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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverhessen)

M. 52 Drittes Blatt

Samstag, März (924

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

SaS Effektengeschäft ist einer vollkommenen Stagnation anheimgesallen. Die Spekulation folgt nunmehr auch dem Beispiel des Publikums und schränkt ihre Engagements nach Möglichkeit ein. Sie ist dazu gezwungen durch die Tatsache, daß auf eine Gefolgschaft weiter Kreise nicht zu rech­nen ist und Gewinne, sofern sie überhaupt noch zu erzielen sind, letzten Endes doch auf Kosten der Börse selbst gehen. Das Gesamtinteresse der Oeffentlichkeit wie der Börse hat sich ganz den politischen Vorgängen zugewendet. Der sterbende Reichstag, der Münchener Prozeh und die bevor­stehende Entscheidung der Sachverständigen stehen im Vordergründe. Schon diese Vorgänge würden ausreichen, um eine gewisse Zurückhaltung der Börse berechtigt erscheinen - zu lassen. Darüber hinaus wirken aber noch andere Faktoren geradezu lähmend auf die Unternehmungslust. Ein ganz besonderes heikles Kapitel bilden die Steuern. Die an der Börse interessierten Kreise haben in der abgelaufenen Woche mit der Veröffentlichung des Steuerkurszettels wichtige Mahstäbe für die Bewertung tfyred Effektenvermögens an die Hand bekommen. 3n zahlreichen Fällen liegen dies­mal die Steuerkurse sogar über den augenblick­lichen Rotierungen. Wir stehen bereits mitten in allerlei wichtigen Steuerterminen, was natür­lich ebenfalls stark auf die Unternehmungslust zurückwirkt. Die Kulisse der Börse, d. h. die sogenannten Makleragenten, ist in den letzten Tagen durch die Forderung der Steuerbehörden, dah diese Kreise für eigene Geschäfte auch den Kundenstempel und noch dazu rückwirkend für 1923 entrichten sollen, stark beunruhigt worden. Die Börsianer behaupten, dah sie unter solchen Verhältnissen nicht mehr das Salz zum Brote verdienen. Bei der jetzigen flauen Geschäftslage mag das zutreffen. Zn Zeiten flotterer Börsen- konTUnktur hätte man sich vielleicht mit solchen Belastungen eher abgefunden. Heute dienen sie nur dazu, die geschäftliche Unlust zu verstärken. Die allgemein auftauchende Frage, wann der Börse überhaupt einmal wieder bessere Tage be- schieden fein werden, ist nicht leicht zu beantworten. Zweifellos würde eine neue Erschütterung unserer Währung sofort auch die Rachfrage nach Effekten anregen. Eine solche Konjunktur wäre allerdings mit dem endgültigen Ruin unserer Volkswirt­schaft und mit traurigen politischen Konsequenzen teuer genug erkauft. Im Verlaufe einer normalen und Pfunden Entwicklung werden sich aber auf längere Sicht die inländischen Aktien, die zu den jetzigen Kursen gekauft werden, schließlich doch noch als gute und nutzbringende Kapitalanlage er­weisen. Freilich^ muh erst noch mancher Stein aus dein Wege geräumt werden, um den Erholungs- prvzeh der Wirtschaft in die Wege zu leiten. Die erneut so verworren erscheinende Aufwer­tungsfrage bedarf dringend der Klärung durch eine definitive Stellungnahme des Reichsgerichts, damit nach einer Regelung der Reparationsange- legenheiten auch die deutsche Zndustrie und Land­wirtschaft mit Aussicht auf Erfolg Kreditver­handlungen mit dem Auslande aufnehmen kann. Denn darüber darf kein Zweifel bestehen, dah unsere Wirtschaft ohne Zufuhr ausländischer Ka­pitalien schwerlich auf die Deine kommen .kann.

Zulässigkeit des Hastungsausschusses sür Versehen von Bankangestellten.

3-t dieser Frage hat die 25. Kammer für Handelssachen des Landgerichts I in Berlin eine bemerkenswerte Entscheidung gefällt (Aktenzeichen 87 O 99 123, Urteil vom 25. Januar 1924). Eine sächsische Firma hatte die Reichsbank auf Ersah eines Geldentwertungsschadens in Anspruch ge- nornmen, den sie dadurch erlitten hatte, dah ein von ihr einer Berliner Lieferantin in Zahlung gegebener, von einer sächsischen Reichsbankneben­stelle bestätigter Scheck von der Reichsbankhaupt­stelle in Berlin am Vorlegungstage nicht einge­löst wurde, weil die Reichsbanknebenstelle ver­sehentlich unterlassen hatte, der Bestätigung den Toockenstempel vorschriftsmähig beizufügen. Das Landgericht hat die Schadenserfahfrage abge- wiesen, weil die Haftung für das Verschul­den des Angestellten der Reichs banknebenstelle so­wohl durch den Anschlag in deren Bankgebäude als auch durch die Veröffentlichung in den dafür bestimmten Blättern ausgeschlossen war. Dieser Ausschluß war nicht sittenwidrig, wenn man auch schon eine monopolartige Stellung der Reichsbank als erwiesen ansehen wollte: denn auch dann käme nur der Ausschluh der Haftung für ein Verschulden der leitenden Angestellten als sitten­widrig in Frage, nicht aber für das in Frage stehende Versehen des mit der Verstempelung be­auftragten untergeordneten Angestellten. (Vgl. Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen, Bd. 102 Seite 39, Bd. 103 Sette 82.)

*

* Stahlwerke Buderus-Röchling A.-G., Wetzlar. Die Firma ist bereit, ihre Teil­schuldverschreibungen aus den Jahren 1920/21 zu dem in der 3. Sieuernotverordnung vorgesehenen Aufwertungssatze von 15 Proz. des Gvldmarkbe- trages schon jetzt einzulösen. Räheres im heutigen Anzeigenteil.

" Absatzsteigerung beim Kalisyn - d i k a t. Beim Kalisyndikat sind in der laufenden Woche 60 Prozent Mehraufträge eingegangen, als in der Vorwoche. Der Februarabsah wurde im Verhältnis zu den letzten Monaten als sehr gün­stig bezeichnet.

*

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M, 29. Febr. Tendenz: Behauptet. Das Börsenbild hat sich gegenüber der letzten Zeit auch am Schluß des Monats nicht veränderi. Die ^Irnsatztättgkstt hat nicht zugenommen, die Kurse zeigten infolgedessen keine größeren Veränderungen. Der völlige Mangel an Kaufneigung und die Zurückhaltung, welche die Bölsenspettttation an den Tag legt, gaben auch heute den Ausschlag für die Gesamtstimmung. Montanpapiere setzten zu besseren Kursen ein. Oberschlesische Werte, Buderus mäßig höher. 3n Autowerten waren die Umsätze minimal. Etwas begehrter schienen bei Beginn Daimler, Karls­ruher weiter leicht anziehend. Ruhig war das Geschäft in Elettropapieren. AE G., Lahmeher, Acht und Kraft fanden zu unveränderten Kursen Aufnahme. Mainkraft fester. Die Werte des Anilinkonzerns zeigten sich etwas erholt. Scheide­anstalt leicht gebessert Rhenania behauptet. Kali- und Zuckerwerte folgten der allgemeinen Bewe­gung. Zellstoff Waldhof, Zementaktien gut preis­haltend. linter den übrigen Werten lagen Julius Sichel etwas begehrter. Auch Dyckerhoff mäßig höher. Aschersleben plus 1V2 Billionen. Zn Nord­deutscher Lloyd und Hapag waren die Simsätze be­scheiden und nur um Bruchteile gebessert. Am Dankaktienmarkt zeigte das Kursniveau nur wenig Veränderungen. Etwas reger Dresdener, Mittel­deutsche Credit. öprozentige Reichsanleihe bei erster Rotiz mit 112 Milliarden gehandelt. Am freien Aktienmarkt folgte die Tendenz der Ent­wicklung der Gesamtmärkte. Man nannte Decker Stahl 10775, Becker Kohle 11 000, Growag 400, Benz 5775, Drown Doveri 2500, Gummi Recker 180, 5janfa Lloyd 2200, Elektro Sinters ranken 950 bis 1000, Esdemo 550, Frankfurter Handelsbank 95, Holsatta 2000, Tiag 4225, Slfa 10 500, Che­mische Remy 1000, Krügershall 12 500, Schutzge­bietsanleihe, fest, 4,5 bis 5 umgesetzt.

Berliner Börse.

Berlin. 29. Febr. Die Dörsensteuer steht ncd), immer im Mittelpunkt der Diskussion. Zm Hinblick auf die bevorstehende Protestversamm­lung weist man immer wieder daraus hin, daß, unbedingt eine Revision dieser für die Infla­tionszeit geschaffenen außerordentlichen Steuer nötig sei. Auch die Rede Stresemanns und ihre Erörterung im Aus lande vor allem in Paris, wurde eifrig besprochen und ziemlich günstig be­urteilt Zm Hinblick hierauf und in Verbindung mit den aus verschiedenen Teilen Deutschlands, namentlich, aber aus dem Westen, eintreffenden günstigeren Wirtschastsberichten schritt die Speku- laticn auf verschiedenen Gebieten zu Käufen. Wenn sich, auch die Steigerungen in ziemlich niedrigen Grenzen hielten, kann die Tendenz doch als allgemein behauptet bezeichnet werden. Die Anforderungen am Devisenmarkt sind am heu­tigen Tage wiederum etwas gewachsen, namentlich zu Getreideeinfuhrzwecken wurden ziemlich große Beträge verlangt. Die Fortsetzung des Sturzes des französischen Franken spiegelt sich im Slsance- handel an der Berliner Börse wieder. Es wurden für englische Pfunde mehr als 104 französische Franken gezahlt.

Am Montanmarkte waren besonders Buderus mit einem Gewiim von 1 Prozent und Essener Steinkohlen mit ebenfalls 1 Proz. stark gesucht. Es gewannen Mamresmann 1, Phönix 1V8 Prvz., während Stcllberger Zink um ca 1 Proz. zurück­gingen. Der Mark der chemischen Werte lag ver­hältnismäßig ruhig. Abschwächungen gering. Von den Steigerungen sind Anglo Guano mit plus 2 Proz. hervorzuheben. Rückgängig war die Ten­denz am Markt der Elektrowerte. Hier verloren Sachsenwerk 1 Proz., Bergmann l3,8 Proz. und Schuckeri 1 Proz. Lebhafter war das Geschäft am Markt der Maschinenfabriken. Hier gewannen: Augsburg-Rürnberg 1 Proz., Berlin-Karlsruher 2 Proz., während Motoren Deutz um ca 1 Proz. zurückgingen. Zm übrigen waren die Veränderun­gen hier nicht allzu groß. Es handelt sich meist um kleinere Veränderungen bis 1/8 Proz. Petroleum­werte erfreuten sich von Seiten der Spekulation einiges Znteresse. So gewannen Deutsche Erdöl und Deutsche Petroleuw je 1 Proz. Deutsche Ren­ten ebenso wie ausländische Renten waren wenig beachtet und die Kurse säst vollständig unverän­dert. Von Dahnaktien waren Berliner Hochbahn mit plus 1V3 Proz. bevorzugt.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

450

410

4,2

4,2

11,75

21,5

50

23

116

525

370

190

450

39,7

8,75

180

450

470

450

112

525

360

1000

190

450

40

27,7

13,3

20,75

13,5

5,25

41

22

52,6 8,37

14,4

14,5

18

19,3

18,5

17,6

19,1

18,9

17,75

21,5

4,2

11,65

51,25 48,75

3,6 5

3,25

6,9

4,2

11,65

13,1 21,5

113

525

370 .

3,25 0,650

1,4

76.5

23,5 35,5

60

67 83,8 23,5

33 22,38 33,5 42,5 43,4

64

40,25 9

52

U,i3

112,5

525

360

1010

50,5 51,5 Ä

23

3,9 39 8,55

3,4 18

4

35,5 21,75

3,3 19,13

19 17,8 'N 27,25 13,3 20,75

52

7,3

14,5

13,75

1,6

17,5 22,75

2,85 0,670

1,65

17,75

22

3,1 0,675

5,7

14

5,6

21,5 33,25

59,5

64 82,25 20,25 3rf 33,25 42,25

22,75

34,75

59,4

65,75

83,6

22,25

33

42,5

43

52,8

7,38

14,25

14,1

3,8 39,75

8,75

3,2

17,8

4,3

40

22,25

3,2 19,25

19,4

18,3 14,75

21,1

27,9

13,38 20,75

17,75

3 0,650

1.3

40,5

21,5

34,5 58,75 65,26

83,5

20

32,5

1,6 33,13 42,13 43,13

64,5

3,6

4,9

5,9 24,25

2

2,4 24,75 Ä 10,87

14,2 5.5 5,6

Mitteldeutsche Creditbank. . Oesteiretchtsche (Kreditanstalt Weltbank.....

Beginnet (Sn# ... ...

Puderug.........

Caro

Lentsch-Luxembur«......

Gelsenkirchener Bergwerk. eorvewcr Bergbau ... . . Kalüverke AscherSlebeu. . . . Kaliwerk Westeregel« Lanrabntte........ .

Obrrbedarf .........

Dditnir Bergbau ...... viycinsiabl

Micbeck Montau .......

TelluS Bergbau........

Saoiburg.Amerika Tatet. . orddcutschrr Llovd.....

Cberamischc Werke Albin ..

Zementwerk Heidelbist . .

Philipp Hostmann.....

Anglo-Cont.-Kuano Badische Anilin Chemische Mayex Alapin. . . Goldschmidt..........

Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke......

Holzverkohlung........

Nütgerswerke Scheideanstalt.........

Alla. ElektriiNStS-Gesellschaft Bergmann .........

Mainkrastwerte .......

Schmiert............

Siemens A Halste

Adlerwerke Kley« .....

Daimler Motoren. ....

Heyligenstaedt ...... .

Meguin . . .......

Frankfurter Armaturen . ..

Konservenfabrik Braun

Mctallgesellschaft Frankfurt.

Pet. Union A^G.......

S uhfabrik Herz Sichel..............

Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

Dividendenpapiere u. ausl. Anleihen In Billionen Proz. die fest verzinst, deutsch.Anl. in Milliarden Prozent.

Datum:

Frankfurt a. M.

Schluh- Schluß.

3,6

4,8

6,8

25

1,8

2,4

24

3,1

5,6

10,75

14

5,6

5,9

6% Deutsche ReichSanleihe

<*J0 Deutsche Reichsanleihe

Ivie Deutsche Reichsanleihe

Deutsche RttchSanleibe .

Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische stonsolS .

Hessen...........

'/.»/. Lessen Hessen

Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Dollar Schatz-Anweisung. </. Zolltürken ......

6/. Goldmrri kan«

«erkiner Handelsgesellschaft Commerz' und Privat-Bank Darmst- und Nationalbank Deutsche Bank.........

Deutsche Bereinsbank ....

DiSconto Eommandtt . . .

Kur, 29.2.

Kurs

29. 2.

Kur»

28. 2.

Kur»

28. 2.

Berlin

Schluß- Schluß

Banknoten.

(Ohne Gewähr.)

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. tLelegraphlfche Auszahlung.) (Ohne Gewähr.)

Soweit nicht anders be­merkt, in Million.M.

28. Februar

29 Fe ruar

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Briec

Geld

«rief

1566075

1573925

1666075

1573925

Brss.-Antw. Ebristiania.

149625

150375

149625

150375

552615

555385

554610

557390

Kopenbagen fttnrfbohn .

664335

667665

666330

669870

109/250

1102750

1697250

1102750

HelsingforS.

105735

106265

105735

106285

179550

180450

181545

182455

18104625

18195375

18104525

18195325

4169500

4210500

4189500

4210500

'Barte .. .

174563

175437

17 558

177442

Schwel, Spanien .

Wien in D-»

728175

731825

728175

731825

530670

533330

530670

633330

Oen.abgen

62842 Ts-

63158 Ts-

62842 Ts.

63'. 58 Ts.

Prag

122193

122807

122193

122807

Budapest

79-992).

804:1 Zf.

84787 Ts

85213 Ts.

Buen.-Aire-Z

1416450

1423550

1421438

1'28562

Bulgarien

32917

-3033

32917

34083

Japan IHio De Jan.

1895290

1904750

1895250

1904750

498750

501250

498750

501250

Belgrad rinaoon -

55860

5j140

56358

56642

144667

14563-

144667

145633

3, Helfingfors 5, Italien 3, London 2, Reuhork 2 Paris 2, Schweiz 2, Spanien 3, Wien 40, Prag 3 Budapest voll, Buenos-Aires 3, Bulgarien 30, Japan 3, Rio de Jan. 5, Bilgvad voll. Lissabon 5 Prozent.

Roten-Zuteilungen: Amerika 2 Proz., Kleine Stücke 2, Belgien 10, Dänische 5, England 5. Kleine Stücke 2, Finnland 15, Frankreich 5, Hol­land 3, Ztalien 5, Rorwegen 10. Oesterreich 10, Kernen Stücke voll, Rumänien Kleine St. Schweden 10, Schweiz 5, Spanien 5, Tschechen 5, Kl. Stücke 10 Prozent, Singern voll, Jugoslavien voll, Sosia voll.

Märkte.

Berliner Produktenbörse.

Berlin 29 Febr. Rachdem der Streik bzl den Berliner 'Mühlen seit gestern nachmittag be­endet ist sind sie wieder als Reflektaitten für Brotgetreide im Markt, doch wurde mcht über gestrige Preise geboten, wodurch das Geschäft sehr still blieb. Auch sonst war für Roggen und Wei­zen wenig Teilnahme. Rach guter Braugerste besteht dauernd Begehr. Für Mitteldeutschland bestand Kauflust. Auch mittlere und geringe Gersten finden zu festeren Preisen Sinterkommen. Hafer bleibt dauernd zum Export begehrt, aber auch im Durchschnitt etwas mehr offeriert und daher in den Preisen nicht viel verändert. Man notierte für je 1000 Kilo ab Station: Weizen, märk. 163 bis 168, Roggen, märt. 132 bis 138, Braugerste 178 bis 188, Futter^rste 155 bis 160, Hafer, märk. 115 bis 123, pomm. 115 bis 122, Raps 295, Leinsaat 400 bis 410; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 bis 27,25, Roggenmehl 21,25 bis 23,50, Weizenkleie 8,80 bis 9, Rvggenlleie 7,20 bis 7,30, Biktoriaerbsen 27 bis 28, kleine Speise­erbsen 17 bis 18, Futtererbsen 12 bis 13, Pelusch­ken 12 bis 13, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blaue 13 bis 14,50, gelbe 16 bis 16,50, Seradella 14 bis 15, Rapskuchen 10,70' bis 11, Leinkuchen 21 bis 2?, Trockenschnitzel 8,30 bis 8,40, vollwertige Zuckerschnitzel 16 bis 22, Torfmelasse 30/70 8,70 bis 8,80, Kartoffelflocken 17,75 bis 18; für je 50 Kilo: drahtgepr. Roggen- und Weizenstroh 0,65 bis 0,80, drahtgepr. Haser- stroh 0,50 bis 0,60, Gerstenstvoh 0,45 bis 0,60. Langstroh und bindfadengepr Roggen- und Wei» zenstroh, je nach Frachtlage, Häcksel 1 bis 1,15, handelsübliches Heu 0,90 bis 1,15, gutes Heu 1,20 bis 1,50, Mielitzerheu, lose 0.75 bis 0,85. Kleeheu, lose 1,90 bis 2,20. *

Frankfurter Getreidebörse.

5 r a n t f u r t a. M, 29. Febr. Es notierten für je 100 Kg.: Weizen (Wetterau) 18.75 bis 19 25 Mk., Roggen 16.75 bis 17 Mk., Sommer­gerste für Brauzwecke 21 bis 22 Mk., Hafer (in­ländisch) 15.50 bis 16 Mk., Weizenmehl (südd. Spezial 0) 28V2 bis 29 Mk., Roggenmehl 24S/Y bis 25 Mk., Weizen- und Roggenkleie 8V2 bis 91/2 Mk., Mais (Laplata) 19.25 bis 19.75 ML. Tendenz ruhig.

Verlang die fjufen

CALMON-HANSA

SüöftoftÄ!

FrrHp, 29. Februar

Soweit nicht anders bemerk', in Mllton. Mark Geld Brief

ABTüflitr Noten......

»r«ni5silche Noten ........ Dintlchr Noten.....

Schwedische Noten ....... Lollündtsche Noten ........ Deutsch-Oesterreich, 6 100 Kronen Amerikanische Noten Englische Noten..........

»t.ilienische Noten ...... velgisch« Noten..........

Ungarische Noten ....

Tschechoslowakische Noten» . . Norwegisch» Noten Rumänisch« Noten......

Spanische Noten ....

728175 186633 66 330 1097250 1671063

62344 Ts- 4189500 18104625 191520 157605

55351 Ts. 122193

6626 60 23317 532665

731825 1 7467 66967(1 1102750 1578937 62656 Ts.

4210500 18195375 192480 1 Ml 395 55639 Ts.

12 2 30?

5553850 23433 535335

Devisen-Zuteilungen: Holland 2, Brüssel 3, Christtama 3, Kopenhagen 3, Stockholm

Strähniges Haar von stumpfem, glanzlosem Aussehen ist meistens allen denen eigen, die eine sachgemäße Haarpflege ver­absäumen oder zur Kopfwäsche eine beliebige Seife verwenden an Stelle des hierzu hervorragend ge­eignetenSchaumpon mit dem schwarzen Kopf. Dieses altbewährte Mittel ist viel milder als Seife, unschädlich im Gebrauch und daher der empfindlichen Kopfhaut besonders zuträg- lieh. Millionen Menschen verdanken Schön- heit und Reichtum ihres Haarwuchses der | regelmäßigen Anwendung von Schaumpon.

Man verlange ausdrücklich das echte y Präparat mit der nebenstehenden Schutzmarke Schwarzer Kopf und weise Nachahmungen zurück.

Symphoniekonzert des Frankfurter Symphonieorchesters.

Professor Ernst W e n d e l s Geist schwebte über den Darbietungen seines Orchesters, soweit er in absentia wirksam werden konnte. Kapell­meister Karl Knübel vom hiesigen Stadt- theater vertrat ihn am Dirigentenpult. Es bleibt erstaunlich, wie Professor Wendel innerhalb kurzer Zeit das Symphonie-Orchester, dessen Kräfte völlig brach lagen, zu einem Klangkörper ersten Ranges heranzubilden vermocht hat. Auch hier zeigte siL das kleine Mozart-Ensemble m so vor­trefflicher L isziplin und Musizierfreudigkelt, daß der Wunsch berechtigt erscheint, zur Ergänzung der günstigen Eindrücke ernmal das volle Or­chester zu Horen. Am besten geriet wohl dir Ouvertüre zur Zauberflöte, die in der bedeutsamen Charakteristik, mit welcher die freund­lich und heiter dahirreilende Papageno-Fuge von der ernsten Themalik des Bläserchors umgeben wird, schon die Gegensätzlichkeit der ganzen Oper vorausahncn läßt. Wenn dagegen das ab­schließende Hauptstück der Vortragsfolge, die Es» Dur-Symphonie, MozartsEroica", tie­fere Wirkungen nicht erzielen konnte, s) lag die Schuld nicht an dem Orchester, das, von einigen ganz gelegentlichen Unebenheiten abgesehen, seine sehr beachtlichen Qualitäten, vor allem die ein­wandfreie Zntonati on und Präzision der Streicher, die mit auffallend schöner Tongebung spielten, in hellstem Lichte zeigte. Auch die Bläser ver­rieten in dieser einzigen Symphonie Mozarts, in

welcher die Klarinetten ihre melodische Spruche reden, bereits eine schöne Kultur, die jedoch wei­terer Förderung noch zugänglich sein dürfte.

Eine gewisse Enttäuschung war die Solisttn Gertrude Wein schenk, Mainz. Der pasto­rale Charakter dieser stark forcierenden Stimme, die für die Grazie des Mozartsttls und den leicht beweglichen Fluß seiner Koloraturen viel zu mas­siv erscheint, geriet in der bekannten Arie des Sextus aus La Clemenza di Tito in einen fatalen Widerspruch mit den perlenden Läufen und dem innigen Gesang der obligaten Klarinette, dem Lieblingsinstrument der Reu- neapolitaner in der opera seria. Recht fühlbar war das Fehlen eigentliche gestützter Töne auch in Vier Liedern von Haydn, L. Reich. Hardt, F. A. Himmel, S. P. A. Schulz. Max Weins chenk hat diese Lieder für ein be­gleitendes Streichorchester instrumenttert. Zu der Instrumentation liegt nicht der geringste Anlaß vor. Zm Gegenteil: Diese ganz auf intime Wir­kungen berechneten und an das Zdyll niedriger enger Stuben gebundenen Lieder der Berliner Schule werden durch den Rahmen des Orchesters in eine vollkommen falsche Perspekttve gerückt, die durch den reichlich sentimentalen Dortrag noch stark unterstrichen wurde.

Die unwirtlichen Räumlichkeiten der Turn­halle, die trotz ihrer nicht ungünstigen akusttschen Verhältnisse niemals den Charakter eines Kon­zertraumes wird annehmen können, hatte nur we­nig Besucher angelockt.

Ein merkwürdiger Hellseherversuch.

Don geheimnisvollen Fähigkeiten der Hell­seher ist in letzter Zeit viel die Rede gewesen. Das größte Aufsehen erregt jetzt der polnische Ingenieur und Industrielle Stephan Osso- w i e ck i, der seine seltsame Begabung nicht etwa berufsmäßig ausübt,. sondern sie nur für die wis­sen schaflliche Untersuchung zur Verfügung stellt. Der bekannte Okkultismusfvrscher Freiherr von Schrenck-Mohing beschreibt in derUm- schau" ausführlich einen von ihm mit Ossowiecki vorgenommenen Versuch und knüpft daran bedeut­same Ausführungen über das Wesen des Hell­sehens. Es gelang dem Hellseher, den Znhalt dreier fest versiegelter Briese auszug^en, von dem keiner der bei dem Besuch Anwesenden etwas wußte. Ja, Ossowiecki konnte sogar Einzelheiten über das Aussehen der Schreiber der Briefe be­richten und sah vor seinem inneren Auge die Räume, in denen die Briefe geschrieben waren. Auch bei andern Versuchen ist der Hellseher im Stande gewesen, Geschriebenes und .'Zeichnungen in verschlossenen Umschlägen wahrzunehmen und zwar in einer Weise, die eine Kenntnisnahme durch die uns bekannten Sinnesorgane ausschließt. Ge­drucktes und Maschinenschrift kann nicht entziffert werden. Schrenck-Rohing ist nicht der Ansicht, daß es sich dabei um eine verborgene Sinnessährgkeit handelt, sondern nach seiner Meinungspielen die lebendigen Zusammenhänge und die Taffache einer mit dem Schreiber verknüpften psychischen Tätig- kett bei dieser geheimnisvollen Erkenntnisweise eine Rolle. Es hmchelt sich also wohl mehr um eine

intuitive Erfassung des Inhalts der Schriften so­wie der das Riederschreiben begleitenden Um- stände". Eine einfache Gedankenübertragung der Telepathie ist auszuschliehen, da der Hellseher in gleicher Weise arbeitet, mögen die Schreiber der Briefe anwesend sein oder nicht. Ossowiecki ist da­hin gelangt, die durch seine Begabung in ihm auf­tauchenden Bilder von feinem verstandesmäßigen Denken zu unterscheiden. Er sucht den bewußten Denkprozeh auszuschalten, um das Hellsehen her­vorzurufen, das mit starker, körperlicher, erschöpfen­der Erregung verknüpft ist. Seinen Zustand be­schreibt er selbst mit den Worten:Zch sehe den Gegenstand im Moment, wo er verloren wird, mit allen Einzelheiten dieses Geschehnisses, oder ich nehme die Geschichte irgend eines Objektes wahr, das ich in der Hand halte. Diese Vision fft nebel­haft und erreicht große Ausdehnung. Zch muß mich immer sehr anstrengen, um gewisse Einzel­heiten der Szenen zu erkennen. Der Zustand der Hellsichtigkeit ist manchmal in wenigen Augen­blicken erreicht; manchmal muh man Stunden da­raus warten. Die Hngläubigfeit, der Skeptizis­mus oder sogar eine zu konzentrierte auf mich gerichtete Aufmerksamkrit machen den Erfolg des Lebens oder der Empfindung sofort zunichte." Rach Schrenck-Rotzing steht das Hellsehen außerhalb der bewuhten psychischen Tätigleit und der physwlogi- schen Gehirnprozesse; es handelt sich offenbar um eine nicht an Raum und Zeit gebunbene Fähigkeit, einen Zustand innerer Erleuchtung, wie er schon früher von religiösen Mystikern beschrieben worden ist.