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k <L#DTmann. LV. Aimgen, 166 13 D. Weitz,
LV. Drohen»Linden, 165 P., 14. F. Sauer, Tv. 1846, Dieben, 164 P. — Reunkampf. Ehrensieger O. Textor, T. u. Sp. D. Marburg, 175 P.: 1. A. Rohrbach, L. u. Sp. V. Marburg, 163 P.: 2 K. Reuter, Lv. 1846 Di eh en, 1162 P., 3. R. Burkhvldt, L. u. Sp. D. Marburg: 4. und W. Bernhardt, Mtv. Dieben, 157 P.: 4. M. Weih, Lv. Doruassenheim und F. Knvke, T.u. Sp. D. Marburg, 150 $.; 5. H. Lhöt, Tv. Alsfeld, 145 P.: 12. S). TrechSler, Lv. 1846 Dieben, 135 P.: 14. H. Rabenau, 'Tv. Treis a. d. L., 132 P.: 18. X Rinn, Tv. Heuchelheim, K. Kehr, Tv. Treis a. d. L und !F. Sauer, Tv. 1846 Dietzen, 125 P.: 20. K. Mü l ler, Tv. 1846 Dietzen, 120 P.
Mittel st ufe (55 Bewerber, 52 Sieger): 1. A. Rathschlag, Tv. Ridda, 205 P.: 2. H. Loh, Tv. Dornassenheim unb K. Krauskopf, Tv. Rod- Heim a. d. Bieber, 192 P.: Z. H. Gabler, Tgm. । Friedberg und Hermann Treut, Tv. Griedel, 189 P.: 4. F. Lei tert, Tv. Weh lar, 188 P.: 5. H. Rinn, Tv. Heuchelheim, 186 P.
Lin terstufe (290 Bewerber, 195 Sieger): 1. B. Amend, Tv. Treis a. d. L., 208 P.: 2. Ei Haas, Tv. Schotten, 205 P.: 3. W. Hofmann, : Lv. Grotzen-Linden. 202 P.: 4. K. Amborn, Lv. Rieder-Wöllstadt, 200 P.: 5. P. Jesberg, Lv. Münchholzhausen und H. List, Tv. Lauterbach, 199 P.
Alters st ufe, Klasse 1 (35—45 Jahre, 10 Bewerber, 10 Sieger): 1. H. Bohnacker, Tv. Schlitz, 155 D': 2. A. Feuerstein, Tv. Ober-Mörlen, 154 Punkte: 3. K. Schneider, Tv. Biedenkopf, 151 P.: 4. H. Hamel, Tv. 1846 Dietzen, 148 P.; 5. W. Bott, Tv. Grvtzen-Linden, 143 P.: 9. F. Schmidt, Tv. Lich, 131 P.
Altersstufe, Klasse 2 (über 45 Jahre): 1. W. Hems, Tv. 1860 Bad-Rau beim, 144 P.; 2 B. Pfeffer, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 142 P.: 3. H. Hems, Mtv. Bad-Rauheim, 130 P.: 4. E. Deinert, T.- u. Spv. Marburg, 128 P.
Siegerliste der Wettsechter.
Florett, 18Teilnehmer: l.Hans Roll, Tv. Gietzen 1846, 8 Siege, 24 Treffer. 2. Fritz Roll, Tv. Dietzen 1846, 5 Siege, 21 Treffer. 3. Karl Hahn, Tv. Bad-Rauheim, 5 Siege, 18 Treffer. 4. Karl Hergenrother, Tv. Gietzen 1846, 4 Siege, 19 Treffer. 5. Rich. Feige, Tv. Bad-Rauheim, 4 Siege, 18 Treffer. 6. Fritz Ziegler, Tv. Gietzen, 4 Siege, 16 Treffer. 7. Hch. Reichwein, Tv. Bad- Rauheim, 4 Siege, 14 Treffer. 8. Paul Daum, Tv. 9. Wilh. Bellos, Mtv. Gietzen, 0 Siege, 11 Treffer. Wetzlar, 2 Siege, 10 Treffer.
Leichte Sabel, 11 Teilnehmer: 1. Karl Hergenrother, Tv. Gietzen, 8 Siege, 27 Treffer. L. Frih Grob, T. Spv. Marburg, 6 Siege, 22 Tr. 3. Karl Hahn, Tv. Dad-Rauheim, 5 Siege, 25 Tr. 4. Frih Roll, Tv. Gietzen, 5 Siege, 22 Tr. 5. Heinr. Reichwein, Tv. Dad-Rauheim, 5 Siege, 21 Treffer. 6. Fritz Ziegler, Tv. Gietzen, 3 Siege, 16 Treffer.
Schwere Säbel, 10 Teilnehmer: 1. Rud. Ludecke, Tv. Wetzlar, 9 Siege, 31 Treffer. 2. Otto Becker, Tv. Bad-Rauheim, 6 Siege, 26 Treffer, s. Willi Bangel, Tv. Wetzlar, 6 Siege, 26 Tr. 4. Wilh. Schmidt, Tgm. Friedberg, 5 Siege, 26 Tr. 5 Ludw. Kramer, T. Spv. Butzbach. 5 Siege, 22 Tr. 6. Paul Haffmann, Tv. Dad-Rauheim, 4 Siege. 19 Treffer. *--
Gießener Strafkammer.
Greben, 22. 0uni 1923.
Heute verhandelte die Strafkammer in zwei Sachen hinter verschlossenen Türen.
' 1. Der Händler Hohs. W. von Frr^>berg hatte slch Ende April l. Hs. an einem Kinde unter 14 Jahren unsittlich vergangen. Strafe: 10 Monate Gefängnis.
2. Das Schöffengericht Ortenberg hatte den Schlosserlehrling Otto Z. von Hirzenhain wegen Beleidigung zu der überaus geringen Geldstrafe von 5000 Mk. verurteilt, weil er auf der Stratze Merkenfrih—Hirhenhain einer verheirateten, unbescholtenen Frau gegenüber unsittliche Redensarten geführt hatte. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde statt dessen auf 1 Woche Haft erkannt. —----
Gerichtssaar.
fpd. Frankfurt«. M., 24. Juni. Inbttter- fter Rot verkaufte vor einigen Wochen ein aus M e h vertriebener Konditor einen Klavierauszug aus „Martha" an den Buchhändler Rau- mann in der Goethest ratze für 600 M k. Wenige Tage darauf erhielt der junge Mann Arbeit als Kohlenschipper im Osthafen. Sobald er den ersten Verdienst in Händen hatte, versuchte er die Roten zurückzuerwerben. Es wurden ihm für dasselbe Buch 1 3 000 M k. von Raumann abgefordert. Der Mann erstattete Anzeige wegen Wuchers und hatte den Erfolg, datz das Schöffengericht den Buchhändler zu4WochenGefäng- nis und 800 000 Mk. Geldstrafe verurteilte. Raumann legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Die Wucherabterlung stellte den Wucher fest und sagte auherdem, datz auch geistige Arbeiter
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Das Moselhaus. I
Roman von Luise Schulze - Diück.
61. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Als er, fertig angekleidet, sich im Spiegel betrachtete, war er nicht ganz unzufrieden mit der Wirkung. Der Gehrock stand ihm gut und die moderne Welle, zu deren Anschaffung ihn sein Trierer Schattcer erst nach langem Zureden hatte bewegen lassen, satz recht elegant. Das Dulden Schlipses machte ihm einiges Kopfzerbrechen. Das besorgte sonst Tante Röschen, d:e dafür em besonderes Geschick hatte und stets die neueste K.-otenschlingung irgendeinem der heimischen Gigerl absah. Rach manchen miylungeirrn Versuchen kam fr schließlich damit juftanbe. ®r schüttelte den Kops über sich selber. Er, der ehrsame Landbürgermeister Äruolds, machte nun sogar der Mode Zugeständnisse I Aber schlietzlich, . hinterwäldlerisch aussehen wollte er doch nich.. Er setzte den funkelneuen Zylinder auf, den er in Berlin zu der Audienz erstanden hatte und sand sich nun ganz prüfen tabel und gerüstet, um ' Fr.au Mercedes Wellsheim würdig unter die Augen treten zu können.
Als er die Bellevuestratze htnunwwging- war der Mittagskorso auf voller Höhe. Die breiten Bürgersteige ttxiven gefüllt von einer eleganten Menge von Spaziergängern. Mancher wohlwollende Blick aus schönen unp müwer schonen Ar'-gen traf den stattlichen Mann, der sich behag. lich mit dem Strome treiben liest. Es war doch ein miziehendes Großstadtbild, das sich da vor ihm austat. Der breite Fußgängerweg teä Tiergartens der unmittelbar neben der Stratze herlauft, war ebenso belebt, auf dem Fahrdamm glitten die Vrunmiräder eleganter Equipagen lautlos vorbei.
vor der Ausdeutung geschützt werden müßten, und dah die vorliegenden Roten, bic ein Sachverständiger als Luxuserwerb bezeichnet hatte, einen Gegenstand des täglichen Bedarfs darstellten. Der Angeklagte wurde wegen Preiswuchers zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Zahlt er einen Monat nach Rechtskraft des Urteils 2 Millionen Mark Buhe, so wird die Strafvollstreckung auf drei Jahre bedingt ausgesetzt. Außerdem wird das Urteil in den hiesigen Tageszeitungen veröffentlicht.
Berlin, 24. Juni. Ein Bestechungs- Pi oz eh beschäftigte die zweite Strafkammer des Landgerichts 1 Berlin gegen den stell-eer- tretenben Geschäftsführer der Brandenburgischen Landwirtschaftskammer Dr. Georgs und den Gutsbesitzer Hennecke. Die Bestechung erblickt die Anklage darin, datz Georgs von dem Mitangeklagten Hennecke, dem durch Bertrag mit der Landwirtschaftskammer die Beschaffung von Pferden für die Entente übergeben war, sich eine Beteiligung am Reingewinn hatte versprechen lassen. Das Gericht verurteilte G e orgs wegen Bestechung zu dr ei Mona ten Gefängnes und erkannte auf Einziehung des Testechungsbetrages von 1 200000 Mark. Gegen Hennecke tonnte ein Hl teil noch nicht gefällt werden, da et am dritten Derhandlungstage schwer ertrinfte
Vermischtes.
Gin Postassistent als Geldbriefmarder.
München, 23. Juni. (Wolff.) Der Münchener Polizei gelang die Festnahme eines Münchener P o st a s s i st e n t e n, der, ähnlich wie Ober- post infpektor P a f f i n gc r, seit Avril 1919 Wertpapiere und Ausländsbriefe mit Geldsendungen unterschlug. Der Wert der Unterschlagungen geht in viele Millionen. Der Täter ist geständig.
Geraubte Lohngelder. — Doppelmord.
Berlin, 24. Juni. (WTB.) 3n der vergangenen -Rächt drangen fünf maskierte Räuber in die Räume des Gaswerks in Charlottenburg ein, setzten dem dort anwesenden Gasmeister eine Pistole auf die Brust ulid raubten Lohngelder in Hohe von 22 Millionen Mark. Die Täter sind entkommen.
Rach einer Meldung des .Lokalanzeigers" aus Bremervörde tourben em Kriminal- wach t m e i st er und ein Landjäger von einem Geheimschlächter, den sie beim Abschlachten von Bieh überraschten, erschossen. Der Täter ist flüchtig.
Der Ausbruch des Aetna.
Eatania, 24. Juni. (Wolff.) Die Ausbrüche des Aetna ließen bedeutend nach. Die Lavaausbrüche sind erheblich zurückgegangen. Aschenregen und Rauchentwicklung ist schwächer geworden. Für die Ortschaft Linguaglossa besteht keine Gefahr mehr.
Cm neuer Automobil-Weltrekord.
Kopenhagen, 24. Juni. (WTB.) Bei einem Automobilrennen auf Fance hat der Engländer Z a m b e i I auf einem 350pserdigen Automobil einen neuen Weltrekord ausgestellt, indem er 1 Kilometerin 1 6,4 1 Sekunden durchfuhr. Das entspricht einer ©tun- dengeschtvindigkeit von 219,379 Kilometer.
— Ein wichtiger neuer Gräberfund in Rom. Eine bedeutsame archäologische Entdeckung ist kürzlich in Rom in der Rähe des 9. Kilometersteines an der Dia Trionfale gemacht worden. Wie der Leiter der Grabung, Dr. Goffredo Bendinelli, in einem Bericht der amtlichsr archäologischen Zeitschrift »Rotizie degli Soavi" ausführä, handelt es sich um ein Grad aus dem 3. Jahrhundert des römischen Kaiserreiches. Die Inschriften an den Sarkophagen lassen ec« kennen, datz die Bestatteten zu der Gens Octavia gehörten und datz das Grabmal erbaut wurde für die kleine Octavia Paulina, die sechsjährige Tochter des Octavius Felix. Der interessanteste Fund in dem Grabe ist eine etwa 2 Meter breite Wandmalerei, die vorzüglich erhalten ist und in leuchtenden Farben strahlt. Es ist hier das Elysium dar- gestellt, der Ort, an dem die abgeschiedenen Seelen leben: aber es ist ein Elysium für die Kleinen, in das wir hier blicken, ein antikes Kinderparadies. Die Gestalt der kleinen Octavia, die von einem geflügelten Eros in den Armen gehalten wird, gelangt auf einem von Tauben gezogenen Wägelchnr in das einen schönen Gaitten mit blühenden Blumen darstellende Paradies. Boran schreitet der Seelenführer, Hermes Psycho- pompvs, der den .Weg für die neuankommende Seele bereitet und die dichte Dliimenhecke durchbricht, von der umschlossen die Seelen anderer Kinder Rosen sammeln. 3n der Mitte des Paradiesgartens befindet sich eine Säule, auf der die Fackel der Hekate brennt, die in diesem Königreich der Toten Licht verbreitet.
HandeZ.
Frankfurt a. M. 23. Zuni. Börsen- st i m m u n g s b i l d. Da der Devisenhaiide! nur irvch zum amtlichen Kurs gestattet ist, so war der Markt der Auslandrenten bei Beginn vollständig ausgeschaltet. Für Türken- und Bagdad- Anleihen wurden zunächst Briefkurse genannt. 3m Csfektenverkehr vrn Bureau zu Bureau war die Rachfrage für die meisten 3ndustriewerte lebhaft. insbesondere erstreckte sich die Rachfrage wieder auf chemische Aktien. Hier toaren besonders begehrt Scheideanstalt, 350 000 bis 400 000, Badische Anilin 295 000, 300 000, 310 000, Höchster nannte man mit 225 000 bis 240 000, Griesheim,>r mit 200 000 bis 230 000; Goldschmidt zu wesentlich höheren Kursen begehrt. Schutzgebietsanloihe 28 000 bis 30 000. Zu ansehnlichen Kurssteigerungen kam es in Harpener, für weich? ein Kurs von 3 500 000 genannt wurde. Sehr fest waren Holzmann, Daimler, Maschinen Karlsruhe.Reckar- sulmer, Kleyer, Schiffahrtsaktien höher. Lebhaft war das Geschäft wieder in Banken, wie Deutsche Bank und Disconto-Gelellschaft, die die Führung hatten: Rheinische Creditbank und Barmer Bankverein sehr gesucht. Bon unnotierten Werten: Hansa Lloyd auf Fusionsgerüchte mit Kleyer, Rheinmetall erheblich höher, 53 000 bis 56 000 gehandelt, Ufa 105 000, Emelka 39 000 bis 41 000, Becker Stahl 220 000, Decker Kohle 190 000 bis 200 000, Tiag 40 000. Die Grundstimmung war allgemein sehr fest.
Berlin, 23. Juni. Börsen st immun göbild. Die neue Devisenverordnung hatte eine Befestigung der Mark im Ausland? zur Folge und in Rückwirkung hiervon war die Reichsbank in der Lage, bei der amtlichen Kursfeststellung den nicht sonderlich großen Bedarf zu wesentlich niedrigeren Kursen zu befriedigen. Für Dvllarschatzanweisungen wurde gleichfalls ein entsprechend billigerer Kurs genannt, nämlich 117 500, aber im übrigen war die Stimmung für Effekten nur wenig schwächer. Allgemein herrschte die Auffassung, datz die bisher im Devisenhandel tätige Spekulation sich dem Effektenhandel zuwen- den werde und dieser Amstand die Kursbewegung günstig beeinflussen würde. Die Kurse, die genannt wurden, wichen nur geringfügig gegen die gesttigen Notierungen ab.
Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.)
Dalum t>. Juni 23. Junl
SlnitL Noller-r Amtl. Noitcrg. Meld 9iviei Gel"
Anlw.-Brüssel. . 7132.10 7107,90 62S4.25 6315,75 Holland 53615,60 53884.40 47481. - 47719.- Vonbüu 63441«, - 637590,- 563587.50 566112,50 Ports 8538,60 8581.40 7680 75 7719.25 Schweiz 24638.25 24761,75 23241,40 21695,60 Sonnten 20199.35 20300,65 21804,40 18945.60 Italien 6144,60 6175,40 5486,-5 5513.75 Viifobon-Dporto. —
Dänemark .... 24138.75 24561,25 21845,25 21954,75 Norwegen .... 22543,50 26656,- 20249.25 20900,75 Schweden 35009.75 36190,25 31620,75 31779,25 Hetstn-iiorS.... 3753,10 3771,90
Neunork 138053^75 188946,25 120936.25122003.75 Deutfch-Oesterr.. 197.50 19S50 173.05 173,95
Budapest 1471 14,79
Prag 4149.60 4170,40
Aaram 1733,15 174L85
Danknotea.
r?rctiFhitt n. 23. Juni.
Schweizer Noten Jronzöstsche Noten....... • •
Dänische Noten Schwedische Roten Holländische Noten Dentsäl-Oesterreich ä 100 Krone» Amerikanische Roten........
Knflliftfce Noten...........
Jinlienische Roten Belgische Roten Unnnrifdie Noten . Tschechoslowakisch; Noten • •.. Norwegische Noten ........
Rumänische Noten Spanische Roten
»eie?
21850, 7390.
21360.
31550.
5430.
6310.
47870.-
16850
122000 —
568000-
3620.-
20^)0.-
698,-
Märkte.
Derl'mer Produktenmarkt.
21650— 7510.-
21140— 31250,-
47350. -
16/,50
121000—
562000,-
5370— 6240—
3580—
20100—
597.-
Berlin, 23. Huni. Am Produkten- markt blieb der Rückgang der Devisen ohne be- stmöers hervvrtretenden Einfluß. Die Tendenz bewahrte ihre Festigkeit und die Preise stellten sich meist hoher als gestern. Erklärt wurde diese Erscheinung mit dem Umstande, datz der Markwert des «Mrcides vorläufig unter der Weltmarktparität steht. Wetten wurde von den Mühlen zu den gestiegenen Forderungen gekauft. Roggen erzielte im Mittagsverkehr nicht die gleich hohen Preise tote am Dormittag. Die Gersten- preise zogen bei starker Rachfrage an. auch Hafer und Mehl hatten sehr feste Haltung. Mais war bei ruhigem Geschäft teurer. Weizen, märkischen 250 000 bis 252 000 Mk. (fest), Roggen, märkischen
170 000 Mk., pvmmerschen 169 0ÜÖ blfl 170 000 Wt. (fest), Sommergerste, märkische 185 000 bis 190 000 Mark (fest), Hafer, märkischen 168 000 bis 171 000 Mark (fest), Weizenmehl (100 Kilo) 650 000 bi» 700 000 Mk. (fest), Roggenmehl (100 Kilo) 450 000 bis 520 000 Mk. (fest), Weizenkleie 98 000 bi» 100 000 Mk. (fest), Roggenkleie 100 000 bis 102 000 Mark (fest), Diftoriaerbsen 260 000 bis 270 000 Mark, kleine Erbsen 210000 bis 225 000 Mk., Futtererbsen 160 000 bis 170 000 Mk., Peluschken 150 000 bis 170 000 Mk., Ackerbohnen 145 000 bis 150 000 Mk., Wicken 165 000 bis 170 000 DU.. Lupinen, blau 165 000 bis 170 000 Mk., gelb 230 OCO bis 240 000 Mk., Rcwskuchen 140 000 bi» 145 000 Mk., Trockenschnihel 55 000 bis 58 000 Mark. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstr-H, drahtgeb. 30 000 bis 32 000 Mk., Haserst-roy, draht- gepretzt 27 000 bis 31 000 Mk., Str-oh, strohseilgebündelt 28000 bis 30 000 Mk., Wiesenheu, gut. gesund und brocken, Dormahd 28 000 bis 30 000 Mark, Rachmahd 25 000 bis 27 000 Mk
(3n einem Seil der Auslage wiederholt.)
Eine Devisenverordnung des Reichspräsidenten.
Berlin, 22. OimL (WTB.) Der Reich»- Präsident hat aus Grund des § 48 der Reichs- versassung folgende Verordnung erlassen:
8 1. Gegen Reichsmark oder Wertpapiere jeder Art, die auf Reichsmark lauten, dürfen im Inland und Ausland nur solche Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung erworben oder veräutzert werden, für die eine amtliche Dotierung in Berlin ftattfinbet. Der Erwerb oder die Deräutzerung ist nur zu dem amtlichen Kurse des Tages des Gefchästsabfchlusses. und ztvcm- zu dem Geld- oder Briefkurs oder einem dazwischen liegenden Kurse zulässig. Eine amtliche Rvtierung wird lediglich bann als vorliegend angesehen,' wenn in der betr. Währung am Tage des Geschäfts eine amtliche Rvtierung bes Kurses der Auszahlung ftattfinbet An Sagen, an welchen eine amtliche Rvtierung ber Auszählung nicht ftattfinbet, dürfen in der tetr. Währung Geschäfte nicht abgeschlossen werden. Der Kurs für Auszahlung ist auch für Geschäfte in Banknoten matzgebend, wenn für Banknoten fein besonderer amtlicher Kurs notiert wird. Wird ein solcher besonderer Kurs notiert, so gilt er lediglich für Geschäfte in Danknotrn. Im Klein- verkehr sind Umsätze bis zu fünf Pfund Sterling oder dem entsprechenden /betrage in einet anderen Währung auch zum lehtbekannten amtlichen Kurse zulässig. Diese Vorschriften finden auf Geschäfte, die mit der Reichsbank abgeschlossen werden, keine Anwendung.
§ 2, Geschäfte, die gegen die Vorschriften des § 1 verstoben, sind nich- t i g. Die Richtigkeit kann nicht zum Rachteil von Personen geltend gemacht werden, die den die Richtigkeit begründenden Sachverhalt beim Ab- schlutz des Geschäfts nicht kannten.
§ 3. Mit Gesängnis bis zu 3 Zahven und'mit Geldstrafen bis zum Zehnfachen des Wertes der ausländischen Zahlungsmittel oder Forderungen ober mit einer diesen Strafen wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig zu einer solchen Zuwiderhandlung aufforbert, anreizt ober sich erbietet. Reben der Strafe können die Zahlungsmittel ober Forderungen, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, zugunsten bes Reiches eingezogen werden, auch wenn sie Dem Täter ober einem Teilnehmer nicht gehören. Erweist sich die Einziehung als nicht durchführbar, so kann bas Gericht nachträglich durch Beschlutz die Einziehung des Wertes anordnen. Der Feststellung des Wertes der Zahlungsmtttel und Forderungen ist, soweit eine amtliche Kursnotierung an der Berliner Börse erfolgt der mittlere Kurswert dieser Börse im Zeitpunkt der verbotenen Handlung zugrunde zu legen. Ferner kann angeordnet leerten, datz die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt zu machen ist. Die Art der Bekanntmachung wird im älrteit bestimmt. Die Bekanntmachung kann auch durch Anschlag gemäß Artikel III 8 2 des Rotgesetzes vom 24. Februar 1923 erfolgen.
§ 4. Der Reichswirtschastsminister ist ermächtigt, älebergangs- und Aussühurngsbestimmungen zu dieser Verordnung zu erlassen und Ausnahmen zu bewilligen. .
§ 5. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung in Krast.
Eine antisemitische Avsschreittmg m München.
Rach einer Meldung des „B.T.- aus München ist der Vorstand der Münchener Handelskammer, Kommerzienrat Siegmund Fränkel, beim AuSsteigen aus der Straßenbahn von Antisemiten überfallen worden, die ihn mit einem Totschläger auf den Kopf schlugen, bis er bluttibersttömt und bewußtlos zusammenbrach. Einige Täter sind bereits festgestellt.
während tutende Autos den Weg zwischen ihnen sich hindurch bahnten.
Arnolds hatte im stillen gehofft, Frau Wells- heim nicht angutreffen. Aber sie war zu Hause und empfing ihn sehr warm und aufrichtig erfreut. Er mutzte fofort einen Abend bestimmen, den er bei ihnen zub ringen wollte. Datz er den gestrigen Abmd mit Frau Eva Ohler zusammen- gewesen, konnte er nicht verschweigen und mutzte eine kleine Anspielung darauf mit guter Miene parieren. Glücklicherweise war Frau Wellsheim für die nächsten zwei Abende bereits gebunden. Sie bedauerte das sehr. Während ihres Aufenthaltes im Mvfelhaus hatte sie ein starkes Interesse für den Besitzer gefaßt. Sie hatte sich zur Abwechslung einmal in das Reckenhafte verliebt und mit allen Mitteln versucht, diesen „starren Helden" zu weichem Wachs in ihrer Hand zu machen Als es ihr nicht glückte, hatte sie es freilich ziemlich leichten Herzens wieder aufgegeben nnb gefunden, bat er doch „eigentlich nicht ihr Genre" fei. Run aber, als er nxeber vor ihr satz, fand sie, daß er hervorragend gut aussehe, und datz es sich vielleicht lohnen könne, ihn einer größeren Gesellschaft als eine Art Triu mph-beu le an ihrem Siegeswagen vvrzuführen. Frau Wellsheim batte in folchen Dingen eine ganz außerordentliche Routine.
AmoDs sah sich mit lebhaftem Interesse die kleine Frau an, die in dieses Milieu vollständig hinempatzte. In dem Morgenlleide aus blutroter javanischer Seide, das ihr kleines schlankes Figürchen bauschig umgab, schien sie ihm wie eine kostbare Puppe in einem von allerhand Raritäten angefüllten Puppenhaus. Gerade über ihrem Kopfe hing an der mit einem mattlila Stoff bespannten Warü> eine Radierung, der Frau Mercedes recht gut hätte als Modell gedient haben können. Eine
der modernen Frauengestalten, wie er sie in den Schaufenstern der Kunsthandlungen fast bis zum äleberdruß «sehen hatte. Die Aehnlichkeit war ausfallend. Als Arnolds eine Bemerkung darüber machte, lächelte Frau Mercedes sehr geschmeichelt. Ihr Mann hatte das auch gesunden uiti> ihr deshalb das Bild geschenkt. Run hing es an dieser Stelle, und jeder Besucher hatte reichlich genug Gelegenheit, daraus aufmerksam zu werden.
Sie hatte ihrem Manne sofort telephoniert, und er wollte so schnell wie möglich nach Hause kcmmen. Arnolds mußte wohl ober übel zum Frühstück bleiben. Während nun Wellsheim Ar- nvlds mit dem neuesten Dutzend Dörsenwihen überschüttete, machte dieser im stillen feine Anmerkungen über das, was Frau Mercedes Wells- $eim wohl „für einander paffend“ finde. Immer wieder verblüffte ihn die ganz auffallende Häßlichkeit des Mannes dieser schönen Frau. Es war ordentlich grotesk, wie er fernen schweren Oberkörper auf kurzen Beinchen trug, die spärlichen Haarreste kunstvoll über den kahlen Schädel verteilt hatte. Der pechschwarz gefärbte aufgewichste Schnurrbart konnte den wulstigen Mund nicht verdecken. Die kleinen Augen sahen listig zwinkernd aus förmlichen Fettwülsten hervor. Wellsheim konnte auch vor zehn Jahren als Dräuttgam keine Schönheit gewesen sein. Aber wenn Frau Mercedes ihn damals als „passenden" Gatten an- gefeben hatte, so konnte bei ihr auch wohl kaum der große älnterschied der Jahre ins Gewicht sallen. Jedenfalls traten es andere Vorzüge, die ihn zu einer wünschenswerten Akquisition gemacht hatten. Indessen, das beeiitträchtigte augenschein- lich fein Selbstgefühl nicht im geringsten. Er klopfte ferner Frau bewundernd auf die Backen und tat so, als ob ihre Schönheit feine Erfindung fei Und als er am Frühstückstisch eine ganz un
glaubliche Portton Kaviar mit viel Schmatzen verschlang, und danach- eine ganze Menge anderer Leckerbissen zu sich nahm, da machte er durchaus den Eindruck eines glücklichen, jedenfalls mit sich und der Welt sehr zufriede-ren Menschen. Zwischen Kaviar und Gänselebergalanttne bot er mit kauenden Backen Arnolds an, ihn in die Mysterien Berlins einzuführen, einen Heinen Bummel „unter uns Junggesellen", wie er sagte, zu unternehmen, und wurde zuletzt so deutlich, daß. Arnolds verlegen nach Frau Mercedes hinsah. Aber die schöne Frau zuckte sehr gleichmütig die Achseln: ein Iunggesellenbummel ihres Mannes war ihr augenscheinlich ziemlich gleichgültig. Arnolds lehnte batetcrü> ab, was Wellsheim wieder zu einigen saftigen Witzen begeisterte, so daß er schließlich froh war. als sich die schwere Eichentür der Börsianer-Wohnung hinter ihm schloß und den letzten Witz Wellsheims, der ihn bis zur Tür begleitet hatte, halb abschnitt.
Er atmete tief auf, als er wieder in der frischen Luft trat. Das starke Parfüm, das Frau Mercedes anhaftete, und das auch die Zimmer förmlich zu durchttänken schien, hatte ihm ein dumpfes Gefühl im Kopfe verursacht. Er fühlte das Bedürfnis nach frischer Lust, nach Bewegung. So schlenderte er durch die Straßen, sich hier and da durchfragend. Während er das Stratzenbild betrachtete, die hohen Häuser, alle so ziemlich in einem Stile gebaut, mit den überladenen protzigen Verzierungen, nur hier und da ein Haus, da» durch irgend etwas eigenartige^ von dieser Einförmigkeit abstach, kam ihm das Ehepaar Wellsheim nicht aus dem Sinn. Es war ihm kein angenehmer Gedanke, den Abend dort verbringen zu müssen.
(Fortsetzung folgt)


