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(Nachdruck verboten.)

K. Fortsetzung.

"'***«.«««!,- MthiMtoe Ättne. ixe Kopie nach Frankfurt bringen wollten, von den Svan-ofen angehalten, weil sie leine Einfuhr- besaßen. Die Schlepperlohnr sind außer- wdMllrch hoch. Don Main; nach Höchst bzw. betragt der Schlepplvhn 3050 nollän- bische Gulden

Das Mosechaus.

Roman von Luise Schulze.Drück.

Schöffengericht.

Gießen. 18. Mai 1923.

3n der Nacht vom 15. zum 16. Februar hörten Bewohner eines Hauses in der Mullstraße gegen Icklhr ein verdächtiges Geräusch in der übrr ihnen gelegenen Wohnung. Sie eilten hinauf und fanden dcrt in einem Zimmer einen Arbeiter von hier, dem sie zunächst eine gehörige Tracht Prügel ver­abfolgten. Bei Durchsuchung seiner Kleider stellte sich heraus, daß er unter seinem Mantel ehre Tischdecke, die er aus dem Zimmer entwendet Hatte, versteckt hielt. Gr bebaupttt? hurte, er wisse von der ganzen Sache nichts, da er sinnlos be­trunken gewesen sei. Dies tixir jedoch nicht der Fall, wie durch die Beweisaufnahme festgestellt wurde. Daß er sich in diebischer Absicht ringe-, schlichen hatte, konnte nicht erwiesen werden. Mög- licher-weise ist er zwei Mädchen, mit denen er vor­her zusammen war, durch die von ih ren offen ge­lassene Haustür nachgegangen und dabei in seiner Angetrunkenheit durch die unverschlossene Vorplatztür in di? fremde Wohnung gekommen, wo er die Gelegenheit, zu stehlen, bemitjk*. Wegen

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Clausthal den Wi^' rnhea infolge sein«! ttemännische Wesen.' 2orstMd»miigllch rle Wchini. | * Mechirte der Äonfiflotkütol 6uter.

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Alse wirklich! Daß hier Selbsterlebtes ge­schildert wird, merkte man ja sofort. Die Frage is nur, in welcher 'Verzerrung. Vielleicht denken Sie sich einmal, was aus der Welt werden würde. E?nr sch alles das verwirklichen sollte, was diele Fiau > ordert. 3a, wenn der Mensch ein Ideal- ... schön wäre, nicht nur die Frau, sondern auch d-.-r Mann natürlich! Aber wir werden Dod; nun einmal Menschen bleiben, und unsere Schwächen -'<21 uns immer beherrschen. Immer wird der scheu, auch in der Liebe und» Che. der der i. ur.-.e ist. im Guten oder Dösen, sei es Mann <cr Weib. 'Das ist so seit Goas Zeiten her und o rd immer so bleiben. Dazu braucht die Frau nicht los vvm Manne zu kommen, um zu herrschen mit» frei zu sein." . e,

Aber der Mann soll lernen, die Gleichberech­tigung der Frau anzuerkennen."

Er schüttelte den Kopf. .Ach. Frau Eva. das 2<ben lehrt uns, daß es feine Gleichberechtigung gibt und solange die Frau sie verlangt, solange wird sie im älnrecht sein... Nein, sehen Sie mich nicht so cm! Mann und Weib sind nun einmal nicht gleich und das geben sogar di? enragterteften Kämpferinnen für die Gleichberechtigung zu. lind bo£ sich nicht gleich ist. kann auch die Gleichbe­rechtigung nicht haben. Cm anderes ist die Ehre der Frau eine andere die des Bronnes, anders ihre Liebe und seine Liebe, ihre Stärke und seine Stärke, ihr? Schwäche und feine Schwäche. So

* CM

»ax!t>L.5ranrfurl a-M.. 24. Mai. Zu der Festnahme des Einbrechers Karl Kinkel in Stuttgart äußert sich jetzt auch die Frankfurter Krtminalpolizei. Danach ist Kinkel schon früher wegen einer llnsumme von Einbrüchen mehr als 70 vorbestraft worden. Als die Kunde von seiner Verhaftung in Stuttgart nach hier kam, nahm die hiesige Polizei eine Durchsuchung der Kinketschen Wohnung vor, nachdem bereits Stutt­garter Beamte die Räumegründlich" durch­sucht hatten. Der Erfolg der Frank,urter war überraschend: benn die Stuttgarter Kollegen hat­ten nur einen Bruchteil des Einbruchsgutes ge­funden. Hetzt fand man u. a.: Brillantringe, Per­ser-Teppiche, Tischdecken ohne Zahl, Silb^rsachen, Bronzen, Schmuckfiguren, Bettwäsche und viele andere Sachen. Diese jetzt aufge'u xbenen Dachen stammen zum größten Teile aus Frankfurter Ein- biütben und konnten teilweise ihren Besitzern wieder ausgehändigt werde.r Don vielen anderen (Gegenständen konnte jedoch der Eigentümer niicht ermittelt werden.

Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhcssen.

Sitzung vvm 2 4. Mai.

Die Gails che n Tonwerke bei Gießen und die T o n we rke Abend st ern und H ü t - tenberg sollen den Stundenlohn der Betriebs- Arbeiter über 21 Jahre vom 1. Mai an auf 1670 Mark und vom 21. Mai an auf 1800 Mark, und die übrigen Löhne entsprechend erhöhen. Die Streitteile erhielten Crkläruugsfrist.

In der Lohnstreitigkeit des Verbandes >oer Bergarbeiter und der vberhessi- Ichen Bau x itgewinnungsunterneh- mungen schlug der Schlichtungsausschuh vor, den Mindestge'oingesah der Grubenarbeiter vom I Mai an auf 8000 Mart je Schicht zu erhöhen und den Stundenlohn der Arbeiter der Auf- beveitungSanlage Münster bei Lich auf 1200 Mark «b 1. Mai und 1400 Mark ab 15. Mai.

Die Rheinische Elektrizitäts-Aktien­gesellschaft soll in ihrem Baugebiet Lauter- »ach-Alsfeld vom 6. Mai an den Stunden- Mn der Monteure über 24 Jahre von bisher 1250 Mark auf 1600 Mark und die übrigen Löhne in demselben Verhältnis erhöhen, die Auslösung Der verheirateten Arbeiter von 1400 Mark je Ka­lendertag aus 1600 Mark und die der ledigen von 1050 Mark auf 1250 Mark.

Der Lauterbacher Blechwaren­fabrik gab der SchlichtungsauSfchuh auf, vvm 7. Mai an den Stundenlohn der gelernten Ar­beiter über 25 Jahre auf 1600 Mark und die übrigen Lohne entsprechend zu erhöhen.

Das Elektro-Installationsgeschäft L. Rohe tn Friedberg soll seine Arbeiter vom 15. Mai an nach dem jeweiligen Tarif der Oberhesfischen Metallindustrie entlohnen, bei Arbeiten In Dod- Dlauheim nach dem Tarif der dortigen Elettro- Insta llationsgeschäs te.

Die letzten vier Schiedssprüche erkannten die Antragsvertreter sofort an. Die Antragsgegner erhielten Erklärungsfrist.

itn, 24. Mai. Unser .Mna-bier" Hal, ach Anlaii zu sittlicher erall Dxirnt man bk emch, unb die Weber- iiziell schon ihren klein- » ierl" Zur Beruhigung- äh bie Aieberbellingn > vernünftig sinb, bi« nicht trinken zu ! W tragen bie Aiaöei nfen be-selben über- hen unb begnügen sich it ber alten Psingsisttte

edbcrg.

Kül Desiern nachmittag Strafe Jab-Aauheim- M bet in Dru heim om Sisenbahnbetn'ebS- dj'ifcibta wurde ini »eldruch dovvnirug. an Führer Fritz Ära- lenweise mit Licht unb Mi würbe, ist an einer

Höngen geblieben, bi« nbach) nach Hause fuhr. Lagen überschlugen sich bigt Arzt unb Senchk

Der Führer kam mit irenb Fritz. Drlervm mer KrmknhniS em- an feinen Verletzungen i richterMer ber >uen enzeuge war, mißt w zu-

chotten.

lai In der Dicht M , ;n ber Ziganensabnk

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Msia«- A, m -SA rli ÄftWjU St*1 6*% fr®»

Kirchliche Nachrichten.

Isr.ReltgionSgesellschaft. Sabbatfeier 26.Mai, Freitag abend 7.50, Samstag vorm. 6, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.15, Wochengottesd.. morg. 6.30, abds. 7.30. 3fr. ReligionSgemeinbe. Gottesd. i. d. Synag. (Südanl.) Samstag, 26. Mai. Dorabd. 7.45, morgens 8.30, abds. 8.35 und 9.15.

einfachen Dfebstadls erhielt er einen Monat Gefängnis

Iwei Kohlenarbei trc v>n hier haben ihrem Dienstheron eine Parrir Kohlen entwendet. Mit Rücksicht aus den oerhälviismäßi; u.ibrdrutenden Wert nahm da- Gericht keinen Diebstahl, sondern nur eine Llebertretung an, öerurLilte aber die beiden we^en Diebstahls schon vorbestraften An- geflagfen zu Geldstrafen von 30000 und von 1 0 0 0 0 Marl.

. gefährlicher, gewerbs- und gewohn­heitsmäßiger Dieb scheint ein Schreiner aus dem üc-aigebitt zu fdn, der schon eine Reibe v>n ®e* ^nanidftraien wegen Betrug-, Sachbelchädigung. Diebstahls, ^Interschlagung unb Rebler ei erlitten bot. Ihm werden fünf D ebstähle im Saargedier und ein Diebstahl in Klein-Linden zur Last gelegt. 3n allen Fällen drang er in fremde Wohnungen ein und ffc:,(, was vor ihm kam: A.rzüge. Hemd-eur, andere Wäschestücke, Schuhe, Uhren mit Ketten, Uebcrzieher. ein Fahrrad, Kl/r^rftvffe,.itel usw. Er gab nach anfänglichem Leugnen alle Diebstähle zu, bestritt nur, den einen Diebstahl wstlelS Einsteigen b2g<?rg2n zu haben. Ebenso stellte er auch in Abrede, naxf) Ausübung des Fah.rraddiebstahls den Verfolger mit einer Schuß­waffe bedroht zu haben. Das Gegenteil konnte ihm nicht ncchgeanesen werden. Wegen der sech­einfachen Diebstähle erhielt er eine Gesamt - gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Mnaten.

Turnen, Sport und Spies.

Ein Gießener StaffellaufRund nm di« An­lagen".

Am nächsten Sonntag, 27. Mai, veranstalten die der Deutschen Sportöehörde für Leichtathletik angehörenden Gießener Sportvereine, Spielvg. 1904, D. f. B. und der S. E. v. 1900, ihren diesjährigen Staf felta g in Form eines Grob-StaffellaufesRund um die Anlagen". Ferner nehmen teil: Heuchelheim, Lollar, Butzbach, Obermörlen, Niederweisel und Rockenberg. Die Deranstaltung ist gedacht als Werbeveranstaltung für den Sport im allgemeinen. Die Beteiligung der genannten Vereine ist Pflicht. Gelaufen wird mit je einer Aktiven unb Iugcndmannichaft. Die Mannschaft der Aktiven besteht aus 12 Läufern, die der Ju­gendlichen aus 15 Läufern. Mit «Start und Ziel am Stadtt hea ter geht die Veranstaltung ab 2 Uhr nachm. vor sich. Gleichzeitig hat die Behörde, um alle Vereine auf den Kampf selbst besonders hinzuweifen, für diesen Tag Srielveroot verhängt. Der Gießener Spor-tgemeinde kann der Besuch dieser für Gießen neuen Veranstaltung empfohlen werden.

Reit-, Spring« und Fahrturnier in Bad Homburg.

Ein Reit-, Spring- und Fahrturnier wird am 2 6. u n 0 2 7. Mai im Kurpark zu Hom­burg die allerbeste Klasse, Reiter und Pferde, am Siamstcmpel vereinigen. Für die 10 Konlur- renzen sind rund 300 Meldungen eingegangen. Außer den bekannten Franlfurter Ställen, wie Kotzenberg, Oppenheimer, Heil, Opel und F, u. A Wienand, kommen auS Berlin u. a. Prinz Fried­rich Sigismund von PreußeN, der Stall Hohen­lohe, Freiherr von Langen, der bei dem soeben zu Ende gegangenen Turnier zu Malmö viele erste Preise auf sich vereinigte, ferner Graf Görtz und auS Hamburg der. Stall Pulvermann. Schon diese wenigen Namen zeigen, daß guter Sport zu erwarten ist. Eine besondere Anziehungskraft für die ländliche Bevölkerung erhält das Turnier durch die Teilnahme von Landwirten aus der ganzen Wetterau an den Fahrkonkur- renzen für Ein- und Zweispänner.

Landwirlsch-ast.

DuNenauktion und Pramienmarkt in Alsfeld.

Der Laudwirtschaftskammer-Ausschuß für dir Provinz ObcrCeffei wird die erste Bullen- cu 11 i on nach dem Kriege gelegentlich des Alsfelder Prämienmarktes am M o n- tag, 4. 0 u n i, halten. Der Versteigerung geht eine Prämiierung voraus, die sich auf Pferde, Rinder, Schweine und Ziegen erstreckt. Der allge­meine Markt uni) dir Prämiierungen für alle Tiergattungeir beginnen um 9 Ahr vormittags, die D u l le n au k t i o n ist auf 12 AI f> r fest­gesetzt. Zur Versteigerung kommen 27 Fleckvieh- bullen (Simmentaler) im Alter von 10 bis 21 Mo­naten Sämtliche Tiere sind in dir Herdbücher des Landwirtschaftslammer-Ausschusses für dir Pro­vinz Ober Hessen eingetragen, haben Iungvieh- nummer und Abst ammungsnachweis. Der Als­felder Prämienmarkt wird vielen Gemeinden ttnll- kommene Gelegenheit bieten, ihren gesamten Be­darf an Fnselvieh zu d:cker, zumal auch der Kreis- Ziegenzuchtvevem Alsseld feine verkäuflichen Böcke und einige Schweinezüchter Eber im Typ des veredelten Landschwrin-es zum Verkauf bringen. (Siehe heutige Anzeige.)

machte uns nun einmal der Schöpfer, die Natur läßt ihrer nicht spotten, und das alle Gorthewort wird immer wahr bleiben. Sie wissen ja: .Dirnen lerne das Weib, nach feiner Bestimmung^."

Eoa lächelte.Als er das schrieb w.rr er viel­leicht mehr der Mann, als der Große."

Bürgermeister Anrolds lachte, aber er wurde gleich wieder ernster. ^Jch muß immer wieder mit meinen besten Beweisen kommen" sagte er, »mit der Probe auf das Exempel, daß die befreite Frau im tiefsten Grunde ihres Herzens sich doch dir Knechtschaft wünscht: Liebe, Ehe, Mutterschast. Unb daß alle ihre Berufsarbeit im Grunde doch nur ein ungenügender Ersatz ist für sie. Hetzt ist die moderne Frau wir eine Krimerin, die mit Todesverachtung losftürmt auf das feindliche Boll­werk. Da vergißt sie im Kampfrsmut und Zorn ihre weiblichen Eigenschaften. Wir wollrn's ab- warten, was werden wird, wenn sie den Sieg er­rungen hat, wie sie ihre Errungenschaften im Frieden benutzt. Jetzt kämpft sie nicht nur um Freiheit, sondern auch um Brot. Mißverstehen Sie mich' nicht, ich gör.ne der Frau alle soziale Freiheit, wie alle Freihrtt des Geistes, nur die Schranken von Moral una Sitte wird sie niemals ungestraft niederr-eißen ... Aber im Grunde sind dies alles Wohl überflüssige Ecörteruagrn denn sicherlich sind Sie darin mit mir derselbe., Mei­nung. Und was die Freiheit vom Manne angeht, so wird sich diese immer von Fall zu Fall ent­scheiden. Kein Gesetz wird sie ordnen können, keine Gewährung... Uebrigerrs, sagten Sir nicht, daß Sie die Verfasserin fennen?"

Eva bejahte und erzählte. Arnolds hörtr auf­merksam zu. Er war sehr ernst geworden.

Unb solche Bücher gehen dann In die Welt

Vermischtes.

Eine Räuberbande »nschädlich gemacht.

Eschweiter, 24. Mai. (WTB.)Der hiesigen Polizei ist e- gelungen, eine gefährliche fünf- köPfige Räuberbande unschädlich zu machen. ES handelt sich um junge Leute von 21 bis 24 Jahren aus dem benachbarten Würselen: drei davon sind Brüder. Die Bande drang in der Uniform belgischer Offiziere und Soldaten mit Armeelarubinern In abg legene Gehöfte und zwang die Dewopner zur Herausgabe von Geld und Gut. Zahlreiche er jenen wurden dabei durch Schüsse verletzt. Im ganzen hat die Bande 27 Raub­überfälle auSgeführt. die den Banditen an Geld und Wertsachen 103 Millionen einbrachten. Ein großer Koffer mit werwollem Inhalt wurde in einem Versteck noch vorgefunden.

Büchertisch.

Von der Eröffnung der Gotenburger Aus­stellung bringt die soeben erschienene Nummer 4100 der Leipziger ..Illustrierten Zei­tung" (I. I. Weber) sehr intereffante Auf­nahmen. Aus dem überaus reichen Inhalt dieser Nummer verdienen besondere Erwähnung ein garlzseitiger VierfarbendruckPause im Deutsch- Russischen Theater ,Der Blaue Vogel' tn Berlin" nach einer farbigen Zeichnung von Lutz Ehren­berger, Reproduktionen entzückender SchSpsangea des frühverstorbenen Graphikers Dietrich Wilhelm Alberts, mal.rische Abbildungen aus dem Spree- wald sowie ein ganzseitiges Stimmungsbild Abend im Gebirge^' nach einem Gemälde von Willi Tiedjen. Hainz Alfred v. Dyerns Skizze Die Einwanderer" wird für Iagdliebhaber von besonderem Interesse sein. In dem mit präch­tigen Bildern versehenen Artikel ..Muezzin und Minarett" führt un8 Max Nentwich in die Welt des ISlams. Außer dem Gesagten finden die Tagesereignisse gebührende Berücksichtigung.

Dr. Käthe Schirmacher gibt in ihrem außerordenttich interessanten WerkeDie Ge­knechteten" (Diun icn-Verlag Karl Winckler. Berlin SW 11, Dernvurger Straße 24) tn lücken­loser Materialsammlung ein erschütterndes Bild dessen, was Deutschland an Land unb Leuten ver­loren hat. Es sind hier zum ersten Male alle geraubten und bedrohten Gebiete besprochen, alle erreichbaren Za len gegeben, alle tn Betracht kommende Literatur bearbeitet, alle nöligen Hilfs­mittel vereinigt, die man sonst bisher nur ver­streut findet, Karren. Rechtsverwahrung, Schuh- unb Kulturvereine, Minderheitenschutz Dieses Tuch redet gerade in der heutigen Zeit eine zwingende Sprache. Doch hinter der sachlichen Kühle der Statistiken und Karten lodert das leidenschaftliche deutsche Herz, desse:'. heiliger Zorn über die uns angetane Schmach sich zum unbeug­samen Wollen steigert. So wird das Buch zum auf rüttelnden Weckruf an alle Deutschen, auf daß reichsdeutsche Irredenta den Weg zur Erlösung finde.

Der Abenteurer in Purpur. Roman von Hans Roselieb. (Verlag Joses Kösel & Friedrich Pustet, Verlagsabteilung Kempten.) Aus dem heiteren Hintergrund des spielerischen Rokoko mit seinem Glücksrittertum entwickelt sich das märchenhafie Schicksal deS west­fälischen Barons Theodor von Neuhofs. Er. der flüchtige, des Mordes schuldige Bettler, glaubt sich berufen, die Korsen aus der Knechtschaft der genuesischen Krämerrepublik zu befreien unb als ihr K^nig einen modernen Staat zu schaffen. Die Ereignisse sind mit ber düsteren Gewalt amkeit des korsischen Gebirges geschildert, mit ber Farben- inbrunft korsischer Landschaft und den herbfüßen Reizen ihrer Winkel. Ein kühner Versuch ist hier uitternommen, geschichtlich: Vergangenheit aus ber Natur ber Menschen und ihrer Landschaft zur Gegenwart zu gestalten. Das Buch fesselt in hohem Maße und verdient die beste Empfehlung.

Handel.

Berlin, 24. Moi.' Börsen st tmmungS- bild. Mäßige Abgaben betoiinten Im Devisen- hcmdel am Vormittag zunächst ein weiteres Nach­lassen der Kurse. Dle Bewegung schlug aber so­fort inS Gegenteil um, als sich ein lieberii>iegen ber Nachfrage herausstellte. Nachdem ber Dollar bis ziemlich auf 52 000 gewichen war, zog er in ummterbrochener Steigerung bis zur amllichm Feststellung auf 55 000 an. Dieser Stand, dem sich die übrigen ausländischen Zahlungsmittel an- paßten, konnte sich auch später behaupten bei Neigung zu weiterer Auswärtsbewegung. Für Ef­fekten yerrschte im allgemeinen eine feste Stim­mung, ohne daß sich jedoch besondere älnterneh- milngslust hervvrwagte. Offenbar veranlaßt das Schwanken der Devisenkurse zur Vorsicht.

F r a n k f u r t a. M., 24. Mai. Börsen- stimmungsbild. Die Geschäf. Stätigkeit am Devisen» unb Notenrnarkt war in den ersten

TtDrgenfhmben wesentlich ruysqer als tn letz­ter Zeit. Dollarnoten ermäßigten ihren Preis; Sie wurden mit 53 600 bis 54 000 gehandelt unb stellten sich bei Begitm des amtlichen Ver­kehrs auf 54 775. Qm Effekten verkehr war das Geschäft bei großer Zurückhaltung Luhersr still. Die Kurse fielen teilweise einer Abschwächung anheim, hervorgerufen durch Befürchtungen hinsichtlich einer neuen Versteifung des Geld­marktes. Im Verkehr von Bureau zu Bureau war die AmsatztLliqkeit ebenfalls recht beschei­den. Nachfrage bestand nur nach vereinzelten Spezialwerten. Begehrt waren Taunus-Ma­schinenfabrik, Elberfelder Kupfer, Baldur PianofoNefabrik: letztere wurde mit 24 000 erstmals offiziell notiert; es herrschte für diese Aktie auch heute wieder reger Begehr, fpater trat «in Umschwung ein. Mäßig erholt zeig­ten sich Zolltürken, Bagdad, Leere Budapester Stadtanleihe. Api, sehr gesucht, 53 500. Man hörte ferner noch Daimler auf spekulative Käufe 30 500. A. C.G. 65 000, Benz, leb­haft, 64 000, Metz Söhne 28 000. Inag, heute letzte Notiz im Freiverkehr, mit 22 500, vom 25. Mai ab gelangen diese Kurse zur amtlichen Notierung. Drown Boweri 19 000, Emelka 16000, Grvwag 2100. Der Schluß gestaltete sich auf Deckungskäufe fest.

Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.)

Dalum

23. Mai

24. Mal

ShntL Rollern.

Amtl.

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Nntw.'Drülfet

3142.10

3157,90

3157,10

3172,90

t-ollnnb...

216! >-5.00

21804.40

21695,60

21804.40

Vonbon .....

256 <57

25764-2 256606.85 25789115

Baris.....

36S5.75

3704.25

3680.75

369825

Echweih. . .

9925.10

9971.90

9910,15

995885

Spanien . .

8359,05

8400,95

837M,-

8421.

Italien.....

2618,45

2631.55

2618,35

2<)61.53

ViHnbon-Opotta

10075,15

_*

1027)856

Dänemark. . .

10024.85

10199,45

Siormeaen. .

8840 35

14463.75

8864,65

8778-

8822.-

Schweden . .

14516,25

14'113,35

146X6,85

LetfinaforS. .

1496.25

1503.75

1611,20

1.1880

9t cut) ort.....

54737-80

55012,20

55211.60

5.54x84-'

Deiufch-Oesterr.

77.305

77.695

77,öS

7.807

Budapest. . .

10.10, -

10.15,

9,72.5

9,775

Braa.....

1651,85

1660,15

16-15.85

1654,1.5

Aaram . .

423,95

426.05

Banknote».

Frankfurt a.M.

. 24. Mai.

Rriei

Aett»

6duveiAer Roten

9950

9850

lvranzüsifche Noten . . .

3660.

3620.

Tnniiche 9tolen .

lUlOu-

109J0 -

Schtvedische Noten.....

14570 -

14WI-

holländische Noten.....

21G01

21400

Deiitsclr-^eiierreich \ 100 Kronen

77 50

77

Amerikanische Noten . . .

55625 -

55125

(fnnliiebe Noten.

. . . 2552:7).- !

252750

Italienische Noten.....

2638

2613

Belgische Noten

3140

3110.-

Unnmifdic Noten

800.

7.7h

Tschechoslowakische Noten

1815

1635.-

9tvriveatsche Noten ....

8750

PJiöO

Numänische Noten.....

318-

314-

Svaulsche Noten

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Di« Truppe» hn Saargebiet.

Genf, 24. Mai. (WTD.) Der Vorsit­zende der Regierungskommission für das Saargebiet hat dem Völlerbundssekre- tariat mitgeteilt, daß alle Truppen, welche während des Dergarbeiterstreiks zur Unter* stützung der im Saargebiet stehenden Truppen herangezogen wurden, nach Beendigung des Ausstandes in ihre Garnisonen transportiert worden sind und daß die Zurückoeförderung heute durchgeführt ist. f

Frankreich unb Belgien.

PariS, 24. Mai. (WTB.) Nach einer HavaSmeldung aus Brüssel meldet dieDer- niete Heure", in belgischen politischen Kreisen nehme man an, daß Frankreich und Be I- g t e n den Alliierten ihre Forderungen in einer gemeinsamen Note mitteilen würden. Die Einführung der Sommerzeit in Frankreichs

Paris, 24. Mai. fWTD.) Nach dem Oeuvre" wird die gestern vvm Senat an­genommene S o m m e r z e i t in der Nacht vom kommenden Samstag zum Sonntag eingeführt.

f IX Hornhaet. Schwiel-n ** und Warne beseitigt schneit, sicher, schmerz- und cefahrfos kllbi rnl ,nvielen Millionen Fällen glänzend l\UI\ll Ui bewährt. In Apoth.u.Dr< g.erhlltl. i Brennen, Fußschweiß n. Wundlaufe KukiroU d. Drogerie G. Wallenfels, Markt 2). |<*3A

hinaus, in bie Provinz, kommen in die Hände un­serer Frauen und Töchter, die es nicht verstehen, das Echte vom älnechten, das Falsche vom Wahren zu sondern. Die ihr kleines ilnbcfriebtgtfetn dann on dem Maßstab dieses Buches messen. Glauben Sie mir, man möchte mit Feuer und Schwert dreinftchren. wenn man ernstlich darüber nach­denkt, welches Unheil ein einziges dieser Erzeug­nis!« anrichlet. Nicht indem es feine Ideen schon verpflanzt. Gott sei Dank, soweit sind wir noch nicht - aber doch indem es den Boden dafür vor­bereitet bei unseren Frauen und Töchtern, denen diese Phrasen das gesunde Urteil trüben, die Ain» befangenheit rauben, ihnen Illusionen geben, de­ren Erfüllung ihr Unheil wäre."

Evas Solidaritätsgefühl empörte stch.OHfo Öie bestreiten der Frau das Recht auf Freiheit," sagte sie kühl.

Arnolds hatte zuletzt sehr lebhaft gesprochen. Jetzt wurde er ruhiger. .Nicht der Frau! Dem Menschen, Mann und Frau. Nicht das Recht auf Fre.leit. sondern das Recht auf Llngebundenheit, auf Pflichtenlvsigkeit. Ist dies Recht auf Freiheit nicht nur bas Aushängeschild dafür? Dies Buch ist doch nicht der Schrei einer Gefesselten nach Freihett, eA ist doch nur ein Hymnus auf Pflichten- lostgkeir, auf Sittenlosigkeit."

»Ist das nicht gar zu fdjeoff? sagte Eva un­sicher.

»Zu schroff?" Seine feste Hand strich hastig über den Bort, feine Augen bohrten sich forschend in bie ihrigen. Es fiel Eva auf, wie stahlfarben sie waren, wie unerbittllch. »Das sagen Sie, gnädige Frau? Eie könnten darüber einen Augenblick ttn unklaren sein?"

»Ehrlich gesagt, nein! Aber man kann doch

da nicht aus persönlicher Empfindung urteilen. Ich bin keine revolutionäre Natur. Aber ich habe auch niemals Kette-n getragen, oder sie kaum ge­spürt. Ich kann nicht urteilen."

«Wohl Ihnen," sagte er ernstAber ich traue Ihnen zu, daß Sie auch dann sich selbrr treu ge­blieben wären. Es gibt Ketten, die man tragen muß, wenn man das bleiben will. Um bzffen*- toiÜen, on den sie fesseln, um seiner selbst willen, ttnd darum verachte ich am meisten die modernen Kettensprenger und die neuen Propheten, weil sie nicht aus Kraft handeln, sondern aus Feigheit. Well fte nicht trogen und leiden wollen w'll sie schlaffe Weichlinge sind, die mit hohen Worten Niedriges nennen. Weil sie kein Mart haben und keinen Kern. Frei kann der Mensch sein in Ketten aber fte find in ihrer falschen Freiheit nichts als Sklaven ihrer selbst."

Er sprang aut und reckte seinen mächtigen Körper. ,Was wissen diese Weichlinge vom Kampfe mit sich selber und vom Hebern;ioben ? Auf jeder Seite dieses Buches lese ich vom ileber- wrnden. Aber das gilt immer nur dem ileber- tomben des anderen, dem Kampfe mit den anderen. Dem Kampf der Frau mit dem Manne und ihrem Sieg. Aber wir brauchen doch keinen Kampf, der sich ewig erneuert, dem nie ein fruchtbarer Friede folgen kann. Wir müssen uns dulden, solange wir unvollkommene Menschen sind. Das ist schwerer, ja schwerer als der Kampf. Unb wie kann über­haupt ein Mann mit einer Frau kämpfen? Das Spiel ist ungleich, gor zu ungleich."

Er war wieder aufgesptnngen und ging nun langsam auf und ab. Dann nxmbte er sich plötz­lich um unb stand dicht vor ihr.

(Fortsetzung folgt)