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nchlen ÄBjeleer

Poflttefffoelo

Srenflerl .. K. 11684.

Erst« Blatt

irr. Zohkgang

Samstag, 22. September 1923

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

t>mrf wi6 Dtrleg: vrßhlfch« UnioeiMLIr-vuch- hkö Sttindniderel 8. langt in Sitßtn. Sdfriftleftueg ur6 6efd>6fts|tfle: Schwatz« 7.

A«Nehme Ml ttnieigeit ttti 6le logtemiemet bis gnm Nachmittag vorher ebne |ebe Berbinbltd>keit 8reis llr 1 mtn häbt |ui

Utige« o 27 mm Breite 6rtl Drundzahl 55 Ulk, ausm.70DL, f. "Seklame. Anzeigen o 70m rn dteite 225 Dik xSd)lüfieUat>l piatzoorfchrist 2U- , Lus- schlag. - DerantroortUch Tur Politik u. Feuilleton vrFriebrWllh. Lange für ben übrigen Teil Ernst Bimn schein; für ber Anzeigenteile Han» Be* |äm111 ch in Liehen

Was nun?

Der «He Abschnitt der heutfch.französi. fchen VerstündigungSversuche de« Kabinett« Strtfeman Ist mit den [egten Sonntagsreden Pvincarc-S beendet. Der französische Mi­nisterpräsident ist der Haren, unztveideuttgen Antwort, die da« deutsche Toll aus seine greif­baren "Vorschläge erwarten muhte, a-.f der ganzen Linie auSgewichen und bat mit unleug­barem, advvkatorischem ©cfchid die ganze Streitfrage auf ein andere« Gleis geschoben.Er brauchte Zeit, Zeit, um sich E n g l a n d S wie- der zu versichern, dessen Premier seinen be­such In Pari« in Aussicht gestellt halte. Da­her nimmt er in seinen Reden auch ganz offen- sichtlich die Front gegen Deutschland und England Kein Wort über den passiven Widerstand, kein Wort über da« deutsche An- gebot. Ommer nur die alte LeherWir ha­ben Pfänder In der Hand, die wir behalten werden, di« wir innere Befriedigung erzielt haben " Damit scheint für Poincare die Ruhr- frage erledigt zu sein. Umso sorgfältiger berei­tet er da« Glacis vor. aus dem er «Stanley Baldwin zu empfangen gedenkt Ohm gibt PoincarH im voraus Antwort aus Fragen und Vorschläge, die Baldwin in Paris viel­leicht zur Sprache bringen könnte Poincarö kam e« offenbar darauf an, dem englischen Verbündeten eindringlich zu öemute zu fuh­ren, daß Frankreich augenblicklich vollständig Herr der Situation ist, daß England bei einem etwaigen Konflikt der stärksten Militärmacht der Erde gegenüberstehen werde. Daher machte er sich da« Wort General Mangins von der "Hnnderttnillionennation" zu eigen und sang ein Loblied auf seine schwarzen Horden, das bn rassestvlzen England gewiß mit gemisch­ten Gefühlen aufgenommen ist Auch die un- erhörte Lüge, daß die BesayungSfristen noch nicht zu laufen begonnen hätten, ist ersichtlich auf England gemünzt, dem Frankreich« Ein- nisten am Rhein schon lange heftiges Alp­drücken verursacht. Mit Verve wird bann je­her etwaige Versuch, die Festsetzung der deut­schen Schuld einer Kommission von internatio­nalen Sachverständigen oder dem Völkerbund zuzuweisen, im Keime erstickt. Die schon fast in Vergessenheit geratene ReparationSkommis- Hon wird wieder al« brauchbares Onstrument französischer Machtpolitik zum Vorschein ge­holt, um al« Waffe gegen Deutschland zu dienen. Auch der seinerzeit vom Kabinett Cuno angeregte Rheinlandpakt wird wieder hervor­gezogen, um sofort verworfen zu werden, weil er die französischen Vasallen an Deutschland« Ostgrenze nicht mit einbezieht: eine deutliche Spitze gegen England, das allein Onteresse an einer Sicherheit im Westen bekundet hat

So vorbereitet, empfing Poincare seinen britischen Kollegen in der französischen Haupt­stadt. Das Ergebnis scheint den in Paris ge- hegten Erwartungen vollkommen zu ent­sprechen. On der Pariser Presse herrscht e itcl Wonne Die Londoner Blätter befleißigen sich dagegen, wohl auf einen Tip der Downing- ftrect hin, äußerster Zurückhaltung. Die bri- tische Politik hat eine vollkommene Jront- schwenkung gemacht Sie ist dahin zurück- gekehrt, wo sie zur Zeit Bon ar LawS stand, an die Seite des französischen Alliierten Die Widerstände, die Baldwins Ruhrpolitik bei seiner eigenen Partei fand, zwangen den Pre­mier, den Faden mit Paris, der die Veröf­fentlichung des Rotenwechiel« über die Be­antwortung der deutschen Angebote zerrissen hatte, wiederanzuknüpfen, um bei den kommen­den Reparationsverhandlungen nicht aus­geschaltet zu werden

Der Siegestaumel der französischen Preise über diesen offenbaren Erfolg ist verständlich, umsomehr verständlich, als auch 01 a I i c n , der zweite Alliierte, der bisher der fianzöii- schen Ruhrpolitik kühl bi« ans Herz hinan ge- genüberftanb, auf die von Paris gewünschte Linie eingeschwenkt ist. Otaliens Stellung zur Reparationsfrage wurde von scher Dom unqt- lösten Problem der Kriegsschulden dik­tiert. Otallen ist von den Alliier.en derjenige, der die meisten Schulden und die gcringft.n Auslandsguthaben hat. Die Tatsache, daß seine beiden Hauptgläubiger, England und Amerika, au« Sorge für ihre eigene Wirtschaft zu einer Herabsetzung der deutschen Entschädi­gung neigten, veranlaßte Otalien zu dein fort­dauernden Versuch, diese Herabsetzung der deutschen Entschädigung von der vorherigen Herabsetzung der Kriegsschulden abhängig zu machen. So haben finanzielle Gründe Otalien und Frankreich, die beiden alliierten Schuld- nerftaaten. Immer zusammengeführt, während Otalien In den politischen, und vor allem auch tn den wirtschaftlichen Fragen, die mit dem Ruhreinfall verknüpft waren, auf seilen Eng­lands stand, da eine weitere Stärkung der französischen Macht im Welten Otalien« Großmachtstellung auf« schwerste zu gefährden drohte und die wirtschaftlichen Folgen der Ruhraktion, vor allem die unterbundene Koh-

Die Bodenmark.

Das Geld der neuen Währungsdank. Fortgang der Mark- ftützungsaktion.

Berlin. 22 Sept tPrivattelrt Die Blätter veröffentlichen Sin zeihe, len übet b?n Gesetzen!- tru 1 über die WahrungSbank J>ic Bant soll durch Landwil Ischatt, Onbuftric, Erwerb' und Handel einschließlich de« Transport- und Bant- qcirerbc« errichtet werden Der städtisch: iStuni- bellt) soll nach Maßgabe der Aufhebung der vjwangSwirtschaft tzecangezogen werden Die <i n u nflvn der Bant werden mm den Spitzen ver­banden der wirlschafilichen Berussstan.e (eft- gtfteflt.

Die Dank ist selbständig in Verwaltung nnb Geschäftsführung

Die Wahl eine« Präsidenten bedarf der Genehmi­gung der ReichSr.girrung Da« Kapital der Bank. Die von allen Steuern befreit ist, betragt 2 400 000 000 Bodenmark Es wird zu gleichen Teilen von bu Landwirtschaft und der Onaulkrie ulw aufgebracht Die D.ifiruiiasdank erwirbt an allen lnndwiritchaft'.ichen Grundstücken in Höhe von 2 Prozent bc« wehrbeitrageS eine aus Dvldmart lautend.» Drundlchuld. Da« Kapital der Grundschuld i'r mii 61 . Proz jährlich »u verzinsen Bei den induüriellcn. ge­werblichen und Handelzdeii!. den ex-rit:-1 die Wäbrungöbank, fall- bei Unternehmer Siacntü- wer eine» auf den Betrieb ltutenden Drtind 'ucke« ist. gl ichfall« ein. Drundschuxc wie in d r ».xnb- Wirtschaft Soweit Cki» nicht bei Fall ist. muh der Wätzrungsbank eine auf Doldmark lauten c 6 <b,u l b d c r f <b r c i b u n g de« Unternehm i» au«g<bdnbigt werden Die Drundlchuld sowie der Anlpruch auS der Sch ildverschreibiin t gehen, soweit nicht mit anderen Staaten getroffene Ver­einbarungen entgegrnstehen allen anderen Lasten im ganzen vor

Die Währung«!)ank stellt auf Goldmark lau­tende Rentenbriefe au«, die al« Deckung für die von der MährtmgSbauk ausgehende Vodenmark dienen.

Die Boden mark ifl in hundert Bodenpfennig ein- geteilt und darf nur in gleicher Hohe in aus Beden- mark lautenden Renlenbriefen aueigcaeben werden Die Bank ist verpflichtet, die G Id^-ichnungen ge­gen Rentenbriele einzulösen Eine Bo^enm.irf eni- lpricht dem Werte von 0 353 ®ranim Feingold Die WäbrungSbank erhalt die Ermächtigung, wäh­rend der nächsten zwei Oahre eine Reihe auf Bodemnark lautende Ta'lebcn bis zum Höchst - betrage von zwei Milliarden zu gewähren Rach Ablauf dieser zwei Zadre txiii die WäbrungSbank in Liguidativn Die B">k stellt fnfort dem Reiche ein zinsloses Sa i leben von 300 Millionen

Erldmark zur 'B.-rfügnng, das zur Einlösung der bei ber Reichsbank diskontierten ReichSlchatzanwei- lungcn ,»e rwende> wird, wählend die Reiche bank mit den ihr zustiehenden Beilagen die umlauien- den Reichs banknvten ein lost

IDie mehrere Blätter melden teilte gestern Reichst>nonzministei H l erding den Vertretern der Ecirerkschaf:en seine Absichten über die kommende Mahlung und die Aufsichten über die EtützungS- aktirn für die Mark mit (li sprach seine Genug­tuung aus. dah e» gelungen sei. ben Dollar erheb­lich zu senken

Die Regierung werbe Me Einwirkuug so laegc fortfetzen, bi« ble geplant.-n Währungsmaß» nahmen in Kraft feien

3m übrigen scheinen die Besprechungen de« Reich.ZsinanxminilterS mit den F,n inzs.ich.>e! sinn- tigrn über die G>ündung einer W ihri>ng«bank so- tut zum Adschluh gebracht zu sein, bah e# sich hauplsää sich nur noch um die Frage bandelt, zu wclchent Kurie die Pavle,mark als Scheidemünze in die neue Währung cingeorbnel werden soll.

Ter Dcvif rndiktntor in Mähern.

München. 21 Sept IWosti i Die Karre- Ir ogdcnz HofsnioVN meldet Der Deals-.nkommstfar @:nrtn:r ! FellInger ist am 20 2"z' rnl>'r zum Besuche des baveritr.:n nist > rrästd.- n nah de? H">.td.lüminis!er« in München einte- irvsse > ©Die I nach seiner Ansonst batte <Fel- linger eine eingehende AuSspi >ch' inSbeloaderc mit dem Hond.!»ministc-r 3m Anschluß daran wurde ihm Eelrgenhejl zur Darlegung seiner grundlärlichen Aussc-ssung vor drn führender Kreit n der beiaerischen Wirtschaft gegeben Den AuShihrungen entnahmen die Betei ltgle.i mit Be­friedigung. daß er in der Amtsführung den berechtigten Interessen von Handel. Otdustrie und Erwerbe weitgehrndst Rechnung iiagar wird Bin Singt iff in die produktiven 3wecken diene.i- den D.vifen- und ELelmetalib:stände ist nicht beabsichtigt Auch die viel fach geauherten Be­fürchtungen de« notlcibenben Mittellta.rde« sind unbegründet, dagegen wird mit aller Lchü rle gegen den illegitimen De­visenhandel und Devise nbelih vor ge­gangen Eine weitgehende Dezentrali- lolion soll die Durchführung der Mastnahmen erleichtern Zur Wahrung der besonderen baye­rischen Bedürsnisfe wird der Deoit.mkommillar sich zum Vollzug der Veiordrung für Bavern im Einrernehwen ni t dem b-.me.itch n HandelZmi ri- Ilcrium eine;" zu errichtenden eigenen Stelle bedienen.

kneinfubr, die italicni|d)e Wirtfchaftckrife be­denklich verschärfte. Die neuen Verwicklungen auf dem Balkan haben hier eine bedeutsame Aenderung gezeitigt eine von Frankreich eif­rig geschürte Entfremdung zwischen Rom und London, und eine entsprechende Annäherung an die französische Schwesternation Otalien ist augenblicklich im Mittelmeer so stark ge­fesselt, daß es schwerlich in der Ruhrfrage dem französischen Alliierten irgendwelche Schwie­rigkeiten machen wird.

So liegen die Dinge heute Io. daß die öre Rouvelle" schreiben kann .Poincar. bc- flnbet sich am Abend des 19. September In einet ähnlichen Lage, wie G-1 e me n c e a u a m Abend des 11 November er hat die Freunde Frankreichs gesammelt angesichts einer Tatsache, die Frankreich berbeigefuhrt hat der Kapitulation Deutschland«

3a, ist es wirklich schon soweit mit un« gekommen? Haben wir dieser geschlossenen Phalanz harter Gläubiger nichts mehr nt- gegenzuseyen? Der Ruhrkampf hat in der bisher geführten Form finanzielle und wirt- schafkl'che Folgen gehabt, die es der Reichs- regierung angezcigt erscheinen ließen, den Versuch zu einer Verständigung mit Dem Gegner zu mackzen. 3,r Versuch ist gescheitert. Die Waffe des pai,iD?n IBiherftan- des. die einzige, die einem wehrloien Volk zur Verteidigung seiner Sckwlle blieb, droht sich gegen ihren Träger selbst zu wenden. Der durch die Lahmlegung de« Kernstücks deuticher Wirtschaft im Richtgebiet sich ergebende Pro- duki'.oiiSauSsalr wird von den DirtichiftSk.al­ten unbesetzten Deutschland- täglich mich- sanier ausgeglichen. Di. ein'cnqe Finanzie­rung des Ruhrkampfes durch die Rmenprefse rächt sich täglich bitterer Die Ruf Iredite und dieRuhrhilse.die glebchmäßig uberGerechte und Ungerechte ausgeschüttet wurden, find für den ReichSsäckel zu einer Belastung geworden, die leben Versuch einer Sanierung des S aats- Haushalts, jeben Versuch einer Währunas- teform von vornherein illusorisch machen. Die Art. wie gewisse Kreste de« besetzten Gebiet« seit Wochen bie vom Reich empfangene Pa- plermart auf dem kürzesten Wene in fremde Valuten umlente. sind auf d.'n M trkkurr von katastrophaler Wirkung gewesen. DaS alles find gewiß schtvenv,egende Momente, ble die Regierung veranlaßten, erneut Vorbe­sprechungen über ein» Löhrn-- des Ruh- -

konslikts mit Paris anzuknupfen Das Kabi­nett bat sich zur Ausgabe de« passiven Wider- stände« bereit erklärt unter der Voraus- s e y un g der Amnestie aller Verurteilten, der Rückkehr der Ausgewiesenen, ber Rückgabe der Verwaltung an die deutschen Beamten, einer Gewährleistung ber freien Arbeit unb des freien Ver' hr« zwisckfen besetztem unb un- belcrtcm Gebiet Aach Maßgabe der effektiven Golbzihliingen auf Grund des vom Kanzler entwickelten ReparttionSvlanS hätte dann die .imung des RubrzebietS und die Wieder- Herstellung der unbeschränkten deutschen Sou- veränitäk am Rhein zu erfolgen.

Diese Verständigungspolitik des Kabinetts Stresemann hat die Deutschnationale Partei zu einer h f'igen Kamps in sage an ble Regierung veranlaßt, die einmal leider jeden positiven Gegenvorschlag vermissen läßt, zum anderen unseres Erachtens bi« dato von einer falsche» Voraussetzung ausgeht, wenn sie von einer Verständigung um jeden Preis spricht. Daß bafür -auch bas Kabinett Stresemann so wenig wie sein Vorgänger zu haben ist, sprechen doch die jüngsten Kund­gebungen des Kanzlers klar aus Ob aller- bingS die von Stresemann clngefdilagcnc Konzessionspolitik der rechte We, zu einer Derstänbiguug war. erscheint zweisclhast. Wir haben jerjt schon alle nur erden'lichen Konzessionen angeboten, ohne die Gewißheit über irgendwelche französische Gegenleistungen bekommen zu haben. Richt daß verhandelt wird, ist das Bedenkliche, sondern daß Kon- esstonrn über Konzessionen gemacht werden ohne Gegenleistung. Die von einer bestimmten Kategorie ber Linkspresse täglich wieoerholte, täglich mehr betone Rotwendigkeit eines schnellen Abblasens an der Ruhr, die nur allzu lebhaft an die schmählichen Rovembervor- gänge des Jahres 18 erinnert, gerade da« ist es doch, was die wirklich verständigungs­bereiten Elemente in Frankreich automatisch außer Gesecht setzt. Poincarä stellt absichtlich unerfüllbare Forderungen, um nachher auf bie Richterfüllung dieser Forderungen Hinweisen zu können Das ergibt allein die Tatsache, bah man es in Paris noch nicht einmal der Mühe wert gehalten hot, nähere Einzelheiten über die deutschen Angebote zu erfahren. And wenn unsere letzten Konzessionen verausgabt sind? Wenn wir nichts mehr zu vergeben haben? Wenn wir mit leeren Händen dem Shhiock Polnactt gegenüberstehen? Wo« dann?

Die Sicherstellung der Ernährung.

Berlin, 21 ^ept 1WTB > 3m TInlei' auSschuh für Landwirtschast und Smabrung bc# norlüufiflcn Kcid)#trii tschaliSratc« gab der Vertreter de« NndXminifienum« lut Smüb- tung unb Landn n Uchast zunachlt einen Hebet- blick über die bisverrge Brotnerlorgung bet Be- töllerung und sichtie dann mellet auS. die 3n- la ndSgetrerdeernie sei m dieiem Jahre belfer a 1 S im Vnrjabre unb betrage si afungSweise tebi Millionen Tonnen Da aber iLtgen ber Ipriten Urnie megen de« 3ulammen- 'ringen« ber landwirtschalNichen jlrbeitcn und i nselg-d slen der Verzögerung deS Drulche« schließ lich auch wegen de« Mangel« an einem mertbe- ftänbigen iaßlungSmittel zu belürchten sei. daß. wenn bi« zum 15 Cltobcr btc Markenbrvtverior- uuiig a:ifbörc. Stockungen und ledensall« große Nn'.cherbeii in ber Brvtvertvrgung der Bevölte- lunq cinlielen werden werde btc im Kabinett bereit« angenommene Vorlage dem Vorläufigen Reich«wirifchaftSrat dtefer Tage zugeben, deren Haurtdcsiimmungen folgende sind

Bersiärtung d.r von der RcichSgetreibestelle au erwerbenden Brvtgelreid menge auf 2 bt6 2* Rlillioncii Tonnen. Möglichkeit ber

Fortführung der Markendrotdersorgung tn ben Gebieten, wo e« die politische und wirtschaft- iiche Lage unbedingt erfordert.

Wegfall ber öffentlichen (Mrcibcbeliefening in len Kommunalverbänd.n wv bie Brotverfvrgung durch e.gcnc iSmte ausreichend gefichert ei scheint und Anlirigsrechl für die übrigen Koni- niuualneibanbe aus unmittelbare Lieferung do<> Getreide an ihre Mühlen zum Tagespreis Aus solche Anlräge kann von ber Rcichsgctreibeltestc bi« zu drei Viertel ber bisherigen Rationen an die bezeichneten Rlühien Brotgetreide geliefert werden Durch diese direkte Lieferung .in de Mühlc:i fort vor allem da« finanzielle Rifi ko der Kommunal verbände «mvgef chattet werden Da« Getreide soll bann auf normalem Wege über bie Bäcker in den Konsum gelangen, alfo ohne Verteilung auf Brotmarken Die Auf- bn gung bes De treibe Vorrat« durch die Reich«- aeireideflelle soll hauptfächllch durch ben freien Ankauf im 3nlanbe erfolgen. ,

Für die Kartosfekversorgtmg bildete sich »ach dem Vorbild« der ®etreibefrebhbaRf tix Kar- toffetttebitbanl, die mit Hilfe bet ReichSbouk bte Kartoffelernte dem Verbrauch zufüchre» wist.

Die Aussichten für die Heibflkartoffefernten häl- len sich gegenüber ben Srnielchätzungen be« Vvr- lrmmcr-0 verbessert Rach dem letzten Saaten- fiand«bericht könne noch ml' einer M 1 IIe 1 ernI, gerechnet nxTben AuSreichenbe Mengen an Mar- qatinerchfl effen wie an Schmalz lagern Un In­land«

An Margarinerob ft offen find rund 85 000 Tonnen r-orbanben. die die normale Ver- fcigung der Brvvlleiung für mindesten« 12Wochen fichein An Schmal- und Speck befinden sich im 3iilanbc btnreichend« Mengen, um den norma­len Bedarf bl« auf iveilere« zu decken, während mit weiteren Zufuhren laufend zu rechnen ist 3n- felge eibähier Bereitstellung von Devisen ist ein« merkliche Entspannung auf den Fet- Märkten beid igefübrl worden, fp bah die ge­genwärtige T-nlorgung mit Margarine und Schmalz al« befriedigend bezeichnet werden kann ff.Triffe Schwierigkriien bekleben nur noch in bei Versorgung be« besetzten Gebiete« mit Schmal.« unt vpeck Um biefe zu bebe1 n. werden mit HUI« me» brllandischen L. b. »mtttelkredit« allmädflch für 2 Millionen Dulden S.' malz au« Holland ein- geführt

Infolge Mehrverbrauchs an Butter unb Milch auf dem Land« sind die Butter- unb Milch, 'itfertmgen an die Großstädte zurückgeganq >n. 5"ic Milchverforgung der Säuglinge, Kranfxm und alten Leute Ifi jedoch im allgemeinen sichergekieltt Die durch die Milchtcurrung emgeirelenen Hol- stände werden seit Januar k»S I« auf dem Wege der Mllchverbilllguiig bekämpft Zu die­sem Zweck wurden bisher monatlich 13.4 Mil­liarden Mark verteilt Die Anpastung dieser Sum­men an die Geldentwertung tffc tn Aussicht genom­men

Rach der darauffolgenden Aussprache Ira' der Ausschuß in die Beratung de« ihm vom R.ichS Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Begutachtung vorgelegten Entwurfes einer Ver ordn-ing über die Zuckerversorguna im Wirtschaltsiahre 1923 24 ein, der grunb'ahlid" s reie B wlrtschaftung vorsieht. Dorbehab- lich ber Sicherung einer an geniesten en Mundzucker- merrge und für den späteren ledJle« TBlrtfä,afte- iabre« eine Art VorvatSwirlfchatt Der Ausschuß stimmte dem Entwürfe der Dorgelegten Fassung zu

Der bayeristch« Ministerrat beKfcdHlgt« sich ebenfalls eingehend mit der ttrnäbrungÄlage und der Dersorgang ber Bevöl­kerung mit Lebensrnitteln Rach zweitägiger Be­ratung faßte er eine Reihe wichtiger Beschlüsse ble durch besondere Maßnahmen der Zurück­haltung deS Brotartieide« wirksam entgegentrelen und die xarloffelberfor- g u n g süberstellen wollen. 3n letzterer Beziehung wurde beschlossen, den F rächt brlel»wana lur Karwvei verkehr in Bapem einzufü hren. Bei ber Reich«bank wurde ein Kredit von 7 Billionen zur Vei'orgung der Bevölkerung mit Kartoffeln beantragt Besonder« scharf einschneidende 'Be- flUmnungen sollen ben wilden Haadei bekämpfe». Außerbaherische Höndier und DrMuser bcbftqea