Er. 206 Zweites Blatt
Die Samoafrage.
Don Prof. Gustav Rolof f.
Wenn bei der Besitznahme von Kiaulschoa und der Gründung der Bagdaddahn Deutschland im allgemeinen England weit näher stand als Rußland so zeigt dagegen eine andere gleichzeitige überseeische Verwicklung England als entschiedenen Widersacher Deutschlands. Es war die Samoaangelegenheit, die am Schluß des 19.Jahrhunderts die deutsche öffentliche Meinung außerordentlich erregte und viel dazu beigetragen hat. das Verständnis für die Rotwendigleit einer stärkeren maritimen Rüstung Deutschlands in weitere Kreis« dringen zu lassen.
Samoa war sch-n seit 2 Jahrzehnten ein Schmerzenskind der deutschen überseeischen Po- lrtik. Seit den 70er Jahren halten deutsche Häuser auf der damals noch unabhängigen Inselgruppe Diederlassungen begründet, oft gestört durch Unruhen der Eingeborenen und durch die Eifersucht der Australier und Neuseeländer, die die Inseln am liebsten annektiert hätten. Auch englische und amerikanische Unternehmer stellten sich ein, und da eine feste einheimische Regierung nicht bestand, so gab es ewig Bürgerkriege und infolgedessen bald auch Differenzen unter den Konsuln der drei vornehmlich interessierten Machte, die ihre Staatsangehörigen vor Schaden -u schützen hatten. Rach Langen Verhandlungen wurde auf Bismarcks Betreiben endlich ein Abkommen, die sog. Samoaakte von 1889, getroffen, wonach die Inseln für unabhängig crffärt uich Deutschland, England und Amerika gleiche wirtschaftliche Rechte zagesichert wurden. Durch einen gemeinsam ernannten Oberrichter und andere Instanzen sollte der „König" von Samoa und seine Verwaltung kontrolliert werden.
Dies „Tridominat" vermochte auch nicht alle Unordnungen zu hsenden, und als im August 1898 der von den drei Mächten eingesetzte König Waüntoa starb, brachen über feine Rachfolge toteberum Zwistigkeiten unter den Eingeborenen aus, in die auch die Vertreter der Machte hinein» gerissen wurden. Sie suchten zwar eine provisorische Regierung unter einem der Kronprätendenten einzusetzen, aber da der Oberrichter, ein Amerikaner, sie nicht anerkannte, hörte der Bür- gertrieg nicht auf. Der englische und amerikanische Konsul ergriffen die Partei des Ober- utehterS, wahrend der deutsch« an der provis )- rischen Regierung festhalten wollte. Schließlich fetzten jene zu Beginn des Jahres 1899 gewaltsam einen neuen König ein und liehen durch Kriegsschiffe seine Gegner beschießen, wobei auch Deutsche zu Schaden kamen, gar verhaftet und <rft auf energische Reklamation freigelassen wurden (Mär? 1899). Es ist verständlich, daß diese Ereignisse in Deutschland große Empörung und Dte ikbeiyugung hervorriefen, daß England und ^Amerika di« wegwerfende Behandlung der Deutschen in Samoa nicht gewagt hätten, wenn Deutsch- Land wie sie eine ansehnliche Flotten macht v)r der Inselgruppe hätte konzentrieren können.
Dte deutsche Regierung hat die hier auf- äaucheuden Fragen sogleich mit allem Rachdruck, aber auchellerVersohnlichkeit behandelt. Zweierlei war zu betveiben: die Schlichtung der augenblicklichen Streitigkeiten auf Samoa und die Verhütung ähnlicher Vorfälle in Zukunft. Für das erste schien das beste, durch eine gemeinsame unparteiische Untersuchung von Vertretern 6er drei Mächte das Vorgehen der verschiedenen Konsuln und sonstigen Dchööden zu prüfen und im Anschluß daran einen neuen von allen anerkannten Rechts»; ustand herzustellen. Für die Zukunft schlug StaatssÄretär v. Bülow eine reinliche Scheidung der Interessen der drei Mächte vor durch eine Teilung der Gruppe oder durch liebertanung an eine Macht gegen anderweitige <^rtschädigung der anderen.
Es ist bezeichnend, welche Haltung die beiden andern Mächte Einnahmen. Während die ame- -rkkanische Regierung im allgemeinen auf die Absichten Deutschlands einging und der Präsident Wc Kinley namentlich das gewaltsame Vorgehen der amerikanischen Seeleute vor Samoa tadelte, war England zurückhallend, zunächst sogar ablehnend. Allerdings verkannte das englische Kabinett die llnHaltbarkeit der samoanischen Zustände nicht, aber, sagt Lvyd Salisbury Australien werde jede Aenderung, die Samoa nicht ungeteilt in englischen Besitz bringe, Übelnehmen. Er erkannte sogar an, daß Deutschland und Amc- rika dieselben Rechte wie England an die Inseln halten, aber, fuhr er fort, erst müsse der Zustand in Samoa noch schlimmer werden, damit Mich Australien die Rotwendigkeit einer Teilung begreife. Es war also dasselbe Verhältnis zwischen Kolonie und Mutterland, wie bei der Okku- patt.n Südwestafrikas durch Deutschland (1884), als die Kaplc-loni« hefttg gegen die deutsche Rachbarschaft protestierte, während die Londoner Regierung die Rechtmäßigkeit des deutschen Vor-
Oer Alte auf Topper.
Roman von HannS von Zvbeltih.
58. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Der Alte, der Herr Großvater, hat noch etwas zu sagen gehabt, nahm den Enkel ein wenig beiseite. »Also, mein Kaspar, wär' doch möglich," knurrt er und schiebt die Kappe ganz weit zurück bis auf den kleinen grauen Zopfansah. „Also, es tonnt’ doch möglich sein, daß Seine Mäjestät dich fragten, wie dus in der Heimat gefunden. Tut er's, barm bitt' «ich mir aus, red die Wahr- hett. Sag's grab’ heraus: sie sind im Elend. Im tiefsten Elend, Euer Majestät alleruntertänigst zu melden. Herren und Knechte, alle miteinander. Euer Majestät, der Bauer wie der Edelmann. Sag's ihm. Versprich mir in die Hand, daß du's sagst! Er soll's wissen. So . . und nun reit’ und bleib brav und unser gnäbiger Herrgott nehm’ dich in seinen Schuh."
Die Mutter hat ihm auch noch was Besonderes zu sagen, nimmt ihn nach der anderen Seite: „Du mein Lieber. Lieber, denk’ an deine Gesundheit. Halt’ dich in Ehren, hüt' dich vor leichtfertigen Menschen. Hast keinen Vater, so muß dir das die Mutter sagen. Du mein Lieber, Lieber — richt' dem Herrn Regimentsprediger meine ^unplimente aus, grüß' auch den Junker Pirch . . Möcht' wohl noch so vieles sagen, aber muh schlucken, schlucken, daß ihr die Tränen nicht kommen.
Doch da ist der Ohm: „Junge, so du die vom Regiment Zastrow siehst, grüß' alte von Jrtc armen Invaliden. Den Aschersleben und
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für tvderhefsen) Dienstag, 2. September 1924
gehens anertannte. Auch in Amerika empfand man diese Abhängigkeit der englischen Zentrale von den Kolonien und die daraus hervorgehende Schversälligkeit der Verhandlungen unbequem, so daß einmal der amerikanische Botschafter dem Kolonialminister Chamberlain im halben Scherz sagte: „Sie werden sich schließlich von Ihren Kolonien unabhängig erklären müssen, wie sich seiner-eit Ihre größte Kolonie, Amerika, von Ihnen unabhängig erklärt hat." Innerhalb der englischen Regierung war die Stimmung keineswegs einheitlich Die Botschafter in Berlin und Washington z. D. teilten den deutschen Stand- puntt, und ebenso trat Cecil Rhodes, der einflußreiche Präsident der südafrikanischen Kompagnie, der mit Rücksicht auf seinen Plan einer Eisenbahn vom Kap bis Kairo ein gutes Verhältnis
geschlagen das machtlose Königtum abzuschaffen, eine europäisch-amerikanische Regierung einzu- setzen und btt ewig Unruhigen Insulaner zu entwaffnen. Deutschland erhielt außerdem noch die besondere Genugtuung, daß der deutschfeindliche Obertichter abgelöst wurde (Juli 1899).
Rach dieser Entwirrung der Dinge an Ort und Stelle Handelle es sich um die Zulunst der Inseln, und da trat sofort die Frage auf: Teilung oder Ueberlassung an eine einzelne Macht? Die deutsche Regierung w>'. grundsätzlich nicht abgeneigt, alle Rechte auf anwa an England gegen Entschädigung in der öudsee und Afrika abzutreten. aber dagegen machte das Reichs-Marine- amt geltend, daß Samoa von großer strategischer Bedeutung fei; schon jetzt für die Fahrt von Kiautschou nach Südamerika, noch mchr später.
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zu Deutschland wünschte, um die Dahn durch Deutsch-Ostafrika leiten zu können, lebhaft für die Befriedigung der deuttchen Wünsche in der Südsee ein. Indessen alles blieb einstweilen wirkungslos. Salisbury scheppte die Angelegenheit hin, um, wie der Botschafter Hahfeldt schreibt, Deutschland durch die fortgesetzte Krise in Samoa, bei der ja zunächst England und Amerika noch zusammengingen, mürbe zu machen und so entmutigen, daß es schließlich England ganz Samoa oder wenigstens die Hauptinfel Up)lu überliehe. Erst als Amerika der Ernennung einer gemeinschaftlichen Untersuchungskommission zusttmmte und Deutschland zugleich in einer anderen internationalen Angelegenheit — der Frage der gemischten Gerichte und der Schuldenverwaltung in Aegypten — sich dem anttenglischen russisch- fran-ösischen Standpunkt zu nähern begann, muhte Salisbury diesem Doppeldruck nachgeben und in die Entsendung der Kommission willigen (Frühjahr 1899). Sie hat in der Tat nach einer mehrwöchigen Untersuchung die Lage geklärt und vor-
toenn erst der Panamakanal gebaut fei. Eine andere Inselgruppe der Südsee, etwa die Tonga- tafeln, an die als Kompensation gedacht wurde, könne keinen Ersah bieten. llnb vielleicht noch stärker wog ber Wunsch der öffentlichen Meinung, die nach allem Vorungegangenen einen gänzlichen Verzicht auf Samoa als schwere diplomatische Riederlage betrachtet hätte und in ber schon vorhandenen Abneigung gegen Englwtd bestärkt worden wäre. Gerade diese Abneigung gegen England dwllte aber die Regierung nicht vermehren, sondern vermindern: ihr schwebte in dieser Zeit eine allgemeine Annäherung an England vor, am alle kolonialen Differenzen ausza- gleichen und womöglich ein allgemeines Abkommen über ein Zusammengehen in allen weltpolitischen Fragen abzuschließen. Rach einem Samoa vertrag, den die öffentliche Meinung als etnfeiligen Erfolg Englands betrachtet hätte, hätte man solche Versuche auf geben müssen: weder Reichstag noch Ration hätten sie gebilligt. Deshalb entschloß sich die Regierung nach eingehenden
den Pau lsdvrf f, den Czettwih und den Düster loh ganz intim. Sag's ihnen nur. mein Herz ist bei ihnen, wenn ich auch nicht mehr mit dreinschlagen kann, ilnb machst du vor den geliebten Fah.ien Reverenz, so denk’: du tust's für mich mit. Glücklicher Junge ... Du . . ."
Run endlich fitzt er im Sattel. Sieht sie noch alle im Kreise stehen und das alte Herrenhaus dahinter mit dem schneebedeckten Dach und den langen Eiszapfen an der Traufe. Auf einmal will ihm der Herzschlag stocken — doch bann ruft er laut: „Addis, all ihr Lieben!" ilnb haut dem Gaul die Eisen ein.
Sie haben die Tüchlein heruusgezogen und winken.
Auch die Frau Mutter. Sv tapfer war die Frau, gestern ben ganzen Sag und beut; von ber Rächt zu geschweigen, wo sie gewacht unb gebetet unb in ihr Kissen gebissen hat, daß sie nicht auffchreie.
Jetzt, mit einem Male, ist's nut ihrem Mut am End’. Sie schluchzt auf und zittert, und barm, plötzlich, wirft sie den Arm um den Schwager, den Stabskapttän, legt den Kops an feine Brust: „Ich seh’ ihn nimmer wieder! Rie wieder — nie toieber! Christel . . . Christel ... sei bu gut zu mir . . .“ ilnb da legt ber Schwager den gesunden Arm ihr in den Racken, sagt ganz leise und zärtlich ein paar Worte, so niemand hörte, und toßt sie —
Der Alle aber, dem selber die Augen nah sind, fteht's mit Erstaunen, versteht's nicht, schiebt an der Kappe, schüttelt den Kopf. -Uni) stelzt bann schnell hinüber über ben Hof. Da steht zum Glück ber Marzante, ber Vater. Da kann
er sich Lust machen, schnauzt den an „Hast deinen Laban Wohl ordentlich gefuttert? He! ilnb die Husaren dazu? Was? Gab ein gutes Loch in unseren knappen Hafer! Wieviel berat? Sv sperr' doch das Maul auf, du Esel! Wieviel Hafer hast bu ben Gäulen geschüttet, will ich wissen —“
Stund ber Junker im Stadtschloß zu Breslau vor Seiner Majestät, straff ausgerichtet, in Positur, mit ben: Schreiben in ber Rechten.
Die nahm ber König, trat an seinen Sekretär, riß sie auf, überflog sie mit schnellem Blick, wandte sich um: „Ist allens gut gegangen, Zabeltitz?" fragt er gnädig.
' „Euer Majestät, zu Beßchlen."
„Bist auch daheime gewest ?"
„Euer Majestät, zu Befehlen."
„QBie steht's in der Mark?"
Da schießt dem Junker das Blut ins Gesicht. Muh es ja sagen, hat's dem Herrn Großvater in die Hand vcwsp rochen. Unb es will doch nicht recht aus der Kehte
„Run?" fragt der König noch einmal scharf. „Hat Er’s Sprechen verlernt? War doch sonsten oft vorlaut genug“ ilnb wie die Windspiele hören, daß der Sferr scharf wirb, knurren sie auf. Aber bas hilft nun nichts.
_©uer Majestät halten zu Gnaden. Schlimm schaut es aus in der Mark. Die Russen haben das Land arg beöaftiert Der Adel hat nichts mehr, und der Dauer hat nichts mehr. Die Rot ist groß . . “
„Sprech Er weiter!"
. . Euer Majestät, zu Befehlen — fte konnten nur weniges ernten unb wissen nicht, wie die
Erwägungen zum Festhalten an Samoa, b. h. zur Teilung, ba auch England nach ben früheren Aeußerungen Salisburys und Chamberlains schwerlich ganz aus Samoa herausgehen wollte.
Die allgemeine Lage wurde für Deutschland günstiger. Angesichts der Beschlüsse bei- öamoa- kommission konnte bic englisch.' Regierung Verhandlungen über die Zutunft ber Inseln nicht mehr ablehnen, zumal aud) Arne rite einen endgültigen Zustand herbeizuführen strebte, und vor allem die neue Verwicklung mit den Buren (Sommer 1899) machte Entgegenkommen gegen Deutschland notwendig. Gerade mit Rücksicht auf die kommenden südafrikanischen Schwierigkeiten lag den Engländern viel nicht allein an korrekten, sondern an freundschaftlichen Beziehungen zu 'Deutschland, um jede Möglichkeit einer feitlänbi- schen Intervention v>n vornherein zu beseitigen. In England wünschte man daher dringend, daß der Besuch des Kaisers in Lonb)n im Herbst 1899 bic guten beutsch-englischen Beziehungen bolumenricrt. Die beutsche Regierung durch die Vorgänge Don 1896 über bic Unmöglichkeit eines deutsch französischen Zusammengehens gegen England belehrt — hatte beim ersten Aus tauchen ber südafrikanischen Spannung sof)rt sttenge ’Reu- tralität beschlossen, unb war auch bereit, ben englischen Wunsch zu erfüllen, stellte aber bic Bedingung, bah vorher bic Samoafrage erledigt sein müsse. Sonst werde man ben Kaiserbesach in England nicht vor ber bettschen öffentlichen Meinung rechlftrtigen können. Die ’Derhandlan- gen gingen langsam voran, ba auch die englische Regierung Rücksicht auf ihre öffentliche Meinung unb besonders bic Australiens und Reaseelanbs nehmen mußte, und ba es überaus schwer axir, der englischen Regierung überhaupt eine bestimmte Dorfteilung von ber Wichtigkeit ber deutschen öffentlichen Meinung beizübringen. ,2ch treffe“, schrieb Hahfeldt einmal, „alle Tage auf die mehr oder weniger verhüllte Annahme bic sich nur aus der unglaublichen ilntenntniä oeit- scher Verhältnisse selbst bei hervorragenden englischen Ministern crtlärt, baß es in Deutschlanb in bezug auf auswärtige Politik überhaupt keine öffentliche Meinung im englischen Sinne gibt, daß die Haltung unserer Pr^se in dieser Hinficht daher von den Inspirationen ber Kaiserlichen Regierung abhängt, unb daß letztere, welche es schwerlich zu einem ernstlichen Bruch mit England treiben will, es vollständig in ber Hanb hat, unserer Presse und damit unserer öffentlichen Meinung jede der Regierung geeignet erscheinende Politik, auch in ber Samoafrage, annehmbar zu machen."
(Wie leicht hatte es hiernach die englische Propaganda dem unwissenden Publikum and vollends den den deutschen Dingen noch ferner- stehenden Amerikanern die tollsten Zerrbilder von den deutschen Zuständen und der deutschen Politik vor unb im Weltkriege zu entwerfen!)
Schließlich machte sich aber doch das Schwergewicht ber internationalen Verhältnisse geltend. Salisbury unb Chamberlain sahen ein, „daß gute Beziehungen zu Deutschland von mehr Wert feien als die fraglichen JnsÄn im Stillen Ozean" unb ba die deutsche Regierung nicht starr auf einem einzigen Vorschlag beharrte, so kam es nach wochenlangen Bemühungen in London zur Teilung, wobei Deutschland, wie bekannt, btt Hauptttrseln ilbohi unb Scrwaii, England die Tonga infein unb einige Kompensationen auf afrikanischem Boden, ixe Vereinigten Staaten Tutuila in der Samoagruppe erhielten (Rovember, Dezember 1899).
Es war ein Kompromiß, das in Deutschland wegen der afrikanischen Opfer nicht gerade mit Genugtuung ausgenommen wurde, sich aber sachlich bewährte, Denn seitdem herrschte auf ben Inseln »Ruhe, und ihr Wohlstanb stieg im nächsten Jahrzehnt beträchtlich Wichttger als bw lokale war aber die wettpolitische Bedeutung. Die Vorgänge, die sich an die Samoawirren anschlossen, zeigten einerseits, daß auch in England noch ein ftarfer kolonialer Antagonismus gegen Deutschland bestand, Deutschland also unter Umständen auf eine Anlehnung an Rußland-Frankreich angewiesen sein konnte, andererseits ermöglichte die Desettigung dieser akuten Streitfrage gerade eine Annäherung an England m einem Moment, wo infolge innerer Unruhen tn China neue ostasiatische Schwierigkeiten von größerer Bedeutung als bisher vor der Tür standen. _______________
Turnen, Sport und Spiel.
Weitere Erfolge des Giessener Schwimmvereins in Darmstadt.
Rachdem die Senioren-Mannschasteu des Gießener S. D. in diesem Sommer mit großen Erfolgen an auswärtigen Schwimmfeste« teilgenommen haben, kam nun auch bic Jugend am vergangenen Sonntag zu ihrem Recht. Das
Felder bestellen, wenn das Frühjahr kommt, so fehlt es an Händen und Vieh. In meines Herrn Großvaters Haus, fügt er, ist kein Dukaten bares Geld, unb die Zinsen furart er nicht bezahlen feit Michaeli vvrm Jahr Da unb horten müssen sie Brot aus Baumrinde baden. Ich bin durch Dörfer geritten, die fast ganz in Schutt unb Alche liegen. Die Wölfe streifen vom Pvlmschen herüber, weil sie Aas wittern —“
Steht der König dicht an dem Pagen, hat die Dose herausgezogen, stoppt feinen Spaniol, bah bie Brocken auf die weihe Weste kullern. Hal ganz grafte Augen, bie dem jungen Blut bis ins Innerste bringen. Schaut ihn so an, eine ganze Weile, spricht kein Wort. Alles mögliche könnt' ber Junker aus ben leuchtenden Blauaugen hevauslesen: Mftleib des Landesherrn oder Hah auf den Feind ober Verbrüh ober Vorwurf, bah er so offen geredet. Und noch manches andere. Dazu liegt bie Alceste hart am Stiefel des Herrn, lang $in auf dem Teppich, reiht das Maul auf und zeigt bie spitzen Zähne.
Dann, plötzlich klappt der König die Tabaksdose zu. Auf dem goldenen Deckel gkitzern die Brillanten.
„C'est la guerre!“ sagt er. „Er kann gehen!"
Greift der Junker nach dem Rockschoh Seiner Majestät zum Kuh. Doch der König tritt schnell zurück. Die kleinen Kanaillen, die Windspiele, biedern hinter dem Abtretenden her, bis bie Tür zufällt.
Draußen, im Vorzimmer, sitzt General Lew» tulus über ber Karte. Fragt: „Run?"
(Fortsetzung folgt/


