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irr. Zahrgaiig

Donnattaj. N- ©ttobtt {923

GiehenerAnzeiger

Seneral-Anzeiger für Oberheffen

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Die Liquidation des Ruhrkampfes.

®te größte Otfitrtrrtfltett liegt wenn man Don den politischen Fragen hier abfe&en will hi der QhtMnanbeifc&ung »welchen der deutschen 3nbuftrte und der sran-öfischenRegierung bzw Wirtschaft über die Beteiligung Frank- re i chK au der Ruffrtnbuftrle. Frank­reich wird sich in Zukunft nicht mehr mit einer «ontrolle der 'Derleitnng begnügen. sondern es ist auch bestrebt, in der Produktion selbst Fuss zu soffen. Ob da» geschieht in Gestalt einer Beteili­gung an den Syndikaten oder durch Zwang auf Hebert Tagung eine» bestimmten Prozentsätze« der Qfftten der grosten Unternehmungen oder durch Rmwftwamg wichtiger grober Werke und deren Ausbeutung durch die Franzosen, ist noch in keiner Weife ersichtlich Ausgeschlossen ist nicht, bab die Franzosen versuchen werden, die hier angedeuteten Methoden gleichzeitig dur-chzufüheen An schärfstem Druck werden sie es sicher nicht fehlen lassen. Zu rechnen ist abgesehen von der Mrderung der RhetnlanvSbewegung - vornehm­lich mit einer Zollgrenze nach dem unbe­setzten Gebiet, die für die Rhein-Rubr-Industrie von geradezu vernichtenden Folgen sein mühte, da ihr Hauptabsatzgebtet zu rund 75 Prozent im unbesetzten Gebiet liegt, dieses würde ihr natür­lich völlig verloren gehen, einen Ersatz im Westen könnte sie nicht finden, da Frankreich mit Eilen­erzeugnissen bereits jetzt übersättigt ist

Au herordentlich grobe Schwierigkeiten bringt auch die Verwertung der seit Beginn der Ruhr- aftton hergeftellten Produktion mit sich Kohle und Koks sind kaum vorhanden, dagegen wird die Menge der Eisenerzeugnisse aus rund 1,5 Millionen Tonnen und der Wert der chemi­schen Produktion aus rund */, Goldmilliarde ge­schätzt Die Verwertung der chemischen Erzeugnisse wird groben Schwierigkeiten wohl nicht begegnen, da der Weltmarkt sie im Lause der Zeit sicherlich willig ausnehmen wird. Der Beöarf an Eisen ist auch im unbesetzten Deutschland nicht mehr grob, dazu kommt, hab die deutschen Eisen- prctle weit über Wettmarstparität liegen, so bab dadurch t* Absatz möastchkeiten noch mehr ein­geschränkt toetbeir falls gröbere Wengen Eilen in kurzer Zeit auf den Weltmarkt gelangen, würden bte Preise so gedrückt, bab bk* Ruhr­industrie nur unter den grössten Verlusten ver­kaufen könnte. Die Liquidation ber Eisenproduk­tion wird durch die von Frankreich kommenden Schwierigkeiten noch erschwert. Frankreich und Belgien haben jetzt schon eine gerne infame Stelle zum Verkauf des von ihnen beschlagnahmten Eisens gebildet- vielleicht wird von dieier Stelle die gesamte noch vorhandene Produktion liqui­diert, auch der Gedanke der Verschrottung ber Eisenerzeugung wird von Frankreich ernsthaft er­örtert Für den Kohlenbergbau ist besonders wesentlich bah die Bestrebungen durch Abbau ber Kohlensteuer die brutschen Kohlenpreile wieber unter Wellmarktparität herabzudrücken, vermut­lich von Frankreich vereitelt werden, ba es gerade auf die Kohlensteuer grö&te Erwartungen ge­setzt bat

Sehr grob sind die finanziellen Schwie­rigkeiten ber Rubnnbuftne Der gröftte Teil ber Kredite ist wertbeständig gegeben worden Sie Birnen nur durch regulären Dang des Verkaufs abgelöst werden, dazu besteht jedoch, wie eben bärget egt, wenig Aussicht Der Devisenbestand der groben Werke hat sich au herordentlich ver­ringert Auch bie vorhandenen Effekten sind zum grössten Teck biS auf bie unbedingt notwendigen Schutzaktien verkauft worden DaS Wrederingang- bringen der Betriebe wird noch unendliche Sum­men verschlingen Sie Arbei lSs chwieri g - leiten sind ebenfalls auberorbentlich grob, es ist nicht leicht, die lange Monate hindurch un­tätig gewesene Arbeiterschaft wieder an die Arbeit zu gaoöhnen, zumal diese einer starken Ver­hetzung ausgesetzt ist. Verschärft wird die Lage noch durch die fnnrme-ntw-i Kohlen- und Lebensmittelversvrgungsschwierig- ke i ten. Rechnet man zu allem noch bie Sorge um ben Ve rkehr und b le Rohstoffbeschas» f ung und ben Umstand, bah gerade bie führen­den Köpfe der produktiven Arbeit entzogen llnd, dann ergibt sich bah in diesem Zähre mit einer Produktivität der Ruhr nicht zu rechnen ist. Die Phantasten, die von der möglichst schnellen Preis­gabe der Ruhr eine finanzielle Erleichterung er­hofften, werden sich auch in diesem Punkte bitter täuschen

Die Arbeitsaufnahme im Ruhrgebiet.

Essen, 11. Oft «Prrv-Tel) Wie der .Frks Zig." aus dem Ruhrgebiet gemeldet wird sind in der Kleineisen- und Hüttenindustrie zahlreiche Kündigungen erfolgt, die im Zusammenhang mit der bekannten Arbeitsstreckung stehen S« ist Dorsoge getroffen bab biS zum 17. b. M noch reichliche Srwerbslvsengeldergezahlt wer­den und nach dieser Zeit, verteilt auf einen Zeit­raum bvn drei Wochen, eine staffel weile Rück­führung zu den üblichen Erwerbslvsensätzen im unbesetzten Gebiet erfolgt

Aus ben Zechen macht sich in ben letzten Tagen die

Arbettsfr eudigfeit in steigendem Umfang bemerkbar Doch müssen die geförderten Kohlen- poodufte fast ausnahmslos auf die Halden ge­schüttet werden ba eS unmöglich ist. Wagen in eenügerrtxr Zahl ober überhaupt herbeizuschaffen. Wie auS Essen versautet, sollen die Zeche .Rhein- Elbe" mit ihren gesamten Schachtanlagen, sowie hie Zechen .Dorstfeld" und die zum Klöckner-

Der deutsche Schritt in Paris und Brüssel. PoincarL lehnt ab. Großindustrie und Reichsregierung. Dor neuen wirtschasts- und finanzpolitischen Reformen. Ausficht auf Auslandskredite.

Berlin. 11. Ott Dir deutsche Demarche in Pari« und Brüllet hat dazu geführt, bab gestern der deutsche Geschäftsträger In Brüssel <in die belgische Regierung bi? Frage gerichtet Hal. ob sie ihrerseits bereit sei. zu Verhandlungen mit Teutschland über die Wieder aus nähme der Ar­beit flufammeruutreten Die Meldungen, die über ben Verlaus bieser Unterredung von Paris und Brüstet au« verbreitet werden, mUlprech.-n nicht gamz den Tatsachen Der deutlche Geschäftsträger Hal keineswegs die Wiederaufnahme von Re» paratiouslerfhtngen in diesem Zusammenhang bedingungslos zngesagl;

er hat viel mehr nur auf eine Anfrage des bel­gischen Außenminister-, ob die deutsche Regierung die Reparationsleistungen wieder aufnehmen wolle, ganz allgemein geäuben, bab dieser Wunsch bestehe

Selbstverständlich würde aber für bie prak­tische Duichsührung von neuen Sachleistungen die Voraussetzung darin bestehen, hab bie deutsche Regierung bie Verfügung über bas Ruhr­gebiet zurückerHalle, und bah sie burch Wah- nabmen, bie nur von Pari« unb Brüssel äu­get rosten werden können, wieder in die Lage versetzt werde, gesunde Finanz- unb Wirtschafts­politik zu treibro. Die Antwoit ber französischen Regierung steht noch aus. ba der beut sch? Ge­schäftsträger in PariS erst heute vormittag um 11 Uhr von Pomrarc empfangen worben ist und authentische Mitteilungen über den Verlaus ber Unterredung erst m ben späten Abendstunden in Berlin »erliegen können.

Schon jetzt aber kann e£ keinem Zweifel unter» liegen, bah Poincare eine absolut ablehnende Antwort erteilen wird, nachdem bie Havas-Agentur mit ber in PariS jetzt üblichen Methobe biefe Antwort lchon vor» ar^sgelagl hat. 6obalb bie Regierung die bestimm­ten Antworten von PariS unb Bruffel in ber Hand hat. wird sie Entschlüsse lasten, in beren Rahmen auch bie Frage ber Wiederaufnahme der Arbeit bm Ruhrgebiet insoweit geregelt werden fall. <*B die Verhandlungen bei deutschen Industriellen nfft General Degvu11e eine Rolle spielen.

In diesem Zusammenhang must nochmals dar­auf hrngewkesen werden, bah die deutschen In­dustriellen bei ihren Besprechungen mit Deqoutte durchaus loyal gehandelt haben, und bah die durch diese Vclpi«hung aufgeworfenen Fragen zwischen den Industriellen und ber Regierung gemeinsam behandelt werden

Auch diejenigen Mitglieder des Reichs» kadinetts, die an sich den Großindustriellen nicht nahestehen, sind durchaus der Ansicht, daß di« Verhandlungen mit Degoutt? unter

ben Gesichtspunkt des Reichsinteresses ge» führt worden sind.

Ganz unabhängig von dieser Frage der forma­len Behandlung bet Angelegenheit ist natürlich bie Frage, inwieweit bie Regierung bestimmten Wünschen ber ©rofjtnbu Urteilen nachkom­men kann. Nachdem dieser Zwischenfall für die prlitischen Kieise überwunden ist. scheint ber Weg zu einer einmütigen Behandlung beS Ruhrpro- tlcm« wieder frei zu sein Die ir.ncrpolitrsche Ent- scheidung, die heute ober morgen getroffen werben muh. charakterisiert sich äuherlich bnrch bie britte Lesung beS Ermächtigungsgesetzes im Slenum bes Reichstage« Die Bedenken darüber,

:ff diele« Gesetz die erforderliche Zweidrittelmehr­heit in letzter Minute doch nicht finden könnte, sind noch immer in politischen Kreisen vorhanden, wenngleich allmählich der Grundsatz zur Geltung kommt, dah im Augenblick eine neue tnnerpoittische KrisiS auch die schwache Grundlage einer inneren Finanz- unb WirtschastSreform zerstören wurde, die da« Kabinett Stresemann inzwischen gelchas- fen hat

Gleich nach ber Annahme de« Ermächtigungs­gesetze« unb seiner Veröffentlichung wird die Re­gierung bann

eine ganze Reih« bereit« völlig fertiger Ver­ordnungen über die Währungsreform, die Budget-Einschränkung unb die Stillegung bet Aotenpresse

veröffentlichen Diele Verordnungen werden einen völligen Umschwung aus wirtschaftlichem und finanzpolitischem Gebiet bedeuten und können immerhin auch sonstige wiitschaftspolitrsche Vor­teile nach sich ziehen, an die man in ben letzten Monaten nicht zu denken wagte

Insbesondere scheinen die Bei Handlungen, die mit Finanzsachverständigen in Beu- ff o r f in allernächster Zeil ausgenommen werden sollen und die auf eine Unterstützung ber deut­schen Währungsbank durch amerikarnsche« Kapital hinauslausen, einige Au « sichtaul Grsotgzu bieten Auch ist heute der Regierung die Aus- nähme eines lleinen Materialkredites zur Sicherung ber nötigen Rohstoffe für die Lebens­mittelversorgung offenbar in Holland gelun­gen Bäbe re Einzelheiten in dieser Frage werden vertraulich behandelt.

Wenn ba« Ermächtigungsgesetz heule oder morgen in dritter Lesung angenommen werden sollte, wird bie Regierung ihrerseits auf die so­fortige Erledigung des Ardcitzeitgeset- zcs bringen, unb zwar tn ber Form, baff ba« Gesetz schon am Samstag fertig ist und btc Re­gelung am Anfang nächster Woche auch ihrer> scitS bie nötigen sozialpolitischen Mah- nabmen, bie neben dem .Arbeitsgesetz' getroffen werben sollen, aiwrbnen kann

Konzern gehörenden Zechen .Ickern" und .Viktor" ausnahmslos für die Lokomotiven ber französische Reg iezüge fördern Diefer Bachricht ist um fo mehr Glauben beizumesfen, als diese drei Zechen von den Franzosen au«er- sehen waren, in völligefranzösische Re­gle genommen zu werden

Im Lause der letzten Tage fanden in B o ch u m Verhandlungen zwischen den in der Arbeit«, gemeinschaft der Bergwerke znsamwengefchlos. lenen Gewerkschaften und ben Unternehmer» verbänden

statt. Obwohl der Zeitpunkt der Einladung schon einige Zeit zurücklag und die Konferenz sich urfplüngiich nicht mit der Frage der Aenderung der Arbeitszeit beschäftigen sollte ftonh dieser Punkt doch im Mittelpunkt ber Verhand­lungen. Die Frage der 'Bergarbeiteroertreter, ob die BergwerkSbesiher nach wie vor t a r i s t r e u wären, wurde bejaht und die weitere Frage nach der so plötzlich versuchten Aenderung in der Arbeitszeit dahin beantwortet bah b'e auster- gewöhnlichen wirtschaftlichen und politischen Ver­hältnisse ben Weg zu einer Aenderung ber Ar­beitszeit gewiesen hätten Hinsichtlich ber W:e- bcringangleffung der Wirtschaft wurde eine Uebercinftimmung erzielt, die in ber Rich­tung besten lag. was sich bei ben örtlichen Ver­handlungen zwischen ben BefayungSbehorben und der Unternehmerschaft gestalten soll.

Die Ausschaltung der Reichsregierung.

Paris, 10 Oft. l WTB) Zu ber Demarche deS deutschen Geschäftsträgers BotlchrftSrat von Hoesch am Qual fc Orfaff schreibt ber , Temps" Der Ministerpräfident hat gean.wvrtet, bah die Einstellung des pastlven Widerstande« einfach zu lokalen Abkommen zwischen den alliierten Behörden und den Bewohnern der besetzten Ge­biete führen müsse Es sei nicht angebracht, diese Abkommen mit BerHandlungen mit uxi Regierung zu vermengen An Ort und Stelle werde man die Einstellung des pastiven Widerstande« feststellen Diese Antwort behindere keineswegs Ne Ver­handlungen. die später zwischen sämtlichen Alliierten und Deutschland eröffnet werden könnten, wenn ber Widerstand auf gehört und bie deutsche Regierung einen Zahlungs- Vorschlag gemacht habe

Die .Liberi-" bespricht den Abschlust deS Abkommens mit der Wolff-Gruppe und sagt Wir dürfen uns nicht non der Methode abbrrngen

lasten, die wir angenommen haben Eine provi­sorische Lösung würde dic Grgebnis'e, die wir suchen, in Frage stellen Das ift übrigens auch die einzige Haltung, die die übrigen Gläubiger Deutschlands davon abhalten kann, zu behaupten, wir wollten sie schäbigen

Schon Nagt uns «in Teil der englischen Presse an, dast wir das Ruhrgebiet in eine franjo. fische Interessensphäre durch das Abkommen mit den rheinisch.westfälischen Industriellen umwandeiu wollen.

Bach dem man uns dort Katastrophen vorausge­sagt hat, wirst man uns jetzt vor, wir triuinphier- len schon zu sehr wenn die Angelegenheit, wie Frankreich und Belgien dies will, der Re- P^ratisnskmtunistipn überwiesen wird. Haber, wir für alle Welt gesiegt Ader bie Befürchtungen, die man hinsichtlich unserer Aktion im Ruhrgebiet ausspricht. sind uns. so wenig |te gerechlsertigt erscheinen, angenehm Ss ist bester, betreibet al« bemitleidet zu werden.

Bach Meldungen au« Brüssel hofft man in bertig-en offiziellen politischen Kreisen, bast bie Verhanblungen zwischen Pari« und Brüssel über die auf die Demarche be« deutschen Geschäft«- i .ager« zu erteil, nb- Antwort halb beendet sind, so bah die Minister 5heuniS unb Ialvar ihre Hal­tung durch den Ml nist er rat billigen lasser Ibnnen, der heute nachmittag unter dem Vorfitz de« König« zusammentritt. Alan zweifelt nicht daran, bast die deutsche Forderung a b g e l e h n t werden wrrd Berlin müsse anerkennen, bah sich jetzt auch Eisenbahner i n Massen (?) bei ber französisch-belgischen Regie meldeten, um wieder eingestellt zu werden AuS diesem Grunde brauche man mit ber deutschen Regierung keine Verhandlungen anzuknüpfcn Sie werde an die Reparationskommission verwiesen werden

Aeusterst bemerkenswert erscheint unS bie Musterung des Parrser .Iourmal" zu der deut­schen Demarche bei ber belgischen und der fran­zösischen Regierung Das Blatt schreibt

Sollen wir einer Regierung die TLr öffnen, bie uns keine Hilke bringen kann, da sie weder

Antorilal noch Geld besitzt, einer Regierung, die den Widerstand organisiert hat. die fvrtfährt. sich al« Feind zu benehmen? Wenn wir Gründe nötig hätten, die neue De­marche des Reichskanzlers abyulehnerr, dann hat er sie uns selbst gegeben Welche Autorität zeigt er gegenüber her S i > n n e « - 0 r n r r. _

die s orts ährt. Ibn zu a Bringen und die behauptet, mehr denn je hinter den Kulstfen etne Haupt- M f t a t u r zu sein und die Rolle eines Staates Im Staate zu spielen Welches ist anbererfdt« da« Programm dieser Regierung? Stresemann hat sehr klar tn feiner Rebe am Mon­tag auf bte Aufforderung Lord Eurzon «. Verhandlungen mit den Alliierten einzuleiten, geantwortet Gr will gegen un« gewisse Unvoll­kommenheiten des Versailler Vertrages aus­beuten. und ba die Gewalt Im Ruhrgebiet nicht »um 3wir geführt hat, mit Lift Vorgehen Wir banken Ihm für diele Warnung, wir haben sie zwar nicht nötig, aber wir werden uns daran zu erinnern wissen, um unsere unabffänglgeunb entschlossene Aktion bi« zu m «nb* zu führen, deren Dirkfamteit wir jeden Tag mehr zu verspüren beginnet

Markverfall und Währungsreform.

Berlin. 10 Ott sPriv -Tel > Der unauf­haltsame Stur, der Mark, der in den letzten Tagen an den Effektenbörsen wilde Kurssteige­rungen angenommen hat. beschwört die Gefahr schwerer wirtfchalNicher Stockungen herauf An der Berliner Produktenbörse begegneten heute txic.t« Abschlüsse In Welzen Schwierig­keiten, axtil Verkäufe gegen Papier - mark bei der rapiden Entwertung be« Gelbe« kaum mehr zustande hxmnciv Da« birgt schwere Gefahren für die BahrungsmiIteloerfor- g ng der groffen Städte tn sich der die Reichs­regierung drch die

beschleuulgte Srnfüstrung thut neuen wert» beständigen Währung

noch rechtzeitig begegnen zu können glaubt Die Regierung plant, unmittelbar nach der Verab- sch.düng de« Ermäch!rgung«gefeycs. das dem Reichstag rjtliegcnbe Währung«bankge- setz aus dem Verordnung«weg In Krnst zu setzen Blan erhofft davon eine beruhigende Wir­kung. wenn die Regierung mit ber Durchführung de« Währung«gesetzes und der damit zusammen­hängenden. in Betördnung«form bereits corbe- :<tfn Mastnabaren zur Eiaschränkung be« ftaa tlichen De s i -11 « auf ben Plan tritt

Der Zen t ralv erba nb be« Deut - s chen Ba nk- undBanklergeweibe« hat dem Vernehmen nach heute beim Reichchftt^inz- nnnifter Dr Luther voegefprvchen, um ihm tn letzter Stunde fetne

Bebenfen gegen den WSHrungsrefonutzU» bet Regierung

vorzutragen Die Einwände des Bertkinbe« rich­teten sich vor allem ..gegen den Gedanken «feier Zwilchenwährung Die Heroen schlugen vor. Lvn Umweg über eine neue IVOHrungsbank zu ver­meiden und statt dessen durch die R e u Auf­legung ber Volbanlelhe be« Reiche« bie vom Verkehr benötigten Zahlungsmittel zu schaffen Rian denkt dabei davon, die bisher auf­gelegte Golbanleihe unb den neu aufzulegenden, etwa mit 1200 Millionen Gold mark zu be­grenzenden Betrag mit derselben Fundierung zu versehen, wie sie in dem Währungsenlwurf der Regierung .Beumark' zugedacht war. sie allo durch bie Hffpothekenbelast ung be« gesamten Grund und Voden« an erster Stelle zu garan­tieren Die neuen Stücke tm Betrag von einem, halben bi« zehn Dollar würden babei offne Ztn«» scheine auszugeben sein. Io baff he a l» Gelb­ersatz fungieren könnten Die Inflatlo- nistifche Wirkung, die der GeldauSgabe durch die Währungsbank anffaften würde, mürbe nach ber Meinung be« .irotralverbandes der Auslegung der Dvldanleihe nicht »ukommen. da ja da« Reich durchbien Ertrag instand gesetzt würde, für einen beschränkten Zeitraum seine Ausgaben zu bestreiten, offne die Reich«bank neu in An- spruch nehmen zu müllen Go glaubt man dem Reich auch bie Miiiei zu schaffen, deren es bis zur Sanierung de« 8lat« bedürfte

Das Rote Kabinett in Sachsen.

Dresdeo, 10. DM. sPrlv.-Tel.) Das sozialdemokratifch.kommunistifche Kabmeti ist tn später Abendstunde gebildet toorb.m Bach Blätlerwelbungeu scheiden Finanzministet H e l b t und Dirtschaftsmtuister Fell aus bei Regierung aus, trat dem Redakteur Bütt» ch« r <Leipzig- und dem Führer der Shrm» uttzer Kommunisten, Heckert, Platz zu machen. Außerdem soll der Kommunist Vra dler Ministerialdirektor werden. I- ixr für morgen an beraumten Laudtagsfihuns wird sich das neu« Kabinett dem Parlament vorstelle»

Die ^lachruhtenstelle der SiaatSkanzlei teilt mit Der sächsische Geschäftsträger in München. Legatttmsoat von Dziembowski wurde durch Veschluh des Defamtmimsteriiims vom 8 Oktober von feinem Posten enthoben. Die Meldung der .Münchener Beueften Bachrichten bah Dziembowski feine Entlassung wegea be« Eintritt« der Kommunisten in bu- sächsische Regierung erbat, trifft zu Sr bat durch ein heute in Dresden etnygangeae« Schreiben vom 9 Oktober um ferne ®ntlaffung. weil seinen Auffassung nach eine sozialifttsch-rommurisn'che Regierung von jedem ehrlichen Deut­schen aufs schärfste bekämpft Srdtr,