukunst wird von der gröberen Oeffen lich'eit ehre Bewe­gung übersehen, die nach zwei Richtungen hin un­ser neues Volksleben beeinflussen wirb: ich meine die aufblühende Turn- und Spor.bewegung AlS ihren Erfolg erwarten wir eine Erhöhung der Volksgesundheit unb eine Verminderung der Klassengegensätze. Gin Freiburger Hygieniler be­richtete vor kurzem, dah er In jahrelanger Aussicht über die Mitglieder einer Schwlmm-Rennmann- schäft keine Grlälttingskiankheit beobachtet habe. Bier, der Berliner Chirurg, hält LeibeSübung In Licht und Luft als das wertvollste unb - billigste Mittel zur Verhütung der Lungenschwindsucht, ja er läht Leichterkrankte sogar Leibesübungen unter einem sachverständigen Lehrer treiben. Die Knochentuberkulose behandelt er mit der natür- . - . sichen Sonne. An unserer tm Jahre 1920 im Ber-

Das war vor 26 Jahren!" wird unser silier Stadion gegründetenDeutschen Hochschule

Lllergerechtester Deutscher sagen. Gut! Aber Bre- für Leibesübungen" haben wir ganz wunderbare

|btu« ein holländischer Gelehrter, fügt diesem Erfolge regelmässiger körperlicher Arbeit beob-

2lus'bruck einer offenen englischen Räuberseele achten Ginnen und zwar nicht nur aus körperlichem,

Ifefot hinzu, datz nach seinem Urteil 99 Prozent sondern auch auf geiftlgcm Gebiet! Wer

'aller Engländer fo dächten. Der holländische Krollte denn daran zweifeln, dah der Mensch ein

,Schriftsteller Simons, der die englischen Der- unzertrennbareü Ganze sei und alle vernünftige

'Mitraffe aus jahrelanger eigener Erfahrung kennt -Zlrbeit des Körpers dem Geiste und umgekehrt

vnd als Freund Englands bekannt ist, bestättgt alle Schulung des Geistes auch dem Körper zugute

.das Urteil von Dredius mit den Worben, in Eng- komme, ilnfere Erfolge erstrecken sich nicht nur

'land kämpfenur eine kleine Gruppe von Wan- auf j>je kraftstrotzenden jungen Studenten, die sich

nem und Frauen mutig für die Ideale die bei Hag Turn- und Sportlehrer-Studium zum Lebens­

allen wirklich neutralen Ach ung finden könne". fcruf erwählt haben, sondern auch auf die uns an» 99 Prozent aller Engländer! Wa« brauchen vertrauten Mädchen, besonders solche, die unmlt- tott mehr Zeugnis? Und wenn eS nicht nur 1, ielbar nach Derlasien des Lyzeums alsVorstuden- sondern 10 ja wenn es selbst 20 Prozent sind, tInnen" eintraten und so die entwicklungswichtigen denen als auf richtigen Patrioten und anständigen ^ihre von 16 bis 19 nicht in der Lernschule korper- Menschm die Schamröte über die Schande ihres sich, verkümmerten, sondern in täglicher Gemein» Landes ins Gesicht steigt, was hilft uns das? schuft von körperlicher unb geistiger Arbeit frei Englands Krieg gegen Deutschland war fein Ka- entfaltet wurden. Schließlich bürfen wir geradezu binettskrieg sondern ein Volkskrieg. aufVerjüngungskuren" Hinweisen. Ohne jede

Dah es sv steht: Doll wider Doll! das Transplantation, lediglich auf dem Wege klug ver­sah im Kriege selbst ein Blatt wie dieWiener teiltet Hebung haben wir in den verschiedenen «Arbeiterzeitung". Sie schrieb: Lehrgängen für Aerzte. Derwaltungsbeamte und

Was aus dem Munde der englischen Mi- tn unserem eigenen wissenschaftlichen Lehrkörper irtfler schallt ist zäher Kriegswille unb feste vorgerückten Alters unerwartete Erneuerung der Zuversicht auf die Niederwerfung des Feindes, körperlichen Spannkraft zu verzeichnen. Man kann Irren wir nicht so ist das Kabinett Greys sich nur wundern, datz ein fo allgemeingültiges und - 1 * ~ billiges Gesundheitsmittel wie es die Leibesübun­

gen sind, am besten in ihrer einfachsten Form, nicht mehr angewandt wird. Wenn es allein gelänge, die Zahl der Erkältungslrankheiten mit ihren Fol­gen in Deutschland zu vermindern, wie dies bei dem oben erwähnten Schwimmklub möglich war, welchen wirtschaftlichen Dorteil würde dies für unser Doll bedeuten! Wenn es gelänge, nur einige Tuberkulosefälle zu verhindern, bis in toietnel Glieder des Dolles würde der Segen bringen! Darüber hinaus, wieviel lebenstüchtiger unb ge- nuhfähiger, wieviel selbstzufriedener ist der kör­perlich Widerstandsfähige gegenüber dem Anfäl­ligen! Der ganze Mensch wird ja vom Körpec- zustand aus beeinflußt. Wir merken das Immer erst, wenn es irgendwo hapert. Aber fein Zweifel, bab die Steigerung vorn Rur-eben-Gesunden bis zum Kraftvollen auch da« Gefühl der pec-sönlichen Dollwertigkeit erhöht. Wenn wir eine Ratton von