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ge ösfeniiicht und 20. Duni statt derzüge soll An» Mtlichc Mitteilung

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LSivkreiS Gieße«.

d. ßt^, 27. Mai. Sine Stunde edlen Äunft- VnnsseS tmb stärkender Erbauung gab die Spielschar der deu t sch - ch r i svl i che n ictubenten»3ereinigung Mo rb» rg D^rch die Dorführung eines deutschen Mysterien- sdiels aus dem Mittelalter, des ,Paradeisspiels". Das Spiel stellte in liturgischen, arärdigen For­cen, bei Kerzenschrin im Chorraum der altehr­würdigen Kirche gespielt, die Geschichte von der Erschaffung und dem Sündenfall der Menschen dar und machte auf die zahlreich erschienenen 'Zuhörer einen tiefen Eindruck. Der Reinertrag war für die Studentenhilfe Marburg bestimmt.

ri. Rieder-Des singen, 27. Mui. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten heute Landwirt Heinrich Steuernagel I. und seine Ehefrau Marie Katharine geb. Roth, die Eltern unseres Bürgermeisters. Beide gehören alten Rieder-Dessinger Familien an. Der Jubilar ist seit vielen Jahren Mitglied des Kirchenvvrstands

Lauter, 27. Mai. Unter grober Betei­ligung wurde heute die Gedächtnis ft ölte für unsere Gefallenen getyeiht. Ganz aus dem Platz heraus entwickelt, baut sich die Qfctfagc in Terrassen und Treppen von der Strafte her nach dem Schulhaus hin auf, um oben in die Stille eines Ehrenhofes auSzuclingen. Wer den an und für sich früher unansehnlichen Platz gekannt hat, wird erstaunt sein ob der Veredelung. dte er erfahren hat. Es ist, als ob Stein und Holz, dte doch letzten Endes die spröden Grundbegriffe der Anlage sind, zu einem Akkord des Trostes zusam- mengefaf)t waren, schwer in seinen Tiefen in dem ernsten, steingehauenen Mahnwerk am Fuhr der Anlage, leicht und befreiend in seinen Höben in dem sich licht gegen den Hinnnel abhebenden Spalierwerk des EhrenhofS. Manche müde Mutter wird sich die Treppe hinaus schleppen unb vor dem Kreuz, das dort oben bei den Ramen der Gefallenen Wache hält, Trost und . Erleich­terung finden. Es braucht nicht besonders er­wähnt zu werden, dah die Feier, bei der alle Be­teiligten ihr Bestes gaben, vor einem solchen Hintergründe Würde und Gröhe bekam. Dem Kreisbauamt, dem wir den Entwurf der Anlage verdanken, und seinen Helfern, den Steinmetzen, Maurern und Zimmerleuten, gebührt hohe Aner­kennung.

* Muschenheim, 27. Mai. Heute fand unter zahlreicher Beteiligung aus nah .inb fern die Einweihung unseres Gefallenen- Denkmals statt. Dort, wo die Kirchgasse auf die KirchhofSmauer stotzl. ist es in srnsten, wuch­tigen Formen errichtet worden, ein mächtiger, sich auf bäumender Löwe im Mittelfeld, rechts und links davon auf Einzelplatten die Ramen der Ge­fallenen. Wer Muschenheim und die umliegen­den Orte der Wetterau kennt, weih dah hier ein paar Kirchen stehen, die die Ortsbilder aus­schlaggebend bestimmen. Die Alten haben es hier besonder» gut verstanden, die Kirchen an die Stellen äu sehen, die beherrschend und charakte­ristisch für die Orte wirken. Llnd nun sollen Denkmäler für die Gefallenen errichtet werden. Bon selbst kommen die meisten Gemeinden darauf, diesen gegebenen ortseigentümlichen Rahmen aus- zuiruhen. Altes mit Reuem und Neues mit Altem zu durchsetzen. Tlird der Erfolg ist loh.rend. Das Muschenheimer Denkmal brixxift das. Sn den alten Rahmen ist ein Bild modernen Geistes gesetzt, ein Bild aber, daS die Vergangenheit seiner .Um­gebung nicht verleugnet, boä ihr vielmehr eine nicht unerhebliche StLigei^ing seiner Schönheit und Eigenart verdankt. Dem Drukmalsausschust ge­bührt volle Anerlemrung, dah er hier den Dor- schlagen der Kreisbau -ei Wallung folgte und deren Derwncklichung ermöglichte, bei der ausführend Dildl-auer Huber. Offenbach, und Steinmetz- meister Werner, Hungen, beteiligt tnoren. (Sine würdige, ernste Feier übersetzte die 'steisterne Sprache des Ehrenmais in zu Herzen gehende Ge­dächtnis- und Mahnwvrte.

* Mainzlar, 27 Mai. Auch in unserer Gemeinde konnte heute bad Denkmal für die Gefallenen geweiht werden. Auf dem alten Friedhof ist ein wrihewl^r Ehrenplatz abgetrennt worden, auf dem, gruppiert um einen hochragen­den, kreuztragenden Schaft 17 Sin-elfldn? un'ere.i Gefallenen e ne dauernde Gedächttiisstatt sichern. Die Lage des Platzes und die durch das Kreiö-- ibauamt geleitete Ausführung, die, der Schablone entratend, echtes und vertieftes lrandwerkliches Können in den Vordergrund stellt, haben ein Werk entstehen lassen, von dem eine einzigartige Stimmung und Wirkung auSgeht und das der Ge­meinde zur Ehre gereicht. Würdig und erhebend verlief die Feier, in bereu Mittelpunkt, umrahm' ,vvn Gesängen und Bortrigen, eine zu Herzen gehende Gedächtnisrede des Dekans D u h m a n n stand.

Kreis Friedberg.

ch. Münzenberg. 26. Mcn. Unter starker Anteilnahme der ganzen Gemeinde wurde da» Denkmal für die Gefallenen unseres Ortes etngetodbt Es wurde von Architekt Burk und Bildhauer Ködding von Gießen geschaffen und vor der Kirche aufgestellt. Es er­hebt sich, S Meter hoch, auf wenigen Srnfen als eine viereckige Säule, die im oberen Teile etwa» abgeseht ist und in einer flachen Spitze endigt. Die Seiten des unteren Teiles tragen auf Hellen Marmor tafeln die Ramen der dreihig gefallenen und vermieten Krieger unfe.er Gemeinde, wäh­rend oben zwei symbolische Reliefbilder: die Trauer" und die .Hoffnung", auf Der Border- und Rückseite sichtbar si:rd. Die Trauer ist dar- gestellt als eine still weinende Frau und die Hoff- nur.g als ein auferstehender Jüngling. DaS Säu« lend-enkmal ist ganz den gviischrn Formen unserer Kirche angepatzt. Sn der Weiherede mit dem ge- f i't'oika Weihespruch erläuterte Pfarrer Dey- r: i) die Sinnbilder, indem er betonte, batz unsere -I iT.icr um die gefallenen Helden stets getragen und gemildert werden solle von unserer tiefen Dankbarkeit für sie, unsere Hoif-mng aber erfüllt st-in möge von der Kraft der Auferstehung. Mit einer stillen Feier an den drei Kriegergräbern auf dem Friedhof schloß die Denkmalsweihe, die für alle Teilnehmer in wertvoller Erinnerung bleiben wird.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt, 27. Mai. Obgleich Vie Wucherpolizei in dieser verflossenen Woche bereits zweimal in der Markthalle und aus den offenen Märkten in schärfster Weise gegen wuche­rische Standinhaber vorgegangen ist, ist von einer Besserung der Marktverhältnissc boch noch ntcytS zu spüren 3m Gegenteil! Die Händler lehnen sich offen gegen die Polizei auf, drohen mit Gegenmahregeln und treiben die ^.eife fac alle Gemüs«rrten lustig weiter ht die Höhe. Rurmrehr will die Polizei die Händler, die sich nicht fügen

wollen, durch Handelsverbote von den Märkten ausschliehen. Die Zahl der Arbeitfuchenden hat fitb in der Berichts- wvche abermals etwa» vermindert, und zwar um 203 gegen die Vorwoche. Dagegen ist das An­gebot an offenen Stellen um 141 zurückgeblieben. Insgesamt waren 7338 Arbeitsgesuche gemeibei. 4674 Personen besonder! sich in Erwerbslofen- unterstützung, und zwar 4125 männliche und 549 weibliche Personen. Mit grobem Erfolg be­stahl die al» diebisches Dienstmädchen bereits bekannte Angelika Kirsamer au# Runningen In Köln, Düsseldorf, Bonn, Koblenz, Stuttgart und zahlreichen arideren Städten ihre Herrschaften. Hetzt gab die Angelika auch ia Frankfurt eine grobe Gastrolle Sie verdingte sich unter falschem Ramen bei einer Familie in Sachsenhausen und war alter Gewohnheit gemäu schon am nächsten Tage verschwunden. Mitgenom­men hatte sie für zwei Millionen Mark Wert­sachen. Dann pvellte sie am tzpchstcn Taae eine Herrschaft In der Altstadt um sechs Millionen und am folgenden Tage eine andere Familie der Altstadt um sieben Millionen. Das Frauenzimmer ist flüchtig. Zuerst war er Möbelträger, bei Josef Frey au» Frankfurt, dann handelte er mit Brillanten. Damals lebte et in den bescheidensten Verhältnissen, jetzt wohnte er in einet Prunkwohnung, deren Wert auf viele Mil­lionen geschätzt wird. Ehedem kleidete er sich schlicht, jetzt läuft er in der modernsten Shimmy- Hose durch Frankfurt. Ehedem war er ebn ehrlicher Kerl, jetzt sperrte ihn die Kriminalpolizei ein, weil et sich über die Herkunft der bei ihm vor­gefundenen vielen Brillanten und Gvldsachen nicht auSweisen farm.

Turnen, Sport und Spiel.

Turngau Hessen (®. T.).

v Dieben, 27. Mai.

Tuxb dem besonders regenreichen SamSlag schenkte cec Mai für Den heutigen Sonntag herr­lichstes Turrrwetter zum 3. G e» u- F r a.t e n w e 11- turnen, das die (Siebener Turnerschaft mit grober Sorgfalt vorbereitet hatte. 3m schönen Hofiaum der Höheren und Epcoeiterten Mädchen- jd)ule, den die Direktion zur Verfügung gestellt hatte, begrüßte Lehrer und Stadto. Georg .Kling, der 1. Sprscher des Mtv. Gieftsn, im Ramen der (Siebener Turnerschaft die Schar der jugendlichen Weckkämpserinnen mit marlicen Worten. Unter Leitung des Gauobertutnwarts W. Will (Sieben) rvickelte sich das Turnen flvtl ab. 3n 10 Riegen wurde an Reck, Barren, Pferd geturnt, dazu kamen Hochsprung, c.ne Frei­übung und in der Rordanlage der 100-Meter- S3auf. Es beteiligten sich 160 Turnerinnen aus 13 Vereinen: Alsfeld, Bad-Rau heim Tv. und Mtv., Butzbach, Frankenberg, Ftledbri-g, (Sieben Tv. und Mtv., Grohen-Lrnden, Marburg Tgde und T. u Sp. V.. Treis o. d Lda. und, Wetzlar. 3n der Rot der Zeit ist es als ein Zeichen echter Turnbruderlichkeit dantbar anzu­erkennen. dah die fremden Turnerinnen als Gäste in Giehenei Familien velpilegt wurden. Rach d ieni Umzug durch die gastliche Stadt ble!.i auf Oswalds ©arten der 1. Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) eine kernige Ansp.a-.he. Daraus folgten in guter Ausführung nach Musik die F r e i ü b u n- gen des Deuts chen Turnfestes in Mün­chen. 3m Hofraum der Höheren Mädchenschule schlossen sich Sordervorführi'.ngen von Giehen Tv. an Schwebekante und Barren, ©leben Mtv. und Butzbach je an zwei Pferden an; besonders her-- vorzuhebea sind die rhythmischen Darbietungen des Universitätsturnlehrers Hermann F i s che r (Mar­burg). Gegen 6 älhr nahm Gauvberturnwart W i l l die Preisverteilu ng vvr und übergab gleich­zeitig das Amt eines Gau-Frauenturn- wartes, das er drei Jahre lang mitverwaltet hatte, an Turnlehrer Hermann Fischer (Mar­burg). 3n seinen Händen wird sich daS Frauen­turnen im Gau Hessen erfolgreich weiterentwickeln können und zwar, wie seine ausgezeichneten Sondervorführungen gezeigt Haden, nach der Rich­tung der Anmut tm rhythmischen Ausdruck htn, worin zugleich bte Grundlage für das Geräte­turnen gegeben ist.

Aus der Sieger liste lassen wir die ersten drei Siegerinnen in jeder Stufe folgen:

Turnerinnen Oberstufe Im 8- Kampf. Ehrenpreis: Paula Hofmann Mtv. ©le­ben; 1. Sieg: Frieda Schmidt, T. u. Sp. B. Mar­burg 2 (Sieg: Anneliese He ltelmoirn, T. u. Sp. B. Butzbach; 3. Sieg: Mimia Straub, T. u Sp. D. Marburg. Desgleichen im 6-Kampf: 1. Sieg: Paula Hofmann, Mtv. ®leben; 2.Sieg: Luise Steinei, Mtv. Dad-Rauheim; 3. Sieg: Mar­tha Kroll, T.u. Sp. B. Marburg.

Turnerninen Unterstufe Im 3»Kampf: 1. Sieg: Martha Cmich, Tgde. Fri^>berg, Käthe Decker, Mtv. © leben; 2. Sieg: Gretel Dechert, Mtv. Giehen; 3. Sieg: Else Füller, Tgde. Sriebb^rg. Turnriinnen Unter ft ufe 6 - Kampf: 1. Sieg: Käthe Becker, Mtv. ® le­ben; 2 Sieg: Dina Schneid:r, Tv. Bad-Rauhsim; 3. Sieg: Bertel Herget, Tv. AlSseld.

Iugendturnerinnen Oberstufe: 1. Sieg: Gretel Woldfchmidt, Tv. Bad-Rauhetm, Käthe Ziegler Tv. Gießen, SM Hunger. Tv. Wetzlar; 2. Sieg: Anna Mörler, Tv. Bad-Rau- heim; 3. Sieg: Berta Schmidt, T. u. Sp. B. Mar­burg. Zugendturnerinnen Unterstufe: 1. Sieg: Else Faatz. Tv. Bad-Okauheim, Erna Wiedermann, Tv. Bad-Rauheim; 2. Sieg: Milli Schultheib. Tv. Bad-Rau heim; 3. Sieg: Zohanna Kröck, T v. G ie hen.

Radrrn««.

Der Gau 9a Sieg-Lahn des Deutschen Radfahrer-Bundes veranstaltete geltem seine 100-Kilvmeter-Fernfahrt auf ter Strecke Dieben- Marburg Kirchhain und zurück.

3nfc4ge des am Samstag niedergegangenen Regens stellten sich von 72 Gemelkten nur 49 Fah­rer dem Starter, Dausahrwart Marr- (Sieben und mir 21 Fahrer erreichten das Ziel in der vor- geschriebenen Zeit. Biele aussichtsreiche Fahrer mutzten, durch Defekte gezwungen, das Rennen aufgeben. Den Sieg errang mit 13 Min-lten Bor- sprung der in diesem Zahre schon so oft siegreich gewesene Fahrer 21 u g Deibel-Dietzen.

Dir Ergebnisse sind: Junioren: !. A. Deibel, 1885 Dieben. 3 Std 21,45 Min.; 2. E. Roll. Kirchhain. 3 S:d. 35 Mm.; 3 E Evr- hardt, Kirchhain, 3 Std. 35,1 Min.; 4. W Korn­mann, Kirchhatn. 3 Std. 35,2 Miw; 5. S. R:it» beiger, Germania-Gietzsn, 3 Std. 3833 Min.; 6. K. Möller, Wetzlar, 3 Stunden 38,35 Min.; 7 Sa Zintzer, 1885 ©leben, 3 Std. 52 Min.; 8' W ' Rinker. Wetzlar, 3 Std. 52,1 Min., S. H. Paulch, Kirchhain,3 Std. 53 Min; 10. W. Klein. Siegen, 3 Std. 55 Mm.; 11. S. Reichet», Siegen. 4 Std 1 Min.i 12. H. Scholl Kirchham. 4 Std.

1,3 Mn; 13. Fr Serdtg, Marburg. 4

2 Mm., 14. K Pfund, Germania G»eben, 4 Std.

3 Min.; 15. W. Haseiuner. Weylar, 4 Std 32 Minuten; 16. O. Hetz, Dieben, 4 Std. 7 Mm.;

17. A. Rehm Wetzlar, 4 Std. 10 Mn. Senioren I 1 2 Wittig, Fortuna Die­ben, 3 Std 43,50 Win.; 2. Fc Möller. Wetzlar 3 Std. 59 Min.; 3. K Sehrt, Germania Dietzen, 4 Std. 6 Min. Senioren II. 1. Gg. Sauer. Fortuna Dietzen, 3 Std. 55 Min.

Landwirtschaft.

* Bad-Selters. 28 Mai. Etwa 8 0 2 ü r- germeister des Kreises Lauterbachs unter Führung des Kreis di rektor» und des Bürgerrncisters 31> ft (Bermutshatn) besich­tigten gestern die Staatsdomäne Kon­rad » d o r f (Kreis Büdingen). 3n mehrstündigem Rundgang konnten den H-.rren der Stand der Fel­der, Der neuzeitlich: Weideoetrieb und die sort- schiittlichen Einrichtungen des Dutshoses gezeigt werden. Besonderes Öntercffe fanden eine von den Siemcns-Schuckert-W:rkcn gebaute dreihig- pfcrdige AckerfiäIe (diele ncuariig? Maschine macht den Boden besser saatfertig als die Pflug­schar) und eine Mistvcrgäiungsanlage. Diese ist die erste in Deutschland und dient der Derbe! serung des Stallmistes, dessen Dünae-vert dadurch Der Doppelt toirD. Die Teilnehmer äutzerten sich sehr befriedigt über diesen lehrreichen Defuch auf einem Rkusterhof.

Vermischtes.

Diu Segelflvg über 5 bi» 6 Kilometer.

Rosfitten, 26. Mai. (WTB.) Beim ersten deutschen Küstensegelflug auf der Kurischen Rehrung vollführte heute früh der Ostpreutze Schulz vom Pre- dienberge aus auf seinem Rhönflugzeug einen Streckenflug von etwa f ü n f b i s s e ch » Kilometer die Haffküste entlang bi» Pill- koppen, wo er glatt landete.

Treibende Gisberte im Atlantischen Ozean.

Berlin, 26. Mai. Die Abendblätter melden, dah die Schiffahrt im Atlan­tischen Ozean durch treibende Eis­berge schwer gefährdet sei. Der Dampfer ..Minnesota" habe unter größter Gefahr ein Eisbergfeld von einer Ausdehnung von 35 Kilometer passiert.

Eine freche Leichenschändung.

Berlin. 26. Mai. Rach derGer­mania" wurde auf dem katholischen Michael- kirchhvf die Leiche der 21jährigen Tochter eines Fabrikanten in Halle abgestellt. Die Tote war mit einem iveihen Svi.tzenkletd im Wert von 302000.Mark bekleidet. Als am Tage vor der Beerdigung die Mutter die Tochter noch einmal sehen wollte, entdeckte sie beim Oesfnen des Sarges, daß die Leiche sämtlicher Sachen beraubt war. DerhäntzniSvoller Sprung au» einem fahren­den Zuge.

Berlin, 26. Mai. DasBerliner Sä­geblatt meldet aus Greifsenberg: Ein Ehepaar sprang cmS einem bereit» in Bewegung befindlichen Zuge. Der Ehe­mann wurde überfahren und getötet. Die Frau geriet zwischen die Geleise und un­ter den Zug, blieb aber völlig unver­letzt, obgleich der ganze Zug über sie weg­ging. ___

Büchcrtisch.

Einführung in die moderne Re- ligivnspsychologie. Bon D. Dr. Geora Wunder le. (Verlag Zosef Kofel & Friedrich Pustet, K-G. Vectagsabteilung Kempten. Wundetles Einführung in die moderne Religions- Psychologie hat darin ihre Desonderhelt datz sie in einer giwftzügiaen geschichUichep Perspektive die Punkte kenntlich macht, an benen auch die nicht-- experimentelle Religionspshchologie früherer Fähr- Hunderte unvergängliche Erfolge aufzuweisen hat. Die Würdigung des Mittelalters von biefem Standorte aus ist jedenfalls.für die meisten mo­dernen Religion-Psychologen neu. Mit besonderem Bedacht ist stets darauf gesehen, dem Heiligtum des religiösen Erlebens nicht durch die Zudring­lichkeit wissenschaftlicher Behandlung nahezulreten.

DieM eggendorfer Blätter" (Verlag München, Refidenzstr, 10) erheitern und belustigen jede Famllie und fedeS einzelne Fa- mittemnitglied vrächentlich auf» neue mit Humor, Satire und fröhlichen Erzählungrn, guten Witzen, treffenden B-mierkungen zur Zeit und Zeit­geschichte und formvollendeten Gedichten lyrischen und heiteren Inhalts. Den Augen de» Beschauers bietet jede Rümmer eine reiche Fülle ernster Bilder, künstlerischer Zeichnungen und zielsicherer Karikaturen und Grotesken.

Da s Geheimnis de» Znders Praschna. Roman von Friedrich Freksa. (Verlag von Ernst Keils Rachf., Leipzig.) Dieses Buch schleudert den Leser in eine Sturzflut von Spannungen. Hypnose, Fernwirkung, eine wissenschaftliche Erfindung seltsamster Art, Astro- lrgie, indische Philosophie und sonstige mystische Phantasmen mengen sich In eigentümlicher Weise mit realen Geschehnissen. Eine doppelt und dreisach verschlungene Zch-Erzäblung. in der Träume, Pl-antasien und Erlebnisse ineinanderspielen, ver- lekendigt den Stoff und erhöht die Spannung. Ein ganz eigenartige» Buch, dessen Inhalt sich nicht oder nur schwer umschreiben läßt

Die Abenteuer de» Grafen Mellenheim. Ronum von Gerv.-ud v.Drock- dvrff (Verlag von Emst Keils Rachf. sAugust Scherlf ®. in. b. H , Leipzig.) Gin packende» Ro- mantoerf. Die Geschichte eine» jungen österreichi­schen Aristokraten, der durch den unglückseligen Ausgang des Kriege» jäh aus seiner Offizier»- lauf bahn geworfen wurde. Zu stolz, von der Gn.c»de reicher Verwandten zu leben und diese» Leben mit dem Verzicht auf seine Liebe zu er­kaufen, sucht er seinen Lebensunterhalt als Ar­beiter unb Hotelpvrtier. Gleichwohl bleibt et, nxt3 er ist, bleibt er sich selber treu bis zu dem Augenblick, in dem sich fein eigene» Abenteuer­schicksal mit dem nicht minder abenteuerlichen Sck-lcksal einer russischen Gräfin kreuzt und ihn in einen schweren Konflikt der Pflichten verwickelt, ©ine Reihe abenteuerlich«. Geschehnisse, die sich an die Bekanntschaft knüpfen, ' endigt mit tief- tragischem Ausgange, latzt aber den Helden end­lich sich selbst und seiner Liebe tmebergettmtnen. Der besondere Wert des BrcheS besteht in seinem seinen Strrmmmgsgehall.

Hau» juchhe. Rvntan von Adelheid Weber. (Benag von Ernst Keils Rachfolger (August Scherl) G. m. b. H., Leipzig.) Die Verfasserin steift eine Fülle gut gesehener Ge­stalten auf die Beine und versteht es meisterlich. Die Gegensätze ernsten norddeutschen Wesens and süddeutscher älngebundenhelt hevauszuarbciten. Die Szenerie ist immer lebendig, reich und b^n? in der Farbengebung. Eine Fülle wechselnder Situationskomik erheitert den Leser, macht ihn aber die tiefere Symbolik dieses München-Schwa- hinget Dvhömeromans nicht vergessen, die darin besteht, datz da» »Haus Juchhe" gleichsam als die moderne, durch den Krieg von ihren guten Geist tv. verlassene Fugend erscheint, die sich aus allerlei Verirrungen erst den Weg zu unwandeibarei, Sittengesetzen suchen mutz.

Handel.

Diebprozentige Kohlenwertan- leihe de- Elektro - Z w edoerbonbeö Mitteldeutschland Man teilt un» mit: Obwohl der ReichSkohlenverbcrnb kürzlich den Preis für Förderbraunkvhle de» Easfeler Reviers auf 37 540 Mk. pro Tonne festgesetzt bat. ist eine Heraufsetzung des bisherigen De>'laufspwi'es her bprvzentige Kohlenwertanleihe des kommunalen G1 e k t r o - Zwe ckve r ba n- des Mitteldeutschland .ächt erfolgt. Wie bekannt, haften für d.efe Anleihe 4 Städte, 26 Landkreise und bad Waldecksch? Dvmanium. Die Bezahlung der halbjährigen Zins- und Tilgungs­raten ist bekanntlich dadurch gesichert, datz auf über 5000 Hektar Wald eine Reallast auf Girierung einer dem jeweiligen Kohlenwerte entsprechenden Menge Holz eingetragen ist.

Frankfurt a. M., 26. Mai. Börsen- stimmungSbild. Am Devisen- und Roten- markt war die Tendenz mäßig nach oben ge­richtet. Der Dollar setzte vormittags mit etwa 55 000 bis 55 500 ein und zog späterhin auf 56 500 an. Die Umsätze gcftalteten sich etwas ruhiger. Am freien Effektenmarkt machte die Aufwärtsbewegung weitere Fortschritte, da die Spekulation größere Kaufneigung in ver­schiedenen Spezialpapieren zeigte. Am Mon» tanaktienmarkt waren Gelsenkircheiier, Deutsch- Luxemburger und Buderus gesuchter. 3m Effektenverkehr von Bureau zu Bureau herrschte eine günstige Stimmung, und es wurden durchweg höhere Kurse g-boten. Für SchiffahrtSaktien bestand besonders große Nachfrage. Für Paketfahrt wurde ein Kurs von 170 000 geboten. Sehr fest waren auch Rorddeutscher Lloyd. Größeres 3nterefse be­stand für Holzverkohlung. Badische Anilin waren sehr gesucht, 70 000 bis 71 000 bis 73000. Höchster nannte man mit 59 000 bis 60 000. Theodor Goldschmidt 110 000. Man hörte ferner A. E. G. 72 0C0, Licht und Kraft 50 000, Neckarsulmer 42 000, Deutsche Bank 53000 Geld. Freiverkehrüwert« hatten durch­weg höhere Kurse inne. Es wurden genannt: Becker-Stahl 62 000, Becker-Kohle 48 000 bis 49 000, Hansa Lloyd 18 500, Benz 97 000, Krügershall 70 000 bis 71000. Bon Aus­landsrenten stellten sich Zolltürken 205 000, Bagdad I 275 000 bi» 280 000, Bagdad II 210 000. Dollarschatzanweisuugen ca. 56 000 bi» 57 000.

3n der letzten Maiwoche findet die Wertpapierbörse am Montag, Mittwoch und Freitag statt. An den übrigen Tagen werden nur Devisen und Noten notiert.

Berlin, 26. Mai. Börsenbericht. Dis CBeunrubigtmg über die tmierpolitische Unsicher­heit trug bazu bei' ben Devisenmarkt weiter za befestigen. Bei mäßigen älmsätzen stieg ber Dollar im Bormfttagsverkehr bis ziemlich auf 56000. Bei ber amtlichen Kursfestsetzung trat nur eine geringe Abschwächung ein. Später bewegten sich die Kurse von neuem aufwärts; ber Dollar über­schritt 57 000. Für Effekten herrschte im Anschluß an ben Devisenmartt und in Lluswirtung ber Flucht vor ber Mark durchweg eine feste Stim­mung. Namentlich für Schiffahrtswerte zeigte sich großes Interesse.

Banknote«.

Frankfurt <t TL 26. Mai.

Schweizer Noten......

ftrnn Mürbe Noten.....

Dänische .'toten.......

Schwedische Noten.......

Holländische Noten.........

Deutsch-Oesterreich 1100 Kronen

Amerikanische Noten......

Englische Noten.........

Italienische Noten......

Belgische Noten .....

Ungarische Noten......

Tschechoslowakische Noten

Norwegische Noten ....

Numäntsche Noten.......

Spanische Noten........

Brief

10100,- 3693-

1020u- 14060- 21900-

7850

56000.

280375,- 2663.-

3155,-

835 1675- 8910-

353-

Frankfttrler Devisenmarkt.

Geld 10000.-

A87.- 10100,- 14540- 21700,- 78 55500 K7875 2637 3125 8.15,- 1655.- 8860 347,

(Telegraphische Auszahlung.)

Datum

25. Mai 26. Mai

flmtL Norierg. DlmtL Notier».

Geld Brief Geld Bries

Antw-'Drüfiel Holland...

London. . Boris . . . Schweiz. . Sonnten. . Italien .... Vinflbon-Dwrt® Dänemark.

9ioriorien. .

Schweden . . Oelstnqsor». . Neunork.....

Teutsch'Oestern Budapest. . .

Prag......

Agram.

8102.20 3117X6 3182,02 3197,99 21446.26 21553,75 21845,25 21954,75 «1868.75 25313125 257<3,75 259146,25 :ß!l6, 3614, 3690,75 3709,25

9775.00 9821.50 11XXÄ27 10112,73

8254,30 8295,70 x453,80 S4W.20 2615,R) 2620,05 266&30 2681.70

10024,8n 10075,15 10274,25 10325^75 täOU.to 8'i40,10 8981,90

14364 144*6,- 14763,- 14837,-

14VL0 150120 --

54*X>4.50 54355,50 55710,12 56(b9^8

76.68 77,057 78.68 79,08

10.59K 10,652 10,10 10,15

162195 16iW» 1670,81 1679,19

(3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Sin Prvtestzng gegen die Teuerung in Mann­heim.

Mannheim ,25. Mai. (Wolss.) Die Ar­beiter ber beiden größten hiesigen Betriebe, Lanz unb Benz, verließen heute kurz vor ber MUtags- stunbe überraschend die Detrrebe unb zogen in ge» orbnetem Zuge in die innere Stabt. Dem gewal­tigen Zuge würbe eine rote Fahne unb bas Bub von Karl Marx borangetragen. Gegen 2 Ähr kehrte bie Masse wieder in die Fabriken zurück, ohne daß es zu einem Zwischenfall gekommen wäre. Der Zweck ber Kundgebung war ein Protest ge­gen die Teuerung und gegen das Verhaften ber Unternehmer bei ben zur Zeit schwebenden Lohnverhanblimgen.

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