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Mittwoch. 25. Z»N 192?

Erst« Blatt

1Z5. Zahrgcmg

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

t>red wib Dftlafl: BrihIW U»i»«rfitLls.v>ch. nnb Stelnbniderei B. taiflt In 6it$:rfa 5chrif1lettnng nnb Keschästr'lelle Schulfttatzr 7-

Dir ^»sr.hf'jrter ©reueltct «nb . die Gefahren im Reiche.

Die von bet Sozialdemokratischen and der Kommuni st ischen Partei Irankfuris veranstalteten Rutii>u*bungeii haben, wie wir gestern berichteten, am Montag nachmittag zu ungeheuerlichen Strahenaus» trttten und zu einer feigen, gemeinen Mordtat de« Pöbel« geführt. Der Staatsanrvalt Haas wurde von einer vertierten Nolle aus feinem Haufe auf die Strohe geschleppt and dort durch das Zusammenwirken ruchloser Fäuste ums Leben gebracht. Die Menge brach in seine Wohnung ein, mißhandelte die Angehörigen, zertrümmerte die Einrichtung, stahl und plün­derte Das furchtbare Vorkommnis schreckt na- lürlich zu regen Betrachtungen und Besinnun- qen auf Die maßgebenden Ministerslellen Ha­den sich entschieden, künftig solcheBersamm- lungen unter freiem Himmel" gänzlich zu un­terlagen. Unbegreiflich, dah solche Umzüge, die schon durch die Form ihrer Ankündigungen als schlimme Bedrohung der Einwohner crschie- nen, nicht rechtzeitig von den mahgeben- den Stellen verhindert worden sindl

DieFrankfurter Zeitung", die vor einigen Tagen in einem Leitartikel, der sich mit der bekannten Proklamation der Reichs­te gierung beschäftigte, den Bürgerkrieg als etwas beinahe Unvermeidbares hingestcllt hatte, wofern die Regierung nichts Durchgrei­fendes unternahm, hatte damit also nicht ge­rade beruhigend gewirkt, indessen nachher doch die Ankündigung der genannten Linksparteien von Frankfurt mißbilligt. 3n ihrem gestrige., Abendblatte beantwortet sie die Frage der Derantwvrtung an dem Frankfurter Morde mit folgendem bemerkenswerten Sage:

3n einer so überhitzten Atmosphäre, wie sie diele Tage der Wassenveresendung und der Be­drohung de« SlaatSgesüges durch äußere und innere Belastung mit sich bringen, kommen nied­rigste Instinkte der Menschen obenauf und ent- zünden sich an dem geringsten Fünkchen, daS unachtsam auf diele hemmungslosen THenldym lallen gelassen wird Und da« hätte man willen und berücksichtigen müssen, al« man die Kund­gebung organilierie. und wenn man nich' stärkste ffetoitocit hatte. Ausschreitungen verhüten zu können, so muhte von dieser Farm einer Kund­gebung abgesehen werden Da« hat man nich getan, und mil aller Schwere fällt die Verantwortung für das Furchtbare de« gestrigen Tage« auchaul d i e p o - liIilchen Parteien, die die Veianstal.ang aas dem Römerberg organisiert Habei.

DieFranks. Rachrichten" äußern sich wie folgt:

Schon der Ausruf selbst war ein Schlag in« Del ich! de« Bürgertum«. kvllen I.itrrelle i doch wie man meinen feilte, der Herr PDizcipicisil : t! u a auch zu vertreten hatte Dir g.r ifl nun ein­mal je'er legale Bewohner einer Stad: und als Ivl^iei zunächst dem Schrtz: b.rtc iig a Behörde an vertraut, die im D nflc f-.-r Orb.uig die Sicherung deS nackten Led.n« eine« jcb.-.i als ihre ureigenste Sorge uuzusehen hat -titan lumme nur nicht mil der lahmen Entschuldigung. di. Der- lan.mlung lei ei- . Äuntg.Lunc g gen d.n Ma­cher oder die Auswüchse der Teuerung ge.velen Ta« i<l schon rein dem Wortlaut c es besag en .Aulrul« nach nicht wahr M r die au'.r i 'n- Nm Phrasen diele« tauberen von der kommunisti- den und der lc?i 'ld. m-ik-aijlch^n Partei in brüderlicher Einigt . t u.il.»zeichneten Maäweris g l len hat. d.-rfte sich auch, ohne die näheren politischen Zusammenhänge zu kennen, e.n welrnllia w.Niger t ml le» bild van der Vetonllallung gemad-t haben, und Belürchtun- gen. die lcho.i oerh : In weitesten Därgerkreisrn in dieser Richtung laut wurden, haben sich ja nun auch leider von der banalen Wirk­lichkeit noch erheblich über! ressen lassen müllen Das ganz e ift eine zynische, un­verblümte Aulheyung der Massen gegen alle nicht sozialistisch Singe- It eilten getoefen und durch die Tatsache der nicht entfernten Plakate von zuständiger Stelle au« offiziell gebilligt und gefördert worden. Sine Haltung der Behörden, dte um Io unverständ­licher fein muh. als sie durch die jüngsten Bres­lauer Vorgänge genügend hätten gewarnt sein können.

Erst BreSlau, dann Frankfurt a. Main. Dann? Die Reovlarn und Putsche der ersten Mrchkriegszril gingen fast alle zunächst nicht von Berlin au«. War die Diermillionenstabt aber einmal in den Wellengang der ilr-ruben geraten, so begann da« Staatsschifs zu tchwanken und za schlingern, bi« c« kenterte Sitzen die Steuer­leute diesmal fester auf ihren Posten? 3n ter Berliner Stadtverordnetenversammlung soll am morgigen Donnerstag ein Dringlichkeitsantrag wegen der LebenSmittclpreisc einge- bracht werden Wa« wird dabei andere« heraus- kon men als ejne erneute Aufforderung an die R.gierung gegen den Wuicher vorzugehen? Aber keine Mucherpalrouille und kein Schieberprozeh holen dem Verbraucher, der seit x>ahr und T^a au* dem Fvlterbeti der Teuerung stöh-il a.ih nur die mindeste Linderung gebinchl ^.i? PreiS- panik ift die unmittclbir Folgt t.« Währungs- versaNs Sie flute' unaufb'.am w-e m,-e r.aw!ne orm Erzeuger über den Droh ha adel herab in alle

Auch auf dem Berliner Leben-mil- leimarii tpipeii sich. ane unser üxruner rillt» arbeitet un« schreibt, die Verhältnisse von lag zu Tag xu Die Hausfrauen kommen schon in frühester Morgenstunde in die Markthallen und auf die offenen Märkte D.i« tmurige B".d der .Kriegslchlangen" vor den Läden bietet sich tnie- der Denn da die Preise oft zweimal am Tage erhöht werden, facht jeder noch von den .preis­wert" angezeigten Maren zu ergattern, wa« ihm die immer dünner werdende Deidtalch? erlaubt Setzt der Händler, selber van den ©eigen de« neuen Einkauf« (bet Diederbeschaffung, gepeinigt, die Preise hinaus, so beginnt der Tumult Gereizt und erbittert sind alle Siner hebt einen Stein auf Die Ladenscheibe klirrt zu Baden Und während ein Politiku« Brandreden b-ilt. plündern die Praktischen So ging es in DreSlou Man ver­haftete 1200 Menlchen Man siebte ein paar Radaubrüder heraus Die Drahtzieher bleiben meist in Sicherheit

Die Drahtzieher lind aber nachweisbar wieder überall die Kommunisten Die Auslch ei- tungen in Frankfurt a M. gingen von einer Kundgebung au«, die der örtliche Kommunismus auf dem Römer berg gegen Ducher und Fasziömu« veranstaltete Die traurigste S;ene bie er Re­volte. die Ermordung be« ©taat«antoalte Dr Haas, war ein Racheakt de« kommunistisch ver­hetzten Lumpenprole ar ati. Gerade d e Berko: pe- 'ung "ber beiden Schlagworte gegen bei Ducher und gegen den FafziSmu« ist be..ichneno für die Ablichten der Linksrab kalen Au, den 23. Quli sind unter der Marke .Anti-Fas.i«mu«" im ganzen Reiche grobe Kundg bun, a de Kom­munisten anqofagl und damit i,t der Rech!«- rad:kali«muS auch überall dort herau g ,ur eri. wo er nicht« andere« im Sinne bat. ab lid) der bestehen dea Ordnung zu- Ve ,ü >un i -u fiele-

.Dir Inschriften a l bei Pla.aien u.rd Schil­dern ' lo schreid: der .Vorwärts", .find zwar nihi immer iragilch -» nehmen aoe. wenn es wahr ist. na3 die .Rr:e Fahne' sich -au« Franlsurt leleg.aphie.en lab:, dah aut einzelnen Sch-ldern die Auflchrifl stand .Ohne Blut lein Recht!", dann ist bai eine solche 3j|(af|ung. mit der die Sozialdemotra ie keine Demeinsch-ift ixi'.cn kann. Die Iozialdernok a ischen 21 ici e. leiden ebenso unter dem Hunger wie dieienizen dir sich Kommunisten nenne.,, sie willen a er. dah man wirtschaftliche Systeme nicht d rch D monstranonen allein, noch viel weniger durch Dea>ü a'te und Mordtaten umwälzen kann dah ta,u lange u,d getralllge organi a o.ifv« A bett < e ört Die so­genannten Kommuni .et benutze i je e Delegen!eil, um die sozialdemvkra ischen A lei e nassen vor ihren Par.eikarven ;u spannen <5 gib. kaum einen g'öfieicn D.n inn für tc, F.rs i)mi« al« 6k B? rdtat im A achl >h an ei i- S> i i - ati a.i der 21 beiter Davon ti.r.c.i d e fas.i,' l Blätter u > Ag. ato en noch lang, x r.n an> di; zv-et ei , if;e Vergnüg.« .n> den fcnt.nj-.u.l:f-,e i ? t-b» i. . .u'.r. .g.nic'.nfnm' d.mo -.iti-.r; - , > a: -i< (am über das absch: it: :x Ve.. e. t nich hu, <T Helten, da« sich diele- Setio-i : a ion ai schlvh U.i- sere Par.eigntollen t lei über ü'. te.ia r i-r en. mit wem sie eite laiche Äun:g.jung gc.n.-tn-cm ablchliehen!'

Jrr 4>rrqau<i drS Wotbefl.

He-er die Vorgänge die der Grlchlagnng von 6taatia-'traltld if.dtat Dr Hau« in der Schtoind- st nhe vorai g.'gangen lind mach e Drensia, Mil- iug Oi eräaatea iwrll Dr Becker einer Konfe­renz von särn sichen Beamten der Staatsan -ealt- lchaft ring.' Mitteilungen Dr Har« (epb sich auf Ausso.derung seine« Vi e>« in den Vorgarten, um die Caitentur ab.ufchlteh n In diesem 21 iacn- l lid (am der Zug an D. Har« lehn e die 2luf- fciberung ab. im 3 ifl mi zumarschieren Die Menge biüdle da« Tor ein und vl inderte. In einer Auoeinandersetzung mit den <3i igebrungc- nen bestritt Dr Haas dah er geschossen habe Die Menge woll e schon abziehen, da ertönte plön'tch eine Stimme Schlagt ibn nieberl". Man stützte auf ihn lo«. zerrte ihn auf die Steahe und schlug mit Badsteinen und Stsenstangea auf ihn ein, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gab ($iii Vcrdot deS Frankfurter Polizei­präsidenten.

Frankfurt a M, 23 Juli (TBolff.) Der Polizeipräsident hat infolge der AuS- sch citungen. die im Anlchtu^ an die gestern von den Sozialdemokiaten und Kommunisten vera.t- ftaltctc Kundgebung stattsandan, Versamm­lungen unter freiem Himmel biS auf weite, e« verboten' Inzwischen sind ver­schiedene Personen verhaftet worden, bie an der anläbli-H der gestrigen D^monstratiarreo. erfclgtcn Srlchlagung de« StaatSanwaltschaiSrat« Dr Haa « beteiligt sein sollen.

<^iu Rundschreiben des Reichs- Ministers des Innern.

Berlin, 24. Zull. (WTB - Der Reich«- Minister de« Innern lieh unterm 19. Zuli ein Rundschreiben an die Landesregierungen er­gehen, worin auf die Möglichkeit von Zu­sammenstößen, insbesondere am 29 Juli, hingewielen und ersucht wird, alle Mahnahmen zur Verhinderung von Störungen der Ruhe und Ordnung zu treffen Danz besonder« wird auf die genaue Durchführung der reich«- und lande«- gelttzlichen Bestimmungen über da« TDaffentragen und Viilsühren von Vdaffen in Versammlungen und Auszügen hingewielen Mit Rudi ich« auf bie Rotwendigkeit, dir Ruhe und Deich', ollen Herl im 3nr.ern, gerade Im gegenwärtigen Zeitpunkt, er­sucht der Reich«minister in dem Rundschreiben, von vornherein mit wirksamen Mitteln einzu- gi.ifen und nötigenfalls die Versammlungen unter freiem Himmel für den 29 Zull überbauet au

C?tlafl deS dreukikrken 3nnentninif«rra

Berlin, 2« Zull lVvTB ) Im Hinblid aus zahlreiche Vorgänge der letzten Zeit lief) ter vreuhifche Innenminister, wie der Amt­liche Preuhilche PrcNedienst mllt-ilt. he-ate an bie Oberpräsidenten eine Verfügung ergehen, sämtliche Versammlungen unter freiem Himmel mit Dinschluh der Umzüge bi« auf weitere« z u unter­lagen

Der kommunistische Äntisaschistentnq.

Berlin, 23 Zull. Mie die Blätter melden, finbin augenblldlich innerhalb der preuhjlch n Regierung Besprechungen darüber statt, ob der von der 5cammunisttlchen Partei verkündete Antifaschist en tag am 29 Zuli im Inter­esse der Ausrechterdattu ig der Ruhe und Ordnung für ganz Preuhen verboten wrrd:n,loll

UMc der sozialdemokratische Par - teivorstand im .Vorwärt«" mitteilt, ha! die vereinigte sozialdemokratische Partei mit dem von den Kornni.inisiea auf den 29 Zull cmgeletzten .A n t i f a I ch i st e n I a g nicht« ,u tun Dte örtlichen Otgani'ationen haben die Teilnahme an den 23erbandl-angen aözulehnen.

Dir ifrrliiirr 2o,;ialdrniokratir.

Berlin. 25 Juli. Die sorialdemokrattlchen Mitglieder der Berliner Stadtverord- netenDerlammlung haben folgende drin­gende Anfrage an den "Tllagiftrat Qerid,:ct. V)ir stagen den Magistrat, ob er bereit ist, mit äuher- ster Br|d:!eunigung mit der Se.d)«regierung in Verbindung zu treten, um di eie zu oeranlaifeit. aegenü.-er der von Stande zu Stund? sich verschär­fenden Rr läge bei Be hncr Benol.er ng «1 ic not- v endigen A crvl: > mahnahmen .«-1 c fl .ci'cn um die drohende Gefahr eine. Kaiastrophe abzuwenden.

Die QlbrüHungsbcbattc im englischen Unterhaus.

London, 21. Zuli (Molls ) Bei der Ab- rüstungsdebatte im Unterbau« führte Ramfay Macdonald u. a noch au« Menn aus der Arbeiterpartei der Völkerbund nicht erwähnt werde, so fei bie« geschehen, weil er noch nicht da« Ve.-trauen verschiedener hervorragender Rationen gesunden habe, und weil die Arveiter- pa-tei wünsch', dah die Vereinigten Staaten sich an der vo.g fchlogenen Ko ferenz beteiligten. Die Melt k h?e ini )cr zu der D istesoersallung von 1914 zurück Ma >o tald kritisierte die Sr- richtung eines milj urilchen Stüyru i'te« in 6in- g a V o r e und t i dar ui hin, dast c« in Europa lein n wahre: Frieden <-e.: r würde, bevor der Ve.saill.r Vertrag i?ai;i-:rl worden sei. Ganz Li d...'Ata werde ® g l a n b von irgend ei er militätischen Tista'ur in Europa betroffen und deebalb r.iutfe die Zühru.ig i i der groben Be- wegu.tg überirehtnen, d . r Ziel bie 21 b rüftung aller Rationen sei.

Baldwin erklärte, der Ernst der gegenwärtigen Lage könne garnidjt übertrieben werden. Europa fei noch immer ein bepa'snete« Laaer, in dem sich meht Leute unter den Massen befänden als 1914 bei AaSbruch de« Kri ge«. Im weiteren Verlauf der Debatte tagte Bilewin noch, England muffe der 23clt beweisen, dast es wirklich meine, was es sage Eine Abrüstung sei nur möglich, wenn sich die Mächte zufammenlchlöllen.

Der Staatssekretär für bte Luft­fahrt verteidigte bte Lustvoll ii der Regierung, indem er ausfuhrle, die Zerstör ingen durch Luft­angriffe werden heute hundertmü schlimmer sein al« tm letzten Kriege Was bte Aonüstung im all­gemeinen betrifft. Io muh der materiellen Ab­rüstung die mvralllche folgen Der Vorschlag an bie Frage bet Abrüstung burch gegensei'ige Ga­rantieverträge Ixranzugehen, schü-ht die Gefahr in sich, dast man zum alten Regime der Druppieiung von Mächten zu.üdkeh e doch werde auch diese Möglichlett von der Regierung ohne Voreingenommenheit geprüft.

Im Lause der Debatte ergriff Baldwin noch einmal das Morl und erklärte, der Traum eine« allgemeinen Friedens sei schon jahrhunderte alt. aber die Regierung glaube, dast bet' Versuch Im gegenwärtigen Zeitpunkt eine in­ternationale Konferenz e-nzuberusen, keinen Er­folg haben wüibe Bevor man an diese« Problem herantrete, müsse erst bai Reparalions- pveMem und die Frage der Sicherheiten ge- regel! tv<.d> So fc«':cyc Auöslchi tAiiuui, bah Frankreich eine günstige Antwort erteilen werde, bevor c« Ergebnisse in der Frage der Re­parationen und in der Frage der Siche:hei:en er­reich: hake Da« erst, wa« dieRegierung tun müsse, fei, ba« ReparattonSproblem in Orbnung zu bun- ?en Hierbei lei die Regierung von bem Mansche eseelt, bah dieser Schritt weiterhin zur Erwägung der vom Hause erörterten Probleme führen möge. Baldwin tote« daraus hin. bah der Völkerbunb wiederum bte Abrüstunzs-frage und die Möglich­keit. sie mit dem allgemeinen Davantieabkvmmen in Verltndung zu bringen, erwäge Die Bemü­hungen de« Völkerbundes würden konkrete Formen annehmen 6« würden wahtscheinlich nach der Völkerbundsversammlung im September den Regierungen Europa« die Vertrags­entwürfe zur Genehmigung unterbreitet wer­den Er sei sicher, bah nicht nur bte britische, sondern auch die anderen führenden Re­gierungen Europas diese Arbeit be« Völkerbunde« mit Sympathie und Interesse prüfen werden und mit bem ernsten Mansche, bie Bestrebungen be« Bunde« tn irgendeiner Form zu verwirkllchew

Politik der Isolierung brirri^en obei fnan dürfe nicht verge'len. dost

mit bem Auskommen der Flugzeuge Snglank letnee Znselcharakker verlöten habe

und unlo«lich mit den Gelchiden Europa« vev Hunden sei Eng.and werde fort ahr n lein Mög- lichstc« zu tun um Surop>a de i Frieden zu bringen

Hieraus wurde die Resolution der Ar­beiterpartei mit 2S5 g.'g n 161 Stimmen a u gelohnt Die A'guith-Libern e r sttm-n'en mit der 2lrbeiterpar!ei und b;c Lio. d Aeorg-'-Lil<- ralcn mit der Regierung

London. 24. 3uli. i MTV i P: m erm.inisfr Ba ldwin teilt im stlnterhau'.- mi-, er bo'fc. das Hau« werd ? am 2. 2Liguft in dir H e r h s> - ferien gehen können Dao Vrogr.'.'n.n für bie Herbstlossion bestehe au« verich -denen kleineren Vorlagen

Daö Reutorlche Bur. au bemerkt hierzu, die Herbstlellion soll: am 13. Le.>.c.nd.-r be rinnen doch werde ei in varlnmen'.ar,schon Kre.s n für lehr toabrlcbcbilid) gehalten, dast da« Hau« schon früher zusainmenbeeusen werde im Hinblid auf d.o Mögsichk it internationaler Gnlmij'ungcn sowie im Hinblid auf innere Fragen im Zu­sammenhang mit der Handolelage

Aus eine Anfrage beitatiqtc Baldwin dast lid) vor der Vertagung de« Unterhau'e« nod) Gelege ihe.t für eine Erörterungdor Ruhr- Ir a g e finden werde

Kennworthylactz tm um der Entwurf der Antwort an Deut'ch.and nicht der jugollawi» Ichen. rumänischen. Dortujici f r n und nnde-en R ^orangen üb, rmitt.lt roorbe.i ist. Tine Antwort erf.lgte nicht

London. 21. Juli (DTB > 3m Unter- Haufe fragte Davison, ob bei Regie-ung lx- Cannt fei, bah bie deutsche Xcgiciung in England riesige Kredite unter!alte, die zum Ankauf von Rohmaterial benutzt würden und c. Doutlchl.nnd ermöglichten, Frankrrich und Bel­gien im Anlauf von Rohmaterial zu überbieten. Der Präsident bie Handelsamts erklärte. Ihm sei davon nicht« bekannt

Die Verschleppungstaktik PoincarLs.

Paris. 24. Juli. (WTB.) DerAew Bork Hrrald" schreibt Das diplvmattfche ge­heime Verfahren, da« Die franzölifche Regierung zunächst bei den Verhandlun­gen mit Brüssel antDenbe, werd« voraussicht­lich verhindern, daß man vor Ablauf von mln- bestenS einem Monat irgendeinen bemerkens­werten Fortschritt zu verzeichnen haben werde. Selbst London soll feine vollgültige Antwort auf feinen Entwurf erhalten, bevor daS eng­lische Parlament auSeinandergehe Allerdings beabsichtige Potncare. ein geheimes Doku­ment nach London zu übermitteln, das auf Die fundamentalen MeinungSverfchteDenheltett nicht eingehen, aber ausreichen axtbe, um Die trad fenDe Kritik abzulvehren. Die Frankreich zum Vorwurf macht, eS ziehe bewußt unD ab­sichtlich Die Verhandlungen so lang wie mßfl- lich in Die Länge, um aus einer etwaigen Ka- pitulahon Deutschlands im Ruhrgebiet inner- halb der nächsten Wochen Kapital zu schlagen Poincarä wünsche nicht einmal, sich durch inünDlidfe Uebemahme von Verpflichtungen gegenüber Velg en zu binden, solange bie Si­tuation nicht geklart |el

London. 24 Zull. (Wolfs ) Der dlplo- matilche Benchterstattci de« .Daily Telegraph" Ichreibt, In britischen Kreisen sei man von der Andeutung überrascht, dah eine endgültige Antwort aus den britischen Ar.ttvorientwurf vielleicht hinauSgeschoben würde. Der Irr­tum. den man begangen, indem man dem fran­zösischen Ersuchen um Geheimhaltung deS Inhalt« der Dokumente und der Verhandlungen so leicht stattgegeben habe, werde jetzt in weiten Kreisen eingelehen. D« fei aber kaum möglich, die« wieder gutzumachen Die britische Regie­rung habe ihren Wunsch auf Antwort noch vor Oer Parlament«vertagung deutlich ausgesprochen. Brüssel sei den englischen Vorschlägen gvnffaer gesinnt al« Pari« und optimistischer finlichtlich interalliierter Vereinbarungen Es bletbe ab­zuwarten. ob diese Haltung den bevorstehenden Meinungsaustausch mil Poincarö überleben wird Rom sei im allgcm-tnen mit den brittlchen Zielen unö Mei Hoden einoeristanoen, aver enttaulCDt übet da« Fehlen eine« Vvrichln"e« betrjfenb bfc Ver- Ichmelzung bet Reparation«!^ge mil der bei intet alliierten Schulben. Demgegenüber muffe wteberholt erklärt werben, bah nach einem sol­chen Vc chlag Amerika seine Teilnahme an bet Lösuna ber Krise endgüllla verweigern werbe, wa« Infolge ber günstigen Aufnahme bet bri­tischen Vorschläge in Amerika besonder« zu ver­meiden gewesen sei.

Die Hintermänner ber Politik Poincar^s.

Wer einen mit so Meten Opfern en Btrtt und Tut. verbundenen Abwehrkampf führt wie ba« deutsche Volk jetzt an Rhein and Ruhr, der muh wissen, um wa« er kämpf! Frantrcutz be» fchuldigt Dc^llchkand, es ent,)tebe sich .«lotlltg" feinen ^Verpflichtungen, die Politik Frankreich« habe nicht« andere« tm W al« Zahlungen und Leistungen zu erzwingen Und ba« Dor allem für bte zerstörten Gebiete, bie heute noch durch die Schuld DeutsMond« zum gruben Teil In Zrüm- liegen Die f jedoch glan&i »tch< iwt$c