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Jrl*emt ttgklch, reger . onn. web {Jdertog*, rr.it ber Samtlagebeilogt: ' e^rntrJnmilimblbttn . on«Hie»Btj«f»prtlk: ,rt<bl«(btnb «XOV MK. (1n|d)t.Irbgtrl.b b Voft
XXJO IPorb. ou<^b.7lid)t> ridjMB»» Mnj«lntt$um» ment htfolgt höherer Gewalt. - Qern Ipeed)« Hnftlilh :6rbttSd)ri(b Inteng 112; für Der lag unb Geschäftsstelle 51. Hn|d)rift |ö< Drohtnoch. ■idjten leitlgtreiebte.
relKtedteeio:
UreiMirl e. Dl. 11686
Montag, (5. August 1923
123. Zahrgang
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
ümd ww6 Derfo#: v^hl'sch« UittverßM, v«ch- und Sttlnöniiferel R. Lange in Sieben. 5chriftleitnng unb -eschSft,stelle- ZLuNrahe 7-
iKie^mt o»r fit die lageenummer bi* gern Jladjm ttag oort)t: obnt|«b« UerbinölidjMeiL Drell Idr 1 mm q»b< im Snjeigeno 27 mm Brett« 6rtl 12000*111., ouiBortr 1500U Ul.; |. Rem am«. Inj«. 1 e n von 70 mm »rette 50000 Ist,b> Platz- por|d)ri|iZU" . Mu|.d)lag Aaupi|d)ntll«rter Äug, Icoeft ilerani morlbd) für 'PolitUi Hug. Goetz, fflr Öen übrigen leil. trnft 'Ötumiijein; füröen Anjeigenleil. Han« H«X 6 en 11. d) in Biegen.
Der Regierungswechsel.
Dr. Stresemann bildet ein Kabinett der grohen Koalition.
Berlin, ll -Lng. (2VTB.) Aeichskaa». l«r Dr. Lino hat aet Sonntag aachtoillag dem Aelchtpräsideakea bie Detnlsswa det Aelchtkabiaekk« angezrigt. T«r Aeicht- prSsideat deaaftragt« ie später Ahenbftaube b*n Ibg. Dr. Stresema»» mit der 71 eu- blkdaag bet Kablltetlt. Dr. Stresemmr» hat b«n Auftrag angenommen enb wirb bet- sUchen, anf bet Grrrnblage bet gtotztn Koalition bie Aegierrmg za bilden.
5Vn A"ftof! ;j” Kan^lrrwcchlll hallc cir.i Cltjjng der sozialdemokratischen Frak- t t o n am Samstag nachrntttag gegeben, die Itch mit ber Stellungnahme gegenüber der Qiegierung und dem erentucllen ®inliitt in eine grobe Koalition beschästigte und eine 6ntl<bllcfAing an- nahm, in der der jetzigen Aegterung das OB i b - trauen ausgesprochen und gkid>)-:ltig erklärt trirb. jede Aegierung zu unteiftütjen. die bestimmte von der Sozialdemokratie ausgestellte Forderungen sich zu eigen mache, vor allem die Erfassung der Sachwerte als (Garantie für die wertbeständige TLilctb», öintritt Deutschlands in den Völkerbund, gvöfcte 21 f 1 i »i • I 3 t in bei Außenpolitik, energische Durchführung der belchlossenln Sleuermabnah- m e n, durchgreisende Steuer- und Wäh - rungsresorm sowie unbedingte Smsührung ter Gvldkredite und Doldlöhne und Loslösung der Aeichswehr uon allen Illegalen O.ganifa i nen. Die Opp.si ton ter THinbcr- heil .ichtcie sich nur gegen de Beteiligung der Scziuldemokiatie an einer Änalitton/’ egiening.
Vach Fühlungnahme mit den Parteien hat Veichskanzler Dr S u n o bann am Sonntag sorgendes Schreiben an den Aeichspräsl» benten gerichtete
Herr Präsident! 2lls ich Ihrem Ause folgend die Leitung der Aegierung übernahm, gab id; Cct Uebcizeugung 2lusdrud bah angesichts des Ernstes der uns bevorstehenden Zeilen nur eine völlig einheitliche Zusammensassungaller Kräfte Deutschland vor schwerem Unheil bewahren werde Während der sei'dem verstiichenen säst neun Monaten lieh ich mich bei der Führung der Politik ftetö von dem Bestreben leiten, der Verwirklichung jener Zusammensalsung aller Kräfte den Weg zu ebnen 3n der Tat haben die Grundlinien der auswärtigen Politik der Aeichsregierung. hat ihre Stellung im Auhr- gebiet und am Ahein. haben wichtigste wirlschas!- liche und steuerliche Mahnahmen. wie unlängst das Gesest zur Sicherung der Vrotversorgung. die eben verabschiedeten Steuergesetze und die Aktion bei groben wertb 'ländigen Anleihe bie Zustimmung aller bei. Sluulegcöan- k e n bejahenben Kräfte Der Dille der Hatton, sich im Kampfe um Leben unb Freiheit zu behaupten, kam darin zum klaren einmütigen Ausdruck Aus der GntwicUung der letzten Tage habe ich die Uederzeugung gewonnen, bah nach einer in weiten Kreisen der berufenen Vertretung de« Volkes vorherrschenden Ansicht der ent- schlossene Wille zur Selbstbebaup- 1 u n g noch stärker unb noch nachdrück- kicher durch eine Aegierung verkörpert würde, die von einer Koalition grober Parteien gebildet unb bamit von einer starken selten Mehrheit de« Aeichstage« getragen ist Ich bitte daher, Herr Aeichspräsident. mein Amt und die Aemter der Herren Aelchsminister in
Ihre.Hand zurücklegen zu bilden Mil der Versicherung aufrichtiger Hochachtung bin ich, Herr Aeichspräsident. Ihr sehr ergebener
gez 5uno.
Der AeichsPräsiden! balle Itch nach einer Ausspiache mit dem Acichika izler zunächst leine (Sntlddichung Vorbehalten und im Lause des Aixnds die hierdurch geschaffene Lage mit den Parteisührern besprochen 3n den fpä.e.i 2lbend- ftunben beauftragte der Aeichsprälibe tt bei Ad- g.rebneten Dr Stresemann dr ihm von den Paiicfühiern der groben Koalition einstimmig zum Rci<k>skanzler vorgeschlagen wurde^ mit der Acub Idung deS Kabinen» Dr Stresemann hat nach 2L.nähme hör 'A'r.i .ni so ort m! der Vor- banMu g n über bie Äabincii?blttung begonnen, «r bespiach sich zunächst mit den S o z i a l d e m o- (ra len. Wie bie Montagspost au« dem Munde de« neuen Reichskanzler« selbst erfährt, nehmen bie Verhandlungen einen guten Fortgang llvahr- schemlich werde sich das neue Kabinett heule schon, wenn auch vielleicht noch mit einigen Lücken, dem AeichSIag vor st eilen können In diesem Falle würde d.e 2lbgab>- der AegierungS- citlärung verbunden werden könne» mit der aus der Tagesordnung stehenden (Beratung der Gold- anleihe, damit keine Zeit verloren geht Wie die einzelnen Ministerposten besetzt werden ist noch nicht enifcheden feit steht dem Blatt zusolge nur, bah der neue Kanzler oorläulig auch das Mini- sterium deS 21 e u be r n verwalten wird und bah der Sozialdemokrat Dr Hilf er ding zum F i n a n z m 1 n i st e r auSed'hen ist Die Polnik des neuen Kabinett» werde, w e das Blatt schreibt, chivakterisieri einerseits durch di. Persönlich!.stt Ctivkmunn« und andererseits durch die Bedin» gungen, unter denen sich die eojiaUxmofraten zur Bildung der groben Koalition bereiterklärt haben energische Konsolidierung der inneren Verh-ill- nlise. gröbere Aktivität in der äuberen Politik. Das gleiche Blatt will wissen, bab sämt- (id>e Parteien der groben Koalition beschlossen hätten, dem Aeichsbantdirektorium den Wunsch nach einem Wechsel in der Aeichsbank» leitung zu übermitteln.
i Der nette Reichskanzler
ist a!S Irrngjährigrr Führer de. Deu.scheu Voit»- partei, bie er bei allen wichtigen 21nlässen im Reichstag rednerisch vertrat, dem deutschen Volk und der Welt eine der markantesten Persönlichkeiten unsere« politischen Ledens >r steht jetzt im 45 Lebensjahre, ist gebürtiger Berliner und seit 1903 Syndikus des Verbandes sächsischer Inbu- strieller 1907 wurde er natitmalhberxiier Aeichs- tageabgevrdneter 1919 gr.inb.-te er de Deutsche VrlkSpaifei. Man wird von dem gewiegten p.ir» lamentarischen Taktiker erwarten dürfen, bah ihm im Parlament eihebstch weniger Schwierl>ketten begegnen werden, als dem Outfibei Dr Rimn Uctxr die Liste feiner TTTiLirbdler ist noch nicht« Authentifche, b.tannt M in jl.iubt, bab cm grober Teil .der bisherigen Vlinift -r im Amte bleiben werbe und nur tm Finanz-, WiNschafts- und Aubenministerium ein Wechsel cintritt AIS neuer Finanzminister wird der frü';e:e unabhäng.ge Führer Dr Hilsferding scho i mit ziemlicher Bestimmtheit genannt Der Berliner Berichterstatter de« .Dcho de Paris" glaubt mitteilen zu können, das) die edle .Geste" Stresemann« wahrscheinlich die Entfen- dung neuer Botschafter nachParis und Brüssel sein werde AI« Kandidaten für den Pariser Polten kämen dec frühere AcichSkanzler Wirth oder der frühere Minister v Saunet in Frage
Die englische Antwort an Frankreich und Belgien.
London. 13 Aug (WTB» Die vom 11 Lugust datierte Bote des britischen Staatssek>e- ;re be« Aeubern Lord <Lurzon an die Bat» chafler Fvankr.ichs und Belg en« in London ent- alt 55 Paragi ivhen 3« wird darin u a aus- ,fährt Die au! richtigste Gnttäuschung ■urbe der englischen Aegierung durch die Antwort ■. rursacht, die sie unter otm 31. 3uli von der nnzösischen und der belgischen Aegierung auf hre 2loU vom 20. 3uli mit dem 21nlworteniwurf ur Deutschland erhielt Die Aufnahme diele« 'odchlaoes durch die beiden Aeglerungen laste >ie englische Aegierung unter dem peinlichen find ruck, bab weder ihr Vorschlag von den Alliierten begrübt, noch bab nach b.-ren 2hificht hre angebotene Mitwirkung Grwäbnung ver- ,'iene, au her unter der Bebtnmjng, bab keinerlei 'Ibweichung in irgenberner Einzelheit gemacht -i-crbe, vor allem. waS bie sranzösifche und bie elgische Aegierung als ihre unabänber'ilchen An- • tjtcn unb Sntf«heidüngen bezeichnen Allerdings >Heine bie belgische Antwort auf den ersten Blick n toeniger unnachgiebig zu sein als bie fran- tifche Aote 25ei genauerer Prüfung zeige sich doch, bab bie Haltung der beiden Aegierungen ■ur alle dvastischen Zwecke idrntisch sei und bab >:c belgische Aegierung, obgleich ihr Bestreben auf eine Fortdauer der freund!chaftlichen Unter- ial' ing hinzudeuten scheine, diese nur unter der
nngung geschehen lassen wolle das) ba«We!ent- >: der belgischen Fvrderung.n von vomhccein gestanden werbe Der erste Punkt, der die .itische Aegierung Überrascht sei b r bah weder der AntwoN der sranzösiichrn, noch ter delgi- ■ j)cn Jlcgierung irgcnb.mc Einzelheit aut n 3n(<ilt des AntwoNeniwud« auf daS deuisch? Istemorandum enthalten lei, Den di' englische gicrung vvrgeschlagen habe Di. belgilch- Ae- ei-ung sei allerdings weiterhin für be i Grund- ii, einer gemeinsa-..m Antwort, ^iber b e fran» osische Aegierung übergehe ben Vorschlag mit olligem Stillschweigen Dabei sei dies -och das Hauptziel gewesen, auf das bie englische
qicrung in ihrem Wunsche nach fortgesetzter Aufrechterhaltung der alliierten Ginhel' ihre Bemühungen gerichtet habe Diese Auslassung werde kaum kompensiert burh .me Aethe von argumentativen Stellen. Aach- . agen über D»tailpunkte. Angebote weiterer &r-
tcrungen und Unterredungen, die 2lli«sich:en auf eine unbegicnzt ausgefponnene Kontroverso . .öffneten, während die fundamentalen Grundsätze nur erwähnt würden, um zu erklären, bab sie
dmt Crcrternng nicht jnli<b<n.
Es könne vielleicht erklärt werden, bah die belgisch: Aote keineswegs so kategorisch wie die
i tiösische den Vorichlag nach einer neuen Unter» 1 jdrjng bei Zahlungssähigkeit Deutschland« vcr- x'tfe, aber bi Zustimmung der belgischen 2icgic-
j zu einer berartigen Unteduchung werde ab- .itgig gemacht von Sei E«Eichung von peiu- ; a r e n Vorteilen woitreichender Art sür vankretch und Belgien auf Kosten ihrer 21111- i ten, insbesondere Grobdrilannlen« Ein d:r- :i hger Vorschlag scheine der britischen Aegierung ■enfunbig eine falsche Auffassung der ige zu enthüllen. Es w.nbe ni hl angefocht.ai i .-iden können, bah e? keinen Zweck habe, von 'eutschland mehr zu fordern, als es in der Lage ■' >u bezahlen Die Frage, was der H ochst - betrag sei, den Deutschland zahlen könne, fei ■on höchster Bedeutung für all; leine laubiger Das sei bie Frage der Feststellung :aer Tatsach-, auf der alle praktischen 2krein- arungen oder Kombinationen zur Erzielung von !k»nhlungen bis zum vollstmöglich'len Maste be- u ünbel werden muhten Die biitisch: A.grerung xibc dabei vvrgefchl.igen. Sch Zite zu tun.^ nm > e Wich lgr ZuIiuJa K-ilAuiKika.
ibe geantwortet, bah es selbst unb Frankreich
Zustimmung r.ii t edtikii, wenn nicht cm ntsprechender Vorteil tür es selbst und für Fcank- ich gewonnen würde Die britische Aegierung nie keineswegs berei twillig in eine beiar- ■ge Transaktion eintreten Wahrend bie belgische le keinerlei bestimmte Forderung eingebe, hätten fiMdle und ofüziöse 23eicinbarungcn bc han- ' schen und belgischen Minister e» Har gerne bi, ist bie französische Aegierung auf einer Mindi st»
■lung von 26 Milliarden Goldmark und über : Betrag zu bestehen wünsche, der erforderlich um ihre Schulden in Grvstbritannien unb den einigten Staaten zu bezahlen. Die bclgllcbe .gierun gbeftebe auf einer Mmdestzahlung non -'Milliarden Goldmark, für die sie ganz oder tcil- ifc Priorität ersuche In der Pra.iS wurden die uefchlagenen Pläne gleichbedeuiend fein mit ec Aenderung zugunsten Frankreichs u ib Deins der durch das Spaa-Ablommen festgesetzlen । leilungsprvzentsätze Die biitische Aegier >ng ne nicht zugeben bef) irgendein Giund für eine -änderung der Spaa-Prozentsähe be'te'x re unbillig unb sei unmöglich dem bntl- •n Steuerzahler, der bereit« weit s ch we r e r fastet sei. als der französische unb ber bel- ibe, zuzumuten, weitere Opfer *u bringen.
ibrr.ib die belgische Aegierung an ihre
nig zu einer Unlesuchung der Zahlurrgssahig eit ufchlands burch unparteiifche Vachvedtani.Ige le Bedingung knüpfe unb sie dadurch wenig r t v o 11 gestalte. verwede bie fran- 't)8 Kegiciung bie’en Plan ganz und i unb sch.nne ihre Tvcigerung zu rechlleNigen. em be eine Aeihe von Fragen stelle, bie z u dl osen Erörterungen führen konn- . zu einer Zeit, wo eine schnelle 3'itl'**1' u n g von wesentlicher Bedeunmg sei. 2lus •tuchene von Po,ncarö aufgeworfene Fragen gehend, in benen das Erstaunen darüber aus-
gediückt wird, bab irgend;emand bie 2Serechtigung ber Aeparationskomm ssion. ben non De>ii'ch!nnd zu zahtenben Betrag von 132 Milliarden Gold- mark seslzusetzeii. bezweifle, hebt bie britische Aote hervor.
daß der 25efchluß der Aeparakionskommissioa nur eine einfache Schätzung der Schäden g?- wesen sei, irs,endwelche Derücksichliqung der Frage der Fähigkeik DeukschlaudS, zu zahlen".
Die Pflicht, eine endgültige Entscheidung zu treffen. liege teils bei ber Aeparationskommistion. teil« bei ben alliierten 2l#qierunge.i. denn wem bie Umstände bc Streichung eines Teile« der Kapital schulden notwendig mache > lallten, sei e.ne beionbcie Ermächtigung fette i« ber verschiedenen Aegierungei, bis in ber Konnnissiun vertreten sind, eroirdeillch Diese Pllicht, die nach den Bedingu ige.r be« Ikrtrogc« erfüll! werben. müsse, besteht darin, unter alleiniger Bezugnahme auf bie Hilfsquellen unb bie Fähigkeit Deutschlanbs zu ent- scheiten. Daser könne für klar erach e: werd- \ bah e ne ^Inteduchung der beuiichen Leistung« äi-igstit durch unparteiische Sachverständige zur Untedtühung der AcparattonS' mmisfion nötig sei unb sollte bie Streichung eines Telles der Schulden für notwendig erachtet werden, tu könne eine solche durch die alliierten Aegierungen. welche damit ihre vert ragsmähige Pflicht erfüllten nicht als eine Verletzung des Grundsatzes angesehen werden, der tm Vertrag aus gedruckt ober enthalten sei.
PoincarLs Sonntagsrebe.
Daris. 12. Aug (WTB) Mmifterpräsi- dem Poincar« h eit bei bet atnödoung eives Kriegerdenkmals in 2Kort>iIle bte übliche ©onn- tag«rtbe. bU w-eber strotzt von ben unglzxib- HAften Lügen über die .öreud ber deutschen 3npa1h«d und baaüt die .frtebfenlfle Befetzaag^
des Auhigediets vergleicht Poincan- hatis die t r r-n e»j fa-'C 7: CTo.”-! TT-OH b'.C rc4!:.^C Behandlung der Ei nwohner von Marville denkt, bann steht mm starr vor ber Unvedchämtheil ber Deutschen, die. um ihre Missetaten vergessen zu machen, sich heute gewaltig über eine friedfertige Besetzung btfiagen, u.iter ber sie würden nicht zu leiben haben, wem sie nicht von ihrer Aegierung zu Gewalt- und Tbahnslnnstaten geti leben würben 21 och in ber rergangenen Woche hat ber Aeichslanzler geglaubt, eine anmaßende und drohende Aede im AeichS- tag halten zu müllen, die beweist, bi« zu welchem Grabe Deutlchland bie Lage verwechselt, seine Aieterlage verkennt unb hartnäckig weiterhin n ch» begreifen will Der Reichskanzler hat eine TDcitetfübrung bes passiven Widerstandes angekündigt, was nichts wei'er ist al« eine 2kikhung bei unterzeichneten Arteten«» Vertrages unb ber tingcgangene.i 2Krpflichtungen AiemalS hätte der 2ieich«kanzler diese sinnlose Sprache führen können, wenn bie Alliierten sich darüber hätten einigen können, ihren Willen flat bekannt zu geben unb ben Reichskanzler zu zwingen, sich cnicht gegen bie Massnahmen der Franzosen und "Belgier aufzulehnen die diese le- gittmierweise ergriffen haben 215er er wird mit der franzöfisd>-belgischcn Politik nicht fertig werden, unb Deutschland ist es das da« Opfer dreier freiwilligen Verblendung ist Kaum hatte der 2ieichskanzler ferne 2lebe gehalten, als fern Finanzminister mit ben dezeicchrenden Worten .Der Dollar steht auf 5 Millionen", ben Zusammenbruch ber Mark verkündete, das ist die Tat. das wirtschaftliche und finanzielle Meisterwerk, an dem bit deutsche Regierung mit verhängnisvollem Erfolge gearbeitet hat, und wcmn 'le in ihrer Verstocktheit weiter beharrt, wird sie ihr Land an Triumph in di» Katastrophe führen.
Wir haben angesichts ber Erklärungen Sunvs nur ein nachsichtige« Lächeln Wenn er glaubt, ungestraft etem Vertrag »erreichen zu Dunen,
ben Deutschland unterzeichnet hat, wenn er bei Ansicht Ist. bah wir gewillt sind aus unbestimmt« Zeit die Reparationen, bie Deutschland uns schuldig ist, selber zu bezahlen, wenn er glaubt, bah wir das Ruhrgebiet räumen würben, bevor wir ben Vertrag unserer Sortierungen erhalten haben, bann täuscht er sich sehr, unb wenn er das nicht glaubt, wenn er sich nur ben Antcheln gibt, das zu glauben, bann sind es seine Volksgenossen, bie er tär-icht Wir slnb nicht nur sicher unsere« Rechts, wir sind auch sicher unserer Methode Wie im Jahre 1918 am Vorabend feine« militärischen Zusammenbruchs, will uns Deutschland noch hinter bas Licht fuhren, wie im Jahre 1918 genügt es auch heute für uns. nicht schwach zu werden, um das letzte Wort zu haben Was uns den Krieg bat gewinnen lallen, ist nicht bk Tapferkeit ber nerbünbeten Armeen allein, sondern auch der une^rlchütterliche Dille der 4aiion Drc -aaiion vom ersten Die zum letzten Mann hat auch den festen Dillen, den Frieden zu gewinnen ©le wird ihn gewinnen Ihre Taten fordern das und ihr Wunsch wird gehört werden
Dem .unterlchüttedlchen Willen der französischen Ration" kann das deutscye Bolk nur ben gleich unerschütterlichen "Dillen zum Durchhalten im palsiven Widerstand entgegensetzen, um ein zweite« 1918 zu vermeiden
Frankreich« Finanzlage.
Paris, 12 Aug (Wolff ) Der sranzöflscht Finanzmmlster de Lasterie ergänzte die Poincarö- fche Rede von der sinanzsellen Veite her In seiner Rede in Bort Der Minister führte au« Die budgetäre Lage Frankreichs habe sich gebessert Die Mehreinnahmen an Steuern betrügen im Vergleich zu dem vergangenen Jahre in den edten sechs Monaten dieses ,»ihres 1,58 Millionen TPenn, wie nnzurn-h-nen fet, die G.nnahmen sich in der gleichen Höhe hielten, dann werde es zum edlen Male seit 1914 gelingen. d,i« ordern - llche Budget. emlchllefUich einer Zahlung von 38 Milliarden Franks, die für 2iechnu.ig Deutschland« geleistet worden seien, ins Gleichaewicht au bringen Was das französische Budget belaste, seien die Milliarden, die Frankreich habe leist«, müssen und noch leist«, um eue Deckung für das Budget der Wiederelnrreibbaren Ausgaben zu erlangen Durch eine geschickt aufgemachte Propaganda suche Deutschland in ber gm*#n Wen Mitleid mit seinem Schicksal hervorzurusen, indem es behaupte, durch den Sturz der 2stark ruiniert zu letn. Man solle sich aber durch Ward, nicht täuschen lassen Gs ba.tbele sich bei dem "Banfrott Deutschland« nicht um elaen wirtschaftlichen Bankrott. Durch seine 3i|lattan hab« Deutschland In vorgelabter Absicht das Instrument feiner Zahlungen vernichtet, aber die Krife werde nur vorübergehend sein. D^itschla id werde sich an dem Tage, wo es das wolle, mit einer Leichtigkeit wieder erheben, die dce Well in Erstaunen setzen werde. Der Zusammenbruch h.-r Mark (affe in der Tai die ProSuktfonSkrafr der Bevöl.'erung vollkommen unberührt. Seit dem Änvgc habe Deutschland alle feine Produktionsmittel, feine Fabriken, feine Si'enbahnen und seine Kanäle nicht nur erhallen, sondern so- gar noch weiter au «gebaut Sollte es den Deutschen gelingen, sich der Zahlungen der Repara- ticnen zu entziehen bann würde es seine äuheren Schulden los während auf der anderen Seite ferne innere Schuld durch die Entwertung der 2Had gleichfalls fast völlig verschwinden würden Däh »end dann die Industrien In Äiglanb. IMgfen, Fiankreich unb Italien unter dem Gewicht ber finanziellen Lasten litten würde bie deutsche Industrie ihrer Schulden ledig. Ihre UeberlegenbeU benutzen, um ihren Rivalen auf dem Uklimaifte lieg,eich Konkurrenz zu machen Das beilegte Deutschland würde so seine wirtschaftliche Hegemonie in ber ganzen Welt ein richten, während die l"areichen Rationen der Gntente mit den grübln industriellen Schwierigte ten unb Arbeits- U>feiifiUen. die bereu Folgen jein axirben, zu kämpfen haben n-ürben Da« lei ber Grund dafür. bah Frankreich Wenn es bie Reparationen verlange, auf bie es ein Anrecht habe, und die für seine Wiederaufrichtung uneriäblich seien, das Bewusttsein habe, nicht nur [eine rtaenen Interessen zu verteidigen, sondern der Sache be« Weltfrieden« zu bienen und an ber Wieder au frichtu na Europa« zu arbeiten.
Die Feier des Derfassungstages
"Berlin. 11 Aug (Wolff > D^> Derer b?« Verfaffungstage« würbe mit einem Rhein- unb A uh rtag verbunden, um den Gefühlen de, GlchiolsenheU Deutschlands, des Danke« an die leidenden Mild rüder und des fe'cen Sntschlusle« ber Erhaltung von Rhein und Ruhr für unser Vaterf 'nd im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bekenntnis zum Sta-ii und seiner 2kdaffung staden "Au«druck zu geben Sämtliche staatlichen Dienstgebäude sowie die Gebäude der Selbstverwaltungskörper hallen In ben Adchs- unb Lanbesfarbe.i geflaggt Die Behörden verunstalteten für ihre Beamten schlichte Fnem, um 9 Uhr setzte ®ltxfengeiäui» sämtlicher 'Berliner Kirchen etn In der Dreifaltigkeit«- und der Alkolaillrche hielt man besondere Gottesdienste ab
Vor dem Reichstagsgebäude rnadchierte eine Ehrenkvmpagnie auf. Der AelchSprältden! sc^rkt die Front ab. wobei die Regiment«musik das Deutschlandlied spielte. Darauf begaben sich die Spitzen ber Behörden mit dem Reichspräli- Denten nach dem Plenarsaal des Deutichen Vcstks- haules Während bei Feier Im Gebäude Ipleiten zwei Kapellen prenbllay Märsche, bk von der Menge nrU brausendem "BeifaU aufgemmtiaen wurden — Der Aelchtiagsabgeordaete Karell aas Atedev-Lgechei-i hiell tee QM-,


