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19600, Gizhen Grchen-Lindei, Harbach 12000, 400, Wzheim $ 22 400, Klein- 800, Langsdorf 224 800, Linden- al9 200,Mainz- llieder-Beffingen

Ober-Bessingen Oppenrod 8Ä0, nrdshain 14400, , Aödgen 36000, Ähausen 19 600, 6800, Steinbach s-Horloss 42 800, 0 000, Dillingen rtäljain 34400, >00 Mark.

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175. Jahrgang

Mittwoch, N. AprU 1925

Der Reichskanzler über die Toten von Eßen

ehrfurchtsvoll von der sich erhob, begrüßt. Das

der Reichspräsident.

Trauerverlammlung, die

hörigen in dieser ernsten Stunde des Leides die Hand. Und allen aber, die wir zur Kruppschen Werigemeinschast gehören, möge diese gemein­same Trauer dazu dienen, daß wir eng- zu- fammenstehen, um die schwere Gegenwan zu tragen und zu überwinden. Ehre dem Andenken der Gefallenen: Auch sie starben für die deut­sche Freiheit, deutsche Würde, deutsche Ar­beit und Verantwortung. 3fyr Leben und Ster­ben bleibe ein Baustein zur deutschen Zukunft Das walte Gott!

Unter den Klängen des Abschiedsliedes tru­gen Kruppsche Arbeiter die Särge ins Freie. Rund 60 000 Mairn der Kruppschen Belegschaft schrrtten den drer Leichenwagen voraus. Die Spitze bildete die Fahnengruppe mit vielen Hunderten Fahnen. Danach folgten die Scharen der Kranzträger, die u. a. den Kranz des Rerchspräsidenten und der Reichsregierung trugen. Das Rerchsarbeitsrmnr- sterium hatte einen besonderen Kranz gesandt, ebenso das preußische Staatsministerium und die übrigen Behörden. Für jeden Toten war vom Kruppschen Direktorium und dem Betriebsrat ein besonderer Kranz gespendet worden Außerdem hatten die Kruppschen Auhenwerke ihren Arberts- kameraden sowie die Vertreter der Arbertgeber- wie der Arbrtinehmerschaft eine Fülle von Krän­zen gesandt Hinter den Leichenwagen schritten die Familienangehörigen Dann folgten der Betriebs­ausschuß, der Betriebsrat, der- Aufsichtsrat, das Direktorium, darunter Krupp von Bohlen-Halbach, Vertreter der Deichs- und Staatsbehörden und der Verbände, die Abteilungsdirektoren der Guhstahl- fabrik, die Direktoren der Auhenwerke und Ab­ordnungen der Belegschaften der Auhenwerke, schließlich Abordnungen anderer Vereine und Ver­einigungen. Die Bevölkerung der Stadt Essen hatte sich zu Tausenden in den Strahen, die der Trauerzug berührte, aufgestellt. Am Friedhofs­tor wurden die Toten von Geistlichen beider Kon­fessionen in Empfang genommen und zur Kapelle geleitet. Die Trauerfeier im Freien wurde durch Vorträge des Essener Volkschors umrahmt. An­sprachen hielten Superintendent Decker und Prä­lat Euskirchen, der mit der Vertretung des xar- drnalerzbischofs Schuler Köln beauftragt war.

Als Vertreter des Kruppschen Direktoriums ries Dr. Wendt namens der Leitung der Krupp- Werke den Toten ein letztes Lebewohl zu. Dann nahm Schlosser Paul Dr e h m e für den Betriebs­rat das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Die Kruppsche Arbeiterschaft hat stets die Ansicht vertreten, nicht unter Bajonetten zu arbeiten. Ich will nicht unter.as en, auch an dieser Stelle zu lagen, dah die Franzo en sich schon vor dem 31. Mnrz Eingriffe in das Gelände der Fabrik erlaubt haben. Untere Kollegen haben alles versucht, um Zusammenstöße mit dem fran­zösischen Militär zu verm iten, aber Hinter Mi­litärgehorsam hat 13 in den blühendsten, hoff- nungsrvllsten fahren stehende Kollegen da ii- gerafft. B i euch älteren Kollegen ist es mn tragi­sches Geschi-k, daß g"rate ibr es v» tödliche Kugel traf, ihr, die ihr euch bemüht habt, Unbesonnenheiten einzelner Per o c.n d t . er- meiden. Richt mit Haß, nicht mit Kanonen und Gewehren, sondern auch ferner werden wir be­strebt sein, durch friedliche Kultursörderung der Arbeit und Volksversöhnung zu Menen. Im Damen der Arbeitnehmer sämtlicher Kruppschen Werke, des Chri tlichen und des Deut chen Me allarbeiter- verbandes, der anderen Gewerkschaften, Korpo­rationen, Einzelpersonen und Parteien, sprach der Redner sodann den Hinterbliebenen das herzlichste Beileid aus. Für die Stadt Essen sprach der stellvertretende Bürgermeister Beigeordneter Baa­se l. Danach erfolgte im Beisein der Familien- angehörigen die Beisetzung der zwölf Toten in drei Gräbern ynb die Einsegnung am Grabe. Die Trauervecsammlung aas dem Ebrenfr.edhof schritt noch einmal an den offenen Gräbern vorüber. Um die Mittagsstunde war die gewaltige er­hebende Trauerfeier beendet.

Bochum. 10. April. (Wolff) In Essen wurden heute alle sranz'ösischen Soldaten anläßlich der Be setzung der Krupp-Opfer von den Strahen zurückgezogen. D'e Beisetzung ist bisher ohne Zwischenfall verlaufen. Die Ge- neralstreik-Parole der Kommunisten machte sich im Ruhrgebiet so gut wie garnicht bemerkbar.

Essen. 10. April. (WTD.) Vergangene Dacht ist wieder einer der am Karsamstag in den Kruppschen Werlen Schwerverletzten seinen Verwundungen erlegen.

Staatssekretär Hamm verhaftet.

Berlin, 10. April. (Wolff.) Der von der Reichsregierung nach Essen ent­sandte Staatssekretär Hamm ist in Scharn­horst von den Franzosen verhaftet worden. Außerdem sind verhaftet worden der frühere Reichspostminister Giesberts und der frühere preußische Ministerpräsident Sle­ge rw al d sowie der Industrielle Hugo Stinnes. Stinnes, Giesberts und Steger- wald wurden heute morgen wieder freigelas­sen. Die Verhaftung Hamms wird noch auf­rechterhalten.

Die Trauerkundgeburiq in Köln.

Köln, 10. AprU. (WTD.) Beider Trauer­kundgebung anläßlich der Deisehungsfeier- lichkeiten in Essen ruhte in allen städtischen und privaten Bureaus, in den Geschäften und den Be­trieben von 9 bis 10 Uhr vormittags die Arbeit. Der Verkehr der Straßenbahn stand still und der Fuhrwerksverkehr wurde in dieser Stunde auf den Straßen eingestellt. 2kach Ablauf der Stunde wurde der Verkehr in vollem Umfange wieder aufgenommen. Bei Beginn und zum Schluß der

Stunde läuteten sämtliche Glocken. Auch im Eisen­bahn-, Telegraphen- und Telephonbetrieb wurde von 9 bis 10 Uhr nicht gearbeitet.

Ein neuer Mord.

Berlin, 11. April. Einer Dlättermelduag au8 Buer zufolge wurde gestern nachmittag in dem benachbarten Waltrop eine Hausange­stellte von einem französischen Sol­daten erschossen Der:er war neben an­deren Franzosen in der Wirtschaft einquarilcrt, in der die Getötete bedienstet war: er ist in Haft genommen worden.

Das Gewaltregiment.

Essen, 10. April. (Wolff.) Vom fran­zösischen Kriegsgericht wurde der Regierungs­baurat Irmer von der Eisenbahndirektion Essen wegen angeblicher Beihilfe zur Sabo­tage zu fünf Jahren Gefängnis und 10 Mil­lionen Mark Geldstrafe verurteilt.

M ü n st e r, 10. April. (WTD.) Heute morgen besetzten die Franzosen den Bahnhof Dorn Hahnenfurt an der Bahnstrecke MettmannVohwinkel und führten das dort befindliche Eisenbahnmaterial fort. In Castrop sind außer den bereits gemeldeten 250 frem­den Arbeitern im Laufe des heutigen Tages weitere 2 50 fremde Arbeiter einge- trvffen, die für die ZechenSchwerin" und Erin" bestimmt sind. Unter den fremden Ar­beitern befinden sich solche aus Belgien und Polen.

Höchst a. M., 10. April. (Wolff.) Von der französischen BesatzungsbehörLe sind heute der Magistratsbeamte Behersdorf, der Pvlizeibeamte Huben und der Magistrats- assessvr Dr. Burggraf auSgewiesen worden. Trotzdem letzterer sich heute vormit­tag einer schweren Operation unterziehen muhte, soll die Ausweisung vollzogen werden.

Mainz, 10. April. (Wolff.) Der Chef­redakteur desMainzer Anzei­gers", Karl Rohascheck, ist nach Verbü­ßung einer vierwöchigen Gefängnisstrafe aus­gewiesen worden.

Die Sprengung des Rhein Hernc-KnnalS.

Bochum, 10. April. (Wolff.) Ueber die am 8. April erfolgte Sprengung des R h e i n Herne-Kanals bei Henrichenburg wird noch gemeldet, daß sich die Sprengungsstelle an der Kreuzung der Kanalanlagen befindet. Das Kanalbecken ist bis zur Herne ausgelau­fen. Die Franzosen beginnen bereits mit den Wiederherstellungsarbeiten.

Nr. 84

Erscheint täglich, außer Sonn- vnd Feiertags, mit derSamstagsbellage: GießenerFamilien b lätter Monatliche vezuaspreise: 3400 Mark und200Mark Trägerlohn,durch diePost 3600Mark,auchbeiNicht« erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchri ft- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehrn.

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Gegen die Austreibungen in Trier.

Der Präsident der Reichsbahn- direktion Trier hat an den Obersten de KervSnoael. Präsident der französischen Feldeisenbahnunte'dkommission in Trier, folgen­des Protestschi-riben gerichtet:

In meiner wohl in Ihre Hände gelangten Zuschrift vom 12. März d Is. habe ich bereits gegen französische Gewaltmahnahmen an tettschen Eisenbahnbediensteten Einspruch erheben müssen. Durch neue, in per Geschichte der menschlichen Zi­vilisation bisher nicht gekannte Drangsalierungen bin ich wiederum genötigt, mich an Ihre Perlon mit schärfstem und feierlichstem Protest zu wenden.

Die Bewohner der Eisenbahnerkvlonie gegen­über der Hauptwerkstätte in Trier-West sind am 7. d. Mts. von französischer Mllitärgewalt aus ihren Wohnungen verjagt worden. Afri­kanische Kavallerie hat Hunderte deutscher 'Beam­ten und Arbeiter, die treu ihrem Vater lande und ihrer Pflicht bleiben wollen, mit ihrer Famllie mit rohester Gewalt aus den Häutern gesch'.eppt, so­gar teilweiseMöbel aus den Fenstern geworfen und dem traurigen Schicksal der Ob­dachlosigkeit überliefert. Zur Zeit der Abfassung dieses Schreibens müssen die Deamtenfamilien in der Siedelung Paulin in Trier unter Dach Hilfe französischer Bajonette gleichfalls die Wohnungen räumen. Auch Conz-Karthaus erlebt heute das­selbe traurige Schauspiel von Roheit und Grau­samkeit. Ich versage es mir, auf die Einzelheiten dieser empörenden und jeher Sittlichkeit ins Ge­sicht schlagenden Heber griffe einzugehen.

Herr Präsident! Glauben Sie wirllich, dah die Eisenbahner mit solchen Mitteln zum Verrat an ihrem Vaterlande und ihrem Gewissen bewo­gen werden können? Sind Sie sich nicht selbst darüber klar, dah mit solchen Maßnahmen nichts erreicht und nur dem Verlangen Rechnung getra­gen wird, brave pflichttreue Eisenbahner mit Frau und Kind bis aufs Blut zu quälen? Die Mr Heber dieser Schandtaten stärken nur den Wider­stand und die Verbitterung und werden alle Seelen mit dem Mute der Verzweiflung erfüllen. Muß Ihnen als anständigen Franzosen _unb_ insbeson­dere als Offizier nicht die Schamröte über solche brutalen Auswüchse einer ziellosen Gewaltpolitik ins Gesicht steigen? Ich appelliere an Ihr Gewis­sen und Ihr Menschlichkeitsgefühl und verlange von Ihnen mit allem Dachdruck Ein­stellung dieser Gewalttaten, voll­ständige Sühne für alle Schä den der mir unterstellten Bediensteten und stiengste Bestrafung aller Schuldi­gen.

Berlin, 10. April. (Wolff.) Zur Stunde, da die Opfer angemaßter franz Kriegsgewalt in Essen in das gemeinsame Grab gesenkt wurden, vereinte auf Einladung der Reichsregierung im Plenar­saal des Reichstages, auf dessen Dach die Fahnen schwarz-rot-gold yalbstocks die Trauer des deut­schen Volkshauses bekundeten, eine Trauerver­sammlung, die die Sitze des Saales und der Tribünen bis auf den letzten Platz füllte, die Vertreter sämtlicher gea>erkschaftlichen und De° amtenverbände. die Spitzen der Berufsstände, Ver- treter der Länder, Kirchen, Parlamente urtb Be­hörden. Auf den Sitzen der Reichsregierung hatten unter Führung des Reichskanzlers die Mitglieder des Reichskabinetts Platz genommen. Auf den Sitzen der Ländervertreter neben anderen die Mitglieder der preußischen Regierung mit dem Ministerpräsidenten Braun, die Minister Eevering, Siering, Dölitz, der sächsische Minister Flcihner, Bürgermeister Ritter-Berlin u. a. Re­ben dem Reichskanzler hatte der Reichstagspräsi­dent Lobe Platz genommen. Punkt 10 Mhr erschien

Orchester der Staatsoper unter der Leitung des Generalmusikdirektors Leo Blech Leitete die Feier mit dem Trauermarsch aus der Deethovenschrn Eroica ein.

Der Reichskanzler führte in seiner Ansprache aus Herr Reichspräsident! Hochansehnliche Trauerversammlung!

Zu dieser Stunde, die ans zur Andacht hier bereinigt, soll sich in Essen das Grab schließen über dem, was sterblich ist an den 1 1 schlichten deutschenMännern, die zwischen Karfreitag und dem Auferstehungstage von französischer Kugel durchbohrt, ihr Leben lassen mußten. Sind diese Märtyrer von Essen nicht Has Symbol unseres gemeinsamen deutschen Schicksals? Qulllt nicht, wenn wir ihrer gedenken, all das unendliche Leiden dieser Zeit und dieses Landes unstillbar in uns auf? Sehen wir nicht die lange Reihe der Blutzeugen, Gemarterten, Ge­quälten, Beleidigten, Verfolgten, Ausgewiesenen, Verurteilten uni> die Schar derer, die in untoü rbigem ®ef äng» n l s leiden, all der Mutter und Kinder, die im Frieden ein Leid erleben, das im Kriege zu be­seitigen seit Menschenaltern das Bestreben aller Kultumationen war? Mir ists, als sähe ich hinter den Särgen die schmerzensreiche Schar -der vielen den Weg des Leids in Essen gehen, die der Toten, wie der im Kerker Schmachtenden und in der Verbannung Leidenden, die keine andere Schuld zu büßen 'batten und haben, als das Schicksal, Deutsche zu sein, die Schuld, es mit Wissen und Wilken zu sein. Zittert nicht ein Wehschrei der gepeinigten deut­schen Erde durch die Glockenklänee, die in dieser Stunde über ur.fcrem Vaterlande schwingen? Drei­zehn deutsche Menschenleben von dem gleichen Leid gezeichnet, aber von demselben Willen er­füllt! Auch diese Männer und Jünglinge leitete der eine, einfache und große Gedanke, der unseren Abwcchikampf vom ersten Tage leherrschte. Sie standen in Reih und Glied, nicht um Gewalt mit Gewalt zu begegnen, sondern um ihr den waf­fenlosen Widerstand des Rechts ent- gegenzusehen. Sie standen vor den französischen Mordwaffen als die Träger und Schützer jenes Rechts . das zu einer Macht geworden ist, weil ein gemeinsamer Wille es trägt. Klar und eindeutig ist das furchtbare Bild dieses Blut- opfers. Recht und Arbeit auf der einen Gewalt und älnrecht auf der anderen Seite. Dichts kann diese geschichtlich llare Scheidung verwischen. Keinem französischen Soldaten ist ~ ein Haar gekrümmt worden; aber fünfzig deutsche Arbeiter liegen in ihrem Blute. Ob jene französischen Soldaten ein Grauen vor der Wr Recht heischenden Masse anwandelte, ob sie blind einem blinden Befehl gehorchen, mag ihr eigenes Gewissen daraus antworten. Dicht sie klage ich in dieser Stunde an. Sie waren vielleicht Unwillige, jedoch gefügige Werkzeuge rechtloser Gewalt. Die Schuldtrifftdie französischen Macht­haber, die zur Durchsetzung ihrer rechtlosen und erfolglosen Politik Tausende Deutscher, weil sie nicht Gehilfen des Unrechts sein wollten, von ihren Heimstätten vertrieben, Hunderte eingekerlert und zahlreiche Menschenleben vernichtet haben, und auf deren Gewissen nun auch dieses Massensterben fällt, dessen Opfer heute bestattet werden. Dich t einWortdes Bedauerns über diese Der- nichtung deutscher Menschenleben habe ich ausitem Munde der amtlichen Vertreter des französischen Dolles vernommen. Gern hätte ich geglaubt, daß Scham und Gewissen den französischen Gewalt­habern Schweigen geboten hätten. Ist es wcham und Gewissen des französischen Volkes, das man beruhigen will, intern auch hier eine Justiz- k o m ö d i e Anrecht in Recht, Recht in Verbrechen umfälschen will? Kein Richterspruch gegen iln- schuldige wird ten Schrei des verbrecherisch ver­gossenen Blutes dämpfen, fein ilrteif ter Welt über die wahren Schuldigen täuschen und die Tat­sache beseitigen, daß zum Raub ausgezogene fran­zösische Soldaten waffenlose deutsche Arbeiter ohne ein Leid von ihnen erfahren zu haben, mit ter Waffe getötet haben.

Die Frage wird ausgekampft, ob die grausame des Altertums wiederkehren soll, dah fr ernte Herren über ganze Völker wie über Sklaven- A?den schalten, daß an die Stelle ter m jahr­hundertelanger Entwicklung erworbenen Freiheit ter Arbeit neue Hörigkeit treten. M- tee Hörigkeit von Ration zu Ration Vielleicht bc- ftnten wir uns auf dem Höhepunkt dieses Kampfes.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck vnd Verlag: vrühl'sche UnlversitSLz-vuch- und Zteindruckerei B. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

Sicherlich hat heute niemand mehr die Entschuldi­gung. nicht zu wissen, morum es geht Hat im deutschen Volk noch jemand zweite'n men, so sen alle Augen jetzt geöffnet tem. Hat in Frank­reich jemand leichten Herzens die Tragweite des am 11 Januar begonnenen Unternehmens erkannt, so kann und muß auch dort heute jeder wi sen, zu welchem Abgrunde die'es Beginnen rte. Har die Welt bisher mehr oder weniger inter­essiert in ter Zuschauerrolle dem Schauspiel am Rhein und an der Ruhr zugesehen, so muß sie heute sehen, wo Krieg ist, wo Frieden, wo Sich, r- heit, wo ilebcranttDortung an die fremde W.ll- kür. lllnd namens ter Toten frage ich d i e VölkerderErde, wielangenochwol len sie warten, ehe diesem wahnwitzig, grauenvollen Mißbrauch der Gewalt ein Ende geboten wird?

Dank und Treue des gesamten Volkes, dessen Dolmetsch wir hier sein wollen, begleiten die teuren Toten auf ihrem letz en Gange mit dem heißen Wunsche, daß ihre Hingabe fürs Vaterland ein Segen werten möge ihnen, ihren Hinterbliebenen und ter deutschen Sache. Verständigung boten wir an Geld und Gtt, ten Ertrag ter Arbeit langer Jahre und Sicherheit aus freiem Willen zum Frieden. Man hörte nicht, selbst dann noch, als ter Feind im Lande stand, ließen wir wiederholt erkennen, daß wir zu freier, ehrlicher und gleichberech­tigter Verhandlung bereit s i n d, ja, wir wiesen einen praktischen CEten, wie das durch ten Ruhrernfall fast unentwirrbar gewor­dene Reparationsproblem zu lösen ist, intern wir uns zu teni Vorschlag des Leiters ter amerikani­schen Außenpolitik bekannten. Man hörte nicht. Alles geschah, um ten Ruhreinmarsch za ver­meiden ober abzukürzen. So wird auch künftig nichts unterbleiben, was unserem Volke and Lande Freiheit und Frieden geben kann. Ater Freiheit und Frieden müssen gesichert sein, wenn anders nicht die Opfer nutzlos gebracht fein sollen, die wir an Rhein und Ruhr beflogen. Die Re­parationspflicht muß auf das Maß des Er­füllbaren zurückgeführt werten. Die Erde, in die wir heute die elf Braven beflatten, muß f re i werten von dem Fuß and der Hand des Feindes. Den in Gefangenschaft und Ver­bannung Lebenden müssen Freiheit und Heimat mietergegeben werten. Keiner Regelung kann zugestimmt werden, die Ruhr und Rheili terri­torial verfassungsmäßig antastet.

Solange ter Gegner zu einer solchen Rege­lung nicht bereit ist, muß ter passive Wider­stand vom ganzen Volke mit voller Ent­schlossenheit und der gleichen Be­sonnenheit wie bisher fortgesetzt werden Fester Ido len wir zu ammenste ei als jemals zuvor, und ein Wille soll uni einen, die wir alle nichts fein wollen als Ar eiter am Wo le des Volles. Wie heute alle Ständ; und Berufe sich vereinigt haben in einer Trauer und ei.ieo Treue, so soll auch d'eles H-ius nur mehr ten einen Wettstreit ter Parteien kennen, zu einen, zu tragen und z u ypfern. Alle Kraft zur Erreichung des Friedens, und bis dahin einen nroren Abwehr'ampf! Di: Toten haben ihre gan.-e Pe svi für das Vaterland eingeletzt S) wol en wie es tun, intern wir uns im Geiste mi der T auergem Ute am Grabe ter d ut chei Ar ' iter | er i Tigen und ihre Seele und unser Vaterland Gott befehlen. Lassen Si' uns in dieser fei rliYen S unte jedem ein-einen aus tem Volle in ter Front und ter Heimat mit den K ä igen ter Glocken als Gelöbni< und Mahnung »ugeih de Wo tte zurufen und befolgen ilnh Hantel i sollst du. als hinge von dir und deinem Tun allein das Schick al der deutschen Dinge ab!

Die Bestattung in Essen.

El sen. 10. April (Wolff ) Die To ten des Karsamstag wurden fyeute unter der tiefsten und wüidiasten Teilnahme der gesamten Bevölke­rung des Ruh-raebietes zur leiten Ruhe getragen. Die .Arbeit ruhte in allen Betrieben; sämtliche Geschäfte blieben zum Zeichen der tiefen Trauer geschlossen. Die Fenster waren verhängt. An verschiedenen Or'en sah man auch schwarzen Trauerflor. Das Glockengeläut aller Kirchen er­tönte als letzter Gruß für die Opfer für Frei­heit und .Recht. Zwölf Todesopfer fran­zösischer Kugeln waren in dem großen Lichthof des Hauvtverwaltungsgebäutes ter Kruppschen Gußstahlfabrik aufgebahrt. In tem matt erhell­ten Lichthof (tauten 12 Särge unter einem Hain von Lorbeeren und Palmen und hunderte von Kränzen aus allen Teilen der Bevölkerung und aus allen deutschen Gaue-r veffinnblldlichten das Mitgefühl des deutschen Bolles. Zur Teilnahme an ter Trau er feier waren um 91/2 in ter EußstaAfabrik ein enger Kreis von Angehörigen sowie Mitglieder ter Werkleitung und Vertreter ter Reichs- und Staatsbehörden rerfammelt. Der Kruppsche Mänuergesangterein ^Gemeinwohl" leitete ten Trauerakt zu tem gleichen Zeitpunkt ein, an dem im Reichstag die Führer des Volkes sich zu einer gleichemsten Trauerfeier versam­melteil und im ganzen deutschen Daterlante die Glocken zur Trauer und ernstem Sinnen mahnten.

Rach dem Gesänge sprach Gustav Krupp von Bohlen und Halbach nachstehende 21b» schiedswvrte:

Aus dem Herzen der Guhstchhlfabrik, der m deutscher Treue thiei Hände und ihrer Köpfe schafscnte Arbeit'gewidmet war. wollen wir ihre um sie tief trauerndes Mitarbeiter, unsere lieben Kameraden und unvergeßlichen Toten zur letzten Ruhestätte begleiten. Schmerzlich bewegt und un­aussprechlich betroffen drücken wir ten Ange­