Äi< der Zuckerbefchasfung tm Dezemder t>. 36. ist dem Verein ein Duchaben von 100 000 Mk. zu gefallen, von dem bestehende Schulden gedeckt Verden konnten. Der Direktor der neugegründeten Ein- und Derkaufsgenossenschast Wetterauer Imker Lehrer Runk - Okarben, gab sodann eine Schilderung des Geschäftsganges der Genossen- schäft- Der Geschäftsanteil beträgt 5000 Mk. Hauptsächlich sind der Einkauf von Zucker, die Vermittlung des Honigverkaufs und die Beschaffung von Mittelwanden Zweck des Llnternehmens. Die Genossenschaft ist über ganz Oberhessen aus- gebreitet. Mitglieder fönnen nur Einzelpersonen werden, nicht die Zweigveretne. Der Wetzlarer DienenHÜchterverein wurde hierauf als Zweig- verein des Oberhesstschen Dienenzüchtervereins einstimmig ausgenommen. Für 1923 ist als Ort der gemeinsamen Wanüerverfammlung für Hessen und Kurhessen Schlitz in Aussicht genommen. Rädere Bekanntmachung erfolgt in der Vereinszeit schrtft.
Landkreis Gießen.
X W ieseck, 13. April. Unser Ehrenkirchenvorsteher Jakob Reidel feiert am 14. d. OH. in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar wurde in Lollar geboren und 1899 in den Kirchenvorstand gewählt.
* Obbornhofen, 12. April. 3n unserer Gemeinde wurden für das Deutsche D o l k s o p f e r 282 250 Mark gesammelt. Der 'Betrag wurde an die Sammelstelle deS„Gie- Heuer Anzeigers" abgeführt.
'Grünberg, 12. April. Der Gemeinderat beschloß, die Ausbesserung des Kirchturms (Kostenvoranschlag 21/» Millionen Mark) sofort vornehmen zu lassen. Die auf 4 Millionen Mark berechnete Ausbesserung des Hauptdaches der Kirche und die auf V/a Millionen Mk. bezifferte Ausmauerung der Kamine, durch die man die schadhaften Eisenrohre ersetzen will, wurden einstweilen zurückgestellt.
Kreis Büdingen.
y. Bad-Salzhausen, 9. April. Schwer geschädigt und schlecht belohnt für ihre Wohltätigkeit würde eine hiesige Familie, die aus Gutmütigkeit einen fangen Mann aufnahm und in der freundschaftlichsten Weise bewirtete. Er hatte angegeben, er habe vor den Franzosen aus dem besetzten Gebiet fliehen müssen und sei dadurch eristenzlvs geworden. Run verschwand vor einigen Tagen der Gast unter Mitnahme einergröheren Geldsumme und mehrerer Wertgegenstände.
Kreis Friedberg.
* Dad-Rauheim, 11. April. Die Stadtverorbneten-Bersammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung zur Deckung d e s st ä d t i- schen Defizits eine weitere Erhöhung der Grund - und derGewerbe- steuer beschlossen. Diese sollte ursprünglich mit dem ISfachen Betrag der vorläufig erhobenen Steuer In den drei Monaten April, Mat und Juni mit je einem Drittel ausgeschlagen werden. Der Berichterstatter Dr. Pape gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Belastung eine drückende sei, aber das Defizit der Stadt müsse gedeckt werden und leider gebe es keinen anderen Weg. Der Ausschuß habe nur insofern eine Milderung erreicht, daß im April drei Fünfzehntel, tm Mai sieben Fünfzehntel und der Rest im Juni gezahlt werden könne. Der Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick über die Entstehung des Defizits im städtischen Haushalt. 3m Jahre 1920 war der Ausfall gering, in 1921 stieg er annähernd auf 10 Millionen und vergrößerte sich in 1922 von Monat zu Monat. Das Haus nahm die Millionenbelastung einstimmig schweigend an.
VonLaubach nach Südfrankreich
Der Winterzug unserer Stare.
Einen interessanten Erfolg erhielte der Do» gelSbergornithologe Karl Rudolf Fischer- Laubach durch eine von ihm vorgrnommene Starenberingung. Gr zeichnete — nach einem Bericht im „Grünberger Anzeiger-" — am 6. Rov. 19Ä. abends gegen 7.30 ilfrr, also zur Zugzeit, in Laubach in Hessen einen Star mit dem ihm von Prof. Dhienemann, dem Leiter der Vogelwarte Rossitten an der Kurischen Rührung, zur Q3er« fügung gestellten Dogelringe. In diesen Tagen teilte ihm nun der genannte Vvgelwart mit. daß dieser Star, der den Ring „F 30977 Vogelwarte Rossitten-Germania-retou?' trägt, in Annonay, Departement Ardeche, in Südfrankreich geschossen worden sei, und zwar am 14. Rovern der des gleichen Jahres. Hieraus ergibt, sich für die Schnelligkeit des Vogelzuges folgende Betrach-
Das Msselhaus.
Roman von Luise Schulze-Brück.
3. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Lind die blauen Augen der alten Frau begannen schillernd zu leuchten und ihre Stimme zitterte in Erregung als sie von „ihrem Hannes" erzählte, der nun schon fast fünfzig Jahre im Grab lag — wenn sie da durch die Zaunlücke schaute, dann konnte sie da« Kreuz aus seinem Grab sehen. Das war einer! Der arbeitete wie drei, sie hatten immer genug Brot für die acbt hungrigen Mäuler, und das war keine Kleinigkeit, denn dazumal war das Dorf noch arm, weil der Wein nichts galt. Das war nicht wie heutzutage, wo jeder Wingert CWeinberg) eine Goldgrube ist. Dazumal galt der Schoppen drei Groschen und es konnte einer noch froh sein, wenn er ihn dafür verkaufte. Lind das Lieberholen brachte auch nichts ein, denn dazumal fuhr die Bahn noch nicht, nur alle zwei Lage kam das Schiff, das von, Koblenz nach Trier moselauf zwei Tage brauchte, und von Trier nach Koblenz einen. Lind Beine fremden Menschen waren auf den Moselstraßen, wie beut, wo sie von Ort zu Ort wandern und mit der Dahn fahren, auf Rädern oder Automobilen, und wo der Hannes alle Lage Verdienst hat.
Aber bei allem war ihr Hannes immer guter Dinge und sang und pfiff den ganzen Tag, and wenn alle 3ahr ein Kleines tarn und sie manchmal doch verzagen wollte, wenn schon wieder eins in der Wiege lag, au« der da- vorige noch gar nicht herausgewachsen war, dann lachte er und sagte:
hmg. Die Entfern-uung der Stabt Annonah von Laubach beträgt rund 800 Km. Diese Entfernung hat der Star innerhalb 8 Tagen zurückgelegt, so daß sich, die Entfernung auf die einzelnen Trge gleichmäßig verteilt, eine Tagesleistung von 100 Km. ergibt. Sine Strecke von 100 Km. ift allerdings für einen Vogel keine Leistung, doch da die Stare meist nur um Sonnensinken ziehen, den ganzen Lag aber futtersuchend untherstteichen, so wird der Ringstar für die 800 Km., zusammen- gefaßt, wohl nur wenige Stunden gebraucht haben. Die Krone des Erfolgs jedoch ist Ke Feststellung, in welche Gegend unsere Stare im Winter ziehen. Aus der Lage der Stadt Annonay läßt sich mit Bestimmtheit folgende Zugrichtung deS Ringstares entwickeln. Da ziehende Vögel Gebirge möglichst meiden und am liebsten Flußläufen und Tallenkungen folgen, ist anzunehmen, daß die Stare durch die Wetterau nach der Main» und Rheinebene gezogen sind, sich dort längere Zeit Herumgetrieben haben (bekannt sind die großen Vogelbeere der sturnus vulgaris, die sich allabendlich am Rheine in den ausgedehnten Schilfbeständen niederlassen), nachher dem Rheiri flußaufwärts gefolgt sind und bann, als der Schweizer Jura sich mit seinen GebirgSzügen ihnen in den W^ stellte, rechts abarbogen und durch die burgundische Pforte nach oem Savne- Tunb, darauf nach dem Rhonetal geflogen sind, in dem die Stadt Annonay liegt. Die Stare verbringen also meist den Winter in Südeuropa, weniger in Rordafrika, da ein Zugvogel nur ungern über das Mittelländische Meer fliegt. ES ist anzune^hmen daß die hier angegebene Zugrichtung von allen hessischen, ill rrhaupt von allen süd- und mittelwestdeutschen Staren eingeschlagen wird (für die nördlicheren kommt eher das Moseltal in Betracht!), denn hieraus erklären sich die schier endlosen, riesigen Starenheere, die jeden Herbst zur ZugSzeit an den Rheinufern angesaust kommen.
Der £ier angeführte Fall gibt einen Einblick in die Tätigkeit der Vogelberingung. Sv interessant aber der Ringversuch ist, so schwierig ist er auch denn nur ein ganz geringer Bruchteil von Ringvögeln wird wieder eingeliefert. Den Beweis hierfür liefert folgende Feststellung: Don 1903 bis 1917 wurden 7629 Vögel beringt und außerdem noch 113 037 Ringe von Rossitten versandt unb nur 1816 Ringvögel eingeliefert. Seit dem Kriege hat die Vogelwarte Rossitten (ebenso wie die Station auf Helgoland unter Dr. Hugo Weigvld) mit neuen Schwierigkeiten zu kämpfen, und zwar werden ihr diese durch die Franzosen bereitet. Denn die Franzosen melden trotz des „Friedensschlusses" nicht mehr an deutsche Vogelwarten. Der obenerwähnte Fall gelangte durch den „Chasseur fran^ais" über die Schweiz zur Kenntnis unserer Vogelwarte!!!
Turnen, Sport und Spiel.
• Die Ortsgruppe Gießen deS Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen hat für den Sommer 1923 folgende Termine für Gießen festgesetzt: 21. bis 22. 2lpril: Radfahren, Frühjahrsgautag 9a (Saal- Wettbewerb)- 29. April: Werbeturnen der Gießener Turnerschaft; 27. Mal: Allgenieiner Spiel» platzwerbetag (einbezogen: 100-Kiiometer-Rennen Gau 9a — Dtaffellauf Rund um die Anlagen — Fcauenwerbeturroen Gießener Turnerschaft — Rudern), 17. Iuni: Regatta Deutscher Ruderver- banb; 24. Iuni: Rationale Schwimmwettkämpfe Spvrtllub 1900 ; 22. Iuli: 3. Rationale Leichtathl. Wettkämpfe Sportklub 1900. Die Festsetzung deS Termins für die Regatta des ©üm>. Ruderverbandes und für die Llniveösttätswettkämpfe erfolgt noch.
Kirchliche Nachrichten.
Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synag. (Südanl.). Samstag, 14. April. Dorabd.7, morg. 8.30, abds. 7.25 u. 8.05 LLHr.
Sonnet
Berlin. 12. April. Die Effektenbörse war gut angeregt durch die starke Steigerung von Kattowitzer und Laurahütte, die auf FusivnSgerüchte 98 000 bzw. 53 500 erreichten; andere oberschlesische Werte waren kräfttg mit aufwärts gezogen. Die Veränderungen auf den anderen Gebieten waren weniger erheblich und überstiegen nur vereinzelt 2000 Prozent. So gewannen Felten u. Guilleaume sowie Bergmann 5000 Prozent, von Metallwerten Hirsch Kupfer auf Abschluß 3000 Prozent. Für Bankaktien zeigte sich gute Meinung. Ramhafte Besserungen erfuhren Berliner Handelsgesellschaft, Commerz- und Privatbank, Darmstädter Nationalbank, Dis- kontogesellschaft und Dresdener Bank. Auch österreichische Kreditattien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Schiffahrtsaktien waren vernachlässigt. Dalutapapiere waren im allgemeinen behauptet. Am Industrieaktienmarkt
„Ach Modder, laß nur! Wir bauen noch en’ Stubb' an! Hn leg die zwei zusammen in die Wieg, bis mir en Waschmann (Waschkorb) kaufen können!"
Lind tar.zen konnte der! Wenn sie auf die Kirmes gingen und er tanzte mit Ihr, dann blieben all die anderen Paare stehen und sahen ihnen beiden au, und die MM spielte hintennach einen Tusch, daß man sich ordentlich schenieren mußte. Lind so ist er auch gestorben. Mitten aus dem Geben holte ihn der Tod, ein Rußbaum, den er fällte, erschlug ihn.
Aber als sie neben ihn auf die Erde fiel, selber halbtot vor Schreck und Hammer, da hatte er die Augen nochmals aufgemacht: „Lass' niren, Modder, baat is unfern Herrgott feinen WillenI Lind kreisch nlt so! Da denk an uns' Kinner. Die zivei Hungen, die sein groß genug, die sorgen eweil für euch! Schad, bat ich fort muß! Et Lewen is efu schien." Lind dann hatte der Pastor ihm noch die Absolution gegeben, daß er in Frieden mit unserem Herrgott sterben konnte, dann hatte er sich langgestreckt und war tot.
Aus den Augen der alten Fra: flössen ganz langsam zwei gr)ßs Tränen über die alten runzeligen Wangen. Lind Eva Ohler sah diese Tränen, die nach fast fünfzig Jahren um einen geweint wurden, der arbeitend und singend inb tanzend, noch heut im Gedächtnis seiner Frau lebendig war.
3a, wer hier starb und begraben wurde da btunten auf dem Friedhof, der sich eng an die weiße Kirche lehnte, zwischen beffen Dräberrolhen man durch die Kirchtür schritt zu allen großen Tagen des Ledens, zur Hochzeit und Tarfe und
konnten schließlich die höchsten Kurse nicht voll behauptet werden, obwohl die ©ninbftimmung unverkennbar fest blieb.
Frankfurt a. M., 12. April. Börsen- stimmungsbilb. Die Börse verkehrte in befestigter Haltung, doch war das Geschäft noch ruhig. Immerhin hatte eS den Anschein, als ob seitens des Publikums Kaufaufträge erteilt worden seien. Der freie Aktienmarkt war bet meist anziehenden Kursen etwas belebter. Zu großen Umsätzen kam eS in Bankaktien; die heutigen Kurserhöhungen erftteckten sich besonders auf österreichische Kreditanstalt unb Wiener Bankverein, doch auch unsere heimischen Danken lagen fest. Bescheiden waren die Llmsätze am Montanaktienmarkt. Maschinen- und Metallwerte gut behauptet. Zellstoff Waldhof fest; anregend wirkte dabet dte beabsichtigte Verdoppelung des Aktienkapitals. Rorddeutscher Lloyd fand im Anschluß an den Geschäftsabschluß höhere Beachtung; man verwies auf die bevorstehende Kapitalserhöhung. A. E. G. lebhafter, Felten und Guilleaume gesuchter. Am Markt der chemischen Werte überwogen dte Kursverbesserungen. Dollar 21 200.
Börsenkurse.
Frankfurt a. M. Berlin Lchluh. Schlich. Schluh. Schluß.
Kur» Kur» Kur» Kur»
Datum: 10.4. 12 4. 10.4. 12. 4.
S'/.DtlL. MellrSanlrtbe 89.75 89,75 89,00 89.00 47o Ternleidjen 1160.-1160.- 1175.- 1070— 3»/.•/, Dergleichen 665.- 660,- 670,- 645,— B°/n Dergleichen 4350,-4350,- 4390,- 4899— Dtsch.Tvar-Pram.-Anl. 320,- 300,- 275,- 287— 4e/, Preußische Konsoll 19a- 190,- 125— 192— VI» Hessen......... 133.- 13a- 140,- 150,-
3*/.e/o Hessen 110,- -.-
36/0 Hessen......... 110 - 112.- 120.- 111,-
47» Zolllürken 382-50,-3775a-38500,-37500.- 0*/» Gotdinerikaner 300000.-298500.-MR00.-296000.- Berliner Handelsges. . 81000,- 86000.- 80000,- 85000,- (EommetA» u. Privalbk. 10500 - 125)0,- 1075a-13500,- Dnrmst.n-Nntionnlbank 13700,- 1(1000,- 14000,- 16000,- Deulsche Bank 29100,- 80U00,- 29000.- 30000,- Deiilsche BeretnSbank. 4300— 5(XX> — —.— — ,—
Dllcomo (Lommandit . 15200.-19000,- 15250,-19900, - Metallbank........ - - 37900,- -—
Millelde»'. Creditbank 7800,- 9000,- 7850,- 9500— Ceitcrr. Credtianstnlt. 15300,- 18250,-15000,- 15200 - Bochumer Guß.... 7o000,— —,—75900,—
BlideruS 3'775, —34500,—35200, -34250,- (£nro 49000,-55500,- 50000,-571 >00,- Deiilfch-Lllrembiira. . 75000,—70000—75800—73000— GelsenkirchcnerBergw7;5000,-72250,-7600a-73500,- Harvener Bergbau. 154000,- -,—146000,-14' 000,- ZialiwerkAscherSleben42000—41300,—40250—40006, — KaliwerkWesteregeln 48500,-49500,-48000,-50000,- Vaurobütte 44S00.-48500,—44500, -51000, — Oberbedari 50000,-50000,- 47000—49000— PhönirBergbau. . .. 70<00,-67005,-68500,-07750.- Rhcinstabl 61500,—59060 - 61500—5: iüOO,- Öhcbetf Montan . . . -,-17500a-178000,-170000.- TelluS Bergbau .. . 17000,-18750,— —,—
Hamburg-Amer. Pake, 4710Ü— 46700,- 46400,- 45500,-
Norddeuticher Llovd. 30000,— 29750,- 29100,-29200,-
ZementiverkHetdelberü 19500,-19600,- —,— —— Philipp Holtmann . . 10500,- 9u50— 10000,- —— Anglo-Tont.-Guano. . .95000,— —lOOOTü-luOOOO,- Badiiche Anilin .... 3«M-3350a-341tJQ,-33r/)0<- Goldschmidt 31HüO>—30700^.81500,-31900,— Grtevbetmer Electron 27800,—2(5000,—26750,—26250,— Höchster Farbwerke . 26800,—25000,—26000,—25750,— HolLverkohlung 22000,-20400,— —,— —,— llilitgerswerke 39000,-370,00,-38250,-3790^- Tcheidoanitalt 34900,—32j04— ——,— Allg. Elekrritität»-Gef.^>7!)0,-24750^-24800-26000- Bcrgmaiill.......4360a--47500—43000—4'1000,-
Schuckert 4300^—4^ '00,—44000,—43000,— Siemens & Halske. . . -,—60600,-!) 1009,—6200(V- Mainkraftwerke. . . 6600,— 6100,— —— —— Adlerwerke Klryer. . 11000.-10506-11700,-10000— Daimlcr Dtotoren. . .. H7">0i—11800l—12000^- 11010,— Hevllgenstaedt 32000,—35100,— —,— ——
Megutn.........85000»—32500,—29750,- 30000—
Metallgef. Frankfurt. . -,—43000,- —,— —,—
Lchubiabrik Herr.... 9009 -8500,-
Sichel............15500.-17000,- -,- -,-
Zellstoff Walbhoi . . . . 37lM,-370'»,-38000,-36660,-
Zuckerf^bc.i)rankenihal 16700,—17000,- ——,—
ÜuckerfabrtkWaadäufel 17000,-1790^- —
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung.)
Datum
Kntw.'Drllsfel .
Holland Ponbon ^ariS
Schweiz Spanien....
Italien I'isjabon-Oports Dänemark... dtonvegen. . . Schweden .. HelsingiorS. .
Nennork......
Deulsch-Oesterr. Budapest- - ■ Prag......
Agrain ....
11. Avril Amtl. Notierg. (Veld Brief 1197,- 1203,-
3219.45 8285,55
1047,35 1052,65
40Ö3',95 4024.05
628,40 631,60
•209.45 210 55
12. Avril Amtl. Notiera. Geld Brlek
1046,40 1051,60
SÄ- 4010,-
629,65 632.35
214,35 215 55
1214,45 1220,55
8249,30 8290,70 8246,85 8288,15.
08079,20 98570^0 98079,20 98570,80
1404.- 1411,- 1404,- 141L-
8849,85 88(18,65 3840,35 8859,65
3224.40 8240,60
3782,50 3801,50 3780,50 3790,50
5591,- 5690,— 5595,95 5624,05
571.55 574,45 574,55 577.45
210 )7,10 21292,- 21072,20 21177,80
29,47 29.61 29,50 29,65
473,80 476,20 473X0 47390
zur Totenmesse der war nicht so bald vergessen, der lebte mit den Lebendigen weiter.
Die alte Frau wischte verlegen die Tränen weg und entschuldigte sich. Wenn sie auf Ihren Hannes komme, dann gehe immer der Mund — — sie sagte die „Babbel" — mit ihr durch. Lind jedesmal nachher müsse sie sich ärgern, wenn sie geweint habe, denn der Hannes habe nichts von Tränen und Weichlichkeit gehalten. „Schaff an bis lustig," hat er immer gesagt. „Lind so lang mer noch was zu schaffen hat, da kann mer auch noch lustig sein auf der Welt."
Frau Eva Ohler ging nachdenklich den Wiesenpfad entlang. Hans Dietrich maulte. Er war müde und abgespanM. Run habe man noch den ganzen Tag vor sich. Wenn er gefrühstückt habe, werde er wohl wieder schlafen.
Die Schwester sah Ihn liebevoll an: „Schlafe nur, ich gehe zur Kirche."
Er pfiff durch die Zähne: „Zur Kirche? Ra mi! Llnd warum denn! Mein Geschmack wäre es nicht, bei der Hitze mich in die Kirche einzupferchen unter Bauern mit geschmierten Schuhen. Hast du Meister Hannes HauSmannS Lranstiesel nicht gerochen?"
Sie ärgerte sich über feine unlustige Art. Llnd sie hörte die alte Frau vor dem Fährmannshause mit ihrer hohm, etwas heiseren Stimme sagen: „So lang mer was zu schaffen hat, kann mer auch lustig fein.“
Es kam ein wenig scharf heraus, all sie antwortete: ,Zeder bat feine Gntereffen! Es ist traurig genug, daß da fo toenlae hast.“
Er blinzelte sie von der Seite an und lachte: »jedenfalls keine für alle Bauern. Wenn es
Banknote».
100,
97,
Brief 3880,- 1406.- 3988,- 5650- 8825,- 29 65 21435 — 98800—
1087.- 1214—
440—
638—
Frankfurt a.!DL 1L Avril.
Schweizer Noten tzrmnmische Noten
Däntfwe '.Uoten..........
Schwedische Noten
Holländische Noten
Dentsch-Oesterreich \ 100 Kronen Amerikanische Noten Englische Noten Italienische Noten ......
Belgische Noten
Ungarische Noten
Tschechoslowakische Noten ...
Norwegische Noten
Rumänische Noten
Spanische Noten
Märkte.
Gell 3805— 1394— 3915— 5550— 8200,-
29.15 21175.- 97800—
1045— 1201-
420— 618.-
Derlmer Produktenmarkt.
Berlin, 12. April. Die erhebliche Be» esttgung der amerikanischen Märkte wirkte auf )ie hiesigen Produktenpreise nicht ab- chwächend, weil der große Dorrat an amerikanischem Weizenmehl eine Preisbtzsserung für Weizen nicht aufkommen ließ; die Mühlen halten mit Käufen in Weizen zurück. Auch für Roggen fehlte eS an LInternehmungSlust. Dir Reichsgetreidestelle war als Käuferin vorsichtig und bot eher niedrigere Preise all gestern. Gerste und Hafer hatten ruhiges Geschäft. Mais blieb bei befestigter Hauung sttll. Futterstoffe waren gleichfalll ruhig.
Büchertisch.
— Ferruccio Busoni, Bon der Elm freit der Musik, von Dritteltönen und junger Klassizität, von Bühnen, Bauten und anschließenden Bezirken. Max HesseS Verlag, Berlin W 15. — 3n diesem interessanten Bande eint Ferruccio Busoni musikalische, ästhetische und literarische Aufsätze und Dichtungen, Gedrucktes und Lln- gedruckteL zu einer stattlichen Sammlung, die dir Jahre 1887—1922 umfaßt.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Ein neuer deutscher Neparntiousplau?
Paris, 12. April. (WTB.) Der Ber- liner Berichterstatter deS „Zournal" will erfahren haben, Reichsfinanzminister Hermes habe in Gemeinschaft mit Staatssekretär Bergmann die letzte.Hand an einen neuen Reparationsplan gelegt. Der Berichterstatter glaubt bestätigen zu können, daß Frankreich eine endgültige Ent- fchädigungSsummevon25Milliar- den Goldmark erhalten soll und daß auch für Belgien und Italien durch diesen Plan die Reparationszahlungen so fixiert seien, daß sie den berechtigten Forderungen dieser beiden Länder entsprechen. Die Mobilisierung dieser Summen solle mit Hilfe innerer und äußerer Anleihen erfolgen. Die Deutschen würden, obwohl der Berichterstatter hierüber wirkliche Aufklärungen nicht erhalten hat, im Augenblick der letzten IähreSzahlung die Räumung des Ruhrgebietes verlangen. Man sei aber noch dem Gedanken der Entmilitarisierung der Rheinlande, so wie Frankreich sie auffasse, feindlich gesinnt. Der Berichterstatter erklärt, er könne auch nicht behaupten, daß der Plan Hermes' schon die Billigung deS gesamten Kabinetts gefunden habe. Der Berichterstatter sagt, er werde auch dann, wenn diese Nachricht dementtert werde, sie aufrechterhalten, denn seine Auskünfte stammten aus den höchsten Kreisen der deutschen Hauptstadt.^
Ein Vertreter Mussolinis in Berlin.
Paris, 12. April. (WTB.) Der Berliner Berichterstatter des „Journal" meldet, daß der Prsvatsekretär Mussolinis, d'Arini, sich die ganze letzte Woche In Berlin aufgehalten und wiederholt Konferenzen mit Industriellen und Politikern gehabt habe.
Gin Abtrünniger.
Köln. 12. April. (WTB.) Es ist einwandfrei festgestellt worden, daß sich in Koblenz hr französischen Eisenbahndienst der deutsche Elektriker Franz Pickeley befindet, der die Lichtanlagen in Ordnung halten muß.
Zur Verhaftung der Brüder Puttkamrr.
Berlin, 12. April. Wie die Blätter au5 München melden, ist der jüngere der beiden Brüder von Puttkamer, Waldemar, aus der Haft entlassen worden, da die in der Mordsache Baur gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente zur Zett nicht dringend erscheinen. Der Journalist Franz Puttkamer bleibt jedoch weiter in Haft wegen Anstiftung und Beihilfe zum Mord.
noch hübsche junge Mädchen wären! Aber die Moselanerinnen sind verteufelt wenig hübsch."
Sie gab ihm einen Klapps mit dem roten Sonnenschirme. „Du hast ja noch kaum welche gesehen in den zwei Tagen, seit du hier bist. Llebrigens hat der Bürgermeister eine Tochter."
„Dein famoser Bürgermeister! Wenn sie ihrem Vater gleicht, wird sie eine Brunhilde ober Jungfrau Germania sein. Du weißt, ich mache mir nichts aus dem Gdnre."
Sie seufzte leise. Ia, sie wußte es^ Ein Versuch ihn für die bildschöne Lochten^einer älteren Freundin zu interessieren, war daran gescheitert, daß er daS Mädchen als „gar zu empörend gesund" erklärte.
Sie lenkte ab. „Ich freue mich auf das Frühstück. Herrlichen Hunger hat man nach solchem Frühspaziergange. Llnd das Haus ist überhaupt gut geführt."
Das gab er zu. Rur fein Bett knarrH. Sonst war alles gut. Das Essen war nicht „die M ewige Sabie d'hote-Fraß", sondern wirklich tadellos. Der Hecht gestern mittag war direkt delikat, Er wollte versuchen, es auszuhalten.
Ein paar Minuten später faßen sie mn einladenden Frühstückstisch im Garten des Rebstock in dem offenen Laubengang, auf einem Plätzchen, von dem aus man über das grüne Gestade, die grüne Mosel, den grünen DergwaL. das jenseitige Llfer sah.
(Fortsetzung folgt)


