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Dniiuu

Ziel bietet die unterfchä Horden

5020.-

14035.-

11820,50

3084,15

Turnen. Sport und Spiel,

Der Deutsch« Fußballmeister 1922/23.

Berlin. 10. Juni. In b?m Heutizen Faß- ballmersterfchaftskampf -wischen der Berliner Mei­sterschaft Llnron-Oberschöneweide und dem S)am- L-urgec Sportverein int Berliner Stadion haben die Hamburger mit 3:0 gesiegt und damit den Trtel Deutscher Fußballmeister 1922/23 gewonnen.

Bühne als n^'t Menschen von und Blut fühlen Zn diesem moderne Tracht einen nicht zu Weg.

rmork für ein rr Ankauf ton Gold chZbank und Post er« i auf weiteres zm ir ein Ava^igmark- Zchmnarfftulk, Für xrtxn entsprechende bermüngen zahlt die s auf weiteres den rertes.

fegergebühren. n Grundgebühren der hing vorn 4. Öuni ab für die Kehrbezirke lainz, Offenbach und nt, für die übngm 64 000 Prozent, rplan der Stra« nteil unseres heutigen mitnis gebracht. Bei s ist besonders Auck« rplan der Reichsbahn, er Stadt sind Fahr« uernd zum Aushang nangel zwang uns e zurückzustellen imd iu unterziehen. Unter m befindet sich auch rfführung am Freitag

Zum Präsidenten des Landeskir­che ntages wird sodann mit 45 Stiinm.n der Abg. Cornelius Frhr. von Heyl zu Herrnsheim gewäh.t, zum zweiter Präsiden­ten Pfarrer D. Waih. Beide nehmen die Wahl an.

Als stellvertretendes Mitglied des Abz. D. Waltz in der Kirchenregierung (Landesklrchen- ausschuß) wird Abz. Pfarrer L e h n - Orsenbach gewählt. Stellvertreter des Frhrn. v. H:yl bleibt ohne Reuwahl der Abz. Dr. Dehlinger.

Cs folgt die Wahl der Mitglieder zum Deutschen evangelischenK i rche n t a g. Es werden durch Zuruf gewählt die Abgg. B e r n- beck (Okarben), Lampas (Friedberg) und Dr. Gö11elrnann (Mainz). Zu Stellvertretern: die Abgg. Wagner, Reumann, Matthes.

Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Aach einem Schlußgrbtt des Pfarrers Kalbhenn wird die Tagung geschlossen.

14930-

5425-

21900 -

117 25

84350-

391200

3805-

4605

11.87

2490

12640 -

441,-

Antw.-Brüsfel.

Holland

London Baris Schivetz Sunnteu .. . .

Italien.....

Viffnbon-Dpovto Dänemark . . . Norwegen . . . SkUweden. . . . . Helsinaiors. . . Nenliork.....

Deuisch-Oesterr. Budapest . . . . Brau.......

Äaram

8546:112

119,80

14.03

2544,60

ttoer! bei Liß. imstag in einet 6t» itiing übergeben wer- 1"en toriammdn sich der Eisenwerke Du- h an die Regrühung neben sollen. Darauf llersbachtal nach dem . raftwerk in Lihberg Ergäbe des Werkes

Brie' 15-370. 6375.-

22100 33300-

117.75

85150 - 394800

3W5 4645 11.13 2510 13760,-

449,-

Vermischtes.

Dir deutsche Amundsen-HilfLexpeditivn.

Hamburg, 10. Juni. (WTB.) Dir deut­sche Amundsen-Hilfsexpedition ver­liest gestern nachmittag drn Hamburger Hafen mit dem norwegischen DampferRi e r k u r". An Bord befinden sich zwei erfahrene Piloten, Reu- mann und Loewe, die mit einem eigens hier­für gebauten Junkers-Flugzeug Amundsen auf- suchen und ihm Hilfe bringen sollen, falls er nicht innerhalb der in Aussicht genommenen Zeit auf seinem Fluge von der amerikanischen Arktis über den Aordpol auf Spitzbergen eintrifft. Als meteo­rologischer Beobachter nimmt Prof. Wegener an der Hilfsrxpedition teil. Das Hilfsflugzeug war erst heute früh von Passau auf dem Luft­wege in Hamburg eingetroffen. Amun dsen wird seinen Aordpolflug voraussichtlich am 20. Juni an trete n.

In Seenot.

London, 10 Juni. (WTB) Reuter meldet aus Port Sudan: Der britische Dampser Maidan" (8200 T.), der sich auf der Fahrt von Kalkutta nach London befand, ist im R o - ten Meer cr.x einer Felsinsel gestrandet und befindet sich in sinkendem Zustand, lieber dos Schicksal der Passagiere und der Mann- schcift.ist nichts bekannt.

iCtt.

r für MontaL x. Fridericns Aek

-

seiner Schweflet

Amtl. Noiiera.

Weib Brie?

4738,12 4761,83

330'7,25 33182,75

15187,84 12631.50

3922.23

15238,- 13934,75 22556,25 2343,34

tieren und die Römer in der Neidsamen Tracht der Dersaglieri sich zeigen. Ein naives Empfinden, das nicht so verbildet ist, wie vielfach unser mv- dernes ThcaterpublilUm, wird überhaupt nichts Lieber raschen des dabei finden, wenn noch heute lebendige Gestalten der Dichtung, die Nefclbcn Leidenschaften und Konflikte wie wir durchmachen, uns auch in unterer Tracht gegenübertreten Ja, dem naiven Zuschauer dürste dadurch die alte Dichtung erst recht nahegebracht und lebendig weiden. Unb das ist es ja, was man vor allem erreichen will: daß wir mit den Figuren der unserem Fleisch

Banknoten.

Rranffnrt n. M.. 9. Juni.

Schwerer Noten

Jrnrnöilsche 9?oten Dänische Noten...........

Schwedische Molen Holländische Noten Dentsch-Oeiterreich100 Kraasa Nmeriknnische Noten EunlNche Noten Jinlieuische Noten SiclnHdie Noten Uunnrifdie Violen Tscherhosloivnkischr Noten . .. . ^.'oriveuischc Noten ........

Nnmnntsche Noten Spanische Noten

8. Juul Amtl. Noiiera. O'elb Brtei 4401.45 442:3.55 3092250 31077.50

lissage

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Shakespearein Khaki. Bor einiger Zeit hat Reinhardt den Versuch gemacht, Moliere in modernen Kostümen aufzusühren, und wir müssen gestehen, dast sich George Dandin im Frack gar nicht übel ausnahm. Run will man in England auch Shakespeare modern einkleiSen, und zwar ist als erste Probe eine Aufführung von ,Cymbeline" am Birminghamer Repertoire-Thea­ter in Aussicht genommen. Man verteidigt diese zunächst seltsam erscheinende Maßnahme mit guten Gründen. Ist doch dashistorische Kostüm' bei Theateraufführungan überhaupt eine Verhältnis- mäst'.g neue Erscheinung. 3n den klassischen Tagen der Bühne im 18. Jahrhundert, da in England Gairick, in Deutschland Ekhvf und Schröder den schauspielerischen Stil schufen, sand man nicht das geringste £obei, wenn Cäsar und Brutus in Pe­rücken austraten, Othello und Mact^th im reich- gestiaten Frack mit SpitzenmanscheUen erschienen und Julius oder Ophelia im Reifrock ihren Lieb­habern gegeaübrrtraten.Cffiarum sollte nicht Kleepatra in einem eleganten Jumper ebenso re rsübre risch und dämonisch wirket, wie im antiken Gewand?" fragt em englisches Blatt, .und warum sollte nicht Romeo auf dem Ball der Cavulets das Her-z feiner Julia im schwarzen Frack und Weitzer Weste brechen?" Besonders begreiflich wird der Ausweg, die Kleidung unserer Tage zu wählen, wenn es sich um ein so märchenhaftes und rnt Kostüm schwer zu bestimmendes Stück han­delt, wie es die in Frage kommendeEhmbeline" ist. Wenn Shakespeare in diesem Werk Briten aus den frühesten Zeiten der Geschichte mit Jtalie- nem der Rena issance zusammen treffen läßt, so mühten ja eigentlich, wenn man gesckstchtlich genau sein wollte, die alten Aigeln und Sachsen in ihren Fellen eischeteen, während die Italiener die präch­tige Kleidung des 16. Jahrhunderts tragen sollten. Oder sollte man die Italiener auch in ein primi­tives Gew-and stecken ober die Briten, um den zeitgeschichtlichen Charakter zu wahren, in Kostü­men der Tudorzeit auftreten lassen? Beides ist gleich absurd, und wenn man daher nicht zu einem Phantasiekleid greifen will, so ist es gar nicht so widersinnig, wenn die Engländer bei der Aufführung in Birmingham in Khaki sich prüsen-

.362092,50 363907,50 391020,- 392SK0 , 4095,- 5020.- 5374 03 5400,97 . 19035 . 11770,50 , 3605,85

14139.55 . 13967.25 . 20797.85 , 2159,60 , 78403 50 , 109.725

13.465 . 2327,67 . 817,45

Kirche und Schule.

* Ernannt wurden am 4. Juni der Schul- amtsanwärter Wilhelm Faber aus Hörnsheim, Kreis Wetzlar, zum Lehrer an der Bvttsschale zu Harbach, Kreis Gießen,- am 5. Juni ter Lehrer Heinrich Meckel zu Lanzenharn zum Lehrer an 5er Volksschule zu Lich. Kreis Gießen: die Leh­rerin Ottilie B a ch zu Steinbach, Kreis (Ziesten, zur Lehrerin an der Volksschule zu Lich, Kreis Gießen.

* Erledigte Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an ter Volksschule zu Bad-Rau heim.

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* »ur Loftin, fetiangter kntlchädi. ofprlige Denachrichti. 'nufungHelle lKceiS- Ile le) oder der Pro- ^Gießen, Dismml. dien.

Handel.

Frankfurt a.M., 9. Juni. Börsen- stimmungsbild Am Devisenmarkt war in den ersten Morgenstunden eine weitere Befesti­gung sestzustellen. Die Umsätze hielten sich in engen Grenzen, umso mehr als sich Im Verlauf Kursschwankungen einste'.sten Den Dollar nannte man mit 85 500, 86 530, '85 000, 85 250 und wie­der 85 500. 3m geltenccrle&r von Bureau zu Bureau zeigt? sich feste Haltung a.tf allen Ge­bieten. Besonders ge'ivgt waren Montanaltien. Rombacher Hütte wurde mit 250 030 bis 260 000 genannt. Ferner blieben Rhin stahl, Mannesmann gesucht. Mansselder 152 003. Earo 250 003 bis 255 000. Unter den Bankaktien waren Deutsche Dank und Disconto-'Aesellschaft gefragter. Fiir chemische Werte wurden nuift Kurse genannt, die über den gestrigen lagen. Badisch' Anilin stellten ich ouf ^5 003, Höchster auf 75 000, Elberfelder Farben 83 000. Ledl-aftes Interesse erhielt sich Ür Knorr-Heilbronn. Julius Sichel, fest, 75 000. Zellstoff Aschaffenburg 205 000. Z^lltürken 160 000 bis 155 000. Bagdad II 225 030. Api 140 000. sehr est. Kabelwerk 120 000. Decker Stahl 100 000 Geld.

Berlin, 9. Juni. Dörsenstim- m u n g S b i l d. Je nach der wechselnden Auf­fassung über die Aussichten'einer erträglichen Lösung der Reparativnsfrage unterlagen Oie Devisenkurse im Bormiltagsverkehr recht er­heblichen Schwankungen. Der Dollar streifte 89 500 Mark, das Pfund Sterling stellte sich zeitweise über 400 000 Mark, es herrschte durch­weg eine sehr nervöse Stimmung, trotz einer Abschwächung bei Feststellung der amtlichen Kurse blieb die Grunostimmung fest. Sem» gemäß war der Effektenverkehr auf eine Fort­setzung der schon an der gestrigen Rachbörse sehr stark in Erscheinung getretene Aufwärts­bewegung eingestellt. Die ganz schweren Mon­tanwerte wie Harpener, Rheinstahl, Mannes- m-ann wurden wenig genannt, dagegen wurden Mansfelder, Laurahütce, Hamburger Paket- fahrt wesentlich höher bewertet. Die Devisen­kurse zogen nachmittags wieder etwas an.

Frankfurter Devisenmarkt.

Golt schütze untere liebe, evangelische Landes­kirche." (Bravo!)

Es folgt hierauf die Wahl des Vize­präsidenten. Es entfallen 52 Stimmen auf Geheimcrat D. Obern be cf. eine auf Geheimerat D. Dr. 516 ring, eine auf Frhrn. v. Hehl.

Gehelmerat D. Dernbeck ist somit zum Vertreter des Präsidenten der evangelischen Lan­deskirche Hessens gewählt worden. Er dankt für die Wahl, die er mit der Hoffnung auf die Hilfe und den Beistand des allmächtigen Gottes an­nehme.

Präsident Frhr. v. Heyl begrüht den stell­vertretenden Kirchenpräsibenten und stellt fest, dah mit dieser einstimmigen Wahl die ungewöhnlich hohen Verdienste des Gewählten für die hessische evangelische Landeskirche gebührende Anerkennung fanden.

Die Vereidigung.

Die neuge'wählten Präsidenten der Landes­kirche werden sodann vom Vizepräsidenten Frhrn. v. Hehl auf die Verfassung verpflichtet. Sie legen nacheinander folgendes Gelöbniä ab:

Ich gelobe vor Gott, dah ich die Ver­fassung der evangelischen Landeskirche in Hessen unverbrüchlich halten, für ihre Wahrung und ihren Schuh mit aller Kraft eintreten und meines Amtes mit Gewissenhaftigkeit und Ge­rechtigkeit walten werd:."

DvrcmschlagS, bet mit rund 1 Mil- < /iarde 200 Millionen abschlieht, noch 1 Nicht einmal beschlußfähig geworden war und ldaher ausfallen mußte, hat eine neue Sitzung , fam gestrigen Freitag den ganzenEtatin- «nerhalb lOMinutenverabschiedet. ^Auf die sonst üblichen Etatreden wurde Der» Sichtet, und zwar mit Recht, denn heutzutage, too man die Entwicklung der Verhältnisse noch «richt einmal für vier Wochen übersehen kann, haben auch alle Reden und Ratschläge für einen Jahreshaushalt keinen Zweck. Gleichzei­tig wurde der Aufnahme von städtischen Anleihen im Gesamtbeträge von 2 M i l» liarden Mark zugestimmt, die zur Fortfüh­rung der Hafen- und Wohnungsbauten Ver­wendung finden sollen.

Tvangelischer Landeslrirchentag

Darmstadt, 9. Juni 1923.

Die heutige Sitzung beschäftigte sich zunächst mit der Beratung von Anträgen und Eingaben. (Hierüber werden wir morgen noch kurz berich en. D. Schrisbltg.)

Es folgt dann die

Wahl des Präsidenten der evangelischen Landeskirche

.'deren Ergebnis wir am Samstag in einem Teil der Auflage schon gemeldet haben. D.Schrift- leitung). Prof. D. Schian - Gießen und Pfarrer D. Waih ° Darmstadt hatten bereits in den Vorverhandlungen gebeten, von ihrer Person ab­zusehen.

3m ersten Wahlgang entfallen Stimmen auf Prälat D. Euler: 24, Professor D. Dr. Diehl: 16, Prälat D. Flor ing: 14, ein Zettel war weiß.

Der zweite Wahlgang hat das gleiche Er­gebnis.

Aus der Mitte des Kirchentages wird dann der Antrag gestellt, nochmals ein: Pause cintreien zu lassen, um den Gruppen Gelegenheit zu noch­maliger Aussprache bzw. Entschließung zu geben.

Rach der Pause übernimmt Abg. Frhr. Heh l zu Herrnsheim das Prä id.um.

3m dritten Wahlgang ergibt sich folgende- 'Stimmenverhältnis: Prof. D. Dr. Dieh l: 37 Stimmen, Geheimerat D. Dr. Flor ing. 14, weiße Zettel: 4.

Vizepräsident Frhr. von Hehl verkündet, dah hiermit die Zweidrittelmehrheit erreicht und Professor D. Dr. Diehl zum Prälaten und Präsidenten der evangelif chen Lan- deskircde gewählt sei. (Bravo.) Er fragt den Gewählten, ob er die Wahl annehme.

Abg. D.Dr.Diehl: Meine Damen und Herren, Sie alle miteinander wissen, dah seither dieser Ta­gung schwere Kämpfe vorausgegangen finb. Es sind diese Kämpfe 3hnen allen bekannt, aber neben diesen äußeren Kämpfen bestehen auch innere Kampfe, die Ihnen nicht bekannt sind. Das sind die inneren Kämpfe, die ich durchkämpfe.i muhte, als der Gedanke auftauchte und starke Kraft er­hielt. dah ich m die Wahl käme. 3ch kenne meine Vorzüge, ich kenne aber auch meine Schattenseiten, llnb in diesen Tagen, im Hinblick auf diese Zeit kam eine Buhstimmung über mich weg, die mich oft sehr bedenklich werden läßt. Dazu kamen andere persönlicheVerhältnisse, über die ich gar nicht reden will die ich nur anbeutea will, die 3hnen aber allen bekannt sind, die mich stundenlang innerlich ermürbt haben. Weiter weise ich hin auf die Schwierigkeit der Aufgabe, die vor mir liegt. 3n tot Verfassung ist sehr wenig über den Prälaten gesagt, aber das wenige umschließt eine Welt der gewaltigsten Verantwortung. Unb diese Welt der gewaltigsten Verantwortung wird noch drückender, wenn wir die Welt der Gegenwart heranziehen, in der diese Verantwortung getragen werden muh. Die apokalyptischen Reiter haben nicht bloß ge­sattelt. sondern sie sind auf dem Marsch. Es ist klar, wenn wir in der Offenbarung Johannes lesen, daß da Andeutungen enthalten sind, die auf die Gegenwart passen. fAbg. Walger: Sehr rich­tig!) Der auf dem schwarzen, auf dem weißen, auf dem roten und auf dem fahlen Pserd ist da. Seher. Sie sich die Stelle an dann werden Sie sich selbst davon überzeugen, iinfere Kirche steht in einet Zeit, wie sie fu noch niemals durchgemacht hat. Ich kann sie höchstens vergleichen mit der Zeit der Bewegung der W.edertäufer im Jahre 1535, die einen extremen Charakter angenommen hat, und da sage ich, das. was damals der geistlich-e Führer in Hessen Martin Luther gesagt hat, das gilt auch für die führende Persönlichkeit in der Landeskirche, das gilt auch für de.i Prälaten. Wir müfien darauf hi,.arbeiten, mit schlichten und einfachen Worten ist es zu sagen, dah wir in der christlichen Haushaitsord .u.rg uns besser bestärken, wie eie christliche Zucht a-i uns ernster üben. Das durchs führen, soll das Wesen meiner Arbeit sein. Es ist mir bang, aber ich getroste mich dessen, daß ein Herr ist, der dem Schwachen Macht sein will, und ich verlasse mich, wie es im Ordina- tionsgelöb.iis heiht, auf das Gebet der allge­meinen Kirche, und ich hoffe, d.ih, trenn ich das tue, was ich tun will und wenn Gott feinen Segen togu gibt, daß es mir vielleicht gestattet sein wird, ein Stücklein dieser Arbeit zu leisten ;;ur Ehre Gottes und -um Bester unserer Gemeinden und lieben evangelischen Kirche. Weil ich mich auf E-ottes Liebe verlasse und weil ich vertraue auf dos Gebet der Kirche, und weil ich überzeugt bin, daß Gott dem Schwachen Macht ist, und zum letzten, weil ich weiß, daß es Situationen gibt, wo man persönliche Stellungen und persönliche Gcfützle zu rückst eil.'n muh vor der Pflicht, die sich, aus der Sache ergibt, darum bin ich bereit, die Wahl anzunehmen. «Bravo!)

3tcUrertLCtenber Präsident Frhr. v. Hehl: Ich bitte den Herrn Prälaten, den Platz am Re- gieiuingslisch cinnehmen za wollen.

,Hoch.würdigster Herr Prälat! Es ist richtig,

in ernster und schwerer Stunde sind Sie an die Spitze der hessischen Landeskirche berufen worden.

i Gott der Herr sch:nke Ihnen fernen heiligen ®:iir, daß er Sie stärke und Ihnen helfe zu allem Guten in Ihrem hol)-en Amte. Vieibewährt in mancherlei Arbeit unserer evangelischen Landes­kirche. viel bewandert in der hessischen Kirchen-

i gesch.ichte, bringen Sie ein Rüstzeug mit ein zu Ihrem Amte, wie es in dieser Kombinatron Cnn Praxis und Theorie, von Erfahrung und Wissen, sich wohl selten bei einem hessische Manne wiederfinden wird. Die Synode hat durch Ihre Wahl Ihnen das Vertrauen bekundet, daß die Leitung der Kirche bei Ihnen in guten und treuen Händen liegt. Ich bitte Sie, daran zu denken, daß Sie ein ganz neues Amt in der hessischen Landeskirche führen sollen und daß es unser 'alter Wunsch ist, daß es Ihnen vergönnt sein möge, dieses Amt mit dem rechten Geiste zu erfüllen. Gott schütze Sie, Gott behüte Sie,

(Telegraphische Auszahlung.)

" " ' 9. Juni

Schwurgericht.

Gießen, 6. Juni 1923.

Heute wurde, wiederum unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Hirsch, die Strafsache ge­gen den Dachdecker Karl Appel in Gießen wegen schweren Forstwiderstands und Beamten­beleidigung verhandelt. Vertreter der Anklage war Staatsanwalt Justizrat Weidemann, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Justizrat Grünewald.

Der Angetlagte, der bereits mehrfach wegen Forstfrevels bestraft worden, war ai'n 4. April l. I., einem Leseholztage, mit seinem Vater wieder im Rödgener Wald. Auf dem Heimweg trafen sie mit ihrem Handwagen, der mit Hvl3 beladen war, auf der Grünbergrr Straße in der Rahe des Dahna>ärterhauses mit dem Förster Drück aus Rödgen und den beiden Feldschühen Kliff- müller und Simon aus Gießen zusammen. Dem Förster Brück waren die beiden Appel als Forstfrevler bekannt; er hielt deshalb den Vater Appel, der den Wagen schob der Sohn hielt sich im Hintergründe an, und untersuchte ge­meinsam mit den Frldschützen den Wagen. Er stellte alsbald fest, daß sich'auf dem Wagen, unter Reisern versteckt, gefreveltes Holz befand. Er forderte nun Lesehölzkarte und Herausgabe des Beils, das beim Abhauen des Holzes benutzt wurde. B.-ides wurde verweigert. Als der alte Appel trotz Verbots toeiterfabien wollte, legte Drück bi: Hand auf den Wagen. Run kam auchi der Angeklagte herbei, fing sofort an, die Beamten zu beschimpfen:3hr Faulenzer, ihr Spitzbuben, tätet ihr etwas schaffen als die Leute aufzuschrei- ben, beute mittag gibt es noch etwas!" Dabei hatte er einen dicken Prügel in der Hand. Diesen erheb Karl Appel drohend gegen Brück und lief ihm zu, er schlage ihm den Knüppel auf den Kopf. Brück blieb aber ganz ruhig, zog sein Rotiz- buch cheraus und begann, sich die beleidigenden Aeußerungen zu notieren. 3n diesem Moment trat der Angeklagte auf Drück zu und fch'ug ihm mit dem dicken Ende des Prügels auf den Kops, so daß Drück ohnmächtig zusammen stürzte und sich erst nach etwa einer Viertelstunde wieder langsam erholte. Er trug von dem Schlage ein» schmerz­haft: blutunterlaufene Anschwellung davon.

An die Geschworenen werden Fragen nach einfachem, quaüfv.iertem und schwerem Forst­widerstand sowie stach mildernden Umständen und außerdem eine Frage'nach öffentlicher- Deamten- belcidigung gestellt. Der Staatsanwalt trat für D-jahung sämtlicher Fragen ein: mit besonderem Rachdruck forderte er Blähung des schweren Forstwiderstandes im Sinne des § 118 StGB., auch befürwortete er die Bewilligung mildernder Umftänbe. Rach längeren Darlegungen des Ver­teidigers verkündete der Obmann der Ges-chvo e- nen. die nur kurz beraten hatten, den Spruch: Schuldig in allen Punkten, gemäß dem Antrag des Staatsanwalts: mildernde Umitänbe wurden zugebilligt.'

Hierauf beantragte der Staatsanwalt unter Berücksichtigung der starken Erregung und der persönlich.n Verhältnisse des Angeklagten eine G:santtgefängnisstrase von 10 Monaten und 14 Tagen. Das Gericht überschritt aber in seinem Urteil diesen Antrag und erkannte auf 1 Jahr 1 Monat Gefängnis.

Gießen, 7. Juni 1923.

Unter dem Vorsitz des iLandgerichtsrats Hirsch wurde heute gegen den Arbeiter Georg HeinrichWalter von Göbelnrod wegen Tvt- schlagsversuchs verhandelt. Anklagevertreter war Staatsanwalt Fischer, Verteidiger Rechts­anwalt Häuf.

Der Angeklagte lebte feit dem Tode seines Vaters mit seiner Mutter und feinem Bruder Lud­wig Walter in stetem Streit. Hauptursache dazu war die Tatsache, daß der jüngere Bruder Ludwig Walter bei der Zwangsversteigerung des väter­lichen Rachlasfes die Hofreite mit Aeckern ge­steigert hatte, die auch der ältere Angeklagte gerne gehabt hatte, und ferner der Umstand, daß bie Mutter nach den Belundungen aller Zeu­gen eine überaus streitsüchtige Frau ist. So kam es auch am 2. April 1923 zwischen dem Angeklagten, der nach dem Gut­achten des Sachverständigen ein sehr nervöser und leicht erregbarer Mensch ist, und seiner Mutter und dann noch dem dazukommenden Lud­wig Walter zu einem heftigen Zank, in dessen

Verlauf Heinrich Walter einen Revolver zog und einen Schuß auf seinen Bruder abgab. Gr selbst behauptete, er habe nur einen Schreckschuß ab­geben wollen Mich den Bekundungen des Unter­suchungsrichters haben Ludwig Walter und feine Mutter ihm gegenüber angegeben, der Angeklagte habe direkt auf seinen Bruder gehalten und diesem fei die Kugel direkt am Ohr vorbei- getfiffen. Tatsächlich ist auch die Kugel, wie der Augenschein ergab, in nächster Röhe des Lud.vig Walter etwa i-i Kopfhöhe an diesem vorbei- teflegen. Des weiteren ergab die Verhandlung, chß der Angeklagte östers gedroht hatte, er werde einen Bruder totschießen, und daß er auch Selbst­mordgedanken geäußert chatte. Luvwig Walter und seine Mutter verweigerten in der Haupt- verhanilung ihr Zeugnis.

Die G'Jchworenea verneinten die Fragen nach Totsch'.agsversuch und auch nach Bedrohung: der Angeklagte wurde freigesprochen.

Gerichlssaal.

Ein Hochv-ttnatöprvzeß.

L e i p z i g. 7. Juni. (WTB.) Der Staats- g e r i ch t s h o f hatte sich in dem diesmalige r Ta- gungsabschnitt zum erstenmal mit der rheini­schen Separatistenbewegung zu befal­len. 3n zweitägiger Verhandlung hätten sich der Gemüsehändler F o r t e t e r und drr Maurer terstüht. Dan Suntum ha tdie Tat Forteters be­wegen Beihilfe zum Hochverrat zu verant­worten. Forteter hat die Vorbereitungen zu dem hochverräterischen Unternehmen von romeets un­terstützt. Van Santum hat die Tat Forteters be­günstigt. Das .Urteil lautete gegen Forteter wegen Beihilfe zum Hochverrat aus 8 M o n a t e Zuchthaus, die in ein Jahr Gefängnis um- gewandelt wurden, und 200 000 Mark Geldstrafe Suntum wurde wegen Begünstig.ing zu 5 Mona­ten Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten Llntersuchungshaft verurteilt.

14210,45 13132,75

2002,15

2170.4-<

78796,59 110,275

13,535

2338,35 81H53

15112.12

12568,50 3902,72

15162,-

13865,2»

22443,75

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8503688

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13.97 25:33.60

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Ausfchrerttmgen in Essen.

Berlin. 9. Juni. Wie dieVoss. Zeitung" aus Essen meldet, erschien gestern morgen eine sogenannte Abordnung der Arbeitslosen in der Wohnung des Beigeordneten Dr. Hüttner holte ihn aus dem Bett heraus und zwang ihn unter Drohungen, mit zum Rathaus zu kommen und dort wegen Erhöhung dei 51nterftühungssähe zu verhandeln. Durch teil­weise Bewilligung der Forderungen gelang eS der Stadtverwaltung, die Leute einstweilen zu be­ruhigen.

Ein Mord in Darmstadt.

rm. Darmstadt, 9. Juni. (Eigener Draht­bericht des »Gieß Anz".) Heute n^cht gegen 1 Uhr wurde der 22 Jahre alte Bankbeamte Paul Fischer vor dem Hause Pallaswiefe.rstrahe 23, der einen Freund nach Haufe begleiten wollte, von einem blätter noch nicht ermittelten Täter in der Dunkelheit erstochen.

Geschäftliches.

Eine Wanderung zur Sommer­zeit wird Ihnen Qualen bereiten, wenn Sie eine richtige Fußpflege unterlassen haben. Wenn Sie wöchentlich zwei- bis dreimal ein Kuiirol-Fußbad nehmen, dann sind Sie gar bald von diesen Be­schwerden befreit Kulirol-Fußbad, bai milde, b esinfizi-erendo Mittel zur Fußpflege, reinigt die Füße gut beseitigt und verhütet Fußschüteiß, Wundlaufen und das lästige Brennen der Füße. Hühneraugen, Hornhaut, Schw elen und Warzen beseittgt das in vielen Millionen Fällen be­währte Hühneraugen-Mittel Kulirol. Beide Prä­parate erhalten Sie in jeder Apothele und besseren Drogerie. Dir in dieser Zritung am Samstag be­gonneneDr.-Unbluig"-An;ei:e'.r-Serie, welche über die richtige Fußpflege genaue Aufklärung geben wird, fei der besonderen Beachtung emp­fohlen. Die weiteren Fortsetzungen werden in den nächsten 14 Samstags-Rummern dieser Zeitung zur Aufnahme kommen.

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