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Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamsiagsbeilage: GießenerFamilienblälter Monatliche Senlarpreise: 6000 Mark e?r|d)Iicf}lid) Trögerlohn,durch dicDost 6000Mark,ouchdeiNicht- erscheinen einzelnerNum» mtrn insolge höherer Gewalt. - Fernlprech. Anschlüsse: slirdieSchrift- leilung 112; für Verlag und Geschäflsslelle 51. Anschrift für Drohtnach. richten: Anzeiger Siehell.

postfchecttonto:

Siantfurt a. M. 11686.

Mittwoch, 27. Zuni 1925

173. Jahrgang

vnick vnd Verlag: Srühl'sche UniversitMrGuch- und Skinbnicferci R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seichästsstelle: Schnlftratze 7-

Annahme von Anjeigen für die Tagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen o. 27 mm 'Breite örtl 320 Mk., auswärts 400Mk.; für Ne kl am« Anzeigen von 70 mm Breite IbOOM.DeiPlatz- vorschrift20"/Aufjchlag. Hanptfchriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst'Blumfchein;fürden Anzeigenteil: Hans 'Bedt, sämtlich in Bietzen.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Vberhefsen

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Eine Rede des Reichsernährungsminifters in Königsberg.

Königsberg. 26. Juni. (Wolff) 3m groben Borfensaal sprach gestern abend Reich s- ernährungsmlnister Dr. Luther über Rhein und Ruhr.

Er schildert zunächst die seelischen und körper­lichen Leiden, die die Ruhrl-evölkerung zu ertra­gen hat. das harte Los der Gefangenen und Ans- gewiesenen, die verhängnisvollen Wirkungen des

lassen.

Theunis verzichtet auf KabinettsbUdung?

Paris. 23. 3uni (WTB.) DasJournal Debats" erfahr: aus Brüssel zu dem Stand Kabinettskri e: 3n po'.i.ischen Kreisen herrscht

... pessimistische Rote vor. Man steht noch immer da, wo man in den ersten Tagen stand. Daher wird vermutet, Latz Theunis heute abend darauf vernichten werde, den Wider­stand der flämischen Katholiken brechen zu wollen, es aufgebe, sich um eine Verständigung über die Genter Universität zu bemühen und den Auf- trau des Königs in dessen Hände zurücklegen!

England und die französische Annexionspolitik.

London, 23. Juni. (WTB.) Ein Teil der Presse befatzt sich weiterhin mit dem vomO b- erver" veröffentlichten französischen G e - >e im bericht. Eine Reuter-Meldung bd° agt, ein nachdrückliches französisches Dementi besage, datz das vomObserver" veröffentlichte Dokument nicht existiere. Dennoch toicb es von d.n englischm Blättern als sicher angesehen, datz- Frankreich versucht, das Rhein'and von Deutsch­land zu trennen. Die Kommentare der Pariser Presse werden viel beachtet. Die Behauptung desMatin", datz der Chef des britischm R.rch- richtendienstes in Köln zur Zeit tes Kapp- Putsches mitgewirkt habe, um eine Rheinland- Republik ins Leben zu rufen, wird in London von amtlicher Seite prompt dementiert; Raber er­fährt, es handle sich bei dieser Behoupbrng desMatin" nur um eine Wiederholung einer im letzten Avril in London veröfsentlichtonMit- teilung, dir schon damals kategorisch in Abrede gestellt wurde.

Der Kölner Berichterstatter desDaily C h r o n i c l e" erklärt, seine Informationen hät­ten ihn davon überzeugt, datz dir Franzosen die aus Schaffung einer rheinischem Republik aerichn tete Politik fallen gelassen hätten und datz ihre Politik stärker zu einer Annexionspolitik geworden sei. Jedermann im Rheinland sei sicher, Latz ein äußerst st a r k e r D r u ck n ö t i g sein würde, um die Franzosen wieder aus dem Rbeinlande zu vertreiben. Der neueste Plan der Franzosen gehe dahin, das Rheinland einschliehlich des Essener Bezirks zu behalten.

Dcr französische Verttichtttun.s^edanke.

Paris. 26. Juni. (WTB) Der ehemalig,- Finanzminister Francois Marsal sprach gestern im Partciausschuh der _ demokratischen Entente in der Stadt Roucn über die fran­zösische Finanzlage. Er behauptete bei dieser Ge­legenheit, der päpstliche Legat im Ruhr- gebiet habe dem Vatikan einen Bericht des Bürgermeisters vonEsscn -.ugefren lassen, der auch den französischen Behörden mitgeteilt worden sei und in dem u. gesagt wird:Das Ruhrgebiet ist das Hertz Dr ttsch'a.rds. und der Körper stirbt dahin, wenn das Herz nicht mehr schlägt." Francois Marsal schlotz den Cßortiiig mit den Worten:Sagen Sie es all denjenig.n, die unter dem Krieg gelitten haben: Der Krieg wird mit Eisenbahnen und mit Fabriken geführt, die Kriegsmaschinen. Granaten und giftige Gase herstellen. Halten wir die Eisenbahnen fest, die die Truppen befördern, die Fabriken, die di? Armeen speisen, und solang» es vor den Toren dieser Fabriken einen Wachtposten und solange es in ihrem Direktionsburcau einen General gibt, werden unsere Kinder nicht den Tod er (eiben; denn solange ist der Krieg unmöglich."

Baldwin über die Verstärkung der englischen Luslstreitmacht.

London, 26. Juni. (WB.) 3m Unter- hause machte Baldwin eine wichtige Mittei­lung betreffend die Verstärkung der Luft- str eitmacht zur Verteidigung desMutterlandes um 34 Geschwader. Er erklärte, die Regierung sei zu der Schluhfolgerung gelangt, datz. abge­sehen von der Befriedigung der De'-ürfnisse der Marine und des Heeres und den Verpflichtungen in 3ndien und anderen überseeischen Ländern, die britische Luftstreitmacht eine Verteidigungsflotte zum Schuhe der Heimat einschliehen müsse, die ge­nügend stark sei, um England a u s re t che n d g e- gen Luftangriffe der stärksten Luft­streitmacht innerhalb von Schlag- weite zu schützen. Eine solche Streitmacht mfiftt» organisiert werden. Zunächst sollte die

tägliche Leistungsziffer nicht erhöht worden. Dlt Menge schwankt nach wie vor um 5000 Tonnen herum. Datz man sich in Frankreich schon lange darüber klar ist. datz eines Tages die Koh.en- und Koksversorpung überhaupt aufhört, geht aus einer Verordnung der französischen Regierung hervor, die zwar geheim bleiven ollte, aber von der schwer industriellen Presse doch veröffentlicht wurde, nach der die 3ndustrie ich einen Reserve-Kohlen- und Koksvorrat von 250 000 Tonnen zulegen sollte. Dazu ist aber die ranzösischr Industrie bisher noch nicht gekommen.

was besonders aus der ständig abnehmenden Zahl der in Betrieb befindlichen Hochöfen her­vorgeht Anfang Januar besah Frankreich 116 in Betrieb befindliche Hochöfen. Davon wur­den 4 1 ausgeblasen. w:il die notwendigen Ruhrkoksmengen nicht mehr vorhanden lvaren. so datz im ganzen mir noch 77 in Betrieb waren. Inzwischen ist natürlich noch eine ganze Reihe Weiteier Hochöfen ausgeblasen worden. Wenn die ranzösisch? Propaganda behauptet, die Kohlen- und Kokssendu-cge.i aus dem Ruhrgebiet voll­zögen sich rcgelmähig. so b-egeht sie damit eine bewuspr Täuschung Die fortgesetzten Sprengungen und Eiscnbahnunfälle im Ruhrgebiet verhindern eine regelmäßige Abfuhr der beschlagnahmten Mengen Daraus geht natürlich heroor. datz in den Hochöfen die Koksmengen nicht regelmäßig ein treffen . woraus sich wiederum folgert, datz die französische Eisen» und Stahlproduktion dauernden Schwankungen unterworfen ist. die mit dem un- regelmätzigen Eingehen der Kokssendungen zusam- menhängen. Koks dürfte überhaupt in den aller­nächsten Tagen schon gar nicht mehr in Frank­reich ein treffen 3m Ruhrgebiet sind schon seit langem sämtliche Koksöfen ausgeblasen und die vorhandenen Bestände durch Verschlämmung oder chemische Einwirkungen vollkommen unbrauchbar gewacht worden. Zur 3eit befinden sich im Ruhr­gebiet kaum noch irgendwelche Mengen Koks. Au Steinkohlen lagern im Ruhrgebiet zwar noch grötzere Quantitäten, doch dürften diese wenn die Franzosen weiterhin täglich 5000 Tonnen ab- rollen in ca. 8 Wochen ebenfalls verschwunden fein.

Der französische Kokskrieg ist dann dort an­gelangt, wo er notgedrungenerweise anlangen mufx da die Ruhrarbeiter nun einmal mit Ge­walt nicht zu bewegen sind, in die Gaube zu fahren und zu fördern. Man versteht also nun sehr wohl, weswegen die Franzosen jetzt die grotze letzte Kvaftanstrengung machen, um durch Terror, Mord, Raub, Einkerkerung und Aus­hungerung des Ruhrgebietes die Bergarbeiter zwingen wollen, für sie Koks zu {örtern und Koks zu produzieren.

Das Gewaltwerk der Franzosen.

äleber die Besetzung des Phönix-Wer­kes in Hörde wird noch gemeldet, datz die Franzosen de Matziahmr möglichst überraschend auszuführen suchten. Rachdem die Arbeiter zum Verlassen des Werkes gezwungen waren, nahm der gröhle Teil der Truppen in der Stadt Quar­tier. Am Sonntag besichtigte die Sngenieurfom* mission unter scharfer militärischer Bedeckung di< Werkanlagen und nahm die Lagerbestände auf. Zur Zeit sind auf dem Phonix-Werk etwa 200 Mann Besatzung, während die übrigen Truppen zurückgezogen wurden.

Das Reichsbankgebäude in Mül- hei m a. d. Ruhr blieb auch in der Rächt zum Sonntag beseht. Die Franzosen liehen die Ma­tratzen und Betten m das Gebäude bringen, um die Rachforschungen nach verborgenen Geldbar- bestänten fortzusetzen, bzw. die Versuche, die Tre­sors zu öffnen, zu wiederholen. Gestern nach­mittag wurde das Gebäude desMülheimer Generalanzeigers" beseht.

Die Schrecknisse in Buer.

Buer, 26. Quni. (WTB.) Wie dir Buersche Volkszeitung" meldet, ist der Schriftleiter dieser Zeitung, der Redakteur Hermann Diebold, von belgischen Gen­darmen zur Kommandantur geholt und nach seiner Vernehmung für verhaftet erklärt worden, und zwar wegen eines in der Zeitung erschienenen ArtikelsBlutvpfer in Buer". Die Besatzungsbehörde verlangte die Aufnahme einer Berichtigung, in der es heißt, datz die Ge­loteten nicht vor 8 Ahr, sondern um 8 Ufrr 5 Min. von belgischen Posten erschossen wur­den, weil sie auf Anruf nicht stehen blieben.

Stadtrat Dr. Grewe, der gestern mit­tag von einer Reise nach feiner Heimat Buer zuruckgekehrt ist, wurde als Geisel nach Sterkrade abgeführt, wo sich auch die übrigen Geiseln der Stadt Buer befinden.

Essen, 26. Juni. (Wolfs.) Die St ras- rnatznahrnen, die wegen der Erschiehung eines belgischen Soldaten frei Lipprarnsdorf über die Stadt Buer verhängt worden sind, forderten bereits eine Reihe von Opfern und zwar drei Tote und eine Anzahl Verwundeter. Auf der Ostfa lenst ratze wurde der 23 Jahre alte Jo­hann Tombrink erschossen. Dieser stand um acht ilfjr abends vor fernem elterlichen Haus im Vorgarten, als plötzlich eine belgisch? Patrouille aufcauchte. Der jung? Tornbrink war gerade im (Begriff, auf Aufforderung feines Vaters in das Haus zurückzugchen, ols schon der tödlich? Schuh fiel. Er stürzte sofort vor den Augen seiner An­gehörigen nieder und verschied einige Augenblicke nachher. Die Angehörigen wurden, als sie zur Hilfeleistung in den Vorgarten gehen wollten, ebenfalls mit Erschießen bedroht. Der 22jährige Sohn der Witwe Wesemeyer aus der Essener Stratze ging mit seinem Bruder abends auf den Reu markt. Die jungen Leute suchten, als sie be-

die Verordnung des Reichspräsidenten vorn Frei­tag die anstürmende Front der Markgegner zu­nächst um ein gutes Stück zurückgedrängt. Der Dollar fiel auf 100 000, also um ein Drittel ge­genüber dem Höchstkurs, den er in der vorigen Woche erklettert hatte. Aber es war mehr Panik, als wirkliche Einsicht bei der Spekulation. Die Verordnung des Präsidenten hatte sozusagen nur einen Schreckschutz abgegeben. Sie verschärfte, in­dem sie den Weg für neue Ausführungsbestimmun- gen freigab, die letzte Devisenordnung nur in einem Punkt: Sie gestattet den Devisenhandel nur noch zum amtlichen Tageskurs.

Das war das Todesurteil für den Devisen- freiverkehr, drr ein blühendes Geschäft geworden war, weil er zu jeder Tageszeit die Möglichkeit bot, Devisen zu taufen und zu ve kaufen allo zu spekulieren. ES war im buchstäblichen Sinne em Schlag ins Kontor der kleinen, vielzuvielen Wechselstuben, deren Geschäft vielfach gar nicht auf der ^Provision beruhte, sondern auf den Zwischengewinnen, die sie machten, indem sie die Devisen am Rachmittag eines Tages zu billigen Kursen fest ankauften, um sie am näch­sten Vormittag wesentlich teurer wieder herzu­geben.

Aber nicht nur die Kleinen wurden ge­troffen, auch die Grotzen haben ihren Hieb ab­bekommen. Die Der Hand ungen des Reichstag s- ausschusses zur Untersuchung der verunglückten Stützungsaktion haben bewiesen, datz die Riesen­konzerne ter Industrie und des Handels recht häufig erst nach Feststellung ter amtlichen Börsenkurse, d. h. nachtem der Reichsbank die Möglichkeit genommen war, kursausgleichend ?n wirren, mit groben Kauforters an den Markt herangetreten sind und dadurch nachbörslich die Devisenkurse in die Höhe getrieben haben. Jetzt ist es »nur noch möglich, die Orters für die Devisenbörse und ihren amtlichen Tageskurs auf- zugeben, genau wie sich der Kassaverkehr am Effektenmarkt abspielt.

Es darf nicht verkannt werden, datz durch bas Verbot des Devisenfreihandels ter Import- Grvtzhantel in einige Verwirrung gebracht wor­den ist. Die neue Verordnung wurde so plötzlich erlassen, datz diese Kreise sich nicht auf dl? neuen Verhältnisse umstellen konnten 3n fast allen Zweigen des Import-Drotzhantels werden die Preise nach dem Stand ter Devisenkurse festgesetzt. Rach Lage ter Sach? ist es gar sticht anders möglich. Aber die neu? Verordnung bedeutet, datz die Preise für die meisten Importwaren immer nur zur Zeit ter amtlichen Devifenfest- sehung festgesetzt werden können. Infolgedessen ruht jetzt das Geschäft des Import-Grotzhantels fast vollständig, und man will erst versuch.-.l, sich vielleicht auf dem Umwege über den sog. älsancehantel dem neuen Zivang anzupassen. Die Rot des Vaterlandes und seine niedcrgebro- ch?ne Währung verlangen eben Opfer, grobe Opfer bis an die Grenze der Lebensfähigkeit end­lich einmal auch von tenjenigen Wirtschaftszwei­gen, die bisher zum grötzlen Teile die Rutznietzer ter Inflation waren. Schon in seinem Rund- tdegramm an die Landesregierungen hat der Reichskanzler darauf hingewiesen, datz jetzt die Schwierigkeiten einzelner Wiickschastsgrippen, auch wenn sie noch so grob find, hinter dem Allgemein- intcreffe zurückstehen müssen. In der Königsberger Rete Dr. Cunos wurde dieser Grundsatz abermals mit folgenden Worten formuliert:Richt der Gedanke an Gewinn und seine Sicherung darf voranstehen, sondern der Gedanke, wie wir Volk und Miteiland am besten dienen."

Von der Regierung, di? so väterlich er­mahnt, erwarten aber auch Volk und Vaterland etwas, nämlich datz sie von dem bisherigem Kurieren an Symptomen übergeht zu wirklich rettenden Maßnahmen. Vieles darüber ist ja auf politischem Gebiete zu sagen. Aber einiges liegt doch auch auf der rein wirtschaftlichen Vteite. Alle diese Kreise, di? jetzt nicht mehrspeku­lieren" dürfen, haben das dringende und be­rechtigte Interesse, datz nicht nur die Substanz der grohindustriellen Konzerne, sondern auch das kleinere Hab und Gut, das ist doch ebenfalls Volksvermögen, v^r ter Vernichtung durch die Geltentwrrtung geschützt wird. Die Schaf­fung wertleständiper An'agemög'ickke ten _ u;!) wertbeständ'ger Löhne, das mutz die nächste Sorge ter Regierung sein

Berlin, 26. Juni. Die Ausführungs­bestimmungen für die neue Devisen- vrbnung sind bereits fertiag.'stellt und werten teute oder morgen das Rei chs-abinett teschäftigen. Der Rei-chsverband ter deutschen Industrie und die Grotzvrgaarisativnen des Handels wurden von ter Regierung ersucht, ihrerseits zur Markstüt- zung tn materieller Weise beizutragen.

I Fehlens jeglicher Schutzpolizei und des Stockens I des Eisenbahnverkehrs, das die Lebensmittelver- I fergung von etwa 6 Millioneia Menschen gefährde.

Auf die Pottaschen Gesichtspunkte übergehend be­tonte er, dah immer wieder das Märchen zerstört

Devisenkrieg.

Die lausende Woche steht im Zeichen des er­neuten Kampfes gegen die Valutaspekulanten. Ziel des Kampfes ist die Herabsetzung des Dollarkurses und, wenn irgend möglich, ter Beginn einer Sta­bilisierung der Mark. Man hat bei der letzten mite glückten Stützungsaktion gelernt. Wird man jetzt die erkannten Fehler vermeideri? Tatsächlich hat

teerten müsse, dah die deutsche Regie rungden passiven Wider st and anbefohlen habe; der passive Widerstand stelle für die Bevöllerung der dortigen Gebiete nicht ein Mittel tes Krie­ges sondern ein Mattel dar, mit dem sie dem Frieden zu dienen hoffe. 2lüer nur dann toime überhaupt in Europa Frieden werden, wenn es gelinge, zu einer für das deutsch? Volk erträglichen Lösung zu kommen. Ganz Deutschland müsse Ruhr und Rhein in ihrem Aba-ehrckampf mit ter Lutersten,Anstrengung un­terstützen, nicht all.in durch Beisteuern zur Lin­derung der Rot, fontern auch du.ch inniges.Mit- enrpfinden. Das teutsch? Volk müsse eine einzige durch die Rot zusammengeschv?itz.e Arbtttsgo- ineinschast teerten, denn es brauche wach, allen Richtungen hin Frieten, einen Arbe'rts - und Wirtschaftsfrieden. Der Wille des deut- schrn Volles zur Einigkeit fei heute stärker als je und könne durch ten Abwehrkampf an Ruhr und Rhein fchlietzlich nur noch gestärkt werden. Das Dewuhsfein von ter untrennbaren Zusam­mengehörigkeit tes deut scheu Volles auf deut­schem Boden fei eine starke Stütz? für die Bevölie- rung an Rhe n und Ruhr, älnser deutsches Volk und unser deutsches Vaterland soll uns niemand rauben! (Lebhafter Beifall.)

Mehrere C n t s ch l r e h u n gen des Reichs- verbantes der Rheinlä-rder foiri: der Vereine der Rheinländer und Westfalen in Königsberg, in denen ten bedrängten Landsleuten im Westen erneut unverbrüchliche Treue gelobt wird, wurden an ten Reichspräsidenten und den Reichskanzler gesandt.

werte.

Ergebnisse des Kokskrieges.

Die französische Besatzungsbehörde beginnt auf das Drängen der französischen Schwerindu- striellen, die nun einmal ohne ten Ruhrkoks nicht fertig werden können, die Schraube des Terrwrs im Ruhrgebiet mit aller Macht rnzuziehen, um dne deutsch? Bevölkerung auf die Knie f.u zwingen, damit sie ten passiven Widerstand aufgibt und für die Franzosen Kohlen fördert und Koks er­zeugt. Die französisch' Ingenieurkommifsion hat es jedenfalls bisher nicht vermvcht, terartigo Mengen an Kohlen und Koks aas dem Ruhr­gebiet herauszabringen. die etwa an diejenigen heranreichn die vorher von den Deutschen frei- willig geliefert Worten find. Von franzofifchp?r amtlicher Seite wird natürlich alles versucht, um die Ergebnisse der Ruhraktion aufzubauschen und die öffentlich? Meinung in Frankreich über die bisherigen Mitz.rsolge hinweg'utäuschen. Diesem Vorgeten hat sich jedoch die Presse der Schwer- industrie in Frankreich nicht ange- s ch l o s se n, vielmehr veröffentlicht sie regelmäßige Berichte über die Koksmengen, die aus dem Ruhrgebiet bei den Hochöfen in Ost-Frankreich eingetroffen find. Herr Poincare wutz!e vor eini­gen Wochen in ter Kammer mitzuteilen, datz es der französischen Besatzungsbehörde gelungen sei, täglich 10 000 Tonnen Kohlen und Koks abzu- transpvrtieren. Er stellt dabei fest, daß diese Menge ungefähr derjenigen gleichkonnnt, die F a rkreich vor ter Ruhrak.ion von D.utschland er­hallen hat. Das3du r nee Industrielle", ein Blatt der franwfischen Schwernndustrie, be­eilte sich jedoch, diesen Ausführungen des fran­zösischen Ministerpräsident:n Ziffern entgegen- zuhalten, die ter Wirllichveit entsprachen und Poinrares ganzes Lüg-enn:Q zerrissen. Rach den Aussüh ungen tes genannten Blattes, dem sich auch andere schwerindustrielle Blatter angeschlof- sen haben, erhält Frankreich täglich nicht mehr als 5000 Tonnen Koks. Die Ingenieur? in Oft- F gnkreich müssen jedoch täglich feststellen, das) dieser Koks sich aus gwiz minterwevtigem Ma­terial zusammensetzt. Er besteht in ter Haupt­fach: aus Sorten, die entweder für die Eisenerzeugung nicht zu verwenden sind, oder aus Sorten, die im Ruhrgebiet bereits für jeglich? Feuerungszwecke unbrauchbar gemacht worden find. Cs verbleiben also täglich nur ganz geringe Mengen für den Hochofenbetrieb.

In den letzten Wochen ist trotz ter Bemü­hungen ter französischen Desahungstehorde die

Streitmacht zur Deckung der Heimat aus 52 Ge- I schwadern bestehen, die so schnell wie irgend mög­lich gebildet werden müßten. Das Ergebnis die- | ses Vorschlags bedeute eine Vermehrung ter bis­her beivitligten Luftmacht um 34 Geschwader. Die Einzelhe' e.i ter Organisationwürdengetegclt wer­den im Hinblick auf eine vtl. spätere Ausdehnung. Aber bevor weiter? Maßnahmen getroffen wirr­ten, werde die Frage nochmals geprüft werden im Lichte ter gegenwärtigen Luft stärken fremder Mä6>te. Entsprechend ter Verpflichtung Groß­britanniens, wie fie aus ter Völkerbun d s - Tagung sich ergebe, werte Großbritannien frieren mit anterc.i Regierungen zusammen wir­ken, um die Stärke ter Luftrüstungen zu vermin­dern nach Grundsätzen, die denen tes Washing­toner Vertrags ähnlich seien. Jedes derartige Abkommen würde die Politik ter Verstärkung ter Luftstreitkräfte, die in seiner (Baldwins) Erklärung dargelegt werde, matzgebend beein­flussen. P o n s o n b y fragte, ob dieser neue Ru- stungswettbewerb zu tenselben Ergebnissen füh­ren werde tote ter vorige Rüstungswettbewerb. Baldwin erwiderte: Rein, ich hoffe nicht. Ich hoffe, datz, lange bevor diese Gefahr entsteht ein Llbkommen betreffend die Rüstungseinbchränkun- gen geschlossen sein wird. Hoare erllarte, das neue Programm schlietze eine weitere Ausgabe von 500 000 Pfund Sterling in diesem Jahre ein, die endgültigen Gosamtkosten würden 5l/2 Akilllv- nen Pfund mehr betragen.

Die Politik der englischen Arbeiterpartei.

London, 27. Juni. (WTB) Auf der Iahreslonfevenz ter englischen A r b c i t e r fr a r - t e i sagte ter Vorsitzende, das Pa'.lame.ttsmitglied Sidney Webbs, in feiner Srössriungsvete, allen gegenwärtigen Schwierigkeiten liege die krie­gerische Spannung von einem bis ?.um anteven Ente Eurovas zugru.ite, d'.e das Ergebnis der Verträge sei, di? den 'Weltkrieg beertet hätten. Vielleicht niemals in ter Geschichte habe es ein terartigeS Fiasko als dasjenige d e r Staats­männer gegeben, denen d'e Welt 1919 di? Auf­gabe anvertraut habe, einen wirklichen Frieden zu schlietzi?n. Di? englisch? Arbeiterpartei werte Frankreich deutlich erllä'.^i, datz sie feinen Schritt mit ihm in seiner aggressiven Politik zusammen- gehen nxrte. Das Parlamentsm.tgliedT homas vers^te.lo, dah die englisch: Arb.i^ecpartei nicht die Äbticht habe, die deutschen Arbeiter im Stich