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Ur. 2(? Swett« Blatt

Eiebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Samstag, (5. September (925

Sturmzeichen.

Dk Kommunisten In S a ch f e n und Th ü- ringen halten anscheinend ihre Stunde für gekommen Ihre Aktionen bewegen sich auf #Def verschiedenen Kampfplätzen dem Paria- ment und der -Straße Dem Kabinett Zeig- ner in Dresden, c$fm trauriger Ruhm ganz Deutschland erfüllt, drohen fie mit demselben Schicksal, von dem das Kabinett fröhlich in Thüringen bereits ereilt wurde Zeig» t Vie Fröhlich bedürfen nämlich int Landtage öer kommunistischen Stimmen, um eine Mehr« h*'« Au belinen In onni,»/., <*!u3cn sich bei her Abstimmung über ein bürgerliches Miß- trouenSvotum die Kommunisten zu den Deg- nern der lozjoljstischen Regierung. D'cie ist daraufhin Aurüdgctretcn. Sollte nicht in letzter Stunde irgendein Ausweg gefunden werden, so wird Thüringen wieder einmal Reuwahle.t erleben Zu gleicher Zeit erleben die sächsi- fchen und thüringischen Städte einen Terror der kommuni st i'chen Hundertschaf, t en, wie er noch nicht dagewesen ist. Alles Bürgerliche ist vooelfrei. Ein deul'cher Tag in Dotha ist von den kommunistischen Knüppel­garden unter wohlwollender Assistenz der Van- despolize, zersprengt worden Aus vielen Orten wird berichtet, daß Fabrikanten und ihre Frauen in gemein st erD eile mihhan- delt wurden. Aehnliche Heldentaten wi? in Dvtha werden aus dem preußischen Wernige­rode gemeldet 3n vielen anderen Gegenden deSRe che« scheint sichA-hn ich.« zu eniw.ckeln ?R»tnorF<'n«ftvw' r» !( h -.fc f -1 t.r« x; . - « k ....

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linken Flügel ihrer Panei stehenden sächsischen Sozialdemokraten doch zu merken beginnen, daß sie nur die Statisten für bas koinmu- nistjsche Gewaltregiment fein sollen. Ob Folge­rungen hieraus gezogen werden, scheint uns unsicher Wir sind überzeugt, daß die preu- hische Regierung weuerhin eine feste Hand walten läßt Don den sächsischen und thüringi­schen Ministern kann man leider ein entschie­denes Zugreifen gegen die Linksradikalen kaum noch erwarten Es wird Sache der Reichs- reqierung fein, die Borgänge in Mittel­deutschland genau zu verfolgen und die dor­tigen Regierungen gegebenenfalls energisch auf ihre Pflichten hinzuweisen ES muß den dortigen Herrschaften klargemacht werden, daß die Reichsverfassung nicht nur auf dem Papier sieht

Tatsächliches zur Beamten­besoldung.

"Bon dem Vorsitzenden de« KreiS- febrerverein« (Stehen yfrt unS eine Zu­schrift au die wir als einenBeitrag *ur VeamtenbesvldungSfroge unseren Lesern im folgenden aut KenntrnS bringen

D Red

Zn dielen Tugen, da tn den weitesten Kressen die öteuerWxnaube sich immer fühlbarer und un­angenehmer bemerkbar mach!, suchen die betroffe­nen Kreise den Quell ihrer Sorge und glauben ihn vielfach In der B. amten schäft gefunden zu haben .DieBeamtenschaft frisst an« auf, sie zerstört unser Wirtschalloleben. sie treibt un6 m« SIcnb und mäftet sich gesund, sie jagt unsere Steuern empor und peraeort die drgebntllc unserer schrif- len den Arbeit in einem behaglichen Drohnen­leben so ähnlich lind die Eedankengänge. die man tft zu hören Erlegen heil hat.

Ist « wahr, datz der Beamte so ceich'ich be­dacht wird daß von Entbehrung f.inc Rade mehr fein fqmi ? Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, de: sieht an io mancherlei Anzeichen, bah die Beamte schrti in-j besondere die unseren und mittlere Bumtenlchall. bt< auf wenig. Aus­nahmen der fortlch.eilenden 'Berarmang und Ver­elendung preisgegeben ut. und die wenigen Aus­nahmen In der Beamtenschaft, dir nich2 zu Nagen haben, die verdanken ihren auskömmlichen Lebens­unterhalt nich- ihrem Eehall, sondern irgendeinem lohnenden Qlrbenci m. i b odei Brunbhefih oder bcrgl Von solchen Ausnahmen auf die breite Malle der Beamtenschaft lerallgemeineimd zu schließen, ist abei d.irchauS re l.hr!

Die nächst h.ndc lL;bcili±t zeigt jedem vor­urteilslos Deutenden. wie daS Erhalt de« Be­amten planmäßig hinter der fortschreitenden

Bauliches und Beschauliches aus dem Kreise Büdingen.

Wieder einmal bin ich m Büdingen und seiner Umgebung umfergestieift, habe bet präch­tigem Wetter die schöne Landschaft, alte und neue Bau den (malet und eine stimmungsvolle Feiro auf mich wirken lasten

Bei einem Eange dur ch di? Stabt habe Ich die Umwallung iril den 'di uteu und dem Oerjfa- lemei Tor, das alte Schloß mit feinen schönen E' kern und manchen alten piächtige r Bau wieder begiüht.

EegenAbend bef.nte ich meinen Rundganz aus iu uvii .,i den .jv.'n Zag,en entiundene-., und den nach »ich, roll, nbeten Bauten Ich freute mich . bei drs f.inc Be,itindnis. mit dem die In cutcn Vcrhältnifi. rill solidem Material er- > ichtcirn Bauten behandelt und abgetönt find yin Haus für zwei Oberfödieiei m mit jim Woh- niingen. ein Hau« für vier kleine Wohnunaen, sowie "ein fleince Heim für einen Eendarmen find l c.eitS sei tiggeltellt

An einer mit jungen Linden besetzten Stra- i er. nnbimg und naf* einer zu ni dl legenden ld>5- n< n Raumgrukpe crltobt sich bereit« der erste Ltock des zu ci lichtenden KroiSamtSgebäade«. be­stehend au« Mittelbau mit Portal und Freitreppe aus rotem Sandstein und zwei zu rückt rot enden Seitenflügeln, zur Aufnahme de« Amte« und mehrerer Dienstwohnungen pvrge'ehen Dahinter dehnen sich die Wiesen nach Bücheö zu au« Mit den blauenden Bergen und einem flammenden Abendrot aiS 2lblchuh bot da« ganze ein herr­liche« Bild Die Lage ist wie geschaffen für einen derartigen impvfanien Monumentalbau

Am Sonntag wanderten wir, einer Ein­ladung folgend b« lachendem Sonnenschein nach dem nahegelegenen tzerrenhaag. Da« beschei­den« Kirchle'n. inmitten einer prächtigen Baurn-

Teuerung xurücfbletbt 9« handelt sich dabei nm ba« Ke halt eine« Veh,er« oder mütkron Be­amten (Giuppe VI!) in Berlin (OrWIafk A plus Sonderzu'.agej.

Zeit

Dollar- Inber

Groh- handel«.

inber

RelchS- inber (C*b- njfral- iuRe*Me' rn)

Gehalt« Inder

1913 14

1

1

1 1

1

April 1923

V23

6554

2954

1870

Mai 1923

11350

*666

3816

2200

Juni 1923

2«190

21566

7650

5041

3uh 1923

84186

59820

37651

20554

August 1923

?

7

753733

550000

Tiese ikbeilldxl zeigt bah die Beofbung nicht Schritt gehalten hat mit dem ReiBSinde- c-.Tt roch! nicht mit dem Grol-handefeinde, gan, und gai nich' mit dem Dollannder 3n bk Be- lc:6ung«rDlliir hat sich der .Entbehrung«- s a k t o i " clnaelch'.tch.n mit dem «ich eben die Bo amtcnschnit abfinden muliie und auch abfand in dei flaicn Jit.-nntni«. bah wir al« Diener eine« armen, beilegten Staate« nich vorliiegSgemäst entlohnt weiden können

Der ®ntbebrunq«ta(!oi im Erhalt ober ändert 'ich nach S uppen und 0rl«klasten 3n obiger U^beriich! ist da« 3urüdbleif*en de« E.-Haltsi.ider hinter den Lebenshaltung-k.isten. allo der Ent- b.krungSfaktor. noch fehl gering Einen weit löheron 2ntb.hrungsfukior finden wir bei den I r>Heron Beamten einer! it« und bei dm Beamten in den untersten OrtSkla'fen anderrrseit« Obige Statistik, würde sich wesentlich zuungunsten de« Beamten verschieben, rtrrm statt de« Berliner Lehrer« ein Oiehencr ober gar ein Landlehrer berüdlichügt wäre Die Ocifcnthd)feil ist noch viel 'u wenig vertraut mit den D<-Haltsuntcifchicden die sich infolge einer sinnlosen Ort«- klasfeneknteilung und bei Einführung örtlicher Sonderzuschläge ergeben Te- '.>eht doch im Monat September ein verheirateter Lehrer mit drei Kindern in Darmstadt 120 bi« 130 Millionen mehr al« fein Kollege unter glei­ch'» Bedingungen in OrtSklaste I aus dem Lande. Und der Lehrer in Annerod bekommt im Sep­tember 15 bi« 50 Millionen weniger al« fein Kolleg, in Etel n' Legt man in obiger ileberlicht ba« Eehalt eine« Landlehrer« zu­grunde, so ergibt sich bah dieser beute aut 1 , feine« FricdenSsolde« liht

Ta« feitber noch den Teamtenlamilien den Kampf um« Dasein erl ichtert hat. wnr die vierteljährliche Vorauszahlung der Gehälter an solch Beamte, die Kontoinhaber find. Run ist auch diese Mal nähme gefallen, und die Bcarntenlchist leibst hat ihre 3u tim nuiiq > i dieser Rctma' nähme gegeben njit Rüstlich aut die Gelamtvolkswiitschaft Der Staat mu'i aber an- derorseil« nacy Wegfall der Barauemf)langen be­denken. daß der ®ntbe(?rung«fdhor sich auf keinen Fall mehr steigern darf, und bah er die Pflicht hat. die den Beamten zustehenden Bezüge rccht- zellig au«zuzahlen 3m übrigen würden mit der Lösung be« Problem« der Werideständlgkeit all die Klagen über verspätete DehaltSzahlangron gegens^tndSlo«

Wer sich In der jetzigen Zeit ernstlich mit der Lösung be« Problem« beschäftigt, wie unser Wirtschaftsleben zu sanieren fei. ber darf nicht In einseitiger Welse die Beamten für da« SS end unterer Tage verantwortlich machen, der muh sich aut einen sachlichen Boden stellen und fich Rolgerneinschaft aller Kreise unsere« Volke« Wird durchringen zum Standpunkt der Schicksal«- und da« Problem von diesem Standpunkt au« an- gefaßt, bann wird man dir Beamten zur willigen und opferbereiten Mitarbeit befett linden

Aus Hessen.

Au« dem Hessische» Landtag.

S a r m ft a t) t, 13. Sept. sPtiv.-Tel.) Der DeseygedungSauSschuß de« Landtags beriet hie Regierungsvorlage über die Abänderung des F e I d b c r e i n i g u n g s g e f e y e s. Der An. 4 letzter 2lbfay erhielt folaendc Fassung Waldstücke können nur nach Anhören der Obe­ren Forflbehörde und mit Zustimmung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft zur Feldbereinigung zugezogen werden. Bei Ar- tikel 13, der die Zusammensetzung der LandeS- kommtssion bestimmt, wird beschlossen, daß ein weitere« Mitglied, das vom Landesamt für das Bildungswesen vorgefchlagen wirb, sowie ein im FeldbereinigungSdienst erfahrener Landwirt als ständige Mitglieder bestellt

werden. Die 21rt 14 bis 34 werden mit ge­ringen Aenberungen angenommen Es wurde ferner beschloflen, daß ein Oberschieds - fl e r I d> t endgültig als letzte Instanz ent- scheiden soll, und zwar in densenigen Fällen, Vie innerhalb be« im ersten Abschnitt der Feld- bereinigung festgestellten OrtSringe« liegen. Da« Gericht bestehl au« fünf Mitgliedern, Drei davon bestimmt der Landtag nach Anhören der Landw.rtschaftSkammer, zwei die LandeS» kommijf on Es wird beschlossen, daß das Ecieo, auf alle Verfahren zur Anwendung kamn- ni soll, die zur Zeit be« Inkrafttreien« d.-« E - leyes noch nicht abgeschlossen waren D e D. - rufung soll auch bann zulässig sein, wenn die Berufungefrilt zu diesem Zeitpunkt bereit« abgelaufen war, und zwar in allen Fällen. In denen nicht die Ausführung des tibektk« (Art 36 2161.2) bereit« erfolgt ist.

Eine ernste Mahnung des Oberbürgermeisters Keller.

In brr vorgestrig«, Sitzung be« Chieher.rr Siabtbailanient« tr.inb e I,t> Ober bürge m.ailrr Kelle, mit eine. A.stprahe M.- mj>: allem an ba« S adirc, o, bnelen-Kollegium gerichtet war. ater diesen Vahmen hinaus an hi.- ge­launten unserer Bürgerschaft. Sie gen alagc Diöhc ber in den kommenbcn Mona­ten zu btiraliigcnben Ausgaben zur Rettung der VolkSgemeinfchaft D o v b c in 3 u- sammenbruch auch im eng.-tvn Rahnen un­terer Mittclstadt läfj: wie wir geile.-i schon tag­ten die emfien ckrmahnuaze.i be# «b-hc-icr viiu iviAiniuvIr» in v u v « in xn u t> v Lebet * Aigcn«n>ert erscheinen. Die Kundgebung lautet

Reichskanzler Dr Sltelcmann. ber in der SchicktalSfiunbe Deutschi,nb« an die Spitze be? Reichs berufen wurde, ha! kürzlich In Stuttgart eine Rede gehalten, die für jeden Deutschen beber- zigenStrort ist und lür diejenigen, die in msentlicher Körpe,schalt wie Reichstag Landtag Stab', oerorbnetenversammlung zum Besten be« ösienüichro Astgemeinwohl« zu wir'en haben, von bcfonbeier Bedeutung ist Da mir mehrere Ai drucke dieser inhaf.vollen Rede zugegangro lind hab - ich he im Sitzungssaal« derStabtreiordneten. Versammlung und in den B.-raIungSzimmern an. schlagen lassen unb bitte die Siadtr-etvidn?ten. recht oft von dieser Rede Kenntnis zu nehmen und die M,' ingen be« RetchAkanrle « zu b-ichte.i 2 « - <m t>cr teffl.chen reich.m Inh l be R ich« kan,1- moch e ich dieienigen 2luerutru:igcn hervr . heben, die für t leetabtvc. Ditnetenreriamm» tung namentlich in Betracht kommen Der Reich«, kanzler führte «. B au«

Die Zeiten, in denen wir leben sind von un­geheurem Ernst ®« würde mir völlig falsch er- scheinen, trenn wir un« irgendwie über die Si­tuation hinwegtäuschen wollten Viel richtiger scheint e« mir. den Dingen In« Auge zu sehen und zu lagen, wo« ist. Die tiefsten Kräfte eine« Volke« ei-wachsen au« der Rot Wir find In einer Rvi, die kaum zu beheben ist

Ser man sich bod> darüber Har. bah eine Entwicklung, die zur BcfthbiLbung führt, über­haupt nur solange garantiert ist, al« ber Staat besteht

®« ist auch ba« eigene Interesse be« Be- sttze«. bah er nicht darüber murrt, wenn von Ihm Opfer verlangt werden, tue in normalen Zeiten nicht verlangt werden, aber in anormalen Zei­len eine Rvtwendlgkeit sind Wir werden zu starken (XmgilHcn kommen. Wir müssen ba«. wa« an wirtschaftlicher Kraft in Deutschlanb ist. soweit für den Staat in Anspruch nehmen, bah seine auhfnpclitischen und m-ienpoltt'lchen Be- bürfnifle dadurch gedeckt werden

Wii err.ich:n aber tm Innern die Oibnung be« DtaatShaushalte«. die Ausieaz erhaltung be« ganzen Staate« nur bann, wenn unr in erster Linie von dem Besitz gan., anbere Opfer verlangen, al« fu bisher in Wispruch genommen worden find 2« handel, sich darum, daß diese Wehrpflicht de« Besitze« von un« in Ansproch genommen wird

Wir brauchen, soweit wir In ber Gage sind normale Verhältnisse wiedeiherzustellen, auch die Lust und Liebe zur Arbeit Wir brauch.-n ba. wo lebenswichtige Rot wen dl gleit en be« Staate« Dorliegen, auch die lleverarbeit für ba« allgemeine Wohl

Datum muh sich an die Wehrpflicht be« Besitze« bie Wehrpflicht der Arbeit reihen 1

Wenn ba« Ich lich übet ben Staat erhebt, bann geht bei Staat zugrunde, und keine Zell bat e« gegeben, in bei bie StaatSoutoritäl 'o hätte geitdrf' werben muffen al« die Zell, in der wir leben Unb gegenüber manchen, die ba glauben, dielen Staat an toben zu kdnnen al« ein Eebllbe. ba« nicht berechtigt ist. von dem ZiiiAclnen au verlangen was ber alle Staat nick-t dcilangt hat möchte ich al« meine Aus- lal ung aufftcllen wenn schoere unb stür­mische Zeiten kommen mögen sie sich an diese« Woit erinnern

W i r la'sen mit ber S t a a t « a u t o r I I ä l n I J> t SAInblubcr treibens

Wir nxrben bi. SiaaMautorttSt durch- ietzen acgtnubei jedem, der ba glaubt, fich übet fie hi »wegfetzen zu können

Ich weih ja wohl wie Hari die Steuern treffen ....

Man bewillig' die Steuern nich« einem Kabinett man bewilligt stc dem Staat, mar bcwltliat sie dem Reich damit da« Reich be­stehe» bleibt

Der Staat al« solcher muh erhallen unb uxii« rgcfübrt werben Bei manchen dieser Bleuem und bei mnn te BLihnabmen. die wll wette' noch treffen müfien. handelt c« sich um Gingrifto in die Substanz Aber auch hier möchw ich Sie bitten, fich zu vergegenwärtigen wa« blllb- dann von der Substanz der Winschast, w.i-n bie Substanz be« Staate« sich nicht er­halten läßt? Um die kämpfen wir heute noch, unb ba, meine ich sollte da« wirt schädliche Opfer geringer gewertet werden 8ine«

möchte ich mit allem Drnstr lagen

Wer In dieser Zeit eine oabotienmg bet Steuern organisiert ober gar dazu aufruft, der gehört nach meiner Meinung hinter Schloß und siegel'

Lafton Qk mich auch ein ort von Staat«- Politik und von Parteipolitik sprechen Auch hier muh ber Staat verlangen bah ihm ba« Primat gebührt

Eerade tm Unglück bad e« keine Partei geben gegenüber bei Staat«ldee

E« bad in dieser ^seit keine Parteiprv- gr.imme geben, c« bad nur ein einzige« Pro- ?tarnm geben ba« Programm zur Rettung e « beu11chen Staate«

Ich meine, national sein heiht gerade in dieser Degen wart Hand anlegen, um ben Kar­ren au« dem Dreck herau«zuziehen. und jedem bie Hand zu reichen al« Brußet der bereit ist, mll feiner Hilfe ben Rädern in die Speichen zu fallen unb sie wieder herau«zuziehen, und nicht zu fragen, welche Farben fein Rock trägt Meine Damen unb Herren! Wenn derReich«- lavzler sllne bcbeutungiDsHen Mahnungen dahin *ukimmengefaht bat. bah e« bei ber fetzigen Lage Deutschland« nur ein einzige« Programm geben bad. nämlich ba« Programm zur Rettung be« deutschen Staate«, fo er­klärt die Stadtverwaltung, bah fie mit aller Äraft ihre Tätigkeit auf diese« Pevaramm ein» stellen wird Die Kommunen sind lebens­wichtige Glieder de« deutschen Stao- t e « und die, Kommunalpoll tik ist ein bebeutfa» mer BeftanbteU der Staatspolitik Bei diesem In­nigen Zusammenhalte müllen bto Ärenxunee unbeirrt die Mahnahmen - feien sie auch »ch fo hart - treffen, die ben Avrtbeftanb be« städtischen Gemeinwesen« g e*»ä be­leih en und so mit dazu beitragen zur X« t tung be« beut, eben Staate« ®fe Stabt» Verwaltung rechnet bei diefetn Bestreben ans bte einmütige ;lntedtiM)ung ber Stabtlxwcbatte» Versammlung, ohne Unterschieb ber Parteien, unb erwartet, daß ieber Stadtverordnete sich von bee Worten durchdringen läfat. die gestern der Reichs­kanzler in Berlin vor ben Vertretern ber bei* fchen Proste gesprochen hat, indem er fegte: 9« handelt s i ch jetzt nicht um Fragen ber Parteipolitik, oder um Sinzelin- tereffen von Berufsständen, sonder» um da« Leben unb Sterben be« beul» fchen Volke«"

Sitzung ber Stab hier ordneten.

Dießen. 13 Sept- 1022.

<Schluß be« Bericht« ,

Dir Gebühren der AuSfchekker W den Rachbargemeinden bei Bekamtvnachungmi der Stadt werden mit sofortiger Wirkung auf ba« 2vfache ber b,«hedgen Satze erhöht.

Di« Beteiligung ber Stabt an ber hessischen Landesbank mit dem städeische» Anteil an der Kommunalen Landesbank bei berei Uebergang an ba« erstgenannte Institut wirb genehmigt.

ginppe gelegen, war Im Innern neu her gerichtet unb sollt« an diesem Tage eing.-weiht werden Von allen Seiten strömten Gäste und Demeinde- müglieter der zugehöilgen Orte Vonhau'en, Cor- bad) unb Diebach herbei fo bah da« Kirchein kaum alle Hörer aufnebmen konnte Die rege Be­teiligung war aber auch, vollauf berechtigt. Trotz der Irtzweren Zeit hatten die ®lieber der Kirchen- gemeinde das Geld für die Wiederherstellung aus Anregung ihie« Pfatter« Adam zusammen- gettagen und da« Hochbauamt Bübingen hatte bte ieizvolle Ausgabe der Attsfdrmückung glänzend gelöst.

D-er mll ber Ausführung betraute Architekt. Dlll2.-r.-IngLn',eU' Th« i o. hulll mit feinem Ver­ständnis dem Lhataktet de« sch ichten Ktt k^nn« Rechnung getragen bte Wandslächm gelb unb btc Holzteile 6laugrün getönt, mit stumpfem Bltu abgelebt Al« einzigen Schmuck birgt ba« Kirch­lein zu beiden Seiten ber Kanzel zwei Gaben bdngenb«, über Aehren schwebende Gngel. unb auf der gegenüberliegenden Wand über dem Thor bte thronende Mari« mit dem LhnituSkrnde und den fnleenoen Hirten. Diese FreSkogemälde st rm- men von der Malerin Kumpa au» Darmstadt unb sind in fein stilisierter Formgebung und ,n der Farbe gut abgefrtmnn zu dem Tharaster ber Kapelle

Die Mlttag«fvnne lugte durch die Fenster, lieh die Farben aufleuchten Die blühenden Haide- sträuh« und der @feu auf dem schlichten Altar bähten zur Stimmung und ber Prediger sand bie rechten Worte für seine von Herzen kommende Festrede Umrahmt waren bte Ansprachen von Posaunen schall Kinder- und Männerchor. Duetten mll Orgdbeglettung und Gemeinden es ma. Dte ganz schlichten harmonischen Lieder fügten sich der Feier am schönsten ein

Da« Bifl) de« geschmückten AllarS. mll der einfachen Kanzel barüber, flankiert von ben aeln and überragt Dort der Orgel, beschfenen von

den seillich einfallenden Sonrxnstrahlen wird fich allen Teilnehmern bleibend etngeprägt haben.

Die Elnheimifchen liehen e« sich nicht nehmen, die Gäste zu bewirten mit Kaffee unb Kuchen Wir kehi ten oei lieben Leuten ein, die un« noch itn« leibst gewebten Vinnen zeigten Auf dem Heimwege über abgeerntete Felder, durch Wielen und Wald genossen wir am Jagdschloß Thier­garten mit seinem See noch ein sehr schöne« Stimmungsbild

Anderen Tag« sah ich auf einer Radfahrt da« neue AmtSgerichtvgcbaude In Altenstadt Da« Richtfest hatte ich leider verpaht. aber an dem stattlichen, gut proportionierten Bau mit Potzelt Freitreppe und Barvckportal konnte ich mich auch fo freuen.

3n Langen-Bergheim sah ich auf dte fer Fahrt zum ersten Mal ein GHrenDenkmal für die tm Weltkriege Gefallenen, nach Onrroud bet KretSbauamleS Bübingen hergestellt tn rotem Sandstein Am ansteigenden Eingänge zum Fried- bvfe unter zwei alte Birnbäume ist ba« Denkmal hineinkomponier: Einige Stufen führen zu einem erhöhten Platz Von Steinbänken auf drei Selten umgeben, erhebt sich tn ber Mitte ein viereckiger Block, nach unten verjüngt, aus gleichgeartelem Sockel, gekrönt mit Kreuz Drei Seiten de« mll runder Romanisch belchnsteten Block« tragen Widmung unb Barnen ber Toten

Oln ähnliche« Denkmal in rotem Mainsand­stern. nur schlanker und reicher auSgestaitet. ist in Ranstadt von demselben Bauamte errichtet. Inmitten einet flimmunaöooüen Anlage Aul einer Schmalseite de« Fnedhofr« zwischen Mauer und Kirchenwand steht auf einer Terrasse da« Denk- mal, umgeben auf drei Sellen ova Steinbänken, 'ianstell vom zwei Linden Den vorderen Abschluß bildet eine Pergola, die sich an bie Kirche anlehnt.

Buf ber Rückfahrt bot dte alte Brücke Ix Stotzheim mit seitlichem Mick auf die alte Km-

peile Inmitten be« Grün« eine besondere Auge» weide, ebenso ba« neuhergerichtete Schlößchen.

Ctne Suhtoanberung von Bübingen über Michelau. Wölfer«brunn Kefenrod unb Wening« nach Blerfenfnh bdchlötz mein- Streifen durch diese fruchtbare unb schöne Gcke unsere« Hessen­lande« An der Kirche in Kefenrod steht ein Denknxil für bie (Mallenen, ba« ich zu den fchön- sten rechnen möchte, dte ich bisher gesehen bade. Zwilchen zwei Kirchenfenstern an bie Wand ge­lehnt, kniet auf bet Krönung eineS hohen vier­eckigen Steine«, ber auf fe dop bagartigem Sockel mit Füßen ruht, eine nackte Kriegergetzall mll Mr-h«- Schwer! tn der Rechter. De? weltliche Mufchelkall be« Monument« hebt sich von bet dunllen Kirchenwand vorteilhaft ab Dem roten Sandstein ber Fensterumvahmung pacht flch bte rote Beschriftung aus Säule und Sockel sehr gut an Der freie Platz vor dem Denkmal wird fettltch begrenzt von Mauern mit Ruhebänken davor. Da« erst f ziich eingeweihte Denkmal nach ®nt- toud von Dipl -Ing Hernr Thel« mit ber txm Pros Huber tn Offenbach modellierten Figur wirk'? mit dem reichen Blumenschmuck tntti» stimmungsvoll

In Weoing « ist vom Krettbanamt Bü­dingen für bte Gemeinde ein Atzt hau« errichtet ohne Einschränkung ber erferderkichen Mittel. Da­durch wurde dem Baufünftier freit« Schalten unb Walten ermöglicht unb ein besonder« schö­ner Bau erstellt, 'owvhl bezüglich der Bergält» nrsfe al« auch bei Farbengebung Der AntzNck reizte zur Betrachtung de« Inneren, dazu fehlte mir aber leider dte Zeit, ba bekanntlich dte Züge wieder sehr pünktlich fahren

Erfreulich war e« mir aber, da- trotz 6et schweren Zell tn btefer 'chöneo Gegend nm ach­tem künstlerischen Empfinden und wtnfflbLzng fai bte örtllcheu Verhältnisse baulich fee», e* te* Serecht geschaffen etzb. g.