m. KO Zweiter Blatt
Argentinische Gäste in Hamburg.
CHnr tvegrühungsrede bei Reichskanzlers.
Hamburg. 22 Juli (TDolfl ) Zu 9fr ren bei argentinischen DeIanv > en Wolina und des Kommandanten deS urgentinischen Sch >1- thiffe» .Prastdent» ©armienlo". ^cegatlentorl- ün X Tirana, gab der Senat im Aathau« ein X b e n d e l l r n an dem der Acichskanz- I e r teUnatrm Unter den Anwes »nden brfonben sich bei argeiitinlsche Generalkonsul. ,'cr Kommandant dc<c Kc uzcr» .'Berlin'1 9c- hrlmrat Will vom Ai .'wärligen Xml. Direktor <r Untocrhlnl. Pro'»stt>r Dr Laufser usw Wahrend deS 8ikn« dicli Bürgermeister Dr Dir- "el eine Beg.üst!ng5ansptach<, In der er den Ikrtrelcrn der a-gcnltnischen Acaierung und der -rgrntin,schon Seniacht einen herzlichen Will- 'ommenSgrus, entbot Seine XuAlübningen lchlol- Irn mir dem Hufbrud der Hvf'nung, daß di» i^äste die warmen Ge'ühlr Hamburg« sür Xr- vnlinicn rrk.nn.n wurden Sr sei sicher, da ft sich 'er Besuch al« ei t n ieL tocrlnnl cA Glied tr. der Aviie der sreundichafttichen Äcztefrungen zwischen Hamburg und ihrer Heimat einreihen werd»
3tn weiteren Ber aus de« XbcnM nachm
der Beichskanzler
das Wort und führt» folgendes aus Zunächst danke ich <3tr Magnifizenz dem Präsidenten des Hamburger Senats vielmals für die freundlichen Worte bei Begrüftung. die er mir getolbmel bat 2« ist mir ein ausrichtiges Bedünnis. die Beziehungen die ich in mehrjähriger Zusammen- sammenarbetl mit allen Ändert Ihrer Stadt an- knüpfen konnte weiter zu pflegen 36 freut mich bei jedem meiner Besuch», neuerlich sestkiellen zu tannen, daft da» wirtschaftliche und geistige geben hier wiederum Fortschritte machte, dank der unüberwindlichen Zäh gleit des Hanseaten tu ms. dessen Alelberouhtr arbeit II* d»rch m- Ungunst der Zetten nicht hindern iäftt
Das stolze Schiff das Sie. meine Herren Offiziere von der argentinischen Flotte, hierher gebracht hat, ist un« nicht unbekarrnl, mehrfach Mx>n besuchte es unsere Hälen Xuch Hamburg, wo es allerdings vor langen Zähren gewesen ist. bewahrte ihm eine angenehme Erinnerung Unter den zahl reichen bedeutenden Ltaatsmän lern, txe der argentinische Boden hervvrgebrachl hat. ist Präsident Sarmiento einer der hervörrand- sten Grvhe Berdtensie erwarb er sich um die Aub» und die Ordnung seines Larges! 8m Mann vor starker D»if!e3kraft. umfassender Bildung und rn- -eugfamem Willen, stellte fein ganzes Streben in den Dienst der friedlichen Entwicklung Xrgen- ttnien« Seine vorbildlichen Leistungen aul dem Gebiet der inneren Kultur leben m der G schichte fort. Ihnen allen meine Herren aus Xrgeali.iien. ist auch jener Ausspruch des groben Staatsmannes bekannt, der heute noch die Richtschnur der auf dem Gedanken wahrer Gerechtigkeit aufgebauten argentinischen Politik bildet. In Ihnen aber, meine Herren, die Sie mit Ihrer Flagge eine stolze Srmnerung an die Geschichte Ihres Landes durch die Weltmeere tragen, begrübe ich nochmals herzlichst namen« der AeichS- regtenmg die Vertreter des argentinischen Volkes Seien Sie überzeugt, dah Sie uns mit Ihrem Besuch grobo Freude machen, bewahren Sie auch Ihrerseits an die Tage, di» Sie hier mit uns verleben, ein sreundliches Gedenken!
Fregattenkapitän X Tiana, bet Kommandant deS Schullchifses .Presibenle Sarmiento", dankte für die Begrüftung burch Aeichskanzler und Bürgermeister und sagte .Tiefgefühlt und herzlich ist unser Dank für den grobartigen Empfang. den wir in dieser schönen Stadt gefunden haben Wir kannten die Zuneigung, die das deutsche Volk unserem Land erzeigt, aber wir haben uns niemals vorgestellt, daft sie so g r o n fei, wie sie sich bei der Ankunft des argenitinischen Kriegsschiffes durch die beredte Herzlichkeit Ihrer Shmpathiebeweise gezeigt hat Weine Herren, gemäß der Verfüllung. die unsere Vor- fahren unS hinterließen. hat die argentinische Aepublik stets mit offenen Armen Einwanderer ausgenommen, bte guten Willen» waren. An ihre Küste kamen Männer aller Klassen und Aationen Männer, die fruchtbaren Boden vorfanden, auf dem sie zu Wohlstand gelangen tonnten, wenn sie ihrerseits mi! ihrer Inl.lligenz und Kraft für unser Land arbeiteten Unter ihnen
Tietzener Anzeiger (Sttieral-Anzriger sür lvberheffeit)
Montag, 23. Znlt 1928
brachten Tausend» von Deutsch«» gleichzeirig mit ihrer Arbeit ihr, heimi'chtn Xotaugt mit. Si» Ibrberten durch ihre Wissenschaft, Kunst und hohes organisatorisches Talent viel« unserer Einrichtungen in weitestem Maftc und truaf dazu bet. »in» neue blühend« Hatton *u bilden, di« bi« Grr«chtlgk«lt über alles liebt, und bl«, wie wir hoffen, noch »ine grobe Zukunft vor stch hat — Hamens bet argentinischen Republik dank» ich Ihnen von ganzem Hetzen für die Ehre dieses glänzenden Emplanges und bitt» Sie. mit mir zu trinken aus das Wohl des Präsidenten der deutschen "Republik. de» Aeichska zlers. dc« Bürgermeisters dieser Stadl, des ehrenwerien Senats und der deutschen Marine'
Der argentintfche Grtandt» Mvlina fügt, den We>> >n k>?s Ären man banten persönlich n Dank für di» aufrichtige Sympathie hinzu, bte Der | ganz» Empfang bekund» Seine furien Ausführungen, kie n it b sten lrü'schen für die ^uku ist Deutschlands schlotten. bildeten den Höhepunkt des bedeutungsvollen Abends
Hamburg. 22 Zull IWTB > Der A »I ch«. Präsident Ut heute htor in Begleitung bcs »pefe der Marlneleituna Admiral Behnck» und des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts. Frei- Herrn v Mulhan. eingetroffen, einer Liniadang zam Besuche de« argentinilchen Schillchiffcs .Präsident.' Sarmiento^ folgend Er kehrte nach kurzem Aufenthalt beim Arichskanzler in Aumühle abends nach Berlin zurück
DasDielsache dergwanqsanleihe als Brotversorqunqsabgabe.
Die Vachrichten stelle des Vcichsfinanzministe- riums verbreit»! folgend» Vof.z
Durch das Gesetz <ur Slchrrung der Brotver- forgung im Wlrtlchansjahr 1923'1924 vom 23 Juni 1923 fällt die öffentliche Bcotverioraung mit hem 75 September 1923 fort. Um d»m beüüritigen Teil der Bevölkerunc' den Bezug von Brot auch weiterhin zu erleichtern, sotten die besitzenden Klasten eine Abgabe vomVermögen entrichten, die In zwei Teilbeträgen am I August 1923 und am 2. Januar 1924 zu zahlen ist Diese Abgabe soll grundsätzlich in einem Vi stachen der Zwangsanleihe bestehen Der Bu«garg 'pu.f' bll- Zct babd das Sechsfache, also für jede Teilabgabe das Dreifache her ZwangSanleihe Wenn sich jedoch der durchschnittliche Preis für märkischen Aoggen in der Zeit vom 1 bi» 15 3ult 1923 höher oder niedriger stellt al» auf 120 000 Mk. für den Zentner, so ist für die erste Teilabgabe des Drei suchen ein entsprechend höfter.-s ober niedrigeres der ZwangSanleih. als Abgabe zu entrichten Entsprechendes gilt für die zweite Teil- obgabe, wenn der durchschnittliche Xoggenprci» in der Zeit vom I bi» 15 Dezember 1923 höher ober niedriger ist al» 120 000 Mk. sür den Zentner Der Multiplikator sür bie erste Teilabgabe wird in ben nächsten Tagen bcfjnn!gegeben ©erben E» wirb bamit zu rechnen sein, daft dle erste am 1 August fällige Teilabgabe etwa das Zehnfache des vollen ZwangSanIeihebetrages auS- machen wird
Bei der Berechnung der Abgabe ist grunb- sätzlich von dem zur Zwangkanleihe angegebenen Vermögcn auszugehm Der Pllichtig» ban i«dvch au» livsem Dcrmög'n städtische MictSgrundstücke, inländifche festverzinsliche Wertpapiere, inlän- d.fche Hypoth^kenforderunaen. sowie sonstig» reine Markforderungen au#f4rt»en. in diesem Fall» ist für die Berechnung der Xbgabe nicht ber tatsächlich zu zeichnende Zwangkanleihete-trag. sondern ber Betrag, ber nach Absetzung der auSlcheidenden Vermög m-g genstätche an Zwangtanleih: zu erheben sein wurde, zugrunde zu legen Dabei hat der Pflichtige bei der Zahlung ber Abgabe dem Finanzamt schriftlich darzulegm, welche Ver- mög.-nSgegenstände er für bte B.iechnung der Abgabe von bem zwangsanleihepflichtigen Vermögen au«g:schiedzn Hit.
Der Pflichtige erhält über die Höhe der Abgabe keinen Bescheid Gr Hal sich vielmehr bk Abgabe selbst zu berechnen, und zwar an Hand des ihm seinerzeit mit dem VermögenSsteuer- »rklärungSvordruck übersandten Zlvangsanl ihe- tanf», der auch in txm Bäumen der Finanzämter angeschlagen werden wird Die erste Teilabgabe ist unaufgeforbert biS »um 1. Aug si 1923 ei nzuza hl-en Da cs sich um eine Steuer und nicht um eine ZwangSanleihe handelt, ist die Zahlung
bei der für den Pflichtigen juftAnMaen Finanz» käste, nicht etwa bei einer Xmafrn*ft*ae für dir Zwangscmtelh» zu leist«.
Beispiele Da» zur Zwangsanleihe angegeben» Vermögen beträgt 10 Millionen Mark Hiervon waren an Zwangsanlelhe zu zeichnen 694 000 Ml An stch sind, wenn der Mttttplckator für di» trift TeUabaab» 10 betragen sollte.
694 000x10 - 6 940 000 M7
bis zum 1 August 1923 an die Finanzkast» zu zahlen
Wenn in dem Vermögen von 10 Millionen Mark festverzinslich Wcnipapiere in Höbe von 3 Millionen Marl vorhanden lind, so darf für die Berechnung der Abgabe ein Vermögen von 7 Millionen Mark zugrund« gelegt wer dm. Da- von wären 394 000 Ml Zwangsanleid zu zeich- »»>> uKu-xixii. Ui v'iiigi yui anc |ur Oie ?rt!C SeUcbgabe
394 000 -10 - 3 940 000 Mk bi» xum 1 August 1923 zu wbien
Tie Steuerpflichtigen werden gut daran tun, stch schon |cbt auf bk Zahlung bvr Jfbq.i’K In dieser Höbe am I August 1023 voozud c trn und entsprechend Deldbeträge dafür bereitzustellen
Aus Hsflen.
t^aep toerfeendeifl
6a Sandesgenosfenschaf tib«n k
an Da rmstadt. 22. Oull Di» zehnt» ordentliche Hauptversammlung der Landes- aenosfenschastsbank, bw mtt einer grö- fteren Feier, u a auch Enthüstung eine» Denk- n»l» für Geheimrat Haas verbunden werden sollte, gestaltete sich in Aücklichi aus di s,-itver- hältnisk. rnsbesondere wegen des Xi6bktten8 der zahlreichen Mitglieder aus dem beieiten De bi«: zu diKT grschäfilichcai Tagung, die du-ch den (lelllKtUi t.-nben Vvlfidendrn Schmidt -Echzell mit einet B grüliung der anwesenden Vertreter der Xcgkrung und anderer Korporationen eröfs- net wurde Den Geschäftsbericht (ber im Diuck Porlicgt) ergänzte Direktor Mager Er führte u a. aus, daft bi« Bank heute 542 Mitglieder mit 4640 Anteilen und einer Haftsumme von M 46' . zählt. Dem im letzten halben BelriebSiahr etn- gvtretenen Mangel an BetriebSmittelr. konnte durch die Pressenkalle imb die AeichSbint abge- h: licn werden Die Umsatzztfser betrug bi» zum Schluft M vorigen Monats 7 Milstartrn Mark Die zehnjährige Tätigkeit der Bank habe deren Eristenzb.rechtigurrg bewiesen, bei aller Schwierigkeit gelte cs aber jetzt den Mut nicht zu verlieren Zu Ehren deS vor einem Halden Zahr» verftorbrnen verdienstvollen Direktors Becker- Wörrstadt erheben stch bte Anwesenden. Di» aus dem AufsichtSrat ausscheik nden Mitglieder Gott- mann-Höchst 1 O. Schmrd'-Schzell und Schmuck- W«nd.'lSH:im werden durch Zuruf Wiede g.tvihll. Dann wird die beantragte Siatutenände una an- ?envmmen. bk bestimmt Di» Haftfumm- rvtr? von
0 000 M auf 5 Millivven Mark der !chäft»- an» il vvn 5000 M auf mindesten» 1 M'liion M erhöht Die Höchftzahl der Geschäftsanteil-, auf bte ein G.nost« sich belellegen kann, beträgt statt 50 nunmehr 103 Aul »inen Anteil sollen 10 Millionen Kredit statt bisher 25 000 gewährt werden. In der Aursprach« batte Aeichs- baokt irektor Müller gestützt auf sein» banf- mählgen Erfahrung»» bte Notwendigkeit dieser Satzungsänderungen empfohlen. Direktor M a - ae r erklärt auf eine Anregung von dritter fielt«, daft das Genofsenlch ftswelen sich vvn der fichaf- fung eines wertbeständigen Geschäftsanteiles (Xoggen) zurzeit nicht viel versprech», auch hält er aus gesetzlichen Gründen die Durchlührung zurzeit für nicht gut mögUch Einer Anregung vvn O f » n l o ch - Finthen, bte Krebitantiäg- zur Er- fparung von Schreibereien und Porw nutomatlsch der Geldentwertung anzirpalsen. will die Direktion Folge geben Die Satzungsänderungen finden dann Annahme. E» wird Welter gutgehethen. daft die Grenzen, die bei Kreditgewährung an Genossen eingehalten werden sollen “OO Millionen Mark mit Genehmigung des Xrslicht»rateS drei Milliarden Mark betragen sollen Di» Höhe des Eintritt-gelbes wird auf 50 030 Mark festgesetzt. Aeugegrundete Denossenschasten bleiben vom Eintrittsgeld befreit, ebenso au»tretende Genossenschaften. die stch wieder mit geringeren Anteilen beteiligen. Aus Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates wird bte Beteiligung bei der Prcu- ftenlasse mit 603 Millionen Mark beschlossen, vor
erst stnd nur 25 Prozent »inzuzahlen Auf Xn- aung vvn Drrell. r Vr > g wird mit Aüclsicht
die gering» B«:e Itgn g d e eine rechtsgültig, Satzungsänderung m glich nacht, alsbald «in« zweit« Hauptversamtii.ung^eindecufen. welch« mm» mehr In rechtsgültiger jorm di» vorerwähntes Aenderungen gutheivt
In »Iner Sitzung de « Kinvaus- schusse» ber Zentral tt eil» iur Förd» - rung ber Volksbildung und Zugend- pflege in H»,len spach nach etr.lritcnbe» Worten des Direst v - Halfinger Haupilehrei 3 i e g e l e aus ötut c u über .Klnogesetz- gebung und l> r i I «t - 3 I n o r e f o r m* Die Möglichte'ten e n« .f'erung des X O G lögen in einer Ber ch < f ng .'er ieniurgrundfätz, ur.i d.v ,/u. . i.« J’.c • immounne 1«
durch bte Zensur nr:1 ’’ t a“~rr'cn in brr Auswahl ihrer Manuilri te .' .1: Erweiterung ber Gesetzes bell imn.u tgen sei auszunehmen, daft »in Film auf seine Letvnsvah heit und die Echtheit der Zusammrnh.n g nd e ^» eilten Folgerr»- acn Prüfen sei t ' ' • rsa> NÜssc
ausgebaut werd«' ' n wider utmer
Film trettfi laufen, i > er bei der Aeuvrufuna In Berlin rei boten wird ^nr n - aul dezentranfti- sche unblage aufqe’ati'c >>tm>enlur tonit» der Eigenart de d tr hn r eie z Iner Länder Aecl'tnlngtragen De 21>iberru! ' i heute fast di» »Inziast» Möglichkeit zu zeige.', daft die Mlgemein- b.i; nl *t mi> allein inverstanden ist. waS von bei Filmt,idusirre geldxiflcn tr vb Eine notwendige ®.tr.ttcnmq d«n> le eftenden Lltztfplelrechtes sehen vir. so suh, brr Prrtr.igenbe s.rt. In bet Einführung der Konaeflionepslicht. Ton gr her Bedeutung Ist die rrch'ig» 21nuxnbun.) der BergnÜ- gungslteuervervrdn ing Die S'euer muh baa 'JUtlf • tel treiben, lultuiförbcmb in her Kinoreform zu wirken Besonders viel örrghtli sei auf die Förderung der Lehrfiln- und fichulltnobelirebungen zu kgeri durch die schaffung meigniec Etnrlchtwn« gen zur Verwendung des Films Im tlnterricht und In ber Tolfebd bang Aarbeit Eine -ielbewusttt Aufklärung mufi cinsetzen. Lrrlamrs.r müisen ge- trerl-cn werden besonders in den JVr.Het der Gebildeten
In ber Aussprache wurden t‘ delslfchen Kinozustände und bte bi»herig> Arbeit der heflt- schen Ltchtbildstelle ermähn; Tor an'e er Seite wurde eine grünbltd-e öffentliche Auf lärung aber da» Erschel.ien von guten und schiech.en Filme» Scfoibetl Demgegenüber er» äb re Dir ktor Haf- nger eine ®ni(.tx-füung ke» La idieiicht» I Berlin. wonach auf Antrag einer Firini Mitglieder de» Beistner Zugendamte- flMtr.mgm wurde», eine Liste über Sch indbef e z.i rcrnich,en die zur AusNärung der Zugend erschienen war Dringend nötig lei ein einheustchr Ae-ielung und fonfequente Zielsetz inq bei Anlllä rings- unb fichutzai bett durch eta zu erlasuntres Renchsgefech
Vermischtes.
• Da« letzte Pferd Die Zeichnt«g der Witzblätter, die beim Auskommen bei Aufkommen der Kraftwagen al« Zukunftsbild so gern da« ..letzte Pferd" zeigte, trnmn* nun allmählich im Großstadtverkehr der Der- wirklichung naher. In den Vereintaten Staaten ist die Pferdedroschkc bereit« so gut int« cutsgestorben, und auch in der alten Welt wird sie In den ^auptftäbten immer seltener. Dti neueste Zählung der Pariser Droschken ergab. dah unter den 11 313 Ta,ametern. dl« dte Pariser Sttahen bevölkern, sich nur noch 146 Pferdedroschken befinden Die Droschken sind In drei verschiedene Klassen eingeteUt, di« verschiedene Preise nehmen dürfen, in Kraftwagen für große Louren, in gewöhnlich« Kraftwagen und in Pferdedroschken.
V-tchci lisch.
- Sonne unb Sehnsucht. Gedichte Pt*. Maria Wcibe-ahn Au-gewählt von A Frhr. vvn Breidenbach «Selbst, erlag des Herausgebers in Marburg i Das kleine Heftchen ist wirklich von vchte . feiner Poesie durchweht Meis! handelt iich um fleine. stimmungsvoll Gerichte in flüssiger Verssorm. doch fpürl man hin und wieder auch die moderne Schale ber reimlichen Lyrik
ble MejlUSii öon5oppot.
Doman von ÄrturBrausewetter.
1. Fortsetzung. tVachdruck verboten.!
.Ich habe btr einen Snllch'.uft zu unterbreiten, der dich vielleicht in eimges Erstaunen verletzen wirk», den Ich ledoch nach banger, reifer Heber» Itoung gelabt habe und von dem ich mir nach dem M)ti>cren, einsamen Da<etn. da» ich bis jetzt geführt. ein neues Glück verspreche "
.Gin neue» Glück?"
Em banges, surch'.ersüllles Tasten sprach au» den wenigen Worten, zugleich eine leüc Bitterkeit
.Du scheinst ce zu erraten 3a, In^e. ein neues Glück Was mir bi verhälm,«mäßig sungen Zähren bas barte Schicksal genommen, möchte ich noch einmal auszttbauen lachen. Eine Fraa. bte allein steht, bat c.- schwer in dieser Welt. besvndevS toeien Jie so anlebnung«bd>ür1tig. r> zur Hingabe geschassen ist. we td) Aun wrifU oü. jxij ich dir lagen will Ich gedenke mich noch einmal zu verheiraten"
Viestcicht wollte Inge etwa» cawidern, mel- leicht duich ein Wort, einen Ausrul dem Entsetzen AnSdru-k geben, da« in Ihr war Sie Der- mochte eS nicht. Starr und steinern »ar per Ausdruck ihre» Gefichle«. starr und steinern bl taten die ganz groß gewordenen Augen über die Mutter hinweg In die Leere.
.Du tust wahrhaftig so. al» ob Ich dir eine Todesnachi icht übermittelt hätte.' <jrau van Aoch>w schlug m ihrer Verlegenheit einen gekränkten Ton an. .Wenn dir ein Dluckwun'ch nicht möglich ist. Io sage doch irgendein Wan. sage eS. daft du meinen Schritt nicht billigst, sprich deinen Unwillen, deine Empörung au«, wa« du willst! Ich werde dir meine Gründ» erklären, meine AcchNenigung - aber nicht dies abweisend» Schweigen l"
»Vater!", rang e» sich da au» Inges Alunde — nichts weiter Aber al« die Mutter ihr mit der weichen Hand Übe das Haupt fuhr, zuckte sie zufannnen. als empsände |ic einat Grperlichen Schmer»
Al» spräche Ile zu einer Tauben, so unberührt und teilnahm-lo« saft Inge an ihrer Sc te
.Du brauchst nicht zu glaibcn, daft ich da» Gedächtnis und die Pietät für den unverg'chlichcn HcImaegangenen außer acht gelassen Dir Wahl, dl» ich getroffen, wird e» dir beweisen."
Wie abwehrertd, streckt« Inge bi» beiden Arm» der Mutter entgegen, al» wollte sie mit dieser stummen Gebärde, die etwa« Ergreifendes Stte. sie anflehen, das Wart nicht au«,ulprechen.
« bereit« auf Ihren Lippen lag
.Ich hab» mich vorgestern mit dem Grafen Trockau verlobt, meine» ManneS einzigem Freunde, deinem geliebten und verehrten Onkel Wolf."
.Mit ihm!"
S« war ein Aufschrei, au« einer so verwundeten. Io au« allen Fugen acraten»a Seele stammend. daft Frau von Aochaw Meiern Schmerz» gegenüber ratlo« war unb kein Won mehr sand, ihm entgogenzutreten.
.Mu thm - mit Onkel Wols!"
Mit einem Male, al» bitte sie schon zuviel gesagt, reichte sie der Mutter bie Hand .Gute Jla®t. Mutter, ich blribe freut? abend au meinem Zimmer allein Morgen Irüh fahr» ich für einige Tage zu Annie v. Karnitz nach Blankenselde. Sie hat mich bringend eingeladen '
Am Abend lpielte der grobe Tro 'öde au« Berlin einen Othello, we Ihn di» deutsche Bühne vielleicht noch nie griefren hatte. Die Tragödie des kindlich reinen, kindlich glaubenden Idealisten war e«. der die Geliebte von dem Hauch des 1 en Gedankens nur bet leckt lieht unb an dieser en Enttl.'lchi ng -ugr rnde geht.
Gunther war gerade eine Stunde vor dem Beginn der Vorstellung au» Altstürckow -urücf- gefefrrt unb formte tfrr auf Inge» Sessel, bie von der Mutter mit einer leiten Erklärung ent- t^albf-tt worden war. beiwohnen.
Aber e» war nicht der Othello allein, ber an Metern Abend so aus ihn wirkte Eine Desdenrvna | fianb Ihm zur Sette von so unberührter Wechlich- fctt unb b^wingender Ledlichöett. dah ihm all
bi» dunklen "Rätsel dieser Trggbbie heute zum erstenmal gelöst erschienen. Dabei war sie noch ganz jung unb hatte bi» Eigentümlichkeit, Ihre Sprache, in ber diel Klang und Melod. war. durch ganz karge, manchmal nur anbea enbe Bewegungen zu unterstütz en.
Gr hatte he schon älter In anderen Rollen gelefren. meist mit dem Vater zusammen, und immer gefunden, dah alles an Ihr. das Aouftere wie da« Innere, von wundervoller 2u«qegltchen- freit war
3a. al« der letzte Aki tarn. Desdemona das Haar Ibsend und sich entkleidend ihr Schwanenlieb von den Mägdle'n unb der grünen Wolde mit einer ®rgrl|fenfreit lang, die niemanden in dem gicfcen 3ufrftierftei|e unberührt lassen tonnt», da fühlt» er etwa« in seinem Innern emporsteigen, wi» er e«. aufter für Inge, nlemal« für ein weit»- liche« Wesen empfunden hatte War es fünft* Iciisch» Beaeisterung aus ifroen Höhepunkt? Oder war cd mehr?
Lein Blick fiel auf seinen Vater Vorn über- geneigt >aft er. die beiden Arme über die Brüstung gelegt, da« Auge unentwegt auf die Bühn» gerichtet. wie abgestorben ber ganzen Welt um ihn her. nicht» Ipürenb mehr von dem. was um ihn her vorging Al« Iich Frau von Richow zu ihm wandt» und Ihm eine kurz« Bemerkung za- ’lüficrte, hörte «r Ile gar nicht, und al« sie ein wenig lauter wiederholte, antwortete er zwar mtt einem kurzen und artigen Satze, aber Gunther kannte ihn zu gut. um nicht za spüren, wie an- angenehm Ihm biete Unterbrechung war
Erit als Desdemona Iich in ihr Bett gelegt, di» Vorhänge zu ihm geschlossen wurden und Othello eintrat, sein graute« Werk zu vollführen Iah er. wie der Vater Iich in seinen fieffel zuriuk- lefrnte unb ein» gewisse Entspannung über ihn zu kommen schien
Der Vater begleitet» Frau vvn Bochow nach Hause, Gunther aber verabfchtedet» sich unter irgendeinem Vorwand, er hall« da« Bedürfnis, nach bem großen Eindruck de« Abends allein zu sein und in di« grobe Stille ber 'Batur ui oxxnbciL
Au« dünnem G.wölk flieg gerade der Moad emp r und Ivars sein» aine nben Lichter über dir weit» Flach», bie ganz» I ist.- in bläulich silben« Dunst büllend Kein tulnui regte sich Wie »in tiefer Traum mar aflc wie ein Ttäitel vvllci Schweigen und feiember Gröfte — un» erkläi Iich, unentwirrbar w e da« rätlelfrafte Geben feitet, eS In Wirklichkeit zu leben. Aber in einer Aacht wie dieser w» ft man genau, daft es etwas Wirkliches nicht gib:, daft alles nur Gleichnis ist und Traum
Er batte sich auf einer Bank der Xotbpannc- nade ntebergelalfen. di», durch einige Ertenbüsch» veisteckt, unweit des Weg-?« auf g.a«bewachsener Dün» stand Rem Akensch war mehr zu sehen, alles stumm, wie au.-q. tt.. ben So gerade war es ihm lieb Diese Einsamlelt such:» er
Eine lange Weil» saft er und ähnele mf! vollen Zügen Oie ba.'famisch» Frische, die vom Mecte zu Ihm emporbrjng.
Da sah er zwei Gestalten durch die lautlos» Still» dahingleiten St- gingen ganz langsam, alle Augenblicke blieben sie stehen unb sprachen autetnanbei em. mit leisen Worten, aber mit Gebärden unb Bewegungen, die eine Harte Erregung verrieten
.Sin Liebespaar meint» er. .da» sich viel zu sagen hat u keine bessere Gelegenheit dazu linben kann al« biete träumend.- Aacht '
Mit einem Male horchte er auf Die märm- Iich» Stimme kam ihm io bekannt vor, auch bte Gestalt, der Schritt Gott lei Dank, daft bat dichte Gebüsch Ihn deckte, denn der da Herta m. ber Io eindringlich unb leldenIchastUch sprach und letzt die Hand wie gütig beschwichttgend auf bte Sc^ll- ter der vtel kleineren, zierlich gebauten Das» legte - .steh, lieh, der Herr Vater auf verborgenen Diebe«Pfaden und ahnungslos, daft sein Sohn der ungewollt« Zeug» ferner nächtlichen XVmtwrungen ist!"
Aber wer mochte es fein, mtt dem er frier te Zoppoi. ohne daft er es je im leisesten geefre» hatte, so innige Bande geknüpft hatte?
tFortsetzung folgte


