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Nr. 160

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MWeAewto.

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Mittwoch, st. Juli 1923

175. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

8aber o)» 3njrig<i fdt bi« Ingtenummtt bi» jum Nachmittag vorhec ohn« |«bt "Oerbinblid)ktlL Preis lUr 1 mm höhe ule Anz«ia«"v 27 mm Brett« drtl 600 MN., autolri» 650Ulk.; für 9t«hl am« 3njtiqtn oon 70 mm Breite 2200 M Be/Play. oorschnstsO'' .Lusichlag tzaupilchriflleiler: 2ug. iport) U'rantDortlid) für 'Politik Aug. ®o«g. für btn übrigen Teil Ernlt Wunlbfin for'*.- Anzeigenteil Han» B«<it, |ä m t h d) in ®>«g«n.

!*<! as6 9:r!ag. Vlühi'jafe üttioersitäkr-vuaf- enö steliöredertl R. lange in ftleffen. Zchriftleitvng und Keschäsk8ftelle Zchulstraße 7.

Sechs Monate Ruhrkrieg.

Heule vor sechs Monaten am bcnloür- | bigen 11 CVnruai 1923 brachen sranzöiiich- bcl gische Tiaappeu in da» Rubigebiet ein T?t Etranarich erfolgte in feindlicher Rbhdtt jeyen da» tpebrlole $>c-Jtf t.lnnb unter Ver­letzung de» Versailler Vertrage» unb in Icknöder Mißachtung der kümmerlichen paar Re3 le, die da» Verlailler Dokument der Schande un» noch gelassen batte 'fcincarö freilich erklärte unb er schnarrt c« wie eine unverwüstliche Grammophon platte immer auf» neue berab . e« bandle sich bei seiner Aktion nur um ernt .friedliche Million' Allein barart glaubte schon damal« kern ehrlicher Men'ch in bei ganzen TDelt, unb beute wird der Welt- frte®anftrftcr Pvcnrar. mit brr Sttfeltieruiu seine« zweiten Kriege« gegen Deutschland auch bei denen keinen Glauben mehr finden, die er im 3anuar noch betören konnte Weil Deutschland Notz ehrlichster Anstrengungen nich! imstande u\ir. die ihm ohne Anhöien durch Diktat auserlegt -n unerlüllbarxii R p-t.-l ufeurng n g nz zu leisten, erschtenen b;c Sran,>'fen und Telgter rm Ruhrgebiet zum Äoblcnbicbftabl QtgcntumäDeigeben tft aber na t jedem Strafrecht der Welt ein Gewaltakt und keine Jricbhte Tätigkeit Damit ist der feindselige (Iba- ratter de« französisch-belgischen Vorgehen« gegen un« hinreichend Hargeftellt

Wir konnten den frivolen Stieben«- brechern und Verächtern der deut­schen Rechte nicht mit der Waffe in der Hand zum Schutze de« vaterländischen Vvdens entgegen­treten Die einzige 3uilu±J de» von einer un- gehe, en fcintliicn Ueberrnnd)! wehrlos gemach­ten -eutschen Reiche« bestand in der Ergreifung bei passiven Wider st anbes Spontan ging er au« dem Volke an der Ruhr und kernn auch au« den Do!ksg?ne1en am Rh?.n her­vor. keine Vegierung brauchte ihn zu befehlen ober zu schüren er war urplötzlich von selber da, wuchs unb behüte sich immer mäch­tiger au« und wurde zu der Waffe, die de» Feind schnell al« die gefährlichste der vergewal­tigten deutschen Volk«gemeinschaft erfannt? Deut- fche Männer unb Frauen aller Schichten unb Berufe im Bereiche ber feindlichen Waffengewalt schmiedete die Grkenntni« von ber nationalen Votwendigkeit de« passiven Wider­stände« zusammen zu .einem einzig Volk von Brüdern", imb ganz Deu tschland steht stützend hinter dreier Abwehrfront! Viel Leid ist in den letzten sechs Mvnalen zwar über un« gekommen, aber der Erfolg ber Abwehr ist bi« letzt auf unterer Seite' Poin - careo Anschlag auf bi« wirtschaft- 1 i che unb politisch-einheitliche Da­sein Deutschland« ist bi« jetzt geschei­tert. die Wirtschaft unb das mora­lische Ansehen Frankreich« in der Welt dagegen schwer erschüttert'

Einige kurze Vegenübe.st 'l(unn?n mögen ba« Ergebnis dieser S<chsmonat?b lan> bei franzö­sischen Ruhrkiieges in den Eiv.'.elh'it'n deutlich sichtbar machen Frankreich und Belgien kamen an bi- Ruhr mit der frohen Hoffnung, ohne besondere Ansti en rang dauernd grobe Koh­lenvorräte eint im'cn zu können Der schöne Traum >erstob Ich-eil im Wind' die .Politik der verschränkten Arm " l est ihn -ufchand-n werden die Bergleute unb die Kokereii.beiter ».Ml-en keine Knechte Poincares len' Der Feind ging mit eigenen Leuten und mit Hilfe einiger deut­scher Lumpen zum offenen Ä>blenbi*bftabl über und glaubte, die deutschen El'enbahner trürb-n ihm beim Abtransport de« Dejgutes helfen. Die .Politik der verschränkten Arme" bewähr e sich auch hier glön.zend Dis der m litärilf- ouf- ge>ogene Kohstntrnnspor'.avpr'.at der R'i-cb-r- armee unter erheblich' Kost -n-ntwicklung ab- transportierte, ist nur ein geringer Bruch­teil dessen tr<t# Frankreich und Bel «en vor der Ruhraktion ohne befonle e Kraft» und Äfften- aufffenbung von uns freiwillig erhielten. Frankreich hat zwar unserer inXrir eilen Dirt- schast 6d iahen ragciügl, aber auch f?i"c eig ne Industrie ist aufra ordentl ch stark in Mitl.i'-en- fdraft gezogen wvrlen Psincarö dacht: ein.' V - volkerungSfchich' Deutschland« r.rgen die and'ra au «spielen >u kör.nn. e: wurde ab?r infrrt» Ilig zum eigentlichen Schöpfer der nationalen Einheitsfront v n den D.utfchnat..onn^en bis zu den Sozialdemokraran Frankrr'chs Mili­tarismus glaub-c. im Ruhrgrb el ind im A is- lande morali'che E"b:>un-,:n imt<n "> können, er hat sich aber durch fein? grausame, ja tierische Handlungsweise g g n wehrlc'e Mmsch'n in den Augen der gellt:? ei Welt mit uniuölöschl.ch r Schmach ynb Schande bcfc:dt. allrrdinz«. bie Taten ber Räub.r- unb derarme- D tou'tes im Ruhrgebiet sind der V?ch s- und Sittlichk.it«- auffatfung eines Pcinrar. würdig! Frankreich pochte auf br Stzmpatbir und Fr undlch st der Welt, es must heute erfene.n bist die rechtlich imb anständig denlenden Vöttrr und Personen, au «ne rammen di? Trab>n'.en de Pari'er Geld» grb.r. ihm die Fun- gang ent'ieh n bat e» m o r a i I d) und politisch isoliert ist. Und lchlieblich. Iranlre ich glaubte ein produk'ioes. b h heilbringendes PI and g morn nie i und bie Stzm- patbie der Vheinländer für sich u haben, jetzt merkt es. bah biete» produktive Pfand nur Gelb kostet und hast man beute allenthalben in Deutschland, audi im Vhriiilrnd. Frankre ch nur ve:achtet und hast' D o gleicht b -Z Frankreich Pvincares in ber Tat einem Lohgerber, dem die Selle sortaeschwommen sind.

ll.ib Deutschland? Wtt haben oben auf unter Leid hingebeutet, daneben aber auch ben Gewinn registriert, den unsere national? ®in» f^itegclirnwng erfahren hat. Dazu tpuuiil ein

weitere« Frankreich hatte sich unsere Rotlagc noch gröber gedacht, al« wie sie bl« jetzt bestand Dast wi> noch *o leidlich wie btöb.r durchgekommen sind, rerbanfen wir nicht ul.-tzt auch der Auswirkung der wtebergewonnenen ve> trauensvollen Achtung d.s Aus­landes gegenüber dem national er­neut aufwär tSschreftenden Deutlch- land' Da« ist netsa bei Trrteibigung unserer deutschen Einheit eine toeiteu' Fra cht des paffi. n WideistanbeS. ber b.t 21nnenoii«befti? in Pni« ein eherne« Halt ziiruft Wir können jedenfalls heute fcftftcll.'n. ba1'. trenn wir auch zur .feil militärisch ohnmächtig linb untere mord- I i 1 <te P oI > I i o >i in der Welt tich dennoch meikiich gebest er! hat Tre.tz unsei.'i Wirt- schift«- und Finanznot haben wir also allen An- last u der Feststellung, dast. in der Gesamtheit betrachtet, unsere Lage doch mebi Pluo zeichen autneilt, al« Poincar« unb »ohi auch mancher von un« für die heutige deutsche Vechmmg erwartet hätte

Vach alledem Heist: es für uns, unver­brüchlich am passiven Widerstand fett ballen, der sich m unterem bi«bcngen Qfi-nxhrtampfe so glänzend bewährt hat unb uns auch weiterhin von grobem Vutzen sein wiid Unb k e ine Unbesonnen heile n. wenn auch da« Gemüt mal allzu sehr bebrüift wird! An der konseguenten Durchtuhrong ber .Politik ber verschränkten Arm e werden Frankreich» Tank« Kanonen unb M.i- Ichinengewehre wirkungslos abpra.len Wir bürten auf einen guten Aasgrng bc« Kampfe« hoffen, wenn kein bcu11chei Mann sich dem Feinde sreiwillig beugt unb trenn er auch unter 3»ang nationale Festigkeit bewahrt, wenn überall die Herren s e st bleiben unb wenn die Etappe ba« unbesetzte Vaterland, dafür sorgt, dast die Abwebrlront kamps- kräftig bleibt! Dazu gehört rastlose unb grob- zügige Unteiftur.ung der Volk«opfersamm- l u n g. au« bei die Front gespeist wird. Jnb liebevolle Fürsorge für die vom Feinde verjagten Opfer be« Kampfe« Wer ben in der Front stehenden Volksgenossen heute leine Dankbarkeit für ihr treue« ÄuSharren be­kunden will, gelobe ihnen im stillen erneut Treue um Treue, äusterfich aber bunge er fernen Dank bat mit einer reichen Spende zum Deutschen Volksvpfer unb in opferbereiter Für- lorgearbcit Wer I o b e n f t unb handelt, hilft mit, die Verbrecherhand be« Würger« unb KriegSanzeNlers Poincare von der deutschen Schlagader zu vertreiben, da« gute deutsche Vech' 3'j schützen und bte von Pvincarö er­strebte bcbmgungölole Kwp-t. lation Deutschland« vor dem französischen Machtgedanken zu ver- ei kein

Vorläufer der englischen Sonderkundgebung.

London, 10 Juli <WTB» Der .Evening Stanzaid" meldet Das Kabinett tritt mor­gen nachmittag zusammen, um den Wortlaut der wichtigen Erklärung endgültig fe'tzuletzen, lie am Donnerstag von Baldwin und Lord E u r z o n m beiden Häusern abgegeben werden soll

3m überhäufe teilte Salisbury mit, baf) Corb Eurzon < m Donnerstag eine Erklärung über bie Auhrfrage abgebe

Heuler mtlbcl Alle« Gerede über einen Bruch mit F ankreich in der Hepara- tion «frage wird in amtlichen Kreisen in Loolrn nachdzrä>klich gemib, billigt Bezüg- hj des Inhalts ber Erklärung über die britische Politik, die am Donnerstag in den beiden Häu­sern des Parlament« abg geben wird lei nicht« bekannt, l och könne zuversichtlich getagt werden, kost diele Erklärung nichts Aussehen» erregendes tnothing fpcctacular) bring n w.tke Sic wird versuchen, vor der Welt die Ansichten ter britischen ^Regierung über bi? W e' b rftrll mg Gu o a« offen bar u(?gcn Sine Tür werde v s s e r. g e 1 a s s e n für eien volle Zusammenarbeit zwischen Eng­land und Frankreich, man hoffe aufrichtig, hast die sranzölilche Aegieranr eine Möglichleil leben werbe, sich mit der britisch n A'gieinng zu- fammen»ufmb:n Selbst wenn es sich als not­wendig erweisen sollte dast Grostbritan» nien eine eigene Aichtlinie verfolge Io wäre zu bemerken, bah Frankreich schon zweimal eine Svnderaktion gegenüb-?! Deutschland unternommen habe (einmal al« e« ta« Kubrgebitl besetzte, unb dann, als e« das erste deutsch? Angebot beantwortete», ohne Eng- (anb zu befragen, und dast es doch keinen Bruch in der Entente verursachte Di ebritilche Aegie- rung ziehe sicher keine Aktion in Erwägung, bie einen derartig drastiIchen Eha^nkter habe

Der dirloniatisch' Korietfondent de? .West­minster Gazette' Ich e b>. Baldwin we-d? in der bevorstehenden Erklärung vnrauslichtl'ch betonen, tast bi? Aegierung ba« Aeusterste getan habe um b'i ben Vrrhemdlangen über da« fehle deutsche Angebot eine gemeinsame Aktion mit Frankreich zu erzielen dast es »ber unmöglich getreten sei. die französische For­derung zu unterstützen, dast Deutschland In der Vuhr - F aze bedingungslos kapitu­lieren solle Er werde Witter erklären, dast aus die britische Frage nach dem (Regime, das die Franzosen und die Belgier tm Auhrgeblet nach Beendigung de« deutschen Widerstande« emrichten wollen und nach dem Datum tmnn He da« Gebiet wieder zu räumen beabsichtigten, keIneklare

Antw r t eortcllt worden sei 3n allen diesen Punkten komme ein Kompromist nicht in Finge und dir biitisch.' Vegierung stehe daher vor ker Act.r cndigkeit, e.nc b e 1 o n b ? r c Antwort auf k ie beutlch.n Vorschläge zu erteilen und einen 3 l ctrnatioplan vorzudi innen, der wo man helfe. Quiopa vor elnci ÄalullroPbe bewahren werde De> Vc. ichierstatter glaubt, folgende An­gabe i über die Ablichten bei Aegieruna machen zu können 1 Festsetzung der von Deutschland za zahlenden Summe durch ein: internationale Kommission, de entweder vom Völker­bund oder von der V e p a r a t l o n « I o m m 11 I i ? n zu ern an n wäre 2 Einberufung ?in.*r internationalen wirtschaftlichen Konferenz, die die besten Methoden für die 3abli*nq und die 'Regelung der interalliierten öd,ult en angeb n feile und 3 R.gcluiig der 'Pro- tlemc z? Vuhrgebie'.e« und der Rheinland?, kurz der Frage bei Sicherheit Frank­reich« durch eine ähnliche intcmaiionalc Aktion

Das Attentat auf den deutschen Dertteter in Brüssel.

Berlin, 9. ßuli. (WTB.) Aach einer Meldung au« Brüssel wurde der batike deutsche Geschäftsträger gestern abend nach dem Berlassen der G'sandlschast beim Beiteten des PrwathauscS von einem jungen Begleiter durch einen luskschlag leicht verletzt und nach ber Festnahme d.'S Tätet« von diesein beleidigt. Die belgisch? Regierung wurde auf diplomatischem Wege um Entschuldigung und um Bestta » f u n g deS Täters ersucht

Brüssel. 10. Juli. (WTB.f Agence Beige Es verlautet, dast die Regierung beschlossen hat, wegen des Angriffs auf den deutschen Deschäs tSltäget eine U fi­te t s u ch u n g einzuleilen

HavaS berichtet aus Brüssel Aach der Demtev 'Reute ist die Persönlichkeit der bei­den Angreifer de« deutschen Ge­schäftsträgers Dr. Koediget nunmehr feftgeftelh Es handelt sich um einen Belgier namens Meldenemt und e'nen Amerika­ner John Pen en. Der Minister de« Aeu- steten I a s p a t hat dem deutschen Geschäfts­träger »luüu, dast die rlthedet verfolgt und nach dein Gesetz verurteilt wurden Der Minister habe Dt. Koediget da« Bedauern der belgische» Regierung zum Aus­druck gebracht. Polizeiliche Betstät- kung lei zum Schutze des Gesandt- schafiSgebäudeS und ter Privat woh- n u n g des Sefandten aufgcbotcii worden Der deutsche Geschäftsträger hat ausdrücklich er­klärt, dast der Botwand. die Manifestanten feien verfBpottet worden, hinfällig wird, da das EelandlfchaftSgebäude am Sonn­tag leer und die Aolläden geschloffen gewesen seien.

Die Heuchelei der Belgier.

Brüssel. 10 3uli IWolff.> Zu dem von ber brlgifb n Telegraphen-Agentut gerneIbrten Empfang des Öckretärs br päpstlichen "21 u n l i a t u r durch ben Auf eumlnistei 3 a I - par wirb cu« ber gleichen Qu Ile noch mit- nctrilt. dab. ber öehciär dem Minister erklärt habe, der Papst fi ide es vollkommen ver­ständlich, dast angelicht« des Anschlages Iran Hech! eld Unteibi idungemahrcgeln ton de, belgischen Regierung ergriffen worden feien, bist ber Papst aber in dem Augenblick, di er den Schritt in Berlin uni mommen die Hofi- r.ung ausgedrückl habe, dah diele Mafnegeln ivif das für die Sicherheit ber Trappen erfnide.lich? Mal' beschrankt würden Die b'lgische T?>?- g> aphenagcniur mclbl weiter. Za spar habe die Aufmerklaml.it be« Sekretärs der Auntiatur auf bie Anzahl unb Heftigkeit der im Ruhr- qeliet unb den besetzten Gebieten begangenen An- It'äge gelenkt unb hinzugZügt. bie belgische Re- otciung habe im Bestreben, die Sich?rhelt der Truppen, wie diejenige der Reifenben zu gewähr­leisten, nur die unter den geg'nwärtlgen Umstän­den durchaus notwendigen Mahr?geln eigriffen, die übrigen« der Gerechtigkeit und der Billigkeit entsprächen

Anmerkung be« Wvlsfbureau« Gegenüber dieser Behauptung Zasvar« sei noch einmal auf den Charakter b r von ber belgischen Regierung ergriffenen Mast eaeln hingewlelen Drangsalierung ber schulblose.r B-völkerung durch Grenzsperre. V-'rhinderana ber Geben«- mdtel'ufubr, bte vor allem das L>'bea zahlreicher Kinder gelährbet; gegen jede« Völkerrecht Per- st ostende Mitsührung von Geiseln in ben Zügen Ausweitung von ReichstagSabge- ordneten. bie dadurch an ber Ausübung ifjr-r ve-faflungSmästigen Pflichten gehindert w'.den w-llkü liche Alederfchiehung einer An.zahl Deutscher, bte sich nicht ba« geringste gegen die Truppen hatten zuschulden kommen lassen Kur- alle jene grausamen Mahregeln, bie zur Anwendunggelangten, obwohl bis beute bi? Frage der Schulb an dem Vorfall bei Hoch- selb noch nicht geHärt ist Glaubt Zafpar. bah biete Mahrageln ber Gerechtigkeit unb Billigkeit entsprechen? Es ist Drangsalierung unb Be. brüchuug ber Bevölkerung, wie sie in ben schlimm­sten Krtegszetten nützt überboten worden ist!

Tschechischer Minifterbesuch in Paris und London.

Pari«. 10. ZuU tWV > Hava« meldet, dast ber tschechostowakilch Auhenminlste BeneIch beute mittag von Pari« nach London abreiste lieber die Besprechungen, die Benesch gestern mit dem Ministerpräsidenten Poinrarc bitte, ft- n te mit dem Direktor am Quai d Orkan.P e reift Qtt irb nachträglich berichtet, es habe sich um Fra­gen der allgemeinen Politik betreflenb die Beziehungen zwilchen der Tschechoslowakei und Frankreich gehandelt Benesch habe sich zu die­sen au-gezeichneten Beziehungen beglückwünscht und namentlich den Handelsvertrag, über ben zwi­schen Frankreich unb Tschechoslowakei ver Hao beit werde, diskutiert

3um Explosionsunglück bei Duisburg.

Zu dem Ei'enbahr.ur,glück auf der rchetn» brürfc bei Hochfelde meldet die .Voll 3tg " au« ckE 11 e n. dast gestern Verhand­lungen zwilchen ben be u u t j d> e n und den belgischen Behörden staNsinden die eine Mitwiikung ber deutschen Behör - schen bei ber Aussii bung ber Täter zum Zleio hatten Da« Gerächt, bast bie Täter bereit« ermittelt worden sind, hält sich hartnäckig aulrecht E« soll sich um einen Franzosen unb einen Argentinier handel,i Der Letz­tere soll bei ber Verhaftung ein Fläschchen Mor- I ,ium in bet Tasche gehabt haben, um Im Falle lener Ergreifung sich ba« Leben zu nehmen Dies fei ih jedoch nicht gelungen Beide Fest­genommenen sollen einer internationalen anarchistischen Verfchwörerbande an­geboren Eine Bestätigung diele« Gerächte« war, den Blättern zufolge. bi«her nicht zu erlangen

Soweit bisher leftgeftellt ist. lind feit dem Erplolionsunglück auf der Rbcinbräde bei Hoch- felb in Duisburg drei Bürger erfchokfen wordc-n Zurzeit sind als Vergeltungsrnast- nahme für ba« genannte Erplosionsunglud 26 Geiseln in Hafk.

Neue feindliche Gewalttaten.

Von bei französischen Befatzimgsbehörde sind au« bem EifenbahndircktionSbe.zirk Mainz wie­derum 3 8 7 Eisenbahner nebst Familien auSgewiefen worden 3m Bezirk Cub- wigshafen wurden neuer hin«« * « Eisen­bahner und im Bezirk Trier 3 3 Eisen­bahner mit Familien ausgewiesen

Au« Kaiserslautern wirb berichtet Die Rhcinlanbkommilsion hat tm Hinblick auf den in der Rächt auf den 10. Zuli auf eina französische Patrouille in »er Umgegend von La n bst u hl erfolgten llebvrfall. bei bem ein Franzose verletzt unb ein Deutscher getötet würbe, ferner wegen der Schüsse, die in ber Rächt vom 6 «vm 7 Zuli aus einen französischen Posten in

. p e f c abgegeben würben ungeordnet Ze» r Mra >ahrzeuiverkebr während der Tage«- unb ter Racytzeit ist in ben Gemarkungen ber Ge- retnben verboten Ferner ist ber Rachtverkehr für Fustgänger von 9 Uhr abends bis 5 Uhr mor­gen« gesperrt worden Versammlungen und Zu- sammenkünfte. auch sportliche-. Art, lind unterlagt Da« Verbot tritt am 11. 3uli in Kraft

Wie Hava« au« dem R u b c b ie t meldet, sind am 8. Zuli die Gruben .Borussia'". .Arminia" unb .Linden" besetzt worden. 3n Kettwig unb Werden seien wegen Richtzahlung von Geldbusten seilra« der beiden Gemeinden die Bürgermeister von der Be- satzungsb-ekörde verhaften worben

Die in ©terlrabc ui H ift besindllchen Türgcrmciffc. Roer au« Buer und Itelltxr» tretender Rui D>ai MatuIchku aus De 11 e n - k i rchen lind am 6. Zuli nach Moers über­führt worden, wo sie so lanze al« Geiseln in Hast gehalten werden, bis sie wegen be Mar - ler Vorfälle von ber deutschen Polizei per- Pallete Zagsten ausgeliefert ist

Auf ber Brücke von Ober faf Tel nach Düsseldorf ist leit dem 9 Juli bei- ötra- stenbahnverkehr in beiden Richtungen auf Befehl der Belgier eingestellt worden

Dr med Lang rod mit Frau in Buer lind qeftem von den Belgiern anar ' wegen Tale Ir t)c< verhaltet und n G? äng ts geftedt worden

Erleichterungen für Buer.

Buer 9. Zuli iWTB ) Rach zweleinhalb- v öchiner- Dauer sind die im Zusammenhang mit der EZchicstung dreier befg-sch?r Soldaten an ter Livre ob r Buer verhängten Sanktionen aufgehoben tr orben Seit heute mittag dürfen ' ie Ltrabenbabnen f ieber verkehren D Wirt- 'dxiftcn uftr dürfen ui« 10 Uhr g-ottnet fein. Die Ve^kebr«Ipei-re für 8 Uhr abend« bis S Uhr mor­gen« ist beseitigt worben Die V ischiisten b.-züg» lich be« Verkehr« in der Fünshande tmeterzoie südlich der Lippe bleiben jedoch in Kraft.

Bus hem Reiche

fragen.

Der Berliner Einzelhandel hat in einem gestern abgeschlossenen Tarisv-rtrag als erster die Valorisierung der Löhne vorgenommen. Da« Arbeitseinkommen tülrb m einen festen Grundgehalt und einen betveg» lieben Snnoertungsfaklor eingeteilt. der für die erste .Zuliwoche auf 50 Prozent festgesetzt wurde Für die welkere Gehaltszahlung tm 3ull sollen der Dollar und das Goldi»II*