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Samstag, 26. Mai 1925

Nr. 121

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zweites Blatt

er«

Gemeinde:

50065

8768

35093

3 640 000

50 000 Mk.

247520 Mk.

QJfen&urg und

Den dem Grafen Gustav zu QJfen&urg un Büdingen wurden auh-er der Geldspende zeh

n

Gräfl. Solms-Laubachsche Rentkammer Laubach 230194

Revier Kestrichs Romrod

Spende der Wald­eigentümer: 900 000 Mk.

Zusammen: 761 725 Mk. 2 217 117 Mk. .Gemeindewald.

Zusammen: 231 426 Mk. 2 258 422 Mk.

Standesherrl. Forst Verwaltungen.

Die Debatte in der französischen Kammer.

Parts. 25. Mai. (WB.) Die Kammer Letzte in ihrer heutigen Sitzung dre Beratung der Kredite für die Ruhrbesetzung fort, nachdem -gestern durch den energischen Widerspruch des Abg. AndrLTardieu auf den Versuch, die De­

batte schon gestern zu beenden, verzichtet worden jtvar. Es wird jedoch allgemein angenommen, das; noch heute die Äskussion zu Ende geführt und eine erfolgen wird.

Lande gehen!" Er schwieg einen Äugenblick und sah Eva ernst an. .Dielleicht würde ich dann auch begreifen, was Sie in diese Kreise gezogen hat... was Sie dort sesthält."

Run war Frau Eva doch gekrankt. .Solch ein Srdom und Gomorra ist Berlin nun gerade nicht, wie Sie sich das vorzustellen scheinen. Gewih, unser Leben ist ein anderes als das Ihre. Es löst andere Kräfte aus, nimmt uns anders in Anspruch. Aber wie man sich das Leben einrichtet, das kommt doch zum grohen Teil auf den Menschen selbst an."

Arnolds sah sie zweifelnd an. .Ich glaube das nicht ganz. Man ist doch der Sklave der äuharen Verhältnisse. Ich möchte nicht einmal gern glau­ben, dabi Sie Ihr Leben aus voller Freiheit so ein­gerichtet haben." Run hatte er wieder recht.

.Aber man kann in Berlin schließlich ebenso bürgerlich leben, tote im kleinsten Rest." wandte sie ein.

Ebenso bürgerlich? 3a, vielleicht. Aber dann fehlt das, was den einzigen Reiz der Großstadt ausmacht. Und vor allem fehlt dies eine. Wunder­vollste." Er wies auf die Mosel und die Berge. Zu wohnen, wo die Sonne mir auf lange Dach er- reihen scheint, wo kein Wasser rauscht und kein Gras grünt, das würde uns unerträglich sein. Lind dann noch eins: wir wurzeln so stark im Volk. Der Umgang mit dem Dolk, nicht mit dem, was der Großstädter Doll nennt, mit meinen Dorf- insasfen, mit Winzern und Handwerkern, das ist uns auch ein Lebensbedürfnis. Sie lächeln viel» leicht darüber und können es nicht begreifen. Aber uns würde sozusagen der Unterton fehlen, wenn wir das vermissen müßten."

Frau Eva nickte. Sie dachte an Mutter Haas- warm und sie begriff Arnolds.

Svnst tge Spenden.

Beamte der Freiherr!. Schenkschen Obersörsterei Schtoeinsberg

Beamte und Angestellte des Gräfl.

Solms-Laubachschen Hauses

Spende der Spende der Arbeitnehmer: Gemeinden:

Wir müssen so rüst der Redner aus ans hüten, die Elemente zu fördern, die Deutsch- ' land und Preußen entdemokratisieren wollen. W-enn es uns nicht gelingt, in Deutschland ver­nünftige Elemente zu finden, wenn es nur den Reparationszahlungen und Frankreich feindlich gesinnte Deutsche gäbe, dann würden wir ge- zwungen sein, nicht nur unsere militärischen Sttell- träfte aufrechtzuerhalten, sondern sie za ver­mehren. Harcivt richtete einen neuen Appell an die Regierung, ei.ve Verständigung mit England zu suchen, denn die Reparations- ftage könne nicht ohne Zusammenarbeit Frank­reichs und Englands gelöst werden. Dann werde Frankreich vor der Welt und des onders vor seinen Feinden als eine Ration hingestellt werden, die großmütig undgerechtsei.

Der nächste Redner ist der elsässische Abg. Oberkirch, der erklärt, man müsse solange un Ruhrgebiet bleiben, bis der grobe Konflikt zwi­schen Frankreich und Deutschland gelöst sei. Wenn Frankreich nicht handle, werde es der Besiegte fein, und Deutschland werde den Rutzen des Sie­gers davontragen.

Der Abg. C as s a ig nac - G oh on glaubt nicht daran, das; es zwei verschiedene Deutschland gebe: es gebe nur ein Deutschland, dem man fein Vertrauen schenken könne Abg. Warcsang - n i e r ruft dazwischen: Wenn man fortwährend hiervon spricht, verhindern sie es tatsächlich, daft zwei verschiedene Deutschland sich herausbilden.) C a s s a i g n a c (fortfahrend), es gebe vielleicht in Deutschland eine pazifistische Minderheit, die aber sehr schwach sei. Der Abg. billigt die Maßnahmen der Regierung und erklärt, die Ruhrbesetzung fei das sicherste Druckmittel.

Der elsässische Abg. Drvglie erklärt, mit Rosenberg im Ministerium des Aeuhern würde man niemals zu einer friedlichen Lösung kommen, denn Rosenberg sei die Seele des schlech­ten Geistes, der im deutschen Ministerium herrsche.

Rach einer Rede des reaktionären Abgeord­neten L a c o t t e, die den Widerspruch der Mehr­heit der Kammermitglieder hervorruft, wird die Weiterdiskussion über die Ruhrkredite auf kom­menden Dienstag vertagt.

Zusammen: 334 436 4 625 158

.3a, fuhr er fort,ich glaube, ich würde als Grobstädter ein unglücklicher Mensch sein und Elisabeth ebenfalls.

Frau Eva durchzuckte es. Da war roieber das, was sie schon länger dumpf fühlte, aber bis jetzt stets von sich abgewiesen hatte. Run aber muhte sie wohl darauf eingehen und sie sägte in halb scherzhaftem Ton: »Vielleicht würde Ihre Tochter das Leben in Berlin wundervoll finden, und wer weih, ob sie nicht einmal dort wohnen wird.

Bürgermeister Arnolds sah zu Boden und schüttelte den Kopf. »Rein sagte er sehr fest, »das wird nicht fein.

Frau Eva sah ihn peinlich berührt an. Aber nun konnte sie nicht schweigen, nun muhte sie wei­ter reden.Die Wünsche der Väter sind nicht im­mer die Wünsche der Töchter, und es gibt manche Dinge, in denen wohl Väter wenig Einfluß haben.

Arnolds sah sie an und eine tiefe Furche grub sich in feine Stirn.Olein, sagte er noch einmal.

»Aber es steht geschrieben: das Weib soll dem Manne folgen."

Run hellte sich seine Miene doch wieder auf. »So sagt man, aber in Wirklichkeit heißt es in der Bibel: ,der Mann soll Dater und Mutter ver­lassen und dem Weibe anhängen'. Ich glaube Ihnen schon gesagt zu haben, dah. ich mir an» mähe, stärker bestimmend in das Schicksal meiner Tochter einzugreifen, als es Däter gemeiniglich tun. Ich bin nicht der bequemen Ansicht, dah. man ferne Kinder ihre Erfahrungen selbst machen lassen mut. Wozu wären denn die Erfahrungen der El­tern da? Dann würden wir ja niemals weiter kommen.

(Fortsetzung folgt)

Spende der

Forstverwaltung: Arbeitnehmer:

Oberförsterei Rabenau 95 474 Mk.

Frhrl. v.RotSmann'fche

Forstverwalt-Alsfeld

Frhrl. v. Schenk'scheS

»Sehen Sie Wohl! Und das ist das Gefähr­liche. Man unterliegt der Suggestion, man ver­liert den freien Willen, den Maßstab, die Urteils­fähigkeit, und man findet Schönes, Gröhes, well man es finden will, wie der Hypnotisierte die Zi­ttone iftt als süßen Apfel... oder auch die Kar­toffel."

Eva lachte. »Run, eine Zitrone ist gewiß eine nützliche Frucht.

3a, nur nicht roh als Apfel verzehrt. Sv mögen auch diese Astmusse-rs ihr Rühliches haben, selbst ihr Rotwendiges. Aber es muh nach bs- fcoberer Dorbereitung genossen werden, sonst vürd es zum Gift. Oder glauben Sie. dah eine Ernäh­rung mit Zitronen günstige Ergebnisse erzielen würde? Run Rxften Eie wieder. Der Dergleich hinkt ja auch. Aber so ungefähr drückt er doch aus. was ich sagen will. Und trenn ich einen solchen Menschen dann ansehe, diesen Schwächling an Leib und Seele, morsch bis ins Mark, in feiner gebrechlichen Gigerlhastigkeit, fast nur noch zu­sammengehalten durch die ungeheuerlichste lieber» schähung seines kostbaren Ichs, und ich sage mir dann, dah wir von solchen 3ammermenschen unser Heil erwarten sollen... ach. gnädige Frau, wie arm mühten wir geworden sein, trenn es so wäre."

»Dielleicht sehen Sie doch etwas zu schwarz! Sie mühten nach Berlin kommen, einmal selbst sehen, hören..." Sie sagte es eifrig. Aber an ihrem Geiste gingen doch blitzschnell eine Reihe von Bildern vorüber,. Typen dieser Modernen, vor ihrem Ohr Bruchstücke ihrer Werke und sie brachte den Satz nicht zu Ende.

Arnolds nickte gedankenvoll.3a, man rnühite wohl. Man würde toenigftenä manches begreifen. Wer den Dichter verstehen will, must fax Dichters

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 26. Mai 1923.

Oberhefsens Anteil an der Ruhr« und Rheinspcnde des hessischen Waldes.

Zur Ruhr- unb Rheinspende des hessischen Waldes (Wallchesitzer und Waldarbeiter), die sich, wie bereits in Rr. 115 vom vorigen Frei tag be­richtet, bis zum 15. Mai auf 77 640 748 Matck erhöhte, sind aus der Provinz Oberhessen weiter gespendet worden:

Staatswald.

tritt der kvmmunisttsche Abgeordnete Cachin den Sitzungssaal. Die tvmmunistifchen Abgeordneten schreien: »Amnestie!" und begrüben ihren Führer. Der rvhaltstifche Abgeordnete und seine Freunde rufen: »Rteder mit dem Senat!"

Der Abg. Herrivt sagt, Deutschland sei -wahrend des Krieges nicht besetzt gewesen und ic Alliierten hätten ihm einen großmütigen Waffenstillstand zuerkannt. Trotzdem habe es ^nichts unternommen, um sich von seiner Schuld zu befreien. Es habe nicht die notwe.uoigen .Steuern angenommen, ja es habe sogar die -Steuerhinterziehung ermutigt. (Der Abg Cachin ruft dazwischen: Wie bet uns!) Herrivt fuhr wann fort: In dem Augenblick, in dem die Ruhr­sbesetzung von der Regierung ins Auge gefabt «wurde, hätten mehrere bedeutende Persönltch- teiten die Ansicht geändert, man wolle am Rhein bleiben und gewisse Massnahmen ergreifen. Die Zvllbarriere, die Briand im Jahre 1921 eingerichtet habe, habe befriedigende Ergebnisse gezeitigt Aus der Pariser Konferenz habe Eng- %an-> einer Beschlagnahme von Pfändern keineswegs abhold gegenübergeUanben. Die Frage sei nicht, ob die Ruhrbesetzung Einnahmen ergebe, sondern fk bestehe darin, dah- das Reparationsproblem gelöst werden müsse. Wenn die Regierung einen Fehler begangen 'ha be, dadurch, foab sie das Ru hr gebiet besetzte, dann ^ei dieses Urteil in ternär Weise mit den Der- hrechen vergleichbar die, Deutschland während des Krieges begangen habe. Rach den Erklärungen Pcincares in der Fiaanzbommifsion fasst die Re­gierung' die Möglichkeit der Räumung nicht nach Massgabe der Zahlungen der von DeutschLand ge= foeberten Annuitäten ins Auge, was der augen­blicklichen Generation geftatlen würde, die Räu­mung als möglich zu betrachten, sondern nach der Maßgabe, wie Deutschland sichtbare Zeichen feines guten Willens gebe, sich durch eine internatio­nale Anleihe feiner Verpflichtungen zu entledigen. Gr nehme diese Erklärung als eine klare Stel­lungnahme mit Freude auf. (Poincar 6 ruft dazwischen: Sie geben mrine Erklärungen nicht genau wieder. Ich erinnere aber daran, öab die französische Regierung sich immer im Rahmen des Geistes und Buchstabens des Vertrags gehalten hat.) Wir sind in das Ruhr­gebiet auf Grund einer Entscheidung der Repa» Lationskommission einmarschiert, um die Repa­rationszahlungen sicherzustellen Unsere Okku­pation trägt cllso nur den Charakter einer Pfand» nabme. Hmriot stellt im weiteren Der laufe seiner Rede nochmals fest, dah Poincare im Finanz- ausschuh von greifbaren Pfändern Deutschlands gesprochen habe, und antwortet auf Zwis chen - rufe Pvincares wie folgt: Ihre Erklärung stimmt genau mit den Gefühlen überein, die wir oft zum Ausdruck gebracht haben, nämlich, dah wir die Lösung der Reparationsfrage nur durch ein internationales Ab k o m - men für möglich halten. Poincars ruft dazwischen: Das ist eine Prämie für die Räumung! Herrivt fährt fori: Ich gehöre zu denen, die glauben, dah diese Lage sobald wie möglich beendet werden muh. (Beifall links.) Der Redner erinnerte daran, was sich nach 3 e n a unter dem Regiment Rapo - leone; ereignet habe. Der Kaiser habe am Tage des Friedensschlusses niemand anhören wollen. Er habe Talleyrand durch einen General ersetzt, und die Ergebnifte hätten nicht lange auf sich tourten lassen. Sie seien vernichtend gewesen. Her- riot besprach dann die Mittel, um endlich zu dem so gewünschten Uebereinkornmen zu gelangen. Er erflärte, dah. wenn es in Deutschland nur Ratio­nalisten im Genre derer gebe, die ehemals erklär­ten, es gebe in Europa 40 Millionen Weiher Sieger, er der Erste fein werde, der erkläre, dah nichts zu machen sei. Aber in Deutschland gebe es auch Männer, die zugäben, dah Deutsch­land Reparationen leisten müsse. Er verkenne keineswegs die nationalistischen und kriegerischen Äunbgebungen in Deutschland, namentlich in Bayern, das nieber eine Mo a <rie teerten fro' e Aber di e demokratische sächsische Regie­rung habe sch für die Aus^nrng der Repa- oationsverpflichtun.gen ausgespwch'.m, and im Re'chstaz batten Redner verlangt, dah Deutsch­land den Betrag für den Wiederaufbau bezahle.

Abstimmung über die Kreditvvrlage erfolgen n 3u Beginn der Sitzung ergreift der Abg. H riot das Wort. In demselben Augenblick be-

Das Mosslhcms.

Roman vonLuiseSchulze-Brück.

ft. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Sehen Eie, gnäbige Frau, trenn ich das sehe, venn ich so manches sehr, kirnt überkommt mich jer Ekel. Ekel vor dem ganzen Torchen. Ekel vor der Anmahung. mit der dies Trüben als ettvas <xnu Unerhörtes. ®rofc£ hmgrstellt tetrd! Unb trenn ich sehe, wie selbst Hugo und reine Frauen kritiklos das alles hinnehmen, wie sie stch von der Strömung mitreiften lassen, bewundern, was sie doch verdammen oder verlachen müssten... trenn tch an diesen Aßmusfen denke!"

Eva errötete.

"Verzeihen Sie. dah ich davon rebe. Aber ich kirn" nicht barüber wegkommen. Sie, so klug, so Uar so ruhig und einfach, und dieser. dieser.

Frau Eva sah ihn einen Augenblick ver- ständ:'.islos on. Aber dann begriff sie Unb sie tonnte nicht anders, sie muht« hell aufladym. , Arnolds sah ein wenig verblüfft aus. »Sie lachen?

2Tber ja! Was ist mir Aftinussen? Einer von öenCTt, die ich oft treffe, der mit meinem Bruder zusammen ist, für dessen Schaffen ich mich bte zu einem gewissen Grad interessiere. Ste unterbrach sich Rein, ich wlll ehrlich feint... den tch auch eine Zeitlang als einen aufgehendrn Stern be- trachtet habe, oder vielmehr als ein ganz neues Licht. Es ist wahr, man unterliegt dieser ©ug- geflton, die die ganze Atmosphäre erfüllt, in der aan lebt und atmet.

nisten Sepp Mayer gezeigt. Mit dieser Ausstel­lung fand zugleich eine Kollektion von Oel- uemälden des Landschaftsmalers E. Riemsch..eider- Berlin Aufnahme. Ein besonderes Interesse er- tveckten die ausgestellten Bilder dadurch, dah die Motive der Bilde: aus der Umgebung von G ießen, wie Dodenburg, Burg Gleiberg und Kloster Arns­burg, entnommen waren. Am 2 9. Oftober stellte sich zum ersten Male die hessische Arbeltsgemein- schafl für bildende Kunst mit einer Wanderaus­stellung in «Ziehen vor. die durch den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Herrn Dürgerm llter Mueller-Darmstadt, mit einer Ansprache e.öjfnet touebe. Der am 20. Rovember geschlossenen Wan­derausstellung folgte vom 2 6. Rovember bis 17. Dezember wieder eine Sammelausstelluiig, wobei in gröberen Kollektionen die einheimischen Künstler R. Düninas, H. Mueller und H. Stein­bach mit Oelgemäldcn. Agnarellen. Zeichn.»ngen und Plastiken vertreten waren. Ferner touren noch Werke von E. Eimer und Toni Deith- Frihel-Darmstadt, H. Haberl-München, 3- Dietrich unb G. Zahn-Dresden, Otto Iung-Stuttgart. H. Koberstein-Berlin, Fran; Hüttner-Lolsenbüttel und W. Willgeroth - Dillenburg-Kassel aus- geftellt.

In 1922 traten insgesamt ausgestellt: 496 Oel- gemälbe, 172 Aquarelle, 46 Pastelle. 381 Radie­rungen. 185 Holz- und Linoleumschnitte, 122 Li­thographien. 107 Zeichnungen. 35 Plastiken, zu­sammen also 1544 Kunstwerke. Verkauft wurden davon 249.

Der Besuch der Ausstellung tixir auch im Be­richtsjahre ein überaus reger und gibt Zeugnis von dem lebhaften künstlerischen Interesse aller Kreise der Bevölkerung.

Der Abschluft der Rechnung für das Ge­schäftsjahr 1922 stellt sich folgendermaßen: Die Einnahmen betragen 138 527,69 Mk.. die Aus­gaben 69 232,69 Mk.. so dah ein Kassenbestand von 69 295 Mk. verbleibt. Aus diesem Kassen- bestand sind noch zu verausgaben 17 700 Mk. an solche Gewinner von Anrechtscheinen aus den Zähren 1921 und 1922, die noch keine Auswahl getroffen haben.

Das Dermögen des Vereins hat sich von 12 058,60 Mk im Zähre 1921 auf 54 295 Mk. im 3ahre 1922 erhöht.

Für die an Weihnachten 1922 stattgehabte Derlosung von Anrechtschemen wurde der Betrag von 30 000 Mk. oerteUt unb unter 32 Anrecht­scheine verwendet.

Der Mitgliederbestand bezifferte sich Ende 1921 auf 520, mit Schluß des Iahres 1921 sind ausgeschieden 17, im Laufe des Iahres 1922 traten ein 128, so dah der Mitgliederbestand Ende 1922 insgesamt 631 betrug. Es sei angefügt, dah auch im begonnenen Dereinsjohr 1923 bereits zahl­reiche Reuaufnahmen erfolgen konnten, so das) der Mitgliederbestand heute 703 beträgt gegen 199 im 3ahre 1914.

Rach der Kenntnisnahme des Geschäfts­berichts, der zu Bemerkungen keinen Anlah bot, wurde der im Geschäftsbericht In den (Snbjtffern bereits enthaltene Bericht des Rechners einstimmig genehmigt und dem Rechner Ent­lastung erteilt

Die Bestimmung der Mitgliederbei­träge und des Eintrittsgeldes für neu« eintretende Mitglieder für 1924 wurde von der Tagesordnung abgeseht, da man diese Entscheidung einer Sitzung gegen Ende dieses 3ahres überlassen will, die einen besseren Ueber- blick über die voraussichtliche Gestaltung der Der- hältnisie im kommenden 3nhre gestatten dürfte.

Dagegen wurde einstimmig beschlossen, einen Rachtragsbeitrag s ü r das 3ahr 1923 In Höhe von 200 Mark zu erheben. Reueintretende Mitglieder haben 250 Mark Gesamtjahresbeitrag zu zahlen. Die Erhebung der Rachzahlung hat ihre gute Begründung in der seit dem Zeitpunkt ber ersten ^ittagserhebung eingetretenen auher- ordentlichen Geldentwertung, die natürlich auch dem Kunstverein fühlbar geworden ist.

In den Ausschuh gewählt wurde der Duchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger R i ch. Lange, der den Ausschuhsih des verstorbenen Reallehrers Corvinus einnehmen wird. Der durch den Wegzug von Prof. Dr. Rodentoaldt freigetoor» bene Ausschuhsih soll erst später durch Zuwahl be­setzt werden.

Rach längerer Aussprache wurde auf Anttag von Regierungsbaurat Kuhlmann schliehlich noch einstimmig beschlossen, von dem Ausschuh die Schaffung einer Kommission zur Be­au tachtung der auszu st eilenden Bil­der zu wünschen. Diese Kommission soll nach der Ansicht der Versammlung natürlich nur aus durchaus geeigneten Persönlichkeiten bestehen und toeitgebenbfte Freiheit bei der Annahme oder Ablehnung der Bilder haben.

Flüchtlinge im Schloh ou f genommen, von welchen fünf kistenlose Verpflegung erhallen. 2 Zimmer zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge wa­ren am 6. lf. Mts. zur Verfügung geftellt

Die Waldstreupreise. Infolge der fortschreitenden Geldenüvertung sind die Wald­streupreise erhöht toorben. Mit Wirkung vom 15. Mai an beträgt der Taxpreis für 1 Rm. Wald­streu, die von dem Empfänger selbst aufgearbeitet wird, 8 v. H. eines Zentners Roggen nach der durchschnittlichen Rotierung an der Fransiurter Börse zur Zell der Abgabe der Streu, wobei der errechnete Preis auf volle hundert Mark nach unten abgerundet wird. Besorgt der Streuempsän- ger das Aufarbeiten nicht selbst, so erhöht sich der Abgabepreis um die Erntekosten der Streu. Der 2ll>gadepreis kann auf die Hälfte des Preises er­mäßigt werden, wenn der Stteuempfänger die zur Gewinnung der Stteu berechnete Destandsfläche binnen drei Wochen nach Ausführung der Streu- nutzung ordnungsgemäft durchhacken läht Rach gesetzlicher Vorschrift erhält der festgesetzte Tax­preis auch für die Abgaben von Waldstreu aus Gemeinde nxiltungen Gültigkeit

Oberhessischer Kunstverein.

G i e h e n, 25. Mai 1923.

Im Stadthaus Bergsttahr fand die ordent­liche Mitglieder-Dersammlung des Oberhessischen Kunstvereins in Verhinderung der beiden Vor­sitzenden heute unter der Leitung des älniversitäts- Prosesiors Dr. Rauch statt.

DerG eschäfts bericht über dasIahr 1922 enthält die folgenden interesianten Ein­gaben: »Die günstige Entwickelung, in welcher der Oberhessische Kunstverein seit mehreren Zähren sich befindet, nahm auch im 3ahre 1922 einen erfreu­lichen Fortgang.

Im 3a n u a r fand eine Ausstellung der KünstlervereinigungDer Sturm"-Dsrlin statt dte Werke desCxpresiionrsmus,ImpressiomsmuS" undKubismus" zeigte. Im Februar-März folgte eine mit allseitigem Interesse angenom­mene Ausstellung des Süddeutschen Illusttatoren- Dundes Münchener Künstler, der sich im A p r t l eine Ausstellung der Karlsruher ZAinstlerschaft an- schloh. Im M a i fand eine Sammelausstell tng statt, darunter auch ztvei gröbere Kollektionen von Prof. Hans von Volkmann und Prof. Th. Esser- Karlsruhe. Weller waren In dieser Ausstellung Werke von Elisabeth Consentius-Berlin, Prof. H. Koberstein, Prof. Fritz Koch-Gotha, Berlin, Earl Fries-Ortenberg, Ernst Toepser-Frankfurt, W. Willgeroth-Dillenburg, fotoie von den etnhetmt- schen Künstlern 3. Ködding, H. Heckroth und E. Schaumann eingereiht. Im 3 u n i fand eine Sonderausstellung von W. Darthel-Gieften statt, die aufter Oelgemälden auch Aquarelle und Zeich­nungen zeigte. Eine ganz bedeutsame Ausstellung wurde mit der am 2 2. 3 uli eröffneten Otto- älbbelohde-Gedächtnis-Ausstcllung veranstaltet, die über 100 Kunstwerke des verstorbenen Künst­lers aufwies. Herr Prof. Dr. Rauch eröffnete diese Ausstellung mit einer Ansprache,, in der er das Leben und Schaffen dieses allzufrüh verstor­benen Künstlers schilderte, und an die sich eine Führung und Erklärung der einzelnen ausgestellten Kunstwerke anschloft. Diese bis zum 10. September dauernde Ausstellung hatte fortgesetzt einen aufterordentlich starken Besuch aufzuwetsen, sie wurde u. a. von Vereinen, Korporationen und Lehrerschaften, besonders auch von auswärts be­sucht, wobei Herr Dr. Werner die Führung übernommen hatte. Dom 2 4. September bis 8. Oktober wurde eine Ausstellung der Wies­badener Gesellschaft für Giabmalkunst, und zwar Entwürfe von Grabdenkmälern von Pros. W. Kreis, Pros. E. Geiger, Prof. K. Sattler, Prof. Metzendorf, Prof. Kaletsch und des Expressiv-

Oberförsterei:

Spende der Arbeitnehmer:

Spende des Staates:

Alsfeld

147 322 Mk.

589 288 Mk.

Friedberg

9 721

38 880

Hochweifel

191 281

Meld, steht aus

Grebengu

102 069 »

408 27ö

Grebenhain

32 180

128 719

Romrod-Rord

122 137

483 758

Romrod-Süd

16 656 .

65 959

Schotten

91 175

364 700 .

Waldarbeit. d. Försterei

Treis. Obers. Treis

a.Lda. 15 000

Lllrichstein

34184

132 537

Allendorf Aulendiebach

14 800 Mk.

31 238 .

124 952

Mk.

Büches

13 643

54 572

,,

Blofeld

8 852

35 528

Bisses

16 860

e

67 443

Feldkrücken

8 600

34 400

a

Fleschenbach

43127

Grebenhain

22 290

M

Holzheim

48 657

n

Kirch-Gons

123 978

Lang-Gons

150 000

i)

Mark Griedel

320 758

B

Mark Holzheim

84 872

Mark Treis-Münzenberg 3 600

14 400

Merkenfrih

44 610

158 302

n

Riederbesstngen

7 068

n

28 268

Q

Ober-Widdersheim

13 964

55 856

,,

Pohl-Gons

62 927

n

Reichlos

25 222

M

Rodheim

32 690

130 760

Rohrbach

20 780

83121

n

Wennings

530 226

Wolfersheim

14 691

M

58 763

n