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Montag, y. Zuni 1925

175. Jahrgang

Reichskanzlers

Die Haltung Englands

ii

gut der

auelfen ter City im Besitz des Schlüssels zur Lage sei, so müsse er sicher einer der britischen Vertreter <vif dieser Konserenq sein.

Der Fi.lanzmitarbeiter der »Ti­mes" schreibt: Die deutsche Rote machte einen onsgespro^en günstigen Eindruck auf die Cith und mai. sei der Ansicht, daß Deutschland alles wirtichaftlich Mögliche tat. Man habe das instinktiv Gefühl, ttxid auch immer die unmittelbare Felge des Dokuments sei. daß es zu einer Art Regelung führen werte. Dir in dar frangösischn Presse fum Ausdruck kommende Spaltung ' Frankreichs sei für die englische De- sckäftswett unverständlich Die französische For­derung, die deutsche Regierung solle dir Ein­stellung des passiven Wider st andes befehlen, werde als vollkommen undurchführ­bar angesehen. Selbst wenn die deutsch: Regie­rung den Befehl zum Auf hören des passiven Widerstandes veröffentlichen sollte, glaube man mäh1, daß dies dir Haltung ter Ruhrbevölkerung beeinflussen könnte. Es werde gehofft, daß dir britisch: Regierung imstande sei. die durch das deutsche Angebot geschaffene Lage zu benutzen, um eine Konferenz zur Regelung der Repa- rationsfrage zustande-ubringen. In einflußreichen Kreisen wurde erklärt, daß, wenn eine gemein­same Aktion unmöglich sei, die Frage einer un­abhängigen Aktion erwogen werden müsse, da sie wenigstens ein Mittel bieten werde, um die völlige deutsche Wirtschaftskata- ftvrphe zu verhindern»

b i e t e s spreche.

Vcrgestern haben wir den Mächten unser Memorandum als Ergänzung zur Rote vom 2 Mai ütergeten. Ich begreife die S p a n n u n g sund äln geduld, mit ter unser Schritt er­wartet Worten ist. Er ist ein natürlicher Schält auf dem W_-g, den die Regierung von Anfang an gegangen ist. Die Lösung ter Reparationspn>- Sterne um jeden mit ter deutschen Staatsfreitzeit und der deutschem Wirtschaftskraft zu verein­barenden Preis ist das- Ziel und die Aussprache in offenen, chrlichm und gleichberechtigten Ver­handlung^ ist der Weg dazu.

Rick.-'s ist unterlassen worden, was ter Losung dieser Aufgabe bienen könnte. Es gilt alles ein» zusetzen, um für Rhein und Ruhr die

WiederherftL.Iunz drs RechiszostandeS zu erreichen. Es gilt altes zu tun um die f u rcht- ,baren Leiden zu lüttem, die alle Schichten

rütteten Europa Frieden bringen müsse. (Beifall.) Seiner Ansicht nach hänge der Bestand ter westlichen Zivilisation von ter Sta­bilität -Europas ab und von ter Immunität gegen einen Versuch wie man ihn vor kurzem in Ruß­land gesehen habe. (Beifall.) Es gebe kein Land in der Welt. 'Äas einen derartigen Einfluß aus- üben müsse, wie England. England sei von Europa nur durch einen Kanal getrennt, genieße Stabilität und sei frei von Experimenten. Es werde seine Aufgabe sein, alles zu tun, was in seiner M a ch t st e h e, um Europa bei ter Herbeiführung des Friedens zu helfen. Seiner Ansicht nach könne die konservative Partei gegenwärtig das Werkzeug für die Erreichung dieses Zieles sein.

Eine Aeutzerung des Obersten House.

London. 9. Juni. (Wolff.) Ober st House, der zu einem einmonatigen Aufenthalt in Lon­don eingetrrssen ist, erklärte gestern in einer Unterredung mit einem Vertreter ter »Time s" über das deutsche Memorandum, es sei die be­stimmteste und befriedigendste Erklä­rung. die Deutscher i> bisher in ter Frage ter Reparationen abgegeben habe. Es sei, wie wenn eine große Korporation, die sich in finanziellen Schwierägkeit-en befinde, alle vorhandenen Werte zusammenraf'e, um ihren Verpflichtungen nach- zukommen. Wenn d'.e deutsche Regierung einen bestimmten Betrag ger-.annt hätte, würde sie sich ter Beschuldigung der Unaufrichtigkeit a.lsge- seht haben, da jede Summe, die sie angegeben hätte notwe. digerwrise größer hätte sein müssen als die 30 Milliarden Toldmark, die in ter letz­ten Rote angeboten waren, die von den Alliierten abgelehnt Worten sei. Deutschland habe sich jetzt bereit erklärt, nach seiner Leistungsfähig­keit zu zahlen. Es sei Sache der Alliierten, zu bestimmen, nie hoch die Lcistungsfähigceit Deutsch lands bemessen werden könne. House erklärte, er glaube zuversichtlich, daß das deutsche Memo­randum einen guten Eindruck in der ganzen Welt machen werde.

Die Beisetzung Schiageters.

Schönau. 10. Juni. (WTD.) Rachtem gestern dir sterblichen Lieberreste Schiageters hier eingetroffen waren, fand heute vor dem Rathause vor dem ter Sarg unter einer Fülle vrn Kronz- und Blumcnspmten aufgebahrt war, eine eindrucksvolle Trauerkundg ebung statt, bei ter der Bürgermeister Pfeiffer den Heimgegangenen rühmte, ter sein Leben nicht mit einem Verrat seiner Kameraden an die Fran-

Ur. 13 t

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ter Bevölkerung im tesehten Gebiet tragen. Liese Aufgabe ließ uns die Bemühungen um die Lösung ter Reparationsfrage verdoppeln. Lanze ist die deutsche Regierung auf Ablehnung ge­stoßen bis Qrrd Curzons Ratschläge ihr eine neue Möglichkeit gaben, dir Rote vom 2. Mai absenten zu können. Gegenüber den von Fra n t- rcich erhobenen Einwänden gegen diesen Schritt führte der Reichskanzler besonders die Tatsache an, daß der Vorschlag ter Einsetzung einer internationalen K o in inission von der Reparationskvmmissivn selb ft seiner­zeit ausgegangen sei. Die englischer und die itaiie- nischr Antmort erörterten eine Möglichkeit zur Fortsetzung des Meinungsaustausch^. Seitdem ist alles geschehen, um dir politische Lage im Auslände zu erforschen. Wer dir Sprache ter Ehrlichkeit und des realpolitischen Geschäftssinnes versteht, wird den jetzt «folgten neuen Schutt als ten Beweis des ernsten Willens Deutschlands hewerten, seine Verpflichtun­gen zu erfüllen. Man kann infolge ter durch ten Ruhreinmarsch hervorgerufenen fortschreiten- ten Schwächung ter deutschen Finanz- und W>irt- schrftskraft zu keiner anderen zahlenmäßig^ Selbsteinschätzung der deutschen Leistungsfähigteit gelangen.

Zur Frage der

tatsächlichen LeistunAsfähiZkeit Deutschlands übergehend, erkärte ter Kanzler, diese werde im Auslaute weit überschätzt, was die Gegner selbst dadurch anerkennten, daß sie ten Gedanken einer größeren Anleihe für Deutschland auf gegeben hätten. Run soll eine internationale unparteiisch: Instanz über die wahre Leistungsfähigkeit Deut,ch- landä entscheiden. Deutschland will sodann seine Reparationsverpflichtungen bis zur Grenze ter gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten erfüllen, unb es wird seine volle Tatkraft dieser Aufgabe zuwenden. In ten neuen Garantien ist an die G renze des g- lichen gegangen worden in der Zuversicht, daß, wenn ein Plan über die 'Reparationsschuld Deutschlands vorliegt, das deutsche Voll bereit fein wird, aus Besitz, Arbeit und Ein­kommen die größten Opfer zu bringen für die Freiheit und Wohlfahrt ter «luftigen Generation. Der Staat wird die ganze Kraft ter Staatsgewalt gellend machen, daß die Wirt­schaftskreise diese Garantien geben müssen. Dieser Gedanke ter Garantien ist vom Staat in die Wirtschaft getragen trotten. Wie diese Ga­rantien auszubringen und wie well sie aufzu- tehnen sind und wie die Lasten verteilt werten, wird ter Staat zu bestimmen haben; ater es ist wertvoll, daß bei tem teutften Angebot auch das freiwillige Anerbieten deutscher Wirtschafts. kreise Erwähnung finden kann, weil das Ausland vielfach ter deutschen Regierung einen Einfluß auf die Wirtschaft abgesprvchen hat. Wie ver­kannt unsere Reparationslieferungen bis jetzt wur­den. beweist die Tatsache, daß wir bis Ende 1922 für rund 42V« Milliarden Gold- mark Barzahlungen geleistet haben; unter Hinr.urechnung weiterer Leistungen.aus tem Aus­gleichsverfahren belaufen sich die Bezahlungen

Der »Daily Telegraph". der erst heute in einem Leitartikel zum deutschen Memorandum Stellung nimmt, schreibt, in England werde mit bemerkenswerter Einmütigkeit die Ansicht vertrusten, daß durch diese deutschen Vor­schläge endlich eine Grundlage für Er­örterung ter Rcparationsftage_ geliefert weree. Die französischi-belgische Kritik über die Einstel­lung des passiven Widerstandes sei rein negativer Art und Eröffne keinen Weg für eine zweckdien­lich: Erörterung über die Möglichkeit der Formu­lierung einer gemeinsamen Antwort an Deutsch­land hinsichtlich der Bedingungen, unter denen Verhandlungen ausgenommen werten könnten.

-DieWestminster G a z e 11 e" schreibt in einem Leitartikel, da Mc Kenna einen von Baldwin und Lord Curzon gebilligten Plan zur Reparationsfrage habe, so sei wün- sch:nswert, daß er so schnell wie möglich in die Lage komme, seinen Absichten Wirksamkeit zu verleihen. Mc Kenna würde dem Lande einen großen Dienst erweisen, wenn er dieses Problem aus ter augenblicklichen Entwicklung heraus lösen könnte.

Der gutunterrichtete diplomatische Bericht» erftatter desDaily Telegraph" schreibt, die überraschend: Einmütigkeit, mit ter die britische öffentliche Meinung fast jeder politi­schen Schallierung sich dafür ausgesprochen habe, doß der letzte deutsche Vorschlag als ein möglicher Ausgangspunkt für en: gemeinsame Erörterung zu betrachten sei, habe der britischen Re­gierung eine tiefe Befriedigung und ei n Gefühl vermehrter Stärke ver- schafft. Die bri isch: Regie-.mng sei jetzt sicher, daß sie bei ter baldigen Preisgabe der Politik reiner Passivität und bei ihren zukünftigen Anstrengungen, eine baldige ange­messene Regelung in Europa zu erzielen, eine einige Nation hinter sich haben werte.

London, 10. Juni. (WTB.) Der06 = ferner schreibt: Der Premierminister erkenne, wie verlaute, ejht, daß, solange die augenblick­liche Stimmung und augenblickliche Methode Frankreichs fortteuere, eine Einigung vollkommen unmöglich sein werte, und daß die Frage, auf die es für Europa ankomme, weit bedeut­samer sei als die Frage der fran­zösisch-englischen Freundschaft. Cs werte in London im übrigen als eine kindrsche Politik angesehen, daß 12 Millionen Ruhrein- wohner, die bereits tm Widerstandgalvanisiert" worden seien, ter so fest sei, daß keine Gewalt ihn überwinden könne, auf Poincarös Gehe.h kapitulieren würden. Auf jeden Fall könne keine beutete Regsiernug die Kapitulation dieser zwölf Millionen Einwohner versprechen.

(Sine AnkÜndigttuq Baldwins.

London, 9. 3unl. (WTD.) Baldwin erklärte gestern in einer in Oxford gehaltenen Rede, in ter er über die konservative Partei und ihre Bedeutung für die Zukunft sprach, die M'tt- glieter ter Partei dürften niemals vergessen, daß sie, während sie Engländer. Schotten. Walliser oder Iren seien, gleichzeitig auch Euro­päer seien und daß England durch die konser­vative oder eine andere Regierung dem zer-

Eine Rede des

. Berlin, 9. Juni. (WTB.) DieD. Z." meldet: Der Reichskanzler ist beule morgen in Münster zu Besprechungen mit Vertret,ern ixr Wirtschaft, ter Gewerkschaften und ter De- .vntenschaft eingetrosfen. Wie das Blatt wissen will, soll sich ter Reichskanzler am Sonntag in Elberfeld, am Montag in Karlsruhe und am Dienstag in Darmstadt aufhalten. um auch dort mit den Regierungen und meißzebrnden Kreisen i ixr Länder Fühlung zu nehmen. Der Reichs- , ! anzier werde am Mittwoch wieder in Berlin frUrüdertoartet.

Münster. 9. 3unt (Wolff.) Haute ateitb «and zu Ehren tes Reichsverbandes der Deutschen Presse ein E rn pf a n g s a be n d flott, ter von ter Stadt Münster im Saale tes ßstvrischen alten Rathauses üeranftallet war. An liefern Empfangsabend nahmen auch der Reichs- 1 analer und der Re chsarbellsminifter -Brauns teil. Rach den Begrüßungsansprachen -les Oberbürgermeisters von Münster, Dr. S p e r- ! in*g, tes Oberpräsitenten ter Provinz West- ölen. Grvnowski, und des Vorsitzen te:i tes xeichsverb.'mdLs ter Deutschen Pr esse, Chefredak­teurs Bäcker, nahm terReichskanzlertas Dort zu folgender Ansprache:

Sehr geehrte Damen und Herren! Gerne be- tiutje ich dis Gelegenheit, mit Ihnen zusammen- tukommen ureb Sie bei Ihrer Tngung z r be- ! arüfjen, die, wie Ihr Herr Vorsitzender sagte, acht die Zufälligkeit, sondern tie.ee S'mn hrer- ter n<ch Münster legte, in die Hauptstadt tes L-eslsa'.enlai'tes, dessen Stärke und Trutz luifcr Twst und Schutz ist. in die Strebt nächst tem Sch.ouplah stammen Ringens nwifch^r Rech! und (5ca:alt, in die Stadt, in der nieterteutsches Volkstum und christliche Kultur sich za einem riaverqä,.glichen Einklang vereinen, in die Stadt, deren Ramen mit dem Westfälische.r Frieden tx*r- tnüpft ist und daran erinnert, wie schon vor * tem Vertrage von Versailles Deutschland einmal iufä tiefste gebeugt und zerrissen war, die gleich­zeitig aber uns zeigt, durch welche Kräfte das j deutsche Voll sich fernen neuen Aufstieg bahnte. J Ohre Tagung beschäftigt sich vorab mit Inneren Angelegenheiten Ihres Standes, mit Angelegen- hc ten die für die Ration wichtig sind nicht allein, weil das Gedeihen des Ganzen in unlösbarem Zusammenhang steht mit dem Gedeihen ter Teile, Untern auch deshalb, weil die Sorgen und ; Qlnliegcn Ihres Standes ein beson­ders bedeutsames Abbild geben von ten moralischen und wirtschaftlichen Kräften und Schicksalen unseres Dolles.

auf 54 Milliarden.

Auf d'.e auge:rbllcklichr Lage im Ruhrgebiet übergehend, ethmerle ter Kanzler zunächst an die Tatsache, daß, abgesehen von ten zahllosen Opfern richterlicher CEi l ür, mehralsfünf- zig Deutsche unmittelb'r durch dir Hände ter Besatz»ngsmächte das Leben verloren haben und fünfzigtausend deutsche Beamte. An­gestellte. Arbeitgeber, Arb i.nehmer u 'd Priva'e aller Berufe, Männer, Frauen und Kinder, seit tem 11. Januar Haus und Heima t ver­lassen mußten. Volk und Regierung fühlen sich ihnen allen von ganzer Seele zu Dank schuldig und teerten olles tun, um ihr Los zu lindern.

Wir wollen, so fuhr ter Knister fort, ten Frieden und sind unteren westlichen Rachbarn gegenüber zu jeder wie immer gearteten Friedenssicherheit auf dem Boden der Gegenseitigkeit bereit Aber bai erkläre ich öffentlich und feierlich:

Es gibt lebten Preis, für den uns die deutschen Laude an Rhein und Ruh:, an Saar und Mosel feil waren; keinen Preis, um ten wir das Recht des Reiches und der anderen Staaten in die,en deutschen Lauten mindern ließen!

In dieser Erklärung weiß ich mich eins mll ollen politischen Parteien uni) Schich en tes teut- schen Volkes, e'ms mit ter preußischen Regierung und mit ter Volksvertreiu iq. eins mit ollen ande­ren Ländern des Reiches. Ihtb au3 dieser großen tie'e-.t Einigkeit schöpfe ich das Recht zu ter Mah- nurg. wachsam und besonnen zu bleiben, besonders hin ichtlich ter terteOiie.ren- wirtschaft­lichen Lage und der fchwere:t Rot

Rachdrn»der Kanzler noch auf die Gefahr tes Richwerstehens großer Echich'en tes teutschen Volkes untereinander hingewiesen und an das soziale Verständnis der Llnterneh- m e r s ch a f t appelliert hatte, schloß er mit den Worten: Heute ist es aller Deutschen Pflicht für Rhein und Ruhr, füc Saar und Mosel f e ft 8 u - bleiben und die Treue zu bewahren und allererste Pflicht, gute Deutsche zu sein! (Lebhafter Beifall.)

Rach ter Red: des Reichskanzlers fangen die im Saale Versammelten das Deutschland-Lied. Inzwischen hatte sich auf dem Prinzipalmarlt eine unübersehbare Menschenmenge angesammelt tte in brausende Hochrufe ausbrach, als der Reichskanz­ler auf ten Sentenzbogen tes allen Stadthauses

trat. Hier richtete ter Kanzler folgende kurze A n- spräche an all die Tausente:

Deutsche Männer und Frauen Westfalens! Ich danke Ihnen für bie Kundgebung, die Sie mir und ter Reichsregierung beute dargebracht haben. Sie wissen, wie gerne ich m Ihrem Kreise in Münster weile. Ich habe heute aus ten Aus­sprachen mit allen Teilen ter Bevölkerung ersehen können, wie treu Westfalen zum Reich steht. (Stür­misches Bravo.) Ich weih, daß die Westfalen, dir jetzt an der Ruhr kämpfen, das Reich n i e m a U im Stiche lassen werden. (Ermeutes stür­misches Bravo.) Ich bitte Sie, weiter mtt Ver­trauen den Arbeiten ter Regierung zu folgen und zugleich jedes Opfer an Geld und Gut ten kämp­fenden Schwestern und Brüdern zu geben, damit wir wieder frei werden I

Darauf setzte unter ter Leitung von Prof. D o l b a ch das Orchester ein. Es ertönte, von einem Massenchor gesungen, aus WagnersMei­stersingern" die Huldigung des Volles an Hans Sachs, darauf erklang BeethovensDie Himmel rühmen" und zum Schluß te»Z R.e^erlä.idische Dankgebet in das all die Tausenden einftimmten. Während des letzten Liedes erstrahlte ter Lam­berti-Turm in bengalischem Licht.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbinbnd)hcit. preis für 1 mm höhe für Anzeige»v 27 mmSBrcih örtl. 120 Mk., auswärt? 150MK.;fürReklame- Anzeigen von 70 mn. Drelle 600 MK.Bei Platz- Vorschrift 20"/« Auf schlag. Hauptschriftleitcr: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für dem übrigen Teil: Ernst Dlumichein; fürder Anzeigenteil: Hans Beär, sämtlich in Gießen.

nach der deutschen Note.

London, 9. (Zuni. (WTD.) Der sehr unterrichtete diplomatische Berichterstatter Daily Rews". Harris Wilson schrerbt: In mahgebenten Kreisen fei man der Ansicht, d.' als Ganzes die deutsche Rote alle ver­nünftigen -Erwartungen befriedige. Die Re- l-a.at.o.isfrage tonte t x erster L nie von Daidwin, Curzon und Mac Kenna bemäntelt. Die unmittel­bare Frage sei, welch: Antwort auf das deutsche Angebot, sich ter (Sntfdje.bung eines inter­nationalen Ausschusses zu unterwerfen, erteilt werden solle. Obgleich Frankreichs Mit­wirkung bei einem solchen iln'emebmen durchaus wünschenswert sei, sei sie trotzdem keineswegs un­erläßlich. Großbritannien und Italien tourten, falls fie beschließen sollten, eine derartige Kom­mission von sich aus zu ernennen, nicht die ge­ringsten Schwierigkeiten faxten, sich die Dienste der höchsten Finarp,autoriläten in Amerika und ter meisten europäischen Länder zu sichern. Es sei keineswegs unmöglich, daß eine solche Kommission ernannt werde. Frankreich würde volle Gelegenheit haben, zu erwägen, wie es sich zu tem Bericht dieser Kom­mission steile, wenn er veröffentlicht werde. Vor­her müsse jedoch unbedingt ein 2 Stabilisie­rung der deutschen Mark ftattf inten, dieses sei ter Hauptpunkt im britischen Programm Rach allgemeiner Ansiht ist ter praktische Pian, ter bisher zu diesem Zwei vor- gcbracht tourte, der, der in ter Ansicht Keynes' ,red Kassels ro.n letztet Ro enfer ent alten ist. Richts sei klarer, als daß die britische Politik in diesen Fragen entwickelt werten muffe. Man könne nicht ewig die negative Haltung Frankreichs einnebmvn, wenn man, wie jeder Geschäftsmann, klar einsehe, daß die b r i t i s ch e n I n t e r e s s e n wirklich durch die Lage beeinträchtigt seien, die Frankreich auf ten Kontinent aufrechterhalte. Es sei notwendig, auf ter Tatsache zu bestehen, daß England das unmittelbarste 3n.ereile an ten deutschen Vorschlägen habe, weil die Rachricht-rn aus Paris deutlich ausdrückten, daß Frankreich sie summarisch verwerfen wolle. Auf dieser Seile des Kanals werde nichts mehr gewünscht, als eine Gelegenheit,'zu einer Vereinbarung mit Frankreich zu gelangen. Aber wenn eine solche Vereinbarung davon abhängig gemacht werte, daß England die Fortdauer der Besetzung des Ruhr­gebiets billige, so sei es unmöglich, irgendetwas Derartiges zu tun. und zwar aus dem einfachen Grunde, weil Deutsch­land, wenn sich das Ruhrgebiet In französischen Händen befinde, mit allem guten Willen feine Hilfsquellen nicht entwickeln und seine Schulten nicht bezahlen könne. Bevor die Antwort an Deutschland erteilt werte, sei es äußerst wün­schenswert, daß die Alliierten untereinanter Ge­rieten. Die interalliierten Schulten s ien unlösbar mit den deutschen Zahlungen verknüpft. Wenn Mac Kenna mit seiner Kenntnis von ten Hilss-

Eine schwereWirtschaftssorge liegt I Ober unserem Volke und verhältnismäßig in be­sonderem Ausmaße über die Mehrzahl der.enrgen in ihm die qualifizierte Arbeit, fei es ; körperlich: sei es geistige, vennch'.en. Das trifft cuf die große Mehrzahl Ihres Berufes zu, mit kAusnabme weniger, teneri em glückliches Geschick «ter besondere Kraft des Geistes und tes Will-.ns «icltcidtl ein günstigeres Los bereitet hat. Wir müssen als Volk bereit sein, die wirtsch aftliche Be- «igtheit auf uns zu nehmen und da) ist für ein fittlidi reifes Volk nicht das schlimmste. An rem «Bunft aber wird deutscher Wirtschaft ter Druck -um Unheil wo er die geistige Freiheit und Ent­faltung beengt, und da schemt es mir eine befon- Lers wichtige Aufgabe und Sorge zu fein, daß snifcre Presse auch in Zukunft einwahresAb - 5ilb der Volksmeinung und Volks- Hirn m u n g sei und zugleich ter Ausdruck t>er- Idtietencr Geistesrichtungen, des wirtschaftlichen, politischen kulturellen und religiösen Sinnes und Laß sie'bei aller verständigen Beachtung des toirt- Ichaftlich Rotwendigen und Zweckmäßigen letzten Sndes ihren Beruf und Dienst im Geistigen be­malte und im Geistigen und Sittlichen vnserem Volle ein Führer bleibe und immer mehr werte. Deshalb ist die Unabhängig- leit ter Presse ein so hohes Gut, eine Un- abhängigkeit. deren Wesen nicht in ter Zügelloslg- teit liegt, sondern gerate in der sittlichen Gebun­denheit und eigenen Verantwortung, eine Unabhängigkeit, die abzugrenzen ist, nicht nur gegenüber tem (Staate und seinem stärkeren Rechte und dem Anspruch auf Beachuna staatlicher Rot- wendigkeiten. sondern auch gegenüber ten Kräften und Bestrebungen des Wirtschaftslebais. Darin handelt es sich, meine Damen und Herren, um Angelegenheiten, die nicht Ihnen allein wichüg sind sontern auch uns, um bzä Staates willen. Sie aber sind gewohnt, tagtäglich nicht von eigenen Sorgen zu sprechrn sondern ten Röten und ten Anliegen ter Bevölkerung Wort und Aus- dm'ck zu verleihen. Unb so wird es auch in Ihrem Sinne sein werrn ich heute in Ihrem Kreise von ter gemeinsamen Rot des deutschen Volkes und insbesondere des besetzten Ge»

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gderhesfen

vruck und Verlag: Vrühl'sche Unwerfilätr-Vuch- und Steinöruderet K. Lanze in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7.