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vnttk und Verlag: vrühl'sche UniverfiEr-vuch' und Zteindruckerel rr. Lange in Gletzen. Zchriftleitung und Geschästzftelle: Schulstrahe 7.

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Der .Daily Sst preß erklärt, die Tür werde weiterhin offen gehalten. Deutschland möge sie benutzen, um einzutreten, während es dies noch könne, mit einem Plan, den die Alliierten auf der Grundlage eines praktischenBusineß er­wägen könnten. , , ,

DieMvrning Post- ist der Ansicht, daß die Antwort Curzons die Frage nicht viel weiter bringe. Die A u h r f r a g e sei der Schlüssel za der gesamten Lage.

Ein Fehler bei der Uebertragnng der italienischen Note.

Berlin. 14. Mar. (WB.) Die bereits in einer Anmerkung zu der Ro!e der italienischen Re­gierung als wahrscheinlich angenommene "3 6 r * stümmelung wurde durch die i'alirnisch; Tele­graphenverwaltung berichtigt. Danach muh die Übersetzung des zweiten Satzes des vierten Ab­satzes der italienischen Bote lauten: Ferner darf nicht vergessen werden, dah der 2 t a l i e rt du- gewiesene QlntaLl an den heutigen 2te- parationsle ist^r gen auch im Hinblick aus den ihm vorbehal enWgrSheren Anteil an den Re­parationsleistungen der lletneren Staaten festge­setzt ist. in Ansehung deren es aus Generosität und Mäßigung, sowie aus Rücksicht auf deren äuherste Rotlage erhebliche Konzessionen bewil- ligte, ohne sich bisher auf das Recht der in den Verträgen festgeleg'en Mithaf'.u"g Deut'ch'ands zu berufen oder auf dieses Recht zurückzugreifen.

Eine italienische Minifterrede.

Mailand, 14. Dai. (Wolff.) 3n seiner bereits kurz erwähnten Rede sagte Minister d e S t e f a n i über die Frage der Reparatio­nen und der interalliierten Schulden, es sei der italienischen Regierung gelungen, auf der Londoner Konferenz die Verknüpfung des Pi-cblems der ton Deutschland geschuldeten Re­parationen mit der Frage der europäische inter­alliierten Schulden tu erreichen. Immer mehr trete die gegenseitige Abhängigkeit dreier beiden Fragen zutage. Es sei augenscheinlich, dah Italien Deutschlandnur in demMahe entgegenkommen könne, in dem ih m ferne Gläubiger entgegenkämen. Don der allgemeinen europäischen Regelung erwartet Italien die Regelung seiner Schulden an E.iglorrd und hinsichtlich der Vereinigten Staaten bestehe Italien ausschließlich darauf, dah sie ihm in weitem Mähe für seine Schulden Erleichterungen gewähren, die mit den England gewährten Er­leichterungen im Verhältnis stehen mühten, und zwar mit Rücksicht aus die großen MannigfaUig-- leiten der Fermen der italienischen Wirtschaft und aus den grohen Beitrag, den Italien zur Erreichung des gemeinsamen Sieger geleistet hat. Erne interessante französische Stimme.

Paris, 15. Mai. (WTB.) Robert te Ion- venel stellt heute imOuevre" die Frage: Stehen wir am Ende der Entente Cor- dia le?" Er hebt au2 der Rede, die Poin- ca v6 am Sonntag in Commereh gehalten hat, folgende Stelle hervor:Die alliierten Toten,

Aenderung der Lohnsteuer.

Berlin, 12. Mai, Der Steueraus- schuh des Reichstages behändeste h-ute den Antrag Dr. Hertz (Soz.) auf Aenderung der

Lohnsteuer. z , t _

Staatssekretär Japs teilte mit, dah die Re­gierung aus Grund der Der ständig.rng im Untrr- ausschuh dem Re'.chsrat folgende Vorschläge un­terbreitet Hobe:

.Der Betrag der Lohnsteuer von 10 Prozent des "Arbeitslohnes ermäßigt sich:

1. für den Steuerpfl ch igen und für seine zu seiner Haushaltung zählende Ehefrau:

a) hn Falle der Zahlung des Arbeitsloh­nes für volle Monate um je 1200 Mark monall.

b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen um je 288 Mark wöchentlich.

c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeitstage um je 48 Mark täglich.

d) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Zeiträume um je 12 Mark für je zwei angefangeire oder volle Arbeitsstunden:

2. für jedes zur Haushaltung des Steu^- pflichtigen zählende minderjährige Kind:

a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Monate um 8000 Mark monatlich

b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes

für volle Wochen um 1920 Mark monatlich

c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für tolle Arbeitstage um 320 Mark täglich,

d) im Falle der Zahlung des Arb>itslo.)nes für kürzere Zeiträume um 80 Mark für ie zwei angefangene oder tolle Arbeitsstunden:

Kinder im Alter von mehr als 17 Iahrmi. die Arbeitseinkommen beziehen, werden nicht mitgerechnet: , _ ,

3. zur Abgeltung der Werbungs- ,Dfte a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohns für volle Monate um 10000 Mark monatlich.

b) im Falle der Zahlungdes Arbeitslohnes für tolle Wochen um 2400 Mark wöchentlich,

Nr. 112

Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertag«, mit derSamstagsbeilag«: GiehenerFamilienblätter Monatliche vezuarprelfe: 3400 Mark und 200Mark Trögerlohn,durch diePost 3600M ark, auch beiNicht- erscheinen einzelner Rum- mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Blutiger Stehen.

poftschecNonto:

Zranksun <l M. 11686.

den abgelöst durch Truppen der ersten fran­zösischen Division aus Lille unter dem Kom­mando des Generals Bouillar.

E s s e n, 14. Mai. (WTB.) Am 27. März ist der stellvertretende Syndikus der Essener Handelskammer, Dr. DreeSbach, ohne jeden Grund von den Franzosen verhaftet worden. Dreesbach wurde in das Gerichtsgefängnis Werden ver­bracht, in dem er sich noch heute befindet. In der ganzen Zeit wurde er nur ein einziges Mal nach seinen Personalien gefragt. Cs ist ihm weder der Grund seiner Verhaftung mitgeteilt, noch ihm bekanntgegeben worden, ob und aus welchem Grunde ein kriegsgerichtliches Ver­fahren gegen ihn anhängig gemacht wurde. Die brutale Freiheitsberaubung Dr. DreesbachS ist für die französische Zustizwillkür besonders kennzeichnend.

Die amerikanischen Bcsatznngskoftett.

Paris. 15. Mai. (WB.) Heute tritt nach langer Pause die Kommission zur Regelung der amerikanischen Desatzungskosten wie­der zusammen. Sie wird nach demPe.it Pa- risien" Kelintnis nehmen von der ameritanischcu Antwort auf die letzten Vorschläge, die dem ameri­kanischen Vertreter, Staatssekretär Wadsworth, seitens der europäischen Regierungen uünterbreitet worden waren.

Besetzung der Badischen Anilin- und Sodafabrik durch die

Franzosen.

Ludwigshafen. 15. Mai. (WTB.) Heute früh 5 Mr ist die Badische Anilin- und S o d a f a b r i k von den Franzosen beseht wor­den. Den Arbeitern wird der Zutritt zu der FabNk verweigert Die Angestellten der Nachtschicht Durften dagegen das Werk verlassen, in dem nun ein ganzes Regiment liegt. Auch das Straßenbahndepot ist besetzt worden. 3nfDige- dessen verkehren keine Wagen der elektrischen Straßenbahn. Der übrige Verkehr ist unbehmd.'rt.

Limburg besetzt?

Frankfurt a. M, 15. Mai. Seit heute früh fehlt die Verbindung mit Lim­burg. Auch in Gießen ist der letzte Zug von dort heute früh 5 Hf)r eingetragen; seitdem ruht Der Verkehr. Man nimmt an, dah Limburg von den Franzosen besetzt wurde.

Die sranzöfischen EewaNstreiche.

Berlin, 14. Mai. Aach einer Blätter­meldung aus dem Ruhrgebiet besetzten gestern die F r a n z o s e n die beiden Zechen Zollern I undGermania II, wo neben den eigentlichen Zechenanlagen hauptsächlich die Kohlen- und Kokshalden mit Beschlag belegt wurden.

Köln, 14. Mai. (WTB.) Wie vor kur­zem gemeldet wurde, forderten die Franzosen vor einiger Zeit von den der Otto 'Wolff- Gruppe nahestehenden Werken Phönix, Rheinstahl und Rheinmetall die Entrich­tung der Kohlen st euer innerhalb kur­zer Frist. Da keines dieser Werke der Forde­rung nachkam, ließen die Franzosen, wie der Kölnischen Zeitung aus Düsseldorf gemel­det wird, Ende der vorigen Woche neuerlich die Aufforderung ergehen, darunter an die Rheinischen Me'allw-erke und Maschinenfabrik, allein eine Forderung von mehreren hundert Millionen auf der Dollargrundlaae, die unge­fähr der Hälfte des jetzigen Dollarkurses ent­spricht, und drohten den leitenden Personen die Verhaftung an. ES ist anzunehmen, dah auch der neuen Forderung keine Folge gegeben wird.

M ü n st e r, 14. Mai. (WTB.) In F r ö n. t r v p haben die Franzosen die Anschluhgleise zurGuten HoffnungShütte besetzt und das Werk dadurch vollkommen abgesperrt.

Als Sanktionen für die letzten Sprengungen sperrten die Franzosen die Cisenbahnsttecke KirchderneBorken 8 Tage für jeden Verkehr.

Die Truppenverschiebungen im Raume Dortmund Castrop dauern an. Cs handelt sich um die Ablösung der dritten französischen Division, von der Teile bereits nach Frankreich zum Abtransport verladen, andere im Abmarsch begriffen sind. Sie her­

unter denen die unfrigen in der Mehrzahl sind, haben den Deutschen den Weg nach Paris ver­legt, aber sie haben auch den Weg nach Calais und London torfoerrt. Iouvenel sagt, man könne nicht annehmen, dah Poincars diese Worte ohne besondere Absicht gesprochen habe in (Sommerd), das gerade nicht auf dem Wege nach Calais oder London liege. Am gleichen Tage habe der Abg. Dariac, der Vorsitzende des Finanzausschusses der Kammer im Orne-Departement eine Rede gehalten, wo er erklärt habe, die Franzosen seien die besten Richter, über die Opportunität dieser oder jener Allianz zu entscheiden. Iouvenel sagt: Unsere Staatsmänner gehen ein wenig rasch vor Wir sind geneigt, sie deshalb zu entschuldigen, wenn wir nur sicher wären, dah sie wissen, wohin sie gehen. Er habe mit Männern gesprochen, die den größten Anteil an der französischen Außenpolitik hätten. Diese hätten ungefähr fol­gendes gesagt: Die englische Allianz wurde die beste Garantie für ein freies Europa bedeuten. Unglücklicherweise gebe es aber kein Beispiel, dah man sich mit England in einer Allianz zu zweien verständigt hätte. Seine ganze Lage habe England etwas von einer un­duldsamen Deherrschungsgewohn- heit annehmen lassen, ein Zusammensein zu zweien sei mit ihm unmöglich. Man müsse ihm eine andere Entente entgegenstellen. Die Entente Cordiale sehe voraus, daß man ihr eine andere territoriale Allianz entgegenfte'.le, wie z. D. damals, als es noch ein Ruhland gab. Auf die Erwiderung Iouvenels, wo man einen dritten Alliierten finden könne, hätte der bestunterrichtete Diplomat gesagt: Suchen wir ihn, wo wir einen finden, in Rußland, in den Dvnaustaaten, in Skandinavien, in der Kleinen Entente, in Deutsch­land oder in Italien. Aber finden wir ihn, habe er, Iouvenel, darauf gesagt, die Kleine Entente sei noch schwach, die Donaustaaten seien noch nicht geeignet dazu, Skandinavien sei weit, Italien habe andere Sorgen und es vergingen vielleicht Ialnhunderte, bis Rußland wieder auferstehen werde und die Besetzung des Ruhrgebiets er­leichtere auch nicht gerade eine Annäherung an Deutschland. Was dann?, habe er den Diplo­maten gefragt Dieser habe darauf gesagt: Lassen wir die Zeit arbeiten. Iouvenel habe hinzugefügt, man lasse immer die Zeit arbeiten, wenn man nicht wisse, was man tun We.

Aus dem Saargediet.

Saarbrücken, 14. Mai. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Landesrates gaben sämtliche Parteien eine gemeinsame Er­klärung ab, in der gegen die f »genannte Rot­verordnung der Reaierungskommission unbjjegen die am 2. Mai erlassene Einschränkung des Slr.n:- Postenslehens in der entschiedensten Weise pro­testiert wird. In der Erklärung wird die Regie- rungskommisston vor aller Welt angellagt, daß sie chre vornehmste durch den Versailler Vertrag gestellte Aufgabe, für die Wohlfahrt der Saar- vevölkerung zu sorgen, toieberum in der um erhörtesten Weise verletzt habe. Sie mache Die Bevölkerung zum Objekt ihrer einseitigen politi­schen Bestrebungen und das Saargebiet, das ein­zige der Obhut des Völkerbundes anvertraute Land, zu einer Einöde, einer Sklaverei. Zum Protest gegen diese Verordnungen der Re- gierungskommission lehnt der Landesrat es ab, beute eine Sitzung abzuhalten.

Das Ende des Berqarbeiterstreiks int Saargebiet.

Saarbrücken, 14. Mai (Wolff.) Die in den letzten Tagen zwischen bei französischen Dergwerkdirektion und den Vertretern der streikenden Bergarbeiter gesühr e i Ver­handlungen haben zu folgendem Ergebnis ge=

Maßregelungen aus Anlaß des Streikes finden nicht statt. Die Löhne sind in Der obersten Stufe um 5 Franken pro Schicht und in der untersten um 3Vs Franken pro Schicht er­höht worden. Die Vertreter der Organifaiionen empfehlen den Belegschaften, von morgen, Diens­tag, ab die Arbeit wieder aufzunehmen.

Der Gewerkverein christlicher Berga.befter hat soeben in einer außerordentlich zahlreich besuchen Revierkonferenz die WicLerauf nähme der Arbeit von morgen ab beschlossen. Die Entscheidung des sozialdemokra!ischen Al.en Drrgarbeiterverbandes steht noch aus: doch ist auch hier mit einer An­nahme der Abmachungen zu rechnen.

durch die Roten geschaffenen Lage. Wenn auch noch keine Beschlüsse gefaßt wurden, so glauben die Blätter doch bei fast sämtlichen Parteien das Ueberwiegen der Ansicht feststellen zu können, daß der einmal angespvnnene Verband- lungsfaden weitergeführt werden müsse, trotz des ungünstigen Eindrucks, den die beiden Roten in den Berliner parlamentarischen Kreisen hervorgerufen haben.

Neue englische Stimmen.

London, 14. Mai. (WTB.) Die bri­tische Antwort auf die deutsche Repa­rationsnote findet in der Presse geteilte Aufnahme. Die daran geübte Kritik betrifft hauptsächlich das Fehlen einer klaren Dar­legung der britischen Reparationspolilik und insbesondere die Ignorierung des deutschen Vor­schlages, die gesamte Reparativnsfrage einem un­parteiischen internationalen Tribunal zu unterbreiten. Die meisten Blätter stimmen jedoch Curzons Anregung bezüglich neuer deutscher Vor­schläge zu.

Der diplomatische Berichterstatter des DailhTelegraph schreibt, die Ameiäkaner würden zweifellos bedauern, ebenso wie dies die Franzosen hvchschähen sollten, dah die britische Regierung den Gedanken aufgegeben habe, Deutschlands Zahlungsfähigkeit durch einen inter­nationalen Sachverstandigenausschuß festsehen zu lassen. Doch fei dies vielleicht unvermeidlich ge­wesen.

Daily Chrvni de stimmt der britischen Rote zu. Ebenso wie die italienische halte sie die Tür für weitere Erörterungen offen und sei von dem Wunsche eingegeben, den augenblicklichen Kampf beendet und nicht verlängert zu sehen.

Unter der Ueberschnft®tn Wegweiser für Deutschland schreibt dieDaily Rews, Curzons kluge Erwiderung auf die deutsche Rote sei bedeutsam wegen dessen, was sie ungesagt: lasse, wie wegen dessen, was sie sage. Sie igno­riere Die deutsche Forderung, daß Frankreich das Ruhrgebiet räumen müsse, bevor die Ver­handlungen wieder aufgenommen werden könnten. Aber sie ignoriere auch die parallele französische Bedingung, dah der deutsche Widerstand im Ruhr­gebiet aufhören müsse. Die Rote sei jedoch, ob­gleich sie in der Form nur an Deutschland ge­richtet sei, tatsächlich fast ebenso an Frank­reich gerichtet. Poincars werde Deutschland vielleicht nicht befriedigen können. Po'.ncars sei aber nicht Frankreich. Zum Schluh tritt die Daily RewS" dafür ein, dah Deutschland, ohne Zeit zu verlieren, Curzons Führung folge und einen gesunden, umfallenden Reparationsplan

ihre Aktion. AT .

Falsch ist in der englisch-italienischen Ant­wort mir die Rechnung der Reparationsziffern, die von Deutschland erwartet werden. Unecht t|t dieEnttäuschung und dasErstaunen" darutor, dah Cuno weniger als die Donar Lawsche Ia- nuarziffer bot in einer Lage, die Curzon of Kedleston in seiner letzten Oberhaus rede so treffend bezeichnet hat: ~

Ich kann das Zögern der deutschen Regne- rung, eine bestimmte Summe zu nennen, ver­stehen, weil sie in erster Linie sagen kann, oao die Verhältnisse sich durch die Ereignisse der letzten drei Monate so scharf geändert haben, dah das, was im Januar möglich toar, «n April nicht mehr möglich, ist." .___ . .

Lord Curzon ist allo 'm km

feiner eigenen Logik in Konf 9 raten. Er hat auch im

Zornes eine Reihe von Kmivunkten des deulla^n Angebotes vollständig übersehen so dre Rach

io 9\uf)rfr<igO^von der Curzon mit keinem

»--nw-s-n.lich-n unb streitigen Punkten", die die dmitsche Re­gierung bei ihren neuen Erweiterten Vorschlägen ausschalten soll? Wenn England und Italien die fllTaemeine Aussprache unter allen Umstanden n>Sterfübren wollen, dürfen sie nicht erstaunt sein, Deutschland verlangt, daß alle Kaden aüf- aebeeft werden, und in allen Fragen, auch in der Ruhrfrage, Farbe bekannt wird.

Berkin, 15. Mai. Die für gestern nach- in Aussicht genommene Sitzung des SÄstabinett« %at nicht ftattgefunten; sie ist auf heute vertagt worden. DieBeratungen über die englische und die ^iemsche Antwort­note wurden jedoch am gelingen Qta$nuttag innerhalb der Reichsregierung fortgesetzt.Rach Der gefingert Vollsitzung des Reichstags be­faßten sich auch die Fraktionen mit der

Dienstag, 15. Mai 1923

Lnnatzmc oon .lnzeigkn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Sreis für 1 mm höhe für nzeigen o. 27 mm Breite örtl. 100 Mk., auswärts

Erstes Blatt 1*3. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Was soll Deutschland I ] antworten?

Del einer Trauerfeier für den in Lausanne ermordeten Svwjetvertreter Worowski sprach der russische Außenminister Tschitscherin ein Wort, das wie mit Scheinwerferlicht nicht nur Die derzeitige Spannung zwischen London und Mos­kau sondern auch die Hintergründe der englischen und italienischen Rote an Deutschland beleuchtet. Tschitscherin sagte:Die extreme Reaktion in Eng­land, die sich wohl nur noch kurze Zeit behaupten wird, versucht ihre Machtlage auszunuhen, umder <5oto]etregierung einen Stoh zu versehen. Man braucht keine besondere Vorliebe für die in Moskau immer noch herrschende Dolschewistenregierung zu gegen, um festzustellen, dah das Kabinett Cu.io und dasKabinett Centn" Schicksalsgenossen sind. Rur eine unionistische Regierung in England, die von der liberalen Opposition bereits hart bedräng wird, konnte ein so überscharfes Ultimatum nach Moskau richten. Und nur eine Regierung Donar Law, deren Tage gezählt sind, und nur em sa­distischer Diktator wie Mussolini, der m altem, Den starken Mann markieren muh, konnten auf das deutsche Reparationsangebot so schroff und über­heblich antworten, wie es in den Roten vomMai aefcheben ist. Man weih ja, der Stoß gegen Deutschland wurde so besonders brüsk geführt mit Rücksicht aus 'Frankreich, dessen imperia­listischen und militaristischen Arguments sich weder das heutige England noch erst recht mch ^das hur­tige Italien verschliehen zu dürfen glauben, aber Der Ton der Antwortnoten wäre zweifellos we­niger hochnäsig ausgefallen, wenn in England der Liberalismus und in Italien die Demokratie am Auder wären. Die deutsche Regierung, die sich eine bis an die Grenze der Demütigung gehende diplomatische Behandlung gefallen lassen muh, hofft dah das Rad der inneren Politik stch bei Den Alliierten (natürlich auch bei Frankreich) ein­mal wieder drehen wird und dah solcher Um­schwung Dann zum Heile der europäischen Ver­ständigung auf die internationale Politik abfarbt.

Die unwirsche Art, mit der Deutschland wie ein meuternder Helot angefahren wurde, dürste, so schreibt uns ein Berliner Mitarbeiter, in Der nächsten Aeußerung des Reichskanzlers Cuno mit ruhiger Würde zurückgewiesen werden. Zur Sache selbst ist man in den führenden Kreisen ^utsch- lands durchaus nicht der Ansicht, daß die Barsch­heit der englischen und italienischen Rote etwa den heimlichen Zweck habe, die künftigen Repa- rationsverhMidlungen im Keime zu ersticken und Dann alles laufen zu lassen, wie es Pvincare gefällt S>at doch ein großer Teil der Pariser Presse auch behauptet, England werde eine für Frankreich bedenkliche Reparationsauesprache schon dadurch verhindern, daß es durch den Botschafter Lord d'Abernvn in Berlin falsche Versprechungen machen lasse, zu denen man sich in London dann nie bekennen werde. Ein solches falsches Spiel treibt England sicherlich nicht Die Flut ter europäischen Zerrüttung sitzt ihm selber zu hoch am Halse. Lord Curzon hat in seiner Rote, ob­wohl er ter französischen Freundschaft überreich­lichen Tribut zollte, doch auch mit verblüffender Offenheit betanntgegeben, daß er die deutsche Re­gierung für ihr Reparationsangebot wiederholt diplomatisch beraten hat. Dasselbe behauptet Mus­solini, um nicht hinter dem großen Kollegen Cur­zon zurückzustehen. De Derhandlungspartei der Alliierten übernimmt also die Verantwortung für