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«ttteint loyl'ch, *■#* Sem- anb Qritrtag«, ■ ti beSawsttiäsfreflofle: •(«fcenerfy« mitten« Urtier »•*ee.8<ief»»r<le 160 mtflioatn a. 15 TM Mark I*4gtrU>l>n, auch b. Sh*t«1cb«hitn einzeln. Ihiniweni hrfolgeWberer e**att.- %<re (pred). laKblflO« stzrdteLchrtft» tettxng 112; fflr Oerlag nb 61.
Anschrift fta vrahtnach» nchie» lejdftt Oietze».
peUHMtoU«-. $rtiffxri <_ H. 116*.
173. Jahrgang
Dienstag, 16. ©ttober 1923
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
»nrfeHDftief: vrShl'sch« UwtoerHläti.Bnd?. nb Stdnbnidertl R. Lange In «letzen. Schrtstleltnng enb GeschSstrftele: 5chn«tratze 1.
Sewebrnt ooi Sijtlaet ftr bte läge« wumma bi« gnm 'Jlatmtttag vorher ohnefede verbindlich Kist. 5rtt» lll 1 «■ Ml lür njtlqeno.27 mmBrtiü 6rt'<- Drunbzahl 55 Mb., auem.TOUL; f. HekUme- A»,eigen o.70mm tireite 225 JJ(ii.x600000Sd)I Vlatzvorschrift 2O’/,au|- schlag - verantwortlich für Politik u. JJeuiDeton l)r Frirbr. W.lh. Lange, für den üdagen leit: (Ernfl,Blum',Aeui;fQt ben Änyigtrrttd. Han» Leck, sämtli ch in Biegen
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Die Lage im Ruhrgebiet.
Berit er. 15. Oft (TM*B ) 2fci« bem Ruhr- gefrtel tr*rt> mtigetetlt Der Aufruf bc« Reich«- DTrlcftrüintatfler# an bte ötfenfratiner In ben bc- t^ten ®efrtetvn geigt, bah deutfchersells alle« gc- an totrö. um etne öntfixinraxifl ber Gage frerfrcl- (ufüfrrm TDle au« Streifen ber (ZtlenbabngetDerf- (chaften vertäu fei werben auch b irte Ihren gangen WnfLtfi aufbieten, damit die allgemeine Arbeit«- aufnatwne möglichst schnell unb retbung6lt>6 fich nofigiebt
®iw flnmbtefletf* Ttexbemg der Lage fan aller di» gs u«r herbei geführt werde», toexn der Mta« xnb Personenverkehr wieder a»f ben
Stand Boxn 11. 3<nrear gebracht tzvftd
9m Vervehneen noch Kea bfecht igt bte Kegle ein ft - weAe», nur den lBerkehr auf den groben Oft 'IBeft- ftreten zu verstärken Solche Klafrxibmen allein find nach Ansicht führender Wirtschaftsfteift nicht geeignet, bte Kü<f8efrr *u normalen ßuftanben zu gewährtet sten @6 wurde bc*froTb beantragt, bah mit grShtmöglichster Beschleunigung alle stillgelegten Streiten wieder in Verkehr genommen werden und das, kn« Anschlüsse nach bem unbesetzten Gebiet s icherge stell t werden. töctier müssen auch die An Ichlu beeise der .Zechen wieder freigegeben werben Die schnelle Wiederherstellung des 8 i f enbababetriebe« ist für da« Ruhrgebiet vor allem be6bafb auherarbent- uh wichtig, weil gerade ta dlesen Lagen die Ber- forgimg de« ®< biete« mit Leveirsmitteln. tn«bc- ftntbere mit Startoflein. für den Winter erfolgen mufl Mr die Stadt Esten werden allein 5000 Wac.wn« für den Kartof feftransport benötig' Dera.-tge Dran« Porte sind nur frei weiterer Freigabe stillgelegter Ctreden zu bewältigen
«bu Besserung der öefanrtlage kann aber aad) wnr ein treten, wen» die militärischen ein» griffe hi die Wirtschaft ein Ende vähwen
Die gestern erfolgte Besetzung der Zechen .Gras Beust" und .Aerhrle«" hat neue Erregung unter der Arbeiterschaft hervorgerufen da eine wiche 'Betetomn no* Wckgghc tv» passiven Widerstande« völlig sinnlo« ist und sich bei gutem Willen Tran«hort- unb Verladernöglich- Mtee finben üxtben Sin weiterer Ctngriff er» folgte bei ber Firma Krupp Dort würben für Zwecke ber Sifenbabnregie 24 Düterzuglvkomo- tftsen unb 172 Güterwagen reguniert Es must fchleestlich hervorgehoben werden dast die Oe - ben-mittelunruhen unb Plünderun- gen bi einer "Reibe von Orten bei besetzten Oe- niete« nur de«halb gröfieren Umfang armebmen konnten, weil die polizeilichen Machtmittel nicht ausreichen Da« gilt ganz besonders von Düsseldorf, weit lte dort kurz vorher ausgewtesene Schutzpolizei nicht in der Lage war dem plündernden Gesindel und den Verbrechern -nigcgenju treten.
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Vach ber „ÄMn 3tg.“ sind au« Trier neuer bing« 13 Eisenbahner und die Gewerkschaft«- fefretäre Dah m unb Da nie! ausgewiesen worben 3n Euren wurden 19, m 8Herrnq 3, in Bitburg 4 Eisenbahner unb in Braunholder der "Bürgermcifler Wotzlt auSgewiefen
Die Bezahlung der Sachlieferungen.
Pari«, 15 Oft. (WDB) Die Hava«agentur verbreitet folgende Depesche au« Brüssel Sine Berliner Rachrichi kündigt an, die deutsche Ae- flierung sei nicht in der Gage, den industriellen die Stoffen zu bezahlen, die sie den Alliierten liefern Die Heilungen glaubten hieran« schliesten zu müssen, bah die Reparationskohlen nunmehr von Frankreich unb Belgien bezahlt werden Da« Ist nicht der Fall
Aach dem Abkommen zwischen deutschen Behörden und den franzSsischen Besatzung«» behörden werden die Kohlen Belgien und Frankreich gratis geliefert. Den Industriellen stehe eS zu, sich selber durch fifyre Regierung die Zahlung zu sicher«.
Hierzu schreibt der .Temps" Die deutsche Regierung sei mcht in der Gage, den 3nbuftrieHen der besetzten Gebiete den Preis der Lieferungen an Pmntfreid) »urückzuerftatren Der Reiche kanzler habe ^ntn ©timte« davon benachrichtigt Wvstc der VetchSkanzler dadurch, bah er sich weigere, die Sach!leserungen zu bezahlen, einfach daran er- innern. bah man mit ihm verhandeln müsse oder habe er selb einen Zahlungsplan trortfcreilct und warte er nur aus bte Gelegenheit, ihn vo-zubrtngen? Wenn der Reichskanzler cm Programm, um die Zahlungen der Sachlieferungen sicherzustellen, habe, RI nicht« leichter al« eine Verhandlung nach den Bestimmungen de« Der- trage« her beizufuhren
eobalb die letzten Lrscheimuugeu btt Wider» Raube« im besetzten Gebiet verschwunden feien, habe die deutsche Aegierun^^rr Programm nur der Veparation«kommtssion, fei e« direkt, fei H durch die alliierten Vegieruagea, zu ftbenrttteta.
Bber man müsse auch den gegenteiligen Fall In« Auze lassen, nämlich, hast der Aeichr- kanzler für ben Augenblick nicht die 2v>stch! habe, bie Sochlieserung.m zu bezahlen, unb selbst wenn er der Aeparationswmmisslon einen Zahlungsplan übermittele mülle man trotzbem eine lieber- gcmg«uerrobc schass«' bis zu bem Tage, an bem ba« Programm angenommen unb au «geführt «xrbe Wie werde man dann die Sachlieserungcn Iw-mzieven? Allo aus alle Fälle stehe man ber vtxmtualität gegenüber, bah bas Deutsche Deich mcht bezahle Da bie Politik ber französischen
Vegierung gradlinig sich vollziehe, fönne die .Frage mit Hilfe ber Grundsätze gelost werben, die Poin- cari vor ber Vuhrbesetzung am 2 Januar ojr der Interalliierten Stommiffijn in Pari« ent- cvvrten habe Wenn Herr Slresemaim jetzt an- kündige, bah ba« Deutsche "Reich nicht bezahle, wei be er Frankreich nicht in Verlegenheit bringen 2« werbe sich auch in keine Kombination wirtschaftlicher Hegemonie einlassen, aber
es werde um fo eutschlofsm er Steuern uuter der Autorität der Iuteralllierteu Aheiulaudkom» mfffiou unb unter der Autorität de« franzö» fisch-belgischen Kommandos im Ahe in lande und trn Auhrgebiet erheben
Diese Steuern würden e« ermöglichen, die Sach- litferungen zu bezahlen, für ben Fall, bah da« Deutsch« Aeich diese Bezahlungen nicht durch- führe Die Weigerung de« Reichskanzler« beweise einsach. bast Poincare gut daran getan habe. Dorsicht«mähtegeln zu ergreifen.
Der Sonderbenchterftotter de« .Petit It>ur- nal" meldet, dah die 5*age ber Wiederaufnahme ter Sachlieserungcn rtac) seiner Ansicht weder für bie deutsche Regierung -roch ff r die Franzosen unb Belgier reis sei. unv hast diese Frage c r ft bann verhandelt werden Br nc rxmn bo6 Ruhr- aebiet seine normale wirtschastlia.» Tätigkeit wie- dergefunden habe Er habe gestern erlayren. dast von jrtner neuen Demarche de« deutschen Geschäftsträger«. Botschaftsrat Den Heefch bei Pvmcars d-e Rede sei. die wahrscheinlich sich auf bk Sachlieser ungen fr.ziehen werte Vlun dürfe fragen, ob diese Unterredung nicht verfrüht sei. Die Gage im Ruhrgebiet sei noch nicht ge- Härt, man sehe nicht, was ©tretemann Frankreich Positive« und Genaue« anzubieten habe bevor er sich mit den deutschen Industriellen gc^nigt habe
Der Reichskanzler zum belgischen Reparattonsplan.
Paris, 16 Oft. fWTB > Der Brüsteler Berichterstatter de« .Petit Paril'en" mclb«, ber 71 e t ä>« f a n j le r habe sich für die belgischen technischen Studien, die jetzt ber Repara » tivn«kvmmission zur Tieratung übergeben Vörden seien, interessiert unb mit bem belgischen Betlchasler in Berlin davon gesprochen Er habe die Punkte gekennzeichnet, über die ihm ein 2Q>- tommen möglich ertcheive. und die. die er weniger annehmbar finde. Diese Fühlungnahme, bie der Reichskawler gewünscht habe, beweise tat- fächllch. bah der Wunsch nach Derhanb- langen bei bet Retchsregierung von lag z»
Die neue Rentenmark.
Die Errichtung einer Rentenbank beschlossen. — Die Papiermark bleibt Zahlungsmittel. — Ausgabe neuer Goldanleiheslücke.
Berlin. 16 Oft iWTB i 7lul Grund de« Errnächt,gung«ges» tze« Hal die Reich«regierung die E r r ich 1 u n g einer deutschen Renlen- b a n k brtchlosfen Die Papiermark bleibt ba« gesetzliche Zahlungsmittel. Reben der Papiermark w»rd in der von der Deutschen Rentenbank ausgehenden Rentenmark ein roertMtänbig?« llmlaufOmiltfl geschallen, das von allen öfftni- lichen Kassen in Zahlung genommen werden wrrd Die Rentenmark ist gesichert durch auf Gold» marf lautende erststellige Gruudfchulden auf deu gesamten deutschen Grundbesitz und erstrangige Goldobligationen der Industrie, des
Handels und der Banken.
Sie ist jederzeit etnlösbar gegen verzinsliche Goldrentenbriefe G« darf mit Zuversicht erwartet werden, dast diese« neue Zahlungsmittel das nach feiner Eigenart da« Höchst mast an Sicherheit bietet, im Derkchr mit uneingeschränk- tem Tertrauen ausgenommen wird Die Deutsche Rentenbank wird von Tkrlrrtern der Landwirtschafi der Industrie, de« Gewerbe«, de« Harrdel« und der Banken errichtet werden Die Mitglieder de« Derwaltungsrate« sind au« führenden Kreisen der gesamten deutschen "Drrtschaft bereit« gewählt Der Auftrag zur Anfertigung ber Rentenbankscheine, die die Unter- schrislen bicki Pertöulirk.iten tragen werden, ist erteilt worden Die Deutsche Rentenbank wird dem Reich Zahlungsmittel im Betrage von 1,2 Milliarden Renten mark zur Derfügunz stellen
Gleichzeitig mit ber Ausgabe der Reutrnmark wirb bie Reichsbank bie Diskontierung von
SchatzanWeisungen des Reiche« einstellen.
Damit wird die 3nHation«quelle der Papier- marf geschlossen und für die Reichsbank die 75afrn jur Wiedergewinnung ihrer Sigenschast als eine» wahren Dvlbnotenbank freigemacht Die Rentenmarf wird in einigen Wochen im Verkehr erscheinen Um baldmöglichst viele wertbeständige Zahsungsmfttel in den Derfehr zu bringen, hat bie Reichsrogierung au herbem bie Ausgabe von kleinen Stücken ber Golbanleihe (1, 2 unb 5 Dollar bi« zum Betrage von 200 Millionen Vvldmarf) beschlossen Damit nicht auf die Dauer zuviel verschiedenartige Zahlungsmittel im Berfehr bleiben, ist ba« Reich bereit, im Gaule bc« 3anuar de« nächsten Wahres die kleinen Gold- anleihescheine auf Wunsch in Rentenmark umzutauschen Wer die Goldanleihe al« Anlagepapiere behalten will, wird hieran selbstverständlich nicht gehindert werden. Diese von ber Reichsregierung heute beschlossenen Mahnahmen sind
«ine Zwischenstufe zur endgültigen Lösung bei Wahrnngsfrage, bie nur in ber Rückkehr zur Goldwährung bestehen kann.
"Voraussetzung jeder endgültigen Regelung unterer Verhältnisse ist neben der Klärung der auh?ii-
kvlilischen Gage die Wiederheiftellung der finanziellen unb wirtschaftliche'' Ordnung im Innern Dafür sollen ba« Ermächtigungsgesetz unb ba« Aibeitszeitgefetz ben Grund legen Aui dem Boden des Ermächtigungsgesetze« ist bereits die Umstellung der Steuern auf E oldrechnung erfolgt, die DennrbÜmachungSceiorbnung zu.-etS Deftv.ung bei deutschen Vftrtfchaftskraft von Hemmungen gcänbeit, und die Grundzüge für eine duich- gicifcndc Einschränkung der Ausgaben geschaffen Auf dieser Bahn wird die R.nchsregierung fort- schreiten.
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Zu dem KabinettSbeschlust über die neue Währung äuflerte sich bisher nur ber .Bor- wärt« Da« Blatt schreibt Da« ganze Pro- iekl ist nicht so sehr zu beurteilen nach währung«- technifchcn G >icht«punften. unter denen man mancherlei Bedenken tage gen gellend machen kann, (entern au« der gegenwärtigen Rotlage herauS. die zu rafchen Mastnahmen zwingt Eo ist hohe Zeit, dast man endlich au« ben theoretischen Erörterungen herauSkomml and vrak- Irfch len Schein «ur neuen IDäfrrung unternimmt In txn Gvltschuldverlchveibungen ber iSimxTb«- ftänbe fat t>a« neue Zahlungomitiel eine hochwertige Dechung
Die Wertbeständigkeit des Zahlungsmittels wirb allerbings nur bann garantiert sein, wenn es wirklich gelingt, den Staatshaushalt ins Gleichgewicht zu bringen.
Darüber hinaus wird es daraus ankomm-en. da« Zaf lungSrerfprech-en, welche« las neue Geld in sich trägt, so glaubhaft al« nur möglich zu machen, intern man mit grösster Beschleunigung an die Qluegjl : von G 0 ldn 0 Ien frrangebt und damit den Schritt zur tatsächlichen Goldwährung vollendet.
Der .Gofalanjmger" will bereits folgende Einzelheiten de« WährungsproieNe« willen Da« neue G.lb. ia« den Romen .Rentenmarf" führen wird, soll in Scheinen von 1. 2, 3. 5. 10. 50, 100 und 1000 Rentemnarf ag«ff.geben werden Klei- ne re Stücke tn Pfennigen sollen geprägt werden. und zwar in einer Mischung von Aluminium unb Mellrrg Sowohl der Druck der Scheine al« auch die Prägung der Scheidemünzen ist be r e > I « 1 m Gange Voraussichtlich wird da« neue Geld in der ersten oder zweiten Novemberwoche in Umlauf gebracht werden Die neue Rentenbank wird als Geiler einen Präsidenten haben, der bi« »ur Stunde icdoch noch nicht ernannt ist Der VerwaltungSrat wird au« 14 Mitgliedern t-cstch.n und sich au« führenden Angehörigen der Gandwirtschaft, der Industrie, der Grvstfrank.,1 und de« Groh- und Kleinhandels zusammenletzen Auster '^km VerwaltungSrat soll ein Auf- I, <ti t « r j t von 36 Mitgliedern eingesetzt werken Die Errichtung ter Rentenbank toll noch in dieser Woche ersolgen.
Dag grober werde, während zu gleicher Zeit die Verhandlungen bec_ Vertreter der französischen und der beigiichen Regierung >n ben defehten De- bieten sorlgefeht würben.
Die oderschlestsche Streikwelle.
Beuthen. 15 Oft lWDB.i D^e Streikwelle, die in diesen Dagen über Oftofrerfchlesi'n geht. IdXint fich auch auf den deutschgebliebenen Dell Oberschlesiens auSdehnen zu wollen Die Belegschaft der Preutzen-Grube auf den Delbrück- schächten hat am Simstag die Arbeit niedergelegt. Desgleichen sind die Arh, i ,1 der Hedwig-Wunia>- Grube nicht eingefahren Der Grund hierfür liegt in ber allgemeinen Teuerung Zweifellos sind aber auch hier wieder radikale Hetzer am ^D?tk Am 6am«tag haben in den Betrieben überall jtbfhmmungen ft.rttgefunben, mit dem Ergebnis. bah sich die Belegschaften teils für. teil« gegen ben Streik aussprachen Auf den Gruben und Hütten wird weiter gestreikt. Post unb Telegraph arbeiten wieder.
nachdem bie polnische Regieruug ehte Der» otbnung erraffen hat, hast alle hn Streik ver» harrenden Arbeiter unb Angestellten fristlos zu entlassen sind.
Bei den Eisenbahnern hat diele Drohung nicht den gewünlchten Erfolg gezeitigt, denn ber Bahn- perfebr beschränkt sich nur auf bie DurchgangS- züge. die von ben wenigen oberschlesischen Arbeitswilligen mit Unterstützung von au« Äongrefjpolen frcrangrhclten Beamten geführt und abgefertigt werden Die Regierung geht austerordcntllch scharf vor. Besonder« ichurs ist auch ,hr K a m p f g e g „• n bie bcutsche Presse. Die gesamte Druckerei de« deutschen sozialistischen .V v l k S w i 11 e n" in Kattowitz bleib: weiterhin militärisch besetzt, die Alzidenzbruckerei de« .Oberschleslschen Kurier" in KömgShüttc wurde wieder fr ei gegeben, ber Zeitungsfretrieb aber versiegelt. Ferner wurde da« Zentralhatel tn Kaitowltz, der Äh der deutschen sozialistischen Partei und der Dewerfschasten. besetzt und gesperrt
Giuzetuen bentschen Berichterftatierx wurde Schutzhaft äuge droht, fall« fU an be« Ans» lanb Rachrichten über bie Dorgänge tn Oft» oderschlesien t»e Her geben würben.
Rachträglich wird bekannt, bah es am Frei lag zu Zusammen frühen zwischen grvhpolnischen Polizei- fonnationen, die nach ber Weigerung der ober- schlesischen Mililür- unb Polizerkräfte. gegen ihre I Qoribtieule voitzugehen. herbeigeholt worden flnb, unb OtretCenben gekommen ist.
Der Wahrheit entgegen!
Bon Professor Z Dreher. Friedberg
Die Gügc von brr Alleinschold Deutschlands, dem Krrnpunft des verbrecherischen Deufelspakle« von Versailles hat die Hoffnung ber Menschheit auf eine Well-Rechtsordnung in Scherben geschlagen, bie Weltwirtschaft au« den Angeln ge- leien und zu unabfebbarum Katastrophen geführt Die .Schuldfrage" ist eine .SchuDenfrage"' ae- wordrn. unter deren Gast Deutschland als Gohn- ftlaix bc« Sntcnlekapftaltsmu« unb Militarismus elend zugrunde geht und ganz Europa mit tödlichem Pesthauch erfüllt Da« von einer ge- w sienlofen Hetze aufgepeitfchte Ausland freilich haft ten Weltkrieg für einen .heiligen Shrcuzzug fltgra den . Friedensbrechcri" Deutschland unb uberläfjt deshalb da« um den Derbe 1 fronen Rechtsfrieden betragene, durch listige Versprechungen entwaffnete deutsche Volk kaltlächelnd bem sabiftt- fd en VernichtungSwillen Frankreich» Die bedroh- hdx "Delilage kommt aber erst dann wieder mS Dleiitgewichi. wenn die Beziehungen ber Völkei durch unparteiische Erforschung der wahren Kii.gsursachcn imb durch Herstell ing eine« tat- scchlichen Rechtsfrieden« entgiftet werden
Unsere Feinde stellen da« über Deutschland gefällte Dodesurleil von Versaille« heuchlerisch als .ein Gebot der Moral" hin. da« nicht auf ber Riid.rlag frnkern auf der Allelnschulb Deutschlands am K' egSausbruch beruh Aas den In- zwifften von ber Comietregierunq zutage ge- fpri<rtrn niffifcten Geheimdokumenten ergibt ftch cintuinbfrel, dah nicht Deutschland unb Ocfter- rrick». sondern Rutzlanb unb Frankreich, im ®ln- p. r'tänbnir mit England unb Serbien ben Delt- tianb böswillig entfesselt haben Warum macht die deutsch? Regierung von dieser Waffe keinen Gebrauch und wendet sich nicht in flammenden Pretesten immer wieder an ba« „demokratisch Wellgewisfen" und die .Internationale", frtö et» unparteiischer DeltgenchtShof eingeletzt wird?
Wir (ennen heute den Wortlaut der französisch-russischen Militarkonvenisov vom 17 August 1892 Danach durste bie einmal verfügte Geiamtmobilmaching keinesfalls mehr rückgängig gemacht werden, sollte gleichbedeutend mit Kriegserklärung sein unb verpflichtete zu sofortigem Angriff! Am 11 April 1912 erhielt ber Warschauer Bezirk nochmal« bte ausdrückliche Wellung, ball .da« Mobilmachung«' iclegramm al« Allerhöchster Befehl für bie Eröffnung der Krtegstattgk. it gegen Oesterretch unb Deutschland zu gelten hat"
Welcher Geist die Ententemächte beherrschte, zeig: weiterhin die vom 18 31. August 1911 ab- aehallene Konferenz ber Generalstabs- ckef« non Frankreich und Rußland Artikel 3 de« damals zur Vorbereitung de« Welt- kneges abgefahten Protokolls erklärt. b.ih Frankreich .vom 12 Dage an in der Gage ist gegen Deutschland die Offen,ine zu ergreifen, mit Hilfe der englischen Armee aus dem linken Flügel" .Deutschland muh zu gleicher Zeit im Westen unb im Osten angegriffen werden" Allerdings erscheint .Ruhland vor wenigsten« A_rcl Zahrer (allo vor 19131 nicht imstande, gegen Deutsch land einen Krieg mit Dewiftheii oce Ertviges führen zu können" Zur s.egenseitigen Verständigung während de« Kriege« ist im Artikel 4 unter anderem .telegraphische Verbindung über die Vereinigten ©.aalen von Amerika" vorgesehen
Rach dem zweiten fianko-rullllch-n General» stabsprrivkoll vom 1 14. Zuli 1912 plante man die Benutzung der .in 7!01 wegen schon bestehenden kaohtlosei Stationen Das dritte Äonteren».. Protokoll vom August 1913 besagt herüber .Die telegraphischen V.ibuidungen zwilchen bem russischen und d.m sran.zök>schen Generalftabe können durch englisch: Kabel unter englischer Vermittlung ausgenommen u-etbra De Vereinbarungen mit Gondon sind soeben abgefchossen worden T‘ Ebendort he ist l es krnrr .D« ist also die völlige Vernichtung der deutschen Strettfräflc. welche um jeden Preis und mit Anbeginn der Operationen erstrebt werden eiuh. Die weitere Entwicklung deS Eiscnbahiin.h.s bildet etmm ber wesenIllche» Fr'ktoren füi ein derartiges Ergebnis General Gllmsky setzt auseinander, dah die aus ber vorigen Konferenz (Juli 1912) in Aussicht genommei:n Ai beiten folgendermahen auSgeftihrt worden sind Man hält es zur glücklichen Durch
führung de« FvidzugsplaneS fü. ,.-rforderlich, dast die fran.>ö(i1ch<n Armeen etne auSgriproche, zih- lemnähigc lleberlegenheit über bie deullchen Streitkräfte im Westen heft Yen"' .General Zoffte fetzt auseinander, bah es für die Desamt- (age der be bra Armeen von Vorteil wäre, wenn die rulllsche» Streitkräfte im ®ouDemement War- 'chcm schon in Friedenszeften derartig disloziert wären. ba#> sie eine direkte Bedrohung Deutschlands bilden"
Die hier protokollarisch f elf gelegten militärischen Mahnahmen Frankreich« und RustlandS beleuchten grell den Krtegswtllen der Entente Heute wissen wir au« den Akten der russischen Archive, dah Sasonow tm September 1912 von England und hn Rovember 1912 von Poincare sozusagen eine Blatt ko Vollmacht zur Einfädelung be« Weltkriege« erhielt, und bah Poincark In der Rocht vom 29 auf den 30 Zull 1914 Ruhla nd hinterlistig ben Rat zur heimlichen Fortsetzung ber Mobilisierung aab. um Deutschlands Friedensbemüfrungen die Spitze abzufrrechen. da man der Wafsenhllft England» bereit« sicher war unb bestimmt auf etnen schnellen Sieg rechnet»


