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Poftsche<tlon1o:

Sranttnrt a. M. 11686.

Erstes statt - lsrs. Jahrgang Dienstag,

GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vn>« nnb Derlei: Brübl'fdjt Univerfitt<s-V«ch- nnö $temt>ru<ferei R. Lange in Sietzen. Sdjriftlcihtng tmb SeschästrfteSe: SchnRtratz« 7.

20. Mär; 1925 Annahme von Anzeigen fürdie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o.27 mm Breite örtlich 8O MK , auswärts 100Mk.;für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400 MK.Bei Platz» Vorschrift 20'/, Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Biegen.

Litauisch-Memel.

Ss muh für Herrn Poincare ein gewisser Trost in seinen Ruhrsorgen gewesen sein, als er am Freitag voriger Woche im Senatsaus- schuh für auswärtige Angelegenheiten ver­künden durfte, daß laut Beschluß der Dotschaf-- terkonferenz Wilna an seine polnischen Freunde gefallen und das ehemals deutsche Memelgebiet vorläufig von Litauen geschluckt ist. Das sind doch immerhin Erfolge des fran­zösischen Imperialismus, wenn auch im Kleinen und nur im Osten von Deutschland. Poincare servierte die Beschlüsse mit einer historischen Begründung, die an Schiefheit seinen elsaß-lothringischen Studien nichts nach- gibt, und er gab auch das juristische Salz je­ner Advvkatenkünste hinzu, die man von sei­ner Reparationspolitik her kennt. In Kowno geht man, wie uns ein M e m e l d e u t s ch e r aus Tilsit schreibt, mit Freuden auf diese Poincareschen Fälschungen ein. Die Meme- ler, die seit über 600 Jahren gute Deutsche sind, werden jetzt von den litauischen Zeitun­gen alsHerkömmlinge" angeredet. Memel sei urlitauischer- Boden (es hat in historischer Zeit niemals zu Litauen gehört); das Memel­land ruhewieder im Schoße der .Mutter Litauen'", die es als ihr halligstes Recht be­trachtet, es von den Schlacken des Deutschtums zu befreien.

Das Traurigste ist, daß die 300 bis 400 litauischen Flibustiere, die am 15. Januar dieses Jahres Memeleroberten", zum gro­ßen Teil unzweifelhaft deutscher Abkunft wa­ren, aber verwirrt und aufgepeitscht durch die großlitauische Propaganda, die ihnen gol­dene Berge int Memelgebiet versprach. Die litauischen Memelländer, die bisher mit ihren deutschen Landsleuten in völliger Harmonie .lebten, vielleicht nur hie und da gutherzig ge­neckt, wie diePillkaller" Grenzbewohner, wurden von dem Zugriff auf das Land durch die Abenteurer völlig überrumpelt. Seit Jah­ren bangen sie über ihr Schicksal, harren sie der Entscheidung durch die Entente, sind sie erregt durch das ewige Rätselraten:Wem werden wir zugeteilt?- Da wurde ihnen plötz­lich dasGlück der Befreiung- zuteil und sie spüren davon das Gegenteil. Sie fühlen sich einfach eingefangen. Die Vertreter dera. und a.--Mächte sind, Militär wie Zivil, sang- und klanglos abgerückt und haben die Memeler ihren Eroberern überlassen, nachdem mit offi­ziellem Schreiben der Sonderkommission (die aus dem Franzosen Clinchard als Vorsitzen­den, dem Engländer Frh und dem Italiener Aloise bestand) Seine Exzellenz, der Herr Mi­nisterpräsident des Memelgebieis,Dr. G a i- luS", zum Landesverweser bestimmt worden war. Die Mauern der Häuser schmückten sich mit den Plakalen desArmeeführers im Me­melgebiet-, Budrhs, eines früheren preu­ßischen Unteroffiziers, der seine Machtvollkommenheit bekanntgab. Der eigent­liche Vater des Memelputsches und Vorsit­zende des Hilfskomitees von Klein-Litauen, Martin Iankus, bekannt als derPa­triarch-, übrigens einer der Tlrheber der ge­samt-litauischen Propaganda diesseits und jenseits der Grenze, behauptet zwar, die preu­ßische Germanisierungspolitik werde jetzt nicht mit Gleichem, d. h. mit rücksichtsloser Litauisie- rung vergolten werden, aber die reichsdeut­schen Beamten müßten unbedingt dem memel- ländisch-litauischen weichen und außerdem hoffe das neue Regime zu sparen durch plan­mäßigen Abbau des Beamtenapparates. Mit dieser durchaus nicht einwandfreien Maß­nahme wurde sofort begonnen. Herr Gailus entließ sofort den Oberregierungsrat Dr. Zerbst und den Assessor v. Schlenther, die das Finanzwesen im Memelgebiet geleitet hatten.

* Der zweite Streich bestand darin, daß der Stadtverordnete Carl August Seyfried, feit 15 Jahren in Memel ansässig und Haupt­schriftleiter desMemeler Dampfbootes-, einen Ausweisungsbefehl erhielt und unter militärischer Bedeckung auf den Schub gebracht wurde. Also ganz wie die französische Kultur 5n Rhein und Ruhr! Die Vorzensur der Presse ist zwar in Reu-Litauen offiziell aufgehoben worden, aber gegen den Redakteur, derauf­reizende oder nationale verhetzende" Artikel oder Rachrichten bringt, wird nach einem an die Presse erlassenen Rundschreiben mit aller Strenge vorgegangen. Den Redakteuren wird aufgegeben, bei allen Rachrichten, die Ereig­nisse im Memelgebiet und in Litauen betreffen oder sich auf das Verhalten der memellän­dischen oder litauischen Behörden beziehen, zuvor bei der Pressestelle des Landes- direkwriums anzuftagen, ebenso bei Meldun­gen aus dem Ausland in Zweifelsfällen. Also doch Vorzensur I

Es herrscht eben Krieg im Osten wie tm Westen. Man drangsaliert die öffentliche Mei­nung, man erwürgt die deutschen Kulturinsti- hite, man geht an die Litauisierung der deut-

chen Schulen. Die alte deutsche Stadt Memel ist jetzt von ihren neuen Herren Klaipeda getauft worden. Dieses Wort ist nicht einmal litauischen, sondern vermutlich lettisch^vrischen Ursprungs und bedeutetSandweg". Aber die Hauptsache ist, daß kein Rame mehr an die alten Ordensritter erinnert, die von den Li­tauern wie Pest und Sünde gehaßt wurden. Die Memeldeutschen, die mehr als 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen, werden sich nicht Klaipedaner nennen lassen. Sie werden ihr Deutschtum bewahren, bis der Tag der Er­lösung von allen Rachkriegsübeln gekommen

Eine französische Frage an England.

London, 19. März. (Wölfs.) Der Pariser Berichterstatter- derTimes" schreibt, es ver­laute. daß die französische Regierung die britische befragt habe, ob Großbritannien ge­neigt sei, sich an Maßnahmen zu beteiligen, die dazu bestimmt seien, die Durchführung der Abrüstungsbestimmungen des Friedens- Vertrages Deutschland gegerüter zu erzwin- g e n. Wie auch der tatsächliche Wortlaut der französischen Mitteilungen beschaffen sein möge es sei klar, daß formell eine neue Frage vor­gebracht werde und daß die Tür für interalliierte Beratungen über die Sicherheit Frankreichs ge­öffnet toerte. In einem Augenblick, wo das Pro­blem der potentiellen militärischen Stärke Deutsch­lands den Alliierten vorgrlegt werde, werde es leicht fein, die Verhandlungen von der Frage der Reparationen auf die der Sicherheit auszudchnen. Wie erinnerlich, feien nicht- offiziell verschiedene Pläne zur Erzielung der Sicherheit Frankreichs vvrgebracht worden. Der eine Plan sehe die Schaffung einer interalliierten oder internationalen Kontrolle der Rhein- und Ruhrbahnen, ein anderer die Entmilitari­sierung des linken Rheinufers unter der Kontrolle der Alliierten vor; weitere Pläne umfaßten die Schaffung eines autonomen Puf­ferstaates und dieIntern utionali- s i e r u n g des linken Rheinufers unter der Kontrolle des Völkerbundes.

Dem Berichterstatter derTimes" zufolge scheine der augenblickliche Schritt Frankreichs in der einen oder anderen Weise eine endgültige Erweiterung der künftigen Beratungen und, vb- wc'hl dies als unrichtig hingestellt werde, eine allgemeine Erörterung der französisch-deutschen Drzishungen zu bedeuten. Man sei zurückgekom­men zu der ftanzösischen Idee einer gründ­lichen Abänderung des Versailler Vertrages mit Bezug auf die militäri­schen' Bestimmungen. Die Artikel 42, 43 und 44 (die militärische Anordnungen für das Rheinland betreffen) seien, wie behauptet, werde, in I1jrrrr augenblicklichen Gestalt nicht wirksam. Es werde daher erwartet, daß Poincarö bald seine Ansichten über diesen Punkt öffentlich bekanntgeben und erklären werde, daß die Hinausschiebung der Räumung des Rheinlandes rricht genüge, um der Gefahr zu begegnen. Im Zusammenhang da­mit seien Andeutungen von britischer Seite, daß unter gewissen Bedingungen ein militärischer Garantiepakt wieder angeboten werden könne, in Paris gut ausgenommen worden. Ein solcher Pakt aber würde, wie der Berichterstatter hervorhebt, aller Wahrscheinlichkeit nach genügen, um die Franzosen von dem Wunsche nach einem ihnen günstigeren Rheinland-Regime, als sie es jetzt hätten, abzubringen.

London, 19. März. (Wolff.) DieDaily R e w s" schreibt, der Plan der Entmilitari­sierung der Rheinlande unter inter­nationalen Bürgschaften an Stelle der augenblicklichen Besetzung finde in Frankreich and anderswo wachsende Zustimmung. Das Blatt gibt jedoch zu, daß der Plan nicht von außen fallen erlegt werden könne und daß er zu Boden fallen müsse, wenn er von Frankreich oder Deutschland verworfen werde. DieDaily Rews" bezeichnet die halbamtliche französische Erklärung, daß Frankreich jedes Vermittlungsangebot als feindlichen Äkt ansehen werde, als eine törichte Handln ng, die auch als eine solche behandelt werden müsse. Sowohl als Alliierte und Asso­ziierte während des Krieges wie auch als Unter« zeichner der Völkerbunds-Satzung hätten die Aach- barrt Frankreichs zweifellos das Recht und die Pflicht, ihre Vermittlung a.rzubieten und Ange­bote mit konstruktiven Vorschlägen zu begleiten.

Die Erschiehnng des französischen Postens am Essener Hauptbahnhof.

In einem Teil unserer gestrigen Auflage konnten wir bereits die folgende Meldung ver­breiten:

Bochum, 19. März. (WTB.) Rach ftan­zösischen Angaben ist in der Rächt zum Sonn­tag im Essener Hauptbahnhof ein französischer Posten erschossen worden. Da die Franzosen annehmen, daß der Posten von einem Deutschen erschossen worden fei, haben sie heute früh als Geisel folgende Herren verhaftet: Den Reichs- tagsabgeordneten Dr. Qua atz in seiner Eigenschaft als ehemaliger Syndikus der Han­delskammer, Landesgerichtspräsident Dr. Volmer, ferner den Direktor der Essener Reichsbankstelle Pee ko lt, sowie je einen

Direktor der Essener Großbanken. Der stellvertretende Bürgermeister D o d e wurde von den Franzosen gesucht, aber nicht gefunden.

Trotzdem niemand weiß, wer oder was an dem Tod des französischen Soldaten Schuld trägt, setzen bereits die bekannten ftanzösi­schen Rohheiten ein. Geiseln wurden verhaf­tet und Unschuldige mißhandelt. Wir erhal­ten heute noch folgende Meldungen:

Bochum, 19. März. (WTB.) Wie jetzt in Essen festgestellt werden konnte, wurde die Leiche des erschossenen Franzosen in die von den Franzosen beschlagnahmte Abteilung der Essener statischen Krankenanstalt überführt. Der Soldat befand sich im Keller des besetzten Hauptbahnhofes. Er wurde von außen durch einen Schuh getötet. Lieber den Hergang der Tat sind Ermittlungen von deutscher Seite im Gange.

Außer dem Reichstagsabgeordneten Geheim­rat Dr. Q u a a h , tem Reichsbankdirsktor Peckolt und dem Landgerichtspräsidenten V o l- mar wurden von den Franzosen im ßaufe des Montagvormittags folgende Herren in Essen als Geiseln verhaftet: Direktor Brandt von der Diskontogesellschaft, Direktor Kam mann von der Mitteldeutschen Creditbank, Direktor Bandmann von der Commerz- und Privat­bank, Direktor Morian vom Barmer Bank­verein, Kurt Hirschland botn Bankhaus Hirschland, Direktor Heinrich von Waldt- hausen von der Essener Kreditanstalt und Di­rektor Kerl von der Dresdener Dank.

Berlin, 19. März. Zusammenhängend mit der Erschießung des französischen Postens am Essener Hauptbahn Hof find den Blättern zufolge, außer ten als Geiseln Verhafteten noch die Führer sämtlicher K r a f t- wagen fest genommen worden, die einen ©taub am Bahnhof hatten. DemVorwärts" zufolge wurden die Chauffeure bei der Festnahme von den Franzosen mit Kolben und Bajonetten schwer mißhandelt. Weiter tourten die Beamten und Beamtinnen des Telegraphen- und Fern­sprechamtes, die sich in den Räumen des seit Wochen stillgelegten Betriebes aufhielten, ver­trieben, und das Gebäude von ter Franzosen beseht.

Die französischen Mordtaten.

Paris, 19. März. (WTB.) HavaS er­fährt offiziös, daß die französische Presse im allgemeinen die Ausgaben für die Besetzung des Ruhrgebiets stark übertrieben habe. In einem Schreiben, das der Finanzminister so­eben der Finanzkommission der Kammer habe ziehen lassen, seien die Kredite für die Ge - samtausgabenin den erstenvierMo- niten des Jahres angefordert worden, und Ätoar mit 196Millionen Franken; 36 Millionen seien von den Kosten als Unterhalt der französischen Truppen im Landesinnern abzuziehen, so daß sich die durch die Beset­zung entstandenen Mehrausgaben in den ersten vier Monaten des Jahres auf netto 160 Millionen belaufen.

Die Verlegung des französische» Generalftabs von Mainz nach

Düsseldorf.

Paris, 20. März. (WTB) Havas nreltet aus Düsseldorf: Die Verlegung des Ge­neral st abs derRheinarmee von Mainz nachDüsseldorf ist gestern durchgeführt wor­den. Die Dienststellen te3 Generalstabes werden im» Stahlhofe in Düsseldorf untergebracht.

Ein französischer Proviantzug entgleist.

Köln, 19. März. (WTB.)Arn 16.März, gegen 91/. Ahr abends, entgleiste bei der Ausfahrt aus dem Personenbahnhof nach Krefeld ein französischer Pro­tz i a n t z u g. Fünf Güterwagen wurden be­schädigt, davon drei vollständig zerttümmert. Die Ein- und Ausfahrt nach Düsseldorf durch den Viehbahnhof, sowie nach Krefeld ist ge­sperrt. Die Aufräumungsarbeiten beanspruchen längere Zeit. Aeber die Zahl der Verletzten ist nichts Bestimmtes bekannt geworden. Der Materialschaden ist sehr erheblich.

Die französischen Kosten der Rnhrbesetzung.

Bochum, 19. März. (WTB.) Die in Essen angcstt Ilten Ermittlungen über die Vor­gänge in der Nacht zum Sonntag, in deren Verlauf ein französischer Soldat und der 38- jährige Buchdruckereibesitzer Kurt Schulte er­schossen wurden, haben einwandfrei ergeben, daß Schulte ohne jeden Anlaß er­schossen worden ist, und daß er als Täter bei dem Anschlag gegen einen ftanzösischen Soldaten keinesfalls in Frage kommen kann.

Geldraub der Belgier und Franzosen.

Köln, 19. März. (WTB.) Die Del- gier haben bei der Reichsbankstelle in Mün- chen-Gladbach ein Guthaben von 68 Mil­lionen Mark beschlagnahmt. Der Di­rektor der Reichsbankstelle ist verhaftet wor­den. Hierauf schlossen sämtliche Banken.

Bei der städttschen Sparkasse in I ü l i ch wurden von den Franzosen die G e l d e r d e r Rhein- und Ruhrhilfe, angeblich sechs Millionen Mark, beschlagnahmt.

Belgische Kriegsgerichtsurlcile.

Krefeld, 19. März. (Wolff.) Das bel­gische Kriegsgericht verhandelte gestern in einer längeren bis in die Abendstunden dauern­den Sitzung gegen eine Reihe von Zoll- und Eisenbahnbeamten, die an der Kund­gebung am Bahnhof Kaltenkirchen anläßlich ter Verteftung des Zollrats Deichmann und der Abführung der Oberzollinspektoren Morel und Ufer teilgenommen haben. Es tourten nach ter Kölnischen Volkszeitung" folgende Strafen ver­hängt: Zollinspektor Petersen vier Monate Ge­fängnis und 200 000 Mark Geldstrafe; Oberzvll- rnspektvr Glickmann zwei Monate Gesängiris und 100 000 Mark Geldstrafe; OterzollinspektorStrauu> ein Monat Gefängnis und 100 000 Mark Geld­strafe; die Zollinspektoren Schmidt und Sommer und die Zollwachtmeister Vossen und Giirdihki je zwei Monate Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe. In Abwesenheit wurden ver­urteilt die Oberzollsekretäre Klug, Dann and Genvny sowie der Angestellte Schräder zu zu drei Monaten Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe; Eisenbahninfpektor Nissen zu 100 C00 Mark und der Eisenbahn-Supernumerar Delissen za 50 000 Mark Geldstrafe.

Die Franzosenherrschaft in Offenburg.

Nach einer Meldung desB. T." aus Offen - Burg hat das dortige Polizeikorps wegen ter französischen Grußforde^mng die Si adt verlassen und ist nach D i l l i n g e n gegangen. - Dir Offenburger Zeitungen sind für drei Tage verboten rvorden, weil sie Nachrichten über die Vorgänge in Du er brachten.

Die Besatzungskostcu für das amerikanische Heer.

Paris, 19. März. (Wolff.) Die Konferenz zur Regelung der Desahangskosten für das amerikanische Heer tagte von 10 bis 1 Tlhr. Der Tlnterstaatssekretär Wadswotth gab Kenntnis von den Demerkungen der amen kanischen Regierung auf die Vorschläge ter Dele­gierten ter europäischen Alliierten. Die ameri­kanische Regierung lehnt es ab, den Wert ter von Amerika beschlagnahmten deutschen Schiffe auf die Besatzungskosten verrechnen za lassen, erklärt sich aber bereit, einen Zahlungs­plan zu erörtern, ter mit z u k ün f t i g e n I a h ° reszahlungen rechnet. Die von den Alli irrten gemachten Vorschläge konnten nach dieser Richtung als Verhandlungsgrundlage dienen. Die Delegierten ter europäischen Staaten treten mor­gen zur Prüfung ter amerikanischen Bemerkungen zusammen. Die nächste Vollversammlung findet am Donnerstag statt.

Ein neuer Protest des Verbands der Bergarbeiter Deutschlands.

Hamm, 20. März. (WTB.) Gestern hielt der Verband der Bergarbeiter Deutsch-, lands in Hamm eine Revierkonferenz bet Ver­trauensleute, Betriebsräte usw. ab, die ein­stimmig eine Protestresolution gegen den gewallsamen Einbruch in das Ruhrgebiet annahm, welcher die Reparationsleistungen erschwere und den Dölkerhaß nähre. Die Fortsetzung des er­bitterten Widerstandes mit ftiÄ>lichen Mitteln gegen dis Gewalt wird angekündigt und die rücksichtslose Unterbrüdung aller Bewegungen verlangt, die einen bewaffneten Kampf nach außen oder nach innen anftreten. Weiter wird die He' an- ziehung ter besitzenden Kreise zu den wirtschaft­lichen und steuerlichen Opfern verlangt. Di: Ent­schließung wendet sich gegen jeden Versuch, der geeignet ist, den Widerstand zu lähmen oder den Kampf zu verlängern. Die Reichsregierung wird aufgefordert, keine Möglichkeit ungenutzt zu lassen, durch Vermittlung gleichberechtigter Staa­ten ten Ruhrkampf zu beenden und die Revara- tionskrise zu lösen.

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Hamm, 20.März. (WTB) Die gestern ab- gehaltene außerordentliche Generalversammlung des Gewerkschaftsvereins chri st kicher Bergarbeiter für das Ruhrgebiet be- tvnte in einer Entschließung den festen Willen, unerschütterlich im Abwehrkampf auszuharren, bis der französische Imperialismus von seinem wuhn- sinnigen Dernichtungsplan Abstand nimmt und das Ruhr gebiet räumt, sowie Deutschland 'als gleichberechtigte Nation im Rate der Völker an­erkennt. In einer Syrnpathieerklärung sprachen die christlichen Bergarbeiter den streikenden Käme- raten an ter Saar die vollste Anerkennung für ihren heldenhaften Kampf um die Derg- arbeiterrechte und ihre Enttüstung über das Ver­halten der ftanzösischen Dergverwal Lung aus.

Die Reise Lord d'Abernons nach London.

London, 20. März. (WTB.) Die Reise Lord d'Abernons nach London wird In ter Presse viel beachtet.Star" schreibt: Man fragt sich sowohl in parlamentarischen als auch in politischen Kreisen in London, wannunddurch welche Initiative das von allen einsich­tigen Persönlichkeiten auf beiten Serien des Ka­nals a l s z w e ck l o s e r k a n n t e R u h r u n t e r- nehmen der Franzosen beende t wer­den wird. In manchen Londoner Kreisen f