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moxtag, 50. 3*H 1923

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

thred ei* Dtrie): Bri^W Ihrtverltto-Be* Stdiömifertt H. Longe in *k»en. 8chrtftlett»>g eiö GeschöfMtele: S^ehtri* 7.

«ne Äunbgebung der 5tei<^sregierung.

Berlin, 28 3uIL Der Reichtzpräfi- Seit imb tHeÄelcbiregletung frohen fol- lenfre Kundgebung erkiNen

aber kfrtDeren 'Bebcüdung imb Entrechtung, besetzten Gebiet« am 'Rfretn unb an der Rufrr ausgesetzt sind, gesellt sich bort wie Im nlchrbesetzeen Deuts chtcärd eine steigende

TD ir 11<fro f ti" d L Dis »um heutigen Tage -xrfrtnben Frankreich febe Äsung der TUporo- iwnsfrage. die DeutHHtand auch nur das Leben IdfB. Durch dentnSrucfr in das Ttufrrgebid frot cs die Wirtschaft»- unb Fmanzkraft DeuNchlanb« aus« schwerste erltMtterL Sv ist Deutschland au nner ungefreuerfUfren 'Bennefrnmg seiner 3afr- ljng«artttel gegen seinen Willen gezwungen toor- den. Wirr unerhörte Umwertung des Veldes ist nie TBtrtung Dazu kommen eben setzt, am ®nbe X. _!-* I! IvlLt f-IT *w»Wlrn4» ^7

SrnährungSversorgung. die in diesem Fahre, da die ernte um mehrere Wochen Der- fpfttet ist. die vage verschönten. Alle diese 776te führen au schweren wrperiichen unb schweren see­lischen Leiden der Bevölkerung. Zwar Bonn auch nach dem Zeugnis unbefangen urteilender Prll- itfer und vorerstSndiger desAuslandes, auch m den Gläubigerstaaten. Deutschland zu einer wirklichen Gesundung der Berhültn fse mir durch ernt vernünftige Regelung brr Reparationsfrage brnmoi Bi» dahin aber muh und wird das bcutsche Bo(k sich aus eigener Kraft aufrecht er- h Hten. Die deutfche Regierung wirb fortfahre n, llt irgendnthglich-n Mayaahmen zu treffen. die teses Ziel erreichen helfen. Zunächst gilt es, die Finanzen des Reiches zu stärken, um der ungeheuerlichen Umwertung des Geldes Em hall tU tun Bei der Sin kvmmensteuer ist be­reit» vurch eine entsprechende Vorauszahlung dafür gesorgt, das, nicht nur von den Lohnsteuer- pflichtigen. sondern auch von Öen übrigen Ein- kvcmnenfieueiPflichtigen schon während des Der- Mlagungsiahre« die 6teuer entsprechend der Geld­entwertung geleistet totrb Rach einem den ge­setzgebenden KL-verschalten zugebenden Ge'etzent- rourf sollen auch die Vermögenssteuer und die Erbschaftssteuer fv gestaltet werden, datz sie der Geldentwertung folgen. Die Bör- senumsatzsteaer wurde vor kurzem verdop­pelt. Bei den Verbrauchssteuern sollen zur Srzielung ihres raschesten Einganges bk erst längst vom Reichstag verkürzten Fälllgke tsfristen auf das geringstmögliche Mah gern nbert werden. Dem Reichstag tfl bereit« ein Gesetzentwurf zu- gcgangen. der al» Opfer für Rhein und Ruhr auf breitester Grundlage von allen Lei­stungsfähigkeiten an Un unbesetzten D-uNchland du>ch- eine Vervielfachung der bereite bet Grld- enttrertung angepah ei Sin komme isleuer-Voraus- z-iblungen grobe Leistungen aiforbert Diele Massnahmen werben dem Reich? ralrf) sehr erheb­liche Mbrnrengcn zuführen. Die AuSgib? einer wertbeständigen Anleihe soll bei b ci- teften DolkSlieisen die THögl ch'eit biegen. bat LpaibedürfniZ zu befriedigen, sich g.-gv, di, 6m- wetlung zu sichern und fo auch bem ungesunden Ansturm auf die Warenvorräte und Deois.m ent- gegenzuwii len Die auf dem Geb ei bei Devfen- rc c rZ b: ch o sen?n Mab astrnrn werdet dahin tvit-fen, bab Devisen in stärkerem Umfange als dishei dem Reiche zufl eben und fo für die un­entbehrliche Einfuhr, insbe otdere von ßcben»- -.iite'ji, .ech-I che. zur Verfügung gestellt werden können Die Sinfuhr überflüff ger Luiuswaren wild nach Möglichkeit gehemmt werden D>t Anpafsung der Löhne und Gehälter an die Geldentwertung ist b.-rollS gefichrt und wird weiter festgeha'ten werden D e R i hsbank bet Makmahmen bed> offen, die gru tdfärlich d e Frage deS Dvlbkiedi e« der Cölung naher b ingen.

Die hiermit kurz gezeichneten Mabnahmen werden, soweit f:c der Ml'w.rkung bei g.sehzebe- nsck»en Körperschaften bedürfen, von diesen vor­aussichtlich im Laufe der nächsten zwei Wochen verabfchiedet und fo ort in Kraft flt-'ent weiden Wenn auch nicht b-'i jeder dieser Mabnahmen die Wirkung fog e ch deutlich fühl­bar sein wird, als Gesamtergebnis wird, foweit es an der deutschen Regierung liegt, dadurch eine Entspannung der Wirtschaftslage eintrete,i. Das deut'che Volk wird mit die,en Mabnahmen sich selbst in feinem Kampfe um Geben, Recht und Freiheit Halt und Stütze geben und zugleich den Beweis erbringen, wie stark fein Wille ist. sich trotz aller auf ihm lastenden schweren Rot in die­sem Kampfe entschloffen zu behaupten Angriffe gegen die staatliche Ordnung fonnen die Lage nicht bessern, sondern nur den Weg zur Genesung er s chweren DaS deutsche Voll will von solchen Störungen nichts willen U« ! will leben, arbeiten und seine staatliche Ordnung bewahren, die es sich selbst in der Zeit schwersten Unglück« au« eigenem Willen gegeben frav ®robe und schwere Pflichten obliegen allen Ständen^1m Vordergründe steht die Sicherung der <Zr- näbrung. Für die Landwirtschaft und den Handel ist es darum eine staatsbürgerliche Pflicht, fo schnell wie möglich und im weitesten Umfange die öm teert rage dem Verbrauch zukom- men zu lassen. Die Lohn- und Gehalts- bemeffung von Arbeitern unb TInge- stellten muh die Smährung und Srhaltung der Familie ermöglichen Auf allen THänntrn und Frauen des ganzen VvskeS liegt die 9MH4>t. in tlarer Bestimmung die tägliche Arbeit

ren und in allen Sorgen und KümmemiNen der Gegenwart die Ruhe und Ordnung des Staate« als Grundlage des künftigen Aufstieg« unsere» Volles zu bewahren. Allen endlich die schon Geben der Parteien, in der Proste obCTlcmn im öffentlichen Geben tätig find, obliegt es, da« ibet AU tun. um uaUr Voll fierf 5U ""-chrn - ö«.

Erkenntnis der Ursachen und der Rotwendigkeiten unserer Oage tote In dem Entschlüsse des Aushar- währ für das Wohl de« einzelnen. Für Deulich­tens Der Dienst am Vaterland ist die beste Ge- land frohen unsere Volksgenossen am Rhein unb an der Ruhr Ungeheuere« aus sich genommen Sie mögen un» ein Vorbild sein. Wir würden sie ver­raten wenn wir vom geraden Woge der Pslicht ablieben. Wie sie müllen wir ihn gehen für Geben. Frieden unb Wohlfahrt unsere« Volke« unb für die Freiheit Deutschland«

Der Reichspräsident >gez7 Sberl Der Reichs­kanzler igeA ) 6 u n d Die Reichsminister v Rosen­berg. Oder, Herme». Becker, Braun« Heinze,

Gehler. Ötingl, Groover. Luther. Albert

Die neure Gesetze.

Berlin. N Juli sWolsi l Die Reich«- reglerung beriet auf Grund der Vorarbeiten der Ministerien unb der Vorbesprechungen, die In den letzten Wochen beim Reichskanzler ftattge- funben baden beute unter dem V"-sttze dos Reich«präfibenten über die Mabnahmen. die angefichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Rotlage zu ergreifen sind Verabschiedet wurden der Entwurf dos Gesetzes über die Sr- bebung eine» Opfers für Rhein und Ruhr, ein Gesetz über die Aonderung einzelner Verbrauchs st euergeseye und der Ent­wurf eine« Steuerzinsgesetze«. bic gc- meinsam die Inflation zu hemmen helfen werden Der Reichsfinanzminister legte ferner den Ent­wurf eine« Gesetzes zur Aendorung des Ver - mögen« st euergesetzes. ko« S r b f ch a f t k- steuergeletzes und de« Umfahsleuer- g e 1 e b e « vor. durch das Insbesondere Anpassung an die Geldentwertung erreicht werden sott 3n einem Telegramm an die Ministerpräsidenten der Länder hat der Reichskanzler daraus hingetrie- Jen, bab dieBeratung dieser Gesetze im Reichs- r a I so brichlounigt werden muh, bab fie dem Reichstag am 8 ober 9 August oor- liegen Weiter würbe über bie Ausgabe der wertbeständigen Anleihe beraten. ge­nauere Mitteilungen hierüber worden in den nächsten Tagen veröffentlicht werden Heber wei­tere Mabnahmen der Reichsbank, insbefondore zur Löfung der Dolbkredit- Frage werden ebenfalls in den nächsten Tagen Mitteilungen erfolgen

Die Opposition der Sozialdemokratie.

Gegenüber einer Enkschllehung einer am Freitag in*'Berlin ab^efraltcnen sozial­demokratischen Funktionär-Ver- fammlung, die u a aufforoerte,unver­züglich alle parlamentarischen Mittel *u er- greifen, um Den sofortigen Sturz deS KabinettsEuno herbelzusührea". f tie'.bt der Parteivorsitzende Hermann Müller imVorwärts" i

.Vor allem muh üb.-r ein« Klarheit sein. Wenn eS zu dem von viel.n gewün'ch eo Sturz der Regieiunn Cuno kommen sollte, so'f.- *ic neue Reg crung eig utlich sofort larai steh n Ter Markoor,all hat lene llrah- in ber Uetc sck.wemmunz Deutfchl indS mit Ta dn t:n uoa in der Erschütterung des Vertrauens zu Deulfch- la ds Gesundung Wenn da; fo ist so m u b alles vermieden werden wa < im Aas- lande de n Eindruck erwecket [6.t ite, al« ob in Deutschland daS Gefüge des Staate« am Zusammenbrechen lei.. Ez gebt um das R^- m'an> o; geht um die Rot ber deutlchen Revubl k W.r haben die Pil ch' gegen unser Volk und bim.t gegen die Arb i r- klaffe, alles zu tun was gxgiet ist das TdooS zu verbinde n W rd ber Ernst der Siunde d a Pari.io i d.r b .rg lichen Mit e endlitz begi.if- Uch mach.n bab sie alle Uriah.1 Haden, uns in unsere P I t k au uit r tünen» An ber for'- sch eüe.Ben Verzweis u g I immunan bertiil- den Ratzila is e ung ie> Maffe i Kai niena ib ein Interesse, ber e$ gut mit bem heutigen Staate, d h ber Republik meint Wenn dem fo ist. so müssen aber auch alle Kräfte zu'ammenarboiten. um zu retten, waS zu teilen ist Auch bie Sozial- demokralifch.' Partei wird fich ber pofitiven Mitarbeit in ber Regierung nicht ent­ziehen können, wenn ohne sie eine Regierung nicht zu bilden ist Das mögen sich diejenigen gesagt fein lasten, die im gegenwärtigen Zeit­punkt den Sturz der Regierung Euno für opportun halten."

Vtuc(Entschließung derDemokratischcu Partei.

Berlin. 29 Zull. (Wolff) Der Hauptvor- ftanb der Deutschen Demokratischen Partei, der heute in Anbetracht de« Ernstes ber Lage Aufammentrai unb in Gegenwart der parteiangehörigen Reich«- unb 6tait«mlnifter tagte, nahm nach Referaten ber Partelvorsihen- den Dr Petersen, Erkelenz unb Sr. Fischer nach eingohenber Aussprache folgende Entschlie­ssung einstimmig an.

1 Die Wirtschaft bes Reich«, der Länder, ber Gemeinden sowie ber Einzelwirtschaft linb auf einer rechnungsmäßige Festmari auszubauen Die Festmarkrechnuna ist für alle Steuern. Löhne Ge­hälter. unb In der kaufmännischen Buchführung Im Grob- unb Einzelhandel einzuführen Mit bw- fer Umgestaltung ber Finanz- und Währungs­politik ist ohne Verzug zu beginnen, um bie Ichleu- ntge Erhebung der sofort wirksamen direkten Steuern, in« blonde re der Sonderbesiysteuer für den Ruhrabwehrkampf zu ermöglichen und um ber WirilchaftSfübrung jedes Einzelnen eine festere Grundlage zu schaffen Sofort sind gut Eindämmung ber Inflation wertbeständige, allen Tolttrrtifen zugängliche Anleihen aufiu-

2 Die Erfüllung dieser Forderung wird den Deutschen an Rs*ln und Ruhr den unbeugsa­men Willen be« ganzen Volke« zeigen, mit ihnen Im Kampf für bie Einheit unb bie Frei- heil untere« Volke« auSzuharren

Der verlaus de» Sonntag.

Berlin, 29 Juli (Wolff > Rach an amt­licher Stelle di«her vorliegenden Meldungen Der- lief ber heutige Tag sowohl in Berlin wie im Reiche durchau« ruhig Im einzeli^n liegen folgende Rachrichten vor

In Hamburg Ruhiger Verlauf bei schwa­cher Beteiligung an den kvmmuntsstlchen Pariei- veisammlungen Keinerlei Demonstrationen

In Ticmen Gscichfall« ruhiger Verlauf An der von der Kommunistischen Partei einbe­rufenen Versammlung nahmen etwa 3000 Mann telL

rin Mecklenhurr-Schw-rin ke'.nerfei Störung ber Ordnung, die kommunistischen Ver» fammlungen waren schwach besucht

In Sachle.. Ruhiger Verlauf. In Leip - , i g Demonstrationszug mit Beteiligung von ungefähr 10 000 bl« 12000. in Dresben mit Beteiligung von ungefähr 5000 Personen Die Züge zerstreuten sich nach kurzen Ansprachen DS sind keinerlei Zwischensäile nnqetretcn

In Thüringen fanden in allen gröberen Orten Demonstrationen statt, die überall ruhig ohne Zwischenfälle verliefen Auch in Braun- Ichwelg verlief ber Tag durchau« ruhig An den geschossenen Versammlungen nahmen un­gefähr 1200 Personen aus dem ganzen F ei- fiaat teil

In Württemberg Ruhiger B,ria.t/| b<t schwacher Beteiligung an den kommuniltischen Tkrfammlungen

fvd Frankfurt aM. 29 Zuli Für den von den Kommunisten auf den 29 Zu» angekün'iglen .A n 11 f a I z i st e n t a g' halte sich die Finnsturlrr Drupl« den bekannten ReichStags- abgeorbne en Hölleln oerschriebeu. Die Poli­zei baue. getoiQ gt durch die traurigen Erfahrun­gen vom Montag und unter dem starken Druck der öffentlich.m Mei..ung aubeiwrde ithche Mabnah­men gegen etwaige Uninrhen getroffen Die ge­samte Polizeimacht beffnbet sich fett Samstag abend m Alarmbereitschaft. Starke Poli- gciflreifen zu Pferde r t.'en vom Samstag abend an durch bie Stadt unb trugen durch ihr Erschei­nen velcnllich zu, Tcr.ifrlgung der Tciöfferung bei Auch heute tra; die Polize den ganze i Tag über m fta.fcu Kommandos auf den ©traben unb Plätzen. V e> Gebäude hatten polize lichen Schuh b.Iommen. Die kommunistische Verfam m- I u n g t m Bürgerfa al zu Bor.iheim w>es üm.üiii<v sehr he_eu.eai.ei Zu,pruch aut. verlies ab.r im übrigen ruhig Auch auf den Sira ien fam bis zu b.-.i 21b idslunden zu keinerlei Zwilck en'ällen Die 6:1.1' 03 ze g en, abgesehen von ic.i Peri eistie le.i. di. viel Veich ung finden. kaS gewöhn e Liio. Ttoydem bleibt d e Polizei bis Qaen aj fiüh in 21 armbeie t cfrift.

Wi. ivii eriayren, Hai b e oe eq chait oer Adle we. e an die Poli-et die Aulforde ung gc- rich c. k as wegen Be ei' gung a.i ter Ermordung tc3 S aatSanv a ls D. HaoZ verhaftete Bunebs- latämiiglieb Joseph so ort au« tem Ge ängnis au mt a'ten ©ch>n am ©arnsiag wurde einmal der Versuch zur Befreiung des Mannes gemacht, der aber in feinen Aniä.ig'n folorl erfl dt wurde

Mannheim, 28. jult. (W'T'S.) Die Metallarbeiter und -arbetterln- n e n ber großen F.rmen verli ehen Heute gegen Mittag die ArbetiSstäkten und zogen in ihren Arbe tSk.'eidern durch die Innere Stadt, um gegen bie Teuerung zu bernonftrie - ten. Es beteiligten sich an lern endlosen Zuge die Werkangehörigen ber Firmen Benz, Bopp 2. Reu her. Schü.le and Drohkrastlvirk Rhein­au und andere, dagegen waren d'.e Arbeiter ber Firmen Lanz. Union und anderer einem gestern abend gefallen Beschlich treu geblia- ben, wonach ber älmzug hälle unterbleiben sollen. Für morgen sind Kundgebungen der Kommun sten ongeiagt, zu denen auch Zuzug von auhen zu erwarten steht.

Berlin. 29. Juli. (WTB) 9 Uhr abend« Rach wci'.e.en Meldungen veri.es auch der Rach­mitlag im ganzen Reiche ruhig. 3m Ruhr gebiet unb in den Rhoinlanden kam es zu ferne.lei Kundgebungen. Kleinere Qln- ammlungen in Hamm und a-itcren ©tädten de« Rubigcbietc« wurden ohne Zwischenfälle von der Dvlizei aufgelöst Auch in Bayern verlief der Tag ruhig

Zusammenstöße in Neuruppin.

Berlin. 30. Zull. W .e di: DIS Her au« Reuruppin mellen, ist es bori am Sams­tag au b u igen Zusammen st öbe > zwl chm kommunistischen Demonstranien und ber Schutzpolizei geionrrnen Im 21nschtub an eine Kundgebung gegen bie Teuerung wurden fünf Lebensmitte, geschälte, darunter Margarine- u. Bu t ter Handlungen. von der Menge auSgeplünderl. Der Gelchä'tsführer der Filiale e ne« Kaffeehauses unb feine Frau wurden auf bic ©trabe gezerrt, wo sie schwer mibhandelt wurden In ben Abe.ibstunden zogen 3000 biS 4000 Personen vor das G e f a n g - n i«. um dort bte F re las fang ber politischen Ge­fangenen zu verlangen Da bte Reuruppiver Polizei ber Menge gegenüber ohnmächtig war. wurden pvllzeil.che Verstärkung e n a u S PotS da m erbeten, bte Ira Kraftwagen eintrafen. Gegen 11 Uhr nacht« versuchte bte Menge, bat Gefängnis zu stürmen. Die Schutzpolizei, bte bas Gefäv-mis verteidig, xufr dniger. War-

1 aungSschüll« auf bet Qlnfhirnrabcn. Sabel

nurben zwei Personen getötet und (eben schwer verletzt Etwa 15 Per- onen würben verhaftet Auch etn P 0 » ijflbeamter wurde schwer verletzt. Sic Schutzpolizei Hal da« Gefängnis und die öfsene- lich.-n Gebäude besetzt Der Sonntag Ist ohne Zwischenfall verlaufen

Verhaftung von Rechtspntsrhifteu.

Köl v 08 Zull (Wollf - Wie die sozia­listische . Rheinische Zeitung" mittellt, haben tu Köm Massenverfrastungen recht « radi- kaler Putschisten stattgefunden Bis heute mittag sind über 20 Verhaftungen vorgenotn- men worden Weitere umfangreiche Verhaltungen stehen noch bevvi Zahlreiche Hausluchungen, die b«, den Verhafteten vvrgen^mmen wurden, bie sämtlich rechtsradikalen verbotenen Organisationen angehören, und zum Teil ©tudiciende der Kölner Universität sind, förderten grobe Mengen ® h n <1 m i 1'«''ge, f? bat fcc von bis letzt 5 Zentner beschlagnahmt werden konnten

EineSeparattsten-Bersammluny in Coblenz.

Pari«. 30. Zull (WB ) Sämtliche gröberen Pariser Blätter Haden einen Sonderberichterstatter au der gestern In Koblenz abgebalienen Se » paratlftenDerfammlung entsandt |d;ciiit. kab man in Pa.i» im Zulammen^ing mit den befüvet eien Unrohen in Deutschland auf biete Veianllallung gröbere Hoffnung gesetzt hat al« b.c Auegang diZer Kundgebung gerej> fertigt hat Dei Berichterstatter de» .Echo b Paris" erklärt Der Zweck der Kundgebung sei. emc entscheidende labifuic Aktion einzuleilen zur Sch ffung eines unabhängigen Rheinlande» Die R -einlandkorn» Million glaubt Garantien zu besitzen, dab biete Ak.ivn keine Hindernisse mehr ber.-ite Die Der- lammlung habe in einer Resvluti",i die © chaI - lung einer rheinischen Republik unb eine« rheinischen AuSschus'e« gefordert, der im Einvernehmen mit den inleralfilerten Be­hörden arbeiten werde Dieser Au «schuh soll im ©inne der preuhilchen Regierung die Beamten er­nennen und sich mit der gefährdeten Lebensmittel­versorgung zu belassen, ferner mit Einführung einer rheinischen Währung und später, wenn die Verhältnisse günstiger seien, ben Zusammenschlub mit Frankreich vn.5 Belgien zu einer Dollun.on verlangen Heute sollen von den Separatisten Schritte bei ben alliierten Behörden unternom­men werden.

Die Antwort Frankreichs und Belgien«

Paris, 29. Juli. (WTB.f Wie mit« geteilt totrb, hat bte belgische Botschaft l-eute vormittag um 10 Uhr bem Direktor am Quai b'Orfad, Perette bella Rvssa, bte 21 n t wort ihrer Regierung auf bte Rote Lorb Curzons übergeben Die Unterredung, an der auch Minislerialbirektor Bahbou, tetl- nahrn. bauerte bis zum Mittag. Poincar« ist ber ,'rchalt ber Rote mitgeteilt worben. 3n einer wetteren Mitteilung theiht et: Rach ben in ber belgischen Morgenpresse veröffentlichten Mitteilungen wirb bie belgische Ant­wortkürzer al« dIesrn n a fische und nicht nach bem gleichen Plane auf­gebaut lein. ES wirb festgestellt, bah Bel­gien ben Srunbsätzen ber ftänzöstsch-belgischen Ruhrpolitik Neu bleibt, also vor Einstellung beS deutschen passiven Widerstandes nicht mit der deutschen Regierung zu verhandeln unb bie Räumung des Ruhrgedtele« von aus- reicbenbcn beutschen Zahlungen abhängig zu machen. Die belgische antwort wurde die technischen Vorschläge hinsichtlich der Zah- lllngSmodalitäten und der von Deutschland zu fordernden Garantien wieder aufgreifen, wie die belgische Regierung bic französische be­reits vor einigen Wochen unterrichtcl habe. Der belgischen Botschaft seien wahrscheinlich bie Einweichungen, die franzöfischerseitS gegen die belgische Amwon Vorlagen, mitgeteilt worden, wie die belgische Regierung vorher in Paris ihre Einwendungen gegen die fran­zösische Rote mitgeteilt habe, Einwendun ien, denen Pvincar6 sich übrigens mit Bergungen an geschlossen hätte. Beide Antworten würden morgen von den Botschaftern in London dem Foreign Office überreicht werden.

Pari«. 29 Zull. (WTB l Zur Ueber- reichung ber belgischen Role tn Pari« schreibt bie Sibert 6. unmittelbar nach Eingang der englischen Dvkumenie Kbimen de Belgier eine fiawölisch-b--gische, vielleicht Ivgar eine fron- zösilch-belais'ch.englische Bespre­chung vorgefchlagen zu haben, zu der im letz­teren Falle natürlich auch Italien hätte zu ge­zogen werden müssen Wenn Pomcarc diesem Vorschlag gefolgt wäre, hätte man einen neuen Obersten Rat mit allen leinen u.rherechenbaren Zufällen aufgerichtet, in bem womöglich die fran­zösische Aufstillung in &.t MinherheU geraten wäre. Diriem Wagnis habe Psmrare sich nicht ouSsetzen wollen. Ebensowenig habe er es für opportun gehalten dab bte foanzösisch-beigische Antwort in unrnttidbaren Besprechungen abge- safu würde ©em Wunsch sich derartigen Km- ferenzen zu entziehen, t* er für versrühi halte, fei wahrichettllich der Grund dafür gewesen, bafr er nach Sompigny gereist fei, um fick' efctiye Tag» auszu ruhen.

Das »Journal frei D^fralS" f4ec#<, man begreife nfcfrt recht. Barn dte* tw.