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Samstag, 24. Zebruar 1925

175. Jahrgang

Erster Blatt

Wenn diese Bemerkuw

bann würde am

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en Kaufleute

lerrz kerne Abhilfe erfolgt.

Uschlag.

3. März 1923

'Mission vom nachträglichen

AuSschliW i Brimingen

»'Beendigung iehung hesii- ilunz für $r- 129. Januar gungs-Teleli-

Die Reichstreue der Postbeamten.

Berlin, 23. Febr. (Wolff.) Der Reichs p o st m i n i st e r veröffentlicht im Aachrichtenblatt des Reichsposlmmisteriurns folgenden Erlaß.

In dem schweren Abwehriampf, den Bolk und Regierung nunmehr schon seit länger als einem Monat gegen die Vertrags- und völkeriechrswidri gen Lleberg'iffe der Desahungsorgane in Lei Em- bruchSgebieten wie tm altbesehten Gebiet führen, stehen die Angehörigen der Reichspost- und Tele­graphenverwaltung mit in der ersten Reihe und haben in vorbildlicher Werse die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Durchzähen Widerstand ist es ihnen bisher gelungen, die ferndlichen rechts- widrrgen Zumutungen und Absichten u n w i r t - sa m zu machen und einen, wenn auch eingeschrärisi ten Verkehr für die Bevölkerung aus­rechtzuerhalten. Kerne Versprechungen oder Drohungen der Fttnd-e, kerne Leiden und Entbeh­rungen und selbst nicht die Rücksicht auf Leben und Gesundheit oder der drohende Verlust der Heimat für sich und ihre Familie haben diesen Widerstand zu erschüttern vermocht. Bei der zunehmenden Zahl derjerrigen, die ihre treue Pflichterfüllung mit schwerem Leid besiegeln müssen, ist es mir nicht mehr möglich, ihnen wie bisher in jedem Falle den Dank und die Anerkennung dec Vc waltung auszusprechen; ihre Hamen sollen aber zum Zeichen meines Dankes und als Ehrung ihrer Pflichttreu« als Vorbild für alle Angehörigen der Reichspost- und Telegraphenverwaltung nach den hier eingehenden Meldungen im Rachrich anblatt des Reichspostministeriums fortlaufend be­kanntgegeben werden.

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6 Appen- ) Gemarkung

eilt. Die Ge­lingen Gichels- >em Deobach-

Verfassung in die Hände geben! Wie hoff­nungslos dieser Mann unter feinen eigenen Vorurteilen verschüttet ist, beweist besonders dieser Satz, den er niederschrieb:Das schwerste Hindernis aber für eine Verständigung Deutschlands mit Amerika liegt nach tote vor darin, daß auch das neue Deutschland immer noch nicht nachdrücklich genug die Verantwortung für die kaiserliche Politik von sich abschüttelt." ilr. v wundert es nur, das) Herr Dr. Sttecker nicht auch besonders der jetzt die Lage beherrschenden grinsenden RützlichkeitS- politik des offiziellen England einige damp­fende Fletschfetzen Altdeutschlands zwischen die bleckenden Zähne schiebt!

Die Massen unseres Volkes haben heute doch wohl etwas anderes zu fühlen und zu denken! Die Wirklichkeiten am Rhein und an der Ruhr sind doch nicht umzuträumen! ES sind doch französische Gewehrkolben, die auf menschliche Köpfe niedersausen, es ist doch der welsche Erbfeind, der die Rheinlande brandschatzt und den Segen friedlicher Arbeit geißelt und vernichtet. Der Gegner will Geld und Besitz was fragt er nach unserer Staatsverfassung! Za, solche Zwiettachtssaat, tote toir sie in den Ausstreuungen Streckers erblicken müssen, r;*. >- auch aus Pvincares und Millerands Händen. Roch von dem verstümmelten und geschundenen Deutschland fühlen die französischen Staats­männer ihre nationale Sicherheit bedroht. Herr Miller and hat in seiner gestern ge­meldeten Rede die Wahrheit und die Tat­sachen gleichsam mit der Reitpeitsche geschla­gen. Die Vorgänge an der Ruhr hätten den Augen der Welt die Hintergedanken verraten, die Deutschland hege! Er wird mit solchen Dreistigkeiten an der Meinung der Welt nicht viel ändern. EttoaS anderes aber sollten sich alle deutschen Parteien gründlich merken, nämlich das, was er über die französische Be­harrlichkeit sagte:

.Das eng vereinte Frankreich wird bn Frie­den standhalten, wie es im Kriege ohne Wanken durchgehallen hat. Kein Volk in der Welt hat einen gröberen Beweis von moralischer Gesund­heit und innerem Gleichgewicht gegeben als das französische."

Mit so gepanzerter Ruhmredigkeit legt es der Franzose darauf an, die gequälten Deutschen in ihrem Widerstand zu entmutigen. Aber die großen Worte klingen hohl. WaS ist moralische Gesundheit"? Mit Moral hat, tote wohl auch sehr viele Franzosen wissen, die Praxis im Ruhrgebiet verflucht wenig zu tun. Und sollten darum die Garantien für inne­res Gleichgewicht nicht eher auf der deutschen Seite zu finden sein? Müssen jene deutschen Politiker, die nach Vischers grim­migem Wort alsZerser und Zänker um einen Spahn" ihr Deutschtum kennzeichnen, bei Millerands Sätzen nicht ein wenig schamrot werden? Auch die Franzosen sind in ihren politischen Meinungen nicht über einen Kamm geschoren. Jedoch, sie verlieren nicht leicht das innere, das nationale, Gleichgewicht. Ihr Pa- ttiotismus ist, wie die neueste Zeitgeschichte immer deutlicher zeigt, von einer unedlen, be­rauschten, höchst rücksichtslosen Art, während der Deutsche in feinen außenpolitischen Über­legungen nach Klopstok oftallzu gerecht" vorgeht. Die klare Fragestellung ist heute die, ob toir unter die ausgesprochene, unser Land auSpotoernde Vorherrschaft Frankreichs gehen wollen. Da muß sich'S zeigen, daß der Germane wohl beträchtliche politische Fehler, aber kei­nen Sklavensinn besitzt.

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lich belaufen habe.

Das .Echo de Paris" glaubt hinzufugen zu können, daß di« erzielten Abmachungen sich auf den Verkehr auf einer der drei längs des Rheins laufenden Strecken beziehe, wahrscheinlich auf die­jenige, die Köln umgehe and nicht über den Kölner Hauptbahnhvf führe.

London, 23. Febr. (WTB.) Reuter be­richtet aus Köln: Eine Abordnung der in Köln ansässigen Abteilung der britischen Han­delskammer in Deutschland hat sich nach Koblenz begeben, um bei dem Oberkommissar für die Rheinland« gegen die unbesriedi»

dieBürgen eises.

ott ortsüblich

Neue Gewalttaten der Franzosen.

Essen, 23. Febr. (WTB) Heute nachmitiag wurde das Dareau derDeutschen Volk Partei von einem französischen Kommando, da 's aus 16 Militär- und zwei Zivilpersonen bestand, besetzt. Die anwesenden sieben Personen' wurden verhaftet und in einem Lastauto weg- gebracht.

Herne, 23. Febr. (WTB.) Heute mittag gegen 2 Uhr wurde das Rathaus m i l i t c. risch beseht. Die Beamten haben sich ge­weigert, französische Befehle auszuführen.

Massenvcrhaftungen in Bochum.

Bochum, 23. Febr. (WTB.) Heute abend 6 Uhr wurde von den Franzosen unter Aus wen- düng von 10 Tanks und zwei Lastkraftwagen bi? Stadtverordnetenversammlung fr. Bochum aufgehoben. Fe st genommen wurden der Oberbürgermeister, vier be­soldete Stadlrate und 18 6 t a b t o er­erb n « t. Bei ben Stadtverordneten handelt es sich mir um solche, die nicht Vertreter der Arbeit- nehtner sind. Ein Offizier trat an jeden der an­wesenden Herren mit der Anfrage heran, ob sie sich verpflichteten, alles das zu liefern, was die Franzosen durch Requisitionen nicht erreichen fönnten. Die Gewerkschaften beraten augenblicklich über einen etwaigen General streik, der am 24. Februar mittags beginnen soll.

Berlin, 24. Febr. Zu dem französischen Vorgehen in Bochum berichten die Blätter, daß in den Straßen gegen 600 Personen verhas t e t wurden. Die beiden noch erscheinen­den Zeitungen, das sozialdemokratisch'? Organ uub das Zentrumsblatt, wurden unter schärfste Kon- trolle gestellt. 15 Fortbildungsschüler. die verhaftet worden roaren, wurden stündlich mit der Reitpeitsche geschlagen.

Zurückziehung der Kolonialtruppen aus dem Ruhrgebiet?

Essen, 23. Febr. (WB.) Die Kolonial truppenin Velbert und Kupferdreh sind wieder abtransportiert toorben.

Ein weiteres Kriegsgericht-Urteil.

Berlin, 24. Febr. Rach demD. T.' ist der Pvstinspektvr T u b e s i n g in Hattinger zu 6 Monaten Gefängnis und 500 000 Mark Geldstrafe verurteilt.

Aus dem polizeilosen Essen meldet dieVoss. Ztg.", daß durch das Fehlen jedes polizeilichen Schutzes die öffentliche Sicherheit der Stadt gefährdet und das Treiben verbrecherischer Elemente erleich­tert wurde. 3n einzelnen Fällen wurden durch das Eingreifen der städtischen Feuerwehr grö­ßere Gewaltakte verhindert.

Sweelfme »«« Hwjdqen für tue Tagesnummer bis jnm 1tad)mutag vorher ohnejede 'Berbinblid)keil Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 27mmSreiic örtlich 50 Mk., auswärts 70 Mb., für «ekl ame = Anzeigen von 70 mm Breite 240 Mh.Bei 'Platz- Vorschrift 20'/, Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für 'Politik: Aug. Goetz: ftlr den übrigen Teil: Ernst Blumlchein: für den Anzeigenteil: Hans Bedt, sämtlich in Bietzen

1922 s-ä ^el der A^sene, Ersah- OnflWnen : der des r Drei- noch

Aus Offenburg.

Karlsruhe, 24. Febr. (WTB) Aus Of­fenburg wirb gemeldet: Gestern mittag wurde von ben Franzosen der Getrbcrrmeriewachtmeister K e i v e r verhaftet und ins Amtsgettchtsgcfäng- nis geführt. Im AmtZgerichtsgefängnis beschlag- nahmten die Franzosen vor einigen Ta^en g. waltsam eine Zelle, womit bi« bekannte Auswtt fung des Amtsrichters Heuß zusammen hängt.

EineTcll"-Aufktihrnng im Freiburger Stadtthcater.

F r e i b u r g L Dr., 24. Febr. (WTB.) Die Teil"-Aufführung im Stadt'.Hea­ter bot gestern der Bevölkerung Freiburgs Gelegenheit, ihrer Stimmung gegenüber bem französischen Einbruch in das Gebiet von Of­fenburg und Appenweier machwollen Aus­druck zu geben. Das vollbesetzte Haus sang am Schluß das Deutschlandlied und beendete da­mit, daß auch die Bevölkerung des ständig be* drohten Gebietes fest und treu zum Reich hält.

Un.u , 3 Vän

Eine Rede des französischen Senalsvorfltzenden.

Paris, 23. Febr. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Senats führte sich der neugewählte Vorsitzende, Senator Doumergue, mit einer Rede ein, in der er in außenpolitischer Hinsicht erklärte, Frankreich hatte bis in die letzte Zeit hinein, um sein« friedlichen Empfindungen zu be­weisen und um Deutschland nach Möglichkeit zur Erfüllung des Vertrages von Versailles zu ver­anlassen, nureinePolitikbesEntgegen- kornmens un b der Geduld gezeigt. Kürzlich habe es bann bemerkt, bah diese Politik ihm selbst zum Schaden gSreiche. Da habe es sie durch eine andere, energischere, ersehen müssen. Wenn diese Politik wirksam sein solle, bedürfe sie der energischen Unterstützung. Es handle sich um die Verteidigung der französischen Lebensinteressen und des fra.izösischen Rechts. Dieses im Friedensverttag verkündete Recht sei deutlich gekennzeichnet und müsse dem Aufbau der immer noch verwüsteten und mit Ruinen bedeckten Rord- und Ostdepartements Frankreichs dienern Wäre es denkbar, daß Deutschland heute nicht mehr die einzige Ration ist, die däsRecht Frankreichs mit Füßen tre­ten nachte, und daß der geheiligte Charakter dieses Rechts von einigen der Freunde Frankreichs verkannt würde, die während des Krieges an feiner Seite gekämpft und gelitten haben, um der an Belgien und Frankreich von Deutschland ver­gewaltigten Gerechtigkeit den Sieg zu sichern und

Die englisch-französischen Verhandlungen über die Kölner Jone.

Paris, 23. Febr. (Wolsi.) Havas be­richtet aus London, über die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen General Godley und General Pahvtin Köln sei nichts mitgeteilt wor­den, ebensowenig über die diesbezüglichen end­gültigen Absichten der englischen und der franzö­sischen Regierung. Indessen gaben die in London eingetrvffenen Rachrichten Grund zu der An- nabme, daß die Bemühungen der unmittelbar an der Frage interessierten Mächte zu einer Ql n näherun"g zwischen der französischen Forde­rung und dem englischen Vorschlag geführt hätten. Havas gibt jedoch diese Information nur unter Vorbehalt wieder Cs werde hinzugefügt, daß die Qkibanbtur.gen ziemlich weit fortgeschritten seien und daß man sogar daran denke, in die endgül­tigen Abmachungen zwischen bet Pariser unb der Londoner Regierung erst feste Garantien für Frankreich mit aufzunehmen. Eine ber Bestimmungen dieser Abmachungen solle z. B. vorsehen, daß, falls deutsche militärische K r ä f t e die Sicherheit der französ.schen Truppen im Ruhrgebiet in Gefahr brächten sei es nun dadurch, daß sie sie von ihren Verbindungslinien abschnitten, sei es durch einen offenen Angriff die Benutzung der Kölner Eisenbahnstrecken durch die Franzosen eine weitere Ausdehnung erfahren könnte. Mit einem Wort: die englische Regie­rung würde der fraiyösischen Qtegierung größere Erleichterungen gewähren, die ber Lag« ent­sprechen würben, wenn gewiffe Besorgnisse sich verwirklichen sollten. Dis jetzt habe man noch keine Angaben über bie Zahl ber französischen Züge, bie über Köln geleitet werden könnten and ebenfetoenig über die Einzelheiten des franzö­sischen Verkehrs auf diesen Strecken. Man er­innere nur daran, bah vor der Besetzung des Ruhrgebiets die Zahl der Züge sich auf 42 wöchent-

bi« Freiheit ber Zivilisation ber Welt zu retten, über bie der deutsche Angriff tödliche Gefahren heraufbeschworen habe? Daran wolle man in Frankreich nicht glauben unb man zähle darauf, daß bie Erinnerung an bie gemeinsam überstan­den«, noch frische Rot unb die Stimme des Ge­wissens die materiellen Interessen zum Schweigen bringen unb daß die edelmütigen Qlationen auch denen den rechten Weg weisen werden, die aus ber Suche nach ihm unsicher werden könnten. Gäbe es eine größer« älngerechtigkeit, als wenn Frankreich auch der Reparationen beraubt würde, bie ihm feierlichst versprochen worden seien unb auf bie es nicht verzichten könne?

DieTimes" über die wahren Pläne Frankreichs.

London, 23. Febr. (WTB.) Der Bericht- er fiat ter derTime s" schreibt, das wichtigste Ergebnis ber französisch - belgischen Konferenz sei bie teilweise Enthüllung des wahrscheinlichen Verfahrens Frankreichs zu der Zeit, wo ber beutsche Widerstanb endgültig niebergebrvchen fein werde. Durch einen voll­kommen logischen Prozeß werde es klar, daß die Ruhroperationen, bie, wie Frankreich behaupte,

Dr. Förster, herbe abkanzeln, weil seine fOtirnalistischeu Ergüsse, womit er den Repa- Mionsgelüsten der Franzosen Genugtuung zu­teil werden lieh, gar zu schmachvoll der beut» fejen Sache in den Rücken fielen. Richt we­niger Kopfschütteln erregt die Lebensarbeit eines anderen pazifistischen Einspänners, un» (eres Landsmannes Dr. Reinhard Strecker, o-rr gegenwärtig in Amerika weilt und den dortigen Deutschen neue Bußpredigten halten möchte. Er schreibt imVorwärts" über Amerikanische Stimmungen und isst über den dort herrschenden Geht, über die Folgerungen, die dort allenthalben aus^dem Schicksal Deutschlands gezogen werden, höchst unzufrieden. Mangelnde Anerkennung der iLpublikanischen Verfassung Hand in HanD famtt wohl auch ungenügender Ruhm der eigenen Ministertätigkejt veranlassen ihn, üier denalten Manchester-Liberalismus zu Felde zu ziehen. Er kann deshalb, wie er schreibt,den offiziellen Vertretern der neuen deutschen Republik im Auslände hie schwersten Vorwürfe nicht ersparen . Zedent Deutschamerikaner müßte man nach seiner Ansicht einen Qlbdruck unserer neuen.

für bie Rheinland« gegen bie gen be Lage der oritis ch infolge ber Ruhrbesehung zu protestieren. Di« wichtigsten Fragen, auf bie hingewiesen würbe, be­trafen bie Em- unb Ausfuhrbewilligrügen unb bie Rechte ber Engländer. Sie sind der Ansicht, daß sie Anspruch auf dieselbe Behandlung wie die Franzosen unb Belgier erheben können, statt mit ben Deutschen auf gleichem Fuße behandett werden. Wie verlautet, werden Schritte bei ber britischen Regierung unternommen, wenn in Kob-

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kraft bes Versailler Vertrages unternommen wor­ben seien, ben Beginn von Derhanblungen be­deuten könnten, bie zu einem neuen Verfahren führen könnten. Dieses neue Verfahren würde bie Schäden des alten Vertrages revidieren.

emerfungen gerechtfertigt seien, ______________Schluß der augenblicklichen Ope­ration zwischen Frankreich unb Deutschland mit Belgien unb wahrscheinlich auch mit Italien als Mitunterzeichner das diplomatische Instrument abgeschlossen werden, durch bas Frankreich bas erhielte, was ihm in früheren Verträgen vorenthal­ten worben sei (also bie Einverleibung ber Rheinlande). Der Berichterstatter erklärt, ob­gleich eine solche Möglichkeit von Anfang an ziemlich deutlich gewesen sei, würde er als aus­wärtiger Beobachter nicht gewagt haben, eine solche vitale Tatsache bezüglich ber französischen Politik mitzuteilen, wenn nicht der Besuch des belgischen Premierministers Aeuherungen in der französischen Press« auSgelvst hätte, die diese Ansicht unterstützten. Der Korrespondent findet em« Bestätigung seiner Ansicht vor allem in dem gestrigen Artikel von Pertinax imEcho be Pa­tts", dem er bie größte Bedeutung beimißt.

Wochenrückblick.

Die Verrückten im Reiche sollen zahlreich M, die Unbesonnenen, die in blinder Leiden- I; fxxft zu gewaltsamer Auflehnung gegen den sl^ind auffordern? Der ReichSwehrminister | i gte es im Re ichstag und wollte damit 'l en Llebertreibungen der Kommunisten begeg­nen, die schon eine heimliche Mobilmachung jüttern und die Steckenpferde ihrer Opposition «gegen tummeln möchten. Wir haben von der mgeblich so verbreiteten Verrücktheit glück- ' iccherweise wenig oder nichts wahrgenommen, mb sahen In unserem Umkreise 'nur aleichblei- st itde Trauer und Scham ob der Knechtung ira(erer Landsleute an Rhein und Ruhr. Daß inle Fäuste sich ballen, mancher Fluch nur h«lb unterdrückt wird, das ist natürlich und ve rständllch, wie es auch nicht mißverständlich ist, wenn einige Abgeordnete im Reichstag zur kilvähnung angeblicher Mobilisierung ihr .hoffentlich!" hervorstießen. Mobilisieren wir

ii nationalen Abwehrwillen! Bleiben wir |e(t und unerschütterlich im Glauben und buffen auf den endlichen Sieg in diesem Wirt- !tzvaftskrieg! Lassen wir auch immerhin, wie !S der Großadmiral v. T i r p i tz in derDeut- Wen Allgemeinen Zeitung" will, den Haß c gen die Franzosen bis zur Weißglut wach- .-m, denn Ungeheures geschieht ja dort im ge- g achteten Gebiet, Taten, die sich nie vergeben A llmb vergessen! Wie man sich auch die Ab- !ltr«hnung denken mag: eigentlich müßte in die- ijhs Zeit jede Kundgebung irgendeiner deut- wen Gemeinschaft mit der gleichen Formel Meßen, die am Schlüsse der zahlreichen Pro-

unserer Regierung steht: man behält sich tor, volle Genugtuung zu verlangen.

Der volle Ernst unserer Lage ist noch nicht |it alle Gemüter eingedrungen. Die Hoch- joennung des nationalen Willens erstreckt sich ioitf gewisse Element« unseres Dolkskörpers rixf) gar wenig. Das ist eine ganz andere, st^eSwegS kttegerische, Gefahr, tn der wir Wveben. Solange man noch leichtfertige oder ivole Gesänge jugendlicher Kneipanten in e t vollen Oefsentlichkeit, schwankende Gestal- : | um schon vor der frühen Polizeiswnde wahr- rinrmt, solange die Programme unserer Sweater und KinoS noch die schlüpfrigen Der» 9xtiitgungen geschmackloser Genußmenschen be- lwrzugen hat die nationale Glocke noch nicht sttvölf geschlagen. Die PassionSzeit Deutsch- I^ds drängt viel Armseligkeit an die Ober- stoche. Wir möchten gewiß nicht die Allein- irrrschaft der Trübsal und Leidensmiene. 3m '-genteil, ein herzhafter Spaß tut auch jetzt I ?u veilen eine ganz gute Wirkung, und dem }] ?fm)hsein der Menschen sollen keine Ketten an« A st-lett sei-t. 211 in tec ilbemächtige Strom ma­il iemellen Begehrens und AuS.tutzens der Röte le ißt die gesunden Triebe brutal hinweg. Die «Misten nehmen sich nichts mehr übel, und fin- > ben sich auf den stillen Wegen echter Muse lumb Erhebung gar nicht mehr zurecht. ES ist Majim zu verwundern, daß die Sttaßen ver- 8 buinfeln, da man die Lichter der Geistigkeit, !>CS künstlerischen und wissenschaftlichen Eifers, v nu6 Sparsamkeit und in dem Wahn, daß sie bl Luxus seien, mehr und mehr abblendet oder verlöschen läßt. Rur die groben Bedürf- : nülse läßt man gelten. Die sonnige Heiterkeit besserer Tage kann da nicht gedeihen. Wir löennen diesen seligen Schein aber kaum ent­behren, der uns das Leid verschönte und er- i tt äglicher machte, wenn unter ihm ein trösten- dsS Mitfühlen, ein verbindender heiliger Wille heu Tisch bereitete im Angesicht unserer 5 tinbe . . .

Herrscht keine Kriegshetze unter uns, so ii»cht es fieilich auf den Beeten des Pazi­fismus öde und greulich aus. Muhte doch selbst dieFrankfurter Zeitung" jüngst ihren alten Liebling, den Pazifistenführer Professor

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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1 Ittscheinl ISglich, cufjcr S »hu. wnb 3-eitrtegs, int berSametagsbeüage: »etzenerFamilienbiätter lfi»natlid}t Be juatpreife:

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poftfd}edtento:

jHtuflart a. M. 11688.