a. L. 1. Mat Tnt bemipenngen Sage ist die hiesige Postagentur ton dem Hause Denner. daS sie 43 Jahre verwaltet hatte, an den seitherigen Postboten Wilhelm Het tche übergegangen, der auÄ das Äustcagen der Postsachen besorgt. Leider fällt nun auch infolge der Ersparniswirtschaft der Reichspost der zweite tägliche Po st gang weg, so daß mit dieser Neuerung zugleich eine Verschlechterung der hiesigen Postverhältnisse verbunden ist. was von den hiesigen Geschäftsleuten unliebsam verspürt wird. I
KWirberg, 2. Mai. Sn Unserem Kirchspiel wurden 34 Kinder, 14 Mädchen und 20 Knaben, in der festlich geschmückten Kirche auf dem Wir- berg konfirmiert. Sm Laufe des Monats April fanden in Göbelnrod und Rein- hardshain zwei Gemeindeabende mit Lichtbildervorträgen des Missionars Lenk aus Hersfeld über China statt. Sn Aein- hardsbain sprach in einem Familienabend Marine-Oberpfarrer Gabriel- Derlin. Sm Anschluß daran wurde die Gründung eines Zweig- Vereins des Evang. Bundes vorgenommen.
z Beltershain, 2. Mai. Bei der Holzversteigerung am 1. Mai kosteten 4 Rm. Buchenscheit ca. 40 Mk. Seit den letzten Versteigerungen In Göbelnrod und Reinhardshain waren die Preise etwas zurückgegangen, es kosteten damals (vor Ostern) 4 Rm. Duchenscheit ca. 60 Mk.
t. Ettingshausen, 2. Mai. Unsere Gemeinde besitzt schon in einer Tafel in der Kirche ein künstlerisch wertvolles Denkmal für ihre im Kriege gefallenen Söhne. Jetzt hat sich der Ortsvorstand entschlossen, auch noch auf dem Platze vor der Kirche einen Gedenkstein für die Gefallenen zu errichten. Regierungsbaumeister Schneider von Gießen legte einen Entwurf vor. der von dem Gemeinderat gebilligt wurde. Das Denkmal stellt eine deutsche Mutter dar. die ihr Kind schützend an sich hält. Schon der Entwurf läßt deutlich die Absicht des Künstlers erkennen, das zwar durch die Schicksalsschläge zusammengebrochene, aber sich doch wieder aufraffende Deutschland darzustellen, dessen Zukunft in dem Kinde verlinnbildlicht ist. um das die Mutter schützend und hoffend ihre Arme legt. Da der Entwurf schon in Arbeit gegeben ist. wird das Denkmal im Aachsommer wohl fertiggestellt sein. r
Kreis Friedberg.
Bi Dad-Rauheim. 2. Mai. Das 7 5- Zahr. Jubiläum der Hvfbuchdr uckerei Wagner brachte der angesehenen Firma zahlreiche Ehrungen, nicht nur aus den Kreisen der hessischen Derufsgenvssen, sondern auch van Be- Hörden und größeren örtlichen Körperschaften, die in Ansprachen oder Glückwunschschreiben die Bedeutung dec Kunst Gutenbergs feierten und die Verdienste der Jubiläums-Firma, die seit 40 Hahren die „Bad-Rau heim er Zeitung" und die amtliche Kurliste verlegt, für Bad und Stadt anetfannten.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 3 Mak. (Eigener Bericht.) Das im Mittelpunkt der Stadt gelegene Resi- denzschloß ist in ein Museum umgewandelt
worden und wird tn den nächsten Tagen eröffnet. Gs find hauptsächlich historische Gegenstände au8 der Landgrafenzeit zu sehen. — Sn der letzten Zeit sind in den Dienst raumen staatlicher und städtischer Betriebe Einbrüche verübt worden. Es wurde fast immer mit Geld gestohlen. So sind In dem hiesigen Arbeitsamt und in der Verkehrskontrolle bfe Gelder gestohlen worden. Man vermutet, daß die Einbrüche von Berufsverbrechern verübt werden.
Kunst und Wissenschaft.
( Eine Darmstadter Opernerstaufführung.
Darmstadt, 3. Mai. (Eig. Bericht.) Gestern abend war die Erstaufführung von Eima- rvsas „Heimlicher Ehe". Es ist dies eine ältere Oper, die von dem Regisseur des Landestheaters Eugen Keller bearbeitet worden ist. Die Aufführung hatte einen außerordentlichen Erfolg, nur die Dekoration im modernen Stila konnte nicht gefallen. Die AdulU erinnert lebhaft an Mozart.
Vermischtes.
Schwedens Eisenschätze.
Din unermeßlicher Schah liegt im äußersten Rorden Europas, in den unerschöpflichen Ci enerz- lagcrn von K u n a b a r a, die ebenso die riesigen Hochofenanlagen des Ruh.'geb'.etes wie die großen Eisenwerie Oberschlesiens und der Tschechofliowakei, die englischen und belgischen Hütten sowie die kleinen Hüttenwerke der nordischen Länder mit Rohmaterial versorgen. Schon im 17. Iahrhunde t wurden die ersten Versuche gemacht, diese gewaltigen Lager auszubeuten, aber erst feit 1877 wurde die Ausfuhr durch Anlage von Dahnen und Verbindung mit der Küste möglich. Der Ausbau der Bahnlinien gestattete dann einen Export in immer größerem Umfang und verschiedene heimische wie ausländische Gesellschaften vervollkommneten die Ausbeutung, .lieber die Menge des hier vorhandenen wertvollen Erzes aber war man sich lange nicht im klaren, und,erst die staatlichen Bohrungen der letzten Zähre haben eine genauere Abschätzung gebracht, deren Ergebnisse Prof. A. Schwarz in der in Frankfurt,a. M. erscheinenden „älmschau" mitteilt. Danach besitzen die schwedischen und lappländischen Eisenlager eine Mächtigkeit von mindestens 1,5 Milliarden Tonnen, so daß bei einer durchschnittlichen Zahresausfuhr von fünf Millionen Tonnen, wie sie jetzt erfolgt, die Erzlager für>30 0 Mill. Jahre ausreichen würden. Der hohe Eisengehalt dieser Erze von 63 bis 70 (Prozent wird selbst von den berühmten spanischen aiti> afrikanisch m Erzvorkommen nicht erreicht. Dazu kommt noch der Phosphorgehalt, der zwischen 0,085 und 1.7 Prozent schwankt. Die phosphorarmen Erze, die für den Hochofenbetrieb früher so wertvoll waren, blieben bisher den schwedischen Hütten Vorbehalten. Rach der Feststellung durch dre neuen Ddhrungen nimmt aber der Phosphorgehatt der Erze mit zunehmender Tiefe ab, so daßmran jetzt auch phosphoracme Erze ausführen kann. Das ist von gidßer Bedeutung, denn der Preisunterschied zwischen phosphorfreiem und phosphorhaltigem
Vrz beträgt 7 schwedische Kronen pro Sonne. Die spanischen Erzlager kommen mit ihren 150 Millionen Tonnen demgegenüber kaum noch in Betracht. Das größte Eisenerzlager der Welt befindet sich in den Vereinigten Staaten am Late Superior: seine abbaufähig« Erzmenge wird auf 3,5 Milliarden Tonnen geschätzt. Furchte europäische Eisenindustrie aber werden die schwedischen Schätze immer maßgebend bleiben.
Büchertisch.
— Die sch öne Literatur (EduardAve- narius, Leipzig). Die von Will Vesper, einem Führer, dem man sich schon anvertrauen darf, hei ausgegebene Zeitschrift gibt in all ihren übersichtlich gegliederten Teilen ein gedrängtes, aber sehr anschauliches Bild von dem Leben des von ihr gepflegten Gebietes. Sn der letzten Rümmer spricht Euringec über Th. Etzel als Ileberseher, Albert Soerzel über zwei neue „Leukothra"-Erscheinungen. Zahlreiche Bücherbesprcchungen und eine Zeitschriftenschau beschließen das Heft.
— Hans Thoma. Ein Meister der Menschheit. Don Dr. Karl Anton. Mit 50 Abbildungen und einem sonst unveröffentlichten Bildnis des Meisters. (Vlll und 100 Seiten.) Verlag G. Braun, G. m. b. H. in Karlsruhe. Preis geh. 4, geb. 5 Mk. — Dieses Buch- ist die erftie umfassende Darstellung Hans Thomas als Persönlichkeit, als Lebensdeuter und Lebensdrzwinger. Dem Verfasser standen alle Quellen zu Gebote. Der Vorzug jahrelangen persönlichen Verkehrs mit dem Meister ließ ihm jene reichlich fliehent Alles, was außer dem bildnerischen Lebenswert an Aufsätzen, Gedichten und Gedanken, an Aufzeichnungen oder bedeutsamen Briefen vorlag als Ausdruck von Hans Thomas Persönlichkeit — von der- Jugendzeit an bis zu Beginn des Jahres 1924 — alles das fand seine Verwertung in 8cm vorliegenden Buch. — Das Wesen dieses Meisters wie sein innerer Werdegang wird plastisch herausgearbeitet. Besonderes Sntevesse bfufte die erstmals so aufgewiesene Entwicklung und Bedeutung der musikalisch-lyrischen Wesens- art Thomas erwecken ober die fesselnde Darstellung des Konflikts zwischen dem Dichter und Maler Thoma. Das Kapitel über Astrologie wird Viele zum Rachdenken anregen wie überhaupt das Buch auch demjenigen, der bisher Thoma ganz zu kennen glaubte, immer noch neue Anregungen geben wird.
— Ilhland Gedichte. AuSgewählt mid eingeleitet von Prof. Dr. Hermann Schneider. Mit vier Bildern. Strecker & Schröder, Stuttgart. Halbleinen 3, Halbleder 5,50 Mk. — Mehr als 'bunber-t Jahre sind fett dem ersten Erscheinen von Uhlands Gedichten verstrichen. Richt gleich damals wurden sie Gemeingut der Ration, aber nach zwei Hahr-zehnten waren sie durchgedrungen und wurden für die dreißiger und fünfziger Jahre vertrauteste poetische Kost der Leser, bewundertes und beneidetes Vorbild der Dichter^ selbst Lenaus, Hebbels, Kellers. Storms. Sie gehören noch heute zum selbstverständlichen Besitze jedes Deutschen. Hermann Schneider, der älhland-Dio- graph, hat eine glückliche Auswahl aus den Gedichten getroffen, die der Verlag in dem schbnen Gewände seiner Sammlung deutscher Lyrik vvrlegt.
»NechNche Nachrichten.
Sdangellsche Gemeinde«.
Gießen. Sonntag, 4. Mai. MisericordiaS Domini. Stadtkirche. 97,: Pft. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgem. Pft. Mahr. Johannes- kirche. 9'/,: Pft- Bechtolsheimer. 11: Kinderkircht f. d. Lukasgem. Pft. Bechwlsheimer. — Wieseck. 9: Deichte. 9'/,: Sm Anschluß Feier des heil.Abend- mahls. VI,: Kirchl. Feier d. Aufnahme d. Kleinster in d. Schule.— Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: hl Abendm. f. d. jungen Leute v. 6taufenberg; nm 17,: Mainzlar u. Staufenberg.
Katholisch« Gemeinden.
Gießen. SamStag, 3. Mai. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 4. Mat. 67, Beichte, 7 Messe, 8 Konu, 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred., 27, Christenlehre u- Andacht, 82orttag d. H. Dr. Stohr, Dienstag u. Freitag abds. 67, Maiandacht. Grünberg. Sonntag, 4. Mai. 97, Messe m. Pred.
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